[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines zellular porösen Sinterformkörpers
mit den Fertigungsschritten Aufbereiten einer thermoplastisch fließfähigen Formmasse
durch Mischen von Keramik- u/o Metallpulver mit Binderkomponenten und Einarbeitung
von organischen Treibmitteln, Überführen der Formmasse in einen schmelzflüssigen Zustand
und Einbringen in eine Formgebungsvorrichtung, Aufschäumen der Formmasse mittels des
Treibmittels, Verfestigen der geschäumten Formmasse, Ausbringen von Treibmitteln und
organischen Komponenten und Sintern des derart behandelten Formkörpers.
[0002] Es ist bekannt, metallische u/o keramische Formkörper durch Pressen und Sintern geeigneter
Ausgangspulver zu fertigen. Fallweise ist dem Matrixpulver ein duktiler Binder beizugeben,
beispielsweise ein duktiles Metallpulver bei der Hartmetallherstellung, um press-
und sinterfähige Produkte zu erhalten.
Eine vergleichsweise junge Technologie zur Herstellung von keramischen u/o metallischen
Sinterformkörpern ist das MIM (metal injection molding) Verfahren, bei dem die keramischen
u/o metallischen Matrix - Pulverteilchen mit organischen Binderkomponenten vermischt,
die Mischung üblicherweise im thermoplastischen Zustand in die gewünschte Form gebracht,
der Formteil verfestigt und danach mittels Pyrolyse u/o durch Lösen und Extrahieren
von seinen organischen u/o anorganischen Binderanteilen befreit und schließlich zum
annähernd porenfrei dichten Formkörper gesintert wird. Die Formgebung erfolgt alternativ
zum Spritzgießen beispielsweise mittels Extrudieren.
[0003] Während es üblicherweise das Ziel ist, Sinterformkörper in einen möglichst porenfreien
Endzustand zu bringen, so sind auch Anwendungen von Sinterkörpern bekannt, bei denen
eine bestimmte Porenstruktur benötigt wird. Gezielte Porenstrukturen in Sinterkörpern
werden beispielsweise durch Vermischen der Matrix-Ausgangspulver mit einem pulverförmigen
Platzhalter geschaffen, wobei die Platzhalter-Teilchen üblicherweise vor oder während
des Sinterprozesses aus dem in Form gebrachten Werkstoffverbund chemisch herausgelöst
u/o mittels thermischer Zersetzung entfernt werden und an ihre Stelle Freiräume, bzw.
Poren treten. Es ist auch bekannt Porenstrukturen in Formkörpern mittels Einblasen
von Gasen, z.B. Argon oder Stickstoffgas, in eine Metallschmelze zu erzeugen. Alternativ
werden Sinterkörper mit Porenstruktur hergestellt, indem Treibmittel als Zusatzstoffe
möglichst homogen in einen mit Thermoplast - Binder versetzten Matrixwerkstoff eingebracht
und dieser Verbund, bzw. diese Formmasse auf Verdampfungs- bzw. Aufschäumtemperatur
des Treibmittels erwärmt wird. Dabei bilden sich blasenförmige Gasräume in der, bzw.
Schaumgebilde aus der thermoplastischen bzw. schmelzflüssigen Formmasse, die sich
bei der Abkühlung und Überführung der Formmasse in einen festen Zustand stabilisieren
und danach ein Extrahieren der Gaseinschlüsse bzw. des restlichen Treibmittels unter
Zurücklassung von Poren erlauben. Parallel dazu werden die Binderzusätze extrahiert.
Die gebrauchsfertige mechanische Stabilisierung des Formkörpers erfolgt mittels eines
zusätzlichen Sinterschrittes. Die erzielbare Qualität derart gefertigter, poröser
Sinterformkörper, bedeutsam sind deren mechanische Stabilität, mechanische Bearbeitbarkeit,
Homogenität der Porenstruktur, Prozentsatz des erreichbaren Porenvolumens, hängt stark
von der jeweils eingeschlagenen Prozessführung, von den Hilfsstoffen, Treibmittel
und Bindermittel, sowie von der Aufbereitung aller in eine Formmasse eingebrachten
Stoffe ab.
[0004] Die heute verfügbare große Auswahl an organischen und anorganischen Bindern für diese
Zwecke ist stark von den Fortschritten in der MIM-Technologie geprägt.
Gleichermaßen ist eine Vielzahl von unterschiedlichen, blähfähigen Stoffen als Treibmittel
zur Schaffung von Porenstrukturen in aus Pulvern gefertigten Formkörpern vorbeschrieben.
Allerdings haben einzelne spezifische Kombinationen von Matrixpulver, Bindermittel
und Treibmittel in Verbindung mit der jeweiligen Prozessführung einen vielfach nicht
vorhersehbaren, wechselseitigen Einfluss auf das Ergebnis bzw. auf die Qualität derartiger
poröser Formkörper.
[0005] So beschreibt das Patent
US 5 213 612 ein Verfahren zur Herstellung eines porösen Metallkörpers, gemäß dessen Ausführungsbeispielen
eine wässrige Suspension aus Metallpulver und schäumfähigem Treibmittel innerhalb
vorgegebener Volumenverhältnisse gemischt, geschäumt und durch Trocknen zum festen
Formkörper gebracht werden. Beim anschließenden Erhitzen des Formkörpers (Schaummittel
mit darin verteiltem Metallpulver) auf eine erste Temperaturstufe von 600 - 1200°C
kommt es in einer reduzierenden Atmosphäre zu einer Schaummittelzersetzung bei gleichzeitiger
teilchenübergreifender Diffusion und metallischen Bindung der Pulverteilchen. Abschließend
wird die Temperatur auf eine, dem jeweiligen Metall angepasste Sintertemperatur hochgefahren
und das Metallpulver unter Bildung eines porösen Körpers gesintert. Als brauchbares
Schaummittel ist ein mit Isocyanat überdecktes Polyoxyäthylen Polyol angeführt, was
die Verwendung eines zusätzlichen Bindermittels überflüssig macht. Gemäß einem Ausführungsbeispiel
wird unter 50 % Volumensausweitung geschäumt.
Ein Nachteil dieses Verfahrens ist die Verwendung von Wasser in Verbindung mit Polyurethan
oder Polyäthylen Bindern, was der so gebildeten Masse wenig thermoplastische Eigenschaften
und damit ein Aufschäumen in nur sehr begrenztem Volumenumfang erlaubt. Er kommt zu
Schrumpfungen nach dem Aufschäumen. Der praktisch beherrschbare Porenanteil im gesinterten
Körper liegt bei 10 - 20 Vol.%, was die Ausbildung von zellularen Porenstrukturen
generell ausschließt.
[0006] Die
DE 177 15 20 A1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung keramischer Massen durch Gießen, mit Wabenstruktur
im Masseninneren und mit glatter Oberfläche, bei dem Kunststoffe mit Perlenstruktur
in den temperierten Gießschlicker eingerührt werden und der gegossene Formkörper sich
unter Abkühlung verfestigt. Bevorzugter Kunststoff ist treibmittelhaltiges Polystyrol,
das je nach gewünschter Perlengröße vorgeschäumt wurde.
Nachteilig bei diesem Verfahren ist eine nur unbefriedigende Steuerbarkeit der Perlenverteilung
und -anordnung im Gießschlicker, was die Verwendung des Verfahrens bei auch nur mäßigen
Anforderungen an die mechanische Mindesttragfähigkeit der erkalteten Keramikmasse
auf die Fertigung von Formkörpern mit nur niedrigem Porenvolumen beschränkt. Das Verfahren
sieht keine Ausbringen der Polystyrol-Perlen aus der Masse vor.
[0007] Ein anderes Verfahren der eingangs genannten Art ist in der
EP 0 765 704 beschrieben. Die wesentlichen Merkmale des Verfahrens liegen in der getrennten Aufbereitung
zweier verschiedener Stoffkomponenten für eine Formmasse, zum einen als eine das Schäum-
bzw. Treibmittel in einer harzigen Binder enthaltenden, wässrigen Lösung und zum anderen,
als ein Metallpulver und einen wasserlöslichen, harzigen Binder enthaltene Lösung,
die beide unmittelbar vor dem geplanten Schäumungsprozess zusammengebracht werden.
Der Schäumungsschritt erfolgt in einer Atmosphäre mit mindestens 65 % Luftfeuchtigkeit.
Der wasserlösliche Harzbinder stabilisiert die beim Schäumen in der Masse entstandenen
Poren während des Schäumens und beim anschließenden Trocknen. Der wasserlösliche Harzbinder
mit temperaturabhängiger Viskosität erlaubt eine geeignete Einstellung der Viskosität
der Formmasse in Anpassung an die einzelnen Fertigungsschritte. Als Stoffbeispiele
für einen derartigen wasserlöslichen Harzbinder werden explizit genannt, Methylzellulose,
Hydroxypropylmethylzellulose, Hydroxyäthylzellulose, Karboxymethylzellulose, Ammonium,
Äthylzelluslose und Polyvinylalkohol. Weiters werden verflüchtigbare Kohlenwasserstoffe
mit 5 bis 8 Kohlenstoffatomen im Kohlenwasserstoff-Radikal als Mittel zur Bildung
von Gasblasen bzw. Poren in der Formmasse genannt, und zwar explizit Pentane, Hexane,
Oktane, Benzene und Toloene. Die schäumbare Suspension kann zusätzlich organische
Plastifizierungsmittel enthalten. Eine Vielzahl von Ölen, Estern, Glyzerinen und anderen
organischen Stoffen sind explizit aufgeführt. Die mögliche Zugabe spezifischer Mittel
zur Stabilisierung des Schaumzustandes und der geformten Mikrozellen ist vorgesehen.
Anders als bei der bisherigen Verwendung handelsüblichen Polyurethans als Schaum-
bzw. Treibmittel, soll sich nach diesem Verfahren ein rissfreier und damit mechanisch
stabiler, poröser Sinterkörper fertigen lassen. Die in den Beispielen näher ausgeführten
Verfahrensschritte lassen die Anfälligkeit des Verfahrens erkennen. Tatsächlich lassen
sich nach diesem Verfahren keine für die Mehrzahl der Anwendungsfälle ausreichend
mechanisch stabilen, porösen Sinterkörper mit hohem Porenvolumenanteil erzielen. Der
dort verwendete Begriff Sinterkörper mit Wabenstruktur hat auf diesem Hintergrund
allenfalls eingeschränkten Aussagewert.
[0008] Die
EP 0 460 392 A1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung aufschäumbarer Metallkörper mit den Fertigungsschritten,
Mischen von Metallpulver und gasabspaltendem Treibmittelpulver zu einer Formmasse,
Heißkompaktieren der Formmasse unter Bedingungen, die ein Verbinden und mechanisches
Verfestigen der Metallpulver über Diffusion ermöglichen, dabei das Treibmittel gasdicht
einschließen und gleichzeitig ein Zersetzen des Treibmittels verhindern. Des Weiteren
wird die kompaktierte Formmasse in einem offenen Behälter oder in einer Form auf eine
so hohe Temperatur gebracht, dass das Matrixmetall schmilzt und sich das Treibmittel
unter Aufschäumen der Schmelze zersetzt. In Abhängigkeit von der Aufheiz- und Abkühlgeschwindigkeit,
sowie der Aufschäumdauer bei Maximaltemperatur, werden Schaumkörper unterschiedlicher
Porengröße und -struktur erzielt. Als Treibmittel werden Titanhydrid, Aluminiumhydroxid
und Natriumbikarbonat genannt.
Nach diesem Verfahren lassen sich indes Metallschäume hohen und homogenen Porenvolumens
nur unbefriedigend fertigen. Die zum Aufschäumen notwendige niedrige Formmassenviskosität
bedingt eine Erhitzung auf die üblicherweise hohen Metallschmelztemperaturen, was
viele Nachteile hat. Es kommt während des Schäumvorganges zur unerwünschten Vereinigung
einzelner Gasblasen mit der Gefahr des Kollabierens der schäumenden Formmasse sowie
zur Ausbildung von in ihrer Größenverteilung unzureichend beherrschbarer Poren.
Die Aufgabe vorliegender Erfindung besteht somit in der Bereitstellung eines verbesserten
Verfahrens zur Herstellung eines hochporösen metallischen u/o keramischen Sinterformkörpers
mittels Aufschäumen einer Formmasse unter Zuhilfenahme eines Treibmittels. Die Nachteile
bekannter Verfahren, wie zeit-und kostenmäßig aufwändige Prozessschritte, hohe Schäumtemperaturen,
Schrumpfung des Formkörpers nach dem Aufschäumen und unzureichende Beeinflussbarkeit
der gewünschten Porenstruktur, selbst bei nur mäßig hohem Gesamt-Porenvolumina, sollen
vermieden bzw. auf ein deutlich niedrigeres Maß gebracht werden.
[0009] Diese Aufgabe wird für das eingangs beschriebene Verfahren in erfinderischer Weise
durch die in den Patentansprüchen genannten Verfahrensmerkmale gelöst.
[0010] Das Verfahren dient somit zur Herstellung hochporöser Sinterformkörper mit zellularer
Porenstruktur, d.h. der Formkörper weist vergleichsweise dünne Zellwände auf, gemessen
am Volumen der durch sie gebildeten Poren. Die fertigen Sinterformkörper besitzen
ein tragfähiges Sinterskelett aus den Matrixwerkstoffen Metall u/o Keramik, frei von
Zusätzen, oder nur noch mit unbedeutend kleinen Restanteilen an solchen, der Formmasse
ursprünglich beigegebenen Zusätzen. Sie besitzen hohe mechanische Festigkeit. Die
gesinterten Zellwände sind weitgehend frei von Mikroporosität, lassen sich auf Wunsch
aber auch in mikroporöser Ausführung fertigen.
Die zellenartigen Poren weisen, je nach Anforderungen, einen weitgehend homogen einheitlichen
mittleren Porendurchmesser zwischen vorzugsweise 0,1 und 10 mm im fertig gesinterten
Körper auf, dies im Unterschied zu einer regelmäßig mindestens um eine Zehnerpotenz
kleineren Mikroporosität, wie sie von der Sintertechnologie her bekannt ist. Das Porenvolumen
im Sinterkörper beträgt vorzugsweise
60 - 85 Vol.%. Solche hohen Porenvolumenanteile sind nur bei streng geometrisch gleichartiger,
beispielsweise wabenartiger Anordnung der Poren im Sinterformkörper erreichbar.
[0011] Zur Ausbildung großporig zellularer Strukturen wird als Polystyrol Treibmittel vorzugsweise
handelsübliches EPS (expandierfähiges Poly-Styrol) verwendet, d.h. nichtgeschäumte
Polystyrolperlen mit Teilchendurchmesser von vorzugsweise 0,1 bis 5 mm, die als Blähmittel
die leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffe Pentan oder Hexan in einem Anteil von 1 bis
8 Gew.% enthalten.
Für eine gezielte Einflussnahme auf die Schäumcharakteristik können auch Copolymerisate
des monomeren Styrol mit Anteilen an Acrylsäureestern oder Acrylnitril anstelle der
reinen EPS Polystyrolperlen verwendet werden.
[0012] Vorwiegend von der MIM―Technologie ist eine Vielzahl von thermoplastischen Binderwerkstoffen
und Kombinationen einzelner Binderkomponenten bekannt. Mittels einer dem Fachmann
geläufigen Komponentenauswahl erreicht man eine breite Vielfalt von auf die jeweilige
Anforderung anpassbaren Bindern. Für die bestimmungsgemäße Durchführung vorliegender
Erfindung ist aber gerade die Gewährleistung einer geeignet niedrigen Schmelzviskosität
der gesamten Formmasse bei der durch die Gasfreisetzung des Treibmittels vorgegebenen
Aufschäumtemperatur von 80 bis 130°C von großer Bedeutung.
Angelehnt an den Sprachgebrauch in der MIM―Technologie spricht man dann von einer
erschmolzenen Formmasse für die Mischung aus vorzugsweise organischen Binderkomponenten
und Matrixpulver, wenn diese einen niedrigviskosen, breiigen Zustand besitzt. -
[0013] Die geeignete Kombination aus erfindungsgemäßem Treibmittel und darauf abgestimmten
thermoplastischen Binderkomponenten erlaubt ein Aufschäumen der Formmasse bis zu vergleichsweise
sehr hohen Porenvolumina, gemessen am bekannten Stand der Technik. Nach bevorzugten
Ausführung des Verfahrens werden Sinterformkörper mit größer 30 bis zu über 85 Vol.%
zellbildenden Poren im gesinterten Formkörper gefertigt.
Die für das Aufschäumen ausreichende Plastizität der Formmasse ist noch bei deutlich
über 50 % Volumenanteil an metallischem u/o keramischen Matrixpulver und entsprechend
geringerem Binderanteil in der aufbereiteten, ungeschäumten Formmasse gegeben. Hohe
Matrixpulver―Anteile begünstigen die nachfolgende Sinterung zum mechanisch festen
Sinterformkörper wesentlich oder machen diese erst möglich. Bekannte, auf die Erzielung
hoher Porenvolumina ausgerichtete Verfahren, ließen vergleichbar günstige Volumenanteile
in der Praxis nicht zu. Bekannte Verfahren verlangen vielmehr große Kompromisse, was
die gleichzeitige Sinterstabilität und hohes Porenvolumen im Sinterformkörper anbelangt.
Mechanisch feste Sinterformkörper mit stabilem Sinterskelett und hohem Poren-Volumenanteilen
sind gemäß Erfindung über die Verwendung von EPS als Treibmittel erreichbar, weil
dieses im Unterschied zu Treibmitteln entsprechend dem bekannten Stand der Technik
nicht allein zur Freisetzung von Gasen zwecks Gasblasen- und Porenbildung in der Formmasse,
sondern vielmehr zur Ausbildung aufgeschäumter, mechanisch tragender, in sich geschlossener
Polystyrol-Schaumstoffkügelchen führt. Nur so lässt sich das bei bisherigen Verfahren
gefürchtete Kollabieren aufgeschäumter Schmelzen ab einer bestimmten, vergleichsweise
geringen Porengröße vermeiden. Es kommt beim vorliegenden Verfahren weder zur Vereinigung
einzelner kleiner zu einer großen Gasblase, bzw. Pore, noch zum Zusammenfallen aufgeschäumter
Formmassen mangels ausreichender Thermoplastizität bei Überschreiten der Grenzoberflächenspannung
zwischen Gasblase und Formmasse.
[0014] Mittels einer, dem Fachmann geläufigen Abstimmung der chemisch/physikalischer Eigenschaften
der Binderkomponenten auf das erfindungsgemäße Treibmittel lässt sich als weiterer
Vorteil des erfinderischen Verfahrens eine bisher nicht erreichte mechanische Porenstabilisierung
in der aufgeschäumten Formmasse erreichen. Üblicherweise werden in einem, dem Aufschäumen
folgenden Schritt sowohl die Binderkomponenten, als auch die aufgeblähten Polystyrol
- Kügelchen über einen Lösungsprozess in organischen Lösungsmitteln, wie Aceton oder
Ethylacetat zum überwiegenden Anteil aus der Formmasse ausgebracht. Dabei geht die
mechanische Formstabilität verloren. Das erfindungsgemäße Verfahren verwendet als
anteilsmäßig überwiegende Binderkomponente als solchen bereits bekannte hochpolymere
Kunststoffe, wie z.B. Polyamide, die in den für das Extrahieren üblichen, oben genannten
Lösungsmitteln unlöslich ist.
Weitere verwendete Binderkomponenten sind Weichmacher, Tenside und Trennmittel, die
in Aceton und Ethylacetat bei Temperaturen über 30°C ebenso gut löslich sind wie das
Polystyrol. Diese, im Lösungsmittel löslichen Zusatzkomponenten können zu einer Mikroporosität
der (noch ungesinterten) Zellwände führen und die Ausbringung von Lösungsmittel und
darin gelösten Stoffen erleichtern. Es ist nun der beim Extraktionsprozess nicht aus
der geschäumten Formmasse herauslösbare hochpolymere Kunststoff, der den metallischen
u/o keramischen Pulverteilchen noch bei einem Makroporenanteil von 85 Vol.% in der
Formmasse ausreichende mechanische Festigkeit verleiht, und zwar einerseits für den
ohne Volumenschrumpfung erfolgenden Extraktionsschritt, als auch weiterhin für eine
Manipulation des extrahierten, ungesinterten Formkörpers, und schließlich für die,
bezüglich Formerhaltung kritischen Anfangsphase des Sintervorgangs der metallischen
u/o keramischen Pulverteilchen bis zum Zeitpunkt der rückstandsfreien Pyrolyse des
Binders bei 500°C.
[0015] Der Anteil des Binders in der Formmasse muss auf die eingesetzten Werkstoffe in der
Formmasse und auf die Prozessparameter für deren Verarbeitung abgestimmt werden. Ist
dieser Anteil zu hoch, so beeinträchtigt er das Zusammensintern der Matrixpulver beim
anschließenden Sinterprozess. Ist der Anteil zu gering, so unterschreitet die geschäumte
Formmasse eine mechanische Mindestfestigkeit, die für eine Manipulier- und Weiterverarbeitbarkeit
unerlässlich ist.
[0016] Für den Aufschäumprozess ist die aufbereitete Formmasse in einer geeigneten Formgebungsvorrichtung
auf eine für die Verflüchtigung der Blähstoffe im Treibmittel geeignete Temperatur,
zugleich Schmelztemperatur der Formmasse, zu bringen. Das Aufschäumen gelingt um so
kontrollierter und gleichmäßiger, je gleichmäßiger die Polystyrol-Teilchen, bzw. EPS-Perlen
in der Formmasse verteilt sind und je homogener die Temperaturverteilung in der Formmasse
ist.
Bei Verwendung einer mit feinen Schlitzen versehenen Form als Formgebungsvorrichtung
in einem druckkontrollierten Autoklaven lassen sich besonders gute Ergebnisse hinsichtlich
Zellhomogenität, Zellstruktur und Volumenanteil der Poren in der Formmasse erzielen.
[0017] Die Verfahrensschritte Formung der Formmasse und Aufschäumen lassen sich nach einer
Reihe verschiedener, schon bisher praktizierter Verfahren durchführen.
[0018] Für die Fertigung geometrisch komplexer Formteile hat sich die Formgebung und Aufschäumung
der Formmasse mittels bekannter Spritzgießverfahren besonders bewährt.
[0019] Einfach dimensionierte Formkörper, wie Platten, Ronden oder Kugeln, lassen sich durch
Pressen einer pulverförmigen EPS-haltigen Formmasse zu Presslingen und nachträgliches
Aufschäumen mit Dampf in einer durch Schlitze perforierten Form wirtschaftlich herstellen.
Gemäß einer Verfahrensvariante lassen sich die Presslinge in einem nachfolgenden Pulver-Pressvorgang
wahlweise mit einer nicht schäumbaren Oberflächenschicht kaschieren. Damit erlangt
man Platten oder Ronden mit porenfreier Außenschicht.
[0020] Nach einer anderen wirtschaftlichen Schrittfolge gemäß Erfindung wird auf einem Granulierextruder
das EPS bei Temperaturen unterhalb von 80°C in die Formmassenschmelze homogen eingearbeitet
und es werden die an der Lochplatte des Extruders austretenden Massestränge mittels
der sogenannten Unterwassergranulation abgeschlagen. Um keine vorzeitigen Gasverluste
aus den EPS-Perlen hinnehmen zu müssen ist es zweckmäßig, die Unterwassergranulation
unter erhöhtem Mediendruck vorzunehmen. Derartige EPS-haltige Formmassengranulate
lassen sich mit den in der Kunststoffverarbeitung üblichen Aggregaten problemlos zu
geschäumten Formmassenkörpem weiter verarbeiten.
[0021] Nach einer ähnlichen Verfahrensvariante werden EPS-haltige Granulate direkt in eine
dampfdurchlässige Form eingebracht und zeitgleich aufgeschäumt, wie dies in großem
Umfang mit vorgeschäumten EPS-Kugeln in der Verpackungsindustrie geschieht. Mittels
dieses bevorzugten Verfahrens ist auch die Fertigung großflächiger und großvolumiger
Formteile durchführbar.
[0022] Bei Einbeziehung des Extrudierens in das erfinderische Verfahren wird die Formmasse
in einer Schnecken- oder Kolbenpresse auf Schmelz- und zugleich Aufschäumtemperatur
gebracht und unter hohem Druck von beispielsweise 10
6 bis 10
8 Pascal durch ein formgebendes Werkzeug gedrückt. Die aus dem Werkzeug austretende
Schmelze vergrößert unter Aufschäumen ihr Volumen und wird in einer sogenannten Kalibrierung
unter gleichzeitiger Kühlung in ihrer vergrößerten Gestalt zur Erstarrung gebracht
und dergestalt stetig abgezogen.
[0023] Entsprechend einer Variante der Extrudier-Schrittfolge wird die Formmasse zur Verhinderung
des Aufschäumens nach dem Austritt aus dem Extrudierwerkzeug unter hohem Druck abgekühlt.
In einer anschließenden Schrittfolge wird die geformte Masse erneut erwärmt, in einer
der Volumenvergrößerung angepassten Form geschäumt, abgekühlt und entsprechend den
Erfindungsmerkmalen weiterbehandelt. Diese Verfahrensvariante dient vor allem der
Fertigung von hochporösen, großflächigen Sinterformteilen mit wahlweise offener oder
geschlossener Zellstruktur.
[0024] Das erfindungswesentliche Verfahren ergibt, im Unterschied zu der bevorzugten Herstellung
von Sinterformkörpern mit geschlossenen Poren, bzw. Zellen, immer dann offene Zellstrukturen,
wenn entweder die Dehnbarkeit der Formmassenschmelze zu klein ist für die Geschwindigkeit
und das Ausmaß des Aufschäumens - und diese kann man gezielt steuern, oder wenn der
Aufschäumprozess beispielsweise durch Vergrößerung des EPS-Anteils in der Formmasse
so beeinflusst wird, dass die zur Ausbildung und Beibehaltung geschlossener Zellen
lokal bereitzustellende Formmassenmenge nicht ausreichend ist, so dass die sich weiter
aufblähenden EPS-Kügelchen direkten Flächenkontakt zu ihren angrenzenden Nachbarn
erhalten.
[0025] Hinsichtlich der Auswahl an für das erfindungsgemäße Verfahren geeigneten metallischen
und keramischen Matrixwerkstoffen besteht nur in sofern eine Einschränkung, als diese
in Form sinterfähiger Pulver vorliegen müssen, eine Forderung, deren Umsetzung zum
Wissen des Pulvermetallurgen gehört. Bevorzugte keramische Matrixwerkstoffe sind die
Oxide des Aluminium, Silizium und Zirkonium, sowie Siliziumnitrid und Mischungen derselben.
Als metallische Matrixwerkstoffe haben sich Metalle und Legierungen aus der Gruppe
Fe, Co, Ni, Cu, Ti, Ta, Mo, W und die Edelmetalle, sowie metallische Oxide, Hydride
und Hartmetalle besonders bewährt.
[0026] Sinterformkörper, hergestellt nach dem erfindungsgemäßen Verfahren, besitzen ein
weites Anwendungsfeld. Schwerpunktmäßig liegt die Anwendung im Bereich der Leichtbauteile
und bei Teilen mit vergleichsweise geringer thermischer Leitfähigkeit, sowie im Fall
offenporiger Sinterformteile im Bereich mechanischer Filter und Katalysatoren.
[0027] Die Erfindung wird durch nachfolgende Verfahrensbeispiele näher beschrieben.
[0028] Beispiel 1 beschreibt die Herstellung eines porösen Chromnickelstahl―Sinterformkörpers.
Wasserverdüstes Chromnickel-Pulver der Sorte 316 L (Fa. Pamco,Japan, Teilchengröße
zu 90 % kleiner 15 µm) wird in einem Knetaggregat mit Binderkomponenten, zusammengesetzt
aus Polyamid, Weichmacher, Netz-und Trennmittel (der Binder), in einem Gewichtverhältnis,
93,5 Gew.% 316 L Pulver, 6,5 Gew.% Binder bei ca. 100°C intensiv gemischt und geknetet,
bis eine niedrigviskose Schmelze vorliegt.
Diese Masse wird aus dem Knetaggregat ausgetragen , durch Abkühlen verfestigt und
zu Pulver einer Teilchengröße kleiner 0,3 mm vermahlen. 140 g dieses Pulvers werden
mit 13 g EPS―Perlen (Styropor P 656 der Fa. BASF, Teilchengröße 0,3 bis 0,4 mm)in
einem Labormischer vermischt und bei Raumtemperatur unter einem Pressdruck von 200
bar zu einem Pulverpressling der Abmessungen 60 x 90 x 7,2 mm
3 verpresst.
Dieser Pressling wird in einen 20 mm hohen Al-Rahmen der Abmessung 70 x 100 mm
2 eingebracht, seine Ober- und Unterfläche werden mit Filterpapier und feinem Siebgewebe
und anschließend mit jeweils 6 mm dicken Al-Platten abgedeckt, sodass eine geschlossene,
druckfeste und doch dampfdurchlässig Form entsteht. Die Dampfdurchlässigkeit wird
durch Löcher in den Platten von 4 mm Durchmesser und 3 mm Abstand gewährleistet.
Die mit Pressling gefüllte Form wird 4 min lang in einem Dampfautoklaven mit unter
0,7 bar Dampfüberdruck stehenden, 120°C heißen Wasserdampf ausgesetzt. Nach dem Abkühlen
des Autoklaven auf weniger als 100°C wird die Form entnommen und unter kaltem Wasser
auf etwa 30°C abgekühlt. Der zum Formkörper der Abmessungen 70 x 100 x 20 mm
3 aufgeblähte Pressling wird nach der Entnahme aus der Form vom Filterpapier befreit
und während 2 h bei 60°C getrocknet. Dabei verliert er 2,5 Gew.% an Feuchtigkeit.
Daraufhin wird der Formkörper während 24 h, auf einer gelochten Unterlagplatte ruhend,
in 50°C warmem Ethylacetat als Lösungsmittel behandelt. Anschließend wird der mit
Lösungsmittel und darin gelösten Stoffen vollgesogene, bereits poröse Formkörper dem
Bad entnommen und mittels Vakuumdestillation von der Lösung befreit. Der verbleibende,
noch ungesinterte Formkörper weist bei gegenüber dem geschäumten Formkörper unveränderter
Außenabmessung ein Gewicht von 137 g auf. Aus einem Vergleich mit dem eingewogenen
Gewicht der Formmasse
(140 g + 13 g = 153 g) ergibt sich ein Gewichtsverlust von 16 g, was, bezogen auf
17,2 g theoretisch extrahierbarer Stoff, einem Anteil von 93,0 % entspricht. Als erste
Stufe des abschließenden Formkörper-Sinterns wird mittels Pyrolyse bei 500°C der noch
nicht extrahierte Anteil an Polystyrol und Binderkomponenten, vor allem Polyamid in
flüchtiger Form aus dem Formkörper entfernt. Mit dem weiteren Sinterprozess während
60 min bei 1320°C wird ein Sinterformkörper der Abmessungen 61,5 x 88 x 17,3 mm
3 und von 130 g Gewicht hergestellt.
Das entspricht einer Dichte von ca. 1,4 g/cm
3 oder einem Porenvolumen von 82%.
Der mittlere Durchmesser der weitgehend einheitlich großen Poren, bzw. Zellen im Sinterformkörper
beträgt ca. 0,60 mm.
[0029] Beispiel 2 beschreibt die Herstellung eines porösen Al
2O
3-Sinterformkörpers.
Dazu wird ein sinterfähiges Al
2O
3-Pulver von 3 µm mittlerer Teilchengröße und 99,80 % Reinheit (Sorte CT 3000 SG, Fa.
ALCOA) in einem Knetaggregat mit Binderkomponenten (Polyamid, Weichmacher, Netz- und
Trennmittel) bei 100°C intensiv gemischt und geknetet, bis eine niedrigviskose Schmelze
vorliegt. Die Gewichtsanteile betragen, 86,0 Gew.% CT 3000 SG und 14,0 Gew.% Binderkomponenten.
Entsprechend Beispiel 1 wird die geknetete Masse aus dem Knetaggregat ausgetragen,
abgekühlt und zu Pulver einer Teilchengröße kleiner 0,3 mm vermahlen.
Daraufhin wird 65 g dieser Pulvermasse mit 25 g EPS-Perlen (Styropor P 656, Fa. BASF,
Teilchengröße 0,3 bis 0,4 mm) in einem Labormischer vermischt und bei Raumtemperatur
unter 200 bar Pressdruck zu einem Pressling der Abmessung 60 x 90 x 12 mm
3 verpresst.
[0030] Analog Beispiel 1 wird der Pressling zu einem geschäumten Pressling der Abmessungen
70 x 100 x 20 mm
3 verarbeitet und anschließend zur Extraktion löslicher Stoffe in Ethylacetat als Lösungsmittel
gelagert.
Der nach der Vakuumdestillation vorliegende Formkörper ist 62 g schwer und weist die
unveränderten Abmessungen 70 x 100 x 20 mm
3 auf Der Gewichtsverlust gegenüber der Einwage beträgt zu diesem Zeitpunkt 28 g, was
einem Wert von 89 % der theoretisch extrahierbaren Stoffmenge von 31,5 g entspricht.
Nach der Pyrolyse der restlichen Anteile des Polystyrols und der Binderkomponenten
bei 500°C in Luft und einer 60 minütigen Sinterung bei 1550°C weist der Sinterformkörper
die Maße 60 x 86 x17 mm
3 und ein Gewicht von 56 g auf.
Das entspricht einer Dichte von ca. 0,64 g/ cm
3, bzw. einem Porenvolumen von 84 %.
Der mittlere Durchmesser der Makroporen beträgt 0,60 mm.
Der Sinterkörper ist mechanisch so stabil, bzw. bruchunempfindlich, dass er ohne einschränkende
Vorsichtsmaßnahmen bei nur geringem Beschädigungsrisiko manipulierbar und nutzbar
ist.
1. Verfahren zur Herstellung eines zellularen Sinterformkörpers mit den Fertigungsschritten
Aufbereiten einer thermoplastisch fließfähigen Formmasse durch Mischen von Keramik-
u/o Metallpulver mit Binderkomponenten und Einarbeitung von organischen Treibmitteln,
Überführen der Formmasse in einen schmelzflüssigen Zustand und Einbringen in eine
Formgebungsvorrichtung, Aufschäumen der Formmasse mittels des Treibmittels, Verfestigen
der geschäumten Formmasse, Ausbringen von Treibmitteln und organischen Komponenten
und Sintern des derart behandelten Formkörpers,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Treibmittel blähfähige Polystyrol - Teilchen verwendet werden und der Schritt
des Aufschäumens in einer, Raum für eine Expansion der Formmasse belassenden Gehäuseform
bei Temperaturen zwischen 80° und 130° C unter Bildung einzelner, in der Formmasse
eine jeweils geschlossene Raumform einnehmender Polystyrol Schaumteilchen mit enger
Durchmesserverteilung erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass perlenförmige Polystyrol - Teilchen eines mittleren Durchmessers von 0,1 bis 5 mm
und kleiner Durchmesser Streubreite verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kopolymerisat aus monomerem Styrol und Acrylsäureester oder Acrylnitril als Treibmittel
verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Polystyrol mit Pentan oder Hexan als blähfähiges Mittel verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Treibmittel als festes, nicht vorgeblähtes Granulat in die Mischung für die Formmasse
eingearbeitet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Formmasse, von den blähfähigen Polystyrol-Teilchen räumlich getrennt, zusätzlich
kleine Anteile an anderen thermisch instabilen, gasabspaltenden Stoffen zur Bildung
von Mikroporen im Formkörper beigemischt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Formmasse zusätzlich zu den Polystyrol-Teilchen und von diesem räumlich getrennt,
chemisch lösliche, oder mittels Pyrolyse verflüchtigende Platzhalterteilchen zur Bildung
von Mikroporen im Formkörper beigegeben werden.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass beim Aufschäumen ein Volumenanteil an zellbildenden Poren größer 30 % und kleiner
85 %, bezogen auf das Volumen des gesinterten Formkörpers, gebildet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zellbildende Poren eines mittleren Durchmessers von 0,1 -10 mm und 60 - 85 Vol. %
Porenanteil, bezogen auf den Zustand im gesinterten Formkörper, erzeugt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbringung von Treibmitteln und organischen Komponenten durch Lösen derselben
in organischen Lösungsmitteln erfolgt.
11. Verfahren nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbringung des Treibmittels pyrolytisch erfolgt.
12. Verfahren nach Anspruch 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Formgebungs- und Aufschäumprozess nach einem Extrudierverfahren erfolgt.
13. Verfahren nach Anspruch 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallpulver, ausgewählt aus der Gruppe Fe, Co, Ni, Cu, Ti, Ta, Mo, W u/o Edelmetalle
als reines Metall, als Oxid, Nitrid u/o Hydrid in die Mischung für die Formmasse eingebracht
wird.
14. Verfahren nach Anspruch 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallpulver in Form einer Hartmetall Sorte in die Mischung für die Formmasse
eingebracht wird.
15. Verfahren nach Anspruch 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mischung verschiedener Binderkomponenten mit einem überwiegenden Gewichtsanteil
an Polyamid verwendet wird.
1. A process for producing a cellular shaped sintered body, which comprises the manufacturing
steps of preparation of a thermoplastically flowable molding composition by mixing
of ceramic and/or metal powder with binder components and incorporation of organic
and/or inorganic blowing agents, conversion of the molding composition into a molten
state and introduction into a shaping device, foaming of the molding composition by
means of the blowing agent, solidification of the foamed molding composition, removal
of blowing agents and organic components and sintering of the shaped body which has
been treated in this way, characterized in that expandable polystyrene particles are used as blowing agent and the foaming step is
carried out at temperatures of from 80° to 130°C in a mold which leaves room for expansion
of the molding composition to form individual polystyrene foam particles which each
take up a closed space in the molding composition and have a narrow diameter distribution.
2. The process as claimed in claim 1, characterized in that bead-shaped polystyrene particles having a mean diameter of from 0.1 to 5 mm and
a small scatter of the diameter are used.
3. The process as claimed in claim 1 or 2, characterized in that a copolymer of monomeric styrene and acrylic esters or acrylonitrile is used as blowing
agent.
4. The process as claimed in any of claims 1 to 3, characterized in that polystyrene comprising pentane or hexane as expandable agent is used.
5. The process as claimed in any of claims 1 to 4, characterized in that the blowing agent is incorporated as solid, not preexpanded pellets into the mixture
for the molding composition.
6. The process as claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that small proportions of other thermally unstable, gas-releasing substances are additionally
mixed into the molding composition physically separately from the expandable polystyrene
particles to form micropores in the shaped body.
7. The process as claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that space occupier particles which are chemically soluble or can be volatilized by means
of pyrolysis are added to the molding composition in addition to the polystyrene particles
and physically separately therefrom to form micropores in the shaped body.
8. The process as claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that a proportion by volume of cell-forming pores of greater than 30% and less than 85%,
based on the volume of the sintered shaped body, is formed on foaming.
9. The process as claimed in any of claims 1 to 8, characterized in that cell-forming pores having a mean diameter of 0.1 - 10 mm and a proportion of 60 -
85% by volume, based on the state in the sintered shaped body, are produced.
10. The process as claimed in any of claims 1 to 9, characterized in that the removal of blowing agents and organic components is effected by dissolution of
these in organic solvents.
11. The process as claimed in any of claims 1 to 10, characterized in that the removal of the blowing agent is effected pyrolytically.
12. The process as claimed in any of claims 1 to 11, characterized in that the shaping and foaming process occurs after an extrusion process.
13. The process as claimed in any of claims 1 to 12, characterized in that the metal powder selected from the group consisting of Fe, Co, Ni, Cu, Ti, Ta, Mo,
W and noble metals is introduced as pure metal, as oxide, nitride and/or hydride into
the mixture for the molding composition.
14. The process as claimed in any of claims 1 to 13, characterized in that the metal powder is introduced in the form of a type of cemented carbide into the
mixture for the molding composition.
15. The process as claimed in any of claims 1 to 14, characterized in that a mixture of various binder components having a predominant proportion by weight
of polyamide is used.
1. Procédé de fabrication d'un corps moulé fritté cellulaire qui présente les étapes
de fabrication consistant:
à préparer une pâte de moulage fluide thermoplastique en mélangeant une poudre de
céramique et/ou une poudre métallique avec des composants de liant et en y incorporant
des agents organiques et/ou des agents minéraux de gonflement,
à transférer la pâte de moulage à l'état fondu liquide et à l'amener dans un dispositif
de moulage,
à faire mousser la pâte de moulage à l'aide de l'agent de gonflement,
à solidifier la pâte de moulage moussée,
à extraire les agents de gonflement et les composants organiques et
à fritter le corps moulé ainsi traité,
caractérisé en ce que
comme agent de gonflement, on utilise des particules de polystyrène expansible et
en ce que l'étape de moussage s'effectue à une température comprise entre 80° et 130°C dans
un moule en caisson dont l'espace permet la dilatation de la pâte de moulage pour
former différentes particules de polystyrène moussées qui occupent dans la pâte de
moulage une forme spatiale fermée respective et qui présentent une étroite répartition
des diamètres.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on utilise des particules de polystyrène en forme de perles d'un diamètre moyen
de 0,1 à 5 mm et à étroite dispersion des diamètres.
3. Procédé selon les revendications 1 à 2, caractérisé en ce que l'on utilise comme agent de gonflement un copolymère dont les monomères sont le styrène
et un ester d'acide acrylique ou l'acrylonitrile.
4. Procédé selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'on utilise du polystyrène doté de pentane ou d'hexane comme agent d'expansion.
5. Procédé selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'agent de gonflement est incorporé sous la forme d'un granulé solide non pré-expansé
dans le mélange prévu pour la pâte de moulage.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'à la pâte de moulage, on ajoute de plus, de façon séparée spatialement des particules
de polystyrène expansibles, une petite proportion d'autres substances thermiquement
instables et se dissociant en gaz pour former des micropores dans le corps moulé.
7. Procédé selon les revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'à la pâte de moulage, on ajoute, en plus des particules de polystyrène et de façon
spatialement séparée de celles-ci, des particules d'écartement qui sont chimiquement
solubles ou se volatilisent par pyrolyse, pour former des micropores dans le corps
moulé.
8. Procédé selon les revendications 1 à 5, caractérisé en ce que lors du moussage, on forme une proportion en volume de pores de formation de cellules
supérieure à 30 % et inférieure à 85 % par rapport au volume du corps moulé fritté.
9. Procédé selon les revendications 1 à 8, caractérisé en ce que des pores de formation de cellules d'un diamètre moyen de 0,1 à 10 mm et d'une proportion
en pores de 60 à 85 % en volume par rapport à leur état dans le corps moulé fritté
sont formés.
10. Procédé selon les revendications 1 à 9, caractérisé en ce que l'extraction d'agents de gonflement et de composants organiques s'effectue en les
dissolvant dans des solvants organiques.
11. Procédé selon les revendications 1 à 10, caractérisé en ce que l'extraction de l'agent de gonflement s'effectue par pyrolyse.
12. Procédé selon les revendications 1 à 11, caractérisé en ce que l'opération de moulage et de moussage s'effectue après une opération d'extrusion.
13. Procédé selon les revendications 1 à 12, caractérisé en ce que l'on introduit dans le mélange prévu pour former la pâte de moulage la poudre métallique
sélectionnée dans l'ensemble constitué de Fe, Co, Ni, Cu, Ti, Ta, Mo, W et/ou les
métaux précieux, sous la forme du métal pur, d'oxyde, de nitrure et/ou d'hydrure.
14. Procédé selon les revendications 1 à 13, caractérisé en ce que la poudre métallique est introduite sous la forme d'un type de métal dur dans le
mélange pour la pâte de moulage.
15. Procédé selon les revendications 1 à 14, caractérisé en ce qu'on utilise un mélange de différents composants de liant dont la proportion pondérale
prédominante est constituée de polyamide.