[0001] Moderne Verbrennungssysteme arbeiten meist mit Gebläsen. Insbesondere werden im Heizungssektor
Brennwertgeräte mit Gebläsen betrieben, da die Abgase derart weit abgekühlt werden,
dass der thermische Auftrieb unzureichend ist. Bei gängigen Bauformen von Brennwertgeräten
wird die benötigte Verbrennungsluft über einen Ansaugstutzen angesaugt und mit dem
Brenngas, welches über eine Gasarmatur bereitgestellt wird, vermischt und einem Brenner
zugeführt. Das Abgas wird anschließend an einen Wärmeaustauscher abgekühlt und über
den Abgasweg aus dem Gerät gefördert.
[0002] In Abhängigkeit des Wärmbedarfs sind unterschiedliche Brenngasmengen erforderlich.
Da die Brenngasmenge zumeist von der Gasarmatur an die Luftmenge angepasst wird, erfolgt
eine Steuerung der Heizgeräteleistung meist über eine Vorgabe der Gebläsedrehzahl.
Somit erfordert ein hoher Wärmebedarf hohe und ein niedriger Wärmebedarf niedrige
Gebläsedrehzahlen. Das Verbrennungssystem kann auf verschiedene Leistungen eingestellt
werden; dies wird als Leistungsmodulation bezeichnet.
[0003] Üblicherweise verwendet man dafür Gebläse mit einem elektronisch geregelten Gleichstrommotor.
Dabei wird der Strom für den Motor von einer Regeleinheit mit einem Rechtecksignal
mit einigen kHz gepulst. Das Pulsweitensignal eines jeden Pulses wird in % angegeben,
wobei das Pulsweitensignal als Quotient zwischen der Dauer der Bestromung und der
Gesamtzeit definiert ist.
[0004] Die mechanischen Lager eines solchen Motors unterliegen Verschleiß. Mit zunehmender
Betriebsstundenzahl erhöht sich die Lagerreibung. Nach Jahren kann die Reibung so
hoch ist sein, dass das Gebläse nicht mehr anläuft. Als Folge dessen fällt das Heizgerät
aus. Erhöhte Lagerreibung führt jedoch auch dazu, dass das Verhältnis von Drehzahl
zu Pulsweite sich verändert.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Überwachung eines Gebläses
zu schaffen, bei dem fortschreitender Verschleiß frühzeitig erkannt und präventive
Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden.
[0006] Dies wird gemäß Anspruch 1 dadurch gelöst, dass bei einer vorgegebenen Drehzahl mindestens
einmal ein für die Belastung des Gebläses relevantes Signal erfasst und gespeichert
wird und dieses mindestens eine Signal mit einem zu einem späteren Zeitpunkt bei gleicher
Drehzahl erfassten für die Belastung des Gebläses relevanten Signal verglichen wird
und bei signifikanter Veränderung das System erkennt, dass eine Wartung notwendig
ist.
[0007] Dem ist gemäß Anspruch 2 gleichbedeutend, dass bei einem konstanten der Belastung
des Gebläses relevanten Signals die Drehzahl erfasst wird.
[0008] In den abhängigen Ansprüchen 3 und 4 werden Möglichkeiten der Erfassung des für die
Belastung des Gebläses relevanten Signals geschützt. Die elektrische Arbeit W(t) des
Gebläses beträgt

[0009] Somit können einerseits Strom und Spannung aufgenommen werden. Bei elektronisch geregelten
Gleichstromgebläsen wird eine vorgegebene Spannung und ein vorgegebener Strom gepulst
auf das Gebläse gegeben.
[0010] Gemäß Anspruch 5 wird die Lufttemperatur mit erfasst und in der Berechnung berücksichtigt,
da Dichteunterschiede einen Einfluss auf den Strömungswiderstand des Luftstroms haben.
Ansonsten könnte bereits eine Veränderung der Lufttemperatur dazu führen, dass das
System einen Verschleiß vermutet. Andererseits kann hierauf verzichtet werden, wenn
die absolut notwendige Abweichung des Signals ausreichend groß ist.
[0011] Gemäß Anspruch 6 erfolgt die Erfassung der Gebläsedrehzahl mittels Hallsensor.
[0012] Gemäß Anspruch 7 sind mehrere Möglichkeiten der Ausgabe eines Warnhinweises im Zusammenhang
mit der Erfindung unter Schutz gestellt.
[0013] Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnungen detailliert erläutert. Hierbei zeigen:
Fig. 1 ein Heizgerät mit den notwendigen Komponenten zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens,
Fig. 2 ein Gebläse zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 3 ein Pulsweitenmodulationssignal und
Fig. 4 den Zusammenhang zwischen Pulsweitenmodulationssignal und Gebläsedrehzahl
[0014] Figur 1 zeigt ein Brennwertgerät mit einem Gebläse 2, das zwischen einem Ansaugstutzen
11 und einem Brenner 1 angeordnet ist. Das Gebläse 2 verfügt über einen Gleichstrommotor
8 mit Hallsensor 7 zur Drehzahlerfassung. Der Hallsensor 7 ist mit einer Regeleinheit
3, welche über einen Datenspeicher 31 verfügt, verbunden. In den Ansaugstutzen 11
ragt eine Brenngasleitung 12. In der Brenngasleitung 12 befindet sich eine Gasarmatur
4, welche über ein Stellglied 5 mit der Regeleinheit 3 verbunden ist. An der Regeleinheit
3 ist ein Display 6 angeschlossen. Um den Brenner 1 herum, neben dem eine Zündelektrode
13 positioniert ist, herum ist ein Wärmeaustauscher 10, welcher mit einem Heizkreislauf
verbindbar ist, angeordnet. Ferner verfügt das Heizgerät über eine Abgasleitung 9.
[0015] Figur 2 zeigt schematisch ein Gebläse 2 mit Ansaugstutzen 11, Flügelrad 14 und Gleichstrommotor
8, welcher über eine Gebläsemotorlager 5 gelagert ist und dessen Drehzahl mittels
eines Hallsensors 7 erfasst wird.
[0016] Beim Betrieb des Heizgerätes gibt die Regeleinheit 3 dem Gebläse 2 eine bestimmte
Drehzahl und der Gasarmatur 4 über das Stellglied 5 einen vorgegebenen Öffnungsquerschnitt
vor. Brenngas und Luft vermischen sich im Ansaugstutzen 11, strömen durch das Gebläse
2 in den Brenner 1 und werden an der Oberfläche des Brenners 1 verbrannt. Zu Beginn
wird das Brenngas-Luft-Gemisch von einer Zündelektrode 13 gezündet. Die heißen Abgase
durchströmen den Wärmeaustauscher 10 und werden anschließend über die Abgasleitung
9 in die Umgebung geleitet.
[0017] Die Regeleinheit 3 gibt dem Gebläse 2 eine bestimmte Drehzahl vor. Demzufolge wird
der Motor 8 mit einem bestimmtem Pulsweitensignal beaufschlagt. Ist die sich so einstellende
Drehzahl geringer der Solldrehzahl, so wird das Pulsweitensignal erhöht, bis die Drehzahl
der Solldrehzahl entspricht. Ist die Drehzahl größer der Solldrehzahl, so wird das
Pulsweitensignal reduziert, bis die Drehzahl der Solldrehzahl entspricht.
[0018] Fig. 3 zeigt ein Pulsweitensignal von 50% im oberen Fall und 75 % im unteren Fall.
Bei 50 % Pulsweitensignal entspricht die Pulsweite der halben Periodendauer. Es stellen
sich in Abhängigkeit der Pulsweite unterschiedliche Gebläsedrehzahlen ein. Den Zusammenhang
zwischen Pulsweite in % und der Gebläsedrehzahl zeigt beispielhaft die Fig. 4. Je
größer das Pulsweitensignal ist, desto höher ist die Drehzahl. Linie a zeigt das Verhältnis
beim neuen Zustand, Linie b nach einem bestimmten Verschleiß. Man erkennt, dass bei
Verschleiß bei konstanter Pulsweite eine geringere Drehzahl erreicht wird, bzw. man
für die gleiche Drehzahl ein höheres Pulsweitensignal benötigt.
[0019] Das Drehzahl-Istsignal wird mit Hilfe des Hallsensors 7 erfasst und an die Regeleinheit
3 weitergeleitet. Die Steilheit der Kurve ist u.a. abhängig vom Gesamtwiderstand des
Heizgerätes sowie der Exemplarstreuung und Zustand insbesondere der mechanischen Lager
5 des Gebläsemotors 8. Ein höheres Pulsweitensignal ist gleichbedeutend mit einer
höheren elektrischen Leistungsaufnahme des Gebläsemotors 8. Aufgrund des individuellen
Widerstandes des Heizgerätes inklusive der individuellen Abgasleitung muss die Messung
des ursprünglichen Zustandes vor Ort im Haus und nicht im Werk bei der Endkontrolle
geschehen.
[0020] Die mechanischen Lager 5 eines solchen Motors 8 unterliegen Verschleiß. Mit zunehmender
Betriebsstundenzahl erhöht sich die Lagerreibung bis nach Jahren schließlich die Reibung
so hoch sein kann, dass das Gebläse nicht mehr anläuft. Das Heizgerät fällt in einem
derartigen Fall aus. Erhöhte Lagerreibung führt jedoch auch dazu, dass sich die Kennlinie
Drehzahl über Pulsweite immer weiter verschiebt, d.h. für eine vorgegebene Drehzahl
steigt das Pulsweitensignal immer weiter an. Dies führt dazu, dass die elektrische
Leistungsaufnahme des Gebläsemotors 8 steigt. Dieser Umstand macht sich das hier beschriebene
Verfahren zu Nutze.
[0021] Im Neuzustand des Gerätes bzw. des Gebläses 8 wird bei den ersten z.B. 100 Brennerzyklen
der Pulsweitenwert ermittelt, der erforderlich ist, einen bestimmten Betriebszustand
anzufahren. Dies könnte z.B. nach Abschalten des Brenners eine Spülphase mit Luft
bei einer definierten Drehzahl sein. Aus den Pulsweitensignalen wird dann ein Mittelwert
gebildet und in einem Speicher 31 der Regeleinheit 3 abgelegt. Bei den dann folgenden
Brennerzyklen wird wiederum in der Spülphase das Pulsweitensignal gemessen, der für
den Betriebszustand erforderlich ist, und mit dem abgelegten Mittelwert verglichen.
Steigt mit zunehmendem mechanischem Verschleiß der Gebläsemotorlager 5 das für den
gewünschten Betriebspunkt erforderliche Pulsweitensignal und damit die elektrische
Leistungsaufnahme des Gebläsemotors 8, so liegt ein Indiz für Verschleiß vor.
[0022] Überschreitet nun das erforderliche Pulsweitensignal einmal oder auch mehrmals eine
vorgegebene Abweichung vom abgelegten Mittelwert, so wird von der Regeleinheit 3 ein
Wartungssignal generiert, welches dann z.B. als Textmeldung auf dem Display 6 der
Regeleinheit 3 oder aber auch auf externen Anzeigemedien angezeigt wird. Die zulässige
Abweichung vom Pulsweitensignal-Mittelwert ist dabei so gewählt, dass das Wartungssignal
generiert wird, bevor der Gebläseverschleiß so hoch ist, dass das Gebläse 2 nicht
mehr anläuft.
[0023] Als Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der Gerätebetreiber vor Ausfall
des Gebläses und somit seines Heizgerätes auf eine notwendige Reparatur hingewiesen.
Der Fachhandwerker weiß schon wenn er von dem Gerät über Datenfernübertragung informiert
wird, welches Ersatzteil er mitnehmen muss, bevor er die Anlage besucht und vermeidet
somit Doppelfahrten. Da das Heizgerät in diesem Fall noch in Betrieb ist, kann der
Reparaturtermin besser geplant werden, als wenn das Gerät schon ausgefallen wäre,
was besonders an Wochenenden oder Feiertagen unangenehm ist.
1. Verfahren zum Überwachen eines Gebläses (2) mit Drehzahlerfassung vorzugsweise eines
Heizgerätes, dadurch gekennzeichnet, dass bei vorgegebener Drehzahl mindestens einmal ein für die Belastung des Gebläses (2)
relevantes Signal erfasst und gespeichert wird, zu einem späteren Zeitpunkt bei identischer
Drehzahl wieder das für die Belastung des Gebläses (2) relevante Signal erfasst wird,
die Signalwerte verglichen werden ein und bei einer Abweichung der Signalwerte, welche
auf einen signifikanten Anstieg der Belastung schließen lassen, ein Signal zur Einleitung
einer Wartung ausgegeben wird.
2. Verfahren zum Überwachen eines Gebläses (2) mit Drehzahlerfassung vorzugsweise eines
Heizgerätes, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem vorgegebenen der Belastung des Gebläses (2) relevantes Signal mindestens
einmal die Drehzahl des Gebläses (2) erfasst und gespeichert wird, zu einem späteren
Zeitpunkt bei identischem der Belastung des Gebläses (2) relevantes Signal wieder
die Drehzahl des Gebläses (2) erfasst wird, die Drehzahlen verglichen werden und bei
einer signifikanten Reduzierung der Drehzahl ein Signal zur Einleitung einer Wartung
ausgegeben wird.
3. Verfahren zum Überwachen eines Gebläses (2) mit Drehzahlerfassung gemäß Anspruch 1
oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das für die Belastung des Gebläses (2) relevantes Signal eine Pulsweitenerfassung
enthält.
4. Verfahren zum Überwachen eines Gebläses (2) mit Drehzahlerfassung gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das für die Belastung relevantes Signal eine Strom- und / oder Spannungserfassung
enthält.
5. Verfahren zum Überwachen eines Gebläses (2) mit Drehzahlerfassung gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich die Lufttemperatur erfasst und beim Vergleich berücksichtigt wird.
6. Verfahren zum Überwachen eines Gebläses (2) mit Drehzahlerfassung gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl mittels Hallsensor (7) erfasst wird.
7. Verfahren zum Überwachen eines Gebläses (2) mit Drehzahlerfassung gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Signal zur Einleitung einer Wartung in Form einer Anzeige am Gerät, eines Warntons
und / oder über eine Datenverbindung vorzugsweise zu einem Fachinstallateur ausgegeben
wird.