[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer kombinierten
Piezo-/Leuchtfolie für den Einsatz als Betätigungselement insbesondere in Fahrzeugen
und ein entsprechendes Betätigungselement.
[0002] Unter einer kombinierten Piezo-/Leuchtfolie ist ein Element zu verstehen, in dem
die Eigenschaften einer herkömmlichen Piezofolie bzw. eines Piezoschalterelements
mit denen einer herkömmlichen Elektrolumineszenzfolie bzw. Leuchtfolie kombiniert
sind. Unter Betätigungselementen sind insbesondere Funktionsträger bzw. Schaltelemente
zu verstehen, die Schaltvorgänge auslösen oder der Befehlseingabe dienen und die im
Stand der Technik bisher über mechanisch-elektrische Schaltknöpfe betätigt wurden.
Hintergrund der Erfindung
[0003] In Kraftfahrzeugen können eine Vielzahl von Stellfunktionen oder Ein- und Ausschaltbefehlen
für verschiedenartige Bauelemente über Betätigungselemente angewählt, aktiviert oder
deaktiviert werden. So ist es beispielsweise üblich, die Fenster, das Schiebedach,
die Außenspiegel oder dergleichen mittels elektrisch betätigter Stellmotoren zu stellen,
zu heben, zu senken oder zu öffnen und zu schließen. Darüber hinaus sind in Kraftfahrzeugen
eine Vielzahl von Funktionstasten vorgesehen, über die elektrische Verbraucher, beispielsweise
Heizungen, Lüftungen, Lichtelemente, Radio, Bordcomputer, Navigationssystem und dergleichen
bedienbar sind.
[0004] Die Betätigungselemente für derartige Funktionsträger in Kraftfahrzeugen sind üblicherweise
in der Mittelkonsole, in der Instrumententafel und/oder im oder am Lenkrad angebracht.
[0005] Die Ausgestaltung der verschiedenen Betätigungselemente erfolgt dabei nicht allein
unter dem Gesichtspunkt einer vorteilhaften Funktionsweise, sondern muss darüber hinaus
auch eine vorteilhafte Optik und Haptik aufweisen. Hierzu ist es insbesondere im Bereich
der Instrumententafel und des Lenkrads üblich, dass die Betätigungselemente innerhalb
einer Dekorschicht angeordnet sind. Die Betätigungselemente aktivieren dabei herkömmlicher
Weise durch Schließen eines elektrischen Kontakts ein Steuerungsgerät, das die Bewegung
der einzelnen Stellmotoren für die Funktionsträger regelt.
[0006] Die Betätigungselemente sind meist in Form von Druckknöpfen innerhalb der Dekorschicht
angeordnet, so dass sie aus der Oberfläche fühlbar erhaben hervorstehen. Diese fühlbare
Anordnung der Betätigungselemente führt jedoch dazu, dass die Dekorschicht im Bereich
der Betätigungselemente unterbrochen ausgestaltet sein muss. Hierdurch werden jedoch
insbesondere im Bereich der Übergänge von der Dekorschicht zu den einzelnen Betätigungselemente
Fugen erzeugt, in denen sich im Laufe der Zeit Verunreinigungen ansammeln, welche
sowohl die Funktionsweise des Betätigungselements, als auch die Optik der gesamten
Dekorschicht beeinträchtigen können.
[0007] Die oben genannten Probleme können nach Kenntnissen der Anmelderin durch den Einsatz
piezoelektrischer Betätigungselemente anstelle der herkömmlichen Betätigungselemente
behoben werden. In diesem Fall kann die Dekorschicht im Wesentlichen geschlossen ausgestaltet
werden, wobei unterhalb des auf der Dekorschicht optisch dargestellten Betätigungselementes
ein piezoelektrisches Element angeordnet ist. Dieses piezoelektrische Element ist
vorteilhafter Weise eine piezoelektrische Folie.
[0008] Piezoschalter für beispielsweise Cerankochfelder, Kaffeemaschinen oder sog. "vandalensichere"
Tastaturen sind beispielsweise aus der
DE 96 304 443 T2 bekannt. In dieser Druckschrift ist ferner das Herstellungsverfahren einer piezoelektrischen
Folie bzw. Piezofolie offenbart, so dass die Herstellung einer Piezofolie an sich
als dem Fachmann bekannt angesehen werden kann. Folglich wird eine genaue Beschreibung
der Herstellung einer Piezofolie im Folgenden weggelassen. Es sei jedoch anzumerken,
dass bei der Herstellung einer Piezofolie in der Regel mittels eines Siebdruckverfahrens
ein piezoelektrischer Lack sowie isolierende Schichten auf ein Trägermaterial aufgebracht
werden.
[0009] Nun müssen Schalter bzw. Betätigungselemente jeglicher Art im Fahrzeug beleuchtet
sein, so dass diese auch in der Dunkelheit mühelos auffindbar sind. Dabei wird zwischen
der Such- und der Funktionsbeleuchtung unterschieden.
[0010] Die Funktionsbeleuchtung dient zur Anzeigen einer Aktivität und muss auch am Tage
erkennbar sein. Dies wird meist über LEDs oder Glühbirnen erreicht. Die Suchbeleuchtung
dient dazu, die Position einzelner Schalter in der Nacht zu bestimmen. Dies kann in
einem Kraftfahrzeug auf verschiedene Art und Weise geschehen z. B. durch eine indirekte
Beleuchtung der gesamten Schaltfläche, eine Hinterleuchtung eines einzelnen Schalters
(durch Glühbirnen) oder der gesamten Schaltfläche (z. B. durch eine Leuchtfolie) oder
auch durch daneben liegende schwachleuchtende Leuchtdioden. Der Einsatz von Glühbirnen
scheidet für die Piezotechnologie jedoch aus. Ferner haben Nachforschungen der Anmelderin
als vorteilhaft herausgestellt, in Verbindung mit Piezoschaltern bzw. Piezobetätigungselementen
eine Leuchtfolie zu verwenden. Die Herstellung einer Leuchtfolie ist dem Fachmann
im Allgemeinen bekannt, wobei in der Regel ein Leuchtmaterial mittels Siebdruck zusammen
mit Elektroden auf einem Trägermaterial aufgebracht wird.
[0011] Aufgrund der obigen Ausführungen kam die Anmelderin zu dem Schluss, dass eine Kombination
aus Piezofolie und Leuchtfolie vorteilhaft ist, um ein Betätigungselement für ein
Fahrzeug herzustellen, das gleichzeitig die Probleme des Standes der Technik löst
und ferner problemlos mit einer Suchbeleuchtung versehen werden kann.
[0012] Bisher wird diese kombinierte Piezo-/Leuchtfolie derart hergestellt, dass Piezofolien
und Leuchtfolien unabhängig voneinander hergestellt werden. Zum Beispiel wird eine
Piezofolie gemäß der Offenbarung der
DE 69 304 43 T2 oder
US-A-4516112 hergestellt und eine Leuchtfolie, wie sie beispielsweise in der
DE 102 55 199 A1 beschrieben ist. Die beiden unabhängig voneinander hergestellten Piezofolien und
Leuchtfolien werden als Einzelelemente miteinander, vorzugsweise durch Verkleben,
verbunden, um so ein Laminat zu erzeugen.
Darstellung der Erfindung
[0013] Das der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende technische Problem liegt nun darin,
ein Verfahren zum Herstellen einer kombinierten Piezo-/Leuchtfolie für den Einsatz
als Betätigungselement bereitzustellen, das im Vergleich zu dem oben erwähnten Verfahren
wesentlich verbessert und vereinfacht ist, so dass ein entsprechendes Betätigungselement
mit einer derartigen Piezo-/Leuchtfolie zu günstigeren Herstellungskosten, mit verbesserten
Funktionseigenschaften und einem geringeren Gewicht hergestellt werden kann.
[0014] Dieses technische Problem der vorliegenden Erfindung wird durch das Verfahren mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 1, sowie ein Betätigungselement mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 8 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der
vorliegenden Erfindung sind in den jeweils abhängigen Patentansprüchen aufgeführt.
[0015] So liegt der vorliegenden Erfindung der Gedanke zugrunde, die beiden Herstellungsprozesse
der unabhängig voneinander hergestellten Piezofolien und Leuchtfolien durch einen
kombinierten Herstellungsprozess zu ersetzen. Durch einen derart kombinierten Herstellungsprozess
können geringere Herstellungskosten erreicht werden und ferner entsteht eine kombinierte
Piezo-/Leuchtfolie, die hinsichtlich ihres Gewichts und ihrer Funktionseigenschaften
verbessert ist.
[0016] So schlägt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Herstellen einer kombinierten
Piezo-/Leuchtfolie für den Einsatz als Betätigungselement insbesondere in Fahrzeugen
vor. Das Verfahren umfasst erfindungsgemäß zunächst das Bereitstellen eines folienartigen
Trägermaterials. So kann das Trägermaterial beispielsweise eine selbsttragende Folie
einer organischen Polymer-Zusammensetzung sein, die im Wesentlichen aus einem elektrisch
isolierenden thermoplastischen oder duroplastischen Polymer besteht. Repräsentative
Beispiele sind unter anderem Folien aus technisch erhältlichen Polyestern, Polykarbonaten,
Polypropylenen, Polyamiden, Polyacetalen usw. mit üblichen Stärken im Bereich von
etwa 50 bis 2000
µm. Auf dieses Trägermaterial wird zumindest in einem ersten Teilbereich ein piezoelektrischer
Lack aufgebracht. Piezoelektrische Lacke zum Aufbringen auf einen Träger sind dem
Fachmann bekannt, so dass es diesbezüglich keiner weiteren Ausführungen bedarf. Nach
dem Aushärten bildet der piezoelektrische Lack in dem ersten Teilbereich eine piezoelektrische
Schaltfläche bzw. einen Piezoschalter. Gleichzeitig oder separat mit dem Aufbringen
des piezoelektrischen Lacks können auch die Kontaktverbindungen zu dem Piezoschalter
auf dem Trägermaterial aufgebracht werden.
[0017] Ferner wird in einem weiteren erfindungsgemäßen Schritt ein Leuchtlack bzw. eine
Leuchtfunktionsschicht oder Elektrolumineszenzschicht auf das Trägermaterial aufgebracht,
wobei dies zumindest in einem zweiten Teilbereich erfolgt. Auch die Eigenschaften
des Leuchtlacks sind aus der Herstellung von separaten Leuchtfolien bekannt, so dass
es auch diesbezüglich keiner weiter führenden Erläuterungen bedarf. Der Leuchtlack
bildet nach dem Aushärten eine Leuchtschicht, die die Schaltfläche in dem zweiten
Teilbereich beleuchtet, wenn sie über Elektroden angeregt wird. Die Elektroden können
gleichzeitig oder separat auf das Trägermaterial aufgebracht werden und können beispielsweise
durch Sputtern vorgesehen werden. Nachdem der piezoelektrische Lack, sowie der Leuchtlack
auf dem Trägermaterial aufgebracht wurden, wird zum Schutz eine Deckschicht über zumindest
dem ersten und zweiten Teilbereich vorgesehen, um den piezoelektrischen Lack und den
Leuchtlack abzudecken. Die Deckschicht wird dann entweder direkt oder über andere
Materialien mit dem Trägermaterial verbunden. Durch dieses erfindungsgemäße Verfahren
können die Herstellungsprozesse der bekannten unabhängigen Elemente Piezofolie und
Leuchtfolie in einem Vorgang kombiniert werden, um eine kombinierte Piezo-/Leuchtfolie
herzustellen. Dieses Verfahren ist im Vergleich zum herkömmlich verwendeten Verfahren,
das zuvor beschrieben wurde und bei dem die separaten Piezofolie und Leuchtfolie miteinander
laminiert wurden, wesentlich vereinfacht. Ferner wird durch das erfindungsgemäße Verfahren
eine kombinierte Piezo-/Leuchtfolie erzeugt, die verbesserte Funktionseigenschaften
und ein geringeres Gewicht bei geringeren Herstellungskosten aufweist.
[0018] Vorteilhafter Weise werden der piezoelektrische Lack und/oder der Leuchtlack mittels
eines Siebdruckverfahrens auf dem Trägermaterial aufgebracht. Das Siebdruckverfahren
stellt ein einfaches und kostengünstiges Verfahren bereit. Ferner kann durch die entsprechende
Auswahl der Siebdruckschablone jede beliebige Ausgestaltung und Ausbildung der Schaltfläche
und des Beleuchtungsbereichs erreicht werden. Ferner kann der Herstellungsprozess
in einer einzigen Maschine erfolgen. So können z. B. der piezoelektrische Lack und
der Leuchtlack gleichzeitig oder separat aufgebracht werden.
[0019] Je nach gewünschter optischer Dekorfläche können der erste und zweite Teilbereich
nebeneinander angeordnet sein oder sich aber vorteilhafter Weise zumindest teilweise
überlappen. Überlappen sich der erste und der zweite Teilbereich, so wird der Leuchtlack
nach dem Aufbringen des piezoelektrischen Lacks aufgebracht, so dass die Leuchtschicht
auf einer der Dekorseite zugewandten Seite der kombinierten Piezoleuchtfolie angeordnet
ist. Dies ist notwendig, damit das piezoelektrische Element die Leuchtfolie nicht
überdeckt und somit eine Sichtbarkeit der Beleuchtung von einer Dekorseite her verhindert.
[0020] Werden der Leuchtlack und der piezoelektrische Lack separat aufgebracht, ist es bevorzugt,
zwischen dem Aufbringen des piezoelektrischen Lacks und des Leuchtlacks eine elektrisch
isolierende Schicht aufzubringen. Dieser Vorgang kann ebenfalls in einem Druckverfahren
durchgeführt werden.
[0021] Alternativ werden der piezoelektrische Lack und der Leuchtlack direkt auf das Trägermaterial
aufgebracht.
[0022] Bei dem piezoelektrischen Element handelt es sich vorzugsweise um ein sog. Sandwich-Element,
bei dem der Schritt Aufbringen eines piezoelektrischen Lacks auf das Trägermaterial
in dem ersten Teilbereich jeweils mit Zwischenschalten einer isolierenden Schicht
in dem ersten Teilbereich wenigstens einmal wiederholt wird, so dass in dem ersten
Teilbereich ein Verbund übereinander angeordneter Schichten aus piezoelektrischem
Lack und isolierendem Material entsteht. Mit anderen Worten werden beispielsweise
zunächst eine Schicht piezoelektrischer Lack, im Anschluss eine Schicht isolierendes
Material und dann wiederum eine piezoelektrische Lackschicht aufgebracht.
[0023] Auch bei dem Leuchtelement handelt es sich um ein sog. Sandwich-Element. Vor dem
Aufbringen des Leuchtlacks auf das Trägermaterial in dem zweiten Teilbereich wird
eine leitfähige Schicht in dem zweiten Teilbereich aufgebracht, ebenso nach dem Aufbringen
des Leuchtlacks, so dass in dem zweiten Teilbereich ein Verbund übereinander angeordneter
Schichten aus Leuchtlack und leitfähigem Material entsteht.
[0024] Damit die Beleuchtung von der Dekorseite bzw. der Seite der Deckschicht her sichtbar
bleibt, ist die Deckschicht zumindest in dem zweiten Teilbereich oder aber einem Teil
davon lichtdurchlässig.
[0025] Neben dem erfindungsgemäßen Verfahren schlägt die vorliegende Erfindung auch ein
Betätigungselement insbesondere für Fahrzeuge und insbesondere für Kraftfahrzeuge
vor, das eine nach dem Verfahren der vorhergehenden Ansprüche hergestellte, kombinierte
Piezo-/Leuchtfolie aufweist und eine dem Trägermaterial entgegengesetzt auf der Seite
der Deckschicht angeordnete Dekorfläche. Durch diese Ausgestaltung wird ein Betätigungselement
erreicht, das verbesserte Funktionseigenschaften bei einem geringeren Gewicht und
geringeren Herstellungskosten ermöglicht.
[0026] Vorteilhafter Weise kann durch das erfindungsgemäße Verfahren eine kombinierte Piezo-/Leuchtfolie
in einem Betätigungselement eingesetzt werden, die nur einen Kabelabgang aufweist.
Dadurch wird das Anschlagen von Kontaktteilen vereinfacht und die Herstellungskosten
des Betätigungselements weiter gesenkt. Ferner wird auch die Steckermontage beim Einbau
des Betätigungselements in z. B. ein Fahrzeug vereinfacht.
[0027] Vorteilhafter Weise umfasst die in dem Betätigungselement eingesetzte Piezo-/Leuchtfolie
wenigstens zwei Schaltflächen, so dass das Betätigungselement mehrere Schaltfunktion
in einem Element kombinieren kann.
[0028] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung sind einzeln oder in Kombination
aus der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
ersichtlich. Die Beschreibung von Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung erfolgt
unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0029] In den Zeichnungen kennzeichnen gleiche Bezugszeichen in den verschiedenartigen Ansichten
gleiche oder entsprechende Teile.
[0030] In den Zeichnungen zeigt:
- Figur 1
- eine kombinierte Piezo-/Leuchtfolie gemäß der vorliegenden Erfindung im Querschnitt,
wobei der Piezolack und der Leuchtlack direkt auf das Trägermaterial aufgebracht sind.
- Figur 2
- eine kombinierte Piezo-/Leuchtfolie gemäß der vorliegenden Erfindung im Querschnitt,
wobei zwischen dem piezoelektrischen Lack und dem Leuchtlack eine elektrisch isolierende
Schicht vorgesehen ist.
Beschreibung der Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
[0031] Bezugnehmend auf Figur 1 umfasst eine kombinierte Piezo-/Leuchtfolie, die nach dem
erfindungsgemäßen Verfahren gemäß einer ersten Ausführungsform hergestellt ist, einen
Träger 1, eine auf dem Träger 1 aufgebrachte piezoelektrische Schicht 2, sowie eine
ebenfalls auf dem Träger aufgebrachte Leuchtschicht 3. Auf dem Träger 1 und die piezoelektrische
Schicht 2 und die Leuchtschicht 3 bedeckend ist eine Deckschicht 4 angeordnet, die
mittels Klebstoff 5 mit dem Träger 1 verbunden ist.
[0032] Diese erfindungemäße Piezo-/Leuchtfolie wird durch das folgende erfindungsgemäße
Verfahren gemäß einer ersten beispielhaften Ausführungsform hergestellt. Zunächst
wird ein folienartiges Trägermaterial als Träger 1 bereitgestellt. Im Anschluss wird
in einem Teilbereich A1 und A2 mittels Siebdruck ein piezoelektrischer Lack 2 aufgebracht.
Ferner wird ebenfalls mittels Siebdruck in einem zweiten Teilbereich B1 und B2 ein
Leuchtlack aufgebracht. Bei der dargestellten Ausführungsform werden sowohl der piezoelektrische
Lack 2, als auch der Leuchtlack 3 direkt auf das Trägermaterial 1 aufgebracht. Dieser
Vorgang kann gleichzeitig oder separat durchgeführt werden. Ferner werden gleichzeitig
oder separat die zu dem piezoelektrischen Lack gehörenden leitfähigen Bereiche (nicht
dargestellt), die das piezoelektrische Element elektrisch kontaktieren, sowie die
Elektroden (nicht dargestellt) des Leuchtlacks mit aufgebracht. Dies kann ebenfalls
in einem Druckverfahren erfolgen.
[0033] Wie aus Figur 1 ersichtlich ist, kann die Ausgestaltung bzw. die Form des Leuchtlacks
bzw. Leuchtelements 3 und des piezoelektrischen Lacks bzw. piezoelektrischen Elements
2 aufgrund des Druckverfahrens in jeder beliebigen Form erfolgen. So kann beispielsweise
das piezoelektrische Element 2 in dem Teilbereich A1 eine im Wesentlichen runde, kreisförmige
Form annehmen und das in dem Teilbereich B1 vorgesehene Leuchtelement 3 dieses kreisrunde
piezoelektrische Element ringförmig umgeben.
[0034] Alternativ können das piezoelektrische Element 2 und das Leuchtelement 3 in den Teilbereichen
A2 und B2 auch schlichtweg nebeneinander angeordnet sein.
[0035] Nachdem der piezoelektrische Lack 2 und der Leuchtlack 3 aufgebracht und ausgehärtet
wurden, wird auf dem Träger 1 eine Deckschicht 4 vorgesehen, die zumindest die Teilbereiche
A1, A2 und B1, B2 abdeckt. In der vorliegenden, dargestellten Ausführungsform deckt
die Deckschicht 4 den gesamten Träger 1 ab und ist über eine Klebstoffschicht 5 mit
dem Träger 1 verbünden. Vorteilhafter Weise ist die Deckschicht zumindest in den Bereichen
B1 und B2 lichtdurchlässig, damit die Beleuchtung von der Seite der Deckschicht 4
her sichtbar ist.
[0036] In Figur 2 ist eine nach einem alternativen Verfahren gemäß einer zweiten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung hergestellte Piezo-/Leuchtfolie dargestellt. Die dargestellte
Piezo-/Leuchtfolie entspricht im Wesentlichen der in Figur 1 dargestellten Piezo-/Leuchtfolie.
Der wesentliche Unterschied liegt jedoch darin, dass zwischen dem piezoelektrischen
Lack 2 und dem Leuchtlack 3 eine elektrisch isolierende Schicht 6 vorgesehen ist.
[0037] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen einer in Figur 2 dargestellten
Piezo-/Leuchtfolie wird zunächst ein Träger 1 in der Form eines folienartigen Materials
bereitgestellt. Auf diesem Trägermaterial 1 wird dann direkt in dem Teilbereich A1
und A2 der piezoelektrische Lack 2 aufgebracht. Im Anschluss an diesen Schritt wird
eine elektrisch isolierende Schicht 6 aufgebracht. Bei der dargestellten Ausführungsform
wird die elektrisch isolierende Schicht 6 über den gesamten Träger 1 aufgebracht.
Dies kann über Verkleben mittels eines Klebstoffs 5 erfolgen. Alternativ kann auch
ein Isolierlack verwendet werden, der in einem Druckverfahren ähnlich dem Piezolack
2 und dem Leuchtlack 3 aufgebracht wird.
[0038] Im Anschluss wird der Leuchtlack 3 auf dem Träger 1 aufgebracht, wobei der Leuchtlack
nicht direkt mit dem Träger 1 in Verbindung kommt, sondern vielmehr mit der elektrisch
isolierenden Schicht 6, die wiederum mit dem Träger in Kontakt steht. Wie es in Figur
2 dargestellt ist, können sich der erste Teilbereich A1 des piezoelektrischen Lacks
2 und der zweite Teilbereich B1 des Leuchtlacks 3 bereichsweise überlappen. In der
dargestellten Ausführungsform überlappen sich der erste Teilbereich A1 und der zweite
Teilbereich B1 sogar vollständig. Ebenso können der erste Teilbereich A2 und der zweite
Teilbereich B2 auch nebeneinander angeordnet sein, so dass sie einander nicht überlappen.
[0039] Im Anschluss wird wiederum eine Deckschicht 4 aufgebracht, die in diesem Fall mit
dem Träger über die elektrisch isolierende Schicht 6 verbunden ist. Die Deckschicht
4 wird vorteilhafter Weise mit der isolierenden Schicht 6 unter Verwendung eines Klebstoffs
verklebt. Wie bereits in der vorstehenden Ausführungsform erwähnt, ist die Deckschicht
4 in dem zweiten Teilbereich B1 und dem zweiten Teilbereich B2 lichtdurchlässig. Somit
ist die Leuchtkraft der Leuchtschicht 3 von der Seite der Deckschicht 4 her sichtbar,
wenn die Leuchtschicht über die Elektroden (nicht dargestellt) angeregt wird.
[0040] Die Zusammensetzung eines piezoelektrischen Lacks bzw. eines Leuchtlacks, sowie deren
elektronische Verkabelung bzw. Anbindung sind dem Fachmann aus der separaten Herstellung
der entsprechenden Elemente bekannt. Folglich erfolgt bezüglich der Zusammensetzung
des piezoelektrischen Lacks und des Leuchtlacks, sowie deren elektrischen Anbindung
keine weitergehende Erläuterung.
[0041] Bei einem erfindungsgemäßen Betätigungselement wird auf der Seite der Deckschicht
4 eine Dekorfläche angeordnet. Die Dekorfläche kann ein separates Element sein, wobei
die kombinierte Piezo-/Leuchtfolie damit verbunden wird, oder die Deckschicht 4 kann
derart ausgebildet sein, dass sie die Dekorfläche bildet.
[0042] Die obige genaue Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
sowie die begleitenden Zeichnungen dienen lediglich dazu, die vorliegende Erfindung
zu erläutern. Der Umfang der vorliegenden Erfindung wird jedoch vielmehr durch die
folgenden Patentansprüche definiert.
1. Verfahren zum Herstellen einer kombinierten Piezo-/Leuchtfolie für den Einsatz als
Betätigungselement insbesondere in Fahrzeugen, umfassend die Schritte:
- Bereitstellen eines folienartigen Trägermaterials (1) ;
- Aufbringen eines piezoelektrischen Lacks (2) auf das Trägermaterial zumindest in
einem ersten Teilbereich (A1, A2), um in dem ersten Teilbereich eine piezoelektrische
Schaltfläche auszubilden;
- Aufbringen eines Leuchtlacks (3) auf das Trägermaterial in zumindest einem zweiten
Teilbereich (B1, B2), um die Schaltfläche in dem zweiten Teilbereich beleuchten zu
können;
- Abdecken zumindest des ersten und zweiten Teilbereichs mit einer Deckschicht (4),
die mit dem Trägermaterial verbunden wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der piezoelektrische Lack (2) und/oder der Leuchtlack
(3) mittels eines Siebdruckverfahrens auf das Trägermaterial (1) aufgebracht werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem sich der erste (A1, A2) und der zweite (B1,
B2) Teilbereich zumindest bereichsweise überlappen.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem ferner zwischen dem Aufbringen
des piezoelektrischen Lacks (2) und des Leuchtlacks (3) eine elektrisch isolierende
Schicht (6) aufgebracht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem der piezoelektrische Lack (2)
und der Leuchtlack (3) direkt auf dem Trägermaterial (1) aufgebracht werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Schritt Aufbringen
eines piezoelektrischen Lacks (2) auf das Trägermaterial (1) in dem ersten Teilbereich
(A1, A2) jeweils mit Zwischenschalten einer isolierenden Schicht in dem ersten Teilbereich
(A1, A2) wenigstens einmal wiederholt wird, so dass in dem ersten Teilbereich ein
Verbund übereinanderangeordneter Schichten aus piezoelektrischem Lack und isolierenden
Schichten entsteht.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem vor und nach dem Schritt
Aufbringen eines Leuchtlacks, eine leitfähige Schicht in dem zweiten Teilbereich aufgebracht
wird, so dass in dem zweiten Teilbereich ein Verbund übereinander angeordneter Schichten
aus Leuchtlack und leitfähigem Material entsteht.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Deckschicht (4) zumindest
in dem zweiten Teilbereich (B1, B2) lichtdurchlässig ist.
9. Betätigungselement insbesondere für Fahrzeuge, mit einer nach dem Verfahren der vorhergehenden
Ansprüche hergestellten kombinierten Piezo-/Leuchtfolie und einer dem Trägermaterial
(1) entgegengesetzt auf der Seite der Deckschicht (4) angeordneten Dekorfläche.
10. Betätigungselement nach Anspruch 9, bei dem die kombinierte Piezo-/Leuchtfolie nur
einen Kabelabgang aufweist.
11. Betätigungselement nach einem der Ansprüche 9 oder 10, bei dem wenigstens zwei Schaltflächen
in der Piezo-/Leuchtfolie ausgebildet sind.
1. Process for producing a combined piezo/luminescent film for use as an actuating element,
in particular in vehicles, comprising the steps:
- provision of a film-like support material (1);
- application of a piezoelectric lacquer (2) to the support material at least in a
first part region (A1, A2) in order to form a piezoelectric switch surface in the
first part region;
- application of a luminescent lacquer (3) to the support material in at least one
second part region (B1, B2) in order to be able to illuminate the switch surface in
the second part region;
- covering at least the first and second part region with a cover layer (4) which
is joined to the support material.
2. Process according to claim 1, in which the piezoelectric lacquer (2) and/or the luminescent
lacquer (3) are applied to the support material (1) by means of a screen printing
process.
3. Process according to claim 1 or 2, in which the first (A1, A2) part region and the
second (B1, B2) part region overlap at least in some regions.
4. Process according to one of the preceding claims, in which an electrically insulating
layer (6) is also applied between the application of the piezoelectric lacquer (2)
and of the luminescent lacquer (3).
5. Process according to one of claims 1 to 3, in which the piezoelectric lacquer (2)
and the luminescent lacquer (3) are applied directly to the support material (1).
6. Process according to one of the preceding claims, in which the step of application
of a piezoelectric lacquer (2) to the support material (1) in the first part region
(A1, A2) in each case with interposition of an insulating layer in the first part
region (A1, A2) is repeated at least once, so that in the first part region, a composite
of layers of piezoelectric lacquer and insulating layers arranged one above another
is produced.
7. Process according to one of the preceding claims, in which before and after the step
of application of a luminescent lacquer, a conductive layer is applied in the second
part region, so that in the second part region, a composite of layers of luminescent
lacquer and conductive material arranged one above another is produced.
8. Process according to one of the preceding claims, in which the cover layer (4) is
light-permeable at least in the second part region (B1, B2).
9. Actuating element, in particular for vehicles, having a combined piezo/luminescent
film produced by the process of the preceding claims and a decorative surface arranged
on the side of the cover layer (4) opposite the support material (1).
10. Actuating element according to claim 9, in which the combined piezo/luminescent film
has only one cable outlet.
11. Actuating element according to one of claims 9 or 10, in which at least two switch
surfaces are formed in the piezo/luminescent film.
1. Procédé de fabrication d'une feuille piézoélectrique/luminescente combinée, pour utilisation
comme élément d'actionnement, en particulier dans des véhicules, comprenant les étapes
suivantes :
- fourniture d'un matériau support (1) du type d'une feuille ;
- application d'un vernis (2) piézoélectrique sur le matériau support, en au moins
une première zone partielle (A1, A2), pour réaliser une surface de commutation piézoélectrique
dans la première zone partielle ;
- application d'un vernis luminescent (3) sur le matériau support, en au moins une
deuxième zone partielle (B1, B2) pour pouvoir illuminer la surface de commutation
dans la deuxième zone partielle ;
- couverture d'au moins la première et la deuxième zones partielles par une couche
de couverture (4) reliée au matériau support.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel le vernis (2) piézoélectrique et/ou
le vernis luminescent (3) sont appliqués sur le matériau support (1) par un procédé
d'impression sérigraphique.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2. dans lequel la première zone partielle (A1,
A2) et la deuxième zone partielle (B1, B2) se chevauchent au moins par endroits.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel, en outre, une couche
(6) isolant de l'électricité est appliquée entre l'application du vernis piézoélectrique
(2) et du vernis luminescent (3).
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel le vernis piézoélectrique
(2) et le vernis luminescent (3) sont appliqués directement sur le matériau support
(1).
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'étape d'application
d'un vernis piézoélectrique (2) sur le matériau support (1) dans la première zone
partielle (A1, A2), chaque fois avec interposition d'une couche isolante dans la première
zone (A1, A2), est répétée au moins une fois, de manière que, dans la première zone
partielle, soit produit un composite de couches de vernis piézoélectrique et de couches
isolantes, disposées les unes sur les autres.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel, avant et après l'étape
d'application d'un vernis luminescent, une couche conductrice est appliquée dans la
deuxième zone partielle, de sorte que, dans la deuxième zone partielle, un composite
de couches, formées de vernis luminescent et de matériau conducteur, disposées les
unes sur les autres, soit produit.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel la couche de couverture
(4) est transparente à la lumière, au moins dans la deuxième zone partielle (B1, B2).
9. Elément d'actionnement, en particulier pour des véhicules, avec une feuille piézoélectrique/luminescente
combinée, fabriquée selon le procédé des revendications précédentes, et une face de
décor, opposée au matériau support (1) et disposée sur le côté de la couche de couverture
(4).
10. Elément d'actionnement selon la revendication 9, dans lequel la feuille piézoélectrique/luminescente
combinée ne présente qu'un départ de câble.
11. Elément d'actionnement selon l'une des revendications 9 ou 10, dans lequel au moins
deux faces de commutation sont réalisées dans la feuille piézoélectrique/luminescente.