[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie ein Verfahren zur zyklischen Dampfkompression
gemäß Anspruch 11.
[0002] Die zyklische Dampfkompression ist die Basis für die meisten bekannten Wärmepumpen
, die ihrerseits einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen darstellen.
Eine Wärmepumpe wandelt Wärme niedriger Temperatur (auch im Winter bei weit unter
0°C) in Wärme hoher Temperatur um. Dies geschieht in der Regel durch einen geschlossenen
Kreisprozess durch ständiges Ändern des Aggregatzustandes eines Arbeitsfluids: Verdampfen
unter Wärmeaufnahme, Komprimieren, Wärmeabgabe, Verflüssigen, Expandieren). Dabei
entzieht die Wärmepumpe der Umgebung des Hauses im Erdreich, Wasser oder Luft gespeicherte
Sonnenwärme und gibt diese in Form von Wärme an den Heiz- und Warmwasserkreislauf
ab.
[0003] Bei bekannten Wärmepumpensystemen werden einerseits Solewärmepumpen und andererseits
Systeme mit Direktverdampfung eingesetzt. Bei einer Solewärmepumpe wird Wärme vom
Erdreich auf einen ersten Kreislauf mit einer Sole als Arbeitsflüssigkeit übertragen.
Die Sole besteht in der Regel aus einem Gemisch aus Frostschutz, wie z.B. Glykol und
Wasser, und wird mittels eines Wärmekollektors durch das Erdreich geleitet, wo sie
Wärme aufnimmt. Dieser Primärkreislauf gibt einen Teil der aufgenommenen Wärme an
einen Sekundärkreislauf ab, dessen Arbeitsfluid den eigentlichen zyklischen Kompressionsprozess
durchläuft und dabei durch den Wärmeübertrag vom Primärkreislauf zunächst verdampft
wird, anschließend komprimiert, verflüssigt expandiert und wiederum verdampft wird.
Der Aufbau einer Solewärmepumpe beinhaltet verschiedene Nachteile. Zum einen entsteht
durch den zweimaligen Wärmeübertrag ein geringerer Wirkungsgrad als bei nur einem
Kreislauf und zum anderen wird durch die erforderliche Umwälzpumpe zum Umwälzen der
Sole in Verbindung mit dem zähen Frostschutzgemisch zusätzliche Energie verbraucht.
Letztlich wird durch den Zwischenkreislauf der Temperaturhub des Kältekreises von
der Energiequellenseite (Erdreich) zur Energienutzerseite (Heizungssystem) erhöht.
In der Folge steigt der Energiebedarf bzw. Stromverbrauch zusätzlich an.
[0004] Alternative, bekannte Wärmepumpensysteme beinhalten die Direktverdampfung des Arbeitsfluids
im Erdreich. Die Wärme des Erdreichs wird dabei direkt über einen Direktverdampfer
an das Arbeitsfluid übertragen. Das Arbeitsfluid strömt dabei durch den im Wärmepumpenprozess
vorhandenen Druckunterschied zwischen Hochdruck- und Niederdruckseite durch den Direktverdampfer,
ohne zusätzlichen Energieverbrauch durch eine Umwälzpumpe zu generieren. So beschreibt
die DE 101 01 200 A1 ein Betonteil für Wärmepumpenanlagen, innerhalb dessen eine Verrohrung
untergebracht ist, die als Direktverdampfer ausgebildet ist. Herkömmliche Direktverdampfungsvorrichtungen
verwenden Arbeitsfluide, die vollständig bei unterkritischen Drücken arbeiten und
damit die Kondensation der Fluids während der Kühlung zur Energieabgabe an der Energienutzerseite
ermöglichen. Es werden dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Substanzen oder Mischungen
von Substanzen als Arbeitsfluide verwendet. Die Wahl des Arbeitsfluids ist unter anderem
von der Kondensationstemperatur beeinflusst, wahrend die kritische Temperatur des
Arbeitsfluids die Obergrenze für die auftretende Kondensation setzt. Um einen vernünftigen
Wirkungsgrad zu erhalten, ist es normalerweise wünschenswert, ein Arbeitsfluid mit
einer kritischen Temperatur von mindestens 20 bis 30 K oberhalb der Kondensationstemperatur
zu verwenden. Temperaturen nahe der kritischen Temperatur werden normalerweise bei
der Auslegung und beim Betrieb von herkömmlichen Systemen vermieden.
[0005] Während solche Direktverdampfungssysteme aus energetischen Gründen etliche Vorteile
aufweisen, haben sie bis jetzt jedoch den großen Nachteil, dass gängige Arbeitsfluide
Treibhausgase sind, die die Erwärmung des Erdklimas beschleunigen bzw. die Ozonschicht
der Erde abbauen. Selbst neuere Arbeitsfluide, die aus Umweltschutzgründen halogenfrei
sind, haben immer noch ein erhebliches Treibhauspotential. Natürliche Kältemittel
wie beispielsweise CO
2 scheinen eine Alternative zu sein, jedoch hat die kritische Temperatur von beispielsweise
CO
2 mit 32 °C in der Vergangenheit deren Einsatzmöglichkeiten stark eingeschränkt.
[0006] Durch die Erfindung des Lorenz-Prozesses ergeben sich aber nun die Möglichkeiten,
transkritische Dampfkompressionszyklen zu realisieren, die auch bei Temperaturen über
der kritischen Temperatur des Arbeitsfluids einen guten Wirkungsgrad liefern. Beispiele
für solche transkritischen Dampfkompressionsvorrichtungen oder -verfahren finden sich
in EP 0 604 417 B1, EP 0 672 233 B1, EP 0 424 474 B2 sowie in EP 0 617 782 B1. Im
Unterschied zu den bisherigen, subkritischen Kompressionskreisen ist bei diesen transkritischen
Bedingungen das Arbeitsfluid auf der Hochdruckseite des Kreislaufs in einem überkritischen
Zustand, was bedeutet, dass unabhängig vom Druck das Arbeitsfluid nicht mehr zu einer
Flüssigkeit komprimiert bzw. kondensiert wird, sondern immer im gasförmigen Zustand
vorliegt.
[0007] Es ist Aufgabe er vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur
zyklischen Dampfkompression mit einem überkritischen Druck auf der Hochdruckseite
zur Verwendung als Wärmepumpe mit Direktverdampfung zu schaffen.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression
gemäß Anspruch 1 sowie einem Verfahren zur zyklischen Wärmeaufnahme eines Arbeitsfluids
gemäß Anspruch 11.
[0009] Dabei ist vorteilhaft, dass durch die transkritische Auslegung (auf der Hochdruckseite
wird das System bei überkritischem Druck betrieben, auf der Niederdruckseite bei unterkritischem
Druck) das System auch bei Temperaturen über der kritischen Temperatur des Arbeitsfluids
betrieben werden kann. Damit wird das Spektrum der verwendbaren Arbeitsfluide erweitert
und können insbesondere Arbeitsfluide mit günstigeren Umwelteigenschaften zum Einsatz
kommen. Weiterhin ist vorteilhaft, dass bei der vorliegenden Erfindung die zyklische
Dampfkompression mit überkritischem Druck beim Einsatz als Wärmepumpe mit der energetisch
günstigen Ausführungsform der Direktverdampfung kombiniert wird, wodurch sich ein
deutlich besserer Wirkungsgrad als beim Einsatz in Kombination mit einer Solewärmepumpe
ergibt, da die Erdwärme so ohne einen Zwischenkreislauf genutzt werden kann. Die Erfindung
kann sowohl in Wärmepumpen als auch in der Kälte- und Klimatechnik eingesetzt werden.
[0010] Die Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression besteht erfindungsgemäß aus einem
Direktverdampfer, einem Niederdrucksammler, einem Verdichter, einem Gaskühler, einem
Drosselventil und optional einem internen Wärmetauscher. Der Direktverdampfer steht
mit dem Erdreich als Wärmequelle in thermischen Kontakt, die im folgenden als Primärwärmequelle
bezeichnet wird, um klarzustellen, dass dem Erdreich die Wärmeenergie direkt entzogen
werden soll und nicht etwa über einen Primärkreislauf beispielsweise in Form eines
Solekreislaufs, der dem Kreislauf zur zyklischen Dampfkompression vorgeschaltet ist.
Der Direktverdampfer besteht dabei aus einer oder mehreren Verdampferleitungen, die
im Erdreich verlegt sind und mit diesem in thermischem Kontakt stehen. Der Direktverdampfer
wird im überfluteten Betrieb gefahren, was bedeutet, dass das Arbeitsfluid unter Aufnahme
von Wärmeenergie nur teilweise verdampft und an einen Niederdrucksammler weitergeleitet
wird. In diesem Niederdrucksammler werden in der Regel die Flüssigkeitsreste abgeschieden,
d.h. das Arbeitsfluid wird ihm nicht im überhitzten Zustand zugeführt, sondern beinhaltet
immer noch einen Flüssigkeitsanteil. Er dient dabei neben seiner Funktion als Flüssigkeitsabscheider
auch als Kältemittelspeicher. Anschließend wird der Dampf des Arbeitsfluids vom Verdichter
entweder direkt oder beim Einsatz eines internen Wärmetauschers im überhitzten Zustand
angesaugt. In der Folge wird das Arbeitsfluid auf ein überkritisches Niveau verdichtet
und durch den Gaskühler abgekühlt, wobei das Arbeitsfluid Wärmeenergie abgibt. In
der Folge wird das Arbeitsfluid mittels der Drossel auf subkritisches Verdampfungsniveau
gebracht und durch den Direktverdampfer wiederum verdampft, wodurch das Arbeitsfluid
Wärmeenergie vom Erdreich aufnimmt.
[0011] Weitere bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0012] Bei bevorzugten Ausgestaltungen der Erfindung kommt als Arbeitsfluid Kohlendioxid
(CO
2) zum Einsatz, da dieses Medium gegenüber den herkömmlichen Arbeitsfluiden vergleichsweise
gute Umwelteigenschaften besitzt. In weiteren bevorzugten Ausgestaltungen der Erfindung
ist der Niederdrucksammler direkt an den Direktverdampfer angekoppelt. In einer weiteren
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird dabei der Direktverdampfer im überfluteten
Bereich betrieben, was bedeutet, dass er das Arbeitsfluid nicht nur gasförmig, sondern
gleichzeitig auch in flüssigem Zustand beinhaltet. Der Niederdrucksammler dient sowohl
als Flüssigkeitsabscheider wie auch als Kältemittelspeicher, um einen prozessoptimierten
Betrieb bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen gewährleisten zu können. Damit
ist im Sommerbetrieb, bei Nutzung des Erdreichs als Primärwärmequelle, wenn dieses
in einem Meter Tiefe eine Temperatur von ca. +15 °C hat, ein hoher Kältemittel-Massenstrom
möglich. Der Niederdrucksammler ist dann fast leer. Im Winter hingegen stellt sich
eine Erdreichtemperatur von ca. 0 °C ein (Vereisungszustand). Dadurch verringert sich
der Massenstrom und Kältemittel wird im Niederdrucksammler gespeichert. Die direkte
Ankopplung des Niederdrucksammlers an den Direktverdampfer bringt ferner den Vorteil,
dass die gesamte Verdampferstrecke genutzt wird.
[0013] Eine weitere Verbesserung des Wirkungsgrades kann erzielt werden, indem ein interner
Wärmetauscher eingesetzt wird, der das Arbeitsfluid im Hochdruckbereich des Kreislaufs
abkühlt (und damit näher an den Bereich der Temperatur des Erdreichs bringt), indem
im Gegenstrom das verdampfte Arbeitsfluid, welches vom Direktverdampfer aus dem Erdreich
kommt und dem Verdichter zugeführt wird, erwärmt wird.
[0014] Im folgenden wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen beispielhaft näher
erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression gemäß
der Erfindung;
- Fig. 2
- eine Ausführungsform der Erfindung wie in Fig. 1 gezeigt, jedoch zusätzlich mit einem
internen Wärmetauscher ausgestattet;
- Fig. 3
- eine Ausführungsform der Erfindung, wobei der Direktverdampfer als Erdreichsonde ausgebildet
ist;
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform der Erfindung, wobei der Direktverdampfer in Form mehrerer
Verdampferleitungen horizontal im Erdreich vergraben ist.
[0015] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression mit
überkritischem Druck auf der Hochdruckseite, die die wesentlichen Elemente der Erfindung
in einem Strömungskreislauf miteinander verbindet. Eines dieser Elemente ist ein Direktverdampfer
1, der bei einem solchen System mit Direktverdampfung im Erdreich eingebettet ist
und aus zumindest einer, in der Regel aber mehreren Verdampferleitungen besteht. Die
Verdampferleitungen bestehen vorzugsweise aus Metallrohren, die zum Schutz mit einer
Kunststoffummantelung umgeben sind. In dem Direktverdampfer 1 wird das Arbeitsfluid
- beispielsweise CO
2 - verdampft, wodurch es Wärme aus der Umgebung, also beispielsweise dem umgebenden
Erdreich, aufnimmt.. Das größtenteils verdampfte Arbeitsfluid wird anschließend einem
Niederdrucksammler 2 zugeführt. Dabei ist das Arbeitsfluid aber nicht in einem überhitzten
Zustand, was bedeutet, dass immer noch Flüssigkeitsreste vorhanden sein können. Solche
Flüssigkeitsreste werden im Niederdrucksammler 2 abgeschieden, der somit gleichzeitig
eine Funktion als Speicher für das Arbeitsfluid wahrnehmen kann. Der Direktverdampfer
1 wird damit in überflutetem Zustand betrieben. Der Niederdrucksammler 2 ist dabei
in der Regel zwar direkt an den Direktverdampfer angeschlossen, befindet sich aber
vorzugsweise bereits oberhalb der Erdoberfläche.
[0016] Im nächsten Prozessschritt wird das gasförmige Arbeitsfluid einem Verdichter 3 zugeführt,
der das gasförmige Arbeitsfluid auf überkritischen Druck komprimiert. Das bedeutet,
das Arbeitsfluid ist nach dem Verdichter 3 auf einer Temperatur, die oberhalb der
kritischen Temperatur des Arbeitsfluids liegt und somit kann das Arbeitsfluid bei
dieser Kompression nicht mehr in den flüssigen Zustand überführt werden. Anschließend
durchläuft das Arbeitsfluid einen Gaskühler 4, in welchem es abgekühlt wird und Wärmeenergie
abgibt, die dem Heizungssystem eines Gebäudes (hier nicht dargestellt) zugeführt werden
kann. Somit wird bei dem erfindungsgemäßen Wärmepumpensystem Wärmeenergie mittels
eines einzigen Kreislaufs von einem Wärmereservoir wie beispielsweise dem Erdreich
dem Heizungssystem zugeführt, wobei ein Zwischenkreislauf zwischen dem Erdreich und
dem zyklischen, transkritischen Dampfkompressionssystem entfällt. Damit entfällt auch
der Energieaufwand zum Umwälzen eines Zwischenkreislauf mit beispielsweise einer Sole
aus Frostschutzmittel. Die Umwälzung des erfindungsgemäßen Kreislaufs erfolgt hierbei
allein durch die Druckdifferenz zwischen Hochdruck- und Niederdruckseite.
[0017] Nach dem Gaskühler 4 befindet sich das Arbeitsfluid immer noch in gasförmigem Zustand,
da der Arbeitspunkt im überkritischen Bereich liegt. Das Arbeitsfluid wird in der
Folge durch eine Drossel 5 geleitet, die dann das Arbeitsfluid entspannt und abkühlt
und somit in den unterkritischen Zustand bringt. Das bedeutet, dass nach der Drossel
5 zumindest teilweise ein flüssiges Arbeitsfluid vorliegt, welches anschließend wieder
in den Direktverdampfer 1 eingebracht wird, um dort dem Erdreich durch Verdampfen
wiederum Wärme zu entziehen.
[0018] In Fig. 2 ist eine alternative Ausführung der Erfindung schematisch gezeigt. Während
die Komponenten gemäß Fig. 1 auch im Kreislauf gemäß Fig. 2 beinhaltet sind, enthält
der dargestellte Kreislauf zusätzlich einen internen Wärmetauscher 6, der das Arbeitsfluid
erwärmt, bevor es in den Verdichter 3 eintritt. Das Arbeitsfluid wird dabei in einen
überhitzten Zustand gebracht, was bedeutet, dass es keine flüssigen Bestandteile mehr
enthält. Die Wärmeenergie, die hierzu benötigt wird, erhält das Arbeitsfluid im Wärmeaustausch
mit dem entgegenströmenden Arbeitsfluid des Hochdruckkreislaufs zwischen dem Gaskühler
4 und der Drossel 5. Neben dem Vorteil, dass so am Verdichter 3 nur gasförmiges Arbeitsfluid
ankommt, ergibt sich eine Verbesserung der Energiebilanz, da das Arbeitsfluid, welches
vom Direktverdampfer 1 kommt, zusätzlich erwärmt wird und auf der anderen Seite das
Arbeitsfluid, welches der Drossel 5 und anschließend dem Erdreich zugeführt wird,
nochmals Wärmeenergie abgeben kann, die sonst für den Kreisprozess verloren geht.
[0019] In den Fign. 3 und 4 sind jeweils Ausführungsformen der Erfindung dargestellt, mit
denen unterschiedliche Ausgestaltungen des Direktverdampfers 1 erläutert werden sollen.
In der Fig. 3 ist der Direktverdampfer 1 als sogenannte Erdsonde ausgeführt. Dies
bedeutet, dass zur Einbringung des Direktverdampfers mit seinen in der Regel mehreren
Verdampferleitungen zunächst eine Bohrung in die Erdoberfläche eingebracht wird und
dann anschließend der Direktverdampfer in diese Bohrung eingebaut wird. Damit soll
ausgenutzt werden, dass sich die Erdtemperatur mit zunehmender Tiefe erhöht und somit
ein besseres Wärmereservoir für eine Wärmepumpe darstellt. Um von der Temperaturerhöhung
mit zunehmender Tiefe wesentlich zu profitieren, wird hierzu typischerweise auf Tiefen
von ca. 30 bis zu 150 m oder mehr gebohrt. Neben dem erwähnten Effekt, dass somit
die Wärme der tieferen Erdschichten genutzt werden kann, ist hierbei auch vorteilhaft,
dass nur auf einen vergleichsweise kleinen Querschnitt der Erdoberfläche zurückgegriffen
werden muss, wodurch eine solche Erdsonde auf einem Grundstück vergleichsweise platzsparend
angebracht werden kann.
[0020] Eine Alternative zu einer solchen Erdsonde ist in Fig. 4 dargestellt, wo ein Direktverdampfer
mit drei Verdampferleitungen schematisch gezeigt ist und als sogenannter Erdreichhorizontal-Verdampfer
typischerweise horizontal zwischen 0,8 und 1,6 Meter unter der Erdoberfläche vergraben
wird. Natürlich kann die Anzahl der Verdampferleitungen auch hier variiert werden,
wobei typischerweise bis zu 20 Verdampferleitungen eingesetzt werden können. Gegenüber
einer Erdsonde wie in Fig. 3 dargestellt entfällt hier die Notwendigkeit einer Tiefenbohrung,
andererseits ist ein größerer Bereich an Erdoberfläche notwendig, um dieses Direktverdampfersystem
einzubringen.
1. Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression, welche mit einem überkritischen Druck
auf der Hochdruckseite arbeitet und einen Direktverdampfer (1), einen Niederdrucksammler
(2), einen Verdichter (3), einen Gaskühler (4) und eine Drossel (5) aufweist, die
in Reihe zu einem Strömungskreislauf miteinander verbunden sind und von einem Arbeitsfluid
durchströmt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Wärmepumpe ist und der Direktverdampfer in das Erdreich als
Primärwärmequelle eingebettet ist und aus einer oder mehreren Verdampferleitungen
besteht, die im Erdreich verlegt sind und mit diesem in thermischem Kontakt stehen.
2. Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Arbeitsfluid CO2 ist.
3. Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Niederdrucksammler (2) direkt an den Direktverdampfer (1) angekoppelt ist.
4. Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Direktverdampfer (1) für den Betrieb im überfluteten Bereich ausgelegt ist.
5. Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kreislauf ferner einen internen Wärmetauscher (6) aufweist, der einen Wärmeaustausch
zwischen der Verbindung vom Niederdrucksammler (2) mit dem Verdichter (3) und der
Verbindung zwischen dem Gaskühler (4) und der Drossel (5) ermöglicht.
6. Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Direktverdampfer (1) als Erdreichsonde ausgebildet und im wesentlichen vertikal
in einem Bohrloch im Erdreich untergebracht ist.
7. Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdampferleitungen bis zu einer Tiefe von 30 bis 150m verlegt sind.
8. Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression gemäß einem der vorhergehenden Ansprüch
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdampferleitungen im wesentlichen horizontal im Erdreich untergebracht sind.
9. Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verdampferleitungen aus Metallrohren mit Kunststoffummantelung besteht.
10. Vorrichtung zur zyklischen Dampfkompression gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Gaskühler (4) ohne einen oder mit nur einem zusätzlichen Zwischenkreislauf direkt
zur Warmwasseraufbereitung eines Gebäude verwendet wird.
11. Verfahren zur zyklischen Dampfkompression für die Wärmeaufnahme eines Arbeitsfluids
aus dem Erdreich als Primärwärmequelle mittels eines Direktverdampfers (1), der aus
einer oder mehreren Verdampferleitungen besteht, die im Erdreich verlegt sind und
mit diesem in thermischen Kontakt stehen, und zur Wärmeabgabe mittels eines Gaskühlers
(4), welches die folgenden Schritte beinhaltet:
a) Zumindest teilweises Verdampfen des Arbeitsfluids im Direktverdampfer (1) wobei
das Arbeitsfluid Wärmeenergie aus der Primärwärmequelle aufnimmt;
b) Sammeln von flüssigem und gasförmigem Arbeitsfluid in einem Niederdrucksammler
(2);
c) Verdichten des Arbeitsfluids mittels eines Verdichters (3) auf überkritischen Druck;
d) Abkühlen des überkritischen, gasförmigen Arbeitsfluids in einem Gaskühler (4) wobei
das Arbeitsfluid Wärmeenergie abgibt; und
e) Ausdehnen des überkritischen, gasförmigen Arbeitsfluids in unterkritischen Zustand
mittels einer Drossel (5).
12. Verfahren gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Arbeitsfluid, welches vom Niederdrucksammler (2) zum Verdichter (3) geführt wird,
mittels eines internen Wärmetauschers (6) mit dem Arbeitsfluid, welches vom Gaskühler
(4) zur Drossel (5) geführt wird, in Wärmeaustausch gebracht wird.
13. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Schritt a) aus dem Direktverdampfer (1) sowohl gasförmiges als auch flüssiges
Arbeitsfluid austritt und dem Niederdrucksammler (2) zugeführt wird, womit der Direktverdampfer
im überfluteten Bereich betrieben wird.
14. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass als Arbeitsfluid CO2 zur Anwendung kommt.