| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 593 570 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
02.12.2009 Patentblatt 2009/49 |
| (22) |
Anmeldetag: 29.04.2005 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
|
| (54) |
Fahrzeug mit Deformationszone
Vehicle with a deformation zone
Véhicule avec une zone de déformation
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT DE FR IT |
| (30) |
Priorität: |
07.05.2004 DE 102004028964
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
09.11.2005 Patentblatt 2005/45 |
| (73) |
Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT |
|
80333 München (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Drexler, Stephan
81669 München (DE)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 802 100 US-A- 5 579 699
|
DE-A1- 19 803 501 US-A1- 2002 073 887
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug, insbesondere ein Schienenfahrzeug, mit einem
Fahrersitz und mit einer Deformationszone, wobei eine nicht deformierbare Zone vorhanden
ist, die einen Überlebensraum für den Fahrer bildet.
[0002] Um eine Gefährdung von Personen infolge eines Unfalles vermeiden zu können, sind
Teile eines Fahrzeuges als Deformationszone ausgebildet. Das ist auch bereits bei
Schienenfahrzeugen üblich. Damit bei einem Zusammenstoß die kinetische Energie möglichst
ohne eine Gefährdung von Personen abgebaut werden kann, wird die Wagenkastenstruktur
im Bereich der Deformationszonen gezielt verformt. Diese Deformationszonen sind so
angeordnet, dass auch nach der Deformation ausreichend Platz für die Personen im Fahrzeug
bleibt. Das gilt auch für den Fahrer der notwendigerweise sehr weit vorne im Fahrzeug
seinen Platz haben muss.
[0003] Aus der
EP 0 802 100 A1 ist ein Schienenfahrzeug mit Deformationszone bekannt, bei dem für den Fahrer ein
nicht deformierbarer Überlebensraum vorgesehen ist.
[0004] Aus der
DE 198 17 860 A1 ist eine Sicherheitseinrichtung für Fahrzeugführer von Schienenfahrzeugen bekannt,
bei der der Fahrersitz auf einer starren Platte angeordnet ist, die sich selbst bei
einem Unfall nicht verbiegen kann. Die vorhandene Deformationszone befindet sich unter
anderem unterhalb dieser Platte. Bei einem Unfall wird also der Fahrersitz zusammen
mit der Platte verschoben. Es wird dabei nur sichergestellt, dass der Fahrer selbst
durch die deformierten Teile des Wagenkastens weder eingeklemmt noch verletzt wird.
Es wirken jedoch Beschleunigungskräfte auf den Fahrersitz und damit auf den Fahrer
ein.
[0005] Aus der
DE 198 03 501 A1 ist ein Eisenbahnfahrzeug bekannt, bei dem zwischen einem verformbaren Teil und einem
starren Teil unterschieden wird.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fahrzeug anzugeben, bei dem aufgrund
der Deformation des Wagenkastens keine Beschleunigungskräfte auf den Fahrersitz einwirken.
Es sollen nur die auf das gesamte Fahrzeug einwirkenden Trägheitskräfte auf den Fahrersitz
wirken. Insbesondere soll auch bei beginnender Deformation der Überlebensraum vom
Fahrersitz her zugänglich sein.
[0007] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass der Fahrersitz ganz oder
teilweise außerhalb des Überlebensraumes auf einem Strukturelement befestigt ist,
das nur mit dem Boden und/oder mit einer oder mehreren Wänden der nicht deformierbaren
Zone und nicht mit der Deformationszone direkt verbunden ist, und dass die Deformationszone
vor, neben und/oder unter dem Strukturelement angeordnet ist.
[0008] Die nicht deformierbare Zone zeichnet sich dadurch aus, dass sie auch bei einem Unfall
ihre Form behält. Sie ist dazu aus stabilem nicht verformbarem Material aufgebaut
und darüber hinaus derartig von Deformationszonen umgeben, dass die Energie eines
Aufpralles von den Deformationszonen aufgenommen ist, bevor sie die nicht deformierbare
Zone beschädigen könnte. Diese bleibt also auch bei einem Unfall an ihrem ursprünglichen
Ort im Fahrzeug.
[0009] Die nicht deformierbare Zone kann als Überlebensraum ausgebildet sein, in den der
Fahrer bei nicht zu vermeidendem Unfall fliehen kann.
[0010] Den Fahrersitz kann man in der Regel nicht direkt im Überlebensraum vorsehen, da
dann im Normalbetrieb die Sicht des Fahrers auf die Strecke beeinträchtigt wäre. Daher
ist der Fahrersitz nach der Erfindung ganz oder teilweise außerhalb des Überlebensraumes
angeordnet, ist jedoch auf einem Strukturelement befestigt, das nur mit dem Boden
und/oder mit einer oder mehreren Wänden der nicht deformierbaren Zone des Überlebensraumes
verbunden ist.
[0011] Damit wird der Vorteil erzielt, dass der Fahrersitz bei einem Unfall von den sich
deformierenden Wagenkastenteilen nicht mitgenommen werden kann. Er bleibt, bedingt
durch das Strukturelement, das ihn mit der nicht deformierbaren Zone zuverlässig starr
verbindet, an seinem Ort. Vorteilhafterweise kommt es dann durch die Deformation der
Wagenkastenteile nicht zu einer zusätzlichen Kraft auf den Fahrersitz. Der Fahrer
ist also vorteilhafterweise weniger gefährdet als bisher. Die nicht zu vermeidenden
Trägheitskräfte können z.B. durch einen Sicherheitsgurt und eine Kopfstütze aufgefangen
werden.
[0012] Der Fahrer kann selbstverständlich außerdem vor einem drohenden Zusammenstoß in den
Überlebensraum flüchten.
[0013] Mit der Erfindung wird der Vorteil erzielt, dass ein Überlebensraum vorhanden ist
und dass außerdem der Fahrersitz zur Verbesserung der Sicht zumindest teilweise außerhalb
des Überlebensraumes angeordnet ist, ohne dass Deformationen gefährliche Kräfte auf
den Fahrersitz bewirken könnten.
[0014] Beispielsweise ist auf dem Strukturelement auch der Führertisch befestigt. Es ist
dadurch sichergestellt, dass sich der Führertisch nicht relativ zum Fahrersitz bewegen
kann, was eine Gefährdung des Fahrers bedeuten könnte.
[0015] Beispielsweise ist vor dem Fahrersitz von diesem beabstandet auf dem Strukturelement
eine Prallwand angeordnet. Damit wird zusätzlich verhindert, dass entweder Teile des
Führertisches oder andere Bauteile bei einem Unfall direkt zum Fahrer geschoben werden.
Der Fahrer ist also vorteilhaft noch besser gesichert.
[0016] Mit dem Fahrzeug nach der Erfindung wird insbesondere der Vorteil erzielt, dass der
Fahrer, obwohl seine Sicht auf die Strecke im normalen Betrieb nicht beeinträchtigt
ist, bei einem Unfall sowohl vor deformierten Teilen des Wagenkastens als auch vor
gefährlichen Kräften auf den Fahrersitz infolge der Deformation geschützt ist und
bedingt durch die starre Verbindung des Strukturelementes mit der nicht deformierbaren
Zone den Überlebensraum gut erreichen kann.
1. Fahrzeug, insbesondere Schienenfahrzeug, mit einem Fahrersitz und mit einer Deformationszone,
wobei eine nicht deformierbare Zone vorhanden ist, die einen Überlebensraum für den
Fahrer bildet, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrersitz ganz oder teilweise außerhalb des Überlebensraumes auf einem Strukturelement
befestigt ist, das nur mit dem Boden und/oder mit einer oder mehreren Wänden der nicht
deformierbaren Zone und nicht mit der Deformationszone direkt verbunden ist, und dass
die Deformationszone vor, neben und/oder unter dem Strukturelement angeordnet ist.
2. Fahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Strukturelement auch der Führertisch befestigt ist.
3. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Fahrersitz von diesem beabstandet auf dem Strukturelement eine Prallwand
angeordnet ist.
1. Vehicle, in particular a rail vehicle, having a driver's seat and having a deformation
zone, a non-deformable zone being present, which forms a survival space for the driver,
characterised in that the driver's seat is attached to a structural element wholly or partially outside
the survival space, said structural element being connected only to the floor and/or
to one or more walls of the non-deformable zone and not directly to the deformation
zone, and in that the deformation zone is arranged in front of, next to and/or underneath the structural
element.
2. Vehicle according to claim 1, characterised in that the driver's control panel is also attached to the structural element.
3. Vehicle according to one of claims 1 or 2, characterised in that an impact wall is arranged in front of the driver's seat and at a distance from it
on the structural element.
1. Véhicule, notamment véhicule ferroviaire, ayant un siège de conducteur et une zone
de déformation, dans lequel il y a une zone indéformable, qui forme un espace de survie
pour le conducteur, caractérisé en ce que le siège du conducteur est fixé en tout ou partie à l'extérieur de l'espace de survie
à un élément de structure, qui n'est assemblé directement qu'au plancher et/ou à une
paroi ou plusieurs parois de la zone indéformable et non à la zone de déformation
et en ce que la zone de déformation est disposée devant, à côté et/ou sous l'élément de structure.
2. Véhicule suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le pupitre du conducteur est fixé aussi à l'élément de structure.
3. Véhicule suivant l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce qu'une paroi anti-choc est disposée sur l'élément de structure devant le siège du conducteur
en étant à distance de ce siège.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente