[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Zündkerze, bei dem wenigstens
eine Körperelektrode und wenigstens eine Mittelelektrode gegeneinander isoliert in
einem Zündkerzenkörper angeordnet werden und wenigstens eine der Elektroden an ihrer
Zündfunkenaustrittsfläche/Zündfunkenauftrittsfläche mit einer Edelmetallarmierung
versehen wird.
[0002] Derartige Zündkerzen werden insbesondere für die Hochspannungszündung von Brennkraftmaschinen
eingesetzt und sind auf dem Markt erhältlich.
[0003] Bei den bisher bekannten Verfahren der Ausbildung der Edelmetallarmierungen an den
Elektroden von Zündkerzen sind jedoch die Geometrie und die Materialmenge der Edelmetallarmierungen
an die Form der verwandten Edelmetallhalbzeuge, die beispielsweise eine Draht-, Kugel-
oder Rondenform sein kann, sowie daran gebunden, nach welchem Verfahren beispielsweise
durch R-Schweißen oder L-Schweißen die Edelmetallarmierungen vorgesehen werden.
[0004] Ein weiterer Nachteil bekannter Verfahren besteht darin, dass die Edelmetallarmierungen
nur auf geeigneten Flächen der Elektroden mit geeigneten Geometrien aufgebracht werden
können.
[0005] Schließlich ist es auch als nachteilig anzusehen, dass beim Schweißen der Edelmetalllegierungen
der Schweißbereich durch die dabei auftretenden Thermospannungen und Heißgaskorrosionen
angegriffen wird.
[0006] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht daher darin, ein Verfahren der
eingangs genannten Art anzugeben, mit dem Zündkerzen mit Edelmetallarmierungen in
jeder gewünschten Form und Geometrie realisierbar sind.
[0007] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass die Edelmetallarmierung
durch Laserauftragsschweißen vorgesehen wird.
[0008] Durch das Aufbringen der Edelmetallarmierung mit einem Laserauftragsschweißverfahren
können die Zündkerzenelektroden mit einem hochtemperaturfesten Werkstoff armiert werden,
der in jeder gewünschten Form und Geometrie beispielsweise an den Kanten der Mittelelektrode,
an den Mantelflächen der Mittelelektrode, an den Stirnflächen von als Seitenelektroden
ausgebildeten Körperelektroden usw. verwirklichbar ist. Dadurch ist die Freiheit bei
Neukonstruktionen erheblich erweitert.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren hat den weiteren Vorteil, dass eine Einsparung an
Edelmetallmaterial möglich ist, was eine Kostenreduzierung bedeutet, und dass die
Elektrodenstandzeit erhöht werden kann, was die Lebensdauer der Zündkerze erhöht.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren können insbesondere kleine Mengen an Edelmetallmaterial
verwandt werden, die beim herkömmlichen Fügen von Edelmetallhalbzeugen durch R- und
L-Schweißen notwendige Größe, Form und das notwendige Gewicht entfallen.
[0011] Besonders bevorzugte Weiterbildungen und Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 9.
[0012] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann somit die Zündfunkenaustrittsfläche an den
als Kathoden bzw. Zündfunkenauftrittsfläche an den als Anoden wirkenden Elektroden
mit hoch-temperaturfesten Werkstoffen armiert werden, was eine Verlängerung der Elektrodenstandzeit
bedeutet. Es ist insbesondere vorteilhaft, dass an Elektrodenflächen Edelmetallarmierungen
vorgesehen werden können, an denen mit Halbzeugen, wie Draht, Kugel, Ronden, Hülsen
usw. bisher keine Armierung möglich oder nur mit hohem Aufwand möglich war.
[0013] Im Folgenden werden anhand der zugehörigen Zeichnungen besonders bevorzugte Ausführungsbeispiele
des erfindungsgemäßen Verfahrens näher beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 in einer Schnittansicht den brennraumseitigen Teil einer Zündkerze mit Dachelektrode
und Edelmetallarmierungen,
Fig. 2 Laserauftragsschweißungen, und zwar in Fig. 2A an einer Dachelektrode und in
Fig. 2B an der Stirnseite einer Seitenelektrode,
Fig. 3 in einer Schnittansicht den brennraumseitigen Teil einer Zündkerze mit Seitenelektroden
und daran vorgesehenen Edelmetallarmierungen,
Fig. 4 in einer Schnittansicht den brennraumseitigen Teil einer Zündkerze mit Gleitfunkenstrecke
und laserauftragsgeschweißten Kanten an der Mittelelektrode und der Körperelektrode,
Fig. 5A bis 5C Laserauftragsschweißungen an verschiedenen Positionen einer Körperelektrode
und
Fig. 6A bis 6C Laserauftragsschweißungen an verschiedenen Positionen einer Mittelelektrode.
[0014] In Fig. 1 ist schematisch der brennraumseitige Teil einer üblichen Zündkerze dargestellt.
Wie es in Fig. 1 dargestellt ist, umfasst dieser einen Zündkerzenkörper 2, in dem
über einen Isolator 1 elektrisch isoliert eine Körperelektrode 3 und eine Mittelelektrode
4 vorgesehen sind.
[0015] Zwischen der Mittelelektrode 4 und der Körperelektrode 3 ist ein Zündspalt gebildet,
in dem sich bei Anlegen einer entsprechenden Spannung ein Zündfunken ausbildet. Im
Bereich dieses Zündspaltes ist die Mittelelektrode mit einer Edelmetallarmierung 6
versehen und ist die Körperelektrode 3 mit einer Edelmetallarmierung 5 versehen, die
einander gegenüber liegen und die Zündfunkenaustritts- bzw. Zündfunkenauftrittsflächen
bilden.
[0016] Die Edelmetallarmierungen bestehen beispielsweise aus Platin, Iridium oder deren
Legierungen und die Elektroden können aus einer massiven Nickelbasislegierung oder
aus einem Kupferkern mit einem Nickelbasismantel ausgebildet sein.
[0017] Eine derartige Zündkerze kann mit einer Funkenentladungsstrecke als Luftfunkenstrecke
und/oder Gleitfunkenstrecke ausgebildet sein.
[0018] Die in Fig. 1 dargestellten Edelmetallarmierungen 5, 6 sind nach einem Laserauftragsschweißverfahren
unter Verwendung eines Edelmetalldrahtes ausgebildet.
[0019] Fig. 2 zeigt im Einzelnen das Ausbilden von Laserauftragsschweißungen 8, und zwar
in Fig. 2A auf der Innenseite einer Körperelektrode 3 in Form einer Dachelektrode,
das heißt auf der Seite, die dem Zündfunken ausgesetzt ist. Dabei wird ein Edelmetalldraht
7 mittels eines Laserstrahls 9 aufgetragen.
[0020] Fig. 2B zeigt eine Laserauftragsschweißung auf der Stirnseite einer Seitenelektrode
3, wobei die Armierung wiederum mittels eines Laserstrahls 9 mit einem Edelmetalldraht
7 vorgesehen wird.
[0021] Fig. 3 zeigt den brennraumseitigen Teil einer Zündkerze mit wenigstens zwei Seitenelektroden
3. Die Mantelfläche der Mittelelektrode 4 ist durch Laserauftragsschweißen mit einer
Edelmetallarmierung aus zwei Teilen 6a, 6b versehen. Die beiden Teile 6a, 6b der Edelmetallarmierung
sind ringförmig und im axialen Abstand voneinander vorgesehen. Die in Form von Seitenelektroden
3 ausgebildeten Körperelektroden sind ihrerseits im Bereich der Luft-/Gleitfunkenstrecken
LF und GF mit einer Edelmetallarmierung 8 durch Laserauftragsschweißen ausgebildet.
[0022] Fig. 4 zeigt den brennraumseitigen Teil einer Gleitfunkenzündkerze. Bei dieser Zündkerze
ist die Mittelelektrode 4 im Kantenbereich mit einer Edelmetallarmierung 6 durch Laserauftragsschweißen
versehen und sind die Seitenelektroden 3 gleichfalls im zündseitigen Kantenbereich
mit einer Edelmetallarmierung 8 ebenfalls durch Laserauftragsschweißen versehen.
[0023] Fig. 5A bis 5C zeigen drei Möglichkeiten der Ausbildung von Edelmetallarmierungen
8 an Körperelektroden 3 durch Laserauftragsschweißen, und zwar in der Mitte von Außenflächen
der Körperelektroden parallel zu einer Außenkante. Wie es in Fig. 5A bis 5C dargestellt
ist, können die Edelmetallarmierungen 8 in der Mitte der Stirnseite einer Seitenelektrode
parallel zur längeren Kante, in der Mitte der Stirnseite einer Seitenelektrode parallel
zur kürzeren Kante oder an der Innenseite parallel zur Längskante einer Dachelektrode
vorgesehen sein.
[0024] Fig. 6A bis 6C zeigen drei Möglichkeiten der Ausbildung von Edelmetallarmierungen
an der Mittelelektrode mittels Laserauftragsschweißen. In Fig. 6A bis 6C sind Edelmetallarmierungen
6 auf der Stirnseite, an der Mantelfläche und an den Kanten der Mittelelektrode 4
jeweils dargestellt.
1. Verfahren zum Herstellen einer Zündkerze, bei dem wenigstens eine Körperelektrode
und wenigstens eine Mittelelektrode gegeneinander isoliert in einem Zündkerzenkörper
angeordnet werden und wenigstens eine der Elektroden an ihrer Zündfunkenaustritts-/-auftrittsfläche
mit einer Edelmetallarmierung versehen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Edelmetallarmierung durch Laserauftragsschweißen vorgesehen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Edelmetallarmierung durch Laserauftragsschweißen mit einem Edelmetalldraht vorgesehen
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Edelmetallarmierung aus Platin, einer Platinlegierung, Iridium oder einer Iridiumlegierung
gebildet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektroden aus einer massiven Nickelbasislegierung gebildet werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektroden aus einem Kupferkern mit einem Mantel aus einer Nickelbasislegierung
gebildet werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Körperelektrode als Dachelektrode ausgebildet wird und die Zündspitze der Mittelelektrode
und die gegenüberliegende Fläche der Dachelektrode mit Edelmetallarmierungen versehen
werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Körperelektrode als Seitenelektrode ausgebildet wird und die Stirnfläche der
Körperelektrode und die Mantelfläche der Mittelelektrode mit Edelmetallarmierungen
jeweils versehen werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass einander zugewandte Kanten der Elektroden mit Edelmetallarmierungen versehen werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Edelmetallarmierungen in der Mitte einer Außenfläche der Elektroden parallel
zu einer Außenkante ausgebildet werden.