[0001] Die Erfindung betrifft einen Gleitlack auf Polyimidbasis. Aus dem Dokument USA 5,141
656 sind Verfahren zur Beschichtung von Oberflächen, insbesondere von Maschinenteilen
mit einem harzgebundenen Schmiermittelbeschichtung bekannt. Dabei wird auf die abrasiv
gereinigte Oberfläche der Maschinenteile ein harzgebundenes Schmiermittel aufgetragen
und gehärtet, sodass es zu einer Vernetzung des Harzes kommt. Geeignete Harze sollen
Phenolharze, Epoxidharze, Polyimidharze, Polyamidimidharze, Polyester, Acrylate, Polyphenylene,
Ethylene, Propylene oder Polymethylpentene sein. Als geeignete Festschmierstoffe werden
Fluorpolymere wie Polytetrafluorethylen (PTFE) fluoriertes Ethylenpropylencopolymer,
perflorierte Alkoxyharze, Polyvinilidenfluoride, Polychlorotrifluoroethylen, Ethylenchlorotrifluoroethylencopolymer
und Polyvinylfluoride sowie Wolframdisulfide, Molybdändisulfide und Titandisulfid
angegeben.
[0002] Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, einen Gleitlack auf Polyimidbasis anzugeben,
der gegenüber aus dem Stand der Technik bekannten Gleitlacken bereits ohne einen Gehalt
an Festschmierstoffen eine reibungsvermindernde Wirkung zeigt und der gegenüber den
auf Lösemitteln basierenden Gleitlacken ökonomische und ökologische Vorteile aufweist.
[0003] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch einen Gleitlack auf Polyimidbasis gelöst,
der mindestens ein Polyimidprepolymerharz in wässriger Dispersion enthält. Überraschenderweise
hat sich gezeigt, dass selbst ein Gleitlack auf der angegebenen Basis auch ohne Zusatz
von Festschmierstoffen Schmiereigenschaften besitzt. Vorzugsweise enthält der Gleitlack
Polyimidprepolymerharze auf Basis von Bismaleimidharzen mit einem Schmelzpunkt im
Bereich von 70 bis 130°C und einer mittleren Molmasse im Bereich von 1000 - 7000 g/mol.
Besonders bevorzugt sind solche, die als Polyimidprepolymerharze Bismaleimidharze
mit einem Schmelzpunkt in einem Bereich von 90 bis 110 °C und einer mittleren Molmasse
von 3000 bis 5000 g/mol enthalten. Weiterhin bevorzugt sind Gleitlacke, die bezogen
auf die Masse des Polyimidprepolymerharzes bis zu 4 Gew.-Teilen wenigsten eines Festschmierstoffes
wie Molybdändisulfid, Graphit, Polytetrafluorethylen (PTFE) je Gew.-Teil Polyimidprepolymerharz
enthalten. Besonders bevorzugt ist ein Gleitlack, bei dem das Gewichtsverhältnis von
Polyimid-Prepolymerharz zu Festschmierstoff im Bereich von 9 zu 1 bis 1 zu 4, vorzugsweise
5 zu 1 bis 1 zu 1 liegt. Der erfindungsgemäße Gleitlack kann weiterhin Hilfsstoffe
wie Netzmittel, Verdicker, Konservierungsmittel, Haftvermittler, Entschäumer enthalten.
Der Anteil von Wasser an der erfindungsgemäßen Gleitlackdispersion beträgt 40 bis
80 Gew.-Teile. Die Verwendung des erfindungsgemäßen Gleitlackes erfolgt in der Weise,
dass er auf einen Gegenstand aufgetragen das Wasser entfernt und die entstehende Lackschicht
durch Temperatureinwirkung bei mindestens 150 °C gehärtet wird. Die Art der Auftragung
spielt keine Rolle, d.h., es können die üblichen Auftragsverfahren wie Tauchen, Streichen,
Sprühen eingesetzt werden.
[0004] Die Erfindung betrifft letztlich auch Gegenstände, die mit dem erfindungsgemäßen
Gleitlack beschichtet sind.
[0005] Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels und durch Vergleich mit kommerziell
erhältlichen Gleitlacken auf Lösungsmittelbasis näher edäutert.
Beispiel 1
[0006] Aus den nachfolgend angegebenen Gew.-Teilen wird eine Dispersion hergestellt, indem
man die einzelnen Feststoffe bzw. Flüssigkeiten in Wasser einrührt und unter starkem
Rühren dispergiert. Eine beispielhafte Gleitlackdispersion enthält 58,55 Gew.-Teile
Wasser, 1,50 Gew.-Teile Netzmittel für die Pigment- und Oberflächenbenetzung, 2,5
Gew.-Teile Verdicker, 0,10 Gew.-Teil Konservierungsmittel, 24,5 Gew.-Teile Bismaleimidharz
mit einem Schmelzpunkt 90-110°C und einer mittleren Molmasse von 3000 bis 5000 g/mol,
7,85 Gew.-Teile Molybdändisulfid, 2 Gew.-Teile Grafit, 2 Gew.-Teile Acrylharz und
1 Gew.-Teil Entschäumer. Die Eigenschaften des erfindungsgemäßen Gleitlackes sind
in der nachfolgenden Tabelle im Vergleich zu lösemittelhaltigen kommerziellen Vergleichsprodukten
dargestellt, wobei die Gleitlacke auf ein Probestück aufgetragen ein Gleitlackfilm
durch Verdunsten des Dispersions- beziehungsweise Lösungsmittels erzeugt und die Gleitlacke
durch Temperaturbehandlung oberhalb 150°C gehärtet wurden. Der erfindungsgemäße Gleitlack
zeichnet sich durch eine deutlich verringerte Gleitreibung, ein vergleichbare Beständigkeit
im Salzsprühtest und eine erhöhte Temperaturbeständigkeit des Bindemittels aus.
|
Tannert |
Gleitreibungsprüfstand |
Salzsprühtest |
Temperaturbeständigkeit Bindemittel |
WH 183/01 |
Lasttragfähigkeit:
>1000N
µ = 0,11 |
Weg: >1200 m
µ = 0,11 |
> 150 Std. |
350°C |
Klübertop TM 06-111 |
Lasttragfähigkeit:
?
µ = 0,16 |
Weg: 150 m
µ = 0,16 |
> 240 Std. |
220°C |
Unimoly CP |
Lasttragfähigkeit:
?
µ = 0,12 |
Weg: 132 m
µ = 0,16 |
< 50 Std. |
220°c |
1. Gleitlack auf Polyimidbasis, dadurch gekennzeichnet, dass er mindestens ein Polyimid-Prepolymerharz in wässriger Dispersion enthält.
2. Gleitlack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass er als Polyimid-Prepolymerharz Bismaleimidharze mit einem Schmelzpunkt im Bereich
von 70 bis 130°C und einer mittleren Molmasse im Bereich von 1000 bis 7000 g/mol enthält.
3. Gleitlack nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass er als Polyimid-Prepolymerharze Bismaleimidharze mit einem Schmelzpunkt im Bereich
von 90 bis 110°C und einer mittleren Molmasse im Bereich von 3000 bis 5000 g/mol enthält.
4. Gleitlack nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass er bezogen auf die Masse des Polyimid-Prepolymerharzes bis zu 4 Gewichtsteile wenigstens
eines Festschmierstoffes wie Molybdändisulfid, Grafit, Polytetrafluorethylen je Gewichtsteil
Polyimid-Prepolymerharz enthält.
5. Gleitlack nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis von Polyimid-Prepolymerharz zu Festschmierstoff im Bereich
von 9 : 1 bis 1 : 4 liegt.
6. Gleitlack nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis von Polyimid-Prepolymerharz zu Festschmierstoff im Bereich
von 5 : 1 bis 1 : 1 liegt.
7. Gleitlack nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass er weitere Hilfsstoffe wie Netzmittel, Verdicker, Konservierungsmittel, Haftvermittler,
Entschäumer enthält.
8. Gleitlack nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil von Wasser an der Dispersion 40 bis 80 Gewichtsteile beträgt.
9. Verwendung eines Gleitlackes nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass er auf einen Gegenstand aufgetragen, das Wasser entfernt und durch Temperatureinwirkung
bei mindestens 150°C gehärtet wird.
10. Gegenstand nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass er mit einem Gleitlack beschichtet ist.