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(11) |
EP 1 591 007 B9 |
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KORRIGIERTE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis: Bibliographie entspricht dem neuesten Stand |
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Korrekturinformation: |
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Korrigierte Fassung Nr. 1 (W1 B1) |
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Korrekturen, siehe Ansprüche DE |
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Corrigendum ausgegeben am: |
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15.07.2009 Patentblatt 2009/29 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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27.08.2008 Patentblatt 2008/35 |
| (22) |
Anmeldetag: 04.04.2005 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (54) |
Verfahren zur Restauration von Binnengewässern und dazu geeignete Anordnung
Method for restauration of inland water and device therefor
Procédé et dispositif pour restauration des eaux intérieures
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI
SK TR |
| (30) |
Priorität: |
02.04.2004 DE 102004017647
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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02.11.2005 Patentblatt 2005/44 |
| (73) |
Patentinhaber: Rösing, Heiner |
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18609 Binz (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Rösing, Heiner
18609 Binz (DE)
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| (74) |
Vertreter: Schubert, Klemens |
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Neue Promenade 5 10178 Berlin-Mitte 10178 Berlin-Mitte (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A-03/010388 DE-A1- 19 952 656 US-A- 5 211 511
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DE-A1- 19 904 958 GB-A- 2 149 633 US-A- 5 447 274
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Restauration von Binnengewässern. Sie bezieht
sich insbesondere auf ein Verfahren zur Entnahme und Verbringung von Sediment aus
den Binnengewässern. Gegenstand der Erfindung ist weiterhin eine zur Durchführung
des Verfahrens geeignete Anordnung.
[0002] Eine Vielzahl von Binnengewässern ist mit organischen Nährstoffen überlastet. Dies
betrifft vor allem flache Binnengewässer, in welche ein starker Nährstoffeintrag aus
den umliegenden Einzugsgebieten und Gewässern erfolgt oder welche in den ufernahen
Gebieten einen starken Pflanzenbewuchs, insbesondere einen umfangreichen Baumbestand,
aufweisen. Der durch den Uferbewuchs bedingte Nährstoffeintrag steht in einem engen
Zusammenhang mit den Vegetationsperioden, durch welche in hiesigen Breiten zum Jahresende
beträchtliche Teile der Vegetation absterben und, sofern es sich dabei um die Teile
ufernaher Vegetation handelt, in die Gewässer gelangen. Infolge des Verrottungsprozesses
bilden sich dabei Schadstoffe, wie Phosphate und Stickstoff, die wiederum das Wachstum
der Wasserpflanzen fördern. Durch das Überangebot von Nährstoffen, welche sich zu
einem großen Teil in gelöster Form im Wasser des jeweiligen Gewässers befinden und
sich darüber hinaus in konzentrierter Form auf dessen Grund ablagern, ist die in dem
Gewässer lebende Fauna stark bedroht. Zudem ist in den ufernahen Bereichen flacher
Gewässer eine zunehmende Verlandung zu verzeichnen.
[0003] Um diesen Prozessen entgegenzuwirken, insbesondere auch der Bedrohung der Fauna zu
begegnen, welche im Extremfall bis zu deren Absterben führt, wird im Zuge systematischer
Restaurationsarbeiten mit Nährstoffen übersättigtes Sediment aus den Gewässern entnommen.
Das Sediment wird in Mächtigkeiten zwischen 0,5 und 1,0 m abgetragen und zusammen
mit einem entsprechenden Wasseranteil aus dem Gewässer entnommen.
[0004] Nach den konventionellen Verfahren des Standes der Technik wird das entnommene Sediment
zunächst im ufernahen Bereich gelagert und hier mechanisch vom mitentnommenen Wasser
separiert. Das anfallende Wasser wird chemisch behandelt, um die Nährstoffe zu neutralisieren,
und anschließend in das Gewässer zurückgeführt. Im Weiteren wird das Sediment getrocknet,
dann in Fahrzeuge verladen und im Allgemeinen durch Straßentransport zu bestimmungsgemäßen
Orten verbracht. Hier wird das Sediment in der Regel auf landwirtschaftlich genutzten
Flächen ausgebracht.
Diese Vorgehensweise ist mit einem beträchtlichen Energieaufwand verbunden und führt
im Hinblick auf den Transport des Sediments zu einer nicht unerheblichen Verkehrsbelastung.
Für die Zwischenlagerung des Sediments beziehungsweise seine Trocknung sind größere
Flächen erforderlich. Außerdem hat es sich gezeigt, dass die Zwischenlagerung des
Sediments in den Uferbereichen zu einer erheblichen Verunreinigung dieser Bereiche
führt und häufiger auch Teile des Sediments in das Gewässer zurückgelangen, indem
sie beispielsweise durch einsetzenden Regen zurückgespült werden. Zudem erfolgt bei
der Entnahme des Sediments mittels derzeit bekannter Verfahren mit zusätzlicher mechanischer
Ablösung der Sedimentschicht vom Untergrund mit Hilfe rotierender oder anders gearteter
Schneidvorrichtungen häufig eine ungewollte Vermengung des Entnahmebereichs mit Schwebstoffen
und Phosphaten. Als nachteilig ist nicht zuletzt auch die chemische Behandlung sowohl
des vom Sediment separierten Wassers als auch des Sediments selbst anzusehen, da dies
zu einer starken Belastung der Ökosysteme führt.
[0005] Durch die
US 5,211,511 A ist daher vorgeschlagen worden, aus einem Gewässer gefördertes Sediment zusammen
mit dem dabei aufgenommenen Wasser ohne Zwischenlagerung über Rohre zu landwirtschaftlichen
Nutzflächen zu transportieren und das breiige Gemisch dort mittels Hochdruckdüsen
auszubringen. Die entsprechenden Düsen sind gemäß der Schrift als Auswerfereinheiten
auf einer Mehrzahl schlittenähnlicher Geräte angeordnet, wobei das Sediment-Wasser-Gemisch
den Auswerfereinheiten über von jeweils einer Haspel ablaufende Schläuche zugeführt
werden. Die schlittenähnlichen Geräte werden unter gleichzeitigem Ausrollen der Schläuche
auf eine Startposition verbracht und ausgehend von dieser unter Ausbringung des breiigen
Gemisches über ein Ausbringungsarial bewegt, indem die Schläuche mittels der jeweiligen
Haspel und einer mit dieser zusammenwirkenden, unter Ausnutzung des in dem Sediment-Wasser-Gemisch
erzeugten Drucks getriebenen Winde aufgerollt beziehungsweise aufgewickelt werden.
Der Aufbau der zur Bewegung der Schlitten beziehungsweise schlittenähnlichen Geräte
erforderlichen Bewegungsmechanik ist jedoch, wie auch in der Schrift angemerkt wird,
verhältnismäßig aufwendig. Ferner ist es erforderlich, die Schlitten auf einer möglichst
geraden und orthogonal zur Drehachse der jeweiligen Haspel verlaufenden Bahm zu bewegen,
um zu verbindern, dass sich des Schlauch beim Aufrollen des Haspel verklemmt. Dies
kann im Falle einer unebenen beziehungsweise unwegsamen Ausbringungsfläche schwierig
sein. Den lektgenannten Nachteil weist auch die aus der
GB 2149633 A bekannte Lösung für die Bewässerung einer Fläche auf, nach welcher das Wasses über
eine Regenkanone ausgebracht wird, die über einen von einer Haspel ablaufenden Schlauch
gespeist wird. Aufgrund der Bindung an die Haspel ist mit beiden vorgenannten Lösungen
ein vollständig flächendeckendes Überstreicher größerer Ausbringungsareale erschwert.
Zudem ist es bei der Lösung nach der
US-5,211,511 A erforderlich, sehr genau auf die Konsistenz des ausgebrachten Sediment-Wasser-Gemisches
zu achten, damit sich die Hochruckdüsen nicht zusetzen.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine alternative Lösung für die Restauration
von Binnengewässern anzugeben, welche die vorstehend genannten Nachteile vermeidet
und die Effizienz der Restaurationsmaßnahmen verbessert. Zudem sollen sich durch die
Lösung die Restauration der Binnengewässer aufgrund eines einfachen Aufbaus auch aus
betriebswirtschaftlicher Sicht gegenüber den bisher bekannten Maßnahmen des Standes
der Technik vorteilhafter gestalten und die großflächige Ausbringung des Gemisches
aus Wasser und Sediment erleichtern.
[0007] Dazu sind ein entsprechendes Verfahren und eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete
Anordnung anzugeben.
[0008] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst.
Die zur Durchführung des Verfahrens geeignete Anordnung wird durch den ersten vorrichtungsbezogenen
Anspruch charakterisiert. Vorteilhafte Ausbeziehungsweise Weiterbildungen der Erfindung
sind durch die jeweiligen Unteransprüche gegeben.
[0009] Entsprechend dem vorgeschlagenen Verfahren zur Sanierung von Binnengewässern wird
das Sediment vom Gewässerboden abgetragen, aus dem Gewässer herausbefördert und, wie
aus dem Stand der Technik bekannt, zur Ausbringung auf landwirtschaftlich genutzte
Flächen transportiert. Das Sediment wird dabei zusammen mit Wasser vom Gewässerboden
aufgenommen und das mit dem Sediment befrachtete Wasser mittels wenigstens einer Pumpe
über ein Rohrleitungssystem, mit Verteilern und Schieberanlagen, unmittelbar, das
heißt, ohne Zwischenlagerung zu den für die Ausbringung vorgesehenen landwirtschaftlichen
Nutzflächen transportiert. Dort wird das mit dem Sediment befrachtete Wasser, weiterhin
ohne Zwischenlagerung, als nährstoffhaltiges Wasser verregnet.
Erfindungsgemäß wird das mit dem Sediment befrachtete Wasser über so genannte Ausbringungsrohre
mit einer Mehrzahl von Auslassöffnungen verregnet, welche von Traktoren über die jeweilige
landwirtschaftlich genutzte Ausbringungsfläche bewegt werden. Diese horizontal angeordneten
Ausbringungsrohre sind vorzugsweise an der Hydraulikeinrichtung der Traktoren befestigten
und über flexible Leitungen mit mindestens einer Transportleitung verbunden, über
welche das Sediment mit dem Wasser von dem zu sanierenden Gewässer zu den landwirtschaftlichen
Nutzflächen transportiert wird. In vorteilhafter Weise kann durch die Ausbringung
mittels der durch die Traktoren bewegten Ausbringungsrohre ein vollständiges Überstreichen
des jeweiligen Arials besser beziehungsweise leichter sichergestellt werden. Dabei
ist es selbstverständlich möglich, über die von den Traktoren mitgeführten Ausbringungsrohre
wechselweise nur Wasser oder Sediment mit Wasser auszubringen.
Gemäß einer Ausbildung der Erfindung wird das Sediment mittels eines Saugschneidkopfs
aufgenommen und über mindestens eine mit dem Saugschneidkopf verbundene Rohrleitung
zunächst an die Wasseroberfläche geführt sowie von dort über mindestens eine mit dieser
Rohrleitung gekoppelte Transportleitung zu den landwirtschaftlichen Nutzflächen transportiert.
Dabei wird das Ende der den Saugschneidkopf mit der Transportleitung verbindenden
Rohrleitung zusammen mit dem Saugschneidkopf auf den Gewässergrund abgesenkt. Der
Saugschneidkopf wird in vorbestimmter Tiefe auf dem Gewässergrund so positioniert,
dass seine Saugöffnung die vollständige Abtragsbrust abdeckt. Hierdurch ist gewährleistet,
dass ein hochkonzentrierter Feststoffanteil aufgenommen wird und im Umfeldbereich
des Saugschneidkopfes nur eine äußerst geringe Verwirbelung des Sediments auftritt.
Zur Behandlung des gesamten Gewässergrunds wird der Saugschneidkopf schrittweise versetzt,
also jeweils neu positioniert. Um einen möglichst gleichmäßigen Abtrag des Sediments
vom Gewässergrund zu gewährleisten, kann die Positionierung des Saugschneidkopfes
durch ein GPS-System unterstützt werden.
Der Transport des Sediments beziehungsweise des mit dem Sediment befrachteten Wassers
vom Gewässergrund zu den landwirtschaftlichen Nutzflächen vollzieht sich vorzugsweise
so, dass das Gemisch aus Wasser und Sediment mittels der Saugpumpe des Saugschneidkopfes
aufgenommen und von dieser unmittelbar in das dem weiteren Transport dienende Rohrleistungssystem
gedrückt wird. Sofern größere Strecken mittels dieses Rohrleitungssystems beziehungsweise
der Transportleitungen zu überbrücken sind, können darin noch weitere Pumpen angeordnet
sein. Das Gemisch aus Sediment und Wasser wird entsprechend einer praxisgerechten
Umsetzung der Erfindung über ein Hauptrohr transportiert und über mehrere von diesem
abzweigende sowie abzuschiebernde Leitungsabgänge auf die einzelnen zur Ausbringung
des Sediments vorgesehenen landwirtschaftlichen Nutzflächen verteilt.
Die zur Durchführung des vorgeschlagenen Verfahrens geeignete Anordnung umfasst ein
Entnahmegerät, nämlich einen so genannten Spülbagger weitgehend konventioneller Bauart,
welcher als ein auf einem Schiffskörper montierter Bagger ausgebildet ist, der mit
einem auf den Gewässergrund abzusenkenden Saugschneidkopf und einer Saugpumpe ausgestattet
ist. Wie sich dies im Grunde bereits aus der Bezeichnung ergibt, wird das Sediment
mittels des Saugschneidkopfs in einer schneidartigen Bewegung vom Gewässergrund gelöst
und das auf diese Weise gelockerte Sediment durch Absaugen aufgenommen. Dabei sind
an dem Saugschneidkopf Leitbleche vorgesehen, mittels welcher das gelockerte Sediment
einer Ansaugöffnung zugeführt wird. Mit dem Saugschneidkopf beziehungsweise dessen
Ansaugöffnung ist ein Rohrleitungssystem verbunden, über welche das zusammen mit dem
Wasser aufgenommene Sediment zu den Ausbringungsflächen transportiert wird. Bei dem
Rohrleitungssystem handelt es sich um eine auf den Gewässergrund abgesenkte Dükerleitung,
die an der Gewässeroberfläche mit wenigstens einer zum Ufer führenden Schwimmleitung
gekoppelt und über diese mit mindestens einer Transportleitung, über welche das mit
dem Sediment befrachtete Wasser weiter zu den landwirtschaftlichen Nutzflächen transportiert
wird, verbunden ist. Der zum Transport des Sediments vom Gewässer zu den Ausbringungsflächen
dienende Teil des Rohrleitungssystems besteht, wie bereits dargestellt, aus wenigstens
einer Hauptleitung und vorzugsweise mehreren, von der Hauptleitung abzweigenden Leitungsabgängen.
Entsprechend einer praxisgerechten Ausführung der Erfindung besteht die Hauptleitung
aus konventionellen Stahlspülrohren. In diese Stahlspülrohre sind entsprechende Steuer-
und Schiebereinrichtungen eingeordnet, vermittels welcher die von der Hauptleitung
abgehenden Leitungsabgänge zur Weiterleitung des nährstoffhaltigen Wassers geöffnet
oder abgeschiebert werden können. Die vorgenannten Leitungsabgänge der Transportleitung
beziehungsweise der Transportleitungen münden in flexible Leitungen, vorzugsweise
PE-Rohre, welche an einen Verteilungskopf in Form eines Ausbringungsrohres mit mehreren
Auslassöffnungen angekoppelt sind. Bei den Ausbringungsrohren handelt es sich um horizontale
Rohrabschnitte aus Stahl, in welche voneinander beabstandet mehrere Auslassöffnungen
eingebracht sind und welche jeweils an der Hydraulikeinrichtung eines landwirtschaftlichen
Nutzfahrzeugs, vorzugsweise eines Traktors, befestigt sind. Durch die Verbindung mit
den flexiblen PE-Rohren können die an den Traktoren montierten Ausbringungsrohre zur
Überstreichung auch größerer Areale über die landwirtschaftlichen Nutzflächen geführt
werden. Die Traktoren fahren dazu mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit über die
Ausbringungsflächen, wobei diese Geschwindigkeit in Abhängigkeit von der pro Flächenabschnitt
auszubringenden Menge des Sediments und der Durchflussmenge des mit dem Sediment befrachteten
nährstoffhaltigen Wassers festgelegt wird. Die Geschwindigkeit hängt insoweit gegebenenfalls
auch von dem Abstand der zur Ausbringung des Sediments vorgesehenen landwirtschaftlichen
Nutzfläche von dem zu sanierenden Gewässer beziehungsweise von der Pumpleistung der
Saugpumpe des Spülbaggers und/oder der Anzahl gegebenenfalls weiterer zusätzlich in
das Rohrleitungssystem eingebrachter Pumpen und deren Pumpleistung ab. Die flexiblen,
mit den Ausbringungsrohren gekoppelten PE-Leitungen weisen vorzugsweise Durchmesser
zwischen 100 und 200 mm auf.
Der Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens und der zu dessen Umsetzung dienenden
Anordnung gestaltet sich beispielsweise wie nachfolgend dargestellt. Als Entnahmegerät
dient ein mit einem Saugschneidkopf ausgerüsteter Spülbagger. Zum Transport des Sediments
vom Gewässergrund zur Gewässeroberfläche ist der Saugschneidkopf mit einer Dükerleitung
verbunden, an welcher eine Saugpumpe angeordnet ist. Die Dükerleitung ist zum Weitertransport
des zusammen mit Wasser aufgenommenen Sediments mit einer zum Ufer des Gewässers geführten
Schwimmleitung und über diese mit dem mindestens einer Transportleitung verbunden,
an welche, im Bereich der zur Verbringung des Sediments vorgesehenen Flächen, abschieberbare
Abzweigleitungen angekoppelt sind. Die Abzweigleitungen münden schließlich in Vorrichtungen
zur Verregnung des Gemisches aus Wasser und Sediment, wobei es sich entsprechend dem
hier erläuterten Beispiel um Ausbringrohre handelt, welche von Traktoren über die
jeweilige Fläche geführt werden und mit den Abzweigleitungen über flexible PE-Rohre
verbunden sind.
Nach der Vorbereitung und Montage der Technik, insbesondere der Einrichtung des Saugschneidkopfes
wird der Spülbagger über Fixier- und Positionierseile im Aushubbereich positioniert.
Die Lage des Baggers kann über Seilwinden und die Seilverbindungen flexibel verändert
werden, um den jeweiligen abzutragenden Flächenbereich abzudecken. Eine Positionskontrolle
erfolgt vermittels einer im Bagger installierten oder von ihm mitgeführten GPS-Einrichtung,
unterstützt durch eine bildliche Darstellung auf einem im Führerstand des Baggers
angeordneten Bildschirm. Mit Hilfe der genannten Einrichtungen wird der Saugschneidkopf
in die vorbestimmte Tiefe gebracht und hier so positioniert dass die Saugöffnung die
vollständige Abtragsbrust abdeckt und dann das Sediment durch Inbetriebnahme der Saugpumpe
aufgenommen. Die Saugpumpe des Baggers drückt das Sediment über die konventionellen
Spülleitungen in die flexiblen Verteilerleitungen. Über diese Verteilerleitungen und
Verteilungsköpfe beziehungsweise Ausbringungsrohre an den Traktoren wird gleichzeitig
mit mehreren Traktoren das breiige Sediment auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen
ausgebracht.
In den Wachstumszeiten der Vegetation kann zusätzlich zu der Sedimentausbringung aus
dem zu sanierenden Gewässer mit dem gleichen Bagger Wasser gefördert und durch das,
ansonsten dem Transport des Sediments dienenden Teil des Rohrleitungssystem gepumpt
sowie auf den Flächen verregnet werden.
1. Verfahren zur Sanierung von Binnengewässern, durch Entnahme von Sediment, bei dem
das Sediment vom Gewässerboden abgetragen, aus dem Gewässer herausbefördert und zur
Ausbringung auf landwirtschaftlich genutzte Flächen transportiert wird, wobei das
Sediment zusammen mit Wasser vom Gewässerboden aufgenommen, das mit dem Sediment befrachtete
Wasser mittels wenigstens einer Pumpe über ein Rohrleitungssystem, mit Verteilern
und Schieberanlagen unmittelbar sowie ohne Zwischenlagerung zu den zur Ausbringung
vorgesehenen landwirtschaftlichen Nutzflächen transportiert und dort, weiterhin ohne
Zwischenlagerung, als nährstoffhaltiges Wasser verregnet wird, dadurch gekennzeichnet, dass das mit dem Sediment befrachtete Wasser über mehrere zueinander beabstandete Auslassöffnungen
von Ausbringungsrohren verregnet wird, welche mittels landwirtschaftlicher Fahrzeuge,
wie Traktoren, über die jeweilige landwirtschaftlich genutzte Ausbringungsfläche geführt
und dazu in horizontaler Anordnung an den genannten landwirtschaftlichen Fahrzeugen
befestigt sowie über mindestens eine flexible Leitung mit dem das Gemisch aus Wasser
und Sediment von dem Gewässer zu der jeweiligen Ausbringungsfläche transportierenden
Rohrleitungssystem verbunden werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sediment mittels eines Saugschneidkopfes aufgenommen, über mindestens eine mit
dem Saugschneidkopf verbundene, auf den Gewässergrund abgesenkte Rohrleitung zunächst
an die Wasseroberfläche geführt und von dort über mindestens eine mit dieser Rohrleitung
gekoppelte Transportleitung zu den landwirtschaftlichen Nutzflächen transportiert
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Saugschneidkopf unter Nutzung eines GPS-Systems auf dem Gewässerboden positioniert
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Wasser und das Sediment von einer Saugpumpe des Saugschneidkopfes über die mit
diesem verbundene Rohrleitung in die bis zu den landwirtschaftlichen Nutzflächen führende
oder führenden Transportleitungen gedrückt werden.
5. Anordnung zur Sanierung von Binnengewässern, durch Aufnahme von Sediment vom Gewässerboden
und dessen Verbringung auf vorbestimmte Ausbringungsflächen, mit einem Spülbagger
zu Aufnahme des Sediments, Mitteln zur Ausbringung mit dem Sediment befrachteten Wassers
auf den Ausbringungsflächen durch Verregnung und einem Rohrleitungssystem mit mindestens
einer Pumpe, Verteilern und Schiebern, welches einen auf den Gewässergrund absenkbaren
Saugschneidkopf mit des Spulbaggers den Mitteln zur Ausbringung verbindet, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Mitteln zur Verregnung des mit dem Sediment befrachteten Wassers
um mindestens einen Verteilungskopf in Form eines in horizontaler Anordnung an einem
landwirtschaftlichen Fahrzeug, wie einem Traktor, befestigten Ausbringungsrohres mit
zweinander beabstandeten Auslassöffnungen handelt, wobei der Verteilungskopf über
mindestens eine flexible Leitung mit dem das Gemisch aus Wasser und Sediment von dem
Gewässer zu der jeweiligen Ausbringungsfläche transportierenden Rohrleitungssystem
verbunden ist.
6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Verteilungskopf an der Hydraulikeinheit eines Traktors montiert ist.
7. Anordnung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Spülbagger mit einem GPS-System zur Positionierung seines Saugschneidkopfes ausgestattet
ist.
8. Anordnung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der das Ausbringungsrohr mit dem Rohrleitungssystem verbinden flexiblen
Leitung um ein PE-Rohr handelt.
1. Method for restoring internal waters, by removing sediment, in which the sediment
is dredged from the bottom of the waters, conveyed out of the waters and transported
for application to areas used for agriculture, wherein the sediment is taken up together
with water from the bottom of the waters, the water loaded with the sediment is transported
by means of at least one pump via a pipeline system with distributors and slide gate
systems directly and without interim storage to the usable agricultural areas intended
for application and there, also without interim storage, sprinkled as nutrient-containing
water, characterised in that the water loaded with the sediment is sprinkled via a plurality of spaced discharge
openings of application pipes which are carried by means of agricultural vehicles,
such as tractors, over the respective application area used for agriculture and for
this purpose fastened in a horizontal arrangement to the above-mentioned agricultural
vehicles and connected via at least one flexible line to the pipeline system transporting
the mixture of water and sediment from the waters to the respective application area.
2. Method according to Claim 1, characterised in that the sediment is taken up by means of a suction cutterhead, carried via at least one
pipeline connected to the suction cutterhead and lowered onto the bottom of the waters
firstly to the surface of the water and from here transported via at least one transport
line coupled to this pipeline to the usable agricultural areas.
3. Method according to Claim 2, characterised in that the suction cutterhead is positioned on the bottom of the waters using a GPS.
4. Method according to Claim 2 or 3, characterised in that the water and the sediment are forced by a suction pump of the suction cutterhead
via the pipeline connected to the latter into the transport lines leading up to the
usable agricultural areas.
5. Arrangement for restoring internal waters, by taking up sediment from the bottom of
the waters and bringing it to predetermined application areas, with a reclamation
dredger for taking up the sediment, means for applying water loaded with the sediment
to the application areas by sprinkling and a pipeline system with at least one pump,
distributors and slide gates, which system connects a suction cutterhead, which can
be set down on the bottom of the waters, of the reclamation dredger to the means for
application, characterised in that the means for sprinkling the water loaded with the sediment consist of at least one
distribution head in the form of an application pipe which is fastened in a horizontal
arrangement to an agricultural vehicle, such as a tractor, and has a plurality of
spaced discharge openings, wherein the distribution head is connected via at least
one flexible line to the pipeline system transporting the mixture of water and sediment
from the waters to the respective application area.
6. Arrangement according to Claim 5, characterised in that the distribution head is mounted on the hydraulic unit of a tractor.
7. Arrangement according to Claim 5 or 6, characterised in that the reclamation dredger is fitted with a GPS for positioning its suction cutterhead.
8. Arrangement according to any one of Claims 5 to 7, characterised in that the flexible line connecting the application pipe to the pipeline system is a PE
pipe.
1. Procédé d'assainissement de plans d'eau intérieurs par enlèvement des sédiments, dans
lequel les sédiments sont détachés du fond du plan d'eau, sont extraits du plan d'eau
et sont transportés pour être épandus sur des surfaces utilisées en agriculture, les
sédiments étant repris sur le fond du plan d'eau en même temps que de l'eau, l'eau
chargée en sédiments étant transportée directement et sans entreposage intermédiaire
au moyen d'au moins une pompe et par un système de conduits tubulaires doté de répartiteurs
et de systèmes de vannes sur les surfaces agricoles prévues pour l'épandage, pour
les arroser en tant qu'eau contenant des nutriments,
caractérisé en ce que
l'eau chargée en sédiments est épandue par plusieurs ouvertures de sortie, situées
à distance les unes des autres, des tubes d'épandage qui sont placés au moyen des
véhicules agricoles, par exemple de tracteurs, sur la surface d'épandage utilisée
en agriculture et qui dans ce but sont fixés en position horizontale sur lesdits véhicules
agricoles et sont reliés par au moins un conduit flexible au système de conduits tubulaires
qui transportent le mélange d'eau et de sédiments entre le plan d'eau et la surface
d'épandage concernée.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les sédiments sont repris au moyen d'une tête coupante-aspirante, amenés d'abord
à la surface de l'eau par au moins un conduit tubulaire plongé au fond du plan d'eau
et relié à la tête coupante-aspirante pour de là être transportés vers les surfaces
agricoles d'utilisation par au moins un conduit de transport relié à ce conduit tubulaire.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la tête coupante-aspirante est posée sur le fond du plan d'eau en recourant à un
système GPS.
4. Procédé selon les revendications 2 ou 3, caractérisé en ce que l'eau et les sédiments sont refoulés jusque dans les conduits de transport qui conduisent
à la surface agricole utilisée par une pompe aspirante de la tête coupante-aspirante
et par le conduit tubulaire qui y est relié.
5. Système d'assainissement de plans d'eau intérieurs par reprise des sédiments du fond
du plan d'eau et amenée de ces sédiments sur des surfaces d'épandage prédéterminées,
lequel système présente une drague de lavage qui reprend les sédiments, des moyens
d'épandage par arrosage de l'eau chargée en sédiments sur les surfaces d'épandage
et un système de conduits tubulaires qui présente au moins une pompe, des répartiteurs
et des vannes et qui relie aux moyens d'épandage une tête coupante-aspirante, placée
sur le fond du plan d'eau, de la drague de lavage,
caractérisé en ce que
les moyens d'arrosage de l'eau chargée en sédiments sont au moins une tête de répartition
qui présente la forme d'un tube d'épandage qui présente plusieurs ouvertures de sortie
situées à distance les unes des autres et disposées à l'horizontale sur un véhicule
agricole, par exemple un tracteur, la tête de répartition étant reliée par au moins
un conduit flexible au système de conduits tubulaires qui transporte le mélange d'eau
et de sédiments du plan d'eau à la surface d'épandage concernée.
6. Système selon la revendication 5, caractérisée en ce que la tête de répartition est montée sur l'unité hydraulique d'un tracteur.
7. Système selon les revendications 5 ou 6, caractérisé en ce que la drague de lavage est équipée d'un système GPS de positionnement de sa tête coupante-aspirante.
8. Système selon l'une des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que le conduit flexible qui relie le tube d'épandage au système de conduits tubulaires
est un tube en PE.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
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