[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung eines Verfahrens zur Herstellung
einer Mehrschichtbeschichtung, z B. Mehrschichtlackierung, zur Herstellung und/oder
Reparatur einer Automobil (serien) lackierung bei dem auf eine erste Beschichtung
(A) ein nachfolgender Beschichtungsstoff (B) aufgebracht und gehärtet wird.
[0002] Für eine Kraftfahrzeugserienlackierung, insbesondere eine Automobilserienlackierung
von hoher Qualität, werden bekanntermaßen Farbe und/oder Effekt gebende Mehrwhichdacklerungen
aus Primer, Elektrotauchlackierung, Füllerlackierung oder Steinselagschutzgrundierung,
Basislackierung und kariackierung verwendet Die Klariackierungen müssen hohe Anforderungen
hinsichtlich der optischen und ästhetischen Eigenschaften (Appearance) sowie der Härte,
Kratzfestigkeit, Chemikalienbeständigkeit, Etch-Beständigkeit und Witterungsstabilität
erfüllen.
[0003] An eine Reparaturlackierung werden die gleichen Anforderungen in Bezug auf die Eigenschaften
gestellt wie an die Serienlackierung, d. h. es werden hohe Beständigkeiten gegen Witterungseinflüsse,
Chemikalien und mechanische Belastungen erwartet (vgl. oben). Bei den Reparaturiackierungen
handelt es sich um eine Nach- bzw. Überlackierung entweder einer beispielsweise durch
einen Unfall beschädigten Stelle eines Automobils oder eine Verlaufslackierung oder
eine vollständige Überlackierung eines bereits lackierten Automobils aufgrund von
Lackschäden, Farbtonunterschieden oder sonstigen unerwünschten Störungen im bereits
aufgebrachten Lack. Der für die Reparatur eingesetzte Lack muss auf der obersten Schicht
der ursprünglichen Lackierung (Serienlackierung) haften und diese vollständig benetzen.
Dabei soll eine aufwändige mechanische Vorbehandlung wie Anschleifen vermieden werden.
Bei der Serienlackierung können die eingesetzten Lacke der unteren Schicht und der
oberen Schicht bereits bei deren Herstellung aufeinander abgestimmt werden, so dass
eine gute Benetzung und Haftung üblicherweise gewährleistet ist. Eine solche Abstimmung
ist bei der Reparatur nicht möglich. Zum einen ist eine Benetzung/Haftung auf der
obersten Decklackschicht der Serienlackierung durch den Reparaturlack schwer aufgrund
der (benötigten) Eigenschaften der Deckschicht zu erreichen. Diese ist nämlich stark
vernetzt, unpolar, nicht reaktiv und inert.
[0004] Andererseits muss der Reparaturlack auch gleichzeitig auf den unteren Schichten haften,
falls die darüberliegenden Schichten abgeplatzt sind. Hinzu kommt, dass die Härtung
der Reparaturlacke bei relativ geringen Temperaturen erfolgen muss, da sonst Kunststoff-
und Gummiteile am Fahrzeug leiden. Somit wären die mit aktinischer Strahlung oder
mit aktinischer und thermischer Strahlung härtbaren Lacke für solche Aufgaben bevorzugt,
da deren Härtung bei niedrigen Temperaturen erfolgen kann.
[0005] Auf Grund ihrer besonderen Eigenschaften ist die Anwendung dieser Lacke in der Automobilindustrie
besonders erwünscht. Sie weisen einen besonders guten Glanz, eine hohe Härte, eine
ausgezeichnete Bewitterungsstabilität und gute Kratzbeständigkeit auf.
[0006] Allerdings ist der Einsatz dieser Lacke als Serienlacke in der Automobilindustrie
bisher erschwert, da die Haftung einer darauf nachfolgend aufzutragenden Lackschicht
schlecht ist und eine nur unzureichende Benetzung der mit diesen Lacken hergestellten
Beschichtungen erfolgt.
[0007] Eine gute Benetzung der (unteren) Beschichtung durch den nachfolgend aufgetragenen
Beschichtungsstoff und eine anschließende ausgezeichnete Haftung des ausgehärteten
Lackes auf der Beschichtung ist jedoch notwendig, um auf der unteren Beschichtung
einen weiteren Lack, z. B. Decklack aufzutragen oder um eine Reparaturlackierung durchzuführen
und eine dauerhafte Verbindung der Schichten und somit eine Mehrschichtbeschichtung
hoher Qualität und Beständigkeit zu erhalten.
[0008] Dies gilt auch für Reparaturlackierungen. Insbesondere bei der Reparatur von Mehrschichtlackierungen
bestehend aus Primer, Elektrotauchlackierung, Füllerlackierung oder Steinschlagschutzgrundierung,
Basislackierung und Klariackierung. So muss z. B. bei einer nur geringfügigen Beschädigung
des Klarlacks dieser zur Reparatur mit sich selbst überlackiert werden, wobei es durch
die unterschiedlichen Eigenschaften des ausgehärteten Klarlacks und der des noch aufzutragenden
flüssigen Klarlacks zu Probleme der Benetzung und der anschließenden Haftung kommt
(vgl. oben). Diese Probleme verstärken sich weiter, wenn nicht nur die Klariackierung,
sondern noch weitere darunterliegende Schichten abgeplatzt sind und diese zur Erhaltung
des optischen Gesamteindrucks ebenfalls repariert bzw. neu aufgebaut werden müssen.
[0009] Aus der
EP 0349749A1 ist die Verwendung einer Plasma-Vorbehandlung von lackierten Bauteilen zur Erhöhung
der Haftfähigkeit einer nachfolgend aufzubringenden zweiten Lackschicht bekannt. Wie
das Verhältnis der Oberflächenspannungen sein soll, wird nicht angegeben. Ferner geht
eine Anwendung auf mit aktinischer Strahlung oder mit aktinischer Strahlung und thermisch
gehärtete Beschichtungen nicht hervor.
[0010] Aus
DE101 07 613 und De
101 08 723 ist es darüber hinaus bekannt, mittels Beeinflussung der Oberflächenenergie gezielte
Oberftachenbeschichtungen durchzuführen.
[0011] US 5,154,978 A offenbart in Beispiel 10 ein Verfahren zur Beschichtung eines Magnets mit einer ersten
Beschichtung von Parylene. Diese Beschichtung wird vor dem Auftragen einer Acrylharz-Beschichtung
durch eine Niederdruckplasmatechnik modifiziert.
[0012] GB 1 218 042 A offenbart ein Verfahren zur Beschichtung eines Bandes mit einer ersten Polyäthylenbeschichtung.
Diese Beschichtung wird vor dem Auftragen einer zweiten Beschichtung durch eine Coronaentladung
modifiziert.
[0013] US 4,980,196 A offenbart in Ansprüchen 11 und 12 ein Verfahren zur Beschichtung von Stahl mit einer
ersten Organosilanbeschichtung. Diese Beschichtung wird vor dem Auftragen einer zweiten
Beschichtung durch einen Plasmabehandlungsschritt modifiziert.
[0014] US 4,567,106 A offenbart ein Verfahren zur Beschichtung von Polyolefin mit einer Beschichtung von
Polyurethan. Das Substrat wird vor dem Auftragen der Beschichtung durch eine Behandlungstechnik
(o.a. Beflammen oder Coronaentladungsprozess) modifiziert. Das Polyäthylen-Substrat
kann selbst eine Beschichtung auf einem metallischen Substrat sein.
[0015] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher die Verwendung, eines neuen Verfahrens
zur Herstellung von Mehrschichtbeschichtungen zur Herstellung und/oder Reparatur einer
Automobil (serien) lackierung zur Verfügung zu stellen, das die Nachteile des Standes
der Technik nicht mehr aufweist, sondern das weitgehend unabhängig von den herrschenden
Bedingungen, insbesondere was Temperatur und Luftfeuchtigkeit betrifft, und auch unter
extremen Bedingungen anwendbar ist. Dabei soll jede nachfolgend aufzubringende Schicht
auf der vorherigen Schicht gut haften und diese ferner vollständig benetzen.
[0016] Insbesondere soll die Reparatur der Beschichtung durch das neue Verfahren ermöglicht
werden und die so erhaltene reparierte Stelle soll bei hohen und niederen Temperaturen,
hoher und niedriger Luftfeuchtigkeit sowie unter rasch zwischen diesen Extremen wechselnden
Bedingungen, wie sie im Tropenklima und im Wüsbenklima herrschen, bei hoher Strahlungsintensität
und bei intensiver mechanischer und chemischer Belastung keine Beschädigung erleiden
bzw. eine beständige Reparatudackierung hoher Qualität ergeben, unabhängig davon auf
welchen der Schichten der Mehrschichtbeschichtung der zur Reparatur eingesetzte Beschichtungsstoff
aufgebracht wird.
[0017] Insbesondere soll das neue Verfahren zuverlässig bei einer möglichst großen Auswahl
an Beschichtungen und Beschichtungsstoffen anwendbar sein, wobei besonderes Augenmerk
auf die mit Hilfe von aktinischer Strahlung gehärteten Beschichtungen bzw. härtbaren
Beschichtungsstoffe gelegt wurde.
[0018] Demgemäß wurde die erfindungsgemäße Verwendung eines Verfahrens zur Herstellung einer
Mehrschichtbeschichtung gefunden, bei dem man auf eine erste Beschichtung (A) einen
nachfolgenden Beschichtungsstoff (B) aufbringt und härtet wird, wobei man die erste
Beschichtung (A) modifiziert und den Beschichtungsstoff (B) derart auszählt, dass
der Quotient (Q) aus Oberflächenenergie der zweiten Beschichtung (B) und Oberflächenenergie
der ersten Beschichtung (A) kleiner oder gleich 1 ist, wobei der Quotient (Q) eingestellt
wird, indem die Oberfläche der Beschichtung (A) modifiziert wird, indem die Oberflächenenergie
der ersten Beschichtung (A) durch eine oder eine Kombination der Methoden Niederdruckplasmatechnik,
Atmosphärendruckplasmatechnik, Beflammen, Fluorieren und Silikatisieren erhöht wird,
und wobei die erste Beschichtung (A) ein strahlenhärtbares Bindemittel gewählt aus
der Gruppe bestehend aus (meth)acrylfunktionellen (Meth)Acrylcopolymeren, Polyetheracrylaten,
Polyesteracrylaten, ungesättigten Polyestern, Epoxyacrylaten, Urethanacrylaten, Aminoacrylaten,
Melaminacrylaten, Silikonacrylaten und deren entsprechenden Methacrylaten umfasst.
[0019] Der Quotient Q berechnet sich indem man die Oberflächenenergie der zweiten Beschichtung
(B) durch die Oberflächenenergie der Beschichtung (A) teilt.
[0020] Durch die erfindungsgemäße Verwendung ist eine gute Benetzung der unteren Beschichtung
(A) durch den nachfolgend aufgetragenen Beschichtungsstoff (B) und eine anschließende
ausgezeichnete Haftung der Beschichtung (B) auf der Beschichtung (A) möglich.
[0021] Weiterhin wird durch das erfindungsgemäße Verfahren die Herstellung einer Mehrschichtbeschichtung
weitgehend unabhängig von den herrschenden Bedingungen, insbesondere was Temperatur
und Luftfeuchtigkeit betrifft und ist auch unter extremen Bedingungen anwendbar. Dabei
haftet jede nachfolgend aufzubringende Schicht gut auf der vorherigen Schicht und
benetzt diese vollständig.
[0022] Auch wird die Reparaturfähigkeit der Beschichtung durch die neue Verwendung verbessert.
Die so erhaltene reparierte Stelle ist bei hohen und niederen Temperaturen, hoher
und niedriger Luftfeuchtigkeit sowie unter rasch zwischen diesen Extremen wechselnden
Bedingungen, wie sie im Tropenklima und im Wüstenklima herrschen, haltbar und erleidet
bei hoher Strahlungsintensität und bei intensiver mechanischer und chemischer Belastung
keine Beschädigung, sondern ergibt eine beständige Reparaturiackierung hoher Qualität
unabhängig davon auf welcher Schicht der Mehrschichtbeschichtung der Beschichtungsstoff
aufgebracht wird.
[0023] Ferner ist durch die erfindungsgemäße Verwendung der Erfolg einer Überlackierung
oder Reparaturiackierung gegeben, da eine Benetzbarkeit und anschließend Haftung garantiert
wird. Der Lackierer wird durch die erfindungsgemäße Lehre nämlich angeleitet, dass
er den Erfolg seiner Lackierung hinsichtlich Benetzung und Haftung sicherstellen kann,
indem er den Quotienten Q auf einen Wert kleiner gleich 1, vorzugsweise kleiner gleich
0,95 und insbesondere 0,9 einstellt
[0024] Die Einstellung des Quotienten Q erfolgt durch Modifizierung der Beschichtung (A)
und Auswahl des Beschichtungsstoffs (B) so wie dies üblicherweise bei einer ersten
Serienlackierung aus Basislack und Klariack vorgenommen wird.
[0025] Zur Einstellung des Quotienten Q wird die Beschichtung (A), insbesondere die Oberfläche
der Beschichtung (A) modifiziert, weil z. B. sonst ein anderer optischer Eindruck
entsteht oder eine Überlacklerung mit sich selbst nötig ist. Dazu wird eine oder eine
Kombination der folgenden Methoden zur Oberflächenbehandlung der eingesetzt : Niederdnrckplasmatechnik,
Atmosphärendruckpiasmatechnik, Beflammen, Fluorieren, Silikatisieren.
[0026] Ferner kann die Beschichtung (A) mit flüssigen Primern z. B. durch Tauchen, Besprühen
und Bepinseln behandelt werden. Auch kann die dielektrische Barriereentladung (Corona)
zur Oberflächenbehandlung verwendet werden.
[0027] Die genannten Methoden sind dem Fachmann geläufig und können den nachfolgenden Zitaten
entnommen werden (
Römpp Lexikon Lacke und Druckfarben, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1998, Seite 416 "Oberflächenspannung"), Plasmabehandlung (
Römpp Lexikon Lacke und Druckfarben, . Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1998, Seite
455 "Plasmabehandlung", PLASMA-TREAT®, Firmenschrift AGRODYN Hochspannungstechnik GmbH),
Beflammen (
Römpp Lexikon Lacke und Druckfarben, Georg Thieme Veriag Stuttgart, 1998, Seite 59 "Beflammen"; Abflammautomat Typ S 4-S 300/2000 der Firma Friedrich Schäfer Maschinenbaugesellschaft
mbH, Sprendlingen), Fluorieren (
Römpp Lexikon Lacke und Druckfarben, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1998, Seite 244 "Fluorieren"), Silikatisieren, Primerbeschichtung (
Römpp Lexikon Lacke und Druckfarben, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1998, Seite 472 "Primer"), dielektrische Barriereentladung (
Römpp Lexikon Lacke und Druckfarben, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1998, Seite 117 "Corona".
[0028] Bei einer besonders bevorzugten Variante der Verwendung wird die Oberflächenenergie
der ersten Beschichtung (A) zur Einstellung des Quotienten Q derart modifiziert, dass
sie > 30, bevorzugt > 40 und insbesondere > 50 mJ/m
2 beträgt. Dann werden ebenfalls eine besonders gute Benetzung und anschließende Haftung
erreicht.
[0029] Die Oberflächenspannung ist eine Bezeichnung für die Grenzflächenspannung von Feststoffen
und Flüssigkeiten gegenüber der Dampfphase bzw. Luft. Sie ist definiert als Kraft
pro Längeneinheit, hat die Dimension mN/m und ist dimensions- und wertmäßig gleich
der Oberflächenarbeit, die nötig ist, um unter reversiblen Bedingungen und isotherm
die Oberfläche entweder über haupt zu bilden oder sie zu vergrößert. Unter bestimmten
Bedingungen entspricht die Oberflächenspannung der freien Energie der Oberfläche pro
Flächeneinheit (Oberflächenenergie in mJ/m
2). Die Oberflächenenergie von Feststoffen kann u. a. durch Bestimmung der Randwinkel
von Flüssigkeitstropfen bekannter Oberflächenspannung und Polarität und durch Auswertung
der Messungen nach
Kaelble oder
Zismann ermittelt werden (
Römpp Lexikon Lacke und Druckfarben, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1998, Seite 416 "Oberflächenspannung";
CD Römpp Chemie Lexikon - Version 1.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1995 "Benetzung"). Weitere Verfahren sind aus "
Lackadditive", Johan Bieleman, Weinheim, WILEY-VCH 1998, Seite 133ff. bekannt.
[0030] Die Verwendung ist mit den üblichen, dem Fachmann bekannten Beschichtungen und Beschichtungsstoffen
durchführbar. Beispielhaft genannt seien AIkydharz-Lacke, Dispersons-Lacke, Epoxidharz-Lacke,
Polyurethan-Lacke und Acrylharz-Lacke. Die Beschichtungsstoffe können in flüssiger,
pasten- oder pulverförmiger Form eingesetzt werden. Auch sind an die Art der Auftragung
keine besonderen Anforderungen gestellt. Die Beschichtungsstoffe können z. B. durch
Spritzen, Rakeln, Streichen, Gießen, Tauchen oder Walzen aufgebracht werden.
[0031] Die Verwendung wird mit aktinischer Strahlung gehärteten Beschichtungen (A) durch
geführt obwohl diese besonders stark vernetzt, unpolar, nicht reaktiv und inert sind
und sich daher ohne das erfindungsgemäße Verfahren nur schwer beschichten lassen.
[0032] Als aktinische Strahlung kommt elektromagnetische Strahlung und Korpuskularstrahlung
in Betracht Die elektromagnetische Strahlung umfasst nahes infrarot (NIR), sichtbares
Licht, UV-Strahlung, Röntgenstrahlung und Gammastrahlung, insbesondere UV-Strahlung.
Die Korpuskularstrahlung umfasst Elektronenstrahlung, Alphastrahlung, Protonenstrahlung
und Neutronenstrahlung, Insbesondere Elektronenstrahlung.
Mit aktinischer Strahlung gehärtete Beschichtungen (A) werden aus mit aktinischer
Strahlung härtbaren Beschichtungsstoffen (A) hergestellt, die ausgewählt sind aus
der Gruppe bestehend aus (meth)acrylfunktionellen (Meth)Acylcopolymeren, Polyetheracrylaten,
Polyesteracrylaten, ungesättigte Polyestern, Epoxyacrylaten, Urethanacrylaten, Aminoacrylaten,
Melaminacrylaten, Silikonacrylaten und den entsprechenden Methacrylaten. Bevorzugt
werden Bindemittel eingesetzt, die frei von aromatischen Struktureinhelten sind.
[0033] Solche UV-härtbaren Beschichtungsstoffe (A) gehen beispielsweise aus den Patentschriften
EP-A-0 540 884,
EP-A- 0 568 967 oder
US-A-4,675,234 hervor. Weitere Beispiele solcher mit aktinischer Strahlung härtbarer Beschichtungsstoffe,
die in Betracht kommen, sind beispielsweise aus dem deutschen Patent
DE 197 09 467C1, Seite 4, Zeile 30, bis Seite 6, Zelle 30, oder der deutschen Patentanmeldung
DE 199 47 523 A1bekannt
[0034] Ist der eingesetzte Beschichtungsstoff (A) zusätzlich zu der Härtung mit aktinischer
Strahlung auch noch thermisch härtbar, d. h. Dual-Cure-härtbar, enthält sie/er vorzugsweise
noch übliche und bekannte thermisch härtende Bindemittel und Vernetzungsmittel und/oder
thermisch härtende Reaktiwerdünner, sowie dies beispielsweise in den deutschen Patentanmeldungen
DE 198 187 735 A1und
DE 199 20 799 A1 oder der europäischen Patentanmeldung
EP 0 928 800 A1 beschrieben wird.
[0035] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird unter "thermische Härtung" die durch Hitze
initiierte Härtung einer Schicht aus einem Beschichtungsstoff, bei der üblicherweise
ein separat vorliegendes Vernetzungsmittel angewandt wird, verstanden. Üblicherweise
wird dies von der Fachwelt als Fremdvernetzung bezeichnet. Sind die Vernetzungsmittel
in die Bindemittel bereits eingebaut, spricht man auch von Selbstvernetzung. Erfindungsgemäß
ist die Fremdvernetzung von Vorteil und wird deshalb bevorzugt angewandt.
[0036] Die zur Herstellung der Beschichtungen (A) verwendeten Beschichtungsstoffe können
auch als Beschichtungsstoffe (B) eingesetzt werden. Ansonsten können auch thermisch
und/oder mit aktinischer Strahlung härtbare Beschichtungsstoffe eingesetzt werden.
Vorzugsweise werden die Beschichtungsstoffe (A) eingesetzt.
Beispiele
Beispiel1: Herstellung von Beschichtungen (A) und Oberflächenspannungsbestimmung
[0037] Ein an sich bekannter mittels UV-Strahlung härtbarer Lack (AI), bestehend aus:
| 35,31 Gew.-% |
Ebecryl ® 1290 (Hexafunktionales aliphatisches Urethanacriat) |
| 35,31 Gew.-% |
Sartomer ® 494 (Ethyoxliertes Pentaerythritol Tetraacrylat) |
| 8,65 Gew.% |
Hydroxypropylacrylat |
| 0,98 Gew.-% |
Actilane ® 800 (strahlenhärtendes Silikonacrylat der Firma Akcros Chemie) |
| 0,14 Ges.-% |
Dow Corning ® PA 57 (Silikonadditiv der Firma Dow Coming) |
| 0,42 Gew.-% |
Irgacure ® 819 (Bisacylphosphin-Photoinitiator) |
| 2,65 Gew.-% |
Genocure ® MBF (Photoinitiator) |
| 1,12 Gew.-% |
Tinuvin ® 123 (Aminoether-HALS der Firma Ciba Specialty Chemicals) |
| 1,40 Gew.-% |
Tinuvin ® 400 (UV-Absorber der Firma Ciba Specialty Chemicals) |
| 5,09 Gew.% |
Methylacetat |
| 5,72 Ges.-% |
Buthylacetat 98/100% |
| 3,21 Gew.-% |
Isopropanol |
wurde zunächst bei RT 20 min., dann 1 min. mit Handlampe (Handlampe UV-H 250 der Firma
Kühnast Strahlungstechnik, Wächtersbach) im Abstand von 30 cm und anschließend in
einer IST Inert-Anlage mit 14 m/s mit einer Leistung von 4x500 mJ/cm
2 gehärtet. Es resultierte eine Beschichtung (AI).
[0038] Ein an sich bekannter mittels UV-Strahlung und Wärme härtbarer Lack (AII), bestehend
aus den folgenden Bestandteilen:
| Stammlack: |
| Methacrylatcopolymerisat a) |
9 |
| Dipentaerythritpentaacrylat |
20 |
| UV-Absorber (substituiertes Hydroxyphenyltriazin) |
1,0 |
| HALS (N-Methyl-2,2,6,6-tetramethylpiperidinylester) |
1,0 |
| Netzmittel (Byk ® 306 der Firma Byk Chemie) |
0,4 |
| Butylacetat |
27,4 |
| Solventnaphtha ® |
12,8 |
| Irgacure ® 184 (handelsüblicher Fotoinitiator der Firma Ciba Specialty Chemicals) |
1,0 |
| Lucirin ® TPO (handelsüblicher Photoinitiator der Firma BASF AG) |
0,5 |
| Summe: |
100 |
| Vernetzungsmittel 1: |
| Summe: |
38,28 |
| Vernetzungsmittel 1: |
| Isocyanatoacrylat Roskydal ® UA VPLS 2337 der Firma Bayer AG (Basis: Trimeres Hexamethylen-diisocyanat;
Gehalt an Isocyanatgruppen: 12 Gew.-%) |
27,84 |
| Vernetzungsmittel 2: |
| Isocyanatoacrylat Roskydal ® UA VP FWO 3003-77 der Firma Bayer AG (Basis; Trimeres
von Isophorondiisocyanat (70,5 %ig in Butylacetat; Viskosität: 1.500 mPas; Gehalt
an Isocyanatgruppen: 6,7 Gew.-%) |
6,96 |
| Verdünner |
3,48 |
a) Das Methacrylatcopolymerisat wurden nach der folgenden Vorschrift hergestellt:
[0039] In einem geeigneten Reaktor, ausgerüstet mit einem Rührer, zwei Tropftrichtern für
die Monomermischung und die Initiatorlösung, Stickstoffeinleitungsrohr, Thermometer,
Heizung und Rückflußkühler, wurde 650 Gewichtsteile einer Fraktion aromatischer Kohlenwasserstoffe
mit einem Siedebereich von 158 bis 172 °C eingewogen. Das Lösemittel wurde auf 140
°C erhitzt. Hiernach wurden eine Monomermischung aus 652 Gewichtsteilen Ethylhexylacrylat,
383 Gewichtsteilen 2-Hydroxyethylmethacrylat, 143 Gewichtsteilen Styrol, 212 Gewichtsteilen
4-Hydroxybutylacrylat und 21 Gewichtsteile Acrylsäure innerhalb von vier Stunden und
eine Initiatorlösung aus 113 Gewichtsteilen des aromatischen Lösemittels und 113 Gewichtsteilen
test.-Butylperethylhexanoat innerhalb von 4, 5 Stunden gleichmäßig in die Vorlage
zudosiert. Mit der Dosierung der Monomermischung und der Initiatorlösung wurde gleichzeitig
begonnen. Nach der Beendigung des Initiatorzulaufs wurde die resultierend Reaktionsmischung
während weiterer zwei Stunden auf 140 °C unter Rühren erhitzt und anschließend abgekühlt.
Die resultierende Lösung des Methacrylatcopolymerisats (A) wurde mit einem Gemisch
aus 1-Methoxypropylacetat-2, Butylglykolacetat und Butylacetat verdünnt. wurde zunächst
bei RT 5 min., dann 10 min. bei 80 °C und anschließend 20 min. bei 140 °C in einer
IST Inert-Anlage mit 14 m/s mit einer Leistung von 1500 mJ/cm
2 gehärtet. Es resultierte eine Beschichtung (AII).
[0040] Beide Beschichtungen (AI) und (AII) wurden einer Messung der Randwinkel nach dem
Handbuch der Firma Krüss GmbH, Hamburg, »Drop Shape Analysis« gemäß dem Verfahren
von Owens, Wendt, Rabel und Kaeble bei 23 °C und 50% relative Luftfeuchte mit den-
folgenden Messflüssigkeiten: H
2O bidest., 1,5-Pentandiol, Diiodmethan, Ethylenglykol und Glycerin jeweils ohne und
mit Beflammung unterzogen, wobei jeweils sofort, nach einem Tag oder nach vier Tagen
gemessen wurde. Die Berechnung der Oberflächenenergie erfolgte aus den ermittelten
Randwinkeln.
[0041] In Tabelle 1 sind die, an den, wie nachfolgend angegeben, behandelten Beschichtungen
(AI) und (AII) gemessenen Randwinkel aufgeführt. Darin ist:
| Probe |
Beschichtung |
| 1 |
AII 5 min. RT, ohne Beflammung |
| 2 |
AII, mit Beflammung, Messung sofort |
| 3 |
AII, mit Beflammung, Messung nach 1 Tag |
| 4 |
AII, mit Beflammung, Messung nach 4 Tagen |
| 5 |
AI ohne Beflammung |
| 6 |
AI mit Beflammung, Messung sofort |
| 7 |
AI mit Beflammung, Messung nach 1 Tag |
| 8 |
AI mit Beflammung, Messung nach 4 Tagen |
[0042] Die Beflammung erfolgte mit einem Abflammautomaten Typ S 4-S 300/2000 der Firma Friedrich
Schäfer Maschinenbaugeselischaft mbH, Sprendlingen, mit einer Propangasflamme von
10 cm Breite aus einem Abstand von 10 cm zum Substrat in einem Durchlauf mit 150 mm/s
Vorschubgeschwindigkeit.
[0043] In. Tabelle 2 sind die daraus berechneten Oberflächenenergien der entsprechend behandelten
Beschichtungen (AI) und (AII) aufgeführt.
Tabelle 1: Randwinkel
| |
Randwinkel [°] |
| Probe |
H2O |
Ethylenglykol |
1,5-Pentandiol |
CH2l2 |
Glycerin |
| 1 |
93 ± 0,4 |
75 ± 0,4 |
66 ± 0,2 |
61 ± 0,2 |
89 ± 1,4 |
| 2 |
42 ± 0,9 |
16 ± 4,4 |
19 ± 4,2 |
39 ± 1,3 |
43 ± 0,8 |
| 3 |
48 ± 1,3 |
22 ± 1,7 |
21 ± 1,6 |
40 ± 1,9 |
57 ± 1,4 |
| 4 |
57 ± 1,0 |
32 ± 1,0 |
32 ± 1,0 |
43 ± 0,9 |
61 ± 1,1 |
| 5 |
96 ± 0,8 |
84 ± 0,4 |
77 ± 0,2 |
70 ± 0,3 |
96 ± 0,5 |
| 6 |
44 ± 4,6 |
29 ± 4,3 |
35 ± 3,7 |
50 ± 1,3 |
49 ± 3,3 |
| 7 |
60 ± 9,5 |
41 ± 2,3 |
36 ± 1,0 |
52 ± 1,4 |
55 ± 6,3 |
| 8 |
66 ± 3,1 |
49 ± 1,2 |
49 ± 3,7 |
55 ± 0,8 |
59 ± 6,4 |
Tabelle 2: Oberflächenenergien
| |
Oberflächenenergie [mJ/m2] |
| Probe |
Disperser Anteil |
Polarer Anteil |
Gesamt |
| 1 |
23,4 |
1,7 |
25,1 |
| 2 |
29,4 |
22,4 |
51,8 |
| 3 |
28,9 |
18,5 |
47,4 |
| 4 |
29,0 |
14,2 |
43,2 |
| 5 |
17,4 |
2,0 |
19,4 |
| 6 |
24,0 |
24,0 |
48,0 |
| 7 |
6,5 |
14,7 |
41,2 |
| 8 |
25,0 |
12,0 |
37,0 |
[0044] Die Ergebnisse zeigen eine Erhöhung der Oberflächenenergie der Beschichtungen (AI)
und (AII), d. h. der Beschichtung (A) durch die Beflammung unabhängig davon, ob es
sich nur um einen mit aktinischer Strahlung oder einen thermisch und mit UV-Strahlung
härtbaren Beschichtungsstoff handelte. Insbesondere wird die Erhöhung durch Anhebung
des polaren Anteiles der Oberflächenenergie erreicht.
Beispiel2: Überlackierbarkeit der Beschichtung (AI), Herstellung einer Mehrfachbeschichtung
[0045] Die Überlackierbarkeit der Beschichtung (AI) mit sich selbst wurde mittels einer
Gitterschnittprüfung gemäß DIN ISO 2409:1994-10 überprüft. Dazu wurde die Beschichtung
(AI) sowohl nach als auch ohne Beflammung mit dem Lack (AI), d. h. mit sich selbst
überlackiert.
[0046] Die oben angegeben, den UV-härtbaren Lack. (AI) bildenden Komponenten werden unter
intensivem Rühren mittels eines Dissolvers oder eines Rührers vermischt, um den entsprechenden
Lack (AI) herzustellen. Von diesem Lack (AI) wurde jeweils ein applizierter Film mit
einer Schichtdicke von 40 ± 10 µm auf einer geeigneten Prüftafel hergestellt. Die
Aushärtung des Films erfolgt zunächst bei RT für 20 min., dann 1 min. mit einer Handlampe
UV-H 250 der Firma Kühnast Strahlungstechnik, Wächtersbach, im Abstand von 30 cm und
anschließend in einer IST Inert-Anlage mit 14 m/s mit einer Leistung von 4x500 mJ/cm
2.
[0047] Der ausgehärtete Lack 1 (Beschichtung (AI)) (wird zur Beschichtung B) besaß eine
Oberflächenenergie von 19,4 mJ/m
2.
[0048] Die Beflammung erfolgte, wie vorstehend angegeben. Nun betrug die Oberflächenenergie
der Beschichtung (AI) (wird zur Beschichtung A) 48,0 mJ/cm
2.
[0049] Der Quotient Q = B/A betrug somit 0,41.
[0050] Anschließend wurde die oben hergestellte Beschichtung (AI) jeweils mit einer weiteren
Schicht Lack (AI) (Beschichtungsstoff (B)) mit einer Schichtdicke von 40 + 10 µm bedeckt.
Die Aushärtung der oberen Schicht erfolgte, wie oben, zunächst bei RT für 20 min.,
dann 1 min, mit einer Handlampe UV-H 250 der Firma Kühnast Strahlungstechnik, Wächtersbach,
im Abstand von 30 cm und anschließend in einer IST Inert-Anlage mit 14 m/s mit einer
Leistung von 4x500 mJ/m
2.
[0051] Bei den untersuchten Prüftafeln ohne Beflammen wurden Gitterschnitt-Kennwerte von
GT 4 oder GT 5 erhalten. Demgegenüber zeigten die mittels Beflammung behandelten Prüftafeln
Gitterschnitt-Kennwerte von GT 0 oder GT 1.
Beispiel 3: Überlackierbarkeit der Beschichtung (AII), Herstellung einer Mehrfachbeschichtung
[0052] Die Überlackierbarkeit der Beschichtung (AII) mit sich selbst wurde analog zum vorhergehenden
Beispiel 2 mittels einer Gitterschnittprüfung gemäß DIN ISO 2409:1994-10 überprüft.
Dazu wurde die Beschichtung (AII) sowohl nach als auch ohne Beflammung mit dem Lack
(AII), d. h. mit sich selbst, überlackiert.
[0053] Der ausgehärtete Lack All (Beschichtung (AII) (wird zur Beschichtung B) besaß eine
Oberflächenspannung von 25,1 mJ/m
2.
[0054] Die Beflammung erfolgte wie vorstehend beschrieben. Nun betrug die Oberflächenenergie
der Beschichtung (AII) (wird zur Beschichtung A) 51,8 mJ/cm
2.
Der Quotient (Q) = B/A betrug somit 0,5.
[0055] Anschließend wurde die oben hergestellte Beschichtung (AII) jeweils mit einer weiteren
Schicht Lack (AII) (Beschichtungsstoff (B)) mit einer Schichtdicke von 40
± 10 µm bedeckt. Die Aushärtung der oberen Schicht erfolgte, wie oben, zunächst bei
RT für 5 min., dann 10 min. bei 80 °C und anschließend 20 min. bei 140 °C In einer
IST Inert-Anlage mit 14 m/s mit einer Leistung von 1500 mJ/cm
2.
[0056] Bei den untersuchten Prüftafeln ohne Beflammen wurden Gitterschnitt-Kennwerte von
GT 4 oder GT 5 erhalten. Demgegenüber zeigten die mittels Beflammung behandelten Prüftafeln
Gitterschnitt-Kennwerte von GT 0 oder GT 1.
[0057] Somit wurde gezeigt, dass es überraschenderweise mittels der erfindungsgemäßen Verwendung
möglich ist, durch Einstellung des Quotienten Q eine Vorhersage über den Erfolg der
Herstellung der Mehrschichtbeschichtung zu treffen.
1. Verwendung eines Verfahrens zur Herstellung einer Mehrschichtbeschichtung zur Herstellung
und/oder Reparatur einer Automobil(serien)lackierung, bei dem auf eine erste Beschichtung
(A) ein nachfolgender Beschichtungsstoff (B) aufgebracht und gehärtet wird, dadurch gekennzeichnet, dass man die erste Beschichtung (A) modifiziert und den Beschichtungsstoff (B) derart
auswählt, dass der Quotient (Q) aus der Oberflächenenergie der zweiten Beschichtung
(B) und der Oberflächenenergie der ersten Beschichtung (A) kleiner oder gleich 1 ist,
wobei der Quotient (Q) eingestellt wird, indem die Oberfläche der Beschichtung (A)
modifiziert wird, indem die Oberflächenenergie der ersten Beschichtung (A) durch eine
oder eine Kombination der Methoden Niederdruckplasmatechnik, Atmosphärendruckplasmatechnik,
Beflammen, Fluorieren und Silikatisieren erhöht wird, und wobei die erste Beschichtung
(A) ein strahlenhärtbares Bindemittel gewählt aus der Gruppe bestehend aus (meth)acrylfunktionellen
(Meth)Acrylcopolymeren, Polyetheracrylaten, Polyesteracrylaten, ungesättigten Polyestern,
Epoxyacrylaten, Urethanacrylaten, Aminoacrylaten, Melaminacrylaten, Silikonacrylaten
und deren entsprechenden Methacrylaten umfasst.
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Quotient (Q) derart eingestellt wird, dass er kleiner oder gleich 0,95 ist.
3. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Quotient (Q) derart eingestellt wird, dass er kleiner oder gleich 0,90 ist.
4. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenenergie der ersten Beschichtung (A) zur Einstellung des Quotienten
(Q) derart ausgewählt oder verändert wird, dass sie > 30 mJ/m2 beträgt.
5. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenenergie der ersten Beschichtung (A) zur Einstellung des Quotienten
(Q) derart ausgewählt oder verändert wird, dass sie > 40 mJ/m2 beträgt.
6. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenspannung der ersten Beschichtung (A) zur Einstellung des Quotienten
(Q) derart ausgewählt oder verändert wird, dass sie > 50 mJ/m2 beträgt.
7. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (A) mit Hilfe von aktinischer Strahlung gehärtet ist und/oder der
Beschichtungsstoff (B) mit Hilfe aktinischer Strahlung härtbar ist.
1. Use of a process for producing a multilayer coating for producing and/or refinishing
an automotive (OEM) finish, in which a first coating (A) has applied to it a subsequent
coating material (B) which is then cured, characterized in that the first coating (A) is modified and the coating material (B) is selected in such
a way that the quotient (Q) formed from the surface energy of the second coating (B)
and the surface energy of the first coating (A) is less than or equal to 1, the quotient
(Q) being set by modifying the surface of the coating (A), by raising the surface
energy of the first coating (A) by means of one or a combination of the methods low-pressure
plasma technology, atmospheric-pressure plasma technology, flaming, fluorinating and
silicatization, and the first coating (A) comprising a radiation-curable binder selected
from the group consisting of (meth)acryloyl-functional (meth)acrylic copolymers, polyether
acrylates, polyester acrylates, unsaturated polyesters, epoxy acrylates, urethane
acrylates, amino acrylates, melamine acrylates, silicone acrylates, and the corresponding
methacrylates thereof.
2. Use according to Claim 1, characterized in that the quotient (Q) is set such that it is less than or equal to 0.95.
3. Use according to any of the preceding claims, characterized in that the quotient (Q) is set such that it is less than or equal to 0.90.
4. Use according to any of the preceding claims, characterized in that to set the quotient (Q) the surface energy of the first coating (A) is selected or
changed such that it is > 30 mi/m2
5. Use according to any of the preceding claims, characterized in that to set the quotient (Q) the surface energy of the first coating (A) is selected or
changed such that it is > 40 mJ/m2.
6. Use according to any of the preceding claims, characterized in that to set the quotient (Q) the surface energy of the first coating (A) is selected or
changed such that it is > 50 mJ/m2
7. Use according to any of the preceding claims, characterized in that the coating (A) is cured by means of actinic radiation and/or the coating material
(B) is curable by means of actinic radiation.
1. Utilisation d'un procédé pour la production d'un revêtement multicouche destiné à
la production et/ou la réparation d'un revêtement de peinture (en série) d'automobiles,
dans lequel sur un premier revêtement (A) une matière de revêtement (B) suivante est
appliquée et durcie,
caractérisée en ce qu'on modifie le premier revêtement (A) et on choisit la matière de revêtement (B) de
manière que le quotient (Q) de l'énergie superficielle du deuxième revêtement (B)
et de l'énergie superficielle du premier revêtement
(A) soit inférieur ou égal à 1, le quotient (Q) étant ajusté par modification de la
surface du revêtement (A) par augmentation de l'énergie superficielle du premier revêtement
(A) par l'une ou une combinaison des méthodes technique au plasma à basse pression,
technique au plasma à la pression atmosphérique, passage à la flamme, fluoration et
silicatisation, et le premier revêtement (A) comprenant un liant durcissable par irradiation,
choisi dans le groupe consistant en des copolymères (méth)acryliques à fonction (méth)acryloyle,
des polyétheracrylates, des polyesteracrylates, des polyesters insaturés, des époxyacrylates,
des uréthanne-acrylates, des aminoacrylates, des mélamine-acrylates, des silicone-acrylates
et leurs méthacrylates correspondants.
2. Utilisation selon la revendication 1,
caractérisée en ce que le quotient (Q) est ajusté de manière à être inférieur ou égal à 0,95.
3. Utilisation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le quotient (Q) est ajusté de manière à être inférieur ou égal à 0,90.
4. Utilisation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'énergie superficielle du premier revêtement (A) est choisie ou modifiée, pour l'ajustement
du quotient (Q), de manière à être > 30 mJ/m2.
5. Utilisation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'énergie superficielle du premier revêtement (A) est choisie ou modifiée, pour l'ajustement
du quotient (Q), de manière à être > 40 mJ/m2.
6. Utilisation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que la tension superficielle du premier revêtement (A) est choisie ou modifiée, pour
l'ajustement du quotient (Q), de manière à être > 50 mJ/m2.
7. Utilisation selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le revêtement (A) est durci à l'aide d'un rayonnement actinique et/ou la matière
de revêtement (B) est durcissable à l'aide d'un rayonnement actinique.