(19)
(11) EP 1 582 663 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.10.2005  Patentblatt  2005/40

(21) Anmeldenummer: 05101649.1

(22) Anmeldetag:  03.03.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E05B 27/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR LV MK YU

(30) Priorität: 31.03.2004 DE 102004015634

(71) Anmelder: Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG
D-48291 Telgte (DE)

(72) Erfinder:
  • Kamm, Dr. Götz
    04209, Leipzig (DE)

   


(54) Schlüssel für einen Schliesszylinder


(57) Bei einem Schlüssel für einen Schließzylinder sind in einem Schaft (2) Nuten (8, 9) zur Aufnahme von Einlegeteilen (6, 7) angeordnet. Die Einlegeteile (6, 7) weisen Schließausnehmungen (3, 4) für Zuhaltungen eines Schließzylinders auf. Hierdurch ist der Schlüssel besonders einfach aufgebaut und lässt sich nur mit großem Aufwand kopieren.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Schlüssel für einen Schließzylinder mit einem Schaft und mit einer Reihe von Schließausnehmungen zur Betätigung von Zuhaltungen des Schließzylinders, wobei die Schließausnehmungen auf einem mit einem Schlüsselgrundkörper verbundenen Bauteil angeordnet sind.

[0002] Ein solcher Schlüssel ist beispielsweise aus der DE 88 05 977 Ul bekannt. Bei diesem Schlüssel ist die Reihe von Schließausnehmungen von einzelnen Schlüsselzähnen gebildet deren Anzahl der Zahl der Zuhaltungen des Schließzylinders entspricht. Der Schlüsselgrundkörper des Schlüssels ist hierfür als Zahnbehälter ausgebildet und nimmt die Reihe der Schlüsselzähne auf. Hierdurch lässt sich der Schlüssel für ein vorhandenes Schließgeheimnis des Schließzylinders zusammenstellen.

[0003] Nachteilig bei dem bekannten Schlüssel ist, dass er sehr aufwändig aufgebaut ist und aus sehr vielen miteinander zu verbindenden Bauteilen besteht. Weiterhin ist dieser Schlüssel nicht als Wendeschlüssel einsetzbar und das Schließgeheimnis des bekannten Schlüssels ist an den Schlüsselzähnen einfach ablesbar. Der bekannte Schlüssel lässt sich daher besonders einfach von Hand kopieren.

[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Schlüssel der eingangs genannten Art so zu gestalten, dass er eine besonders einfach Herstellung eines Wendeschlüssels ermöglicht und einen hohen Kopierschutz aufweist.

[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Schaft an seinen Flachseiten einander diagonal gegenüberliegend jeweils ein Einlegeteil aufweist und dass die Reihe der Schließausnehmungen auf dem Einlegeteil angeordnet sind.

[0006] Durch diese Gestaltung ist der erfindungsgemäße Schlüssel als Wendeschlüssel ausgebildet und erfordert bei zwei Einlegeteilen insgesamt drei Bauteile. Diese geringe Anzahl der Bauteile führt zu einer besonders einfachen Herstellbarkeit des erfindungsgemäßen Schlüssels. Die Einlegeteile lassen sich zudem maschinell herstellen und mit einem Schließgeheimnis versehen, welches im Vergleich zu den Schlüsselzähnen des bekannten Schlüssels einfach austauschbar ist. Der erfindungsgemäße Schlüssel weist daher zudem einen besonders hohen Kopierschutz auf.

[0007] Die Schließausnehmungen könnten beispielsweise wie bei bekannten Schlüsseln von Bohrspitzen gebildet werden. Solche Bohrspitzen lassen sich jedoch einfach kopieren. Zur Erschwerung des Kopierens des erfindungsgemäßen Schlüssels trägt es jedoch bei, wenn die Schließausnehmungen als quer zur längsten Erstreckung der Einlegeteile angeordnete Nuten ausgebildet sind. Hierdurch ist dem erfindungsgemäßen Schlüssel nicht zu entnehmen, auf welcher Höhe der Nuten die Zuhaltungen des Schließzylinders betätigt werden. Versucht man die nutförmigen Schließausnehmungen mit einer Bohrerspitze nachzubilden, führt bereits ein geringer Versatz der Bohrerspitze quer zur längsten Erstreckung des Schaftes zu einem Kopierfehler, der ein Schließen des Schließzylinders verhindert.

[0008] Das Einlegeteil könnte beispielsweise auf dem Außenmantel des Schaftes befestigt werden. Hierdurch lassen sich die Schließausnehmungen jedoch einfach abtasten und kopieren. Ein Abtasten der gesamten Breite der Schließausnehmungen lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weiter erschweren, wenn der Schaft parallel zu seiner Längsachse Nuten zur Aufnahme der Einlegeteile hat. Dies trägt zur deutlichen Erschwerung des Kopierens des erfindungsgemäßen Schlüssels bei. Auch wenn ein Schlüsselgrundkörper mit einer Nut zur Verfügung steht, gestaltet sich die Kopie des erfindungsgemäßen Schlüssels sehr schwierig, da in der Nut Material zur Erzeugung der Schlüsselausnehmungen aufgetragen werden muss. Ein einfaches Herausfräsen von Material aus einem solchen Schlüsselgrundkörper ist dank der Erfindung nicht möglich.

[0009] Zur weiteren Erschwerung des Kopierens des erfindungsgemäßen Schlüssels trägt es bei, wenn zumindest einige der Schließausnehmungen niedriger sind als die Nut in dem Schaft.

[0010] Die Ausrichtung der Schließausnehmungen des erfindungsgemäßen Schlüssels gegenüber den Zuhaltungen des Schließzylinders erfordert einen besonders geringen Aufwand, wenn der Schlüsselgrundkörper einen Anschlag zur Abstützung an dem Schließzylinder hat.

[0011] Die exakte Positionierung der Einlegeteile in dem Schaft erfordert gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einen besonders geringen Aufwand, wenn die Nuten zur Aufnahme der Einlegeteile zum freien Ende des Schaftes hin offen sind und jeweils einen Anschlag für die Einlegeteile aufweisen.

[0012] Ein Herausragen der Spitzen zwischen den Schließausnehmungen aus den Nuten lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach vermeiden, wenn die Einlegeteile in jedem Bereich niedriger sind als die Nuten.

[0013] Zur Verschleierung des Schließgeheimnisses des erfindungsgemäßen Schlüssels trägt es bei, wenn die Schließausnehmungen der Einlegeteile über gerade Flanken miteinander verbunden sind.

[0014] Die Montage des erfindungsgemäßen Schlüssels gestaltet sich besonders einfach, wenn die Einlegeteile eine Presspassung in der Nut des Schaftes haben.

[0015] Die dauerhafte Befestigung des Einlegeteils in dem Schaft erfordert einen besonders geringen Aufwand, wenn das Einlegeteil stoffschlüssig mit dem Schaft verbunden ist. Vorzugsweise erfolgt die stoffschlüssige Verbindung durch Verkleben, beispielsweise mittels Epoxydharz oder durch Verlöten.

[0016] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips sind zwei davon in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend beschrieben. Diese zeigt in
Fig. 1
eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Schlüssel,
Fig. 2
eine Schnittdarstellung durch den erfindungsgemäßen Schlüssel aus Figur 1 entlang der Linie II - II,
Fig. 3
eine Schnittdarstellung durch den Schlüssel aus Figur 1 entlang der Linie III - III,
Fig. 4
eine Draufsicht auf einen Schlüsselgrundkörper des erfindungsgemäßen Schlüssels aus Figur 1,
Fig. 5
eine Schnittdarstellung durch den Schlüsselgrundkörper aus Figur 4 entlang der Linie V - V,
Fig. 6
eine Seitenansicht eines Einlegeteils des erfindungsgemäßen Schlüssels aus Figur 1,
Fig. 7
eine Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform des Einlegeteils des erfindungsgemäßen Schlüssels aus Figur 1.


[0017] Figur 1 zeigt einen als Wendeschlüssel ausgebildeten Schlüssel mit einer Reide 1 und einem Schaft 2. In einander gegenüberliegenden Flachseiten des Schaftes 2 sind jeweils eine Reihe von Schließausnehmungen 3, 4 für Zuhaltungen eines nicht dargestellten Schließzylinders angeordnet. Die Schließausnehmungen 3, 4 sind jeweils auf mit einem Schlüsselgrundkörper 5 verbundenen Einlegeteilen 6, 7 angeordnet. Der Schlüsselgrundkörper 5 weist einen zur Abstützung an dem Schließzylinder vorgesehenen Anschlag 11 auf.

[0018] Figur 2 zeigt den Schlüssel in einer Schnittdarstellung entlang der Linie II - II im Bereich eines der Einlegeteile 6 aus Figur 1. Wie Figur 3 in einer Schnittdarstellung durch den Schlüssel aus Figur 1 entlang der Linie III - III zeigt, sind die Schließausnehmungen 3, 4 als quer zur längsten Erstreckung der Einlegeteile 6, 7 angeordnete Nuten ausgebildet. Weiterhin zeigen die Figuren 2 und 3, dass der Schlüsselgrundkörper 5 jeweils eine Nut 8, 9 zur Aufnahme der Einlegeteile 6, 7 aufweist. Die Nuten 8, 9 sind zur Schlüsselspitze hin offen. Durch einen in dem Schlüsselgrundkörper 5 angeordneten Anschlag 10 für die Einlegeteile 6, 7 wird eine vorgesehene Ausrichtung der Schließausnehmungen 3, 4 gegenüber dem Schlüsselgrundkörper 5 erzeugt.

[0019] Figur 4 zeigt den Schlüsselgrundköper 5 des Schlüssels aus Figur 1. Figur 5 zeigt den Schlüsselgrundköper 5 aus Figur 4 in einer Schnittdarstellung entlang der Linie V - V. Hierbei ist zu erkennen, dass der Schlüsselgrundkörper 5 zur Aufnahme von nahezu beliebig gestalteten Einlegeteilen 6, 7 vorbereitet ist. Eines der Einlegeteile 6, 7 des Schlüssels ist in Figur 6 in einer Seitenansicht dargestellt. Zur Fertigung des Schlüssels aus Figur 1 werden zwei gleiche Einlegeteile 6, 7 nach Figur 6 in die Nuten 8, 9 des Schlüsselgrundkörpers 5 eingesetzt. Die Einlegeteile 6, 7 können in den Nuten 8, 9 verpresst, verlötet oder verklebt sein.

[0020] Figur 7 zeigt eine weitere Ausführungsform des Einlegeteils 6, 7 in einer Seitenansicht. Hierbei ist zu erkennen, dass einander benachbarte Schließausnehmungen 3, 4 durch gerade Flanken 12 miteinander verbunden sind. Ansonsten ist das Einlegeteil 6, 7 aus Figur 7 wie das aus Figur 6 aufgebaut.


Ansprüche

1. Schlüssel für einen Schließzylinder mit einem Schaft und mit einer Reihe von Schließausnehmungen zur Betätigung von Zuhaltungen des Schließzylinders, wobei die Schließausnehmungen auf einem mit einem Schlüsselgrundkörper verbundenen Bauteil angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2) an seinen Flachseiten einander diagonal gegenüberliegend jeweils ein Einlegeteil (6, 7) aufweist und dass die Reihe der Schließausnehmungen (3, 4) auf dem Einlegeteil (6, 7) angeordnet sind.
 
2. Schlüssel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließausnehmungen (3, 4) als quer zur längsten Erstreckung der Einlegeteile (6, 7) angeordnete Nuten ausgebildet sind.
 
3. Schlüssel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2) parallel zu seiner Längsachse Nuten (8, 9) zur Aufnahme der Einlegeteile (6, 7) hat.
 
4. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einige der Schließausnehmungen (3, 4) niedriger sind als die Nut (8, 9) in dem Schaft (2).
 
5. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlüsselgrundkörper (5) einen Anschlag (11) zur Abstützung an dem Schließzylinder hat.
 
6. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (8, 9) zur Aufnahme der Einlegeteile (6, 7) zum freien Ende des Schaftes (2) hin offen sind und jeweils einen Anschlag (10) für die Einlegeteile (6, 7) aufweisen.
 
7. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegeteile (6, 7) in jedem Bereich niedriger sind als die Nuten (8, 9).
 
8. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließausnehmungen (3, 4) der Einlegeteile (6, 7) über gerade Flanken (12) miteinander verbunden sind.
 
9. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegeteile (6, 7) eine Presspassung in den Nuten (8, 9) des Schaftes (2) haben.
 
10. Schlüssel nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegeteile (6, 7) stoffschlüssig mit dem Schaft (2) verbunden sind.
 




Zeichnung