(19)
(11) EP 1 586 293 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.10.2005  Patentblatt  2005/42

(21) Anmeldenummer: 05007023.4

(22) Anmeldetag:  31.03.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7A61H 39/00, A61H 39/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR LV MK YU

(30) Priorität: 14.04.2004 DE 202004005880 U

(71) Anmelder: Schwa-Medico, Medizinische Apparate Vertriebsgesellschaft mit beschränkter Haftung
35392 Giessen (DE)

(72) Erfinder:
  • Kreutner, Bernd-Jürgen
    35630 Ehringshausen (DE)

(74) Vertreter: Knefel, Cordula 
Patentanwältin, Postfach 1924
35529 Wetzlar
35529 Wetzlar (DE)

   


(54) Akupunkturnadel


(57) Die Erfindung betrifft eine Akupunkturnadel mit einer Spitze und einem Schaft sowie einem am Schaft von der Spitze mit Abstand angeordneten Griff, wobei ein Teil des Schaftes der Akupunkturnadel und der Griff als ein aus dem akupunktierten Gewebe hervorstehender Teil ausgebildet ist, wobei die Akupunkturnadel eine wenigstens einseitig vergrößerte Wirkfläche aufweist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Akupunkturnadel, und zwar eine temporär invasive Akupunkturnadel, also eine nicht dauerhaft im Gewebe verbleibende Akupunkturnadel.

[0002] Stand der Technik (DE 101 04 929 A1) ist ein nadelartiger Körper, der als starres Implantat ausgebildet ist. Dieser Körper wird vollständig in das Gewebe eingeführt, derart, dass die Einführstelle zuwachsen kann. Der Mantel des zylinderförmigen Schaftes kann zur Stabilisierung des Sitzes des Implantates im Gewebe Rillen aufweisen.

[0003] Dieses zum Stand der Technik gehörende Implantat hat den Nachteil, dass eine Stimulation des Gewebes lediglich in einem geringen Maße erfolgt. Darüber hinaus haben Akupunkturimplantate den Nachteil, dass häufig Entzündungen auftreten, so dass die Implantate wieder entfernt werden müssen, und dass der Organismus trotzdem belastet wird.

[0004] Zum Stand der Technik (G 90 04 730 U1) gehört darüber hinaus eine Akupunkturnadel, die eine Beschichtung aus Silikon aufweist, um den Einstichwiderstand zu reduzieren.

[0005] Diese zum Stand der Technik gehörende Akupunkturnadel weist ebenfalls den Nachteil auf, dass die Stimulation des Akupunkturpunktes sehr gering ist.

[0006] Das der Erfindung zugrunde liegende technische Problem besteht darin, eine Akupunkturnadel anzugeben, mit der eine stärkere Stimulation eines Akupunkturpunktes im Gewebe möglich ist, mit der also ein Tonisieren des Gewebes möglich ist.

[0007] Dieses technische Problem wird durch eine Akupunkturnadel mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.

[0008] Dadurch, dass die erfindungsgemäße Akupunkturnadel eine wenigstens einseitig vergrößerte Wirkfläche aufweist, ist es möglich, eine bessere Reizung der Akupunkturpunkte zu erzielen.

[0009] Die gemäß der Erfindung vorgesehene Akupunkturnadel ist eine Akupunkturnadel, wie sie zur ambulanten Akupunktur verwendet wird, das heißt, es handelt sich um eine Akupunkturnadel, die nicht dauerhaft im Gewebe verbleibt.

[0010] Diese erfindungsgemäße Akupunkturnadel weist eine Spitze sowie einen Schaft auf. Darüber hinaus ist am Schaft, und zwar an der der Spitze gegenüberliegenden Seite ein Griff angeordnet, an dem die Akupunkturnadel festgehalten wird, während sie in das Gewebe eingeführt wird. Die Akupunkturnadel wird lediglich zum Teil in das Gewebe eingeführt. Ein Teil des Schaftes sowie der Griff bleiben während des Akupunkturvorganges außerhalb des Gewebes.

[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Schaft der Akupunkturnadel wenigstens teilweise mit einer Oberflächenstruktur versehen. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die Oberflächenstruktur als reliefartige Struktur und/oder als eine mit Vertiefungen versehene Struktur ausgebildet sein.

[0012] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist der Schaft wenigstens eine Rille auf. Die Struktur ist vorteilhaft als schraubenlinienförmige und/oder als ringförmige Oberflächenstruktur ausgebildet.

[0013] Die Oberflächenstruktur kann symmetrisch oder asymmetrisch ausgebildet sein. Es ist eine Kombination sämtlicher Oberflächenstrukturen möglich. So ist es zum Beispiel möglich, dass im Bereich der Spitze drei Rillen vorgesehen sind und weiter oberhalb am Schaft eine schraubenlinienförmige Oberflächenstruktur.

[0014] Die Oberflächenstruktur kann beliebige Formen aufweisen. So ist es zum Beispiel auch denkbar, eine rautenförmige Oberflächenstruktur in Form von Vertiefungen an dem Schaft anzuordnen.

[0015] Die Oberflächenstruktur ist vorteilhaft wenigstens auf dem Schaftteil angeordnet, der während der Akupunktur im Gewebe angeordnet ist. Vorteilhaft ist auch noch auf dem außerhalb des Gewebes verbleibenden Schaftteil die Oberflächenstruktur angeordnet. Dies hat den Vorteil, dass zum einen auch bei etwas tieferem Einführen der Akupunkturnadel die Oberflächenstruktur ihre Wirkung entfaltet.

[0016] Zum anderen wird gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform die erfindungsgemäße Akupunkturnadel während des Akupunkturvorganges im Gewebe auf- und abbewegt, um die Stimulation des Akupunkturpunktes zu erhöhen. Hierdurch erfolgt ein Tonisieren, das heißt ein Zuführen von Energie.

[0017] Das Akupunkturverfahren mit der erfindungsgemäßen Akupunkturnadel wird folgendermaßen durchgeführt:

1. Einführen der Akupunkturnadel in das Gewebe,

2. Auf- und Abbewegen der Akupunkturnadel,

3. kurzzeitiger Verbleib der Akupunkturnadel in dem Gewebe,

4. Entfernen der Akupunkturnadel.



[0018] Die erfindungsgemäße Akupunkturnadel wird vorteilhaft in einem Kaltverformungsverfahren hergestellt. Während dieses Kaltverformungsverfahrens ist es möglich, die Oberflächenstruktur während der Herstellung der Akupunkturnadel unmittelbar auszubilden.

[0019] Die erfindungsgemäße Akupunkturnadel durchläuft einen Rotationsrichter, damit die Akupunkturnadel eine gerade Form erhält. Der Rotationsrichter weist mehrere Rollenpaare auf, durch die der Draht der Akupunkturnadel gerade gezogen wird. Vorteilhaft wird der Anpressdruck eines Rollenpaares erhöht, so dass man hierdurch eine schraubenlinienförmige Struktur erhält.

[0020] Die Akupunkturnadel kann neben dem Kaltverformungsverfahren auch in anderen Herstellungsverfahren, wie Warmverformung, Fräsen, Ätzverfahren oder Elektropolierverfahren hergestellt werden. Neben dem Einpressen einer Oberflächenstruktur ist es auch möglich, einen oder mehrere Einschnitte vorzunehmen.

[0021] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich anhand der zugehörigen Zeichnung, in der mehrere Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Akupunkturnadel nur beispielhaft dargestellt sind. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1
eine Akupunkturnadel mit schraubenlinienförmiger Oberflächenstruktur in Ansicht;
Fig. 2
eine Akupunkturnadel mit ringförmiger Struktur in Ansicht;
Fig. 3
ein geändertes Ausführungsbeispiel;
Fig. 4
ein geändertes Ausführungsbeispiel;
Fig. 5
ein geändertes Ausführungsbeispiel;
Fig. 6
ein geändertes Ausführungsbeispiel;
Fig. 7
einen Rotationsrichter zur Herstellung der Akupunkturnadel.


[0022] Fig. 1 zeigt eine temporär invasive Akupunkturnadel (1) mit einem Schaft (2) sowie einem Griff (3). Die Akupunkturnadel (1) weist eine Spitze (4) auf. Der Schaft (2) weist eine schraubenlinienförmige Oberflächenstruktur (5) auf, die in Form von Vertiefungen in den Schaft (2) der Akupunkturnadel (1) eingebracht ist.

[0023] Während der Akupunktur wird die Spitze (4) und ein Teil des Schaftes (2) in das Gewebe (nicht dargestellt) eingebracht. Die Akupunkturnadel (1) wird einmal oder mehrfach auf- und abbewegt, so dass durch die Oberflächenstruktur (5) eine zusätzliche Stimulation des Gewebes und damit des Akupunkturpunktes (nicht dargestellt) erfolgt.

[0024] Gemäß Fig. 2 weist der Schaft (2) eine ringförmige Oberflächenstruktur (6) auf. Die Oberflächenstruktur (6) ist asymmetrisch ausgebildet.

[0025] Fig. 3 zeigt einen Schaft (2) der Akupunkturnadel (1) mit einer gewellt ausgebildeten Oberflächenstruktur (7).

[0026] Gemäß Fig. 4 weist der Schaft (2) der Akupunkturnadel (1) eine rautenförmige Oberflächenstruktur (8) in Form von Vertiefungen oder Einschnitten auf.

[0027] Gemäß Fig. 5 weist die Akupunkturnadel (1) eine Oberflächenstruktur (14) auf, die lediglich an zwei Seiten des Schaftes (2) der Akupunkturnadel angeordnet ist.

[0028] Gemäß Fig. 6 weist die Akupunkturnadel eine Oberflächenstruktur (15) auf. Auch diese Oberflächenstruktur (15) ist lediglich an zwei Seiten des Schaftes (2) der Akupunkturnadel (1) vorgesehen.

[0029] Fig. 7 zeigt einen Rotationsrichter (9) mit Rollenpaaren (10, 11, 12). In den Rotationsrichter wird ein Draht (13) eingeführt in Richtung des Pfeiles (A). Der gerichtete Draht (13a) verlässt den Rotationsrichter in Richtung des Pfeiles (B). Zur Ausrichtung des Drahtes (13) rotiert der Rotationsrichter (9) in Richtung des Pfeiles (C). Zur Herstellung einer wendelförmigen Oberflächenstruktur, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist, üben die Rollenpaare (12) einen erhöhten Druck auf den Draht (13) aus, so dass die Oberflächenstruktur (5) auf dem Draht (13) ausgebildet wird.

Bezugszahlen



[0030] 
1
Akupunkturnadel
2
Schaft
3
Griff
4
Spitze
5
Oberflächenstruktur
6
Oberflächenstruktur
7
Oberflächenstruktur
8
Oberflächenstruktur
9
Rotationsrichter
10
Rollenpaare
11
Rollenpaare
12
Rollenpaare
13
Draht
13a
gerichteter Draht
14
Oberflächenstruktur
15
Oberflächenstruktur
A
Pfeil
B
Pfeil
C
Pfeil



Ansprüche

1. Akupunkturnadel mit einer Spitze und einem Schaft sowie einem am Schaft von der Spitze mit Abstand angeordneten Griff, wobei ein Teil des Schaftes der Akupunkturnadel und der Griff als ein aus dem akupunktierten Gewebe hervorstehender Teil ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Akupunkturnadel (1) eine wenigstens einseitig vergrößerte Wirkfläche aufweist.
 
2. Akupunkturnadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2) der Akupunkturnadel (1) als ein wenigstens teilweise mit einer Oberflächenstruktur (5, 6, 7, 8, 14, 15) versehener Schaft (2) ausgebildet ist.
 
3. Akupunkturnadel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2) eine reliefartige Struktur (6) und/oder eine Vertiefungen (5, 8) aufweisende Oberflächenstruktur aufweist.
 
4. Akupunkturnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2) wenigstens eine Rille (5) aufweist.
 
5. Akupunkturnadel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2) eine schraubenlinienförmige und/oder ringförmige Oberflächenstruktur (5, 6) aufweist.
 
6. Akupunkturnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstruktur (5, 6, 7, 8) symmetrisch oder asymmetrisch ausgebildet ist.
 
7. Akupunkturnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des Schaftes (2) eine Oberflächenstruktur (14, 15) aufweist.
 
8. Akupunkturnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstruktur (5, 6, 7, 8) wenigstens auf dem im Gewebe angeordneten Schaftteil ausgebildet ist.
 
9. Akupunkturnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstruktur (5, 6, 7, 8) als eine in einem Kaltverformungsverfahren ausgebildete Oberflächenstruktur (5, 6, 7, 8) ausgebildet ist.
 
10. Akupunkturnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstruktur (5, 6, 7, 8) als eine in einem Rotationsrichter (9) ausgebildete Oberflächenstruktur ausgebildet ist.
 




Zeichnung










Recherchenbericht