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(11) |
EP 1 587 774 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.03.2012 Patentblatt 2012/12 |
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Anmeldetag: 14.01.2004 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2004/000197 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2004/063128 (29.07.2004 Gazette 2004/31) |
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TREIBLADUNG
PROPELLING CHARGE
CHARGE PROPULSIVE
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR |
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Priorität: |
14.01.2003 DE 10301123
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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26.10.2005 Patentblatt 2005/43 |
| (73) |
Patentinhaber: RUAG Ammotec GmbH |
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90765 Fürth (DE) |
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Erfinder: |
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- LECHNER, Peter, Simon
90522 Oberasbach (DE)
- MÖLLER, Reinhard
91459 Markt Erlbach (DE)
- HAGEL, Rainer
91058 Erlangen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Uppena, Franz et al |
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Chemetall GmbH
Patente, Marken & Lizenzen
Trakehner Strasse 3 60487 Frankfurt/Main 60487 Frankfurt/Main (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 704 415 WO-A-98/41810 GB-A- 2 359 124 US-A1- 2001 054 462
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WO-A-98/17607 DE-A- 2 017 633 US-A- 3 135 636 US-A1- 2002 179 209
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Treibladungen für Geschosse bestehen in der Regel aus energiereichen Stoffen wie
z.B. Nitrocellulose oder thermisch stabileren Systemen, wie sie z.B. für die Kraftfahrzeugsicherheit
in Form von Gassätzen entwickelt wurden und sich im Einsatz befinden. Diese Versionen
sind gasreich und erzeugen die zur Verrichtung der Geschossbewegung nötige Energie
durch schnelle und nahezu vollständige Umsetzung. Thermodynamisch kommt dies durch
die Sauerstoffbilanz, die spezifische Energie bzw. durch die Explosionswärme zum Ausdruck.
Solche Versionen sind für Waffen-Übungssysteme nur bedingt geeignet, da sie das Übungsgeschoss
zu stark beschleunigen.
[0002] Die erfindungsgemäße Treibladung enthält neben an sich üblichen schwermetallfreien
Anzündstoffen Friktionsmittel und vorzugsweise keine Oxidations- und/oder Reduktionsmittel.
Das Friktionsmittel dient gleichzeitig als inertes Verdünnungsmittel und stellt keine
Reaktionskomponente dar. Als erfindungsgemäße Friktionsmittel werden solche eingesetzt,
die keine abrasive Wirkung auf Waffenteite ausüben (weiche Friktionsmittel). Diese
Friktionsmittel werden aus der Gruppe Marmor, Calcit, Dolomit und/oder weiche Carbonate
wie Magnesiurncarbonat und/oder Calciumcarbonat und/oder Mischungen daraus ausgewählt.
[0003] Gegebenenfalls können der erfindungsgemäßen Treibladung auch andere herkömmliche
Friktionsmittel in üblichen Mengen zugemischt werden. Als schwermetallfreie Anzündstoffe
werden schlagempfindliche Explosivstoffe eingesetzt. Beispielhaft genannt seien Kaliumdinitrobenzofuroxanat
und Tetrazen. Es ist bekannt, Kaliumdinitrobenzofuroxanat und Tetrazen als Komponenten
in schwermetallfreien Anzündsätzen einzusetzen, jedoch dann meist in Anwesenheit von
Oxidations- und Reduktionsmitteln. Ein solcher normaler Anzündsatz, bestehend aus
den zuvor beschriebenen Komponenten mit Oxidations- und Reduktionsmitteln ist als
Treibladung für Übungssysteme weniger geeignet. Im Gegensatz zum Stand der Technik
wird im erfindungsgemäßen Satz auf die Anwesenheit von Reduktionsmitteln verzichtet.
Dadurch wirken die weiteren Zuschläge nicht mehr als Oxidationsmittel.
[0004] Die kinetische Energie des Geschosses lässt sich für alle Waffentypen durch Variation
der Rezeptur der erfindungsgemäßen Treibladung in weiten Grenzen steuern. Dadurch
wird die eingangs beschriebene zu starke Beschleunigung des Übungsgeschosses vermieden.
[0005] Die erfindungsgemäßen schlagempfindlichen Treibladungen können in herkömmlichen Anzündhütchen
laboriert werden. Die Anzündhütchen dienen dann jedoch nicht dazu, ein Treibladungspulver
anzuzünden, sondern bilden selbst den gaserzeugenden Satz. Die die erfindungsgemäßen
Treibladungen enthaltenden Anzündhütchen können dann beispielsweise durch ein primäres
Zündhütchen angezündet werden.
[0006] Die erfindungsgemäßen schlagempfindlichen Treibladungen enthalten 5 bis 70 Gew.-%,
vorzugsweise 10 bis 65 Gew.-% schwermetallfreie Anzündstoffe enthalten, wobei erfindungsgemäß
auch Mischungen dieser schwermetallfreien Anzündstoffe eingesetzt werden können. Das
erfindungsgemäße Friktionsmittel wird in Mengen von 30 bis 95 Gew.-%, vorzugsweise
in Mengen von 35 bis 80 Gew.-% eingesetzt, wobei erfindungsgemäß auch Mischungen dieser
Friktionsmittel eingesetzt werden können.
[0007] Durch Variation der Satzzusammensetzung lassen sich Treibladungs-Leistungen aller
gewünschten Stärken realisieren.
[0008] Dabei wurden folgende positive Beobachtungen gemacht:
- keine Aerosolbildung;
- keine Waffenerosion durch weiches Friktionsmittel;
- dennoch ausreichende Friktionswirkung;
- gleichmäßige Leistungseinstellung möglich.
[0009] Beispielhaft genannt seien folgende Zusammensetzungen:
| Leistung: |
schwach |
mittel |
stark |
| Kaliumdinitrobenzofuroxanat |
20 Gew.-% |
40 Gew.-% |
50 Gew.-% |
| Tetrazen |
0 Gew.-% |
10 Gew.-% |
15 Gew.-% |
| weiches Friktionsmittel |
80 Gew.-% |
50 Gew.-% |
35 Gew.-% |
[0010] Verwendet werden können die erfindungsgemäßen Treibladungen in Waffen-Übungssystemen.
1. Treibladung für Waffen-Übungssysteme, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladung ein welches Triktionsmittel und einen schwermetallfrelen Anzündstoff
bestehend aus mindestens einen schlagempfindlichen Explosivstoff enthält, wobei der
Anteil des schlagempfindlichen Explosivstoffes oder der schlagempfindlichen Explosivstoffen
an der Treibladung 5 bis 70 Gew.-% und der Anteil des weichen Friktionsmittels an
der Treibladung 30 bis 95 Gew.-% beträgt, wobei das weiche Friktionsmittel ausgewählt
ist aus der Gruppe Marmor, Calcit, Dolomit, weiche Carbonate und/oder Mischungen daraus.
2. Treibladung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des schlagempfindlichen Explosivstoffes oder der schlagempfindlichen Explosivstoffen
an der Treibladung 20 bis 65 Gew.% und der Anteil des weichen Friktionsmittels an
der Treibladung 35 bis 80 Gew.-% beträgt.
3. Treibladung nach nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem schlagempfindlichen Explosivstoff oder den schlagempfindlichen Explosivstoffen
um Kaliumdinitrobenzofuroxanat und/oder Tetrazen handelt.
4. Treibladung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladung folgende Zusammensetzung hat: 20 Gew.-% Kaliumdinitrobenzofuroxanat
und 80 Gew.-% Marmorpulver.
5. Treibladung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladung folgende Zusammensetzung hat: 40 Gew.-% Kaliumdinitrobenzofuroxanat,
10 Gew.-% Tetrazen, 50 Gew.-% Marmorpulver.
6. Treibladung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladung folgende Zusammensetzung hat: 50 Gew.-% Kaliumdinitrobenzofuroxanat,
15 Gew.-% Tetrazen 35 Gew.-% Marmorpulver.
7. Treibladung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladung in herkömmliche Anzündhütchen laboriert und durch ein primäres Zündhütchen
angezündet werden kann.
1. A propellant charge for weapons training systems, characterised in that the propellant charge contains a soft friction agent and an ignition substance that
is free from heavy metals and consists of at least one percussion-sensitive explosive,
wherein the proportion of the percussion-sensitive explosive or the percussion-sensitive
explosives in the propellant charge amounts to 5 to 70% by weight, and the proportion
of the soft friction agent in the propellant charge amounts to 30 to 95% by weight,
wherein the soft friction agent is selected from the group of marble, calcite, dolomite,
soft carbonates and/or mixtures thereof.
2. A propellant charge according to claim 1, characterised in that the proportion of the percussion-sensitive explosive or the percussion-sensitive
explosives in the propellant charge amounts to 20 to 65% by weight, and the proportion
of the soft friction agent in the propellant charge amounts to 35 to 80% by weight.
3. A propellant charge according to claim 1 or 2, characterised in that the percussion-sensitive explosive or the percussion-sensitive explosives is/are
potassium dinitrobenzofuroxane and/or tetrazene.
4. A propellant charge according to one or more of claims 1 to 3, characterised in that the propellant charge has the following make-up: 20% by weight potassium dinitrobenzofuroxane
and 80% by weight marble powder.
5. A propellant charge according to one or more of claims 1 to 3, characterised in that the propellant charge has the following make-up: 40% by weight potassium dinitrobenzofuroxane,
10% by weight tetrazene, 50% by weight marble powder.
6. A propellant charge according to one or more of claims 1 to 3, characterised in that the propellant charge has the following make-up: 50% by weight potassium dinitrobenzofuroxane,
15% by weight tetrazene, 35% by weight marble powder.
7. A propellant charge according to one or more of claims 1 to 6, characterised in that the propellant charge can be loaded in conventional ignition caps and ignited by
a primary percussion cap.
1. Charge propulsive pour systèmes pour exercice militaire, caractérisée en ce que la charge propulsive contient un agent de frottement doux et une matière d'amorce
sans métaux lourds et constituée d'au moins un explosif sensible aux chocs, étant
entendu que la proportion de l'explosif sensible aux chocs ou des explosifs sensibles
aux chocs vaut de 5 à 70 %, en poids rapporté au poids de la charge propulsive, que
la proportion de l'agent de frottement doux vaut de 30 à 95 %, en poids rapporté au
poids de la charge propulsive, et que l'agent de frottement doux est choisi parmi
le marbre, la calcite, la dolomite, les carbonates doux et/ou leurs mélanges.
2. Charge propulsive conforme à la revendication 1, caractérisée en ce que la proportion de l'explosif sensible aux chocs ou des explosifs sensibles aux chocs
vaut de 20 à 65 %, en poids rapporté au poids de la charge propulsive, et la proportion
de l'agent de frottement doux vaut de 35 à 80 %, en poids rapporté au poids de la
charge propulsive.
3. Charge propulsive conforme à la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que, pour ce qui est de l'explosif sensible aux chocs ou des explosifs sensibles aux
chocs, il s'agit de dinitrobenzofuroxanate de potassium et/ou de tétrazène.
4. Charge propulsive conforme à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que la charge propulsive présente la composition suivante : 20 % en poids de dinitrobenzofuroxanate
de potassium et 80 % en poids de marbre en poudre.
5. Charge propulsive conforme à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que la charge propulsive présente la composition suivante : 40 % en poids de dinitrobenzofuroxanate
de potassium, 10 % en poids de tétrazène et 50 % en poids de marbre en poudre.
6. Charge propulsive conforme à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que la charge propulsive présente la composition suivante : 50 % en poids de dinitrobenzofuroxanate
de potassium, 15 % en poids de tétrazène et 35 % en poids de marbre en poudre.
7. Charge propulsive conforme à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que la charge propulsive peut être mise en oeuvre dans des amorces habituelles et être
allumée au moyen d'une amorce primaire.