[0001] Die Erfindung betrifft eine Steh-, Wand- oder Hängeleuchte zur Erzeugung eines gerichteten,
insbesondere nach oben gerichteten Lichtstroms, mit einer leistungsstarken Lichtquelle
und einem die Lichtquelle seitlich umschließenden Hüllreflektor, der einen der Lichtquelle
zugewandten Innenreflektor zur Lenkung des von der Lichtquelle erzeugten Lichts aufweist.
[0002] Solche Leuchten sind z.B. als Deckenfluter bekannt, die als leistungsstarke Lichtquellen
Halogen-Metalldampflampen einsetzen. Diese werden wegen ihrer hohen Lichtströme von
6.000 - 14.000 Lumen durch den Hüllreflektor vom direkten Einblick durch einen Betrachter
abgeschirmt. Als Hüllreflektor wird ein Reflektor verstanden, der die Halogen-Metalldampflampe
vor dem direkten Einblicken abschirmt und zugleich das von der Lampe emittierte Licht
gerichtet durch mindestens eine Öffnung abstrahlt. Im Falle eines Deckenfluters soll
z.B. das von der Lichtquelle emittierte Licht möglichst breitstrahlend an die Raumdecke
gelenkt werden, um hohe Leuchtdichten zu vermeiden. üblicherweise befindet sich das
aus Reflektor und Lichtquelle bestehende optische System innerhalb eines lichtundurchlässigen
Leuchtengehäuses aus Metall oder Kunststoff. Teilweise ist auch bekannt, ein lichtdurchlässiges
satiniertes Glas um den Hüllreflektor herum anzuordnen.
[0003] Zum Erzielen ästhetischen Eindrucks ist es wünschenswert, ein solches lichtdurchlässiges
Leuchtengehäuse blendfrei und homogen von innen heraus zu beleuchten.
[0004] Dieses wird bei einer Leuchte der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch
erzielt, dass ein den Hüllreflektor umschließender, erster lichtdurchlässiger Körper
vorgesehen ist, dass der Hüllreflektor an seinem unteren Ende eine Reflektoröffnung
aufweist und dass unterhalb der Reflektoröffnung ein zweiter Reflektor angeordnet
ist, der das Licht in einem zwischen dem ersten lichtdurchlässigen Körper und dem
Hüllreflektor gebildeten Lichtkanal lenkt. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung
wird das durch eine Lampe, insbesondere eine Halogen-Metalldampflampe emittierte Licht,
die eine punktförmige Lichtquelle darstellt, durch die Reflektoröffnung am unteren
Ende des Hüllreflektors auf den unterhalb der Reflektoröffnung angeordneten zweiten
Reflektor reflektiert und von diesem in den zwischen der Außenseite des Hüllreflektors
und dem ersten lichtdurchlässigen Körper gebildeten Raum (Lichtkanal) gelenkt, wodurch
eine gleichmäßige und homogene Ausleuchtung des ersten lichtdurchlässigen Körpers
erzielbar ist. Vorzugsweise wird der Hüllreflektor in horizontaler Ansicht von dem
ersten lichtdurchlässigen Körper vollständig abgedeckt.
[0005] Zur Erzielung einer besonders homogenen Ausleuchtung des Glaskörpers kann die Außenseite
des Hüllreflektors reflektierend ausgebildet sein. Ferner hat sich herausgestellt,
dass eine besonders gleichmäßige Ausleuchtung des ersten lichtdurchlässigen Körpers
dadurch erzielbar ist, dass der Hüllreflektor an seiner Außenseite als Kegelstumpf
ausgebildet ist.
[0006] In einer Weiterentwicklung kann vorgesehen sein, dass der Hüllreflektor anschließend
an die Reflektoröffnung Lichtlenkungsmittel aufweist, um das durch die Reflektoröffnung
strahlende Licht bedarfsgerecht zu lenken. Durch entsprechende Ausbildungen der Lichtlenkungsmittel,
z.B. durch Vorsehen von Reflektorflächen in Form von Profilabschnitten mit unterschiedlichen
Neigungswinkeln im Verhältnis zur Vertikalachse, lässt sich der durch die Reflektoröffnung
nach unten hindurchtretende Lichtstrom bedarfsgerecht auf den zweiten Reflektor oder
andere Bereiche lenken. Beispielsweisweise kann in der Leuchte eine Leuchtenöffnung
vorgesehen sein, durch welche das Licht unterhalb der Reflektoröffnung austritt.
[0007] Zu diesem Zweck kann ein erster Profilabschnitt sich in einem Winkel von 15° - 25°,
vorzugsweise 18° im Verhältnis zur Vertikalachse erstrecken, um das von der Lichtquelle
ausgestrahlte Licht auf einen diese Leuchtenöffnung außenseitig umschließenden Reflektorring
zu lenken; ein zweiter Profilabschnitt kann in einem Winkel zwischen 0° und 10°, vorzugsweise
0° im Verhältnis zur Vertikalen ausgerichtet sein, um das von der Lichtquelle emittierte
Licht durch die Leuchtenöffnung direkt nach unten zu lenken.
[0008] Durch die Ausgestaltung des inneren Durchmessers des Reflektorrings lassen sich die
Leuchtdichten so abstimmen, dass sich eine ausgewogene und über die gesamte Leuchte
homogene Leuchtdichteverteilung ergibt.
[0009] In einer Weiterentwicklung kann die Leuchte einen zweiten lichtdurchlässigen Körper
unterhalb des ersten lichtdurchlässigen Körpers aufweisen; unterhalb der Leuchtenöffnung
ist zur homogenen Ausleuchtung dieses zweiten lichtdurchlässigen Körpers ein Streureflektor
angeordnet. Dieser Streureflektor ist vorzugsweise im Querschnitt kegelstumpfförmig.
[0010] Als Streureflektor kann auch ein Strahler mit einem rotationssymmetrischen Reflektor
und mit einer reflektierenden Außenhülle fungieren. In diesem Fall ist kein getrennter
Streureflektor erforderlich.
[0011] Besonders interessant ist, diesen Strahler schwenkbar an dem Leuchtengehäuse zu befestigen,
um einen richtbaren Direktlichtanteil zu erhalten.
[0012] Einen ästhetisch besonders schönen Eindruck vermittelt der lichtdurchlässige Körper,
wenn dieser als opales Milchüberfangglas ausgebildet ist, zum Beispiel in einer blauen
oder weißen Farbe.
[0013] Die erfindungsgemäße Leuchte ist somit als rundum entblendete Steh-, Wand- oder Hängeleuchte
für die Innenraumbeleuchtung und für Bildschirmarbeitsplätze geeignet.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer bevorzugten Ausführungsform beschrieben,
wobei auf die beigefügte Zeichnung Bezug genommen wird. Die einzige Figur zeigt einen
schematischen Querschnitt einer erfindungsgemäß ausgebildete Standleuchte.
[0015] Die Leuchte besteht im Wesentlichen aus einem Leuchtengehäuse mit einer mittig angeordneten
Lampe 1 und zwei konischen Milch-überfanggläsern 10,11. Das Leuchtengehäuse ist an
einem nicht dargestellten Fuß befestigt. Die Lampe 1 zur Beleuchtung der Raumdecke
ist von einem außenseitig kegelstumpfförmigen Hüllreflektor 2 umschlossen, der eine
oberseitige Öffnung für den Lichtaustritt und innenseitig einen konkaven Innenreflektor
2a mit einer hochglänzenden Oberfläche aufweist.
[0016] Am unteren Ende weist der Hüllreflektor 2 eine Reflektoröffnung 2b auf, die einen
nach unten gerichteten Lichtstrom hindurchlässt. An die Reflektoröffnung 2b schließen
sich Profilabschnitte 2c, 2d an, welche eine Fassung 6 umschließen und die Lichtstromanteile
für die Beleuchtung der Milchüberfanggläser 10, 11 lenken. Der unter einem Winkel
von 18 Grad im Verhältnis zur Vertikalen geneigte erste Profilabschnitt 2c lenkt einen
ersten Lichtstromanteil auf einen Reflektorring 4, der eine Leuchtenöffnung 9 außenseitig
ringförmig umschließt. Der unter einem Winkel von 0 Grad im Verhältnis zur Vertikalen
geneigte zweite Profilabschnitt 2d lenkt einen zweiten Lichtstromanteil direkt durch
eine Leuchtenöffnung 9 in den unteren Bereich der Leuchte.
[0017] Der auf den satinierten Reflektorring 4 auftreffende Lichtstrom wird von diesem nach
oben abgelenkt und in einem durch das Milchüberfangglas 10 und die Außenseite 3 des
Hüllreflektors gebildeten Lichtkanal 8 mehrfach diffus reflektiert; dieses führt zu
einer nach außen sichtbaren gleichmäßigen Ausleuchtung des Milchüberfangglases 10.
[0018] Der durch die Leuchtenöffnung 9 hindurchtretende zweite Lichtstrom trifft auf einen
im unteren Leuchtenbereich angeordneten kegelstumpfförmigen Streureflektor 5 und wird
von diesem homogen auf das untere Milchüberfangglas 11 verteilt.
[0019] Das untere Ende des zweiten Profilabschnitts 2d ist so weit nach unten gezogen, dass
kein Licht direkt von der Lampe 1 kommend auf das obere Milchüberfangglas 10 fällt,
was zu hohen Leuchtdichten im Bereich des Reflektorrings 4 führen würde.
[0020] Durch Verändern des inneren Durchmessers des Reflektorrings 4 lassen sich die Leuchtdichten
der beiden Milchüberfanggläser 10, 11 so aufeinander abstimmen, dass sich eine ausgewogene
und über die gesamte Leuchte homogene Leuchtdichteverteilung ergibt.
[0021] Erfindungsgemäß wird die Ausleuchtung der Milchüberfanggläser gleichmäßig und blendfrei
mit der die Raumdecke beleuchtenden Halogen-Metalldampflampe erzielt.
[0022] Unterhalb des Streureflektors 5 ist ein Halogen-Strahler 7 drehbar befestigt, mit
dem zusätzlich ein gerichteter Direktlichtanteil erzeugt werden kann. Auf den Streureflektor
5 kann verzichtet werden, wenn der Strahler 7 außenseitig mit einer Reflektionsfläche
ausgestattet ist.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 1
- Lampe
- 2
- Hüllreflektor
- 2a.
- Innenreflektor
- 2b
- Reflektoröffnung
- 2c
- erster Profilabschnitt
- 2d
- zweiter Profilabschnitt
- 3
- Außenseite des Hüllreflektors
- 4
- Reflektorring
- 5
- Streureflektor
- 6
- Fassung
- 7
- Strahler
- 8
- Lichtkanal
- 9
- Leuchtenöffnung
- 10
- Milchüberfangglas
- 11
- Milchüberfangglas
1. Steh-, Wand- oder Hängeleuchte zur Erzeugung eines gerichteten Lichtstroms, insbesondere
ein Deckenfluter, mit einer leistungsstarken Lichtquelle und einem die Lichtquelle
(1) seitlich umschließenden Hüllreflektor (2), der einen der Lichtquelle (1) zugewandten
Innenreflektor (2a) zur Lenkung des von der Lichtquelle (1) erzeugten Lichts aufweist,
DADURCH GEKENNZEICHNET, dass ein den Hüllreflektor (2) umschließender erster lichtdurchlässiger Körper (10) vorgesehen
ist, dass der Hüllreflektor (2) an seinem unteren Ende eine Reflektoröffnung (2b)
aufweist, und dass unterhalb der Reflektoröffnung (2b) ein zweiter Reflektor (4) angeordnet
ist, der das Licht in einem zwischen dem ersten lichtdurchlässigen Körper (10) und
der Außenseite des Hüllreflektors (2) gebildeten Lichtkanal (8) lenkt.
2. Leuchte nach Anspruch 1, DADURCH GEKENNZEICHNET, dass die Außenseite des Hüllreflektors (2) reflektierend ist.
3. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, DADURCH GEKENNZEICHNET, dass der Hüllreflektor (2) am unteren Ende Lichtlenkungsmittel aufweist.
4. Leuchte nach Anspruch 3, DADURCH GEKENNZEICHNET, dass die Lichtlenkungsmittel mindestens einen an dem Hüllreflektor (2) ausgebildeten dritten
Reflektor umfassen.
5. Leuchte nach Anspruch 4, DADURCH GEKENNZEICHNET, dass der dritte Reflektor mehrere Profilabschnitte (2c,2d) umfasst.
6. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche 3 bis 5, DADURCH GEKENNZEICHNET, dass die Leuchte eine Leuchtenöffnung (9) aufweist und dass der zweite Reflektor radial
außenseitig von der Leuchtenöffnung (9) angeordnet ist.
7. Leuchte nach Anspruch 6, DADURCH GEKENNZEICHNET, dass der zweite Reflektor als die Leuchtenöffnung (9) umschließender Reflektorring (4)
ausgebildet ist.
8. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, DADURCH GEKENNZEICHNET, dass unterhalb der Leuchtenöffnung (9) ein Streureflektor (5) angeordnet ist, der das
Licht auf einen zweiten lichtdurchlässigen Körper (11) lenkt.
9. Leuchte nach Anspruch 8, DADURCH GEKENNZEICHNET, dass der Streureflektor (5) ein Strahler (7) mit einem reflektierenden Außenreflektor
ist.
10. Leuchte nach Anspruch 8 oder 9, DADURCH GEKENNZEICHNET, dass der Strahler (7) schwenkbar ist.
11. Leuchte nach einem der Ansprüche 2 bis 11, DADURCH GEKENNZEICHNET, dass der Hüllreflektor (2) außenseitig als Kegelstumpf ausgebildet ist.
12. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, DADURCH GEKENNZEICHNET, dass die lichtdurchlässigen Körper als Milchüberfangglas (10,11) ausgebildet sind.