(19)
(11) EP 1 584 752 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.10.2005  Patentblatt  2005/41

(21) Anmeldenummer: 04008382.6

(22) Anmeldetag:  07.04.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E02D 31/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL HR LT LV MK

(71) Anmelder: Knauf Dämmstoffe GmbH
59329 Wadersloh (DE)

(72) Erfinder:
  • Becker, Wolfgang
    59494 Soest (DE)
  • Zimpfer, Harald
    97265 Hettstadt (DE)

(74) Vertreter: Zech, Stefan Markus et al
Patentanwälte Meissner, Bolte & Partner Bankgasse 3
90402 Nürnberg
90402 Nürnberg (DE)

   


(54) Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur


(57) Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur, wobei die Drainage-Oberflächenstruktur sowohl zur Flüssigkeitsableitung in erdberührter Montage als auch als Haftoberfläche für eine Putzschicht ausgebildet ist und mindestens eine erste Gruppe (A) von über ihren Längsverlauf zur Außenseite (11) offener Drainage-Kanäle (12) aufweist. Mindestens die Drainage-Kanäle (12) der ersten Gruppe (A) weisen senkrecht zu ihrer Längserstreckung eine Ecken vermeidende, insbesondere gerundete Querschnittsform mit Mindestradien von 1 mm auf.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur, wobei die Drainage-Oberflächenstruktur sowohl zur Flüssigkeitsableitung in erdberührter Montage als auch als Haftoberfläche für eine Putzschicht ausgebildet ist und mindestens eine erste Gruppe von über ihren Längsverlauf zur Außenseite offener Drainage-Kanälen aufweist.

[0002] Eine Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur, die auch eine Haftoberfläche für eine Putzschicht ausbilden kann, ist beispielsweise aus der DE 201 12 604 U1 bekannt.

[0003] Bei einer Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur, die sowohl zur Flüssigkeitsableitung in erdberührter Montage als auch zur Ausbildung einer Haftoberfläche für eine Putzschicht ausgebildet ist, besteht der Zielkonflikt, dass einerseits Drainage-Kanäle mit hoher Abflussspende, insbesondere mit großem Querschnitt vorgesehen sein sollten und andererseits zur Verringerung der aufzubringenden Putzmenge die Volumen von Kanälen und Vertiefungen gering sein sollten.

[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine Dämmplatte zu schaffen, bei der, sollte sie verputzt werden, ein wirtschaftlich akzeptabler Putzverbrauch einerseits gewährleistet ist und andererseits eine möglichst hohe Abflussspende erzielt wird.

[0005] Diese Aufgabe wird mit einer Dämmplatte nach den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.

[0006] Der Kerngedanke der vorliegenden Erfindung besteht dabei darin, bei den Drainage-Kanälen senkrecht zu ihrer Längserstreckung Querschnittsformen vorzusehen, die Ecken und Kanten vermeiden und insbesondere keine kleinen Radien von unter 1mm aufweisen. Es hat sich gezeigt, dass Drainagekanäle mit kleinen Radien sich im Langzeitverhalten in den starken Biegungen von z.B. 0,5 mm Radius oder weniger leichter zusetzen können. Darüber hinaus entstehen durch die Kanten mit kleinen Radien Verwirbelungen, die eine möglichst effiziente Flüssigkeitsabfuhr behindern. Diese erfindungsgemäße, kleine Radien vermeidende Querschnittsform ist mindestens bei einer ersten Gruppe von Drainage-Kanälen, die bevorzugtermaßen für einen wesentlichen Teil der Abflussspende verantwortlich sind, vorgesehen.

[0007] In einer konkreten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung können aber auch weitere Gruppen von Kanälen eine derartige Querschnittsform aufweisen bzw. alle Kanäle der Dämmplatte mit einer kleine Radien vermeidenden Querschnittsform ausgebildet sein.

[0008] In einer vorteilhaften Ausgestaltung erstreckt sich die Ecken vermeidende, insbesondere gerundete Querschnittsform mindestens über 50 %, vorzugsweise über mindestens 80 %, insbesondere über die gesamte Länge der Drainage-Kanäle. Die Abflussspende wird dann besonders hoch, wenn die nach der Erfindung als vorteilhaft erkannte Struktur sich möglichst über einen wesentlichen Teil der Länge des Drainage-Kanals erstreckt.

[0009] Nach einem bevorzugten Aspekt der vorliegenden Erfindung sind die Radien nicht nur nach unten hin begrenzt, sondern es wird gleichzeitig eine Vergleichmäßigung der Krümmung angestrebt, so dass mindestens die Drainage-Kanäle der ersten Gruppe A eine gerade Abschnitte vermeidende, insbesondere gerundete Querschnittsform aufweist, bei der der Anteil gerader, also krümmungsfreier Anteile bezogen auf den gesamten Querschnittsverlauf an der betrachteten Stelle unter 10 %, vorzugsweise unter 1 %, insbesondere bei 0 liegt. Es ist daher denkbar noch immer an der Basis und/oder an den Flanken des Drainage-Kanals kurze gerade Abschnitte vorzusehen. Derartige Abschnitte sind aber bezogen auf den gesamten Querschnittsverlauf des Kanals senkrecht zu seiner Längserstreckung kurz auszubilden, um über den gesamten Verlauf des Kanals eine möglichst gerundete Querschnittsform zu erzielen.

[0010] Besonders bevorzugt weisen die Drainage-Kanäle eine gerade Abschnitte vermeidende, insbesondere gerundete Querschnittsform mindestens über 50 %, vorzugsweise über 80 % ihrer Länge, insbesondere über ihre gesamte Länge auf.

[0011] Die Drainage-Kanäle weisen vorzugsweise eine Tiefe im Bereich 3,5 bis 6,5 mm, vorzugsweise von etwa 5 mm auf.

[0012] In einer weiteren fakultativen Ausgestaltung umfasst die Querschnittsform des Drainage-Kanals einen ebenfalls kleine Radien vermeidenden Steg, der sich zur Außenseite des Kanals hin erstreckt. Der Steg ist vorzugsweise mittig angeordnet.

[0013] In einer speziellen Ausgestaltung erstreckt sich der Steg mindestens über 50 %, vorzugsweise mindestens über 80 % des Drainage-Kanals und weist dort eine Höhe auf, die in etwa der Tiefe des Drainage-Kanals entspricht, um so eine zusätzliche Aufstandsfläche zu schaffen. Wie dem Fachmann an sich bekannt, sind Dämmplatten mit Drainage-Oberflächenstruktur in erdberührter Montage zum Erdreich hin mit einem partikelsperrenden, flüssigkeitsdurchlässigen Vlies, Gitter, o.Ä. überzogen. Um für das Vlies oder Gitter eine zusätzliche Auflage zu definieren, kann die Ausbildung eines Steges zweckmäßig sein.

[0014] In einer möglichen Ausgestaltung kann der Steg auch als Ecken vermeidender, insbesondere gerundeter Wulst ausgebildet sein, so dass eine im Wesentlichen linienförmige Auflagefläche definiert wird. Alternativ hierzu kann der Steg aber auch als Damm mit abgeflachter Oberseite ausgebildet sein und dort eine flächigere, ausgedehntere Aufstandsfläche definieren. Die Breite der Aufstandsfläche beträgt vorzugsweise zwischen 3 mm und 9 mm, vorzugsweise etwa 6 mm.

[0015] In einer weiteren speziellen Ausgestaltung sind auch an den längsverlaufenden Kanalrändern, vorzugsweise über deren gesamten Länge Abrundungen vorgesehen. Alternativ hierzu ist der Kanal ohne Abrundung gegenüber der Oberfläche der Dämmplatte, d.h. durch entsprechende Kanten mit kleinen Radien von 0,5 mm oder darunter entlang seines Längsverlaufes begrenzt.

[0016] In einer weiteren, möglichen Ausgestaltung sind die Drainage-Kanäle der ersten Gruppe A in Montageposition der Dämmplatte im Wesentlichen vertikal angeordnet, um so eine möglichst große Abflussspende zu gewährleisten.

[0017] In einer konkreten Ausgestaltung weist die Dämmplatte eine weitere Gruppe B von Kanälen auf, die mit unterschiedlicher Ausrichtung und/oder unterschiedlicher Querschnittsform und/oder unterschiedlicher Querschnittsgröße zu den Drainage-Kanälen der ersten Gruppe ausgebildet sind. So ist es beispielsweise denkbar, die Ausrichtung zwischen den Drainage-Kanälen der ersten Gruppe und den Kanälen der zweiten Gruppe so zu wählen, dass sie regelmäßig Kreuzungspunkte ausbilden. In einer ersten konkreten Ausgestaltung können die Drainage-Kanäle sich rechtwinkelig schneiden, es ist aber auch denkbar, dass sich die Drainage-Kanäle in einem geringeren, spitzen Winkel schneiden. Die Kanäle der ersten und zweiten Gruppe können dabei gleiche Querschnittsform und Querschnittsgröße aufweisen. In einer alternativen Ausgestaltung sind die Kanäle in Querschnittsform und/oder Querschnittsgröße unterschiedlich ausgestaltet.

[0018] Die Kanäle der zweiten Gruppe können ebenfalls als flüssigkeitstransportierende Drainage-Kanäle oder als nicht vorwiegend zum Flüssigkeitstransport ausgelegte Flachkanäle ausgebildet sein. Die Flachkanäle können beispielsweise zur Erhöhung der Haftfähigkeit einer Putzschicht ausgebildet sein.

[0019] Wenn sich die Drainage-Kanäle der ersten Gruppe mit den Kanälen der zweiten Gruppe kreuzen und gleichzeitig die Kanäle wenigstens einer Gruppe, insbesondere beider Gruppen in ihrem Querschnittsverlauf Stege aufweisen, so sind diese zweckmäßigerweise im Bereich der Kreuzungspunkte teilweise oder komplett abgeflacht, um einen Flüssigkeitsablauf nicht zu behindern.

[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind durch die Drainage-Kanäle der ersten Gruppe und die Kanäle einer weiteren, zweiten Gruppe plattenförmige Erhebungen mit einer rechteckförmigen Grundstruktur ausgebildet und begrenzt, wobei die rechteckförmigen Erhebungen vorzugsweise in einem Raster mit einem Längen- zu Breitenverhältnis zwischen 1,55 und 1,70, besonders bevorzugt entsprechend dem Fibonacci-Faktor von 1,618 angeordnet sind.

[0021] Die Ausbildung von plattenförmigen Erhebungen zwischen den Drainage-Kanälen gewährleistet eine belastbare Aufstandsfläche für ein partikelsperrendes Vlies bzw. Gitter. Die plattenförmigen Erhebungen weisen dementsprechend eine ausgedehnte, plane Auflagefläche auf, um den Druck des Erdreichs aufzunehmen bzw. um eine Haftoberfläche für eine Putzschicht bereitzustellen. Ein Raster im Längen- zu Breitenverhältnis zwischen 1,55 und 1,70 zweckmäßigerweise im Bereich von 1,618 hat sich als vorteilhaft erwiesen. Eine Strukturierung entsprechend dem Fibonacci-Faktor (goldenes Rechteck, goldener Schnitt) definiert für die Dämmplatte eine Oberflächenstruktur, die den Gesamtanforderungen, Druckübernahme, Putzverbrauch, Drainageeigenschaften, etc. in besonders günstiger Weise gerecht wird.

[0022] Die Grundform der Drainage-Kanäle der ersten Gruppe A und der Kanäle ggf. weiterer Gruppen B können nach einem bevorzugten Aspekt der vorliegenden Erfindung eine im Wesentlichen halbkreisförmige bzw. halbovale bzw. wellenförmige bzw. eine der PHI-Spirale folgende Querschnittsform aufweisen.

[0023] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung, der auch unabhängig beansprucht wird, ist die Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur zur Erhöhung der Abflussspende bei gleichzeitig möglichst geringem Putzverbrauch mit einer geglätteten Oberfläche versehen. Die geglättete Oberfläche kann bei dem hier bevorzugten Werkstoff, nämlich expandierbarem Partikelschaum durch geeignete an sich bekannte Glättungsverfahren hervorgerufen werden, beispielsweise durch ein mit Tefloneinlage versehenes Werkzeug und/oder durch gezielte Dampfbeaufschlagung der Oberfläche.

[0024] Es kann entweder die gesamte Außenseite der Dämmplatte mit einer geglätteten Oberfläche versehen werden; alternativ kann eine geglättete Oberfläche aber auch nur im Bereich der Drainage-Kanäle ausgebildet werden, was zur beabsichtigten Erhöhung der Abflussspende ausreichend ist; die Oberflächenstruktur außerhalb der Drainage-Kanäle kann dann ungeglättet bleiben, was hinsichtlich der Haftfähigkeit einer aufzubringenden Putzschicht u.U. vorteilhaft ist.

[0025] Die Erfindung wird nachstehend auch hinsichtlich weiterer Merkmale und Vorteile anhand der Beschreibung von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.

[0026] Hierbei zeigen:
Figur 1
eine Ausführungsform einer Dämmplatte gemäß der Erfindung in Draufsicht,
Figur 2
eine Schnittansicht durch die Dämmplatte nach Figur 1 entlang der Linie II-II,
Figur 3
eine Schnittansicht der Dämmplatte aus Figur 1 entlang der Linie III-III,
Figur 4
eine bevorzugte Querschnittsform für einen Drainage-Kanal einer Dämmplatte nach der Erfindung,
Figuren 5a - 5e
abgewandelte Querschnittsformen für einen Drainage-Kanal nach der Erfindung.


[0027] In Figur 1 sind eine Außenseite 11 einer Dämmplatte nach der Erfindung und in den Figuren 2 und 3 eine Schnittansicht durch diese Dammplatte jeweils schematisch dargestellt. Entlang einer ersten, in Montageposition vertikalen Vorzugsrichtung verlaufen parallel zueinander mehrere Drainage-Kanäle 12, wobei bei der vorliegenden Ausführungsform ein Drainage-Kanal 12 jeweils zwei durch einen Steg 14 getrennte Teilkanäle 21, 22 umfasst. Der Steg 14 kann entweder als gerundeter Wulst 23 oder als Damm 24 mit abgeflachter Aufstandsfläche 25 ausgebildet sein. Auch der Wulst 23 definiert eine Aufstandsfläche 25, die senkrecht zur Längserstreckung des Drainage-Kanals allerdings wesentlich schmaler ausgebildet ist. Die Aufstandsfläche 25 dient dazu, ein auf die Außenseite 11 der Dämmplatte aufgelegtes Gitter oder Vlies (nicht dargestellt) abzustützen.

[0028] Die Drainage-Kanäle 12 werden an ihren Seiten jeweils durch Kanalränder 16, 17 begrenzt, die Kanten mit einem Radius von 0,5 mm oder darunter ausbilden. Hinsichtlich der bevorzugten Querschnittsform für die Drainage-kanäle 12 wird auf Figur 4 verwiesen.

[0029] Senkrecht zu den Drainage-Kanälen 12 sind weitere Kanäle, die hier als Flachkanäle 13 ausgebildet sind, angeordnet. Die Flachkanäle 13 schneiden die Drainage-Kanäle 12 an Kreuzungspunkten 15. Innerhalb der Kreuzungspunkte 15 sind auch die Stege 14, sowohl in ihrer Ausbildung als Wulst 23 als auch in ihrer Ausgestaltung als Damm 24 durch die Flachkanäle 13 durchschnitten. Durch die Drainage-Kanäle 12 bzw. die Flachkanäle 13 werden rechteckförmige Erhebungen 20 begrenzt, die als großflächige Auflageflächen ein Gitter bzw. Vlies abstützen bzw. die Druckkräfte des Erdreiches auffangen.

[0030] Während die Drainage-Kanäle eine Tiefe von ca. 5 mm aufweisen, beträgt die Tiefe der Flachkanäle nur etwa 1 mm. Die Gesamtbreite der Drainage-Kanäle, d.h. die summierte Breite der Teilkanäle 21, 22 beträgt besonders bevorzugt 16,18 mm entesprechend dem Fibonacci-Faktor. Es sind aber auch andere Gesamtbreiten denkbar, wobei die Gesamtbreite beider Teilkanäle 21, 22 vorzugsweise in einem Bereich von 13 mm bis 21 mm, vorzugsweise in einem Bereich von 15,5 mm bis 17 mm, insbesondere bei etwa 16,18 mm liegen kann.

[0031] Die Drainage-Kanäle 12 mit Wulst 23 bzw. Damm 24 sind bei der vorliegenden Ausführungsform alternierend angeordnet. Die Flachkanäle 13 alternieren in Abfolge eines einzelnen schmalen Flachkanals sowie eines doppelten, breit ausgebildeten Flachkanals. Das durch die Wiederholung der Flachkanäle 13 bzw. die Wiederholung der Drainage-Kanäle 12 gebildete Raster ist in einem Längen- zu Breitenverhältnis von 16,18 mm zu 10 mm entsprechend dem Fibonacci-Faktor von 1,618 ausgelegt.

[0032] Mit der vorstehend beschriebenen Dämmplatte lässt sich im Vergleich zu der eingangs genannten Dämmplatte gemäß der DE 201 12 604 U1 sowohl eine Erhöhung der Abschlussspende von 0,3 l/s x m auf 0,7 l/s x m bei gleichzeitig sogar reduziertem Putzverbrauch von 1,3 l /m2 auf 1,1 l/ m2 erreichen. Dies belegt, dass die zugrunde gelegte Aufgabe, hohe Abflussspende bei wirtschaftlich akzeptablem Putzverbrauch, durch die entwickelte Dämmplatte in besonders eindrucksvoller Weise gelöst wurde.

[0033] Während bei der konkret beschriebenen Ausführungsform die Drainage-Kanäle immer zwei Teilkanäle 21, 22 umfassen, ist es selbstverständlich auch denkbar, alle Drainage-Kanäle oder beispielsweise nur jeden zweiten Drainage-Kanal 12 ohne Steg 14 auszubilden, so dass beispielsweise ein einfacher Drainage-Kanal 12 mir einem aus zwei Teilkanälen 21, 22 bestehenden Drainage-Kanal 12 alterniert.

[0034] In Figur 4 ist eine bevorzugte Ausführungsform des Querschnittes eines Teilkanals 21 der Drainage-Kanäle 12 veranschaulicht, wobei die Querschnittsform der ebenfalls auf dem Fibonacci-Prinzip beruhenden PHI-Spirale folgt, wobei die PHI-Spirale sich in an sich bekannter Weise durch ineinander verschachtelte goldene Rechtecke, die sich jeweils durch einen goldenen Schnitt durch ein Ausgangsrechteck ergeben definiert. Für die Zwecke der vorliegenden Anwendung reicht dabei ein erster Abschnitt 26 der Fibonacci-Kurve vom Kanalrand 17 auf den Kanalgrund 29. Ein zweiter Abschnitt 27 erstreckt sich daran anschließend vom Kanalgrund 29 sich bis zu einer senkrecht zum Kanalausgang stehenden Krümmungstangente. Ein dritter Abschnitt der Fibonacci-Kurve ist daran anschließend abweichend von der eigentlichen Fibonacci-Kurve nach außen gespiegelt ist, um auf den als Wulst 23 oder Damm 24 ausgebildeten Steg 14 überzuleiten.

[0035] In den Figuren 5a bis 5e sind abgewandelte Querschnittsformen für einen Drainage-Kanal 12 dargestellt. In Figur 5a umfasst der Drainage-Kanal 12 zwei Teilkanäle 21, 22, die durch einen Wulst 23 voneinander getrennt sind. Der Wulst 23 sowie der Kanalgrund 29 der Teilkanäle 21, 22 weist jeweils eine halbkreisförmige Krümmung auf. Auch die Kanalränder 16, 17 sind mit Abrundung 18, 19 versehen, die hier als Viertelkreisabschnitt ausgebildet sind. Zwischen den Kanalrändern 16, 17 dem jeweiligen Kanalgrund 29 und dem Scheitelpunkt des Wulstes 23 verlaufen gerade Abschnitte 30, die einen flachen, krümmungsfreien Bereich der Kanalwand 31 ausbilden.

[0036] In Figur 5b ist ein U-förmiger Drainage-Kanal veranschaulicht, wobei ähnlich wie in Figur 5a an den Kanalrändern 16, 17 Abrundungen 18, 19 vorgesehen sind. Am Kanalgrund 29 ist ein abgeflachter, gerader Abschnitt 30 ausgebildet, ebenso zwischen Kanalgrund und den Kanalrändern 16, 17.

[0037] In Figur 5c ist eine gerade Abschnitte vermeidende, gerundete Querschnittsform für einen Drainage-Kanal 12 dargestellt. Bei dieser Ausgestaltung umfasst die Kanalwand 31 keine ausgedehnten planen Abschnitte, vielmehr ist der Anteil gerader (krümmungsfreiex) Anteile bezogen auf den gesamten Querschnittsverlauf unter 10 %, vorzugsweise unter 1 %, insbesondere bei 0 %.

[0038] In Figur 5d ist eine nochmals abgewandelte Ausführungsform dargestellt, bei der die Kanalränder 16, 17 ohne Abrundungen 18, 19, d.h. mit Kanten ausgestaltet sind. Es schließen sich jeweils gerade Abschnitte 30 an. Am Kanalgrund 29 ist eine gerundete Querschnittsform vorgesehen.

[0039] In Figur 5e ist eine nochmals abgewandelte Ausführungsform für einen Drainage-Kanal, der hier aus zwei Teilkanälen 21, 22 besteht, veranschaulicht. Die Kanalränder 16, 17 sind auch hier als Kanten ausgestaltet. Ansonsten entspricht die Querschnittsform des Drainage-Kanals 12 der Querschnittsform des anhand von Figur 5a veranschaulichten Drainage-Kanals.

[0040] Die vorliegend beschriebene Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur kann nicht nur im erdberührten Bereich an Gebäuden angebracht werden, sondern kann auch zur Dämmung in anderen Bereichen eines Gebäudes, beispielsweise zur Dachdämmung, im Bereich der Bodenplatte, im Innenbereich etc. eingesetzt werden.

Bezugszeichenliste



[0041] 
11
Außenseite
12
Drainage-Kanäle
13
Kanäle, Flachkanäle
14
Steg
15
Kreuzungspunkte
16, 17
Kanalränder
18, 19
Abrundungen
20
rechteckförmige Erhebungen
21, 22
Teilkanäle
23
Wulst
24
Damm
25
Aufstandsfläche
26
erster Abschnitt
27
zweiter Abschnitt
28
dritter Abschnitt
29
Kanalgrund
30
gerade Abschnitt
31
Kanalwand



Ansprüche

1. Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur, wobei die Drainage-Oberflächenstruktur sowohl zur Flüssigkeitsableitung in erdberührter Montage als auch als Haftoberfläche für eine Putzschicht ausgebildet ist und mindestens eine erste Gruppe (A) von über ihren Längsverlauf zur Außenseite (11) offener Drainage-Kanäle (12) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens die Drainage-Kanäle (12) der ersten Gruppe (A) senkrecht zu ihrer Längserstreckung eine Ecken vermeidende, insbesondere gerundete Querschnittsform mit Mindestradien von 1 mm aufweisen.
 
2. Dämmplatte nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drainage-Kanäle (12) eine Ecken vermeidende, insbesondere gerundete Querschnittsform mindestens über 50 %, vorzugsweise über mindestens 80 % ihrer Länge, insbesondere über ihre gesamte Länge aufweisen.
 
3. Dämmplatte nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens die Drainage-Kanäle (12) der ersten Gruppe (A) eine gerade Abschnitte vermeidende, insbesondere gerundete Querschnittsform aufweist, bei der der Anteil gerader (krümmungsfreier) Anteile bezogen auf den gesamten Querschnittsverlauf unter 10 %, vorzugsweise unter 1 %, insbesondere bei 0 % liegt.
 
4. Dämmplatte nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Drainage-Kanäle (12) eine gerade Abschnitte vermeidende, insbesondere gerundete Querschnittsform mindestens über 50 %, vorzugsweise über 80 % ihrer Länge, insbesondere über ihre gesamte Länge aufweisen.
 
5. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Querschnittsform der Drainage-Kanäle (12) mindestens über 50 %, vorzugsweise mindestens über 80 % ihrer Länge einen vorzugsweise mittig angeordneten Steg (14) umfasst.
 
6. Dämmplatte nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steg (14) über mindestens 50 %, vorzugsweise über mindestens 80 % der Längserstreckung des Drainage-Kanals (12) eine Höhe aufweist, die in etwa der Tiefe des Drainage-Kanals entspricht, um so eine zusätzliche Aufstandsfläche zu schaffen.
 
7. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass auch an den längs verlaufenden Kanalrändern (16, 17), vorzugsweise über deren gesamte Länge Abrundungen (18, 19) vorgesehen sind.
 
8. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drainage-Kanäle (12) der ersten Gruppe (A) in Montageposition im Wesentlichen vertikal angeordnet sind.
 
9. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dämmplatte weiterhin mindestens eine weitere Gruppe (B) von Kanälen (13) aufweist, die mit unterschiedlicher Ausrichtung und/oder unterschiedlicher Querschnittsform und/oder unterschiedlicher Querschnittsgröße zu den Drainage-Kanälen (12) der ersten Gruppe (A) ausgebildet sind.
 
10. Dämmplatte nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine weitere Gruppe (B) von Kanälen (13) Kreuzungspunkte (15) mit den Drainage-Kanälen (12) der ersten Gruppe (A) definiert und
dass der Steg (14) der Drainage-Kanäle der ersten Gruppe (A) im Bereich der Kreuzungspunkte (15) teilweise oder komplett abgeflacht ist.
 
11. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Drainage-Kanäle (12) der ersten Gruppe (A) und die Kanäle (13) der weiteren Gruppe (B) plattenförmige Erhebungen (20) mit im Wesentlichen rechteckförmiger Grundstruktur ausgebildet und begrenzt werden, wobei die rechteckförmigen Erhebungen (20) vorzugsweise in einem Raster mit einem Längen- zu Breitenverhältnis zwischen 1,55 und 1,70, besonders bevorzugt entsprechend dem Fibonacci-Faktor von 1,618 angeordnet sind.
 
12. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drainage-Kanäle (12, 13) der ersten Gruppe (A) und ggf. die Kanäle weiterer Gruppen (B, ...) eine im Wesentlichen halbkreisförmige bzw. halbovale bzw. eine wellenförmige bzw. eine der PHI-Spirale folgende Querschnittsform aufweisen.
 
13. Dämmplatte aus expandierbarem Partikelschaum mit Drainage-Oberflächenstruktur, wobei die Drainage-Oberflächenstruktur sowohl zur Flüssigkeitsableitung in erdberührter Montage als auch als Haftoberfläche für eine Putzschicht ausgebildet ist und mindestens eine erste Gruppe (A) von über ihren Längsverlauf zur Außenseite (11) offener Drainage-Kanäle (12) aufweist, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens die Drainage-Kanäle (12) der ersten Gruppe (A) eine durch besondere Maßnahmen geglättete Oberflächenstruktur aufweist.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht