[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Inspektionssystem für Walzprodukte einer Walzanlage
(siehe z.B. NL - C 1 016 660).
[0002] Um die Walzprodukte einer Überprüfung auf mögliche beim Walzbetrieb entstandene Fehler
zu unterziehen, wird im Anschluss an einen Walzprozess üblicherweise die Oberfläche
der Walzprodukte von einer Prüfperson inspiziert. Dabei kann eine Technik zum Einsatz
kommen, bei der die Oberfläche eines Walzprodukts beispielsweise mittels eines Steins
angeschliffen wird, um Unregelmäßigkeiten der Oberflächenstruktur durch diesen Prozess
sichtbar zu machen. Bei dieser Bearbeitung des beispielsweise auf einem Förderband
aufliegenden Walzprodukts kann die Gefahr bestehen, dass sich die Textur des Untergrundes
auf der Unterseite des Walzprodukts abdrückt oder sogar durch das Walzprodukt hindurch
drückt und somit auf der Oberseite erkennbar wird. Somit können möglicherweise Fehler,
die beim Walzprozess entstanden sind, nicht einwandfrei erkannt werden und somit nicht
der richtigen Fehlerquelle zugeordnet werden.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Inspektionssystem für Walzprodukte
einer Walzanlage der oben genannten Art anzugeben, das einen Ab- und/oder Durchdruck
der Textur des Untergrundes beim Bearbeiten des Walzprodukts, insbesondere beim Anschleifen,
zuverlässig verhindert.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst, indem im Inspektionssystem an einem Förderband
für Walzprodukte eine Anzahl von höhenverstellbaren Walzproduktklemmen angeordnet
ist.
[0005] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass beim Bearbeiten des Walzprodukts,
insbesondere beim Anschleifen, durch eine Druckausübung auf seine Oberfläche ein Ab-
oder Durchdruck der Textur des Untergrundes auf das zu prüfende Walzprodukt nahezu
unvermeidbar ist. Um damit möglicherweise einhergehende Schwierigkeiten hinsichtlich
des Auffindens der Fehler auf einer Oberfläche des Walzprodukts und ihrer Zuordnung
zu dem Walzprozess oder zu dem Untergrund für die Prüfperson zu vermeiden, sollte
das Inspektionssystem dafür ausgelegt sein, dass das zu inspizierende Walzprodukt
beim Anschleifen von seinem Untergrund zu entkoppeln. Dies ist durch eine Vorrichtung
erreichbar, die ein Abheben des Walzprodukts vom Untergrund erlaubt. Dafür sind im
Inspektionssystem an einem Förderband für Walzprodukte eine Anzahl von höhenverstellbaren
Walzproduktklemmen angeordnet. Durch diese Walzproduktklemmen ist es möglich, das
betreffende Walzprodukt zu fixieren und für den Anschleifprozess sicher in eine vom
Förderband erhöhte Position zu bringen und diese Position beim Bearbeiten beizubehalten.
[0006] Für ein sorgfältiges gleichmäßiges Anschleifen der Oberfläche des Walzprodukts im
Hinblick auf eine nachfolgende zuverlässige Fehleranalyse ist das Walzprodukt zweckmäßigerweise
im gespannten Zustand. Um das Walzprodukt in diesen Bearbeitungszustand zu versetzen,
ist vorteilhafterweise zwischen zwei Walzproduktklemmen eine höhenverstellbare Spannstation
vorgesehen.
[0007] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
[0008] Darin zeigen:
- Figur 1 a-f
- eine schematische Seitenansicht eines Inspektionssystem in unterschiedlicher Positionierung
der Walzproduktklemmen und/oder der Spannstation für Walzprodukte.
[0009] Gleiche Teile sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0010] Das Inspektionssystem 1 für Walzprodukte 2 einer nicht dargestellten Walzanlage dient
der Prüfung der Oberflächen eines Walzprodukts 2, beispielsweise von Blechtafeln,
auf beim Walzprozess möglicherweise entstandene Fehler. Dabei liegt das Walzprodukt
2 üblicherweise auf einem Untergrund, wie beispielsweise auf einem Förderband 4. Für
eine Inspektion kann ein Anschleifen der Oberfläche des Walzprodukts 2 sinnvoll sein,
um auch feinste Unebenheiten auf der Oberfläche sichtbar zu machen. Bei der Durchführung
des Anschleifens oder einer anderen Art von Druckausübung auf die Oberfläche des auf
dem Förderband 4 aufliegenden Walzprodukts 2 kann durch den direkten Kontakt mit dem
Förderband 4 einen Ab- und/oder Durchdruck von dessen Textur auf dem Walzprodukt 2
abgebildet werden, der bei der Inspektion auf Fehler hinsichtlich des Walzprozesses
zumindest stören kann.
[0011] Aus diesem Grund umfasst das Inspektionssystem 1 im Ausführungsbeispiel gemäß den
Figuren 1a bis 1f an dem Förderband 4 in Förderbandrichtung X zwei höhenverstellbare
Walzproduktklemmen 6, 8. Diese können das Walzprodukt 2 bei Bedarf vom Förderband
4 abheben, so dass die Oberfläche des Walzprodukts 2 beim Bearbeiten keinen Kontakt
zu ihr hat, der zu Beeinträchtigungen für eine zuverlässige Oberflächenprüfung führen
kann. Das Inspektionssystem 1 weist ferner eine zwischen beiden Walzproduktklemmen
6, 8 angeordnete Spannstation 10 für ein verbessertes Anschleifen der Walzprodukte
2 auf.
[0012] Die einzelnen Einstellungen der Walzproduktklemmen 6, 8 und der Spannstation 10 im
Bezug auf das Förderband 4 und das anzuschleifende Walzprodukt 2 werden nachfolgend
beschrieben.
[0013] Wie in Figur 1a dargestellt, sind die Walzproduktklemmen 6, 8 und die Spannstation
10 in ihrer Ausgangsstellung in einer Höhe unterhalb des Förderbands 4 abgesenkt.
In dieser Ausgangsstellung kann das Walzprodukt 2 herkömmlich inspiziert werden und
einer Vorrichtung zur weiteren Verarbeitung zugeführt werden.
[0014] Die Darstellungen in Fig. 1 b und 1 c zeigen die Walzproduktklemmen 6, 8 nachdem
beide entsprechend hochgefahren sind in einer von der Ausgangsstellung erhöhten Zwischenstellung,
die als Aufnahmeposition für das Walzprodukt 2 dient. Somit wird in dieser angehobenen
Zwischenstellung der Walzproduktklemmen 6, 8 das anzuschleifende Walzprodukt 2 in
die Walzproduktklemmen 6, 8 eingefahren und im Ausführungsbeispiel von diesen in den
Randbereichen 12 des Walzprodukts beispielsweise mittels sogenannter Klemmbacken 14
fest geklemmt. Dieser fest geklemmte Zustand des Walzprodukts 2 mit den gegenseitig
gedreht gezeichneten Klemmbacken 14 ist in Fig. 1c dargestellt.
[0015] Die Darstellung in Fig. 1d zeigt die Inspektionsstellung der Walzproduktklemmen 6,
8 mit dem mittels der Klemmbacken 14 eingeklemmten Walzprodukt 2. Dabei sind die Walzproduktklemmen
6, 8 auf eine ergonomisch günstige Höhe, z.B. Tischhöhe, hochgefahren. Die Spannstation
10 ist ebenfalls höhenverstellbar ausgestaltet, um das in den Walzproduktklemmen 6,
8 eingeklemmte Walzprodukt 2 in der erhöhten Inspektionsstellung im Ausführungsbeispiel
für ein gleichmäßiges Anschleifen der Oberseite des betreffenden Walzprodukts 2 zu
spannen. Dafür drückt die Spannstation 10, die im Ausführungsbeispiel eine Form in
der Art eines Stempels aufweist, mit einem Formteil 16, das optisch einem Stempelkissen
ähnlich ist, das Walzprodukt 2 über dessen Unterseite bis zu einer geeigneten Anschleifspannung
des Walzprodukts 2 nach oben. Daraufhin kann die vom Förderband 4 losgelöste und gespannte
Oberseite des Walzprodukts 2 zu Inspektionszwecken angeschliffen werden, ohne dass
das Oberflächenbild des Walzprodukts 2 durch die Textur des Förderbands 2 verfälscht
oder gestört werden kann.
[0016] Nach erfolgter Inspektion wird die Spannstation 10 wieder auf die Höhe der zu Fig.
1a beschriebenen Ausgangsstellung abgesenkt. Während die beiden Walzproduktklemmen
6, 8 mit dem eingeklemmten Walzprodukt 2 zunächst auf die Höhe der zu Fig. 1b beschriebenen
Zwischenstellung gebracht werden. Daraufhin wird der Klemmmechanismus der Walzproduktklemmen
6, 8 entriegelt, so dass im Ausführungsbeispiel ihre Klemmbacken 14 das inspizierte
Walzprodukt 2 freigeben. Die Klemmbacken 14 sind daher in Fig. 1e nicht mehr gegenseitig
gedreht gezeichnet, sondern parallel zueinander. Das Walzprodukt 2 wird daraufhin
im Ausführungsbeispiel in Förderrichtung X aus der in Förderrichtung X zunächst liegenden
Walzproduktklemme 6 herausgefahren, und die damit freie Walzproduktklemme 6 wird wieder
in die Ausgangsstellung abgesenkt. Die Darstellung in Fig. 1e zeigt also die Spannstation
10 und die Walzproduktklemme 6 unterhalb des Förderbandes 4. Anschließend wird das
Walzprodukt 2 im Ausführungsbeispiel entgegen der Förderrichtung X gefahren bis auch
die in Förderrichtung X nachfolgende Walzproduktklemme 8 frei ist und die nun freie
Walzproduktklemme 8 in die Ausgangsstellung abgesenkt. Die Darstellung in Fig. 1f
zeigt demnach die Spannstation 10 und die Walzproduktklemmen 6 und 8 wieder unterhalb
des Förderbandes 4.
[0017] Für die nachfolgende Verwendung, wie beispielsweise die Zuführung zu einer Wendevorrichtung,
um auch die Bandunterseite inspizieren zu können, wird das Walzprodukt 2 wiederum
im Ausführungsbeispiel in Förderrichtung X verschoben bis es wieder seine Ausgangsposition
einnimmt, wie in Figur 1a gezeigt.
[0018] Selbstverständlich kann das Walzprodukt 2 auch zuerst aus der Walzproduktklemme 8
herausgefahren und diese daraufhin vor der Walzproduktklemme 6 in die Ausgangsstellung
abgesenkt werden. Dafür sind die Vorzeichen der Förderrichtung X des Walzprodukts
2 entsprechend zu ändern.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Inspektionssystem
- 2
- Walzprodukt
- 4
- Förderband
- 6
- Walzproduktklemme
- 8
- Walzproduktklemme
- 10
- Spannstation
- 12
- Randbereiche
- 14
- Klemmbacken
- 16
- Formteil
- X
- Förderrichtung
1. Inspektionssystem (1) für Walzprodukte (2) einer Walzanlage, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Förderband (4) für Walzprodukte (2) eine Anzahl von höhenverstellbaren Walzproduktklemmen
(6, 8) angeordnet ist.
2. Inspektionssystem (1) für eine Walzanlage nach Anspruch 1, bei dem zwischen zwei Walzproduktklemmen
(6, 8) eine höhenverstellbare Spannstation (10) angeordnet ist.
1. Inspection system (1) for rolled products (2) of a rolling plant, characterised in that a plurality of rolled product clamps (6, 8), which are adjustable in height, is arranged
at a conveyor belt (4) for rolled products (2).
2. Inspection system (1) for a rolling plant according to claim 1, in which a tensioning
station (10), which is adjustable in height, is arranged between two rolled product
clamps (6, 8).
1. Système d'inspection (1) pour produits laminés (2) d'une installation de laminage,
caractérisé en ce qu'on a disposé sur une bande transporteuse (4) pour produits laminés (2) un certain
nombre de pinces (6, 8) pour produits laminés réglables en hauteur.
2. Système d'inspection (1) pour une installation de laminage selon la revendication
1, dans lequel on a disposé, entre deux pinces (6, 8) pour produits laminés un poste
de serrage (10) réglable en hauteur.