[0001] Die Erfindung betrifft eine Richtmaschine zum Richten von metallischen Bändern nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 (siehe z.B.
US 5 255 548 A).
[0002] Eine Richtmaschine der vorliegenden Art umfasst demnach eine Anzahl von Richtwalzen,
einen Antrieb für die Richtwalzen und ein zwischen dem Antrieb und den Richtwalzen
angeordnetes Hauptgetriebe. Die Richtwalzen sind in einer Wechselkassette angeordnet
und über Gelenkwellen sowie lösbare Kupplungen mit dem Hauptgetriebe verbunden.
[0003] WO 2005/080016A offenbart eine Richtmaschine, die als Stand der Technik gemäß Art 54(3) EPÖ gilt.
[0004] Beim Richten von metallischen Bändern gibt es Abhängigkeiten zwischen der Dicke und
der Festigkeit der Bänder einerseits und der benötigten Anzahl sowie dem Durchmesser
der Richtwalzen andererseits. So benötigt man normalerweise einen Walzendurchmesser
von 150 mm, um 15 mm dickes Bandmaterial zu richten, während man normalerweise einen
Walzendurchmesser von ca. 50 mm wählt, um 0,8 mm dicke Bänder zu richten. Hierbei
gibt es gewisse Bereiche von Banddicken, die mit einer gegebenen Anzahl und einem
gegebenen Durchmesser von Richtwalzen gerichtet werden kann.
[0005] Je hochfester das Bandmaterial ist, desto kleiner werden allerdings diese Bereiche.
Bei einer Materialfestigkeit von 400 N/mm
2 und einem Durchmesser der Richtwalzen von 60 mm liegt beispielsweise der Bereich
der richtbaren Banddicke zwischen etwa 1,5 mm und 5 mm.
[0006] Erwünscht ist oft die Richtbarkeit von einem Spektrum an Banddicken zwischen 0,8
mm und 15 mm, was dann allerdings nicht mehr mit einem einzigen festgelegten Durchmesser
der Richtwalzen bearbeitet werden kann.
[0007] In der
US-A-5255548 ist hierzu eine Richtmaschine mit einer Anzahl von angetriebenen Richtwalzen vorgeschlagen
worden, die über Gelenkwellen lösbar mit einem Hauptgetriebe verbunden sind. Die Richtwalzen
sind mitsamt ihrer Lagerung über einen Rollentisch aus der Richtmaschine entnehmbar,
so dass sie gegen einen neuen Satz Richtwalzen ausgetauscht werden können.
[0008] Daneben ist es bekannt geworden, zum Richten von metallischen Bändern mit stark unterschiedlichen
Banddicken Richtmaschinen mit Wechselkassetten einzusetzen, wobei die Richtwalzen
in einer Wechselkassette angeordnet sind und über Gelenkwellen sowie lösbare Kupplungen
mit dem Hauptgetriebe verbunden werden. Durch Abkoppeln der Gelenkwellen vom Hauptgetriebe
oder von den Richtwalzen kann die Wechselkassette ganz einfach aus der Richtmaschine
herausgenommen und eine andere Wechselkassette mit Richtwalzen anderen Durchmessers
eingeschoben werden, um die Verarbeitung von Metallbändern anderer Banddicken zu ermöglichen.
[0009] Die Anzahl der Kupplungen bzw. Abgänge des Hauptgetriebes bemisst sich naturgemäß
nach der Anzahl der Richtwalzen mit dem größten in der vorliegenden Richtmaschine
noch möglichen Durchmesser. Insofern ist es nicht möglich, eine höhere Anzahl von
Richtwalzen mit geringerem Durchmesser zu betreiben, obwohl der Platz dafür da wäre.
Stattdessen werden dann insbesondere die äußeren Gelenkwellen, die die äußeren (kleinen)
Richtwalzen mit den äußeren Abgängen des Hauptgetriebes verbinden, stark abgewinkelt,
da der Abstand der einzelnen Richtwalzen untereinander nur sehr gering sein darf und
daher die Abmessungen einer Wechselkassette mit Richtwalzen kleinen Durchmessers gegenüber
den Abmessungen des Hauptgetriebes unvorteilhaft viel kleiner ist.
[0010] Aus diesem Grunde ist es nicht möglich, allzu sehr unterschiedliche Richtwalzendurchmesser
innerhalb einer Richtmaschine zu realisieren. Stattdessen werden oft mehrere Richtmaschinen
hintereinander vorgehalten, um ein möglichst großes Spektrum an Banddicken abdecken
zu können.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Richtmaschine der
eingangs genannten Art hinsichtlich ihrer Einsetzbarkeit für ein möglichst großes
Spektrum an Banddicken bzw. Richtwalzendurchmessern zu verbessern.
[0012] Gelöst ist diese Aufgabe durch eine Richtmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Richtmaschine
ergeben sich aus den Patentansprüchen 2 und 3.
[0013] Die Erfindung zeichnet sich zunächst dadurch aus, dass zwischen dem Hauptgetriebe
und den Richtwalzen ein zusätzliches Verteilergetriebe mit je einem Abgang für jede
Richtwalze angeordnet ist. Das Verteilergetriebe wird also zwischen das Hauptgetriebe
und die Richtwalzen geschaltet und ermöglicht zum einen, eine höhere Anzahl von Richtwalzen
kleineren Durchmessers in der Richtmaschine anzuordnen, als Abgänge am Hauptgetriebe
vorhanden sind. Zum anderen ist das Verteilergetriebe zweckmäßigerweise bei den Abgängen
den Dimensionen der verwendeten Richtwalzen angepasst, während die Verbindung zwischen
dem Hauptgetriebe und dem Verteilergetriebe gegebenenfalls mit einer einzigen Welle
oder einem einzigen Kupplungsstück erfolgen kann, so dass auch bei sehr kleinen Richtwalzendurchmessern
und einem Hauptgetriebe, das an große Richtwalzendurchmesser angepasst ist, keine
nachteiligen Abwinkelungen der Gelenkwellen erfolgen müssen.
[0014] Das erfindungsgemäße Verteilergetriebe vergrößert also den Bereich von Richtwalzendurchmessern
und der damit korrespondierenden Richtwalzenanzahl, so dass letztendlich der Bereich
von Blechdicken, die mit einer einzigen Richtmaschine gerichtet werden können, vorteilhaft
vergrößert wird. Hierbei ist es selbstverständlich möglich, mehrere verschiedene Verteilergetriebe
oder auch kaskadenartig zwei oder mehr Verteilergetriebe hintereinander einzusetzen,
um den Bereich der bearbeitbaren Banddicken noch weiter zu erhöhen.
[0015] Das Verteilergetriebe ist der Wechselkassette mit den Richtwalzen zugeordnet und
in diese Wechselkassette integriert, so dass diejenigen Wechselkassetten mit Richtwalzen,
die einen kleinen Durchmesser besitzen, gleich mit dem passenden Verteilergetriebe
in die Richtmaschine eingesetzt werden können.
[0016] Um das Verteilergetriebe nicht allzu stabil dimensionieren zu müssen und für eine
gleichmäßigere Verteilung des Kraftflusses ist es vorteilhaft, wenn das Verteilergetriebe
nicht nur über eine Kupplung mit dem Hauptgetriebe verbunden wird, sondern über zwei,
drei oder noch mehr Kupplungen.
[0017] Auf der Abtriebsseite ist es vorteilhaft, wenn die Richtwalzen über Gelenkwellen
mit den Abgängen des Verteilergetriebes verbunden sind, und an der Antriebesseite
wenn zwischen Verteilergetriebe und Hauptgetriebe keine Gelenkwelle mehr zum Einsatz
kommt, sondern feste Kupplungsstücke.
[0018] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Richtmaschine wird im folgenden an
Hand der Zeichnungen (Figuren 3 und 4) näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Draufsicht auf eine Richtmaschine mit Wechselkassette, enthaltend Richtwalzen
mit großem Durchmesser, jedoch kein erfindungsgemäßes Verteilergetriebe;
- Figur 2
- eine Seitenansicht der Richtmaschine aus Figur 1;
- Figur 3
- eine Draufsicht auf die Richtmaschine aus Figur 1 mit einer anderen Wechselkassette,
enthaltend Richtwalzen mit kleinem Durchmesser und ein erfindungsgemäßes Verteilergetriebe;
- Figur 4
- eine Seitenansicht der Richtmaschine aus Figur 3.
[0019] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine Richtmaschine, wobei insgesamt 13
Richtwalzen 1, von denen in der Draufsicht nur die oberen sieben zu sehen sind, in
der vorliegenden Darstellung angedeutet sind. Jede der Richtwalzen 1 ist über jeweils
eine Gelenkwelle 2 und ein Kupplungsstück 3 mit je einem Abgang 4 eines Hauptgetriebes
5 verbunden. Angetrieben wird die Richtmaschine durch einen Antrieb 6. Die Richtwalzen
1 und die Gelenkwellen 2 sitzen auf einer Wechselkassette 7, die durch axiales Wegbewegen
und hierdurch erfolgendes Lösen der Kupplungsstücke 3 aus der Richtmaschine entnommen
und gegen eine andere Wechselkassette 7' mit Richtwalzen 1' kleineren Durchmessers
ausgetauscht werden kann.
[0020] Die in Figur 1 und Figur 2 dargestellte Wechselkassette 7 enthält Richtwalzen 1 mit
einem Durchmesser von 150 mm. An diesen Richtwalzendurchmesser, der der größte in
die vorliegende Richtmaschine einzubauende Durchmesser ist, ist das Hauptgetriebe
5 mit seinen Abgängen 4 angepasst. Demgemäß sind insgesamt 13 Abgänge 4 vorhanden
und untereinander so beabstandet, dass die Gelenkwellen 2 mit vorteilhaft kleinen
Winkeln abgewinkelt verlaufen.
[0021] In den Figuren 3 und 4 ist die selbe Richtmaschine mit einer anderen Wechselkassette
7' dargestellt. Der Antrieb 6 und das Hauptgetriebe 5 mit seinen 13 Abgängen 4 ist
identisch geblieben; nur die Wechselkassette 7 ist durch eine Wechselkassette 7' mit
Richtwalzen 1' kleineren Durchmessers ersetzt worden. Auf der Wechselkassette 7' sind
insgesamt 21 Richtwalzen 1 ' angeordnet, welche über Gelenkwellen 2' an einem erfindungsgemäßen
Verteilergetriebe 8 bzw. an dessen 21 Abgängen 9 angekoppelt sind.
[0022] Das Verteilergetriebe 8 ist, wie Figur 4 besonders deutlich zeigt, in die Wechselkassette
7' integriert und wird mit dieser an die Abgänge 4 des Hauptgetriebes 5 angekuppelt.
Hierfür sind, wie Figur 3 deutlich macht, drei Kupplungsstücke 3 vorgesehen, um eine
gleichmäßigere Verteilung des Kraftflusses im Verteilergetriebe 8 zu erhalten und
das Verteilergetriebe 8 dementsprechend nicht allzu massiv dimensionieren zu müssen.
[0023] Wie Figur 3 verdeutlicht, ist es mit der Erfindung möglich, die 13 Abgänge 4 des
Hauptgetriebes 5 auf hier 21 Abgänge 9 zu erhöhen, um 21 Richtwalzen 1' kleineren
Durchmessers betreiben zu können, welche darüber hinaus von Gelenkwellen 2' mit Drehmoment
beaufschlagt werden, welche unter einem optimalen Winkel betrieben werden. Es leuchtet
unmittelbar ein, dass es durch die Erfindung so gut wie keine Begrenzung mehr in der
Anzahl und im Durchmesser der auf einer Wechselkassette 7 angeordneten Richtwalzen
1 mehr gibt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zu jeder Zeit, auch nachträglich,
den Arbeitsbereich einer bereits bestehenden, herkömmlichen Richtmaschine mit Wechselkassette
7 durch Einsatz einer erfindungsgemäß mit Verteilergetriebe 8 versehenen Wechselkassette
7' zu dünneren Bändern hin zu erweitern.
Bezugszeichenliste
[0024]
- 1
- Richtwalze
- 2
- Gelenkwelle
- 3
- Kupplungsstück
- 4
- Abgänge (von 5)
- 5
- Hauptgetriebe
- 6
- Antrieb
- 7
- Wechselkassette
- 8
- Verteilergetriebe
- 9
- Abgänge (von 8)
1. Richtmaschine zum Richten von metallischen Bändern, mit einer Anzahl von Richtwalzen
(1), einem Antrieb (6) für die Richtwalzen (1) und einem zwischen dem Antrieb (6)
und den Richtwalzen (1) angeordneten Hauptgetriebe (5), wobei die Richtwalzen (1)
in einer Wechselkassette (7) angeordnet und über Gelenkwellen (2) sowie lösbare Kupplungen
(3) mit dem Hauptgetriebe (5) verbindbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Hauptgetriebe (5) und den Richtwalzen (1) ein zusätzliches Verteilergetriebe
(8) mit je einem Abgang (9) für jede Richtwalze (1) angeordnet ist, wobei das Verteilergetriebe
(8) der Wechselkassette (7) zugeordnet und der Anzahl sowie dem Durchmesser der in
der Wechselkassette (7) angeordneten Richtwalzen (1) angepasst sowie in die Wechselkassette
(7) integriert ist.
2. Richtmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verteilergetriebe (8) über zwei oder mehr Kupplungen (3) mit dem Hauptgetriebe
(5) verbindbar ist.
3. Richtmaschine nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Richtwalzen (1) über Gelenkwellen (2) mit den Abgängen (9) des Verteilergetriebes
(8) verbunden sind, während das Verteilergetriebe (8) über mindestens ein Kupplungsstück
(3) an das Hauptgetriebe (5) anschließbar ist.
1. Flattening machine for flattening metal strips, with a plurality of flattening rolls
(1), a drive (6) for the flattening rolls (1) and a main transmission (5) disposed
between the drive (6) and the flattening rolls (1), wherein the flattening rolls (1)
are disposed in an interchangeable cassette (7) and can be connected to the main transmission
(5) via cardan shafts (2) as well as releasable couplings (3), characterised in that an additional distributor transmission (8) with a respective output (9) for each
flattening roll (1) is disposed between the main transmission (5) and the flattening
rolls (1), wherein the distributor transmission (8) is assigned to the interchangeable
cassette (7), is adapted to the number and to the diameter of the flattening rolls
(1) disposed in the interchangeable cassette (7) and is integrated into the interchangeable
cassette (7).
2. Flattening machine as claimed in Claim 1, characterised in that the distributor transmission (8) con be connected to the main transmission (5) by
way of two or more couplings (3).
3. Flattening machine as claimed in any one of Claims 1 or 2, characterised in that the flattening rolls (1) are connected by way of cardan shafts (2) to the outputs
(9) of the distributor transmission (8), whilst the distributor transmission (8) can
be connected by way of at least one coupling piece (3) to the main transmission (5).
1. Machine à dresser pour dresser des feuillards métalliques, avec un certain nombre
de cylindres de dressage (1), un entraînement (6) pour les cylindres de dressage (1)
et une transmission principale (5) disposée entre l'entraînement (6) et les cylindres
de dressage (1), sachant que les cylindres de dressage (1) sont disposés dans une
cassette interchangeable (7) et peuvent être reliés à la transmission principale (5)
par l'intermédiaire d'arbres articulés (2) et d'accouplements libérables (3),
caractérisée en ce qu'une transmission supplémentaire de prise de force (8) dotée d'une sortie (9) pour
chaque cylindre de dressage (1) est disposée entre la transmission principale (5)
et les cylindres de dressage (1), sachant que la transmission de prise de force (8)
est associée à la cassette interchangeable (7), est adaptée au nombre de cylindres
de dressage (1) disposés dans la cassette interchangeable (7) et à leur diamètre,
et est intégrée dans la cassette interchangeable (7).
2. Machine à dresser selon la revendication 1, caractérisée en ce que la transmission de prise de force (8) peut être reliée à la transmission principale
(5) par l'intermédiaire de deux accouplements (3) ou davantage.
3. Machine à dresser selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les cylindres de dressage (1) sont reliés par l'intermédiaire d'arbres articulés
(2) aux sorties (9) de la transmission de prise de force (8), tandis que la transmission
de prise de force (8) peut être raccordée à la transmission principale (5) par l'intermédiaire
d'au moins un élément d'accouplement (3).