(19)
(11) EP 1 582 806 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.10.2005  Patentblatt  2005/40

(21) Anmeldenummer: 05006172.0

(22) Anmeldetag:  22.03.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7F21V 13/10, F21V 3/04, F21V 17/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR LV MK YU

(30) Priorität: 03.04.2004 DE 102004016487

(71) Anmelder: TRILUX-LENZE GmbH + Co. KG
59759 Arnsberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Drees, Frank, Dipl.-Ing.
    58840 Plettenberg (DE)

(74) Vertreter: Bobzien, Hans Christoph 
Lippert, Stachow & Partner Patentanwälte Frankenforster Strasse 135-137
51427 Bergisch Gladbach
51427 Bergisch Gladbach (DE)

   


(54) Leuchte mit einer Leuchtenabdeckung aus Einscheibensicherheitsglas


(57) Um bei einem einer Leuchte mit einem Leuchtengehäuse 30 und einer als Leuchtenabdeckung fungierenden Glassscheibe 10, die über mindestens ein mit der Glasscheibe 10 verschraubbares Verbindungselement an dem Leuchtengehäuse 30 befestigbar ist, wobei die Glassscheibe 10 ein erste Bohrung aufweist, durch die ein Gewinde einer Schraube zum Verschrauben mit dem Verbindungselement steckbar ist, ein ungewolltes Verdrehen des Verbindungselementes beim Befestigen an der Glasscheibe 10 zu vermeiden wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass eine zweite Bohrung 14 in der Nähe der ersten Bohrung 12 ausgebildet ist, deren Rand als Anschlag für ein an dem Verbindungselement 20 ausgebildetes Anschlagelement 28 dient (Fig.3).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Leuchte mit einem Leuchtengehäuse und einer als Leuchtenabdeckung fungierenden Glassscheibe, die eine der Leuchte zugewandte Oberseite und eine von dem Leuchtengehäuse abgewandte Unterseite aufweist, und über mindestens ein mit der Glasscheibe verschraubbares Verbindungselement an dem Leuchtengehäuse befestigbar ist. Vorzugsweise besteht eine solche Glasscheibe aus einem thermisch vorgespannten Glas.

[0002] Die Glassscheibe besteht üblicherweise aus einem thermisch vorgespannten Glas, insbesondere Einscheibensicherheitsglas. Einscheibensicherheitsgläser weisen neben ihrer hohen lichttechnischen Qualität den weiteren Vorteil auf, dass diese auch bei stärkeren Temperaturänderungen nicht wie normales Glas brechen; sie sind deshalb besonders gut für deckenmontierte Leuchten geeignet.

[0003] Die Glasscheibe weist mindestens eine erste Bohrung auf, durch die in ein Gewinde eine Schraube steckbar ist, die mit dem Verbindungselement verschraubbar ist.

[0004] Das Verbindungselement ist vorzugsweise als Befestigungsfeder mit einem Hinterschnitt am oberen Ende ausgebildet, der an einer Kante des Leuchtengehäuses einhängbar ist, um die Glasscheibe an dem Leuchtengehäuse zu fixieren. Da die Hinterschnitte üblicherweise als zwei zueinander fluchtende Laschen ausgebildet sind, ist es für eine schnelle und einfache Montage erforderlich, dass die Befestigungsfeder in einer vorgegebenen Position an der Glasscheibe ausgerichtet ist. Die Befestigungsfeder weist an ihrem unteren Ende eine Lasche mit einer Gewindebohrung auf, die auf der Oberseite der Glasscheibe aufsetzbar ist; eine Schraube wird mit einem korrespondierenden Gewinde durch die erste Bohrung von der Unterseite der Glasscheibe mit dieser Lasche verschraubt. Dabei kommt es mitunter vor, dass sich die Befestigungsfeder aus der gewünschten Position verdreht, so dass ein Nachjustieren der Feder erforderlich ist. Eine andere Lösung sieht vor, die Lasche der Befestigungsfeder auf der Oberseite der Glasscheibe aufzukleben, was unschöne Klebreste hervorrufen kann. Alternativ können auch die Ränder der Glasscheibe umgreifende Fixierungslaschen vorgesehen sein, die einen ästhetisch unschönen Eindruck hervorrufen. Schließlich kann die Schraube zum Vermeiden ungewünschter Drehung besonders fest angezogen werden.

[0005] Da Gläser relativ hart und spröde sind, ist ein nachträgliche Bearbeitung wirtschaftlich in der Massenfertigung häufig nicht darstellbar. Insofern ist es nicht möglich, die in Kunststoffscheiben normalerweise angeordneten Schlitze in der Oberseite der Scheibe vorzusehen, in der eine als Verdrehsicherung fungierende Lasche an der Feder eingreift.

[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zumindest teilweise zu vermeiden und eine Leuchte vorzusehen, bei der ein ungewolltes Verdrehen des Verbindungselementes beim Befestigen an der Abdeckscheibe vermieden wird.

[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Leuchte der Eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass eine zweite Bohrung in der Nähe der ersten Bohrung ausgebildet ist, deren Rand als Anschlag für ein an dem Verbindungselement ausgebildetes Anschlagelement dient. Beim Befestigen des Verbindungselements an der Scheibe mit einer Schraube wird das Anschlagelement in die zweite Bohrung gezogen und liegt an den Rand der zweiten Bohrung an, die als Anschlag dient; das Anschlagelement verhindert somit die Rotation des Verbindungselementes beim Anziehen der Schraube. Durch entsprechende Anordnung der zweiten Bohrung und des Anschlagelementes an dem Verbindungselement ist sichergestellt, dass das Verbindungselement zur Befestigung an dem Leuchtengehäuse jederzeit richtig ausgerichtet ist.

[0008] Das Anschlagelement ist vorzugsweise als Stift oder als Lasche ausgebildet.

[0009] Es ist fertigungstechnisch besonders vorteilhaft, wenn der Rand der zweiten Bohrung den Rand der ersten Bohrung schneidet; damit wird ein "Doppelloch" gebildet. Üblicherweise weist die zweite Bohrung einen kleineren Durchmesser als die erste Bohrung auf, vorzugsweise beträgt dieses Verhältnis von zweiter zur ersten Bohrung 2:1. Als besonders vorteilhaft hat sich ein Bohrungsdurchmesser von 10 mm bei der ersten Bohrung und ein Bohrungsdurchmesser von 5 mm bei der zweiten Bohrung erwiesen. Das "Doppelloch" sieht dann wie eine Bohrung mit einem einseitig nasenartigen Vorsprung aus.

[0010] Die zweite Bohrung geht mehr oder weniger übergangslos in die erste Bohrung über, wenn der Mittelpunkt der zweiten Bohrung auf dem Rand der ersten Bohrung liegt. Dabei wird die bekannte Fertigungstechnik für die Bohrung beider Löcher eingesetzt, bei der für jedes Loch von der Ober- und der Unterseite der Scheibe jeweils ein Hohlbohrer mit gleicher Mittelachse und gleichem Durchmesser zur Bohrung der Löcher eingesetzt wird.

[0011] Bei der Fertigung wird zunächst die erste Bohrung in die Glasscheibe eingebracht und dann die zweite Bohrung. Da in beiden Fällen Bohrer eingesetzt werden, kann auch ein thermisch vorgespanntes Glas beschädigungsfrei und kosteneffizient bearbeitet werden.

[0012] Gläser, insbesondere Einscheibensicherheitsgläser erfordern üblicherweise einen Mindestdurchmesser der Bohrer, um die Bohrungen ohne Zerstörung des Glases fertigen zu können. Diese Bohrungen sind mitunter jedoch zu groß für die einzusetzenden Schrauben. Zur Reduzierung des Bohrungsdurchmessers für den Durchgang der Schraube kann deshalb bei einer vorteilhaften Weiterentwicklung ein an die Geometrien der ersten und zweiten Bohrung angepasstes Einsatzstück vorgesehen werden, das eine Bohrung zum Durchgang der Schraube aufweist. Durch die Anpassung des Einsatzstücks an die Geometrie des "Doppellochs" ist das Einsatzstück im eingesetzten Zustand gegen Verdrehung gesichert. Das Einsatzstück ist vorzugsweise aus einem Kunststoff gefertigt, zum Beispiel Polyamid oder Polycarbonat. Durch Auswechseln der Einsatzstücke mit unterschiedlichen Bohrungsdurchmessern ist ein schnelles Anpassen an unterschiedliche Schraubendurchmesser möglich, ohne die Glasscheibe nachträglich bearbeiten zu müssen.

[0013] Das Einsatzstück kann ferner mit einer oberseitigen Anschlagkante für das Anschlagelement versehen sein, das zum Unterbinden der Drehung des Verbindungselementes dient.

[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer bevorzugten Ausführungsform beschrieben, wobei auf die beigefügten Zeichnungen Bezug genommen wird. In diesen zeigen:
Figur 1
einen teilweisen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäßen Leuchte, die als Deckenstrahler ausgebildet ist, mit einer vergrößerten Darstellung des Abschnitts A;
Figur 2
eine Draufsicht einer Glasscheibe mit einem erfindungsgemäßen "Doppelloch"; und
Figur 3
ein perspektivisches Explosionsbild zur Verdeutlichung der Montage einer Befestigungsfeder an der Glasscheibe.


[0015] Wie aus Figur 1 zu entnehmen, ist eine Glasscheibe 10, die aus einem Einscheibensicherheitsglas besteht, an den Enden über Befestigungsfedern 20 an einem umlaufenden Rahmen 32 einer Deckenleuchte 30 eingehängt.

[0016] Die Befestigungsfedern 20 bestehen jeweils aus hohlzylindrischen Elementen mit zwei Haken 22 am oberen Ende. Diese Haken 22 hintergreifen einen entsprechenden Rastrand des Rahmens 32 der Deckenleuchte 30 in Einbaulage. An ihrem unteren Ende sind die aus einem Blechprofil gebogenen Befestigungsfedern 20 mit einer in Einbaulage horizontal verlaufenden und schräg zur Längsachse der Befestigungsfeder 20 erstreckenden Lasche 24 ausgebildet. In der Mitte der Lasche 24 ist ein nach oben ragender hülsenartiger Vorsprung mit einem Innengewinde ausgebildet. In dieses Innengewinde ist das Ende einer Schraube 40 eindrehbar, um die Befestigungsfedern 20 an der Glasscheibe 10 zu befestigen.

[0017] Die Glasscheibe 10 weist zur Befestigung der Befestigungsfedern 20 jeweils eine erste Bohrung 12 mit einem Bohrungsdurchmesser von 10 mm auf. Eine zweite Bohrung 14 ist so am Rand der ersten Bohrung 12 angeordnet, dass der Bohrungsmittelpunkt der zweiten Bohrung 14 geringfügig außerhalb des Randes der ersten Bohrung 12 liegt. Auf diese Weise wird das erfindungsgemäße "Doppelloch" bestehend aus der ersten Bohrung 12 und der zweiten Bohrung 14 gebildet. Die zweite Bohrung 14 dient als Anschlagkante für eine an der Befestigungsfeder 20 vorgesehene Anschlaglasche 28, die aus der Ebene der Lasche 24 nach unten umgebogen ist. Die Breite der Anschlaglasche entspricht etwa dem Durchmesser der zweiten Bohrung 14; im vorliegenden Fall 5 mm.

[0018] In das "Doppelloch" ist ein erfindungsgemäßes Einsatzstück 50 eingesetzt, das als einteiliges Kunststoffspritzgussteil ausgebildet ist. Das Einsatzstück besteht am unteren Ende aus einem kreiszylindrischen Abschnitt 52, mit einem einseitig von diesem abragenden halbkreisförmigen Vorsprung 54. Der kreiszylindrische Abschnitt 52 und der Vorsprung 54 sind so ausgebildet, dass diese spielfrei in das "Doppelloch" einsetzbar sind, wobei der Vorsprung 54 eine ungewollte Drehung des Einsatzstückes 50 in dem "Doppelloch" verhindert. Am oberseitigen Ende ist das Einsatzstück 50 mit einer radial über die Ränder des kreiszylindrischen Abschnittes 52 hinausragenden Flansch 56 ausgebildet, der in Einbaulage auf der Oberseite der Glasscheibe 10 aufliegt.

[0019] An dem Ende des Vorsprunges 54 ist der Flansch 56 mit einer geraden Anlagekante 58 ausgebildet. Gegen diese gerade Anlagekante 58 liegt in Einbaulage die Anschlaglasche 28 der Befestigungsfeder 20 an, um diese beim Eindrehen der Schraube 40 gegen ungewolltes Verdrehen zu sichern. Für den Durchgang der Schraube 40 ist in der Mitte des Einsatzstücks 50 ein an den Schraubendurchmesser angepasstes Durchgangsloch 59 vorgesehen. In Einbaulage verdeckt der Kopf der Schraube 40 das "Doppelloch" und das Einsatzstück 50.

[0020] Bei einer alternativen, nicht dargestellten Ausführungsform kann die erfindungsgemäße Verdrehsicherung auch ohne das Einsatzstück realisiert werden. In diesem Falle sitzt die Lasche 24 der Befestigungsfeder 20 unmittelbar auf der Oberseite der Glasscheibe 10 auf, so dass die Anschlaglasche 28 unmittelbar in der zweiten Bohrung 14 des "Doppelloches" der Glasscheibe 10 sitzt. Der Kopf der Schraube 40 verdeckt in Einbaulage die Lasche 24 für einen Betrachter ab.

[0021] Bei der abgebildeten Ausführungsform ist jeweils eine Befestigungsfeder 20 an den stirnseitigen Enden der Glasscheibe montiert. Es ist selbstverständlich möglich, mehrere Befestigungsfedern 20 an der Scheibe vorzusehen.

Bezugszeichenliste



[0022] 
10
Glasscheibe
12
erste Bohrung
14
zweite Bohrung
20
Befestigungsfeder
22
Haken
24
Lasche
28
Anschlaglasche
30
Deckenleuchte
32
Rahmen
40
Schraube
50
Einsatzstück
52
kreiszylindrischer Abschnitt
54
Vorsprung
56
Flansch
58
Anlagekante
59
Durchgangsloch



Ansprüche

1. Leuchte mit einem Leuchtengehäuse (30) und einer als Leuchtenabdeckung fungierenden Glasscheibe (10), die eine dem Leuchtengehäuse (30) zugewandte Oberseite und eine von dem Leuchtengehäuse abgewandten Unterseite aufweist, und über ein mit der Glasscheibe (10) verschraubbares Verbindungselement (20) an dem Leuchtengehäuse (30) befestigbar ist, wobei die Glassscheibe (10) ein erste Bohrung aufweist, durch die ein Gewinde einer Schraube zum Verschrauben mit dem Verbindungselement steckbar ist, dadurch gekennzeichnet , dass eine zweite Bohrung (14) in der Nähe der ersten Bohrung (12) ausgebildet ist, deren Rand als Anschlag für ein an dem Verbindungselement (20) ausgebildetes Anschlagelement (28) dient.
 
2. Leuchte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rand der zweiten Bohrung (14) den Rand der ersten Bohrung (12) schneidet.
 
3. Leuchte nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Mittelpunkt der zweiten Bohrung (14) etwa auf dem Rand der ersten Bohrung (12) liegt.
 
4. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Bohrung (12) etwa doppelt so groß ist wie die zweite Bohrung (14) .
 
5. Leuchte nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein an die Geometrien der ersten und der zweiten Bohrung angepasstes Einsatzstück (50) vorgesehen ist, das einen Durchgang für die Schraube (40) aufweist.
 
6. Leuchte nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Einsatzstück (50) eine Anschlagkante (58) für das Anschlagelement (28) aufweist.
 
7. Als Leuchtenabdeckung fungierende Glasscheibe (10) aus einem thermisch vorgespannten Glas, die über eine diese durchdringende Schraube (40) mit einem Verbindungselement (20) zur Befestigung an einem Leuchtengehäuse (30) verschraubbar ist, wobei die Glassscheibe (10) eine erste Bohrung (12) für den Durchgang der Schraube (40) aufweist, dadurch gekennzeichnet , dass eine zweite Bohrung (14) in der Nähe der ersten Bohrung (12) ausgebildet ist, deren Rand als Anschlag für ein an dem Verbindungselement (20) ausgebildetes Anschlagelement (28) dient.
 
8. Glasscheibe (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Mittelpunkt der zweiten Bohrung (14) etwa auf dem Rand der ersten Bohrung (12) liegt.
 
9. Glasscheibe (10) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet , dass der Durchmesser des ersten Lochs (12) etwa doppelt so groß ist wie der Durchmesser des zweiten Lochs (14).
 




Zeichnung