[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Zuführen eines, vorzugsweise flüssigen,
Zusatzstoffes auf eine bewegte, ausgebreitete Bahn aus Filtermaterial der Tabak verarbeitenden
Industrie mittels eines Auftragsorgans. Ferner betrifft die Erfindung die Verwendung
eines Abstreifelements.
[0002] Bei der Herstellung von Filterstäben für die Tabak verarbeitende Industrie wird Filtertow,
das meist aus Celluloseacetat besteht, als endloser Streifen von einem Vorrat abgezogen
und behandelt. Das Filtertow besteht aus einem Gewebe aus locker aneinander haftenden
Fäden, die zur Bildung einer breiten und meist ebenen Bahn auseinander gezogen werden,
sodass die Fäden nebeneinander und im Wesentlichen parallel bewegt werden. Die Ausbreitung
der Bahn erfolgt in einer Ausbreiterdüse. Nach der flächigen Ausbreitung wird der
Bahn ein Zusatzstoff, der meist flüssig ist und z.B. aus Triacetin-Tröpfchen besteht,
in fein verteilter Form zugeführt. Die Tröpfchen lösen die Fäden an, sodass die Fäden
nach ihrer Zusammenfassung zu einem runden Strang und Umhüllung mit einem Filterpapierstreifen
in einer Filterstrangmaschine dauerhaft aneinander haften, d.h. vernetzt werden.
[0003] Anstelle eines flüssigen Zusatzstoffes kann auch ein aus einer fein verteilten pulverförmigen
Substanz bestehender Zusatzstoff verwendet werden. Aufbereitungsgeräte der vorbeschriebenen
Art sind in den Patentschriften US 5 060 664 und US 4 511 420 beschrieben.
[0004] Aus der Offenlegungsschrift DE-A-199 59 034 ist bekannt, Filtertow mit einer quer
zur Bewegungsrichtung des Filtertows angeordneten Reihe von Düsen mit Weichmacher
zu besprühen. Hierbei werden die einzelnen Düsen mittels vorgeordneten, die Dichte
des Filtertows in den betreffenden Abschnitten erfassenden Sensoren gesteuert.
[0005] Von großer Wichtigkeit für die Qualität der Aufbereitung sind die gute Vereinzelung
der einzelnen Fäden oder Fasern und/oder ein gleichmäßiger Auftrag von fein verteilten
Weichmacherteilchen in Form von Tröpfchen oder Feinpartikeln.
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine gleichmäßige Verteilung eines Weichmachers auf das Filtermaterial zu gewährleisten,
sodass die Qualität der Filterherstellung gesteigert wird.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe bei einer Einrichtung zum Zuführen eines, vorzugsweise
flüssigen, Zusatzstoffes auf eine bewegte, ausgebreitete Bahn aus Filtermaterial der
Tabak verarbeitenden Industrie mittels eines Auftragsorgans dadurch, dass wenigstens
ein quer zur Bewegungsrichtung des Filtermaterials angeordnetes Abstreifelement mit
einer im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung des Filtermaterials ausgerichteten
Gleitfläche vorgesehen ist.
[0008] Bei den bisher vorhandenen Abstreifblechen, die in einer Besprüheinrichtung für beispielsweise
Triacetinauftrag auf Filtertow verwendet werden, können sich größere Weichmachermengen
an ungewünschten Stellen des Abstreifblechs anlagern. Die vorteilhafte Wirkung des
erfindungsgemäßen Abstreifelements mit der Gleitfläche bzw. Führungsfläche besteht
vor allem darin, dass aufgrund der verlängerten Gleitfläche für das Filtermaterial
eine Führung am Abstreifelement ausgebildet wird und somit keine Totzonen am Abstreifelement
entstehen, in denen sich Tröpfchen des Weichmachers sammeln. Durch die stetige Ansammlung
von Tröpfchen in den Totzonen entsteht eine größere Menge an Weichmacher, die bei
einer bestimmten Menge bzw. Größe vom bewegten Filtermaterial mitgerissen wird. Infolge
der höheren Konzentration an Weichmacher im Filtermaterial bzw. Acetattowstreifen
durch den mitgerissenen Klumpen werden unerwünschte Löcher im Acetatteil eines fertigen
Filters erzeugt. Die gezielte Vermeidung von Totzonen, in denen sich Weichmachertröpfchen
ansammeln können, verringert somit die Bildung von Löchern durch größere Weichmacherklumpen
in einem Filter erheblich.
[0009] Um einen gleichmäßigen Weichmacherauftrag und eine Vergleichmäßigung des Weichmachers
im Filtermaterial unter Vermeidung von Totzonen am Abstreifblech bzw. Abstreifelement
zu erreichen, ist es vorteilhaft, wenn die Gleitfläche des Abstreifelementes nach
Art einer flachen Leiste, insbesondere über die gesamte Breite des ausgebreiteten
Filtermaterials, ausgebildet ist.
[0010] Insbesondere ist die Gleitfläche nach Art einer Rinne ausgebildet, um vom Filtermaterial
nicht aufgenommenen Weichmacher zusätzlich zu sammeln und wegzuführen.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das Abstreifelement im Querschnitt
annähernd L-förmig oder T-förmig oder U-förmig ausgebildet, wobei bevorzugterweise
ein Teil der ausgebildeten Form als Gleitfläche des Abstreifelements im wesentlichen
oder annähernd parallel zur Bewegungsrichtung des Filtermaterials angeordnet ist.
[0012] Ferner ist insbesondere das Abstreifelement nach Art einer Rinne ausgebildet, um
beispielsweise in der Rinne gesammeltes Triacetin als Weichmacher oberhalb des geförderten
Filtermaterials seitlich abzuleiten und zu einem Sammelbecken für den Weichmacher
zu führen.
[0013] Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn die Position des Abstreifelementes in der
Einrichtung einstellbar ist.
[0014] Außerdem ist es von Vorteil, wenn die Einrichtung geschlossen ausgebildet ist, sodass
ein Gehäuse für die Einrichtung vorgesehen ist, in der der Auftrag des Zusatzstoffes
auf das ausgebreitete Filtermaterial erfolgt.
[0015] Des Weiteren wird die Aufgabe gelöst durch die Verwendung eines Abstreifelementes
in einer Einrichtung zum Zuführen eines, vorzugsweise flüssigen, Zusatzstoffes auf
eine bewegte, ausgebreitete Bahn aus Filtermaterial der Tabak verarbeitenden Industrie
mittels eines Auftragsorgans, wobei das Abstreifelement quer zur Bewegungsrichtung
des Filtermaterials angeordnet ist und eine im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung
des Filtermaterials ausgerichtete Gleitfläche aufweist.
[0016] Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Abstreifelementes ergeben sich
aus den voranstehenden Ausführungen, sodass auf die obigen Ausführungen ausdrücklich
verwiesen wird.
[0017] Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens
anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen exemplarisch
beschrieben, auf die im Übrigen bezüglich aller im Text nicht näher erläuterten erfindungsgemäßen
Einzelheiten ausdrücklich verwiesen wird. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine vergrößerte Querschnittsansicht eines Abstreifbleches gemäß dem Stand der Technik;
- Fig. 2a, Fig. 2b
- jeweils einen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Abstreifbleches in einer vergrößerten
Ansicht und
- Fig. 3
- eine Ansicht einer Besprüheinrichtung mit Abstreifblechen in einem Querschnitt.
[0018] In den folgenden Figuren sind jeweils gleiche oder gleichartige Elemente bzw. entsprechende
Teile mit denselben Bezugsziffern versehen, sodass von einer entsprechenden erneuten
Vorstellung abgesehen wird.
[0019] In Fig. 1 ist ein Ausschnitt aus einer Einrichtung zum Besprühen von Filtertow im
Querschnitt dargestellt, wobei die Einrichtung ein Abstreifblech 15 aufweist. Das
Abstreifblech 15 ist hakenförmig bzw. V-förmig bzw. nach Art einer Parabel ausgebildet.
An der Unterseite des Abstreifblechs 15 wird das ausgebreitete Filtertow 20 gemäß
der eingezeichneten Förderrichtung F vorbei transportiert. Hierbei berühren sich im
untersten Punkt des Abstreifbleches 15 das Filtertow 20 und das Abstreifblech 20.
[0020] Durch den Auftrag von Triacetin auf das Filtertow 20 beispielsweise mittels einer
Auftragsdüse oder einer Auftragsbürste, die hier nicht dargestellt ist, werden Tröpfchen
von Triacetin auf das Filtertow 20 appliziert. Aufgrund der Flüchtigkeit der Triacetin-Tröpfchen
ist die Atmosphäre in der Besprüheinrichtung (Fig. 3) mit Triacetin-Tröpfchen angereichert.
[0021] Auf Grund der tangentialen Berührung des Filtertows 20 im untersten Punkt des Abstreifbleches
15 entsteht in Förderrichtung des Filtertows 20 im Bereich des Berührungspunktes eine
Totzone 17, in der sich die Triacetin-Tröpfchen ansammeln. Hierdurch entsteht ein
Klumpen 18 aus Triacetin, der erst nach Erreichen einer vorbestimmten Größe bzw. Menge
von dem vorbei transportierten Filtertow 20 mitgenommen bzw. mitgerissen wird.
[0022] In Fig. 2a ist im Querschnitt ein erfindungsgemäßes Abstreifblech 15 dargestellt,
das im untersten Punkt eine horizontale Gleitfläche 25 aufweist, die parallel zur
ausgebreiteten Fläche des Filtertows 20 angeordnet ist. Durch die horizontale Fortsetzung
der Gleitfläche 25 wird die Totzone (Bezugszeichen 17, Fig. 1) vermieden.
[0023] Die ebene Gleitfläche 25 hat die Wirkung einer Führung für das Filtertow 20 über
die gesamte Breite des Filtertows 20. Ferner hat die Gleitfläche 25 die Wirkung eines
Spoilers, d.h., bei Produktionsgeschwindigkeiten wird das Filtertow 20 leicht gegen
die Unterseite der Gleitfläche 25 angesaugt, sodass das aufgetragene Triacetin kontinuierlich
durch das Tow 20 von der Gleitfläche 25 abgestreift wird. Die Ansammlung größerer
Mengen von Triacetin-Tröpfchen in einer Totzone (Bezugzeichen 17, Fig. 1) wird dadurch
verhindert.
[0024] Fig. 2b zeigt einen Querschnitt eines weiteren erfindungsgemäßen Abstreifblechs 15,
bei dem die Gleitfläche 25 am Ende der Gleitfläche 25 als Begrenzung eine senkrechte
Wandung 26 aufweist. Durch die vertikale Wandung 26 wird die Gleitfläche 25 ebenfalls
als eine Art Rinne zur Aufnahme und Wegführung von vom Filtermaterial bzw. Filtertow
20 nicht aufgenommenen bzw. überschüssigen Weichmacher ausgebildet.
[0025] In Fig. 3 ist eine Einrichtung 30 zum Aufbringen eines Weichmachers, z.B. Triacetin,
auf das ausgebreitete Filtertow 20 in einer schematischen Querschnittsansicht gezeigt.
Das Filtertow 20 wird gemäß der Förderrichtung F von rechts nach links transportiert.
Im unteren Bereich der Einrichtung 30 ist eine Auftragsdüse 31 angeordnet, die einen
Sprühkegel 32 mit Weichmachertröpfchen aus Triacetin erzeugt. Mittels der Auftragsdüse
31 wird eine feine, nebelartige Zerstäubung eines Weichmachers, z.B. Triacetin, erreicht.
[0026] Das Filtertow 20 wird über untere Abstreifbleche 33, 34 durch die Einrichtung 30
geführt. Die unteren Abstreifbleche 33, 34 sind im unteren Bereich der Einrichtung
30 angeordnet. Oberhalb des Filtertows 20 sind drei Abstreifbleche 15 angeordnet,
die mit einer annährend parallel zur Bewegungsrichtung des Filtertows 20 ausgerichteten
Gleitfläche 25 versehen sind. Darüber hinaus ist im Eintrittsbereich des Filtertows
20 in die Einrichtung 30 ein weiteres Abstreifblech 16 oberhalb des Filtertows 20
angeordnet, das keine Gleitfläche aufweist, da dieses Abstreifblech weit entfernt
vom Auftragsort des Weichmachers auf das Filtertow 20 in der Einrichtung 30 ist.
[0027] Die Abstreifbleche 15 sind im filtertownahen Bereich U-förmig oder V-förmig ausgebildet,
sodass eine muldenartige bzw. rinnenartige Vertiefung entsteht. In dieser rinnenartigen
Vertiefung werden die herumfliegenden und von der Gehäusewand ablaufenden Weichmachertröpfchen
im oberen Bereich der Einrichtung gesammelt und seitlich oberhalb des Filtertows 20
abgeleitet.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 15
- Abstreifblech
- 16
- Abstreifblech
- 17
- Totzone
- 18
- Klumpen
- 20
- Filtertow
- 25
- Gleitfläche
- 26
- Wandung
- 30
- Einrichtung
- 31
- Auftragsdüse
- 32
- Sprühkegel
- 33
- Abstreifblech
- 34
- Abstreifblech
- F
- Förderrichtung
1. Einrichtung (30) zum Zuführen eines, vorzugsweise flüssigen, Zusatzstoffes auf eine
bewegte, ausgebreitete Bahn (20) aus Filtermaterial der Tabak verarbeitenden Industrie
mittels eines Auftragsorgans (31), dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein quer zur Bewegungsrichtung des Filtermaterials (20) angeordnetes Abstreifelement
(15) mit einer im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung des Filtermaterials
(20) ausgerichteten Gleitfläche (25) vorgesehen ist.
2. Einrichtung (30) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitfläche (25) des Abstreifelements (15) nach Art einer flachen Leiste, insbesondere
über die gesamte Breite des ausgebreiteten Filtermaterials (20), ausgebildet ist.
3. Einrichtung (30) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitfläche (25) nach Art einer Rinne ausgebildet ist.
4. Einrichtung (30) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstreifelement (15) im Querschnitt annähernd L-förmig oder T-förmig oder U-förmig
ausgebildet ist.
5. Einrichtung (30) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstreifelement (15) quer zur Bewegungsrichtung des Filtermaterials (20) nach
Art einer Rinne ausgebildet ist.
6. Einrichtung (30) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des Abstreifelements (15) einstellbar ist.
7. Einrichtung (30) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (30) geschlossen ausgebildet ist.
8. Verwendung eines Abstreifelements (15) in einer Einrichtung (30) zum Zuführen eines,
vorzugsweise flüssigen, Zusatzstoffes auf eine bewegte, ausgebreitete Bahn (20) aus
Filtermaterial der Tabak verarbeitenden Industrie mittels eines Auftragsorgans (31),
wobei das Abstreifelement (15) quer zur Bewegungsrichtung des Filtermaterials (20)
angeordnet ist und eine im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung des Filtermaterials
(20) ausgerichtete Gleitfläche (25) aufweist.
9. Verwendung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitfläche (25) des Abstreifelements (15) nach Art einer flachen Leiste, insbesondere
über die gesamte Breite des ausgebreiteten Filtermaterials (20), ausgebildet ist.
10. Verwendung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitfläche (25) nach Art einer Rinne ausgebildet ist.
11. Verwendung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstreifelement (15) im Querschnitt annähernd L-förmig oder T-förmig oder U-förmig
ausgebildet ist.
12. Verwendung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstreifelement (15) quer zur Bewegungsrichtung des Filtermaterials (20) nach
Art einer Rinne ausgebildet ist.
13. Verwendung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des Abstreifelements (15) einstellbar ist.