[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] In Abhängigkeit von der Art der Druckfarbe und dem zugrundeliegenden speziellen Trocknungsprozess
sind verschiedene Vorrichtungen an Druckmaschinen, insbesondere Flachdruckmaschinen,
wie lithographischen Druckmaschinen, Rotationsdruckmaschinen, Offsetdruckmaschinen
und dergleichen, welche bogenförmige oder bahnförmige Bedruckstoffe, insbesondere
Papier, Pappe, Karton und dergleichen, verarbeiten, bekannt, welche eine Haftung der
Farbe auf dem Bedruckstoff auslösen oder unterstützen, indem Strahlungsenergie der
auf dem Bedruckstoff befindlichen Druckfarbe zugeführt wird.
[0003] Die sogenannten UV-Farben härten durch Polymerisation, welche durch Photoinitiation
mittels Licht im Ultraviolett ausgelöst wird, aus. Dagegen existieren in weiter Verbreitung
lösemittelhaltige Druckfarben, welche sowohl einem physikalischen als auch einem chemischen
Trocknungsprozess unterliegen können. Die physikalische Trocknung umfasst die Verdunstung
von Lösemitteln und die Diffusion in den Bedruckstoff (Wegschlagen), während unter
chemischer Trocknung bzw. oxidativer Trocknung aufgrund einer Polymerisation der in
den Farbrezepturen enthaltenen Öle, Harze, Bindemittel oder dergleichen gegebenenfalls
unter Mitwirkung von Luftsauerstoff verstanden wird. Die Trocknungsprozesse sind im
allgemeinen abhängig voneinander, da durch das Wegschlagen der Lösemittel eine Separation
innerhalb des Bindemittelsystems zwischen Lösemitteln und Harzen stattfindet, wodurch
die Harzmoleküle sich annähern und gegebenenfalls leichter polymerisieren können.
[0004] Es ist bereits bekannt, Druckprodukte nach dem Druckprozess einem Trocknungsprozess
zu unterziehen, um eine Weiterverarbeitung der Druckprodukte ohne Wartezeit zu ermöglichen.
An dieser Stelle seien zum Beispiel UV-Farben in Verbindung mit UV-Trocknern, Heatset-Farben
in Verbindung mit Heißluft-Trocknern oder IR-Trockner genannt.
[0005] UV-Farben gelten jedoch als gesundheitsbedenklich und können nur gesondert entsorgt
werden. Ferner entsteht durch die UV-Strahlung Ozon, so dass aufwändige Absaugeinrichtungen
oder Inertisierungsmaßnahmen vorzusehen sind.
[0006] Die Heatset-Trocknung weist dem gegenüber einen hohen Energiebedarf auf und kann
zu einer übermäßigen Austrocknung des Bedruckstoffs und somit zu einer ungewünschten
Welligkeit führen.
[0007] Beim Einsatz von spektral breitbandigen IR-Trocknern kann es ebenfalls zu einer übermäßigen
Austrocknung und somit zu einer ungewünschten Welligkeit des Bedruckstoffs kommen,
denn der größere Anteil der Energie wird von dem Bedruckstoff absorbiert und nur ein
geringerer Anteil von der zu trocknenden Druckfarbe selbst.
[0008] Überdies kann der Einsatz von Trocknungsbeschleunigern, sogenannten Sikkativen, in
der Druckfarbe leicht zum vorzeitigen Trocknen der Druckfarbe und somit zum Aufbauen
der Druckfarbe auf den Oberflächen der Druckwerkswalzen und -zylindern führen. Der
Dosierung von Sikkativen sind hierdurch folglich Grenzen gesetzt.
[0009] Die
DE 102 34 076 A1 beschreibt zum Beispiel eine Vorrichtung zur Trocknung von Druckfarbe auf Bedruckstoffbogen,
wobei die Vorrichtung eine Strahlungsenergiequelle, insbesondere einen Laser umfasst,
die Licht im nahen IR-Bereich emittiert. Die Wellenlänge der IR-Strahlung wird dabei
so gewählt, dass diese nicht-resonant zu Absorptionswellenlängen von Wasser ist, wodurch
ausschließlich eine Erhitzung der Farbe, nicht jedoch des Bogens erzielt werden kann.
[0010] Ferner beschreibt zum Beispiel die noch unveröffentlichte
DE 103 16 471 ein Verfahren zum Trocknen einer Druckfarbe auf einem Bedruckstoff, wobei der Bedruckstoff
mit Laserstrahlung beaufschlagt wird, deren Wellenlänge zwischen 350 nm und 700 nm
liegt und im Wesentlichen resonant zu einer Absorptionswellenlänge wenigstens eines
Farbpigments der Druckfarbe ist. Dabei ist neben dem Pigment kein weiterer Absorberstoff
für die Strahlung notwendig.
[0011] Aus der ebenfalls noch unveröffentlichten
DE 103 16 472 ist ferner zum Beispiel ein Verfahren zum Trocknen einer Druckfarbe auf einem Bedruckstoff
bekannt, wobei außer der Druckfarbe noch eine Grundierung oder eine Beschichtung auf
den Bedruckstoff aufgebracht wird und wobei die Grundierung oder die Beschichtung
geeignet ist, eine Beschleunigung der Trocknung der Druckfarbe durch Absorption einer
Strahlung zu bewirken.
[0012] Beispielsweise aus der
EP 0 355 473 A2 ist eine Vorrichtung zum Trocknen von Druckprodukten bekannt, welche eine Strahlungsenergiequelle
in Form eines Lasers umfasst. Die Strahlungsenergie wird auf die Oberfläche der Bedruckstoffe,
die sich auf einer Bahn mittels einer Transporteinrichtung durch die Druckmaschine
bewegen, an einer Position zwischen einzelnen Druckwerken oder nach dem letzten Druckwerk
vor oder in dem Ausleger geleitet. Die Strahlungsquelle kann dabei ein Laser im Ultravioletten
für UV-Farben oder eine Laserlichtquelle im Infraroten zur Erwärmung von lösemittelhaltigen
Druckfarben sein. Die Strahlungsenergiequelle ist außerhalb der Druckmaschine angeordnet,
um zu vermeiden, dass aufgrund von unvermeidbarer oder abschirmbarer Verlustwärme
unerwünscht Teile der Druckmaschine erwärmt werden. Nachteilig ist hierbei jedoch,
dass eine zusätzliche Systemkomponente dem Druckmaschinenbenutzer separat zur Verfügung
gestellt werden muss.
[0013] Des Weiteren ist zum Beispiel aus dem Dokument
US 6,026,748 bekannt, dass an einer Druckmaschine eine Trocknungsvorrichtung mit Infrarotlampen,
welche kurzwelliges Infrarotlicht (nahes Infrarot) oder mittelwelliges Infrarotlicht
emittieren, vorgesehen sein kann. Das Emissionsspektrum von Lampenlichtquellen ist
breitbandig und führt folglich zu einem Angebot einer Vielzahl von Wellenlängen. Nachteilig
bei derartigen Trocknungsvorrichtungen im Infraroten ist, dass ein relevanter Anteil
der Energieabsorption im Papier stattfmdet, wobei die Farbe nur indirekt erwärmt wird.
Eine schnelle Trocknung ist nur durch einen entsprechend hohen Energieeintrag möglich.
Dabei besteht aber unter anderem die Gefahr, dass der Bedruckstoff ungleichmäßig austrocknet
und wellig werden kann.
[0014] In der elektrophotographischen Drucktechnik ist zum Beispiel aus der
DE 44 35 077 A1 bekannt, eine Fixierung von Toner auf einem Aufzeichnungsträger durch von Diodenlasern
emittierter Strahlungsenergie im nahen Infrarot vorzunehmen. Durch den Einsatz einer
schmalbandigen Lichtquelle wird eine Erhitzung der Tonerpartikel erreicht, um diese
zu schmelzen, zu einer farbigen Schicht zu formen und auf der Oberfläche des Aufzeichnungsträgers
zu verankern. Da in diesem Spektralbereich eine große Anzahl von gängigen Papiersorten
breite Absorptionsminima aufweisen, ist es möglich, dass ein überwiegender Teil der
Energie in den Tonerpartikeln direkt absorbiert werden kann.
[0015] Die einfache Kenntnis des Fensters im Papierabsorptionsspektrum lässt sich allerdings
nicht unmittelbar in der Drucktechnik mit lösemittelhaltigen Druckfarben ausnutzen,
da wie oben beschrieben andere chemische beziehungsweise physikalische Trocknungsprozesse
zugrunde liegen. Im Zusammenhang mit der Erfindung sind mit dem Begriff der lösemittelhaltigen
Druckfarbe insbesondere Farben gemeint, deren Lösungsmittelanteile wässriger oder
organischer Natur sein können, die auf Bindemittelsystemen aufbauen, die sich oxidativ,
ionische oder radikalisch polymerisieren lassen. Ein Energieeintrag zur Trocknung
von lösemittelhaltigen Druckfarben soll den Effekt der Verdampfung des Lösemittels
und/oder den Effekt des Wegschlagens in den Bedruckstoff und/oder den Effekt der Polymerisation
unterstützen oder fördern, wobei gleichzeitig unerwünschte Nebeneffekte, wie insbesondere
eine zu starke Erhitzung der lösemittelhaltigen Druckfarbe, welche zu Zersetzungen
von Komponenten oder Überhitzung des Lösemittels führen kann, vermieden werden. Der
Energieeintrag soll nicht nur, wie für den Fall der Tonerfixierung, zum Schmelzen
von Partikeln eingebracht werden.
[0016] Bei Vorrichtungen des Standes der Technik kann das Problem auftreten, dass das getrocknete
Produkt sichtbare Spuren des Trocknungsprozesses aufweist. Diese Spuren können z.
B. als Längs- oder als Quer-Streifen in dem Produkt wahrnehmbar sein und die Qualität
des erzeugten Produktes beeinträchtigen.
[0017] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Vorrichtung zur Zuführung
von Strahlungsenergie auf einen Bedruckstoff zu schaffen, welche es ermöglicht, den
Trocknungsprozess ohne sichtbare ungewünschte Veränderungen des Druckprodukt auszuführen.
[0018] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung zur Zuführung von Strahlungsenergie
gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0019] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen charakterisiert.
[0020] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Zuführung von Strahlungsenergie auf einen Bedruckstoff
mit wenigstens einer Strahlungsenergiequelle, deren Licht auf den Bedruckstoff auf
dem Pfad des Bedruckstoffes durch eine Druckmaschine an einer Position trifft, welche
wenigstens einem Druckspalt in einem Druckwerk nachgeordnet ist, zeichnet sich dadurch
aus, dass die Strahlungsenergiequelle Licht emittiert, welches in Querrichtung zur
Richtung des Pfades des Bedruckstoffes eine peak-to-valley-Homogenität von weniger
als etwa 15% aufweist.
[0021] Die z. B. durch die Homogenisierungsoptik erzielte Homogenität des Lichts der Strahlungsenergiequelle
weist erfindungsgemäß einen Wert von weniger als etwa 15% und besonders bevorzugt
einen Wert von weniger als etwa 10% oder 5% auf, wobei sich die Prozentangabe auf
die Abweichung eines niedrigsten zu einem höchsten Wert in der lateralen Intensität
des Lichts 12 (peak-to-valley-Homogenität) bezieht.
[0022] Im Zusammenhang mit der Erfmdung wurde gefunden, dass durch das Vorsehen einer Homogenität
der Strahlung in Querrichtung mit einer peak-to-valley-Abweichung von weniger als
etwa 15% eine Längs-Streifenbildung effektiv verhindert werden kann.
[0023] Eine hinsichtlich der Genauigkeit der Bestrahlungsdosis optimierte Ausführungsform
der Erfindung sieht vor, dass die Position, an der das Licht auf den Bedruckstoff
im Pfad durch die Flachdruckmaschine trifft derart gewählt ist, dass an dieser Position
der Bedruckstoff in Ausbreitungsrichtung der Strahlung im Wesentlichen keine Bewegung
ausführt.
[0024] Innerhalb einer Tiefenschärfe der Optik von ca. 3 mm (mindestens jedoch von 1 mm)
sollte die Leistungsdichte nicht mehr als 15 % variieren bzw. die Fokusdimension sich
nicht mehr als 15 % ändern. Bevorzugt nicht mehr als 10% bzw. 5 %.
[0025] Im Zusammenhang mit der Erfindung wurde gefunden, dass die besondere Wahl der Positionierung
der Strahlungsenergiequelle und somit des Auftreffpunkts des Lichts an einer Stelle,
an der der Bedruckstoff stabil und flatterfrei geführt wird, Quer-Streifenbildung
im Produkt effektiv verhindern kann.
[0026] Es kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Position nahe bei einem Gegendruckzylinders
oder nahe bei einer Wendetrommel oder nahe bei einem Transferzylinder gewählt ist.
[0027] Es kann weiterhin bevorzugt vorgesehen sein, die Position der Strahlungsenergiequelle
im Bereich einer Greiferbrücken-freien Bedruckstofftransportvorrichtung, z.B. einer
(Saug-) Band-Transportvorrichtung (vorteilhaft in einem Ausleger bzw. wenigstens einem
Druckwerk nachgeordnet), vorzusehen, da aufgrund der nicht vorhandenen Greiferbrücken
die Positionierung in geringem Abstand zum Bedruckstoff bzw. zum Bedruckstoffpfad
möglich ist und daher weniger / keine Störungen durch bewegte Greiferbrücken zu erwarten
sind.
[0028] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Zuführung von Strahlungsenergie kann sich ferner
dadurch auszeichnen, dass die Strahlungsenergiequelle im wesentlichen nur Licht emittiert,
dessen Wellenlänge nicht-resonant zu Absorptionswellenlängen von Wasser (H
2O) ist.
[0029] Unter nicht-resonant zu Absorptionswellenlängen von Wasser ist im Zusammenhang der
Erfindung zu verstehen, dass die Absorption der Lichtenergie durch Wasser bei 20°
Celsius nicht stärker als 10,0 % ist, in bevorzugter Ausführung nicht stärker als
1,0 % ist, insbesondere unter 0,1 % liegt. In diesem Zusammenhang emittiert die Strahlungsenergiequelle
nur sehr geringe Intensität von Licht, bevorzugt gar kein Licht, welches resonant
zu Absorptionswellenlängen von Wasser (H
2O) ist.
[0030] In vorteilhafter Ausführungsform ist die Strahlungsenergiequelle schmalbandig. Die
Strahlungsenergiequelle kann hierbei zum Beispiel von bis zu ±50 nm Breite um eine
Wellenlänge emittieren, es kann sich auch um eine oder mehrere einzelne spektroskopisch
schmale Emissionslinien handeln.
[0031] Des weiteren liegt in vorteilhafter Ausführungsform das Emissionsmaximum der schmalbandigen
Strahlungsenergiequelle bzw. die Wellenlänge der Strahlungsenergie zwischen 700,00
nm und 3000,00 nm, bevorzugt zwischen 700,00 nm und 2500,00 nm, insbesondere zwischen
800,00 nm und 1300,00 nm, in einem Teilgebiet des sogenannten Fensters im Papierabsorptionsspektrum.
Besonders vorteilhaft ist eine Emission bei 870,00 nm ± 50,00 nm und/oder 1050,00
nm ± 50,00 nm und/oder 1250,00 nm ± 50,00 nm und/oder 1600,00 nm ± 50,00 nm. Aus den
verfügbaren Diodelaserwellenlängen sind darüber hinaus geeignet: 808 nm, 860 nm, 880
nm, 940 nm, 980 nm (jeweils ± 10 nm).
[0032] Hierbei liegt die Erkenntnis zugrunde, dass Absorptionsbanden von Wasser zum Papierabsorptionsspektrum
beitragen. Schon der typische Wassergehalt von Bedruckstoffen im wasserlosen (feuchtmittelfreien)
Flachdruck führt zu unerwünschter, manchmal auch unakzeptabel starker Energieabsorption
im Bedruckstoff. Diese Absorption ist entsprechend noch stärker im Flachdruck mit
Feuchtmittel ausgeprägt. Ein zu großer Energieeintrag in den Bedruckstoff kann konsequenterweise
durch die Einstrahlung einer Wellenlänge vermieden werden, welche nicht-resonant zu
einer Absorptionslinie oder Absorptionsbande (Absorptionswellenlänge) von Wasser ist.
Nach der Hiltran Datenbank bei einer Temperatur von 296K, in 1m Absorptionsstrecke,
15000 ppm Wasser, ergibt sich die folgende Absorption durch Wasser, genauer durch
Wasserdampf: Bei 808 nm kleiner als 0,5%, bei 870±10 nm kleiner als 0,01%, bei 940±10
nm kleiner als 10%, bei 980±10 nm kleiner als 0,5%, 1030±30 nm kleiner als 0,01%,
1064 nm kleiner als 0,01 nm, 1100nm kleiner als 0,5% und 1250±10 nm kleiner als 0,01%.
Betrachtet man eine Fläche des Bedruckstoffes, insbesondere des Papiers, von 1m
2 und eine Luftstrecke von 1m oberhalb, so enthält die Luft bei einer absoluten Feuchte
von 1,5% eine Wassermenge von etwa 12 g. Solange in einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung die Lichtquelle nicht weiter als 1m vom Bedruckstoff entfernt ist und
die absolute Feuchte nicht deutlich über 1,5% liegt, werden die oben angegebenen Absorptionen
durch Wasser und/oder Wasserdampf nicht überschritten werden. Eine zusätzliche Absorption
kann durch den Feuchtgehalt des Bedruckstoffes stattfinden, falls das Licht durch
die Farbschicht hindurch bis in den Bedruckstoff eindringt, oder durch Feuchtmittel,
welches durch den Druckprozess auf den Bogen übertragen wurde.
[0033] In Abhängigkeit von funktionellen Gruppen der einzelnen Komponenten in der Druckfarbe,
insbesondere des Pigmentes, des Farbstoffes oder des Farbmittels, des Bindemittels
(Firnis), des Lösemittels, des Öles oder des Harzes, des Füllstoffes, des Hilfsmittels,
der Additive oder der Zusatzstoffe, oder dergleichen, kann die Druckfarbe verschiedene
Wellenlängen absorbieren. Mittels der erfmdungsgemäßen Vorrichtung wird der sich auf
dem Bedruckstoff befindlichen Druckfarbe in der Flachdruckmaschine Licht im nahen
Infrarot unter Vermeidung von Wasserabsorptionswellenlängen, beispielsweise durch
die Einstrahlung nur weniger Wellenlängen einer ein Linienspektrum emittierenden Lichtquelle,
angeboten.
[0034] Ferner kann die Druckfarbe einen Infrarotabsorberstoff aufweisen. Eine Einkopplung
des Lichtes in die Druckfarbe und/oder eine Absorption der Strahlungsenergie in der
Druckfarbe wird durch den Infrarotabsorberstoff erzeugt, ermöglicht, unterstützt,
verbessert oder erleichtert. Im Zusammenhang dieser Darstellung der Erfindung wird
sprachlich vereinfachend nur vom Unterstützen gesprochen, und es sollen damit alle
Abstufungen der Wirkung des Infrarotabsorberstoffes gemeint sein. Der Energieeintrag,
welcher zur Entstehung von Wärme führen kann, führt zu einer beschleunigten Trocknung
der Druckfarbe. Einerseits kann kurzfristig eine hohe Temperatur in der Druckfarbe
(in der Farbschicht) auf dem Bedruckstoff erzeugt werden, andererseits können gegebenenfalls
in Abhängigkeit der Zusammensetzung der Druckfarbe chemische Reaktionen angeregt oder
initiiert werden. Der Infrarotabsorberstoff, auch als Infrarotabsorber, IR-Absorber,
IR-Absorbersubstanz oder dergleichen bezeichnet, kann einerseits eine Komponente in
der Druckfarbe sein, welche eine funktionelle Gruppe aufweist, welche im nahen Infrarot
absorbiert, oder kann andererseits ein Additiv oder ein Zusatzstoff sein, welcher
der Druckfarbe vor dem Verdrucken beigegeben oder zugesetzt wird. In anderen Worten
ausgedrückt, die Druckfarbe kann mit einem Infrarotabsorberstoff ergänzt worden sein
oder eine zu einem Infrarotabsorberstoff modifizierte Komponente umfassen. Bevorzugt
hat der Infrarotabsorberstoff dabei die Eigenschaft, dass er nur geringe oder sogar
keine Absorption im sichtbaren Bereich von Wellenlängen aufweist, damit der Farbeindruck
der Druckfarbe nur wenig oder sogar gar nicht beeinflusst oder geändert wird.
[0035] Ein relativ hoher Energieeintrag direkt in die Druckfarbe, insbesondere unterstützt
durch einen Infrarotabsorberstoff, ist in vorteilhafter Weise möglich, ohne einen
unerwünschten Energieeintrag in den Bedruckstoff zu erhalten. Dies erklärt sich zum
einen dadurch, dass das Licht nicht direkt vom Bedruckstoff absorbiert werden kann,
und zum anderen dadurch, dass sich die durch die Farbschicht absorbierte Energie nach
Bruchteilen von Sekunden auf Farbe und Bedruckstoff verteilt. Die Wärmekapazität und
die Mengenverhältnisse sind hierbei so verteilt, dass eine kurze Erhitzung der Farbschicht
möglich ist, bevor der gesamte bedruckte Bogen eine homogene moderate Temperaturerhöhung
erfährt. Dadurch ist die erforderliche Gesamtenergiezufuhr verringert. Die selektive
Energiezufuhr kann insbesondere dadurch unterstützt werden, dass eine Wellenlänge
eingestrahlt wird, welche resonant oder quasi-resonant zu Absorptionslinien einer
Komponente der Druckfarbe oder zu einer Absorptionslinie oder einem Absorptionsmaximum
eines Infrarotabsorberstoffes in der Druckfarbe ist. Die Absorption der Strahlungsenergie
in der Druckfarbe beträgt mehr als 30%, bevorzugt 50%, insbesondere 75%, kann sogar
mehr als 90% betragen.
[0036] Darüber hinaus reduziert eine Vermeidung der Energieabsorption in Wasser die Austrocknung
des Bedruckstoffes. Dieses ist vorteilhaft, da unter anderem eine Austrocknung des
Bedruckstoffes zu einer Veränderung seines Formates führt: Aufgrund des sogenannten
Quellprozesses weist in Abhängigkeit seines Trocknungszustandes beziehungsweise seines
Feuchtigkeitsgehaltes der Bedruckstoff unterschiedliche Formate auf. Der Quellvorgang
zwischen einzelnen Druckwerken führt zu der Erfordernis unterschiedlicher Druckformformate
in den einzelnen Druckwerken. Eine Veränderung des Feuchtigkeitsgehaltes zwischen
den Druckwerken aufgrund des Einflusses einer durch Strahlung induzierten Austrocknung,
welche zu nur mit großem Aufwand im voraus bestimmbaren und korrigierbaren Abweichungen
führt, wird durch die Druckfarbentrocknung mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung
vermieden.
[0037] In anderen Worten ausgedrückt, ermöglicht die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Trocknung
der lösemittelhaltigen Druckfarbe auf dem Bedruckstoff, ohne dessen Austrocknung zu
stark zu beeinflussen.
[0038] Es kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Strahlungsenergiequelle wenigstens einen
Laser aufweist, wobei der Laser ein Halbleiterlaser oder ein Festkörperlaser sein
kann.
[0039] Um eine möglichst schmalbandige Emission bei gleichzeitig hoher spektraler Leistungsdichte
zu erreichen, ist bevorzugt die Strahlungsenergiequelle ein Laser. Alternativ dazu
kann auch eine breitbandige Lichtquelle, beispielsweise ein IR-Carbonstrahler, mit
einer geeigneten Filteranordnung eingesetzt werden, so dass eine schmalbandige Strahlungsenergiequelle
in Kombination entsteht. Ein Filter kann insbesondere ein Interferenzfilter sein.
Bevorzugt für die räumliche Integration innerhalb der Flachdruckmaschine ist der Laser
ein Halbleiterlaser, (Diodenlaser) oder ein Festkörperlaser (Titan-Saphir, Erbium-Glas,
NdYAG, Nd-Glas oder dergleichen). Ein Festkörperlaser kann bevorzugt durch Diodenlaser
optisch gepumpt sein. Der Festkörperlaser kann auch ein Fiberlaser oder Lichtwellenleiterlaser
sein, bevorzugt ein Ytterbium Fiberlaser, welche 300 bis 700 W Lichtleistung am Arbeitsplatz
bei 1070 nm bis 1100 nm zur Verfügung stellen können. In vorteilhafter Weise können
derartige Laser in begrenztem Umfang auch abstimmbar sein. In anderen Worten ausgedrückt,
die Ausgangswellenlänge der Laser ist veränderbar. Dadurch kann eine Abstimmung auf
eine gewünschte Wellenlänge, beispielsweise in Resonanz oder Quasi-Resonanz zu einer
Absorptionswellenlänge einer Komponente in der Druckfarbe, insbesondere zu einem Infrarotabsorberstoff
in der Druckfarbe, erreicht werden.
[0040] Es kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Vorrichtung eine Mehrzahl von Strahlungsenergiequellen
aufweist, die in einem eindimensionalen Feld, einem zweidimensionalen Feld oder einem
dreidimensionalen Feld angeordnet sind und deren Licht an einer Anzahl von Positionen
auf den Bedruckstoff trifft, wobei ebenfalls Laser, insbesondere Halbleiterlaser oder
Festkörperlaser zum Einsatz kommen können.
[0041] Durch die Verwendung einer Anzahl von einzelnen Strahlungsenergiequellen für einzelne
Bereiche auf dem Bedruckstoff wird die maximal erforderliche Ausgangsleistung der
Strahlungsenergiequellen abgesenkt. Lichtquellen mit geringerer Ausgangsleistung sind
in der Regel kostengünstiger und haben eine längere Lebenserwartung. Darüber hinaus
wird eine unnötig hohe Verlustwärmeentwicklung vermieden. Die durch die Zuführung
von Strahlungsenergie eingetragene Energie pro Fläche liegt zwischen 100 und 10.000
mJ/cm
2, bevorzugt zwischen 100 und 1000 mJ/cm
2, insbesondere zwischen 200 und 500 mJ/cm
2. Die Bestrahlung des Bedruckstoffes findet für eine Zeitdauer einer Länge zwischen
0,01 ms und 1 s, bevorzugt zwischen 0,1 ms und 100 ms, insbesondere zwischen 1 ms
und 10 ms statt. Der Eintrag der Strahlungsenergie in den angegebenen Zeitdauern kann
in bevorzugter Ausführung durch einen Linienfokus der Strahlung erzielt werden, unter
welchem der bedruckte Bogen bzw. das Substrat vorbeigeführt wird. In Abhängigkeit
der Ausdehnung des Linienfokus in Bewegungsrichtung des Substrates und dessen Geschwindigkeit
[m/s] ergibt sich die Wechselwirkungszeit. Aus der weiteren Kenntnis der Strahlungsdichte
[W/cm
2] ergibt sich die Bestrahlung der Substrate [mJ/cm
2].
[0042] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfmdung kann vorgesehen sein, dass das
auf den Bedruckstoff an einer Position auftreffende Licht in seiner Intensität und
Belichtungsdauer für jede Strahlungsenergiequelle unabhängig von den anderen Strahlungsenergiequellen
steuerbar ist.
[0043] Für diesen Zweck kann eine Steuerungseinheit, unabhängig von oder integriert in die
Maschinensteuerung der Flachdruckmaschine, vorgesehen sein. Durch eine Steuerung der
Strahlungsenergiequellenparameter ist es möglich, die Energiezufuhr an unterschiedlichen
Positionen des Bedruckstoffes zu regulieren. Eine Energiezufuhr kann dann der Bedeckung
des Bedruckstoffes an der vorliegenden Position auf dem Bedruckstoffes angepasst werden.
Es ist darüber hinaus auch vorteilhaft, die erfindungsgemäße Vorrichtung mit einer
Mehrzahl von Strahlungsenergiequellen derart einzurichten, dass an einer Position
auf dem Bedruckstoff Licht von wenigstens zwei Strahlungsenergiequellen auftrifft.
Dabei kann es sich einerseits um teilweise andererseits um vollständig überlappende
Lichtstrahlbündel handeln. Die erforderliche maximale Ausgangsleistung einer einzelnen
Strahlungsenergiequelle ist dann geringer, darüber existiert eine Redundanz falls
ein Ausfall einer Strahlungsenergiequelle auftritt.
[0044] Eine erfindungsgemäße Flachdruckmaschine mit wenigstens einem Druckwerk zeichnet
sich dadurch aus, dass sie eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Zuführung von Strahlungsenergie
aufweist. Die erfindungsgemäße Flachdruckmaschine kann eine direkte oder indirekten
Offsetdruckmaschine, eine Flexodruckmaschine oder dergleichen sein. Einerseits kann
die Position, an der das Licht auf den Bedruckstoff im Pfad durch die Flachdruckmaschine
trifft, dem letzten Druckspalt des letzten Druckwerkes der Anzahl von Druckwerken,
also allen Druckspalten, nachgeordnet sein. Anderseits kann die Position auch einem
ersten Druckspalt nachgeordnet und einem zweiten Druckspalt vorgeordnet, also wenigstens
zwischen zwei Druckwerken, sein.
[0045] Weitere Vorteile sowie vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung
werden anhand der nachfolgenden Figuren sowie deren Beschreibungen dargestellt. Es
zeigt im Einzelnen:
- Figur 1
- eine schematische Seitendarstellung zur Erläuterung der Anordnung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
- Figur 2
- eine schematische, perspektivische Darstellung einer vorteilhaften Weiterbildung der
erfindungsgemäßen Vorrichtung, und
- Figur 3
- eine schematische Seitendarstellung einer Flachdruckmaschine mit diversen alternativen
Anordnungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung an den Druckwerken bzw. nach dem letzten
Druckwerk.
[0046] Die Figur 1 zeigt eine schematische Seitendarstellung zur Erläuterung der Anordnung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer Flachdruckmaschine.
[0047] Eine Strahlungsenergiequelle 10, insbesondere ein Laser, bevorzugt ein Diodenlaser
oder Festkörperlaser ist innerhalb einer Flachdruckmaschine derart angeordnet, dass
das von ihr emittierte Licht 12 auf einen Bedruckstoff 14 auf dessen Pfad 16 durch
die Flachdruckmaschine an einer Position 116 auftrifft, welche einem Druckspalt 18
nachgeordnet ist.
[0048] Während in der Figur 1 der Bedruckstoff 14 beispielhaft bogenförmig gezeigt ist,
kann der Bedruckstoff auch bahnförmig durch die Flachdruckmaschine geführt sein. Die
Orientierung des Pfades 16 des Bedruckstoffes 14 ist durch einen Pfeil gekennzeichnet.
[0049] Der Pfad ist hier ohne Einschränkung eines im allgemeinen kurvenförmigen oder nichtlinearen
Verlaufs, insbesondere auf einem Kreisbogen, linear gezeigt.
[0050] Der Druckspalt 18 ist in der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform durch die Zusammenwirkung
des Druckzylinders 110 und eines Gegendruckzylinders 112 definiert. In Abhängigkeit
des speziellen Druckverfahrens in der Flachdruckmaschine kann der Druckzylinder 110
ein Druckformzylinder oder ein Gummituchzylinder sein.
[0051] Auf dem Bedruckstoff 14 ist Druckfarbe 114 gezeigt. Das von der Strahlungsenergiequelle
10 ausgesendete Licht 12 fällt bündelförmig oder teppichförmig an einer Position 116
auf den Bedruckstoff 14. Druckfarbe 114 innerhalb dieser Position 116 kann Energie
aus dem Licht 12 absorbieren. Durch die bevorzugte Wahl einer Wellenlänge, welche
nicht-resonant zu Absorptionswellenlängen von Wasser ist, wird eine Absorption im
Bedruckstoff 14 reduziert.
[0052] Der Abstand D der Strahlungsenergiequelle 10 von der Oberfläche des Bedruckstoffs
14 (exakt: von der Druckfarbe 114) wird bevorzugt zwischen etwa 1 Zentimeter und etwa
30 Zentimetern, besonders bevorzugt zwischen etwa 1 Zentimeter und etwa 10 Zentimetern
gewählt.
[0053] Da - wie im Zusammenhang mit der Erfindung gefunden wurde - eine unzureichende Homogenität
des Lichts lateral zur Transportrichtung (d. h. in Querrichtung zur Richtung des Pfads)
des Bedruckstoffs 14 zu Streifenbildung im getrockneten Druckprodukt führen kann,
ist es von Vorteil, Mittel vorzusehen, die eine ausreichenden Homogenität des Lichts
gewährleisten.
[0054] Die Strahlungsenergiequelle 10 kann zu diesem Zweck eine Homogenisierungsoptik 13
für das Licht 12 aufweisen, die dafür sorgt, dass eine aus einzelnen Lichtflecken
oder Lichtteillinien gebildete Lichtlinie (z. B. eine Laserlinie) mehrerer lateral
angeordneter Strahlungsenergiequelle 10 in Linienrichtung (lateral zur Transportrichtung
des Bedruckstoffs 14) bezüglich der Intensität im Wesentlichen homogen ist. Diese
Optik kann Teil der Strahlungsenergiequelle 10 sein oder auch separat vorgesehen sein.
[0055] Die durch die Homogenisierungsoptik 13 geformte Lichtlinie weist bevorzugt eine Ausdehnung
lateral zur Transportrichtung des Bedruckstoffs 14 von voller Substratbreite auf.
Sie kann aber auch auf etwa 10 mm Breite ausgelegt sein, um Module zum Aufbau eines
Seitenbreiten-Beleuchtungsbalkens zu realisieren. Vorteilhafte Ausführungen erzeugen
einen Fokus in Transportrichtung des Bedruckstoffes von 0,01 mm bis 10 mm, um in Abhängigkeit
von der Druckgeschwindigkeit (0,1 m/s - 30 m/s) die vorteilhaften Werte der Bestrahlung
[W/cm
2] bzw. [mJ/cm
2] zu erzielen. Insbesondere Fokusausdehnungen zwischen 0,1 mm und 10 mm bzw. zwischen
1 mm und 5 mm haben sich bei Druckgeschwindigkeiten zwischen 1 m/s und 5 m/s als vorteilhaft
erweisen.
[0056] Die Homogenisierungsoptik 13 kann Lichtleitelemente makroskopischer oder mikroskopischer
Dimension umfassen. Ferner kann die Homogenisierungsoptik 13 refraktiv, diffraktiv
oder reflektiv wirkende optische Elemente sowie Kombinationen solcher Elemente umfassen.
[0057] Die durch die Homogenisierungsoptik 13 erzielte Homogenität des Lichts 12 der Strahlungsenergiequelle
10 weist bevorzugt einen Wert von weniger als etwa 15% und besonders bevorzugt einen
Wert von weniger als etwa 10% oder 5% auf, wobei sich die Prozentangabe auf die Abweichung
eines niedrigsten zu einem höchsten Wert in der lateralen Intensität des Lichts 12
(peak-to-valley-Homogenität) bezieht.
[0058] Weiterhin kann durch die Homogenisierungsoptik 13 erreicht werden, dass die Homogenität
des Lichts auch in Transportrichtung des Bedruckstoffs 14 möglichst hoch ist, so dass
eine kurzzeitige Überhitzung der Farbe möglichst vermieden werden kann. Die durch
die Homogenisierungsoptik 13 erzielte Homogenität des Lichts 12 der Strahlungsenergiequelle
10 in Transportrichtung des Bedruckstoffs 14 weist bevorzugt einen Wert von weniger
als etwa 30% und besonders bevorzugt einen Wert von weniger als etwa 20% oder 10%
auf. Auch hierbei bezieht sich die Prozentangabe auf die Abweichung eines niedrigsten
zu einem höchsten Wert in der Intensität des Lichts 12 parallel zur Transportrichtung
(peak-to-valley-Homogenität).
[0059] Es ist ferner von Vorteil ein Absorptionselement 118 auf der der Strahlungsenergiequelle
10 gegenüberliegenden Seite des Bedruckstoffs 14 vorzusehen, welches solche Strahlung
absorbiert, die nicht von der Druckfarbe 114 oder dem Bedruckstoff 14 absorbiert wurde.
[0060] Die Figur 2 ist eine schematische Darstellung einer Ausführungsform in vorteilhafter
Weiterbildung der erfmdungsgemäßen Vorrichtung in einer Flachdruckmaschine. Es ist
beispielhaft ein Feld 20 von Strahlungsenergiequellen 10 skizziert, hier drei mal
vier, also zwölf Strahlungsenergiequellen 10.
[0061] Neben dem hier gezeigten zweidimensionalen Feld 20 kann auch ein eindimensionales
Feld oder eine eindimensionale Zeile, orientiert über die Breite des Bedruckstoffes
14 vorgesehen sein. Eine solche Zeile kann vorzugsweise als ein im Wesentlichen seitenbreiter
Beleuchtungsbalken ausgebildet sein, der zum Beispiel eine Vielzahl Module aufweist,
die wiederum eine Anzahl (zum Beispiel 10) Laserdioden-Barren 11 aufweisen, die wiederum
eine Anzahl von Laserdioden 11a, 11b, 11c etc. aufweisen.
[0062] Dabei können die Laserdioden-Barren 11 innerhalb des Moduls sowohl in einer einzigen
Linie als auch in mehreren, versetzten Linien angeordnet sein, so dass vorteilhaft
eine kompaktere Bauweise erreicht werden kann.
[0063] Sowohl der modulare Aufbau als auch die Anordnung in versetzten Linien erleichtern
überdies dem Bediener oder dem Servicepersonal durchzuführende Wartungsarbeiten.
[0064] Ein Laserdioden-Barren 11 weist bevorzugt eine Ausgangsleistung zwischen etwa 10
Watt und etwa 200 Watt, besonders bevorzugt von etwa 50 - 100 Watt auf. Aus dem modularen
Aufbau eines Beleuchtungsbalkens ergibt sich daraus bevorzugt eine Leistungsdichte
zwischen etwa 50 und etwa 500 Watt pro Zentimeter.
[0065] Ein zweidimensionales Feld, wie auch ein dreidimensionales Feld, dessen Licht in
zweidimensionaler Verteilung auf den Bedruckstoff 14 trifft, hat unter anderem den
Vorteil, dass eine schnelle Trocknung durch parallele oder simultane Bestrahlung einer
Gruppe von Positionen in einer Spalte des Feldes 20 erzielt wird. Die Geschwindigkeit,
mit welcher sich der Bedruckstoff an den Strahlungsenergiequellen 10 vorbeibewegt,
kann folglich höher sein, als im Fall eines nur eindimensionalen Feldes.
[0066] Durch die Hintereinanderanordnung mehrere Zeilen von Strahlungsenergiequellen 10
ist zum Beispiel auch die Trocknung von Farben mit flüchtigen Komponenten (heatset-artige
Farben) durch sukzessives Verdunsten der Komponenten, zum Beispiel Lösungsmittel,
effektiv möglich.
[0067] Es kann ferner vorgesehen sein, dass die Strahlung von mehreren Laserdiodenbarren
11, welche zum Beispiel in Richtung des Bedruckstoffpfads benachbart angeordnet sind,
zu einem Strahlenbündel vereint werden. Hierzu kann vorzugsweise ein oder mehrere
Polarisationsteiler eingesetzt werden.
[0068] Weiterhin oder alternativ kann vorgesehen sein, dass die Strahlung von mehreren Laserdiodenbarren
11, welche Strahlung unterschiedlicher Wellenlängen aussenden, über ein dichroitisches
Lichtleitelement vereint werden.
[0069] Das Feld 20 kann auch eine andere Anzahl von Strahlungsenergiequellen 10 aufweisen.
Von jeder der Anzahl von Strahlungsenergiequellen 10 wird Licht 12 auf den Bedruckstoff
14 zugeführt. Die Positionen 116, an denen das Licht 12 auf den Bedruckstoff 14, welcher
einem Pfad 16 durch die Flachdruckmaschine folgt, trifft, sind einem Druckspalt 118,
definiert durch einen Druckzylinder 110 und einen Gegendruckzylinder 112, nachgeordnet.
[0070] Einzelne Positionen 116 können dabei teilweise zusammenfallen, wie es in der Figur
2 für die vorne liegende Zeile von Strahlungsenergiequellen 10 gezeigt ist, oder sich
sogar im wesentlichen vollständig überlappen.
[0071] Durch gezielte Überlappung der Positionen 116 in senkrechter Richtung (lateral) zur
Transportrichtung des Bedruckstoffs 14 kann ferner die oben beschriebene bevorzugte
Homogenität des Lichts 12 in lateraler Richtung erreicht werden.
[0072] Überdies führt die Überlappung zu einer Redundanz, wodurch selbst bei Ausfall einer
Laserdiode die zumindest teilweise Trocknung der Druckfarbe an der betreffenden Stelle
auf dem Bedruckstoff 14 gewährleistet ist.
[0073] Dem Feld 20 von Strahlungsenergiequellen 10 ist eine Steuerungseinrichtung 24 zugeordnet,
mit der jenes mittels einer Verbindung 22 Steuersignale austauschen kann. Durch die
Steuerungseinrichtung 24 kann eine Ansteuerung des Feldes 20 derart durchgeführt werden,
dass eine Energiezufuhr entsprechend der Druckfarbmenge an der Position 116 auf dem
Bedruckstoff 14 durchgeführt wird.
[0074] So kann zum Beispiel vorgesehen sein, dass die Laserdioden 11a, 11b, 11c, etc. sowohl
einzeln als auch gemeinsam an- oder ausgeschaltet werden. Weiterhin oder alternativ
kann zum Beispiel vorgesehen sein, dass die Laserdioden 11a, 11b, 11c, etc. sowohl
einzeln als auch gemeinsam in ihrer Leistung variiert werden. Auf diese Weise wird
ermöglicht, dass die Trocknung an jeder Stelle des Bedruckstoffs 14 gezielt der dort
zur Trocknung notwendigen Energieeinbringung steuerbar ist. Dabei können vorzugsweise
Informationen aus der Druckvorstufe oder der Drucküberwachung über den Aufbau (Farbauszüge,
Farbverteilung, Flächendeckung, Farbdicke) des zu trocknenden Druckbildes genutzt
werden.
[0075] Auf diese Weise kann die Druckfarbe auf dem Bedruckstoff derart genau getrocknet
werden, dass eine zu hohe Erwärmung und folglich ein zu starkes Verdampfen der Druckfarbe,
insbesondere mit lateralen Schwankungen, vermieden werden kann. Vorzugsweise wird
die eingebrachte Strahlungsenergie auf 10%, weiter bevorzugt 5% oder sogar nur 1%
Genauigkeit eingestellt.
[0076] Die Figur 3 stellt schematisch eine Flachdruckmaschine, in dieser Ausführungsform
eine bogenverarbeitende Offset-Druckmaschine, mit diversen alternativen Anordnungen
der erfindungsgemäßen Vorrichtung an den Druckwerken bzw. nach dem letzten Druckwerk
dar.
[0077] Beispielhaft weist die Flachdruckmaschine vier Druckwerke 30, einen Anleger 32 und
einen Ausleger 34 auf. Innerhalb der Flachdruckmaschine sind diverse Zylinder gezeigt,
welche einerseits zur Bogenführung durch die Maschine dienen, andererseits eine Flachdruckfläche
zur Verfügung stellen, sei es direkt als Druckformzylinder oder als ein Übertragungszylinder,
insbesondere ein Gummituchzylinder.
[0078] Nicht näher im Detail gezeigt, weisen typische Druckwerke 30 in Flachdruckmaschinen
des weiteren ein Farbwerk und gegebenenfalls ein Feuchtwerk auf. Jedes Druckwerk 30
umfasst einen Druckzylinder 110 und einen Gegendruckzylinder 112, welche einen Druckspalt
18 definieren.
[0079] Am ersten und zweiten Druckwerk 30 ist eine zentrale Strahlungsenergiequelle 36 gezeigt,
von der ausgehend Licht mittels Lichtleitelementen 38, beispielsweise Lichtwellenleitern,
Spiegeln, Abbildungsoptiken und dergleichen, zu den Druckwerken 30 zugeordneten Projektionselementen
310 geführt wird. Die Projektionselemente 310 senden Licht 12 an Positionen 116 auf
den Pfad 16 des Bedruckstoffes 14 durch die Flachdruckmaschine aus, welche den jeweiligen
Druckspalten 18 der zugeordneten Druckwerke 30 vorzugsweise nachgeordnet sind. Durch
die Verwendung von Lichtleitelementen 38 ist es möglich, die Strahlungsenergiequelle
36 an einer geeigneten Stelle innerhalb der Flachdruckmaschine anzuordnen, an der
ausreichend Bauraum zur Verfügung steht.
[0080] Am dritten und vierten Druckwerk 30 sind Strahlungsenergiequellen 10 gezeigt, von
denen ausgehend Licht 12 direkt in Positionen 116 dem Druckspalt 18 des jeweiligen
Druckwerks 30 nachgeordnet auf den Pfad 16 des Bedruckstoffes 14 zugeführt wird.
[0081] Des Weiteren sind innerhalb des Auslegers 34 eine alternative Strahlungsenergiequelle
312 und eine weitere alternative Strahlungsenergiequelle 314 gezeigt.
[0082] Den anhand einer bogenverarbeitenden Druckmaschine in Figur 3 gezeigten Anordnungen
analog können erfindungsgemäße Vorrichtungen zur Zuführung von Strahlungsenergie auch
in einer bahnverarbeitenden Druckmaschine, insbesondere sogenannten Rollenrotationsdruckmaschinen,
sei es für den Akzidenz- oder den Zeitungsdruck, in vorteilhafter Weise eingesetzt
werden.
[0083] Der Einbauort einer Strahlungsenergiequelle 10, z. B. eines im Wesentlichen seitenbreiten
Laserdioden-Beleuchtungsbalkens, in der Druckmaschine wird vorzugsweise an einer Stelle
gewählt, an der sich der Bedruckstoff 14 nur wenig oder im Wesentlichen gar nicht
in Ausbreitungsrichtung der Strahlung (des Lichts 12) bewegen kann, d. h. zum Beispiel
an einer Stelle an der der Bedruckstoff 14 im Wesentlichen flatterfrei bewegt wird.
[0084] Auf diese Weise kann eine hohe Genauigkeit bezüglich der Bestrahlungsdosis gewährt
werden, denn es kann sichergestellt werden, dass sich der Bedruckstoff 14 stets im
Fokus, d. h. im Fokusabstand der Strahlungsenergiequelle 10 befindet. Schwankungen
im Trocknungsprozess, welche im getrockneten Produkt sichtbar werden, können auf diese
Weise effektiv verhindert werden.
[0085] Besonders bevorzugt sind aus diesem Grund Einbauorte 10 bzw. 310 gegenüberliegend
eines Gegendruckzylinders 112, aber auch Einbauorte 410 gegenüberliegend einer Wendetrommel
113 oder eines anstelle der Wendetrommel vorgesehenen Transferzylinders. In diesen
Fällen wird der Bedruckstoff 14, zum Beispiel ein Papierbogen, von dem jeweiligen
Zylinder oder der jeweiligen Trommel geführt und führt deshalb eine stabile, im Wesentlichen
flatterfreien Bewegung aus.
[0086] Weiterhin bevorzugt ist ein Einbauort nahe bei bzw. dicht benachbart zu einer Saugband-Transportvorrichtung,
wie z.B. in einem einem Druckwerk nachgeordneten Trockner oder Ausleger.
[0087] Es ist ferner von Vorteil, den Fokus der Strahlungsenergiequelle 10 so zu wählen,
dass dieser eine ausgedehnte Tiefe (Schärfentiefe oder "depth of focus") aufweist,
derart, dass geringfügige Bewegungen des Bedruckstoffs 14 senkrecht zur Transportrichtung
des Bedruckstoffs 14 noch innerhalb des Schärfentiefen-Bereichs stattfinden und deshalb
unproblematisch sind.
[0088] Innerhalb einer Tiefenschärfe der Optik von ca. 3 mm (mindestens jedoch von 1 mm)
sollte die Leistungsdichte nicht mehr als 15 % variieren bzw. die Fokusdimension sich
nicht mehr als 15 % ändern. Bevorzugt nicht mehr als 10% bzw. 5 %.
[0089] Zusätzlich oder alternativ kann vorgesehen sein, den Fokus in senkrechter Richtung
zur Transportrichtung des Bedruckstoffs 14 verstellbar zu wählen. Auf diese Weise
kann die Bestrahlungsdosis zum einen, falls gewünscht oder vorteilhaft, durch die
Fokuseinstellung verändert werden und zum anderen bei unterschiedlichen Druckgeschwindigkeiten,
d. h. bei unterschiedlichen Transportpfaden des Bedruckstoffs z. B. aufgrund von Fliehkräften,
durch die Fokuseinstellung konstant gehalten werden.
[0090] In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Zuführen von Strahlungsenergie
einer Wellenlänge im nahen Infrarot auf einen Bedruckstoff wird ein Infrarotabsorberstoff,
welcher durch die Lage seines Absorptionsmaximums oder seiner Absorptionsmaxima im
sogenannten Fenster des Papierabsorptionsspektrum, insbesondere im sogenannten Fenster
des Wasserabsorptionsspektrums, geeignet ist, eingesetzt.
[0091] Eine benötigte Menge des Infrarotabsorberstoffes wird als Additiv oder Zusatzstoff
der Druckfarbe beigegeben. Dieses kann beispielsweise durch Verrühren der Druckfarbe
mit dem Infrarotabsorberstoff außerhalb oder innerhalb der Flachdruckmaschine geschehen.
Eine Zugabe ist in der Regel nur für die sogenannten Buntfarben, insbesondere für
den Vierfarben-Offsetdruck für die Farben Yellow, Magenta und Cyan (Y,M und C), sinnvoll.
[0092] Eine Zugabe für die Kontrastfarbe, im Vierfarben-Offsetdruck für die Farbe Black
(K), ist in der Regel nicht notwendig, da schwarze Druckfarbe in der Regel im gesamten
relevanten und angesprochenen Wellenlängenbereich zwischen 700 nm und 2500 nm ausreichend
gut absorbiert. Eine Zugabe kann aber dennoch vorgenommen werden.
[0093] Die benötigte Menge des Infrarotabsorberstoffes berechnet sich in erster Näherung
nach dem Lambert-Beerschen Extinktionsgesetz, der Schichtdicke der Druckfarbe auf
dem Bedruckstoff und dem Extinktionskoeffizienten. Die auf dem Lambert-Beerschen Extinktionsgesetz
Berechnungen basieren in dieser Darstellung auf unmittelbarer Resonanz, d. h. die
Emissionswellenlänge liegt in unmittelbarer Nähe des Absorptionsmaximums. Bei leicht
abweichenden Laserwellenlängen erhält man eine ebenso leicht abweichende Absorption
und benötigt entsprechend, bevorzugt proportional mehr Infrarotabsorberstoff. Der
Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass diese Betrachtungen den praxisrelevanten
Einfluss von Lichtstreuung und Sättigungseffekten noch nicht berücksichtigen.
[0094] Zur Beleuchtung des Bedruckstoffes wird eine Strahlungsenergiequelle verwendet, deren
Licht im wesentlichen resonant zum Absorptionsmaximum des Infrarotabsorberstoffes
ist. Der Druckprozess in der Flachdruckmaschine kann in dieser Ausführungsform ohne
weitere Maßnahmen und ohne Abweichungen vom herkömmlichen Druckverfahren durchgeführt
werden.
[0095] Es kann vorteilhaft sein, nicht im rechten Winkel auf den bedruckten Bogen zu strahlen,
sondern in einem kleineren Winkel (zur Oberfläche gemessen). Vorteilhaft ist hierbei
auf jeden Fall eine verlängerte Absorptionsstrecke. U.U. kann auch ein bestimmter
Winkel vorteilhaft sein, um den Reflexionsgrad zu minimieren.
[0096] In einem ersten Ausführungsbeispiel der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird als Infrarotabsorberstoff 3-Butyl-2(2-[-2-(3-butyl-1,1-dimethyl-1,3-dihydro-benzo[e]indol-2-y-lidene)ethylidene]-2-chloro-cyclohex-1-enyl]-ethenyl)-1,1-dimethyl-1H-benzo[e]indolium
Perchlorat mit der Summenformel C
46H
52Cl
2N
2O
4 und einem Molekulargewicht von 767,84 g mol
-1 verwendet. Dieser Infrarotabsorberstoff hat ein Absorptionsmaximum bei 819 nm und
eine max. Extinktion von

1,4 Gewichtsprozent des Infrarotabsorberstoffes werden für circa 90% Laserlichtabsorption
als Additiv in den Farben C, M und Y für eine Schichtdicke von 2 µm benötigt (nach
Lambert-Beer-Extinktionsgesetz). (Zum Vergleich: 0,9 Gewichtsprozent für circa 75%,
0,4 Gewichtsprozent für circa 50% und 0,2 Gewichtsprozent für circa 30%).
[0097] Die Vorrichtung zum Zuführen von Strahlungsenergie umfasst als Strahlungsenergiequelle
einen Laser, welcher bei 808 nm emittiert, beispielsweise kann ein InGa(Al)As Quantum
Well Laser der MB Serie von DILAS verwendet werden. Der genannte Laser von DILAS hat
eine maximale optische Ausgangsleistung von 24 W. Die Strahlgeometrie nach dem Kollimator
ist 4 mm x 12 mm. Die Emissionswellenlänge ist damit hinreichend resonant zum Absorptionsmaximum
von 819±15 nm; der Infrarotabsorberstoff zeigt eine Absorption größer als 50%. Bei
diesem Ausführungsbeispiel ist bei einer Druckgeschwindigkeit von 2 m/s (entspricht
14400 Druck pro Stunde bei 50 cm Bogenlänge) ein Strahlprofil und eine Bestrahlungszeit
von 2 ms für eine Energie pro Fläche von 100 mJ/cm
2 gewählt worden. Die Absorption von Strahlung durch Wasserdampf in der Luft liegt
unter 0,5%.
[0098] In einem zweite Ausführungsbeispiel der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird als Infrarotabsorberstoff 2[2-[2Chloro-3-[2-(3-ethyl-1,3-dihydro-1,1-dimethyl-2H-benzo[e]indol-2ylidene)-ethylidene]-1cyclohexen-1-yl]-ethenyl]3-ethyl-1,1dimethyl-1H-benzo[e]indolium
Tetraflouroborat mit der Summenformel C
42H
44BClF
4N
2 und einem Molekulargewicht von 699,084 g mol
-1 verwendet. Dieser Infrarotabsorberstoff hat ein Absorptionsmaximum bei 816 nm und
eine max. Extinktion von

0,9 Gewichtsprozent des Infrarotabsorberstoffes werden für circa 90% Laserlichtabsorption
als Additiv in den Farben C, M und Y für eine Schichtdicke von 2 µm benötigt (nach
Lambert-Beer-Extinktionsgesetz). (Zum Vergleich: 0,5 Gewichtsprozent für circa 75%,
0,3 Gewichtsprozent für circa 50% und 0,1 Gewichtsprozent für circa 30%).
[0099] Die Vorrichtung zum Zuführen von Strahlungsenergie umfasst als Strahlungsenergiequelle
einen Laser, welcher bei 808 nm emittiert, beispielsweise kann ein Diodenlaser HLU
100c 10x12 von LIMO verwendet werden. Der genannte Laser von LIMO hat eine maximale
optische Ausgangsleistung von 100 W. Die Strahlgeometrie nach dem Kollimator ist 10
mm x 12 mm. Die Emissionswellenlänge ist damit hinreichend resonant zum Absorptionsmaximum
von 816±15 nm; der Infrarotabsorberstoff zeigt eine Absorption größer als 50%. Bei
diesem Ausführungsbeispiel ist bei einer Druckgeschwindigkeit von 0,5 m/s (entspricht
3600 Druck pro Stunde bei 50 cm Bogenlänge) ein Strahlprofil und eine Bestrahlungszeit
von 40 ms für eine Energie pro Fläche von 833 mJ/cm
2 gewählt worden. Die Absorption von Strahlung durch Wasserdampf in der Luft liegt
unter 0,5%.
[0100] In einem dritten Ausführungsbeispiel der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird als Infrarotabsorberstoff Benzenaminium-N,N'-2,5-cyclohexadiene-1,4-diylidenebis[4-(dibutylamino)-N-[4-(dibutylamino)phenyl]
Diperchlorat mit der Summenformel C
62H
92Cl
2N
6O
8 und einem Molekulargewicht von 1120,37 g mol
-1 verwendet. Dieser Infrarotabsorberstoff hat ein Absorptionsmaximum bei 1064 nm und
eine max. Extinktion von

4,8 Gewichtsprozent des Infrarotabsorberstoffes werden für circa 50% Laserlichtabsorption
als Additiv in den Farben C, M und Y für eine Schichtdicke von 2 µm benötigt (nach
Lambert-Beer-Extinktionsgesetz). (Zum Vergleich: 15,9 Gewichtsprozent für circa 90%,
9,6 Gewichtsprozent für circa 75% und 2,5 Gewichtsprozent für circa 30%).
[0101] Die Vorrichtung zum Zuführen von Strahlungsenergie umfasst als Strahlungsenergiequelle
einen Laser, welcher bei 1075 nm emittiert, beispielsweise kann ein Ytterbium Fiber
Laser YLR-100 von IPG Photonics verwendet werden. Der genannte Laser von IPG Photonics
hat eine maximale optische Ausgangsleistung von 100 W. Die Strahlgeometrie im Fokus
kann 3 mm x 3 mm betragen. Die Emissionswellenlänge ist damit hinreichend resonant
zum Absorptionsmaximum von 1064±15 nm; der Infrarotabsorberstoff zeigt eine Absorption
größer als 50%. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist bei einer Druckgeschwindigkeit
von 2 m/s (entspricht 14400 Druck pro Stunde bei 50 cm Bogenlänge) ein Strahlprofil
und eine Bestrahlungszeit von 5 ms und eine Energie pro Fläche von 417 mJ/cm
2 gewählt worden. Die Absorption von Strahlung durch Wasserdampf in der Luft liegt
unter 0,1 %.
[0102] In einem vierten Ausführungsbeispiel der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird als Infrarotabsorberstoff Bis(3,4-dimethoxy-2'chlorodithiobenzil)Nickel mit der
Summenformel C
32H
26Cl
2NiO
4S
4 und einem Molekulargewicht von 732,4 g mol
-1 verwendet. Dieser Infrarotabsorberstoff hat ein Absorptionsmaximum bei 885 nm und
eine max. Extinktion von

3,2 Gewichtsprozent des Infrarotabsorberstoffes werden für circa 75% Laserlichtabsorption
als Additiv in den Farben C, M und Y für eine Schichtdicke von 2 µm benötigt (nach
Lambert-Beer-Extinktionsgesetz). (Zum Vergleich: 5,3 Gewichtsprozent für circa 90%,
1,6 Gewichtsprozent für circa 50% und 0,8 Gewichtsprozent für circa 30%).
[0103] Die Vorrichtung zum Zuführen von Strahlungsenergie umfasst als Strahlungsenergiequelle
einen Laser, welcher bei 870 nm emittiert, beispielsweise kann ein fasergekoppeltes
Laserdiodensystem DLDFC-50 von Laser2000 verwendet werden. Der genannte Laser von
Laser2000 hat eine maximale optische Ausgangsleistung von 50 W und kann im cw-Betrieb
oder Pulsbetrieb eingesetzt werden. Die Emissionswellenlänge ist damit hinreichend
resonant zum Absorptionsmaximum von 885±15 nm; der Infrarotabsorberstoff zeigt eine
Absorption größer als 50%. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist bei einer Druckgeschwindigkeit
von 2 m/s (entspricht 14400 Druck pro Stunde bei 50 cm Bogenlänge) ein Strahlprofil
und eine Bestrahlungszeit von 5 ms für eine Energie pro Fläche von 152 mJ/cm
2 gewählt worden. Die Absorption von Strahlung durch Wasserdampf in der Luft liegt
unter 0,1%.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0104]
- 10
- Strahlungsenergiequelle/Einbauort der Strahlungsenergiequelle
- 11
- Laserdiodenbarren
- 11a
- Laserdiode
- 11b
- Laserdiode
- 11c
- Laserdiode
- 12
- Licht
- 13
- Homogenisierungsoptik
- 14
- Bedruckstoff
- 16
- Pfad des Bedruckstoffes
- 18
- Druckspalt
- 110
- Druckzylinder
- 112
- Gegendruckzylinder
- 113
- Wendetrommel
- 114
- Druckfarbe
- 116
- Position auf dem Bedruckstoff
- 118
- Absorptionselement
- 20
- Feld von Strahlungsenergiequellen
- 22
- Verbindung zur Übertragung von Steuersignalen
- 24
- Steuerungseinheit
- 30
- Druckwerk
- 32
- Anleger
- 34
- Ausleger
- 36
- zentrale Strahlungsenergiequelle
- 38
- Lichtleitelement
- 310
- Projektionselement/Einbauort des Projektionselements
- 312
- alternative Strahlungsenergiequelle
- 314
- weitere alternative Strahlungsenergiequelle
- 410
- Strahlungsenergiequelle/Einbauort der Strahlungsenergiequelle
- D
- Abstand