Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Ansaugsystem einer Brennkraftmaschine nach dem Oberbegriff
des unabhängigen Anspruchs 1.
[0002] Aus dem US Patent 5,014,816 ist ein Ansaugsystem einer Brennkraftmaschine bekannt,
bei dem ein Luftfiltergehäuse vorgesehen ist, welches ein Flachfilterelement aufnimmt.
Oberhalb des Filterelements befinden sich mehrere Kammern, die sich nach außen erstrecken
und als Lambda/4-Rohr aufgebaut sind. Durch diese Kammern wird eine Geräuschreduktion
in bestimmten Frequenzen erzielt. Die Kammern benötigen einen relativ großen Bauraum,
erstrecken sich in die Peripherie des Luftfiltersystems und sind sehr aufwendig bei
der Fertigung.
[0003] Es ist ferner aus dem US Patent 4,524,494 ein Geräuschreduktionssystem bekannt, auch
hier wird ein Gehäuse in Form eines Helmholtz-Resonators verwendet, welches zwischen
zwei Luftansaugstutzen angeordnet sind. Dieses Gehäuse erstreckt sich über einen größeren
Bauraum hinaus. Neben dem Gehäuse sind weitere Elemente wie zum Beispiel Lambda/4-Rohr
oder Luftführungsrohre vorgesehen. Der Nachteil dieser Einrichtung liegt in dem umfangreichen
Bauraum, der für die Verbesserung der akustischen Eigenschaften benötigt wird.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die genannten Nachteile zu vermeiden und
ein Ansaugsystem für eine Brennkraftmaschine zu schaffen, welches kostengünstig und
platzsparend aufgebaut werden kann. Diese Aufgabe wird ausgehend von dem Oberbegriff
des unabhängigen Anspruchs 1 durch dessen Kennzeichnungen/Merkmale gelöst.
Vorteile der Erfindung
[0005] Der wesentliche Vorteil der Erfindung liegt darin, dass Elemente wie Nebenschlussresonator
oder Lambda/4-Rohr, welche üblicherweise als aufwändige Zusatzteile an einem Ansaugsystem
einer Brennkraftmaschine adaptiert werden mussten, nun mehr in das Filtergehäuse integriert
werden können.
[0006] Durch eine Luftströmungsberechnung kann ein Filtergehäuse in Bereiche eingeteilt
werden, in denen eine große bzw. keine Luftbewegung stattfindet. Die Gebiete in denen
keine Luftbewegung statt findet sind Volumina, welche als Nebenschlussresonatoren
genutzt werden können. Der Vorteil besteht darin, dass diese Nebenschlussresonatoren
bei der Herstellung des Systems ohne großen Aufwand mitentstehen. Es ist hier im Minimalfall
lediglich eine zusätzliche Trennwand vorzusehen. Ferner sind diese Nebenschlussresonatoren
oder Bauteile nicht von außen sichtbar und stören deshalb nicht die äußerliche Gestaltung
eines Ansaugsystems.
[0007] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung kann der Nebenschlussresonator sowohl auf
der Rohluftseite als auch auf der Reinluftseite des Luftfiltergehäuses angeordnet
werden. In beiden Bereichen befindet sich unter Umständen ein Totraumvolumen, welches
nutzbar gemacht wird.
[0008] In einer weiteren Ausgestaltung wird ein Nebenschlussresonator von einer Außenwand
des Luftfiltergehäuses gebildet, eine benachbart angeordnete Trennwand schließt das
Volumen des Resonators gegen das weitere Gehäusevolumen ab.
[0009] In einer konstruktiven Ausgestaltung der Erfindung ist bei einer V-förmig angeordneten
Brennkraftmaschine bei welcher zwei Luftfilter vorgesehen sind, innerhalb der Luftfiltergehäuse
zwei Nebenschlussresonatoren angeordnet. In vielen Fällen wird die äußere Kontur eines
Ansaugsystems bzw. eines Luftfiltergehäuses durch die Form der Brennkraftmaschine
bestimmt, dieses führt zwangsweise zu Hohlräumen innerhalb des Luftfiltergehäuses,
die erfindungsgemäß genutzt werden können. Weiterbildungsgemäß können die Hohlräume
bzw. Wände mit zusätzlichen Stegen oder weiteren Hohlraumelementen versehen sein,
dies kann im Rahmen einer akustischen Optimierung zu einer Verbesserung des Resonatorverhaltens
führen.
[0010] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, ein Staubaustragsventil oder Wasseraustragsventil
innerhalb des Nebenschlussresonators anzuordnen. Dies hat den Vorteil, dass die Austragung
ohne Verwirbelung der auszutragenden Bestandteile erfolgen kann. In einer Weiterbildung
der Erfindung ist vorgesehen den Resonator als Plattenresonator zu gestalten.
[0011] Bei einem Plattenresonator handelt es sich um einen Hohlraum zwischen zwei Platten,
wobei die wirksame Frequenz über den Abstand der Platten zur Wand die Anzahl und den
Durchmesser der Öffnungen einstellbar ist. Eine weitere Verbesserung der Dämpfung
kann über zusätzliches Absorbermaterial erzielt werden.
[0012] Diese und weitere Merkmale von bevorzugten Weiterbildungen der Erfindung gehen außer
aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung und der Zeichnung hervor, wobei die einzelnen
Merkmale jeweils für sich allein oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei
der Ausführungsform der Erfindung und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte
sowie für sich schutzfähige Ausführungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht
wird.
Zeichnung
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Zeigt:
- Figur 1
- Die schematische Darstellung eines Luftfiltergehäuses
- Figur 2
- Eine Detailansicht des in Figur 1 gezeigten Luftfiltergehäuses
- Figur 3
- Eine Variante eines Luftführungssystems
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0014] Das in Figur 1 gezeigte Luftfiltergehäuse ist konzipiert als Abdeckung für eine V-förmig
angeordnete Brennkraftmaschine. Es besitzt eine äußere Kontur 10, die das Gesamtgehäuse
umschließt. Die Draufsicht zeigt innerhalb der Kontur 10 angeordnete Plattenfilterelemente
11; 12 unterhalb dieser Plattenfilterelemente befindet sich der jeweilige Rohlufteinlass.
Die einströmende Luft wird durch die Plattenfilterelemente hindurchgeführt, gereinigt
und strömt in die Reinluftbereiche 13; 14. Von dort wird die Luft jeweils den Zylinderbänken
der Brennkraftmaschine zugeführt. Unmittelbar benachbart zu dem jeweiligen Plattenfilterelement
11; 12 befindet sich ein Bereich 15; 16 in dem wenig oder nur eine geringe Luftströmung
stattfindet. Dieser Gehäusebereich ist bedingt durch die äußere Kontur 10, die wiederum
aus Designgründen erforderlich ist. Zur Nutzung dieses Bereichs ist jeweils eine Trennwand
17; 18 vorgesehen, diese verläuft annäherungsweise parallel zu der Innenkontur 19;
20 und ist im Bereich 21; 22 an dieser Innenkontur befestigt. Auf der gegenüberliegenden
Seite ist die Trennwand abgekröpft und bildet mit der Innenkontur 19; 20 jeweils einen
akustischen Hals 23; 24. Damit ein wirksames Nebenschlussresonatorvolumen entsteht
ist die Trennwand 17; 18 nicht nur mit der Innenkontur 19; 20 sondern auch mit wenigstens
zwei weiteren Gehäusewänden verbunden. Der akustische Hals 23; 24 stellt die Verbindung
zu dem jeweils benachbart liegenden Reinluftbereich 13; 14 dar.
[0015] Figur 2 zeigt in einer Detailansicht zwei weitere Varianten einer Trennwand 25; 26;
gleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen. Der Hohlraum 27 ist ohne die
Bildung eines akustischen Halses gestaltet der Hohlraum 28 weist die Besonderheit
auf, dass sich darin Stege 29; 30; 31; 32; 33 befinden, welche die akustischen Eigenschaften
des Nebenschlussresonators verbessern. Diese Stege können sich über die gesamte Trennwandhöhe
erstrecken.
[0016] Figur 3 zeigt ein System, welches ein Gehäuse 34 aufweist, dieses ist mit einem Deckel
35 verschließbar. Innerhalb des Gehäuses befindet sich ein Filterelement 36 das als
Plattenfilterelement aufgebaut ist und aus einem zick-zack-förmig gefalteten Filterpapier
besteht. Die umlaufende Dichtung 37 des Filterelements dichtet gleichzeitig den Deckel
35 auf dem Gehäuse 34. An dem Gehäuse 34 befindet sich ein Rohlufteintritt 38. An
dem Deckel 35 befindet sich der Reinluftaustritt 39. Die zu reinigende Luft strömt
durch den Rohlufteintritt 38 ein, durchströmt das Filterelement und wird gereinigt
über den Austritt 39 einer hier nicht dargestellten Brennkraftmaschine zugeführt.
Das Gehäuse 34 hat eine nach unten gezogene Form mit einer Topf-förmigen Ausgestaltung
40 an welcher sich im Bodenbereich 41 ein Staubaustragsventil 42 befindet. Parallel
zu dem Boden 41 ist eine Trennwand 43 angeordnet. Die Trennwand weist wenigstens eine
Öffnung 44 zu dem Rohluftraum des Gehäuses 34 auf, diese Öffnung ist derart gestaltet,
dass sowohl der mit der Rohluft eingeleitete Staub dem Staubaustragsventil zugeführt
werden kann, als auch eine akustische Eigenschaft des durch die Trennwand gebildeten
Nebenschlussresonators bewirkt wird. In einer weiteren Variante die hier lediglich
gestrichelt dargestellt wird, wird die Trennwand 45 so angeordnet, dass sie mit der
rechtsseitigen Wand des Gehäuses 34 einen Hohlraum 46 als Nebenschlussresonator bildet.
Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit nicht eine Trennwand anzuordnen, sondern
ein Lambda/4-Rohr 50, in dem Bereich des Filtergehäuses vorzusehen, welcher nicht
von der Luft durchströmt wird.
[0017] Ein Lambda/4Rohr 50 sollte zweckmäßigerweise in der Nähe des Reinluftaustritts seine
Öffnungen besitzen. An dieser Stelle besitzt dieses akustische Mittel die beste Wirksamkeit.
1. Ansaugsystem einer Brennkraftmaschine, bestehend aus einem Rohlufteinlass, einem in
einem Gehäuse angeordneten Filterelement, welches den Rohluftbereich des Gehäuses
und den Reinluftbereich trennt und einem Reinluftauslass aus dem Gehäuse, welcher
mit der Brennkraftmaschine verbunden ist, wobei wenigstens ein Nebenschlussresonator
und/oder ein Lambda/4-Rohr vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Nebenschlussresonator und/oder das Lambda/4-Rohr die Bereiche des Luftfiltergehäuses
ausfüllen, in welchen keine oder nur eine geringe Luftbewegung stattfindet.
2. Ansaugsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Nebenschlussresonator und/oder Lambda/4-Rohr auf der Rohluftseite und/oder auf der
Reinluftseite des Luftfiltergehäuses angeordnet sind.
3. Ansaugsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nebenschlussresonator von einer Außenwand des Luftfiltergehäuses gebildet wird,
wobei wenigstens eine Trennwand sich in das Luftfiltergehäuse erstreckt.
4. Ansaugsystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Brennkraftmaschine eine V-förmig angeordnete Brennkraftmaschine ist und zwei
Luftfiltergehäuse aufweist, wobei diese symmetrisch auf der Brennkraftmaschine angeordnet
sind und zwei Nebenschlussresonatoren innerhalb des Luftfiltergehäuses vorgesehen
sind.
5. Ansaugsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennwand mit weiteren schallreduzierenden Elementen wie Stegen oder zusätzlichen
Hohlräumen versehen ist.
6. Ansaugsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich innerhalb des Nebenschlussresonators ein Staubaustragventil und / oder Wasseraustragventil
befindet und dieses an der Außenwand des Luftfiltergehäuses angeordnet ist.
7. Ansaugsystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Nebenschlussresonator als Plattenresonator ausgebildet ist.