[0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder für einen Strangheftapparat gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] In einem Strangheftapparat bildet ein solcher Schließzylinder gemeinsam mit einem
Heftzylinder einen Spalt, durch den ein zu heftender Strang geführt wird. Eine beim
Durchgang durch den Spalt von dem Heftzylinder abgegebene Heftklammer durchstößt mit
ihren Schenkeln den Strang und trifft auf eine Schließplatte des Schließzylinders,
an der die Schenkel seitwärts abgebogen werden, wodurch die Blätter des Strangs aneinander
geheftet werden.
[0003] Damit die Heftklammer richtig schließt, muss je nach Dicke des zu heftenden Strangs
die Breite des Spalts zwischen Heft- und Schließzylinder eingestellt werden. Dies
geschieht herkömmlicherweise, indem Unterlagen von unterschiedlicher Dicke unter die
Schließplatten gelegt werden. Dazu ist es erforderlich, den Heftapparat anzuhalten
und den Schließzylinder in eine Stellung zu drehen, in der seine Schließplatten frei
zugänglich sind.
[0004] Dieses Verfahren zum Einstellen der Spaltbreite ist umständlich und zeitraubend,
da eine Vielzahl von Unterlagen unterschiedlicher Dicke bereitgehalten werden muss
und die Anpassung der Spaltbreite an jeder Schließplatte des Zylinders einzeln vorgenommen
werden muss. Außerdem führt die Notwendigkeit, auf die Schließplatten zugreifen zu
können, zu Randbedingungen für die Konstruktion des Heftapparates, die es schwierig
machen, diesen kompakt zu bauen oder mit vor- oder nachgeordneten Einrichtungen zur
Bearbeitung des Strangs in einer kompakten Anordnung zu kombinieren.
[0005] Die DE 28 12 979 A1 zeigt eine Vorrichtung zum Anbringen von Krampen, bei der eine
Schließplatte in Richtung gegenüberliegendem Staucharm einstellbar ist.
[0006] Die nachveröffentlichte EP 1 419 898 A1 beschreibt eine Hefteinrichtung mit einem
Heftschlitten und einer Umbiegevorrichtung, die auf die Dicke des zu heftenden Produktes
einstellbar ist.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schließzylinder für einen Strangheftapparat
zu schaffen.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere drin, dass der Schließzylinder
eine schnelle Anpassung der Spaltbreite eines Strangheftapparates, in welchem der
Schließzylinder verwendet ist, ohne die Notwendigkeit, dass eine Bedienungsperson
direkt auf die Schließplatten zugreifen können muss ermöglicht. Da infolgedessen in
der Nähe der Schließplatten auch kein Platz frei gehalten werden muss, an dem sich
die Bedienungsperson aufhalten kann, ermöglicht der Schließzylinder ferner einen besonders
kompakten Aufbau eines Strangheftapparats oder einer einen Strangheftapparat enthaltenden
Bearbeitungsstrecke. Da das an die Schließplatte gekoppelte Stellelement axial aus
dem Schließzylinder herausgeführt ist, genügt eine Zugriffsmöglichkeit für eine Bedienungsperson
oder auch die Anbringung eines Aktuators zum Verschieben des Stellgliedes in axialer
Verlängerung des Schließzylinders, um die Breite des Heftspalts anpassen zu können.
[0010] Um die Schließplatte zu verstellen, kann sie an eine Drehung oder an eine axiale
Bewegung des Stellelements gekoppelt sein. Besonders einfach realisierbar ist eine
Kopplung an eine axiale Bewegung des Stellelements.
[0011] Vorzugsweise ist die Schließplatte über eine Keilfläche an dem Stellelement abgestützt.
Eine solche Keilfläche kann an der Schließplatte, an dem Stellelement oder an beiden
gebildet sein. Um eine stabile, nicht kippgefährdete Verschiebbarkeit der Schließplatte
zu erreichen, sind vorzugsweise sowohl die Schließplatte als auch das Stellelement
mit Keilflächen versehen, die einander flächig berühren und bei einem Verstellen des
Stellelements aneinander entlang gleiten.
[0012] Um die Schließplatte in einer durch Kontakt mit dem Stellelement definierten Lage
sicher zu halten, ist die Schließplatte vorzugsweise elastisch gegen das Stellelement
gedrückt.
[0013] Vorzugsweise ist das Stellelement gemeinsam mit dem Zylinder drehbar, so dass eine
Drehung des Zylinders nicht zu Reibung an einem Berührungspunkt zwischen Stellelement
und Schließplatte führt.
[0014] Um das Stellelement axial verschieben zu können, ist dieses vorzugsweise axial unverschiebbar
und drehentkoppelt mit einem axial orientierten Gewinde verbunden, das zum axialen
Verstellen des Stellelements drehbar ist.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird in den Zeichnungen dargestellt und im
Folgenden näher beschrieben.
[0016] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Schließzylinders;
- Fig. 2
- einen axialen Schnitt durch den Schließzylinder aus Fig. 1.
[0017] Der in Fig. 1 in perspektivischer Ansicht gezeigte Schließzylinder umfasst einen
Zylinder, 01, insbesondere einen Zylinderkörper 01, an dessen Mantelfläche zwei Schließplatten
02 mit Kerben zum Aufnehmen und Aufeinanderzubiegen der Schenkel einer Klammer angeordnet
sind. Eine mit dem Zylinderkörper 01 fest zusammenhängende Welle erstreckt sich durch
Lagerhülsen 04, die jeweils mit einem radial abstehenden Flansch 05 zur Befestigung
an zwei Seitenplatten eines (nicht dargestellten) Gestells eines Heftapparats vorgesehen
sind. Ein sich entlang der geometrischen Achse des Zylinderkörpers 01 erstreckendes
stangenförmiges Stellelement 06 steht an einem Ende über die Welle über und ist in
einer weiteren Lagerhülse 07 aufgenommen. Die Lagerhülse 07 wiederum ist axial verschiebbar
an einem Dreibein 08 gehalten, das ebenfalls zur Befestigung an einer Seitenplatte
des nicht dargestellten Gestells vorgesehen ist.
[0018] Fig. 2 zeigt den inneren Aufbau des Schließzylinders aus Fig. 1. Wie man sieht, erstreckt
sich das Stellelement 06 im Wesentlichen über die gesamte Länge des Zylinderkörpers
01 und der von ihm ausgehenden, in den Lagerhülsen 04 aufgenommenen Wellenabschnitte
09. Die Wellenabschnitte 09 sind in den Lagerhülsen 04 jeweils durch Lager 11, z.
B. Kugel- oder Rollenlager 11 drehbar gehalten.
[0019] Der Zylinderkörper 01 weist zwei radiale Bohrungen auf, die auf die axiale Bohrung
des Stellelements 06 münden und jeweils eine Schließplattenkapsel 12 aufnehmen, in
der jeweils eine der Schließplatten 02 radial verschiebbar aufgenommen ist. Die durch
eine Feder radial nach innen beaufschlagten Schließplatten 02 ruhen auf einer Basisplatte
13, von deren radial innerer Seite ein keilförmig angeschrägter Zapfen 14 durch eine
Öffnung der Schließplattenkapsel 12 hindurch vorspringt und an einer an dem Stellelement
06 verschraubten Keilplatte 16 flächig anliegt. Durch Verschieben des Stellelements
06 entlang der Wellenachse nach rechts in der Figur werden die Schließplatten 02 in
gleichem Maße radial nach außen geschoben und so ein Spalt zwischen dem Schließzylinder
und einem benachbart angeordneten, nicht dargestellten Heftzylinder verengt. Durch
Verschieben des Stellelements 06 nach links in der Figur wird der Spalt verbreitert,
bis eine den Zapfen 14 umgebende Krempe der Basisplatte 13 an einer Schulter 17 der
Schließplattenkapsel 12 anschlägt.
[0020] Zum Antreiben einer axialen Verschiebung des Stellelements 06 dient in der hier dargestellten
Ausgestaltung ein Handrad 18, das über ein Gewinde 19, insbesondere eine Gewindestange
19, die in einem Innengewinde des Dreibeins 08 gehalten ist, die Lagerhülse 07 trägt.
Eine Drehung des Handrades 18 bewirkt über die Gewindestange 19 eine axiale Verschiebung
der Lagerhülse 07, die sich über ein zwischen der Lagerhülse 07 und dem Stellelement
06 angeordnetes Lager 21, z. B. Axialkugellager 21 auf das Stellelement 06 überträgt.
Die Drehung des Handrades 18 wird nicht übertragen, genauso, wie sich eine Drehung
des Zylinderkörpers 01 und des Stellelements 06 im Betrieb des Schließzylinders nicht
auf die Gewindestange 19 überträgt. So ist es durch Drehen des Handrades 18 zu einem
beliebigen Zeitpunkt, sogar bei laufendem Schließzylinder, möglich, die Schließplatten
02 radial zu justieren und so die Breite des Heftspalts an die Dicke des darin zu
heftenden Strangs anzupassen.
[0021] Selbstverständlich könnte das Handrad 18 auch durch einen Schrittmotor oder einen
anderen geeigneten Drehaktuator ersetzt werden, oder die Lagerhülse 07 könnte von
einem axial ausgerichteten Hydraulikzylinder oder einem anderen geeigneten Linearaktuator
gehalten sein.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 01
- Zylinder, Zylinderkörper
- 02
- Schließplatte
- 03
- -
- 04
- Lagerhülse
- 05
- Flansch
- 06
- Stellelement
- 07
- Lagerhülse
- 08
- Dreibein
- 09
- Wellenabschnitt
- 10
- -
- 11
- Lager, Kugellager
- 12
- Schließplattenkapsel
- 13
- Basisplatte
- 14
- Zapfen
- 15
- -
- 16
- Keilplatte
- 17
- Schulter
- 18
- Handrad
- 19
- Gewinde, Gewindestange
- 20
- -
- 21
- Lager, Axialkugellager
1. Schließzylinder für einen Strangheftapparat, mit einem um eine Achse drehbaren, wenigstens
eine Schließplatte (02) tragenden Zylinder (01), dadurch gekennzeichnet, dass die Schließplatte (02) in radialer Richtung des Zylinders (01) an ein Stellelement
(06) gekoppelt verschiebbar ist.
2. Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement (06) entlang der Achse aus dem Zylinder (01) herausgeführt ist.
3. Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließplatte (02) an eine axiale Bewegung des Stellelements (06) gekoppelt verschiebbar
ist.
4. Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließplatte (02) an eine Drehung des Stellelements (06) in Bezug auf den Zylinder
(01) gekoppelt verschiebbar ist.
5. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließplatte (02) über eine Keilfläche an dem Stellelement (06) abgestützt ist.
6. Schließzylinder nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass Schließplatte (02) und Stellelement (06) einander flächig berührende Keilflächen
aufweisen.
7. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließplatte (02) elastisch gegen das Stellelement (06) gedrückt ist.
8. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement (06) gemeinsam mit dem Zylinder (01) drehbar ist.
9. Schließzylinder nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement (06) axial unverschiebbar und drehentkoppelt mit einem axial orientierten
Gewinde (19) verbunden ist, das zum axialen Verstellen des Stellelements (06) drehbar
ist.