[0001] Die Erfindung betrifft eine Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur, wobei die
Drainage-Oberflächenstruktur sowohl zur Flüssigkeitsableitung in erdberührter Montage
als auch als Haftoberfläche für eine Putzschicht ausgebildet ist und mindestens eine
erste Gruppe von über ihren Längsverlauf zur Außenseite offener Drainage-Kanälen aufweist.
[0002] Eine Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur, die auch eine Haftoberfläche für
eine Putzschicht ausbilden kann, ist beispielsweise aus der DE 201 12 604 U1 bekannt.
[0003] Bei einer Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur, die sowohl zur Flüssigkeitsableitung
in erdberührter Montage als auch zur Ausbildung einer Haftoberfläche für eine Putzschicht
ausgebildet ist, besteht der Zielkonflikt, dass einerseits Drainage-Kanäle mit hoher
Abflussspende, insbesondere mit großem Querschnitt vorgesehen sein sollten und andererseits
zur Verringerung der aufzubringenden Putzmenge die Volumen von Kanälen und Vertiefungen
gering sein sollten.
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine Dämmplatte zu schaffen,
bei der, sollte sie verputzt werden, ein wirtschaftlich akzeptabler Putzverbrauch
einerseits gewährleistet ist und andererseits eine möglichst hohe Abflussspende erzielt
wird.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einer Dämmplatte nach den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0006] Der Kerngedanke der vorliegenden Erfindung besteht dabei darin, bei den Drainage-Kanälen
senkrecht zu ihrer Längserstreckung Querschnittsformen vorzusehen, die Ecken und Kanten
vermeiden und insbesondere keine kleinen Radien von unter 1mm aufweisen. Es hat sich
gezeigt, dass Drainagekanäle mit kleinen Radien sich im Langzeitverhalten in den starken
Biegungen von z.B. 0,5 mm Radius oder weniger leichter zusetzen können. Darüber hinaus
entstehen durch die Kanten mit kleinen Radien Verwirbelungen, die eine möglichst effiziente
Flüssigkeitsabfuhr behindern. Diese erfindungsgemäße, kleine Radien vermeidende Querschnittsform
ist mindestens bei einer ersten Gruppe von Drainage-Kanälen, die bevorzugtermaßen
für einen wesentlichen Teil der Abflussspende verantwortlich sind, vorgesehen.
[0007] In einer konkreten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung können aber auch weitere
Gruppen von Kanälen eine derartige Querschnittsform aufweisen bzw. alle Kanäle der
Dämmplatte mit einer kleine Radien vermeidenden Querschnittsform ausgebildet sein.
[0008] In einer vorteilhaften Ausgestaltung erstreckt sich die Ecken vermeidende, insbesondere
gerundete Querschnittsform mindestens über 50 %, vorzugsweise über mindestens 80 %,
insbesondere über die gesamte Länge der Drainage-Kanäle. Die Abflussspende wird dann
besonders hoch, wenn die nach der Erfindung als vorteilhaft erkannte Struktur sich
möglichst über einen wesentlichen Teil der Länge des Drainage-Kanals erstreckt.
[0009] Nach einem bevorzugten Aspekt der vorliegenden Erfindung sind die Radien nicht nur
nach unten hin begrenzt, sondern es wird gleichzeitig eine Vergleichmäßigung der Krümmung
angestrebt, so dass mindestens die Drainage-Kanäle der ersten Gruppe A eine gerade
Abschnitte vermeidende, insbesondere gerundete Querschnittsform aufweist, bei der
der Anteil gerader, also krümmungsfreier Anteile bezogen auf den gesamten Querschnittsverlauf
an der betrachteten Stelle unter 10 %, vorzugsweise unter 1 %, insbesondere bei 0
liegt. Es ist daher denkbar noch immer an der Basis und/oder an den Flanken des Drainage-Kanals
kurze gerade Abschnitte vorzusehen. Derartige Abschnitte sind aber bezogen auf den
gesamten Querschnittsverlauf des Kanals senkrecht zu seiner Längserstreckung kurz
auszubilden, um über den gesamten Verlauf des Kanals eine möglichst gerundete Querschnittsform
zu erzielen.
[0010] Besonders bevorzugt weisen die Drainage-Kanäle eine gerade Abschnitte vermeidende,
insbesondere gerundete Querschnittsform mindestens über 50 %, vorzugsweise über 80
% ihrer Länge, insbesondere über ihre gesamte Länge auf.
[0011] Die Drainage-Kanäle weisen vorzugsweise eine Tiefe im Bereich 3,5 bis 6,5 mm, vorzugsweise
von etwa 5 mm auf.
[0012] In einer weiteren fakultativen Ausgestaltung umfasst die Querschnittsform des Drainage-Kanals
einen ebenfalls kleine Radien vermeidenden Steg, der sich zur Außenseite des Kanals
hin erstreckt. Der Steg ist vorzugsweise mittig angeordnet.
[0013] In einer speziellen Ausgestaltung erstreckt sich der Steg mindestens über 50 %, vorzugsweise
mindestens über 80 % des Drainage-Kanals und weist dort eine Höhe auf, die in etwa
der Tiefe des Drainage-Kanals entspricht, um so eine zusätzliche Aufstandsfläche zu
schaffen. Wie dem Fachmann an sich bekannt, sind Dämmplatten mit Drainage-Oberflächenstruktur
in erdberührter Montage zum Erdreich hin mit einem partikelsperrenden, flüssigkeitsdurchlässigen
Vlies, Gitter, o.Ä. überzogen. Um für das Vlies oder Gitter eine zusätzliche Auflage
zu definieren, kann die Ausbildung eines Steges zweckmäßig sein.
[0014] In einer möglichen Ausgestaltung kann der Steg auch als Ecken vermeidender, insbesondere
gerundeter Wulst ausgebildet sein, so dass eine im Wesentlichen linienförmige Auflagefläche
definiert wird. Alternativ hierzu kann der Steg aber auch als Damm mit abgeflachter
Oberseite ausgebildet sein und dort eine flächigere, ausgedehntere Aufstandsfläche
definieren. Die Breite der Aufstandsfläche beträgt vorzugsweise zwischen 3 mm und
9 mm, vorzugsweise etwa 6 mm.
[0015] In einer weiteren speziellen Ausgestaltung sind auch an den längsverlaufenden Kanalrändern,
vorzugsweise über deren gesamten Länge Abrundungen vorgesehen. Alternativ hierzu ist
der Kanal ohne Abrundung gegenüber der Oberfläche der Dämmplatte, d.h. durch entsprechende
Kanten mit kleinen Radien von 0,5 mm oder darunter entlang seines Längsverlaufes begrenzt.
[0016] In einer weiteren, möglichen Ausgestaltung sind die Drainage-Kanäle der ersten Gruppe
A in Montageposition der Dämmplatte im Wesentlichen vertikal angeordnet, um so eine
möglichst große Abflussspende zu gewährleisten.
[0017] In einer konkreten Ausgestaltung weist die Dämmplatte eine weitere Gruppe B von Kanälen
auf, die mit unterschiedlicher Ausrichtung und/oder unterschiedlicher Querschnittsform
und/oder unterschiedlicher Querschnittsgröße zu den Drainage-Kanälen der ersten Gruppe
ausgebildet sind. So ist es beispielsweise denkbar, die Ausrichtung zwischen den Drainage-Kanälen
der ersten Gruppe und den Kanälen der zweiten Gruppe so zu wählen, dass sie regelmäßig
Kreuzungspunkte ausbilden. In einer ersten konkreten Ausgestaltung können die Drainage-Kanäle
sich rechtwinkelig schneiden, es ist aber auch denkbar, dass sich die Drainage-Kanäle
in einem geringeren, spitzen Winkel schneiden. Die Kanäle der ersten und zweiten Gruppe
können dabei gleiche Querschnittsform und Querschnittsgröße aufweisen. In einer alternativen
Ausgestaltung sind die Kanäle in Querschnittsform und/oder Querschnittsgröße unterschiedlich
ausgestaltet.
[0018] Die Kanäle der zweiten Gruppe können ebenfalls als flüssigkeitstransportierende Drainage-Kanäle
oder als nicht vorwiegend zum Flüssigkeitstransport ausgelegte Flachkanäle ausgebildet
sein. Die Flachkanäle können beispielsweise zur Erhöhung der Haftfähigkeit einer Putzschicht
ausgebildet sein.
[0019] Wenn sich die Drainage-Kanäle der ersten Gruppe mit den Kanälen der zweiten Gruppe
kreuzen und gleichzeitig die Kanäle wenigstens einer Gruppe, insbesondere beider Gruppen
in ihrem Querschnittsverlauf Stege aufweisen, so sind diese zweckmäßigerweise im Bereich
der Kreuzungspunkte teilweise oder komplett abgeflacht, um einen Flüssigkeitsablauf
nicht zu behindern.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind durch die Drainage-Kanäle
der ersten Gruppe und die Kanäle einer weiteren, zweiten Gruppe plattenförmige Erhebungen
mit einer rechteckförmigen Grundstruktur ausgebildet und begrenzt, wobei die rechteckförmigen
Erhebungen vorzugsweise in einem Raster mit einem Längen- zu Breitenverhältnis zwischen
1,55 und 1,70, besonders bevorzugt entsprechend dem Fibonacci-Faktor von 1,618 angeordnet
sind.
[0021] Die Ausbildung von plattenförmigen Erhebungen zwischen den Drainage-Kanälen gewährleistet
eine belastbare Aufstandsfläche für ein partikelsperrendes Vlies bzw. Gitter. Die
plattenförmigen Erhebungen weisen dementsprechend eine ausgedehnte, plane Auflagefläche
auf, um den Druck des Erdreichs aufzunehmen bzw. um eine Haftoberfläche für eine Putzschicht
bereitzustellen. Ein Raster im Längen- zu Breitenverhältnis zwischen 1,55 und 1,70
zweckmäßigerweise im Bereich von 1,618 hat sich als vorteilhaft erwiesen. Eine Strukturierung
entsprechend dem Fibonacci-Faktor (goldenes Rechteck, goldener Schnitt) definiert
für die Dämmplatte eine Oberflächenstruktur, die den Gesamtanforderungen, Druckübernahme,
Putzverbrauch, Drainageeigenschaften, etc. in besonders günstiger Weise gerecht wird.
[0022] Die Grundform der Drainage-Kanäle der ersten Gruppe A und der Kanäle ggf. weiterer
Gruppen B können nach einem bevorzugten Aspekt der vorliegenden Erfindung eine im
Wesentlichen halbkreisförmige bzw. halbovale bzw. wellenförmige bzw. eine der PHI-Spirale
folgende Querschnittsform aufweisen.
[0023] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung, der auch unabhängig beansprucht
wird, ist die Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur zur Erhöhung der Abflussspende
bei gleichzeitig möglichst geringem Putzverbrauch mit einer geglätteten Oberfläche
versehen. Die geglättete Oberfläche kann bei dem hier bevorzugten Werkstoff, nämlich
expandierbarem Partikelschaum durch geeignete an sich bekannte Glättungsverfahren
hervorgerufen werden, beispielsweise durch ein mit Tefloneinlage versehenes Werkzeug
und/oder durch gezielte Dampfbeaufschlagung der Oberfläche.
[0024] Es kann entweder die gesamte Außenseite der Dämmplatte mit einer geglätteten Oberfläche
versehen werden; alternativ kann eine geglättete Oberfläche aber auch nur im Bereich
der Drainage-Kanäle ausgebildet werden, was zur beabsichtigten Erhöhung der Abflussspende
ausreichend ist; die Oberflächenstruktur außerhalb der Drainage-Kanäle kann dann ungeglättet
bleiben, was hinsichtlich der Haftfähigkeit einer aufzubringenden Putzschicht u.U.
vorteilhaft ist.
[0025] Die Erfindung wird nachstehend auch hinsichtlich weiterer Merkmale und Vorteile anhand
der Beschreibung von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert.
[0026] Hierbei zeigen:
- Figur 1
- eine Ausführungsform einer Dämmplatte gemäß der Erfindung in Draufsicht,
- Figur 2
- eine Schnittansicht durch die Dämmplatte nach Figur 1 entlang der Linie II-II,
- Figur 3
- eine Schnittansicht der Dämmplatte aus Figur 1 entlang der Linie III-III,
- Figur 4
- eine bevorzugte Querschnittsform für einen Drainage-Kanal einer Dämmplatte nach der
Erfindung,
- Figuren 5a - 5e
- abgewandelte Querschnittsformen für einen Drainage-Kanal nach der Erfindung.
[0027] In Figur 1 sind eine Außenseite 11 einer Dämmplatte nach der Erfindung und in den
Figuren 2 und 3 eine Schnittansicht durch diese Dammplatte jeweils schematisch dargestellt.
Entlang einer ersten, in Montageposition vertikalen Vorzugsrichtung verlaufen parallel
zueinander mehrere Drainage-Kanäle 12, wobei bei der vorliegenden Ausführungsform
ein Drainage-Kanal 12 jeweils zwei durch einen Steg 14 getrennte Teilkanäle 21, 22
umfasst. Der Steg 14 kann entweder als gerundeter Wulst 23 oder als Damm 24 mit abgeflachter
Aufstandsfläche 25 ausgebildet sein. Auch der Wulst 23 definiert eine Aufstandsfläche
25, die senkrecht zur Längserstreckung des Drainage-Kanals allerdings wesentlich schmaler
ausgebildet ist. Die Aufstandsfläche 25 dient dazu, ein auf die Außenseite 11 der
Dämmplatte aufgelegtes Gitter oder Vlies (nicht dargestellt) abzustützen.
[0028] Die Drainage-Kanäle 12 werden an ihren Seiten jeweils durch Kanalränder 16, 17 begrenzt,
die Kanten mit einem Radius von 0,5 mm oder darunter ausbilden. Hinsichtlich der bevorzugten
Querschnittsform für die Drainage-kanäle 12 wird auf Figur 4 verwiesen.
[0029] Senkrecht zu den Drainage-Kanälen 12 sind weitere Kanäle, die hier als Flachkanäle
13 ausgebildet sind, angeordnet. Die Flachkanäle 13 schneiden die Drainage-Kanäle
12 an Kreuzungspunkten 15. Innerhalb der Kreuzungspunkte 15 sind auch die Stege 14,
sowohl in ihrer Ausbildung als Wulst 23 als auch in ihrer Ausgestaltung als Damm 24
durch die Flachkanäle 13 durchschnitten. Durch die Drainage-Kanäle 12 bzw. die Flachkanäle
13 werden rechteckförmige Erhebungen 20 begrenzt, die als großflächige Auflageflächen
ein Gitter bzw. Vlies abstützen bzw. die Druckkräfte des Erdreiches auffangen.
[0030] Während die Drainage-Kanäle eine Tiefe von ca. 5 mm aufweisen, beträgt die Tiefe
der Flachkanäle nur etwa 1 mm. Die Gesamtbreite der Drainage-Kanäle, d.h. die summierte
Breite der Teilkanäle 21, 22 beträgt besonders bevorzugt 16,18 mm entesprechend dem
Fibonacci-Faktor. Es sind aber auch andere Gesamtbreiten denkbar, wobei die Gesamtbreite
beider Teilkanäle 21, 22 vorzugsweise in einem Bereich von 13 mm bis 21 mm, vorzugsweise
in einem Bereich von 15,5 mm bis 17 mm, insbesondere bei etwa 16,18 mm liegen kann.
[0031] Die Drainage-Kanäle 12 mit Wulst 23 bzw. Damm 24 sind bei der vorliegenden Ausführungsform
alternierend angeordnet. Die Flachkanäle 13 alternieren in Abfolge eines einzelnen
schmalen Flachkanals sowie eines doppelten, breit ausgebildeten Flachkanals. Das durch
die Wiederholung der Flachkanäle 13 bzw. die Wiederholung der Drainage-Kanäle 12 gebildete
Raster ist in einem Längen- zu Breitenverhältnis von 16,18 mm zu 10 mm entsprechend
dem Fibonacci-Faktor von 1,618 ausgelegt.
[0032] Mit der vorstehend beschriebenen Dämmplatte lässt sich im Vergleich zu der eingangs
genannten Dämmplatte gemäß der DE 201 12 604 U1 sowohl eine Erhöhung der Abschlussspende
von 0,3 l/s x m auf 0,7 l/s x m bei gleichzeitig sogar reduziertem Putzverbrauch von
1,3 l /m
2 auf 1,1 l/ m
2 erreichen. Dies belegt, dass die zugrunde gelegte Aufgabe, hohe Abflussspende bei
wirtschaftlich akzeptablem Putzverbrauch, durch die entwickelte Dämmplatte in besonders
eindrucksvoller Weise gelöst wurde.
[0033] Während bei der konkret beschriebenen Ausführungsform die Drainage-Kanäle immer zwei
Teilkanäle 21, 22 umfassen, ist es selbstverständlich auch denkbar, alle Drainage-Kanäle
oder beispielsweise nur jeden zweiten Drainage-Kanal 12 ohne Steg 14 auszubilden,
so dass beispielsweise ein einfacher Drainage-Kanal 12 mir einem aus zwei Teilkanälen
21, 22 bestehenden Drainage-Kanal 12 alterniert.
[0034] In Figur 4 ist eine bevorzugte Ausführungsform des Querschnittes eines Teilkanals
21 der Drainage-Kanäle 12 veranschaulicht, wobei die Querschnittsform der ebenfalls
auf dem Fibonacci-Prinzip beruhenden PHI-Spirale folgt, wobei die PHI-Spirale sich
in an sich bekannter Weise durch ineinander verschachtelte goldene Rechtecke, die
sich jeweils durch einen goldenen Schnitt durch ein Ausgangsrechteck ergeben definiert.
Für die Zwecke der vorliegenden Anwendung reicht dabei ein erster Abschnitt 26 der
Fibonacci-Kurve vom Kanalrand 17 auf den Kanalgrund 29. Ein zweiter Abschnitt 27 erstreckt
sich daran anschließend vom Kanalgrund 29 sich bis zu einer senkrecht zum Kanalausgang
stehenden Krümmungstangente. Ein dritter Abschnitt der Fibonacci-Kurve ist daran anschließend
abweichend von der eigentlichen Fibonacci-Kurve nach außen gespiegelt ist, um auf
den als Wulst 23 oder Damm 24 ausgebildeten Steg 14 überzuleiten.
[0035] In den Figuren 5a bis 5e sind abgewandelte Querschnittsformen für einen Drainage-Kanal
12 dargestellt. In Figur 5a umfasst der Drainage-Kanal 12 zwei Teilkanäle 21, 22,
die durch einen Wulst 23 voneinander getrennt sind. Der Wulst 23 sowie der Kanalgrund
29 der Teilkanäle 21, 22 weist jeweils eine halbkreisförmige Krümmung auf. Auch die
Kanalränder 16, 17 sind mit Abrundung 18, 19 versehen, die hier als Viertelkreisabschnitt
ausgebildet sind. Zwischen den Kanalrändern 16, 17 dem jeweiligen Kanalgrund 29 und
dem Scheitelpunkt des Wulstes 23 verlaufen gerade Abschnitte 30, die einen flachen,
krümmungsfreien Bereich der Kanalwand 31 ausbilden.
[0036] In Figur 5b ist ein U-förmiger Drainage-Kanal veranschaulicht, wobei ähnlich wie
in Figur 5a an den Kanalrändern 16, 17 Abrundungen 18, 19 vorgesehen sind. Am Kanalgrund
29 ist ein abgeflachter, gerader Abschnitt 30 ausgebildet, ebenso zwischen Kanalgrund
und den Kanalrändern 16, 17.
[0037] In Figur 5c ist eine gerade Abschnitte vermeidende, gerundete Querschnittsform für
einen Drainage-Kanal 12 dargestellt. Bei dieser Ausgestaltung umfasst die Kanalwand
31 keine ausgedehnten planen Abschnitte, vielmehr ist der Anteil gerader (krümmungsfreiex)
Anteile bezogen auf den gesamten Querschnittsverlauf unter 10 %, vorzugsweise unter
1 %, insbesondere bei 0 %.
[0038] In Figur 5d ist eine nochmals abgewandelte Ausführungsform dargestellt, bei der die
Kanalränder 16, 17 ohne Abrundungen 18, 19, d.h. mit Kanten ausgestaltet sind. Es
schließen sich jeweils gerade Abschnitte 30 an. Am Kanalgrund 29 ist eine gerundete
Querschnittsform vorgesehen.
[0039] In Figur 5e ist eine nochmals abgewandelte Ausführungsform für einen Drainage-Kanal,
der hier aus zwei Teilkanälen 21, 22 besteht, veranschaulicht. Die Kanalränder 16,
17 sind auch hier als Kanten ausgestaltet. Ansonsten entspricht die Querschnittsform
des Drainage-Kanals 12 der Querschnittsform des anhand von Figur 5a veranschaulichten
Drainage-Kanals.
[0040] Die vorliegend beschriebene Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur kann nicht
nur im erdberührten Bereich an Gebäuden angebracht werden, sondern kann auch zur Dämmung
in anderen Bereichen eines Gebäudes, beispielsweise zur Dachdämmung, im Bereich der
Bodenplatte, im Innenbereich etc. eingesetzt werden.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 11
- Außenseite
- 12
- Drainage-Kanäle
- 13
- Kanäle, Flachkanäle
- 14
- Steg
- 15
- Kreuzungspunkte
- 16, 17
- Kanalränder
- 18, 19
- Abrundungen
- 20
- rechteckförmige Erhebungen
- 21, 22
- Teilkanäle
- 23
- Wulst
- 24
- Damm
- 25
- Aufstandsfläche
- 26
- erster Abschnitt
- 27
- zweiter Abschnitt
- 28
- dritter Abschnitt
- 29
- Kanalgrund
- 30
- gerade Abschnitt
- 31
- Kanalwand
1. Dämmplatte mit Drainage-Oberflächenstruktur, wobei die Drainage-Oberflächenstruktur
sowohl zur Flüssigkeitsableitung in erdberührter Montage als auch als Haftoberfläche
für eine Putzschicht ausgebildet ist und mindestens eine erste Gruppe (A) von über
ihren Längsverlauf zur Außenseite (11) offener Drainage-Kanäle (12) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens die Drainage-Kanäle (12) der ersten Gruppe (A) senkrecht zu ihrer Längserstreckung
eine Ecken vermeidende, insbesondere gerundete Querschnittsform mit Mindestradien
von 1 mm aufweisen.
2. Dämmplatte nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drainage-Kanäle (12) eine Ecken vermeidende, insbesondere gerundete Querschnittsform
mindestens über 50 %, vorzugsweise über mindestens 80 % ihrer Länge, insbesondere
über ihre gesamte Länge aufweisen.
3. Dämmplatte nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens die Drainage-Kanäle (12) der ersten Gruppe (A) eine gerade Abschnitte
vermeidende, insbesondere gerundete Querschnittsform aufweist, bei der der Anteil
gerader (krümmungsfreier) Anteile bezogen auf den gesamten Querschnittsverlauf unter
10 %, vorzugsweise unter 1 %, insbesondere bei 0 % liegt.
4. Dämmplatte nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Drainage-Kanäle (12) eine gerade Abschnitte vermeidende, insbesondere gerundete
Querschnittsform mindestens über 50 %, vorzugsweise über 80 % ihrer Länge, insbesondere
über ihre gesamte Länge aufweisen.
5. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Querschnittsform der Drainage-Kanäle (12) mindestens über 50 %, vorzugsweise
mindestens über 80 % ihrer Länge einen vorzugsweise mittig angeordneten Steg (14)
umfasst.
6. Dämmplatte nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steg (14) über mindestens 50 %, vorzugsweise über mindestens 80 % der Längserstreckung
des Drainage-Kanals (12) eine Höhe aufweist, die in etwa der Tiefe des Drainage-Kanals
entspricht, um so eine zusätzliche Aufstandsfläche zu schaffen.
7. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass auch an den längs verlaufenden Kanalrändern (16, 17), vorzugsweise über deren gesamte
Länge Abrundungen (18, 19) vorgesehen sind.
8. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drainage-Kanäle (12) der ersten Gruppe (A) in Montageposition im Wesentlichen
vertikal angeordnet sind.
9. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dämmplatte weiterhin mindestens eine weitere Gruppe (B) von Kanälen (13) aufweist,
die mit unterschiedlicher Ausrichtung und/oder unterschiedlicher Querschnittsform
und/oder unterschiedlicher Querschnittsgröße zu den Drainage-Kanälen (12) der ersten
Gruppe (A) ausgebildet sind.
10. Dämmplatte nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine weitere Gruppe (B) von Kanälen (13) Kreuzungspunkte (15) mit
den Drainage-Kanälen (12) der ersten Gruppe (A) definiert und
dass der Steg (14) der Drainage-Kanäle der ersten Gruppe (A) im Bereich der Kreuzungspunkte
(15) teilweise oder komplett abgeflacht ist.
11. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Drainage-Kanäle (12) der ersten Gruppe (A) und die Kanäle (13) der weiteren
Gruppe (B) plattenförmige Erhebungen (20) mit im Wesentlichen rechteckförmiger Grundstruktur
ausgebildet und begrenzt werden, wobei die rechteckförmigen Erhebungen (20) vorzugsweise
in einem Raster mit einem Längen- zu Breitenverhältnis zwischen 1,55 und 1,70, besonders
bevorzugt entsprechend dem Fibonacci-Faktor von 1,618 angeordnet sind.
12. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drainage-Kanäle (12, 13) der ersten Gruppe (A) und ggf. die Kanäle weiterer Gruppen
(B, ...) eine im Wesentlichen halbkreisförmige bzw. halbovale bzw. eine wellenförmige
bzw. eine der PHI-Spirale folgende Querschnittsform aufweisen.
13. Dämmplatte aus expandierbarem Partikelschaum mit Drainage-Oberflächenstruktur, wobei
die Drainage-Oberflächenstruktur sowohl zur Flüssigkeitsableitung in erdberührter
Montage als auch als Haftoberfläche für eine Putzschicht ausgebildet ist und mindestens
eine erste Gruppe (A) von über ihren Längsverlauf zur Außenseite (11) offener Drainage-Kanäle
(12) aufweist, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens die Drainage-Kanäle (12) der ersten Gruppe (A) eine durch besondere Maßnahmen
geglättete Oberflächenstruktur aufweist.