[0001] Die Erfindung betrifft eine Akupunkturnadel, und zwar eine temporär invasive Akupunkturnadel,
also eine nicht dauerhaft im Gewebe verbleibende Akupunkturnadel.
[0002] Stand der Technik (DE 101 04 929 A1) ist ein nadelartiger Körper, der als starres
Implantat ausgebildet ist. Dieser Körper wird vollständig in das Gewebe eingeführt,
derart, dass die Einführstelle zuwachsen kann. Der Mantel des zylinderförmigen Schaftes
kann zur Stabilisierung des Sitzes des Implantates im Gewebe Rillen aufweisen.
[0003] Dieses zum Stand der Technik gehörende Implantat hat den Nachteil, dass eine Stimulation
des Gewebes lediglich in einem geringen Maße erfolgt. Darüber hinaus haben Akupunkturimplantate
den Nachteil, dass häufig Entzündungen auftreten, so dass die Implantate wieder entfernt
werden müssen, und dass der Organismus trotzdem belastet wird.
[0004] Zum Stand der Technik (G 90 04 730 U1) gehört darüber hinaus eine Akupunkturnadel,
die eine Beschichtung aus Silikon aufweist, um den Einstichwiderstand zu reduzieren.
[0005] Diese zum Stand der Technik gehörende Akupunkturnadel weist ebenfalls den Nachteil
auf, dass die Stimulation des Akupunkturpunktes sehr gering ist.
[0006] Das der Erfindung zugrunde liegende technische Problem besteht darin, eine Akupunkturnadel
anzugeben, mit der eine stärkere Stimulation eines Akupunkturpunktes im Gewebe möglich
ist, mit der also ein Tonisieren des Gewebes möglich ist.
[0007] Dieses technische Problem wird durch eine Akupunkturnadel mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst.
[0008] Dadurch, dass die erfindungsgemäße Akupunkturnadel eine wenigstens einseitig vergrößerte
Wirkfläche aufweist, ist es möglich, eine bessere Reizung der Akupunkturpunkte zu
erzielen.
[0009] Die gemäß der Erfindung vorgesehene Akupunkturnadel ist eine Akupunkturnadel, wie
sie zur ambulanten Akupunktur verwendet wird, das heißt, es handelt sich um eine Akupunkturnadel,
die nicht dauerhaft im Gewebe verbleibt.
[0010] Diese erfindungsgemäße Akupunkturnadel weist eine Spitze sowie einen Schaft auf.
Darüber hinaus ist am Schaft, und zwar an der der Spitze gegenüberliegenden Seite
ein Griff angeordnet, an dem die Akupunkturnadel festgehalten wird, während sie in
das Gewebe eingeführt wird. Die Akupunkturnadel wird lediglich zum Teil in das Gewebe
eingeführt. Ein Teil des Schaftes sowie der Griff bleiben während des Akupunkturvorganges
außerhalb des Gewebes.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Schaft der Akupunkturnadel wenigstens
teilweise mit einer Oberflächenstruktur versehen. Gemäß einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform kann die Oberflächenstruktur als reliefartige Struktur und/oder als
eine mit Vertiefungen versehene Struktur ausgebildet sein.
[0012] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist der Schaft wenigstens eine
Rille auf. Die Struktur ist vorteilhaft als schraubenlinienförmige und/oder als ringförmige
Oberflächenstruktur ausgebildet.
[0013] Die Oberflächenstruktur kann symmetrisch oder asymmetrisch ausgebildet sein. Es ist
eine Kombination sämtlicher Oberflächenstrukturen möglich. So ist es zum Beispiel
möglich, dass im Bereich der Spitze drei Rillen vorgesehen sind und weiter oberhalb
am Schaft eine schraubenlinienförmige Oberflächenstruktur.
[0014] Die Oberflächenstruktur kann beliebige Formen aufweisen. So ist es zum Beispiel auch
denkbar, eine rautenförmige Oberflächenstruktur in Form von Vertiefungen an dem Schaft
anzuordnen.
[0015] Die Oberflächenstruktur ist vorteilhaft wenigstens auf dem Schaftteil angeordnet,
der während der Akupunktur im Gewebe angeordnet ist. Vorteilhaft ist auch noch auf
dem außerhalb des Gewebes verbleibenden Schaftteil die Oberflächenstruktur angeordnet.
Dies hat den Vorteil, dass zum einen auch bei etwas tieferem Einführen der Akupunkturnadel
die Oberflächenstruktur ihre Wirkung entfaltet.
[0016] Zum anderen wird gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform die erfindungsgemäße
Akupunkturnadel während des Akupunkturvorganges im Gewebe auf- und abbewegt, um die
Stimulation des Akupunkturpunktes zu erhöhen. Hierdurch erfolgt ein Tonisieren, das
heißt ein Zuführen von Energie.
[0017] Das Akupunkturverfahren mit der erfindungsgemäßen Akupunkturnadel wird folgendermaßen
durchgeführt:
1. Einführen der Akupunkturnadel in das Gewebe,
2. Auf- und Abbewegen der Akupunkturnadel,
3. kurzzeitiger Verbleib der Akupunkturnadel in dem Gewebe,
4. Entfernen der Akupunkturnadel.
[0018] Die erfindungsgemäße Akupunkturnadel wird vorteilhaft in einem Kaltverformungsverfahren
hergestellt. Während dieses Kaltverformungsverfahrens ist es möglich, die Oberflächenstruktur
während der Herstellung der Akupunkturnadel unmittelbar auszubilden.
[0019] Die erfindungsgemäße Akupunkturnadel durchläuft einen Rotationsrichter, damit die
Akupunkturnadel eine gerade Form erhält. Der Rotationsrichter weist mehrere Rollenpaare
auf, durch die der Draht der Akupunkturnadel gerade gezogen wird. Vorteilhaft wird
der Anpressdruck eines Rollenpaares erhöht, so dass man hierdurch eine schraubenlinienförmige
Struktur erhält.
[0020] Die Akupunkturnadel kann neben dem Kaltverformungsverfahren auch in anderen Herstellungsverfahren,
wie Warmverformung, Fräsen, Ätzverfahren oder Elektropolierverfahren hergestellt werden.
Neben dem Einpressen einer Oberflächenstruktur ist es auch möglich, einen oder mehrere
Einschnitte vorzunehmen.
[0021] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich anhand der zugehörigen Zeichnung,
in der mehrere Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Akupunkturnadel nur beispielhaft
dargestellt sind. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine Akupunkturnadel mit schraubenlinienförmiger Oberflächenstruktur in Ansicht;
- Fig. 2
- eine Akupunkturnadel mit ringförmiger Struktur in Ansicht;
- Fig. 3
- ein geändertes Ausführungsbeispiel;
- Fig. 4
- ein geändertes Ausführungsbeispiel;
- Fig. 5
- ein geändertes Ausführungsbeispiel;
- Fig. 6
- ein geändertes Ausführungsbeispiel;
- Fig. 7
- einen Rotationsrichter zur Herstellung der Akupunkturnadel.
[0022] Fig. 1 zeigt eine temporär invasive Akupunkturnadel (1) mit einem Schaft (2) sowie
einem Griff (3). Die Akupunkturnadel (1) weist eine Spitze (4) auf. Der Schaft (2)
weist eine schraubenlinienförmige Oberflächenstruktur (5) auf, die in Form von Vertiefungen
in den Schaft (2) der Akupunkturnadel (1) eingebracht ist.
[0023] Während der Akupunktur wird die Spitze (4) und ein Teil des Schaftes (2) in das Gewebe
(nicht dargestellt) eingebracht. Die Akupunkturnadel (1) wird einmal oder mehrfach
auf- und abbewegt, so dass durch die Oberflächenstruktur (5) eine zusätzliche Stimulation
des Gewebes und damit des Akupunkturpunktes (nicht dargestellt) erfolgt.
[0024] Gemäß Fig. 2 weist der Schaft (2) eine ringförmige Oberflächenstruktur (6) auf. Die
Oberflächenstruktur (6) ist asymmetrisch ausgebildet.
[0025] Fig. 3 zeigt einen Schaft (2) der Akupunkturnadel (1) mit einer gewellt ausgebildeten
Oberflächenstruktur (7).
[0026] Gemäß Fig. 4 weist der Schaft (2) der Akupunkturnadel (1) eine rautenförmige Oberflächenstruktur
(8) in Form von Vertiefungen oder Einschnitten auf.
[0027] Gemäß Fig. 5 weist die Akupunkturnadel (1) eine Oberflächenstruktur (14) auf, die
lediglich an zwei Seiten des Schaftes (2) der Akupunkturnadel angeordnet ist.
[0028] Gemäß Fig. 6 weist die Akupunkturnadel eine Oberflächenstruktur (15) auf. Auch diese
Oberflächenstruktur (15) ist lediglich an zwei Seiten des Schaftes (2) der Akupunkturnadel
(1) vorgesehen.
[0029] Fig. 7 zeigt einen Rotationsrichter (9) mit Rollenpaaren (10, 11, 12). In den Rotationsrichter
wird ein Draht (13) eingeführt in Richtung des Pfeiles (A). Der gerichtete Draht (13a)
verlässt den Rotationsrichter in Richtung des Pfeiles (B). Zur Ausrichtung des Drahtes
(13) rotiert der Rotationsrichter (9) in Richtung des Pfeiles (C). Zur Herstellung
einer wendelförmigen Oberflächenstruktur, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist, üben
die Rollenpaare (12) einen erhöhten Druck auf den Draht (13) aus, so dass die Oberflächenstruktur
(5) auf dem Draht (13) ausgebildet wird.
Bezugszahlen
[0030]
- 1
- Akupunkturnadel
- 2
- Schaft
- 3
- Griff
- 4
- Spitze
- 5
- Oberflächenstruktur
- 6
- Oberflächenstruktur
- 7
- Oberflächenstruktur
- 8
- Oberflächenstruktur
- 9
- Rotationsrichter
- 10
- Rollenpaare
- 11
- Rollenpaare
- 12
- Rollenpaare
- 13
- Draht
- 13a
- gerichteter Draht
- 14
- Oberflächenstruktur
- 15
- Oberflächenstruktur
- A
- Pfeil
- B
- Pfeil
- C
- Pfeil
1. Akupunkturnadel mit einer Spitze und einem Schaft sowie einem am Schaft von der Spitze
mit Abstand angeordneten Griff, wobei ein Teil des Schaftes der Akupunkturnadel und
der Griff als ein aus dem akupunktierten Gewebe hervorstehender Teil ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Akupunkturnadel (1) eine wenigstens einseitig vergrößerte Wirkfläche aufweist.
2. Akupunkturnadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2) der Akupunkturnadel (1) als ein wenigstens teilweise mit einer Oberflächenstruktur
(5, 6, 7, 8, 14, 15) versehener Schaft (2) ausgebildet ist.
3. Akupunkturnadel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2) eine reliefartige Struktur (6) und/oder eine Vertiefungen (5, 8) aufweisende
Oberflächenstruktur aufweist.
4. Akupunkturnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2) wenigstens eine Rille (5) aufweist.
5. Akupunkturnadel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2) eine schraubenlinienförmige und/oder ringförmige Oberflächenstruktur
(5, 6) aufweist.
6. Akupunkturnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstruktur (5, 6, 7, 8) symmetrisch oder asymmetrisch ausgebildet ist.
7. Akupunkturnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des Schaftes (2) eine Oberflächenstruktur (14, 15) aufweist.
8. Akupunkturnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstruktur (5, 6, 7, 8) wenigstens auf dem im Gewebe angeordneten Schaftteil
ausgebildet ist.
9. Akupunkturnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstruktur (5, 6, 7, 8) als eine in einem Kaltverformungsverfahren ausgebildete
Oberflächenstruktur (5, 6, 7, 8) ausgebildet ist.
10. Akupunkturnadel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstruktur (5, 6, 7, 8) als eine in einem Rotationsrichter (9) ausgebildete
Oberflächenstruktur ausgebildet ist.