Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Ladeneinrichtung für eine Apotheke, mit im Zugangsbereich
für Kunden angeordneten Freiwahlregalfächern, aus denen der Kunde nichtapothekenpflichtige
Artikel frei entnehmen kann, sowie mit mindestens einem Kassentisch, an welchem die
vom Kunden selbst ausgewählten und zum Kassentisch transportierten Artikel abgerechnet
werden.
Stand der Technik
[0002] Ladeneinrichtungen für Apotheken mit im Zugangsbereich für Kunden angeordneten Freiwahlregalfächern
sind Bestandteil von Arbeitsräumen einer Apotheke, der sogenannten Offizin. In Freiwahlregalfächern
befinden sich offen vorrätig gelagerte Artikel, die der Kunde auswählen und entnehmen
kann. Bei den Artikeln, die der Kunde in den Freiwahlregalfächern vorfindet, handelt
es sich ausschließlich um nichtapothekenpflichtige Artikel, deren Ausgabe nicht im
Verantwortungsbereich des Apothekers bzw. eines Apothekenbediensteten liegen muss.
Die Abrechnung und Bezahlung der aus den Freiwahlregalfächern entnommenen Artikel
erfolgt an einem Kassentisch, der auch über ein Kassenterminal verfügen kann. Der
Kassentisch befindet sich gewöhnlich räumlich getrennt von der Handverkaufstheke,
die ebenfalls Bestandteil der Ladeneinrichtung ist. Denkbar ist aber auch, dass der
Kassentisch Teil der Handverkaufstheke ist.
[0003] Bei der Präsentation der Artikel in Freiwahlregalfächern wird in Apotheken von dem
sogenannten Indikationskonzept Gebrauch gemacht. Im Rahmen des Indikationskonzeptes
findet die Präsentation der Artikel unter dem Gesichtspunkt der Indikation statt.
Demnach werden die bei der bestimmten Krankheit oder für das Wohlbefinden des Kunden
angezeigten Heilmittel, Chemikalien, Kosmetika oder Prophylaktika in den Freiwahlregalfächern
so angeordnet, dass sie gemeinsam dem Kunden präsentiert werden. Gemäß dem Indikationskonzept
werden beispielsweise in den Freiwahlregalfächern für das Indikationsgebiet "Haut"
sämtliche nichtapothekenpflichtige Artikel gemeinsam platziert, die sich für die Behandlung
der Haut eignen.
[0004] Der Vorteil des Indikationskonzepts liegt darin, dass dem Kunden von vornherein die
Möglichkeit gegeben wird, Informationen über die für ihn in Frage kommenden nichtapothekenpflichtigen
Artikel einzuholen, ohne zuvor in einen Dialog mit dem Apotheker bzw. mit dem Apothekenbediensteten
zu treten. Auf diese Weise wird die Kaufentscheidung des Kunden forciert. Darüber
hinaus kann bei fester Kaufabsicht des Kunden von einem für den Apotheker zeit- und
kostenintensiven Dialog bezüglich der für den Kunden in Frage kommenden nichtapothekenpflichtigen
Artikel abgesehen werden.
[0005] Die übliche Apothekenladeneinrichtung hat den Nachteil, dass sie lediglich im Zugangsbereich
die Freiwahl erlaubt, d.h. nur nichtapothekenpflichtige Artikel in den Freiwahlregalfächern
aufweist, wohingegen sie apothekenpflichtige Artikel in den Freiwahlregalfächern nicht
erfasst. Um den gesetzlichen Bestimmungen für den Arzneimittelverkauf Genüge zu leisten,
ist es nämlich erforderlich, dass die Ausgabe der apothekenpflichtigen Artikel ausreichend
überwacht erfolgt. Dies bedeutet, dass der erste Zugriff auf den apothekenpflichtigen
Artikel und die Aushändigung desselben an den Kunden dem Apotheker oder dem Fachpersonal
vorbehalten bleiben muss. In der pharmazeutischen Terminologie wird diese Form der
Ausgabe von apothekenpflichtigen Artikeln auch als pharmazeutische Ausgabe bezeichnet.
[0006] Die apothekenpflichtigen Artikel sind dabei in Regalfächern angeordnet, die sich
in den für die Kunden unzugänglichen Bereichen, z.B. hinter den Handverkaufstheken
befinden. Die räumliche Trennung der in Apotheken feilgebotenen Artikel in apothekenpflichtige
und nichtapothekenpflichtige Produkte macht es unmöglich, nichtapothekenpflichtige
und apothekenpflichtige Artikel gemeinsam unter dem Gesichtspunkt der Indikation zu
platzieren. Dies führt dazu, dass der vorerwähnte Vorteil der forcierten Kaufentscheidung
bei apothekenpflichtigen Artikeln ausbleibt, da der Kunde zunächst in einen Dialog
mit dem Apotheker bzw. mit dem Apothekenbediensteten treten muss, um den apothekenpflichtigen
Artikel zu erhalten. Der Umstand, dass apothekenpflichtige und nichtapothekenpflichtige
Artikel nicht gemeinsam unter dem Gesichtspunkt der Indikation angeordnet werden können,
führt auch dazu, dass selbst bei fester Kaufabsicht des Kunden ein für den Apotheker
zeit- und kostenintensiver Dialog bezüglich der für den Kunden in Frage kommenden
nichtapothekenpflichtigen Artikel stattfindet.
Darstellung der Erfindung, Aufgabe, Lösung, Vorteile
[0007] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, eine Ladeneinrichtung für eine Apotheke zur
Verfügung zu stellen, die es möglich macht, apothekenpflichtige und nichtapothekenpflichtige
Artikel gemeinsam unter dem Gesichtspunkt der Indikation im Zugangsbereich des Kunden
zu präsentieren, wobei zugleich die pharmazeutische Ausgabe gewährleistet ist.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ausgehend von einer Ladeneinrichtung
der eingangs genannten Art vor, im Zugangsbereich für Kunden geschlossene Sichtwahlregalfächer
anzuordnen, in welchen apothekenpflichtige Artikel für den Kunden sichtbar, aber gegen
Zugriff geschützt ausgestellt sind, wobei den Sichtwahlregalfächern Ausgabebehälter
für Informationsträger zugeordnet sind, wobei die Informationsträger von dem Kunden
aus dem Ausgabebehälter entnommen und am Kassentisch gegen die in den Sichtwahlregalfächern
angebotenen Artikel eingetauscht werden.
[0009] Die Ladeneinrichtung gemäß der Erfindung hat den Vorteil, dass sie es möglich macht,
die apothekenpflichtigen Artikel in den Zugangsbereich des Kunden zu integrieren,
wobei die apothekenpflichtigen Artikel und die nichtapothekenpflichtigen Artikel gemeinsam
unter dem Gesichtspunkt der Indikation angeordnet werden können. Dadurch, dass die
in den Sichtwahlregalfächern abgelegten Artikel gegen Zugriff geschützt ausgestellt
werden und lediglich die Informationsträger am Kassentisch gegen die in den Sichtwahlregalfächern
angebotenen Artikel eingetauscht werden können, ist auch die sogenannte pharmazeutische
Ausgabe gewährleistet. Um den gesetzlichen Bestimmungen Genüge zu leisten, ist es
nämlich erforderlich, dass die Ausgabe der apothekenpflichtigen Produkte ausreichend
überwacht erfolgt. Dies bedeutet, dass der erste Zugriff auf das apothekenpflichtige
Produkt und die Aushändigung desselben an den Kunden dem Apotheker oder Apothekenbediensteten
vorbehalten bleiben muss. In der pharmazeutischen Terminologie wird eben diese Form
der Ausgaben von apothekenpflichtigen Produkte auch als pharmazeutische Ausgabe bezeichnet.
[0010] Als Informationsträger kommen beispielsweise Darstellungen oder Attrappen der Artikel
in Frage. Vorteilhafterweise sind die Informationsträger jedoch als Karten ausgebildet,
die frei lesbare Informationen über den im zugehörigen Sichtwahlregalfach ausgestellten
Artikel enthalten. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass leicht handhabbare Informationsträger
vorliegen, die in lesbarer Form die erforderlichen Informationen für den Kunden und
für den Apotheker bzw. für den Apothekenbediensteten über den im zugehörigen Sichtwahlregalfach
ausgestellten Artikel enthalten. Diese Informationen können weitergegeben werden,
ohne dass der Kunde und der Apotheker bzw. der Apothekenbedienstete in Dialog miteinander
treten.
[0011] Häufig erreichen die für den Kunden erforderlichen Informationen einen Umfang, der
es nicht mehr erlaubt, die Informationen für den Kunden lesbar auf dem Informationsträger
zu präsentieren. Daher sieht Anspruch 3 vor, dass die Informationsträger über den
im zugehörigen Sichtwahlregalfach ausgestellten Artikel gespeicherte Informationen
enthalten, die von einem dem Kunden bedienbaren Lesegerät gelesen werden, wobei das
Lesegerät mit einer Anzeigevorrichtung verbunden ist, die die gespeicherten Informationen
für den Kunden optisch darstellt.
[0012] Vorteilhafterweise sind die Informationsträger mit einem gespeicherte Code versehen,
der von einem von dem Kunden bedienbaren Lesegerät gelesen wird und gespeicherten
Informationen außerhalb der Informationsträger zugeordnet ist, wobei das Lesegerät
mit einer Anzeigevorrichtung verbunden ist, die die außerhalb der Informationsträger
gespeicherten Informationen für den Kunden optisch darstellt. Dies trägt der Tatsache
Rechnung, dass bestimmte Informationen unter Umständen mangels Speicherplatz auf den
Informationsträgern nicht gespeichert werden können. Denkbar ist, dass beispielsweise
eine erforderliche Bildinformation über den in den Sichtwahlregalfächern angebotenen
Artikel außerhalb der Informationsträger auf einer Festplatte gespeichert ist.
[0013] Es ist von Vorteil, wenn die Informationsträger als Chipkarten ausgebildet sind.
Dadurch ist gewährleistet, dass die Informationen auf den Informationsträgern und
der Code auf den Informationsträger elektronisch gespeichert werden können.
[0014] Denkbar sind auch optisch gespeicherte Codes. Es ist daher von Vorteil, wenn die
Informationsträger als Barcodekarten ausgebildet sind.
[0015] Häufig benötigt der Kunde vorab Kurzinformationen über den im zugehörigen Sichtwahlregalfach
ausgestellten Artikel. Diese Kurzinformationen können Verfallsdatum und Preis sein.
Zweckmäßigerweise sind die Informationsträger daher zusätzlich mit frei lesbaren Informationen
über den im zugehörigen Sichtwahlregalfach ausgestellten Artikel versehen.
[0016] Zweckmäßigerweise weist die Ladeneinrichtung jeweils gesonderte Regale mit Sichtwahlregalfächern
einerseits oder Freiwahlregalfächern andererseits auf. Hierdurch können jeweils Freiwahlregale
und Sichtwahlregalen nebeneinander angeordnet werden.
[0017] Da meistens aber eine enge Vermischung von apothekenpflichtigen und nichtapothekenpflichtigen
Artikeln unter dem Gesichtspunkt der Indikation zweckmäßig ist, ist es von Vorteil,
wenn Regale sowohl Freiwahlregalfächer als auch Sichtwahlregalfächer enthalten.
[0018] Um das Regalsystem variabel zu gestalten und dem jeweiligen Bedarf optimal anpassen
zu können, ist ein modular aufgebautes Regalsystem sinnvoll, welches aus einer Mehrzahl
von Regalmodulen zusammengesetzt ist und Regalmodule mit Freiwahlregalfächern und
Regalmodule mit Sichtwahlregalfächern enthält.
[0019] Zweckmäßig sind die Sichtregalfächer durch abschließbare Sichtscheiben gegen den
Zugriff durch den Kunden geschützt.
[0020] Weiterhin ist dem Kassentisch ein Transportsystem zugeordnet, welches auf Anforderung
den in den Sichtwahlregalfächern ausgestellten Artikeln entsprechende Artikel aus
einem Lager zum Kassentisch transportiert. Ein solches Transportsystem macht es möglich,
den Personalaufwand für den Transport der apothekenpflichtigen Artikel zum Kassentisch
zu reduzieren.
[0021] Schließlich ist es von Vorteil, wenn das Transportsystem Bestandteil eines halbautomatisch
oder automatisch arbeitenden Apotheken-Kommissioniersystems ist. Dies trägt der Tatsache
Rechnung, dass Apotheken mit einer Vielzahl von Apothekenartikeln häufig über automatische
Kommissionierungsanlagen verfügen, die dazu dienen, die Apothekenartikel sortiert
zu lagern und möglichst schnell in der jeweils gewünschten Sortierung und Stückelung
aus dem Lager zu entnehmen und zusammenzustellen. Die kommissionierten Artikel können
dabei mittels des Transportsystems zum Kassentisch befördert werden.
[0022] Zweckmäßigerweise ist dem Kassentisch ein Lesegerät zum Lesen der auf dem Informationsträger
enthaltenen Informationen zugeordnet. Ein solches Lesegerät erleichtert die Kommunikation
zwischen Kassentisch und Lager und macht diese weitestgehend fehlerfrei.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0023] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- einen Grundriss einer herkömmlichen Apothekenladeneinrichtung; und
- Fig. 2
- einen Grundriss einer erfindungsgemäßen Apothekenladeneinrichtung.
Bester Weg zur Ausführung der Erfindung
[0024] Die Fig. 1 zeigt einen Grundriss einer nach dem Stand der Technik üblichen Apothekenladeneinrichtung
1. In der Apothekenladeneinrichtung 1 befinden sich ein Zugangsbereich 2, der mit
mehreren Freiwahlregalfächern 3 ausgestattet ist. Der Zugangsbereich 2 ist der Bereich,
in dem sich der Kunde jederzeit frei bewegen kann. In den Freiwahlregalfächern 3 befinden
sich Verkaufsartikel, die nichtapothekenpflichtig sind. Die nichtapothekenpflichtigen
Artikel in den Freiwahlregalfächern 3 sind dabei unter dem Gesichtspunkt der Indikation
angeordnet. So können beispielsweise sämtliche nichtapothekenpflichtige Artikel, die
sich als kosmetische oder medizinische Mittel für die Haut eignen, geschlossen in
einem der Freiwahlregalfächer 3 präsentiert und feilgeboten werden. Die Bedienung
in Freiwahl und Zugangsbereich 2 hat zur Folge, dass sich der Kunde nach Auswahl und
Entnahme des nichtapothekenpflichtigen Artikels zum Kassentisch 4 begeben muss. An
dem Kassentisch 4 erfolgt schließlich die Abrechnung und Bezahlung der nichtapothekenpflichtigen
Artikel aus den Freiwahlregalfächern 3.
[0025] Der Kassentisch 4 ist häufig Bestandteil einer Handverkaufstheke 5. Auch die Handverkaufstheke
5 enthält für den Kunden zugängliche Freiwahlfächer 3. Weiterhin enthält die Handverkaufstheke
5 für den Kunden unzugängliche Regalfächer 6. Weitere für den Kunden unzugängliche
Regalfächer 6 sind hinter der Handverkaufstheke 5 angeordnet. In diesen nur dem Apotheker
bzw. Apothekenpersonal zugänglichen Regalfächern 6 sind gewöhnlich apothekenpflichtige
Artikel platziert, die besonders häufig verlangt werden, d.h. sogenannte OTC-Artikel
(Over the Counter-Artikel). Durch diese auch für den Kunden sichtbare Platzierung
werden diese Produkte häufiger verlangt, als andere gleichwertige, preiswertere oder
sogar bessere Produkte.
[0026] Möchte der Kunde zusätzlich zu den an den Freiwahlfächern ausgesuchten Artikeln apothekenpflichtige
Artikel kaufen, so ist er darauf angewiesen, in einen Dialog mit dem Apotheker bzw.
mit dem Apothekenbediensteten an der Handverkaufstheke 5 zu treten. Die Ausgabe des
apothekenpflichtigen Artikels erfolgt derart, dass der Apotheker bzw. der Apothekenbedienstete
den apothekenpflichtigen Artikel einem Regalfach 6 entnimmt, dem Kunden an der Handverkaufstheke
5 vorlegt und aushändigt. Mittels des letztgenannten Vorgangs ist die pharmazeutische
Ausgabe vollzogen.
[0027] Die meisten apothekenpflichtigen Artikel befinden sich - ebenso wie die verschreibungspflichtigen
Medikamente - im hinteren Bereich der Apothekenladeneinrichtung 1, der für den Kunden
weder zugänglich noch einsehbar ist. Von dort können die Artikel über Kommissionierplätze
7 und 8 oder einer Rezeptur 9 angefordert, zur Handverkaufstheke 5 gebracht und dort
pharmazeutisch ausgegeben werden.
[0028] Fig. 2 zeigt eine Apothekenladeneinrichtung 11 gemäß der Erfindung mit einem im Vergleich
zum Stand der Technik wesentlich größeren Zugangsbereich 12 für den Kunden, in welchem
sowohl Freiwahlregalfächer 13 als auch Sichtwahlregalfächern 14 angeordnet sind. Die
Freiwahlregalfächer 13 sind offen, so dass der Kunde aus diesen Freiwahlregalfächern
die nichtapothekenpflichtigen Produkte direkt entnehmen kann. Die Sichtwahlregalfächer
14 sind demgegenüber durch Sichtscheiben abgeschlossen, so dass der Kunde aus diesen
geschlossenen Sichtwahlregalfächern 14 die darin ausgestellten apothekenpflichtigen
Artikel nicht entnehmen kann. Stattdessen sind die geschlossenen Sichtwahlregalfächer
mit Ausgabebehältern 15 versehen, in denen für den Kunden Informationsträger, z.B.
in Form von bedruckten Karten 16 bereitgehalten werden, die in lesbarer und/oder kodierter
Form Informationen über die in den geschlossenen Sichtwahlregalfächern 14 ausgestellten
apothekenpflichtigen Artikel enthalten. Diese Informationsträger 16 kann der Kunde
den Ausgabebehältern 15 entnehmen, um sie beim Apotheker oder beim Apothekenpersonal
an einem Kassentisch 17 gegen die apothekenpflichtigen Artikel einzutauschen.
[0029] Die im Informationsträger 16 gespeicherten Informationen können von einem von dem
Kunden bedienbaren Lesegerät 22 gelesen werden, wobei das Lesegerät 22 mit einer Anzeigevorrichtung
23 verbunden ist, die die gespeicherten Informationen für den Kunden optisch darstellt.
Dabei kann der Informationsträger 16 mit einem gespeicherten Code versehen sein, der
von einem von dem Kunden bedienbaren Lesegerät 22 gelesen wird und gespeicherte Informationen
über den im zugehörigen Sichtwahlregalfach 14 ausgestellten Artikel außerhalb der
Informationsträger 16 zugeordnet ist, wobei das Lesegerät 22 mit einer Anzeigevorrichtung
23 verbunden ist, die die außerhalb des Informationsträgers 16 gespeicherten Informationen
für den Kunden optisch darstellt. Als Informationsträger 16 können dann auch Chipkarten
oder Barcodekarten dienen.
[0030] Wie aus Figur 2 ersichtlich ist, gehören zu der dargestellten Apothekenladeneinrichtung
11 insgesamt drei Kassentische 17a, 17b und 17c. Der Kassentisch 17a ist mit einem
Transportsystem 18, z.B. einer Rutsche oder einer Rohrpostanlage verbunden, welche
auf Anforderung den nachgesuchten apothekenpflichtigen Artikel zum Kassentisch 17a
transportiert. Dem Kassentisch 17b ist demgegenüber ein speziell für Schnelldreher
konzipierter Versorgungsautomat 19 zugeordnet, der die angeforderten apothekenpflichtigen
Artikel dem Kassentisch 17b zuführt. Der Kassentisch 17c ist schließlich mit einem
vollautomatisch arbeitenden Kommissioniersystem 20 verbunden, welches den Kassentisch
17c mit den angeforderten apothekenpflichtigen Artikeln versorgt.
[0031] Die Kassentische 17a, 17b und 17c sind jeweils mit Lesegeräten 21 a, 21 b und 21
c ausgerüstet, die die auf den von den Kunden abgegebenen Informationsträgern 16 enthaltenen
Informationen lesen können. Anhand dieser Informationen werden sodann die apothekenpflichtigen
Artikel bestellt und herantransportiert.
[0032] Die zu der Apothekenladeneinrichtung 11 gehörenden Regale können Einzelregale sein,
die entweder nur offene Freiwahlregalfächer 13 oder geschlossene Sichtwahlregalfächer
14 enthalten. Es können aber auch gemischte Regale sein, die sowohl offene Freiwahlregalfächer
13 als auch geschlossene Sichtwahlregalfächer 14 enthalten. Schließlich kann das Regalsystem
auch modular aufgebaut sein, um beim Einrichten oder Umbau der Apotheke die offenen
Freiwahlregalfächer 13 und die geschlossenen Sichtwahlregalfächer 14 beliebig mischen
zu können.
[0033] Die Bestückung der Regale erfolgt indikationsbezogen. So können beispielsweise in
einem Regal oder zumindest nahe beieinander Artikel für die Fußpflege präsentiert
werden, und zwar die apothekenpflichtigen Arzneien zur Erhaltung der Fußgesundheit
in geschlossenen Sichtwahlregalfächern 14 und die nichtapothekenpflichtigen Fußpflegemittel
in daneben angeordneten Freiwahlregalfächern 13.
[0034] Auf diese Weise können in der Apotheke je nach Bedarf Indikationsinseln geschaffen
werden, die die für das jeweilige Indikationsgebiet erforderlichen Produkte bereithalten,
ohne dass die pharmazeutische Ausgabe gestört wird. Diese wird nämlich dadurch sichergestellt,
dass der Kunde die apothekenpflichtigen Produkte nur aus der Hand des Apothekers bzw.
von dessen qualifizierten Fachpersonal ausgehändigt erhält.
[0035] Durch die neue Apothekenladeneinrichtung wird der Apotheker insbesondere von unqualifizierter
Verkaufstätigkeit entlastet und kann sich mehr der wesentlich wichtigeren Beratung
zuwenden, indem er beispielsweise die Kunden in den jeweiligen Indikationsbereichen
vor den Sichtregalen über geeignete Therapien und dafür geeignete Arzneimittel berät.
1. Ladeneinrichtung für eine Apotheke, mit im Zugangsbereich (12) für Kunden angeordneten
Freiwahlregalfächer (13), aus denen der Kunde nichtapothekenpflichtige Artikel frei
entnehmen kann, sowie mit mindestens einem Kassentisch (17), an welchem die vom Kunden
selbst ausgewählten und zum Kassentisch (17) transportierten Artikel abgerechnet werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Zugangsbereich (12) für Kunden geschlossene Sichtwahlregalfächer (14) angeordnet
sind, in welchen apothekenpflichtige Artikel für den Kunden sichtbar, aber gegen Zugriff
geschützt ausgestellt sind, wobei den Sichtwahlregalfächern (14) Ausgabebehälter (15)
für Informationsträger (16) zugeordnet sind, die von dem Kunden aus dem Ausgabebehälter
(15) entnommen werden und am Kassentisch (17) gegen die in den Sichtwahlregalfächern
(14) angebotenen Artikel eingetauscht werden.
2. Ladeneinrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Informationsträger (16) als Karten ausgebildet sind, die frei lesbare Informationen
über den im zugehörigen Sichtwahlregalfach (14) ausgestellten Artikel enthalten.
3. Ladeneinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Informationsträger (16) über den im zugehörigen Sichtwahlregalfach (14) ausgestellten
Artikel gespeicherte Informationen enthalten, die von einem von dem Kunden bedienbaren
Lesegerät (22) gelesen werden, wobei das Lesegerät (22) mit einer Anzeigeeinrichtung
(23) verbunden ist, die die gespeicherten Informationen für den Kunden optisch darstellt.
4. Ladeneinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Informationsträger (16) mit einem gespeicherten Code versehen sind, der von einem
von den Kunden bedienbaren Lesegerät (22) gelesen wird und gespeicherten Informationen
über den im zugehörigen Sichtwahlregalfach (24) ausgestellten Artikel außerhalb der
Informationsträger (16) zugeordnet ist, wobei das Lesegerät (22) mit einer Anzeigevorrichtung
(23) verbunden ist, die die außerhalb der Informationsträger (16) gespeicherten Informationen
für den Kunden optisch darstellt.
5. Ladeneinrichtung nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Informationsträger (16) als Chipkarten ausgebildet sind.
6. Ladeneinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Informationsträger (16) als Barcodekarten ausgebildet sind.
7. Ladeneinrichtung nach Anspruch 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Informationsträger (16) zusätzlich mit frei lesbaren Informationen über den im
zugehörigen Sichtwahlregalfach (14) ausgestellten Artikel versehen sind.
8. Ladeneinrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch jeweils gesonderte Regale mit Sichtwahlregalfächern (14) einerseits oder Freiwahlregalfächern
(13) andererseits.
9. Ladeneinrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Regale, die sowohl Freiwahlregalfächer (13) als auch Sichtwahlregalfächer (14) enthalten.
10. Ladeneinrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein modular aufgebautes Regalsystemen, welches aus einer Mehrzahl von Regalmodulen
zusammengesetzt ist und Regalmodule mit Freiwahlregalfächern (13) und Regalmodule
mit Sichtwahlregalfächern (14) enthält.
11. Ladeneinreichung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Sichtwahlregalfächer (14) durch abschließbare Sichtscheiben gegen den Zugriff
durch den Kunden geschützt sind.
12. Ladeneinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass dem Kassentisch (17) ein Transportsystem (18) zugeordnet ist, welches auf Anforderung
den in den Sichtwahlregalfächern (14) ausgestellten Artikeln entsprechende Artikel
aus einem Lager zum Kassentisch (16) transportiert.
13. Ladeneinrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Transportsystem (18) Bestandteil eines halbautomatisch oder automatisch arbeitenden
Apotheken-Kommissioniersystems (19, 20) ist.
14. Ladeneinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass dem Kassentisch (17) ein Lesegerät (22) zum Lesen der auf dem Informationsträger
(16) enthaltenen Informationen zugeordnet ist.