[0001] Die Erfindung betrifft eine Fasertransport und -ablegevorrichtung nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1
[0002] Aus der Patentschrift CH 692 349 ist eine Vorrichtung bekannt, bei der das die Karde
verlassende Faserband zunächst in ein Streckwerk und von dort in den Kannenstock gelangt,
welcher das Faserband in Form von Schlaufen in der Kanne ablegt. Das Streckwerk ist
als Regulierstreckwerk ausgebildet und unmittelbar auf der Oberseite des Kannenstocks
angeordnet. Auf diese Weise läßt sich, was in der Patentschrift CH 692 349 als besonders
vorteilhaft herausgestellt ist, der Abstand zwischen dem Ausgang des Regulierstreckwerks
und der Bandeintrittsöffnung des Kannenstocks sehr gering halten.
[0003] Steuerungstechnisch ist die Vorrichtung gemäß der Schweizer Patentschrift sehr anspruchsvoll.
Das grundsätzliche Problem besteht darin, daß die Arbeitsgeschwindigkeit von Karde
einerseits, Streckwerk andererseits und schließlich des Kannenstockes in geeigneter
Weise aufeinander abgestimmt werden muß. Geschwindigkeitsdifferenzen müssen ausgeglichen
bzw. ausreguliert werden. Hierzu wird gemäß der schweizerischen Patentschrift der
Weg beschritten, in den Regelkreis sowohl das Regulierstreckwerk, wie auch den Antriebsmotor
der Karde einzubeziehen. Dies setzt voraus, daß die einzelnen Bestandteile steuerungstechnisch
miteinander verknüpft sind. In der Praxis stellt sich hingegen häufig das Problem,
an eine vorhandene Karde einen Kannenstock mit zwischengeschaltetem Streckwerk zusätzlich
oder nachträglich anzubauen. In solchen Fällen ist es häufig nicht möglich oder mit
zu hohem technischen Aufwand verbunden, im Sinne einer Gesamtregelung des Systems
in die Geschwindigkeitssteuerung der Karde einzugreifen.
[0004] Die US 5,774,940 offenbart eine Vorrichtung, bei der bei vorgegebener Kardengeschwindigkeit
eine Regelung sowohl der Walzenpaare des Streckwerkes erfolgt, wie auch eine getrennte
Regelung des Kannenstockantriebs. Zwischen dem Regulierstreckwerk und dem Kannenstock
wird das Faserband als frei durchhängende Schlaufe geführt. Ein Niveausensor erfaßt
die Höhe dieser Schlaufe, aus diesem Signal wird über einen Prozeßrechner eine Geschwindigkeitsanpassung
für einerseits Regulierstreckwerk und andererseits die Ablegegeschwindigkeit des Kannenstocks
hergeleitet.
[0005] In der Praxis hat sich herausgestellt, daß bei modernen Karden, welche mit hohen
Bandgeschwindigkeiten und kurzweiliger Regelung des Regulierstreckwerkes arbeiten,
bei Regelung der Ablegegeschwindigkeit des Kannenstockes mittels z. B. eines sehr
schnell arbeitenden Servoantriebs die Mechanik des Kannenstocks überfordert ist, der
kurzweiligen Regelung des Regulierstreckwerkes ausreichend schnell zu folgen. Der
Grund hierfür liegt in den relativ großen beweglichen Massen des Kannenstocks, die
im Falle einer kurzfristigen Geschwindigkeitsanpassung zu hohen mechanischen Kräften
insbesondere auf die Lagerung des rotierenden Kopfes des Kannenstockes führen.
[0006] Aus der GB1 436 029 A ist eine Vorrichtung bekannt, bei welcher die Faser zum Ausgleich
der Faserbandlänge umgelenkt wird. Hierzu dient ein zwei Abschnitte aufweisendes Rohr,
welches um die Achse des ersten, horizontalen Abschnitts drehbar gelagert ist, wobei
der zweite Abschnitt gegenüber dem ersten abgewinkelt ist. Beim Verlassen dieses zweiten
Abschnitts wird das Faserband in Gestalt einer Schlaufe umgelenkt, und gelangt dann
über eine weitere Abwinklung zu dem Kannenstock. Ist das Band wenig belastet, nimmt
das Rohr seine abgesenkte Position ein. Bei Verkürzung der das Rohr durchlaufenden
Faser wird der abgewinkelte Teil des Rohres entsprechend der Faserkürzung angehoben,
der daraus resultierende Drehwinkel des ersten Rohrteils wird detektiert, und die
Fasergeschwindigkeit angepaßt. Die durch das Rohr auf die Faser ausgeübte Spannung
ist vom Drehwinkel des Rohres abhängig. Diese Spannung kann aber Einfluß auf die Bandqualität
der Faser haben.
[0007] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine mit einfachen steuerungstechnischen Mitteln arbeitende Fasertransport
und -ablegevorrichtung zum Anschluß an eine Karde zu schaffen, welche hinter dem Streckwerkausgang
die Anpassung und den Ausgleich der Bandgeschwindigkeit ohne Beeinflussung der Bandqualität
ermöglicht.
[0008] Die Lösung dieser Aufgabe ist bei einer gattungsgemäßen Fasertransport und -ablegevorrichtung
gekennzeichnet durch am freien Ende eines um eine Schwenkachse verschwenkbaren und
zur Aufrechterhaltung einer gewissen Bandspannung einen Gegendruck auf das Faserband
ausübenden Arms angeordnete Umlenkmittel, über die das Faserband in einem Umlenkwinkel
geführt ist.
[0009] Eine solche Fasertransport und -ablegevorrichtung ermöglicht durch einfache steuerungstechnische
Mittel die Anpassung und den Ausgleich der Bandgeschwindigkeiten hinter dem feinregulierenden
Streckwerk. Erfindungsgemäß beruht die Regelung auf einer örtlichen Verlagerung von
Umlenkmitteln für das Faserband, wobei diese Umlenkmittel. aus einem um eine Schwenkachse
verschwenkbaren Arm bestehen, an dessen freiem Ende eine Rolle frei drehbar gelagert
sein kann, über die das Faserband geführt und umgelenkt ist. Das Faserband läuft daher
nicht auf direktem Wege von dem letzten Walzenpaar des Streckwerks zu dem Kannenstock,
sondern es nimmt den "Umweg" über die verlagerbaren Umlenkmittel. Dies führt zum einen
zur automatischen Aufrechterhaltung einer gewissen Bandspannung und damit zur Wahrung
der das Streckwerk verlassenden Bandqualität. Zum anderen ergibt sich eine Detektionsmöglichkeit
aufgrund der örtlichen Verlagerung der Umlenkmittel. Hierzu sind diskrete Signalgeber
für eine erste und für eine zweite Endlage der Umlenkmittel vorgesehen. Erfaßt wird
daher nicht die Größe der örtlichen Verlagerung der Umlenkmittel über den gesamten
möglichen Bewegungsbereich, sondern es werden nur diskrete Endlagen bzw. eine Annäherung
an solche Endlagen erfaßt.
[0010] Schließlich sind erfindungsgemäß Mittel zur Veränderung der Antriebsgeschwindigkeit
des Kannenstocks bei einer Signalabgabe durch einen der Signalgeber und in Abhängigkeit
von dem seit der letzten Signalabgabe verstrichenen Zeitintervall vorgesehen. Nur
wenn eine der Endlagen erreicht wird, erfolgt eine Anpassung der Grundübersetzung
durch Eingriff in die Arbeitsgeschwindigkeit des Kannenstocks. Je länger die Zeitspanne
zwischen dem aufeinanderfolgenden Erreichen zweier Endlagen ist, um so geringer ist
die Geschwindigkeitsanpassung des Kannenstocks.
[0011] Ein Eingriff in die oftmals vollständig unabhängige Steuerung der Karde ist nicht
erforderlich, weshalb sich die erfindungsgemäße Faserbandtransport und -ablegevorrichtung
auch zur Nachrüstung sowie zum nachträglichen Anbau an eine vorhandene Karde eignet.
Da als Ausgangsgröße der Regelung nur zwei Endlagen und nicht z. B. sämtliche dazwischenliegenden
Werte erfaßt werden, ist der steuerungstechnische Aufwand trotz der erreichbaren hohen
Bandgeschwindigkeiten gering.
[0012] Von Vorteil ist schließlich der ruhige Lauf des Faserbandes, indem dieses über die
am freien Ende des Arms angeordneten Umlenkmittel geführt ist, welche die Qualität
des Faserbandes, so wie dieses das Streckwerk verläßt, nicht mehr beeinträchtigen
können. Gerade bei den hohen angestrebten Bandgeschwindigkeiten zeichnet sich eine
solche Bandführung durch einen ruhigeren Transport des Faserbandes aus, als z. B.
im Falle einer frei durchhängenden Schlaufe, wie sie in Verbindung mit einem stufenlos
arbeitenden Niveausensor in der US 5,774,940 beschrieben ist. Ein zusätzlicher Nachteil
eines die durchhängende Faserband-Schlaufe erfassenden Niveausensors besteht darin,
daß das undefinierte Durchhängen der Faserbandschlaufe gerade zu solchen Fehlverzügen
im Faserband führen kann, die vorher aufwendig durch das Regulierstreckwerk beseitigt
wurden.
[0013] Mit einer bevorzugten Ausgestaltung der Fasertransport und -ablegevorrichtung wird
vorgeschlagen, daß zur Detektion der beiden Endlagen jeweils zwei Signalgeber geringfügig
versetzt zueinander angeordnet sind. Auf diese Weise kann auch eine Annäherung an
die Endlage bereits signaltechnisch erfaßt, und dementsprechend die Steuerung verfeinert
werden. Als Signalgeber kommen vorzugsweise Näherungsschalter zur Anwendung.
[0014] Für den verschwenkbaren Arm wird eine besonders leichtgewichtige und damit nahezu
trägheitslose Konstruktion vorgeschlagen, bei welcher der Arm aus einem dünnwendigen
Rohr besteht. Besonders geeignet ist hierfür ein Rohr aus Kohlefaser, welches den
Vorteil geringen Gewichts mit hoher Festigkeit und weitgehender Schwingungsfreiheit
verbindet. Ein solcher Arm arbeitet mit sehr geringen Trägheitsmomenten und einem
daher guten Ansprechverhalten auf jede Längung oder Kürzung des über den Arm umgelenkten
Faserbahdes.
[0015] Zur Verbesserung des Ansprechverhaltens der Umlenkmittel auf jede Längenänderung
des Faserbandes trägt ferner eine auf der Schwenkachse für den Arm ortsfest gelagerte
weitere Rolle bei, welche in diesem Fall als weiteres Umlenkmittel dient. Vorzugsweise
ist hierbei die Schwenkachse für den Arm über dem Kannenstock angeordnet, und das
Faserband ist zwischen der weiteren Rolle und dem Kannenstock senkrecht geführt, so
daß das Faserband auf kürzestem Wege und von oben senkrecht nach unten in den Kannenstock
gelangt.
[0016] Zur Erzielung eines exakten Ansprechverhaltens der Umlenkmittel ist es von Vorteil,
wenn diese nur entgegen einer gewissen Gegenkraft verlagerbar sind, wozu vorzugsweise
ein Dämpfungsmechanismus eingesetzt wird. Dementsprechend ist eine Ausgestaltung der
Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkmittel mit einem in Verlagerungsrichtung
wirkenden Dämpfungselement mit progressiver Dämpfungs-Kennlinie versehen sind, so
daß für die Regulierung des Kannenstocks ungünstige Schwingungen weitestgehend vermieden
werden. Vorzugsweise ist das Dämpfungselement in der Weise angeordnet, daß dieses
dämpfend auf die Schwenkachse des verschwenkbaren Arms wirkt.
[0017] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles
und unter Bezugnahme auf die Zeichnungen erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- in einer Seitenansicht ein an eine Karde angebautes Streckwerk sowie einen diesem
Streckwerk nachgeschalteten Kannenstock, welcher hier zur Aufnahme von insgesamt drei
Faserbandkannen vorbereitet ist;
- Fig. 2
- die Gegenstände nach Fig. 1 in einer Draufsicht;
- Fig. 3
- in einer Schnittdarstellung einen auf dem Kannenstock angeordneten Arm, über den das
Faserband auf dem Weg vom Streckwerk zum Kannenstock umgelenkt wird;
- Fig. 4
- den Arm nach Fig. 3 in einer gegenüber Fig. 3 um 90° verdrehten Ansicht;
- Fig. 5
- eine vergrößert dargestellte Einzelheit der Fig. 3 und
- Fig. 6
- einen Schnitt in der in Fig. 5 eingezeichneten Ebene VI-VI durch die Lagerung des
verschwenkbaren Arms.
[0018] Die Fign. 1 und 2 zeigen in einer Gesamtdarstellung eine hier nur teilweise dargestellte
Karde 1, der in Bezug auf die Bandlaufrichtung ein Streckwerk 2 nachgeschaltet ist,
dem wiederum ein Kannenstock 3 nachgeschaltet ist. In dem Kannenstock 3 ist in an
sich bekannter Weise eine Kanne abgestellt, in welcher das Faserband in Schlaufen
kontrolliert abgelegt wird. Im vorliegenden Fall ist der Kannenstock 3 mit einem Kannenwechsler
versehen, welcher Platz für insgesamt drei Faserbandkannen 4 bietet. Das Faserband
ist mit dem Bezugszeichen 5 versehen.
[0019] In dem Streckwerk 2 erfolgt ein kontrolliertes Strecken des von der Karde 1 kommenden
Faserbandes, um so die Struktur und insbesondere die Gleichmäßigkeit des Faserbandes
zu verbessern. Auch solche Streckwerke sind bekannt, z. B. aus der schweizerischen
Patentschrift CH 692 349. Ein Streckwerk besteht häufig aus mehreren Walzenpaaren,
wobei zumindest das letzte Walzenpaar mit einer höheren, individuell regelbaren Geschwindigkeit
angetrieben ist. Dieser Geschwindigkeitsunterschied bewirkt die Streckung und Vergleichmäßigung
des Faserbandes.
[0020] Das Streckwerk 2 ist daher als Regulierstreckwerk ausgebildet und verfügt hierzu
über einen Hauptantrieb sowie einen getrennten, schnell reagierenden Regulierantrieb.
Der Hauptantrieb weist eine feste, jedoch in ihrer Größe programmierbare Übersetzung
zur Karde 1 auf. Der Regulierantrieb weist eine feste, in ihrer Größe aber ebenfalls
programmierbare Grundübersetzung zum Antrieb des Kannenstocks 3 auf.
[0021] Zur Erzielung der gewünschten Struktur des Faserbandes lassen sich das letzte Walzenpaar
bzw. ggf. auch die letzten Walzenpaare des Streckwerks 2, welche häufig auch als Streckwerksausgangswalzen
bezeichnet werden, kurzfristig durch den schnell reagierenden Regulierantrieb gegenüber
der Grundübersetzung beschleunigen oder verzögern. Mittels eines schnell arbeitenden
Servoantriebs z. B. lassen sich die Ausgangswalzen mit einer Frequenz im Millisekunden-Bereich
bis zu 25 % in ihrer Geschwindigkeit ändern. Einer derartig schnellen Geschwindigkeitsänderung
kann der dem Streckwerk 2 nachgeschaltete Kannenstock 3 nicht folgen, da seine mechanischen
Antriebskomponenten zu träge reagieren. Im Ergebnis kommt es daher zu nahezu dauernden
Geschwindigkeitsdifferenzen.
[0022] Aufgrund dieser unterschiedlichen Dynamik des Regulierstreckwerks einerseits und
des Kannenstocks andererseits kommt es ferner zu Änderungen der wirksamen Bandlänge
des Faserbandes auf dem Weg vom Streckwerk 2 zum Kannenstock 3. Diese Längenänderungen
werden dadurch kurzfristig ausgeglichen, daß das Faserband 5 auf seinem Weg vom Streckwerk
2 zum Kannenstock 3 über das freie Ende eines um eine Schwenkachse 6 verschwenkbaren
Arms 7 geführt ist. Infolge seiner Schwenkbarkeit um die Schwenkachse 6 bildet der
Arm 7 bzw. eine an seinem freien Ende frei drehbar gelagerte Rolle 8 ein entsprechend
der wirksamen Faserbandlänge verlagerbares Umlenkmittel für das Faserband. Durch eine
definierte Gegenkraft, welche vorzugsweise durch ein Gegengewicht erzeugt wird, wird
der Arm 7 unter konstantem Gegendruck gehalten, so daß das Faserband 5 auf seinem
Weg vom Streckwerk zum Kannenstock gleichmäßig gespannt bleibt. Diese Spannung ist
so gering, daß die Struktur des Faserbandes, so wie dieses das Streckwerk 2 verläßt,
nicht mehr beeinflußt wird.
[0023] Anhand der Fign. 3 bis 6 werden nachfolgend Einzelheiten des in erster Linie aus
dem Arm 7 und der daran frei gelagerten Rolle 8 zusammengesetzten Umlenkmittels erläutert.
[0024] Auf der Oberseite des Kannenstocks ist ein kurzer Ständer 11 befestigt, der an seinem
oberen Ende die Lagerung für die Schwenkachse 6 des Arms 7 trägt. Der Arm 7 ist daher
um die Achse 6 schwenkbar, wobei Dämpfungselemente 16 im Bereich der Schwenkachse
6 eine progressive Dämpfungswirkung auf die Drehbewegung des Arms ausüben, d. h. je
größer die Verdrehgeschwindigkeit des Arms 7, desto größer ist die Dämpfung. Der lange
Hebel des Arms 7 besteht aus einem Rohr 9, an dessen freiem Ende die bereits beschriebene
Rolle 8 frei drehbar gelagert ist. Das Rohr 9 besteht aus einem sehr leichten, jedoch
schwingungsarmen und hochfesten Material wie z. B. Kohlefaser.
[0025] Der kurze Hebel des Arms 7 wird durch das Gewichtselement 10 gebildet. Das Gewichtselement
10 sitzt möglichst nah an der Schwenkachse 6 des Arms, um so die Massenträgheitskräfte
nahe an den Schwenkmittelpunkt zu bringen. Das Gewichtselement 10 ist über ein Einstellgewinde
12 mit Kontermutter 13 in den Arm 7 eingeschraubt, wobei durch Einstellung dieses
Gewindes die Hebelkraft des Gewichtselements eingestellt werden kann.
[0026] Das als Gegengewicht für den langen Arm 7 sowie die Rolle 8 dienende Gewichtselement
10 ist so dimensioniert und austariert, daß die am freien Ende des Rohrs 9 angeordnete
Rolle 8 stets eine gewisse Spannung auf das über dieser Rolle 8 geführte Faserband
5 ausübt. Hierbei ist es von Vorteil, wenn das Faserband 5, wie dies Fig. 3 erkennen
läßt, in der mittleren Stellung des Arms 7 in einem Umlenkwinkel von ca. 90° über
die Rolle 8 geführt ist.
[0027] Die Fig. 4 läßt in einer anderen Ansicht erkennen, daß zu den Umlenkmitteln für das
Faserband außer der verlagerbaren Rolle 8 noch eine weitere Rolle 14 gehört. Die weitere
Rolle 14 ist frei drehbar auf der Schwenkachse 6 des Arms 7 gelagert. Des weiteren
ist die Rolle 14 so angeordnet, daß das über sie geführte Faserband 5 anschließend
senkrecht in den darunter angeordneten Kannenstock 3 gelangt.
[0028] Gemäß den Fign. 5 und 6 ist die Schwenkbewegung des wälzgelagerten Arms 7 durch zwei
Endlagen begrenzt, die jeweils detektierbar sind. Hierzu ist ein erster Signalgeber
15a für die erste Endlage des Arms, und ein zweiter Signalgeber 15b für die zweite
Endlage des Arms in das Schwenkgelenk integriert. Vorzugsweise gehört zu jedem der
beiden Signalgeber 15a, 15b noch ein hierzu örtlich geringfügig vorgelagerter Vorsignalgeber,
so daß bereits Annäherungen an die Endlagen detektierbar sind. Zwischenlagen des Arms
7 hingegen werden nicht sensorisch erfaßt, vielmehr erfolgt eine Signalabgabe erst
dann, wenn sich der Arm 7 einer seiner beiden Endlagen zumindest nähert.
[0029] Fig. 6 zeigt ferner ein Dämpfungselement 16, welches progressiv arbeitet und eine
um so höhere Dämpfungskraft auf die Schwenkachse 6 des Arms ausübt, je größer die
Verlagerungsgeschwindigkeit des Arms ist. Diese Dämpfung führt zu einer Beruhigung
des Arms gegenüber kurzwelligen Schwingungsamplituden.
[0030] Durch die besonders leichtgewichtigte Bauweise des Arms 7 wird die Bandspannung des
darüber geleiteten Faserbandes 5 konstant gehalten, außerdem werden kurz- und langwellige
Übersetzungsänderungen gut ausgeglichen.
[0031] Die Detektionssignale der Endlagen-Signalgeber 15a, 15b werden an eine zentrale Steuereinheit
gegeben, die hieraus eine Geschwindigkeitsveränderung für die Grundeinstellung des
Kannenstocks 3 errechnet. Nähert sich z. B. der Arm 7 mit seiner Rolle 8 der unteren
Endlage, was einer Kürzung der Faserbandlänge zwischen Streckwerk und Kannenstock
gleichkommt, wird von der zentralen Steuereinheit eine Verlangsamung der Grundgeschwindigkeit
des Kannenstocks 3 errechnet. Steigt umgekehrt der Arm 7 mit seiner Rolle 8, was einer
Längung des Faserbandabschnittes zwischen Streckwerk und Kannenstock gleichkommt,
wird die Grundgeschwindigkeit des Kannenstocks erhöht, und damit auch die Antriebsgeschwindigkeit
des Kannenstocks. Zu diesem Zweck ist die zentrale Steuereinheit an einen Regler angeschlossen,
der entsprechende Antriebsbefehle gibt, um so eine Anpassung und damit Einjustierung
der Grundübersetzung des Regulierstreckwerks zum Kannenstock vorzunehmen. In den Regelkreis
geht ferner das seit der letzten Signalabgabe durch die Signalgeber 15a, 15b verstrichene
Zeitintervall ein. Je größer dieses Zeitintervall, desto geringer fallen die von der
zentralen Steuereinheit errechneten Anpassungen der Geschwindigkeit am Kannenstockantrieb
aus. Diese Berücksichtigung auch von Zeitdaten führt zu einer deutlichen Beruhigung
des Regelverhaltens, und auf diese Weise wird automatisch die optimale Grundübersetzung
gefunden.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Karde
- 2
- Streckwerk
- 3
- Kannenstock
- 4
- Faserbandkanne
- 5
- Faserband
- 6
- Schwenkachse
- 7
- Arm
- 8
- Rolle
- 9
- Rohr
- 10
- Gewichtselement
- 11
- Ständer
- 12
- Einstellgewinde
- 13
- Kontermutter für das Gewichtselement
- 14
- Rolle
- 15a
- Signalgeber
- 15b
- Signalgeber
- 16
- Dämpfung
1. Fasertransport und -ablegevorrichtung zum Anschluß an eine Karde, bei der das Faserband,
im Anschluß an den Kardenausgang, durch ein aus mindestens zwei angetriebenen Walzenpaaren
bestehendes Streckwerk (2) hindurchgeführt ist und dann zu einem Kannenstock (3) gelangt,
wobei das Streckwerk (2) einen Hauptantrieb aufweist sowie einen Regulierantrieb für
das letzte Walzenpaar, mit
a. zwischen dem letzten Walzenpaar des Streckwerks (2) und dem Kannenstock (3) angeordneten
Umlenkmitteln (8) für das Faserband (5), die zum Ausgleich der Faserbandlänge verlagerbar
sind,
b. Signalgebern (15a, 15b) für eine erste und eine zweite Endlage der Umlenkmittel
(8) und
c. Mitteln zur Veränderung der Geschwindigkeit des Kannenstockantriebs bei einer Signalabgabe
durch einen der Signalgeber (15a, 15b) und in Abhängigkeit von dem seit der letzten
Signalabgabe verstrichenen Zeitintervall,
gekennzeichnet durch
am freien Ende eines um eine Schwenkachse (6) verschwenkbaren und zur Aufrechterhaltung
einer gewissen Bandspannung einen Gegendruck auf das Faserband (5) ausübenden Arms
(7) angeordnete Umlenkmittel (8), über die das Faserband (5) in einem Umlenkwinkel
geführt ist.
2. Fasertransport und -ablegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Detektion der beiden Endlagen jeweils zwei Signalgeber (15a, 15b) geringfügig
versetzt zueinander angeordnet sind.
3. Fasertransport und -ablegevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch Näherungsschalter als Signalgeber (15a, 15b).
4. Fasertransport und -ablegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine frei drehbar an dem Arm (7) angeordnete Rolle (8) als Umlenkmittel.
5. Fasertransport und -ablegevorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß Rolle (8) und Arm (7) durch ein an dem Arm (7) angeordnetes Gewichtselement (10)
gegen das Faserband (5) vorgespannt sind.
6. Fasertransport und -ablegevorrichtung nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der verschwenkbare Arm (7) aus einem dünnwandigen Rohr (9) vorzugsweise aus Kohlefaser
besteht.
7. Fasertransport und -ablegevorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, gekennzeichnet durch eine auf der Schwenkachse (6) für den Arm ortsfest gelagerte weitere Rolle (14) als
weiteres Umlenkmittel.
8. Fasertransport und -ablegevorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (6) für den Arm (7) über dem Kannenstock (3) angeordnet ist, und
daß das Faserband (5) zwischen der weiteren Rolle (14) und dem Kannenstock (3) senkrecht
geführt ist.
9. Fasertransport und -ablegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkmittel mit einem in Verlagerungsrichtung wirkenden Dämpfungselement (16)
mit progressiver Dämpfungs-Kennlinie versehen sind.
10. Fasertransport und -ablegevorrichtung nach Anspruch 5 in Verbindung mit Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpfungselement (16) auf die Schwenkachse des verschwenkbaren Arms (7) wirkt.
1. Fibre conveying and depositing device for connection to a carding machine, in which
the fibre strip, after exiting from the carding machine, is passed through a draw
frame (2) consisting of at least two driven roller pairs and then reaches a can coiler
(3), wherein the draw frame (2) has a main drive and a regulating drive for the last
roller pair, comprising:
a. deflection means (8) for the fibre strip (5) arranged between the last roller pair
of the draw frame (2) and the can coiler (3), which deflection means can be displaced
in order to compensate for the length of the fibre strip;
b. signal transducers (15a, 15b) for a first and second end position of the deflection
means (8), and
c. means for changing the speed of the can coiler drive when a signal is output by
one of the signal transducers (15a, 15b) and as a function of the time interval that
has elapsed since the last signal was output,
characterised by deflection means (8) arranged at the free end of an arm (7) which can pivot about
a pivot axle (6) and which exerts a counter-pressure on the fibre strip (5) so as
to maintain a certain strip tension, via which deflection means the fibre strip (5)
is guided at a deflection angle.
2. Fibre conveying and depositing device according to Claim 1, characterised in that in each case two signal transducers (15a, 15b) are arranged slightly offset with
respect to one another in order to detect the two end positions.
3. Fibre conveying and depositing device according to Claim 1 or 2, characterised by proximity switches as signal transducers (15a, 15b).
4. Fibre conveying and depositing device according to one of Claims 1 to 3, characterised by a roller (8) arranged in a freely rotatable manner on the arm (7) as deflection means.
5. Fibre conveying and depositing device according to Claim 4, characterised in that the roller (8) and the arm (7) are prestressed against the fibre strip (5) by means
of a weight element (10) arranged on the arm (7).
6. Fibre conveying and depositing device according to one of Claims 4 or 5, characterised in that the pivotable arm (7) consists of a thin-walled tube (9), preferably made from carbon
fibre.
7. Fibre conveying and depositing device according to one of Claims 4 to 6, characterised by a further roller (14) which is mounted in a stationary manner on the pivot axle (6)
for the arm as further deflection means.
8. Fibre conveying and depositing device according to Claim 7, characterised in that the pivot axle (6) for the arm (7) is arranged above the can coiler (3), and in that the fibre strip (5) is guided vertically between the further roller (14) and the
can coiler (3).
9. Fibre conveying and depositing device according to one of Claims 1 to 8, characterised in that the deflection means are provided with a damping element (16) which has a progressive
damping characteristic and acts in the direction of displacement.
10. Fibre conveying and depositing device according to Claim 5 in conjunction with Claim
9, characterised in that the damping element (16) acts on the pivot axle of the pivotable arm (7).
1. Dispositif de transport et de pose de fibres permettant leur fixation à une machine
à carder, dans laquelle, après la sortie de la machine à carder, la bande de fibres
passe à travers un banc d'étirage (2) composé de deux paires de cylindres motorisées,
puis arrive dans un mécanisme de pots tournants (3), le banc d'étirage (2) présentant
un entraînement principal ainsi qu'un entraînement de régulation pour la dernière
paire de cylindres, avec
a. des moyens de renvoi (8) pour la bande de fibres entre la dernière paire de cylindres
du banc d'étirage (2) et le mécanisme de pots tournants (3), moyens qui peuvent être
déplacés pour compenser la longueur de la bande de fibres,
b. des émetteurs de signaux (15a, 15b) pour une première et une deuxième position
d'extrémité des moyens de renvoi (8), et
c. des moyens pour modifier la vitesse de l'entraînement du mécanisme de pots tournants
lors d'une émission de signal par l'un des émetteurs de signaux (15a, 15b) et en fonction
de l'intervalle de temps écoulé depuis la dernière émission de signal,
caractérisé par des moyens de renvoi (8) placés à l'extrémité libre d'un bras (7) pouvant pivoter
autour d'un axe de pivotement (6) et exerçant une contre-pression sur la bande de
fibres (5) afin de maintenir une certaine tension de la bande, moyens sur lesquels
la bande de fibres (5) passe en formant un angle de renvoi.
2. Dispositif de transport et de pose de fibres selon la revendication 1, caractérisé en ce que, pour détecter les deux positions d'extrémité, deux émetteurs de signaux (15a, 15b)
sont placés à chaque fois avec un léger décalage l'un par rapport à l'autre.
3. Dispositif de transport et de pose de fibres selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par des capteurs de proximité servant d'émetteurs de signaux (15a, 15b).
4. Dispositif de transport et de pose de fibres selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé par un rouleau (8) placé sur le bras (7) de manière rotative librement et servant de
moyen de renvoi.
5. Dispositif de transport et de pose de fibres selon la revendication 4, caractérisé en ce que le rouleau (8) et le bras (7) sont précontraints contre la bande de fibres (5) par
un élément à poids (10) placé sur le bras (7).
6. Dispositif de transport et de pose de fibres selon l'une des revendications 4 ou 5,
caractérisé en ce que le bras pivotant (7) est constitué d'un tube (9) à paroi mince, de préférence en
fibres de carbone.
7. Dispositif de transport et de pose de fibres selon l'une des revendications 4 à 6,
caractérisé par un autre rouleau (17) monté stationnaire sur l'axe de pivotement (6) du bras et servant
de moyen de renvoi.
8. Dispositif de transport et de pose de fibres selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'axe de pivotement (6) du bras (7) est placé au-dessus du mécanisme de pots tournants
(3), et en ce que la bande de fibres (5) est guidée verticalement entre l'autre rouleau (14) et le
mécanisme de pots tournants (3).
9. Dispositif de transport et de pose de fibres selon l'une des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce que les moyens de renvoi sont munis d'un élément d'amortissement (16) actif dans la direction
de déplacement et ayant une caractéristique d'amortissement progressive.
10. Dispositif de transport et de pose de fibres selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'élément d'amortissement (16) agit sur l'axe de pivotement du bras pivotant (7).