[0001] Die Erfindung betrifft einen Schlüssel für einen Schließzylinder mit einem Schaft
und mit einer Reihe von Schließausnehmungen zur Betätigung von Zuhaltungen des Schließzylinders,
wobei die Schließausnehmungen auf einem mit einem Schlüsselgrundkörper verbundenen
Bauteil angeordnet sind.
[0002] Ein solcher Schlüssel ist beispielsweise aus der DE 88 05 977 Ul bekannt. Bei diesem
Schlüssel ist die Reihe von Schließausnehmungen von einzelnen Schlüsselzähnen gebildet
deren Anzahl der Zahl der Zuhaltungen des Schließzylinders entspricht. Der Schlüsselgrundkörper
des Schlüssels ist hierfür als Zahnbehälter ausgebildet und nimmt die Reihe der Schlüsselzähne
auf. Hierdurch lässt sich der Schlüssel für ein vorhandenes Schließgeheimnis des Schließzylinders
zusammenstellen.
[0003] Nachteilig bei dem bekannten Schlüssel ist, dass er sehr aufwändig aufgebaut ist
und aus sehr vielen miteinander zu verbindenden Bauteilen besteht. Weiterhin ist dieser
Schlüssel nicht als Wendeschlüssel einsetzbar und das Schließgeheimnis des bekannten
Schlüssels ist an den Schlüsselzähnen einfach ablesbar. Der bekannte Schlüssel lässt
sich daher besonders einfach von Hand kopieren.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Schlüssel der eingangs genannten
Art so zu gestalten, dass er eine besonders einfach Herstellung eines Wendeschlüssels
ermöglicht und einen hohen Kopierschutz aufweist.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Schaft an seinen Flachseiten
einander diagonal gegenüberliegend jeweils ein Einlegeteil aufweist und dass die Reihe
der Schließausnehmungen auf dem Einlegeteil angeordnet sind.
[0006] Durch diese Gestaltung ist der erfindungsgemäße Schlüssel als Wendeschlüssel ausgebildet
und erfordert bei zwei Einlegeteilen insgesamt drei Bauteile. Diese geringe Anzahl
der Bauteile führt zu einer besonders einfachen Herstellbarkeit des erfindungsgemäßen
Schlüssels. Die Einlegeteile lassen sich zudem maschinell herstellen und mit einem
Schließgeheimnis versehen, welches im Vergleich zu den Schlüsselzähnen des bekannten
Schlüssels einfach austauschbar ist. Der erfindungsgemäße Schlüssel weist daher zudem
einen besonders hohen Kopierschutz auf.
[0007] Die Schließausnehmungen könnten beispielsweise wie bei bekannten Schlüsseln von Bohrspitzen
gebildet werden. Solche Bohrspitzen lassen sich jedoch einfach kopieren. Zur Erschwerung
des Kopierens des erfindungsgemäßen Schlüssels trägt es jedoch bei, wenn die Schließausnehmungen
als quer zur längsten Erstreckung der Einlegeteile angeordnete Nuten ausgebildet sind.
Hierdurch ist dem erfindungsgemäßen Schlüssel nicht zu entnehmen, auf welcher Höhe
der Nuten die Zuhaltungen des Schließzylinders betätigt werden. Versucht man die nutförmigen
Schließausnehmungen mit einer Bohrerspitze nachzubilden, führt bereits ein geringer
Versatz der Bohrerspitze quer zur längsten Erstreckung des Schaftes zu einem Kopierfehler,
der ein Schließen des Schließzylinders verhindert.
[0008] Das Einlegeteil könnte beispielsweise auf dem Außenmantel des Schaftes befestigt
werden. Hierdurch lassen sich die Schließausnehmungen jedoch einfach abtasten und
kopieren. Ein Abtasten der gesamten Breite der Schließausnehmungen lässt sich gemäß
einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weiter erschweren, wenn der
Schaft parallel zu seiner Längsachse Nuten zur Aufnahme der Einlegeteile hat. Dies
trägt zur deutlichen Erschwerung des Kopierens des erfindungsgemäßen Schlüssels bei.
Auch wenn ein Schlüsselgrundkörper mit einer Nut zur Verfügung steht, gestaltet sich
die Kopie des erfindungsgemäßen Schlüssels sehr schwierig, da in der Nut Material
zur Erzeugung der Schlüsselausnehmungen aufgetragen werden muss. Ein einfaches Herausfräsen
von Material aus einem solchen Schlüsselgrundkörper ist dank der Erfindung nicht möglich.
[0009] Zur weiteren Erschwerung des Kopierens des erfindungsgemäßen Schlüssels trägt es
bei, wenn zumindest einige der Schließausnehmungen niedriger sind als die Nut in dem
Schaft.
[0010] Die Ausrichtung der Schließausnehmungen des erfindungsgemäßen Schlüssels gegenüber
den Zuhaltungen des Schließzylinders erfordert einen besonders geringen Aufwand, wenn
der Schlüsselgrundkörper einen Anschlag zur Abstützung an dem Schließzylinder hat.
[0011] Die exakte Positionierung der Einlegeteile in dem Schaft erfordert gemäß einer anderen
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einen besonders geringen Aufwand, wenn die
Nuten zur Aufnahme der Einlegeteile zum freien Ende des Schaftes hin offen sind und
jeweils einen Anschlag für die Einlegeteile aufweisen.
[0012] Ein Herausragen der Spitzen zwischen den Schließausnehmungen aus den Nuten lässt
sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach vermeiden,
wenn die Einlegeteile in jedem Bereich niedriger sind als die Nuten.
[0013] Zur Verschleierung des Schließgeheimnisses des erfindungsgemäßen Schlüssels trägt
es bei, wenn die Schließausnehmungen der Einlegeteile über gerade Flanken miteinander
verbunden sind.
[0014] Die Montage des erfindungsgemäßen Schlüssels gestaltet sich besonders einfach, wenn
die Einlegeteile eine Presspassung in der Nut des Schaftes haben.
[0015] Die dauerhafte Befestigung des Einlegeteils in dem Schaft erfordert einen besonders
geringen Aufwand, wenn das Einlegeteil stoffschlüssig mit dem Schaft verbunden ist.
Vorzugsweise erfolgt die stoffschlüssige Verbindung durch Verkleben, beispielsweise
mittels Epoxydharz oder durch Verlöten.
[0016] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips sind zwei davon in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Schlüssel,
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung durch den erfindungsgemäßen Schlüssel aus Figur 1 entlang
der Linie II - II,
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung durch den Schlüssel aus Figur 1 entlang der Linie III - III,
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf einen Schlüsselgrundkörper des erfindungsgemäßen Schlüssels aus
Figur 1,
- Fig. 5
- eine Schnittdarstellung durch den Schlüsselgrundkörper aus Figur 4 entlang der Linie
V - V,
- Fig. 6
- eine Seitenansicht eines Einlegeteils des erfindungsgemäßen Schlüssels aus Figur 1,
- Fig. 7
- eine Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform des Einlegeteils des erfindungsgemäßen
Schlüssels aus Figur 1.
[0017] Figur 1 zeigt einen als Wendeschlüssel ausgebildeten Schlüssel mit einer Reide 1
und einem Schaft 2. In einander gegenüberliegenden Flachseiten des Schaftes 2 sind
jeweils eine Reihe von Schließausnehmungen 3, 4 für Zuhaltungen eines nicht dargestellten
Schließzylinders angeordnet. Die Schließausnehmungen 3, 4 sind jeweils auf mit einem
Schlüsselgrundkörper 5 verbundenen Einlegeteilen 6, 7 angeordnet. Der Schlüsselgrundkörper
5 weist einen zur Abstützung an dem Schließzylinder vorgesehenen Anschlag 11 auf.
[0018] Figur 2 zeigt den Schlüssel in einer Schnittdarstellung entlang der Linie II - II
im Bereich eines der Einlegeteile 6 aus Figur 1. Wie Figur 3 in einer Schnittdarstellung
durch den Schlüssel aus Figur 1 entlang der Linie III - III zeigt, sind die Schließausnehmungen
3, 4 als quer zur längsten Erstreckung der Einlegeteile 6, 7 angeordnete Nuten ausgebildet.
Weiterhin zeigen die Figuren 2 und 3, dass der Schlüsselgrundkörper 5 jeweils eine
Nut 8, 9 zur Aufnahme der Einlegeteile 6, 7 aufweist. Die Nuten 8, 9 sind zur Schlüsselspitze
hin offen. Durch einen in dem Schlüsselgrundkörper 5 angeordneten Anschlag 10 für
die Einlegeteile 6, 7 wird eine vorgesehene Ausrichtung der Schließausnehmungen 3,
4 gegenüber dem Schlüsselgrundkörper 5 erzeugt.
[0019] Figur 4 zeigt den Schlüsselgrundköper 5 des Schlüssels aus Figur 1. Figur 5 zeigt
den Schlüsselgrundköper 5 aus Figur 4 in einer Schnittdarstellung entlang der Linie
V - V. Hierbei ist zu erkennen, dass der Schlüsselgrundkörper 5 zur Aufnahme von nahezu
beliebig gestalteten Einlegeteilen 6, 7 vorbereitet ist. Eines der Einlegeteile 6,
7 des Schlüssels ist in Figur 6 in einer Seitenansicht dargestellt. Zur Fertigung
des Schlüssels aus Figur 1 werden zwei gleiche Einlegeteile 6, 7 nach Figur 6 in die
Nuten 8, 9 des Schlüsselgrundkörpers 5 eingesetzt. Die Einlegeteile 6, 7 können in
den Nuten 8, 9 verpresst, verlötet oder verklebt sein.
[0020] Figur 7 zeigt eine weitere Ausführungsform des Einlegeteils 6, 7 in einer Seitenansicht.
Hierbei ist zu erkennen, dass einander benachbarte Schließausnehmungen 3, 4 durch
gerade Flanken 12 miteinander verbunden sind. Ansonsten ist das Einlegeteil 6, 7 aus
Figur 7 wie das aus Figur 6 aufgebaut.
1. Schlüssel für einen Schließzylinder mit einem Schaft und mit einer Reihe von Schließausnehmungen
zur Betätigung von Zuhaltungen des Schließzylinders, wobei die Schließausnehmungen
auf einem mit einem Schlüsselgrundkörper verbundenen Bauteil angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2) an seinen Flachseiten einander diagonal gegenüberliegend jeweils ein
Einlegeteil (6, 7) aufweist und dass die Reihe der Schließausnehmungen (3, 4) auf
dem Einlegeteil (6, 7) angeordnet sind.
2. Schlüssel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließausnehmungen (3, 4) als quer zur längsten Erstreckung der Einlegeteile
(6, 7) angeordnete Nuten ausgebildet sind.
3. Schlüssel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2) parallel zu seiner Längsachse Nuten (8, 9) zur Aufnahme der Einlegeteile
(6, 7) hat.
4. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einige der Schließausnehmungen (3, 4) niedriger sind als die Nut (8, 9)
in dem Schaft (2).
5. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlüsselgrundkörper (5) einen Anschlag (11) zur Abstützung an dem Schließzylinder
hat.
6. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (8, 9) zur Aufnahme der Einlegeteile (6, 7) zum freien Ende des Schaftes
(2) hin offen sind und jeweils einen Anschlag (10) für die Einlegeteile (6, 7) aufweisen.
7. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegeteile (6, 7) in jedem Bereich niedriger sind als die Nuten (8, 9).
8. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließausnehmungen (3, 4) der Einlegeteile (6, 7) über gerade Flanken (12) miteinander
verbunden sind.
9. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegeteile (6, 7) eine Presspassung in den Nuten (8, 9) des Schaftes (2) haben.
10. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegeteile (6, 7) stoffschlüssig mit dem Schaft (2) verbunden sind.