[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckformen, bei welchem
auf der Oberfläche einer Tiefdruckform mit keramischer Oberfläche vorgesehene vertiefende
Näpfchen zumindest teilweise mit einem Füllmaterial für den Druckvorgang dauerhaft
gefüllt werden, die Oberfläche vor dem Aufbringen des Füllmaterials mit einer benetzenden,
verfestigbaren und im verfestigten Zustand ablösbaren Flüssigkeit zur Bildung einer
Haftvermittlungsschicht getränkt wird und nach dem Abschluss des Druckvorgangs das
Füllmaterial und die Haftvermittlungsschicht durch Ablösen der Haftvermittlungsschicht
von der Oberfläche der Tiefdruckform abgelöst wird.
[0002] Ein derartiges Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckformen ist beispielsweise aus
der WO 03/041961 A1 bekannt. Mit diesem bekannten Verfahren wird die Möglichkeit geschaffen,
unter Verwendung einer auf der Oberfläche im Wesentlichen gleichmäßig mit vertiefenden
Näpfchen versehenen keramischen Tiefdruckform variabel und einfach löschbar Tiefdruckformen
zur Herstellung beliebiger Druckbilder herzustellen. Die hiermit gegenüber der konventionellen
Herstellung von Tiefdruckformen erzielten Vorteile sind erheblich.
[0003] Bei dem aus der WO 03/041961 A1 bekannten Verfahren wird das Füllmaterial mit Hilfe
einer Inkjet-Technik in die vertiefenden Näpfchen eingebracht. Diese Methode zur Füllung
der vertiefenden Näpfchen mit einem Füllmaterial ist dahingehend problematisch, dass
sie vergleichsweise langsam ist und im Hinblick auf die Präzision des Aufbringens
des Füllmaterials verbesserungswürdig ist.
[0004] Ausgehend von dem zuvor beschriebenen Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung
die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckformen zur Verfügung
zu stellen, welches die Herstellung einfach löschbarer, hochvariabler Tiefdruckformen
mit hoher Geschwindigkeit und Präzision gewährleistet.
[0005] Die zuvor hergeleitete und aufgezeigte Aufgabe wird durch den Gegenstand von vorliegendem
Anspruch 1 gelöst.
[0006] Durch den Einsatz an sich bekannter Belichtungs- und Entwicklungssysteme zur Strukturierung
des auf eine im Wesentlichen gleichmäßig mit vertiefenden Näpfchen versehene keramische
Tiefdruckform aufgebrachten Füllmaterials wird eine hochpräzise Herstellung von variablen
Tiefdruckformen mit hoher Geschwindigkeit gewährleistet. Die EP 0 953 877 A1 beschreibt
eine Belichtungsvorrichtung zur Strukturierung des Füllmaterials.
[0007] Eine erste vorteilhafte Ausgestaltung erfährt das erfindungsgemäße Verfahren dadurch,
dass die Belichtung mit Hilfe eines oder mehrerer elektronisch gesteuerter Lichtstrahlen
erfolgt. Aufgrund der die vertiefenden Näpfchen auf der Oberfläche der keramischen
Tiefdruckform bildenden kleinen Strukturen ist eine Belichtung beispielsweise über
aufgelegte Masken regelmäßig nicht hinreichend präzise, um befriedigende Ergebnisse
zu liefern. Dem kann durch den Einsatz von elektronisch gesteuerten Lichtstrahlen,
insbesondere Laserstrahlen begegnet werden.
[0008] Die auf der Oberfläche der keramischen Tiefdruckformen herzustellenden mikroskopischen
Strukturen zur Erzeugung der vertiefenden Näpfchen sind nur mit einer begrenzten Präzision
herstellbar. Diese begrenzte Präzision resultiert aus dem Gravurprozess zur Herstellung
der Roh-Tiefdruckform. Hierbei kann aufgrund von mikroskopischen Materialinhomogenitäten
und aufgrund des nur begrenzt steuerbaren thermischen Ablationsprozess nicht mit der
beispielsweise bei der Herstellung von Drucksieben gewohnten relativen Präzision gewährleistet
werden, dass die vertiefenden Näpfchen an einer fest vorgegebenen Position entstehen.
Darüber hinaus führt die Größenordnung der Abmessungen, in der die vertiefenden Näpfchen
hergestellt werden, auch dazu, dass die Positionsbestimmung eines bestimmten vertiefenden
Näpfchens relativ zu Referenzpositionsmarken aufgrund mangelnder mechanischer Präzision
schwer möglich ist.
[0009] Die zuvor beschriebene Problematik bei der Bestimmung der exakten Position der vertiefenden
Näpfchen kann dadurch vermieden werden, dass das lichtempfindliche Füllmaterial lediglich
eine Füllung der vertiefenden Näpfchen gewährleistend aufgebracht wird. Dadurch, dass
vor dem Entwickeln und Belichten das lichtempfindliche Füllmaterial lediglich in die
vertiefenden Näpfchen gefüllt wird, ist gewährleistet, dass auch eine relativ zu den
vertiefenden Näpfchen unpräzise Belichtung nicht dazu führt, dass auf den zwischen
den vertiefenden Näpfchen angeordneten Stegen belichtete Bereiche des Füllmaterials
entstehen, die nach einer Entwicklung und eventuellen Aushärtung zu Problemen während
des Druckvorgangs führen würden. Bei der Verwirklichung des beschriebenen Verfahrens
welches nicht gemäß Anspruch 1 ist, ist also gewährleistet, dass die Belichtung mit
üblicher Präzision erfolgen kann, ohne dass Nachteile in Kauf zu nehmen wären. Da
sich bei diesem Verfahren auf den Stegen zwischen den vertiefenden Näpfchen kein lichtempfindliches
Füllmaterial befindet, kann dieses selbstverständlich auch nicht belichtet und ausgehärtet
werden.
[0010] Bei dem soeben beschriebenen Verfahren wird vorteilhaft das lichtempfindliche Füllmaterial
nach einem im Wesentlichen flächendeckenden Auftrag vor dem Belichten und/oder dem
Entwickeln abgerakelt. Hierdurch wird auf besonders einfache Art und Weise gewährleistet,
dass einerseits die vertiefenden Näpfchen vor dem Belichten flächendeckend gefüllt
werden und andererseits die zwischen den vertiefenden Näpfchen vorgesehenen Stege
nach dem Abrakeln frei von dem lichtempfindlichen Füllmaterial sind. Erfindungsgemäß
wird die oben beschriebene Problematik bei Bestimmung der exakten Position der vertiefenden
Näpfchen dadurch gelöst, dass vor oder während des Belichtens die exakte Position
der vertiefenden Näpfchen auf der Oberfläche der Tiefdruckform ermittelt wird und
die Belichtung auf Grundlage der ermittelten Positionen und des Druckbildes exakt
innerhalb definierter vertiefender Näpfchen erfolgt. Die zur Verwirklichung dieser
Ausgestaltung erforderliche Positionsbestimmung kann beispielsweise mit Hilfe optischer
Sensoren gewährleistet werden.
[0011] Gemäß einer, eventuell kumulativ einsetzbaren Ausgestaltung wird die oben beschriebene
Problematik dadurch entschärft, dass bei der Belichtung und Entwicklung außerhalb
der vertiefenden Näpfchen entstehende, mit Füllmaterial belegte Bereiche von dem Füllmaterial
durch ein materialabhebendes Verfahren befreit werden. Bei den materialabhebenden
Verfahren kann es sich beispielsweise um eine Politur oder ein eventuell thermisch
unterstütztes spanabhebendes Verfahren handeln.
[0012] Schließlich betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Verwirklichung eines erfindungsgemäßen
Verfahren.
[0013] Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, dass zuvor beschriebene Verfahren zur
Herstellung von Tiefdruckformen bzw. eine Vorrichtung zur Verwirklichung eines derartigen
Verfahrens auszugestalten und weiterzubilden. Hierzu wird einerseits verwiesen auf
die weitere Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung und andererseits auf die
dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche.
[0014] In der Zeichnung zeigt die einzige Figur eine perspektivische Aufnahme eines Ausschnitts
der Oberfläche einer mit vertiefenden Näpfchen versehenen Tiefdruckform mit keramischer
Oberfläche.
[0015] Wie aus der einzigen Figur ersichtlich ist, weist der dargestellte Ausschnitt 1 eine
Tiefdruckform eine Vielzahl von vertiefenden Näpfchen 2 auf. Die Abstände zwischen
den einzelnen Näpfchen liegen dabei in einem Bereich von 10 bis 100
µm.
[0016] Bereits aus der Darstellung in der einzigen Figur ist ersichtlich, dass gewisse Unregelmäßigkeiten
in der Positionierung der vertiefenden Näpfchen vorhanden sind. Diese verstärken sich
bei der Betrachtung deutlich größerer Bereiche, z.B. auf der Oberfläche von Tiefdruckwalzen
mit Längen von etwa einem bis drei Metern.
[0017] Weiter ist aus dem in der einzigen Figur angedeuteten Tiefenprofil der vertiefenden
Näpfchen 2 ersichtlich, dass diese keine homogene Tiefenstruktur aufweisen.
[0018] Im Ergebnis wird anhand der Darstellung in der einzigen Figur der Zeichnung deutlich,
dass eine auch teilweise Einzelbefüllung der vertiefenden Näpfchen mit Füllmaterial
eine hochpräzise Steuerung erfordert. Eine derart präzise Steuerung des Auftrages
eines Materials auf Druckformen beliebiger Art an eine auf der Druckform bereits vorgesehene
Grundstruktur war im Stand der Technik bislang nicht erforderlich. Entweder sind die
aus dem Stand der Technik - beispielsweise im Bereich der Siebdruckformen - bekannten
vorgegebenen Strukturen von deutlich größeren Dimensionen oder es sind keine Strukturen
auf der Roh-Druckform vorhanden, die in Deckung mit dem Druckbild gebracht werden
müssen, vorhanden.
[0019] Erfindungsgemäß wird ein Verfahren vorgeschlagen, welches durch die Verwendung eines
Belichtungssystems die geforderte Präzision gewährleistet bzw. weitere Ausgestaltungen
ermöglicht, die eine präzise Ansteuerung der einzelnen vertiefenden Näpfchen überflüssig
macht.
[0020] Der Vollständigkeit halber soll hier noch erwähnt werden, dass in der Regel das lichtempfindliche
Füllmaterial nach der Belichtung aus den vertiefenden Näpfchen ausgespült wird und
erst im Anschluss hieran abschließend ausgehärtet wird.
[0021] Ein mögliches chemisches System zur Verwirklichung des erfindungsgemäßen Verfahrens
besteht in der Verwendung eines in N-Methylpyrrolidon gelösten Vinylchlorid-Copolimers
als die Haftvermittlungsschicht bildender Flüssigkeit. Eine derart hergestellte Haftvermittlungsschicht
kann nach dem Auftrag und der Strukturierung eines geeigneten Füllmaterials und dem
anschließenden Druckvorgang dadurch von der keramischen Oberfläche der Tiefdruckform
abgelöst werden, dass das grundsätzlich poröse keramische Grundmaterial der Tiefdruckform
mit N-Methylpyrrolidon getränkt wird, woraufhin sich die Haftvermittlungsschicht ablöst,
wodurch auch das an der Haftvermittlungsschicht anhaftende Füllmaterial mit abgelöst
wird und somit die Tiefdruckform gelöscht wird.
[0022] Dabei wirkt die Porösität des keramischen Grundmaterials der Tiefdruckform unterstützend,
da diese eine Diffusion des Lösungsmittels unter die Oberfläche ermöglicht.
[0023] Außerdem ist durch den Einsatz einer aus Polyvinylchlorid hergestellten Haftvermittlungsschicht
sichergestellt, dass diese nicht durch die für Druckfarben verwendeten Lösungsmittel
angegriffen wird.
1. Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckformen, bei welchem auf der Oberfläche einer
Tiefdruckform mit einer keramischen Oberfläche vertiefende Näpfchen zumindest teilweise
mit einem Füllmaterial für den Druckvorgang dauerhaft gefüllt werden, bei welchem
die Oberfläche vor dem Aufbringen des Füllmaterials mit einer benetzenden, verfestigbaren
und im verfestigten Zustand ablösbaren Flüssigkeit zur Bildung einer Haftvermittlungsschicht
getränkt wird und bei welchem nach dem Abschluss des Druckvorgangs das Füllmaterial
und die Haftvermittlungsschicht durch Ablösen der Haftvermittlungsschicht von der
Oberfläche der Tiefdruckform abgelöst wird,
dadurch gekennzeichnet, dass ein lichtempfindliches Füllmaterial aufgetragen wird und das Füllmaterial nach dem
Auftrag durch Belichtung und Entwicklung eine vorgegebene Füllung der vertiefenden
Näpfchen gewährleistend strukturiert wird und vor oder während des Belichtens die
exakte Position der vertiefenden Näpfchen auf der Oberfläche der Tiefdruckform ermittelt
wird und die Belichtung aufgrund der ermittelten Positionen und des Druckbildes exakt
innerhalb definierter vertiefender Näpfchen erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Belichtung mit Hilfe eines oder mehrerer elektronisch gesteuerter Lichtstrahlen
erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass bei der Belichtung und Entwicklung außerhalb der vertiefenden Näpfchen entstehende,
mit Füllmaterial belegte Bereiche von dem Füllmaterial durch ein materialabhebendes
Verfahren befreit werden.
4. Vorrichtung zur Verwirklichung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3.
1. A method for producing gravure printing plates, in which recessed cells with a ceramic
surface on the surface of a gravure printing plate are permanently at least partly
filled with a filling material for the printing process, in which the surface is saturated
with a moistening liquid that is capable of solidifying and being detached in the
solid state to form an adhesion enhancing film before the application of the filling
material, and in which the filling material and the adhesion enhancing film are detached
after the printing process is completed by detaching the adhesion enhancing film from
the from the surface of the rotogravure plate,
characterised in that
a photosensitive filling material is applied and after its application the filling
material is structured by exposure to light and development to guarantee a predefined
fill level in the recessed cells, and the exact positions of the recessed cells on
the surface of the gravure printing plate are determined before or during the exposure
to light, and the light exposure is effected precisely within defined recessed cells
on the basis of the calculated positions.
2. The method in accordance with claim 1,
characterised in that
the exposure to light is effected via one or more electronically controlled light
beams.
3. The method in accordance with either of claims 1 or 2,
characterised in that
areas created material during the exposure to light and development outside of the
recessed cells that are occupied with filling undergo a material removing process
for removing the filling material.
4. A device for performing a method in accordance with any of claims 1 to 3.
1. Procédé de fabrication de plaques d'impression en creux, dans lequel on remplit de
manière durable de petits creux ménagés sur la surface d'une plaque d'impression en
creux ayant une surface céramique, au moins partiellement, d'un matériau de remplissage
pour l'opération d'impression, dans lequel la surface est imbibée, avant application
du matériau de remplissage, d'un liquide mouillant, solidifiable et détachable à l'état
solidifié pour former une couche d'agent adhésif, et dans lequel, une fois l'opération
d'impression achevée, le matériau de remplissage et la couche d'agent adhésif sont
détachés par détachement de la couche d'agent adhésif de la surface de la plaque d'impression
en creux, caractérisé en ce que l'on applique un matériau de remplissage photosensible et en ce que le matériau de remplissage est structuré après application par exposition et développement
en garantissant un remplissage prédéterminé des petits creux ménagés et on détermine,
avant ou pendant l'exposition, la position exacte des petits creux ménagés sur la
surface de la plaque d'impression en creux et l'exposition s'effectue en raison des
positions déterminées et de l'image d'impression exactement à l'intérieur de petits
creux ménagés définis.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'exposition s'effectue à l'aide d'un ou plusieurs rayons lumineux commandés par
voie électronique.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que des zones garnies de matériau de remplissage qui se forment lors de l'exposition
et du développement en dehors des petits creux ménagés sont libérées du matériau de
remplissage par un procédé d'enlèvement de matériau.
4. Dispositif pour mettre en oeuvre un procédé selon l'une quelconque des revendications
1 à 3.