| (19) |
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(11) |
EP 1 596 998 B9 |
| (12) |
KORRIGIERTE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis: Bibliographie entspricht dem neuesten Stand |
| (15) |
Korrekturinformation: |
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Korrigierte Fassung Nr. 1 (W1 B1) |
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Korrekturen, siehe Beschreibung |
| (48) |
Corrigendum ausgegeben am: |
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14.10.2009 Patentblatt 2009/42 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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29.04.2009 Patentblatt 2009/18 |
| (22) |
Anmeldetag: 18.02.2004 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2004/001544 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2004/076084 (10.09.2004 Gazette 2004/37) |
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| (54) |
VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR ELEKTRISCHEN STEUERUNG VON PROZESSEN IN FESTSTOFFHALTIGEN
MATRICES
METHOD AND DEVICE FOR ELECTRICALLY CONTROLLING PROCESSES IN MATRICES CONTAINING SOLIDS
PROCEDE ET DISPOSITIF DE REGULATION ELECTRIQUE DE PROCESSUS SE DEROULANT DANS DES
MATRICES CONTENANT DES SOLIDES
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
27.02.2003 DE 10309686
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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23.11.2005 Patentblatt 2005/47 |
| (73) |
Patentinhaber: |
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- Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ
04318 Leipzig (DE)
- Ecologia Environmental Solutions Ltd
Sittingbourne
Kent ME9 8BZ (GB)
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| (72) |
Erfinder: |
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- ROLAND, Ulf
04158 Leipzig (DE)
- KOPINKE, Frank-Dieter
04109 Leipzig (DE)
- BUCHENHORST, Daniel
04299 Leipzig (DE)
- HOLZER, Frank
04299 Leipzig (DE)
- KOCH, Michael
04685 Nerchau (DE)
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| (74) |
Vertreter: Schneider, Henry |
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Anwaltskanzlei
Gulde Hengelhaupt Ziebig & Schneider
Wallstrasse 58/59 10179 Berlin 10179 Berlin (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
US-A- 5 098 538 US-A- 5 545 803 US-A- 5 975 799
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US-A- 5 262 024 US-A- 5 865 964 US-A1- 2003 024 815
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur gezielten Beeinflussung
von für eine Behandlung.von Feststoffen relevanten physikalischen, chemischen und
biologischen Parametern mittels simultaner. Anwendung von elektrischen und/oder elektromagnetischen
Feldern unterschiedlicher Frequenz mit den in den Oberbegriffen der Ansprüche 1 und
28 genannten Merkmalen.
[0002] Die Reinigung von Feststoffen, die mit umweltgefährdenden Stoffen kontaminiert sind,
hat in den letzten 100 Jahren nicht nur durch die verstärkte Verbreitung, sondern
auch durch die Vergrößerung des Spektrums der Schadstoffe, wie beispielsweise organische
Lösungsmittel, Mineralölkohlenwasserstoffe und Herbizide, eine stark zunehmende Bedeutung
erlangt. Problematisch sind dabei insbesondere Mischkontaminationen, beispielsweise
aus Schwermetallen und Kohlenwasserstoffen, die in der Regel nicht mit einer einzelnen
Sanierungsmethode behandelt werden können. Neben der Erhaltung der natürlichen Ressource
Boden gewinnt auch die optimierte Gewinnung beziehungsweise Wiedergewinnung von Rohstoffen
und Chemikalien an Bedeutung. In diesem Kontext ist die Förderung von Rohstoffen wie
zum Beispiel Erdöl aus Gesteinsformationen zu sehen.
[0003] Die Wirkungen von elektrischen und elektromagnetischen Feldern auf physikalische,
chemische und biologische Kenngrößen in Feststoffen, welche Relevanz für den Austrag
beziehungsweise Abbau von Schad- und Wertstoffen besitzen, lassen sich in zwei Bereiche
unterteilen:
Thermische Effekte sind mit einer Temperaturänderung in dem Medium durch ohmsche oder
dielektrische Erwärmung verbunden. Das Resultat sind Änderungen solcher Größen wie
Wasserlöslichkeit, Dampfdruck, Mobilität von chemischen Verbindungen, Lage von Adsorptions-Desorptions-Gleichgewichten
sowie Phasenübergänge in bestimmten Matrices, die unter Umständen die vorgenannten
Größen beeinflussen. Für biologische Prozesse relevant sind temperaturabhängige Änderungen
der Bioverfügbarkeit von Schadstoffen und der Geschwindigkeiten von biologischen Prozessen,
zum'Beispiel mikrobiologischen Reaktionen zum Schadstoffabbau.
[0004] Nicht-thermische Effekte resultieren aus Vorgängen, die nicht allein durch Temperaturänderungen
bei der Anwendung elektrischer und elektromagnetischer Felder erklärt werden können.
Ein für die Entfernung von Schwermetallen aus Feststoffen genutztes Beispiel ist die
Migration geladener und, vermittelt durch Wechselwirkungen mit diesen, ungeladener
Species in elektrischen Feldern. Weiterhin kann es sich um Polarisationsvorgänge in
Zellen bei der Hochfrequenz-Anwendung oder Einflüsse auf den Ionentransport durch
Zellmembranen handeln. So genannter "elektromagnetischer Stress" kann zu Änderungen
mikrobieller Aktivitäten führen, die nicht durch (makroskopische) Temperaturänderungen
erklärbar sind.
[0005] In der Sanierungspraxis haben vor allem die thermischen Effekte elektrischer Verfahren
Bedeutung erlangt. Eine Reihe von Sanierungsverfahren kann durch eine Erhöhung der
Bodentemperatur deutlich effektiver gestaltet beziehungsweise erst ermöglicht werden.
So erhöhen sich die Dampfdrücke und Wasserlöslichkeiten von Schadstoffen, ihre Beweglichkeit
nimmt aufgrund verschiedener Effekte zu und die Bioverfügbarkeit sowie die mikrobiologischen
Abbauraten steigen durch moderate Erwärmung.
[0006] Insbesondere für in-situ- und on-site-Applikationen besitzen elektrische Heizmethoden
einige Vorteile. So werden beispielsweise keine Hilfsmedien benötigt, die beim Durchtritt
durch das kontaminierte Medium ebenfalls verunreinigt werden. Betrachtet man neben
der ohmschen (Gleichspannungs- beziehungsweise Niederfrequenz-Anwendung) auch die
dielektrische Erwärmung (Hochfrequenz-Anwendung), so werden im Prinzip alle Medien
und Temperaturbereiche bis 400 °C und mehr zugänglich.
[0007] Es existieren nur wenige Verfahren, die für eine in-situ-Erwärmung von Böden und
anderen festen Medien eingesetzt werden können.
[0008] So ist in diesem Zusammenhang das Einbringen von Heizlanzen oder ähnlichen beheizten
Gebilden bekannt, wodurch eine starke Erwärmung im Nahbereich erreicht wird. Besonders
bei trockenen Böden, deren Wärmeleitfähigkeit im Bereich guter Isolatoren liegt, bilden
sich starke Temperaturgradienten aus, die sich selbst in relativ langen Zeiträumen
nicht ausgleichen. Da das Temperaturoptimum von schadstoffabbauenden Mikroorganismen
relativ schmal ausgeprägt ist, ist eine derartige Methode beispielsweise für die thermisch
unterstützte mikrobiologische Bodenreinigung nicht, einsetzbar.
[0009] Der Einsatz von Heißluft oder Heißdampf zur Bodenerwärmung führt ebenfalls zur Ausbildung
von Temperaturgradienten. Weiterhin wird durch die Schadstoffbelastung des Bodens
das Trägermedium kontaminiert. In der Praxis ist im Fall von Heißdampf die maximal
zu erreichende Temperatur auf zirka 100 °C begrenzt.
[0010] Während bei den bisher beschriebenen Verfahren der Wärmetransport über Oberflächen
und Grenzflächen der Bodenpartikel erfolgen muss, bieten elektrische Heizverfahren
den Vorteil einer Wärmeerzeugung im Bodenvolumen. Bei Gleich- und Wechselstromheizverfahren
erfolgt der Stromfluss allerdings vorzugsweise über die Wasserphase im Zwischenkornvolumen.
[0011] Die ohmsche Erwärmung im Gleichstrombereich und Niederfrequenzbereich, in der Regel
unter Anwendung von Netzstrom mit einer Frequenz von 50 beziehungsweise 60 Hz, ist
an das Vorhandensein einer ausreichenden Bodenfeuchte gebunden und deshalb nur bis
zum Austrocknen des Bodens bei zirka 100 °C anwendbar. Diese Variante wird in der
Praxis auch als "six-phase heating" realisiert.
[0012] Dielektrischen Heizverfahren liegt dasselbe Wirkprinzip zugrunde, das auch bei Mikrowellenöfen
angewandt wird. Aus den Reibungsverlusten, die bei der schnellen Umorientierung von
permanenten oder induzierten Dipolen im behandelten Medium auftreten, resultiert eine
Erwärmung, die durch den dielektrischen Verlustfaktor beschrieben werden kann. Diese
Methode kann auch für trockene Medien angewandt werden, und im Unterschied zu Mikrowellenanwendungen
ist eine Anpassung der Impedanz zur Optimierung des Energieeintrages in das jeweilige
Material relativ problemlos möglich.
[0013] Es sind einzelne Sanierungsfälle bekannt, in denen zunächst eine Niederfrequenz-Erwärmung
und im Anschluss daran nach Austrocknung des Bodens eine Hochfrequenz-Erwärmung erfolgte.
[0014] Zur Verringerung der Temperaturgradienten bei der Anwendung elektrischer Heizmethoden
in homogenen Medien sind verschiedene Elektrodengeometrien und -schaltungen bekannt.
Diese Verfahren sind unter vielen Bedingungen mit befriedigendem Erfolg einsetzbar,
versagen jedoch, wenn inhomogene Verhältnisse im Sanierungsbereich vorliegen, da in
diesem Fall bei ihrem Einsatz nicht zu tolerierende Temperaturgradienten auftreten.
Beispiele hierfür sind das Vorhandensein von Bereichen stark unterschiedlicher Feuchte,
das Vorhandensein von Tonlinsen in einem sandigen Bodenbett sowie die Koexistenz von
gesättigter und ungesättigter Bodenzone.
[0015] Im Bereich der Anwendung nicht-thermischer Effekte elektrischer Felder sind elektrokinetische
Bodensanierungsverfahren bekannt. Dabei wird durch das Anlegen einer Gleichspannung
die Bewegung von Schadstoffen zu einer der Elektroden initiiert. In den meisten Fällen
handelt es sich dabei um Schwermetallionen, die im elektrischen Feld zur Kathode wandern.
Es ist jedoch auch möglich, dass neutrale Moleküle durch verschiedene Wechselwirkungen
diffundieren. Das Verfahren ist bei realistischen Spannungen nur für feuchte Böden
anwendbar. In der Regel ergeben sich durch die Wasserelektrolyse starke Änderungen
des pH-Wertes im Elektrodenbereich, die zu Ausfällungen und Verstopfungen führen können.
[0016] Weiterhin sind nicht-thermische Einflüsse elektromagnetischer Felder auf biologische
Vorgänge bekannt. Eigene Untersuchungen ergaben Hinweise darauf, dass die Wirkung
von "elektromagnetischem Stress" unter bestimmten Bedingungen Degradationsprozesse
beschleunigen kann.
[0017] Die allenfalls sukzessive Anwendung unterschiedlicher Frequenzen bei elektrischen
Verfahren zur Reinigung von kontaminierten Feststoffen beziehungsweise zur Mobilisierung
von Wertstoffen führt in der Regel zu einer Erhöhung der Temperatur des Mediums. Den
bekannten Methoden ist jedoch gemein, dass eine untrennbare Korrelation der Änderung
aller relevanten physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Mediums
besteht. So ist es beispielsweise nicht möglich, bei den bekannten elektrokinetischen
Verfahren die Temperaturerhöhung und die Ionenbeweglichkeit getrennt zu beeinflussen,
da beide Größen eindeutig mit der angelegten Spannung beziehungsweise der eingebrachten
Leistung korreliert sind. Ferner wird im Fall inhomogener Materialien und feststehender
Elektrodengeometrie die Feldverteilung und damit die relative Stärke des Einflusses
der Feldanwendung eindeutig durch die Ortsabhängigkeit der entsprechenden physikalischen
Kenngröße, beispielsweise der spezifischen ohmschen Leitfähigkeit, im Volumen bestimmt.
[0018] Aus
US 5,262,024 ist ein Verfahren bekannt, bei dem zu behandelndes Erdreich mit einem elektromagnetischen
Hochfrequenzwert, beispielsweise im Radiowellen- oder Mikrowellenbereich, beauftrag
wird. Dieses elektromagnetische Hochfrequenzfeld kann durch ein Gleichspannungsfeld
überlagert werden.
[0019] Unter Anwendung der bekannten Verfahren ist es nicht möglich, verschiedene thermische
und nicht-thermische Effekte elektrischer und elektromagnetischer Felder unabhängig
voneinander und optimal zu kombinieren. Darüber hinaus ist die gleichmäßige Aufheizung
inhomogener Feststoffe nur unzureichend möglich beziehungsweise mit hohem Aufwand
verbunden.
[0020] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Nachteile der bekannten Verfahren
zu vermeiden und ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Beeinflussung von für eine
Behandlung von Feststoffen relevanten physikalischen, chemischen und biologischen
Parametern unter Ausnutzung von Synergieeffekten zu schaffen, welche sich durch eine
verbesserte Steuerbarkeit von für die angestrebte Behandlung optimalen physikalischen,
chemischen und biologischen Parametern sowie eine verbesserte Optimierbarkeit der
räumlichen Wirkung bestimmter Effekte auszeichnen.
[0021] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den in Anspruch 1 genannten
Merkmalen und eine Vorrichtung mit den in Anspruch 28 genannten Merkmalen gelöst.
Das Verfahren zur gezielten Beeinflussung von für eine Behandlung von Feststoffen
relevanten physikalischen und/oder chemischen und/oder biologischen Parametern wie
beispielsweise Temperatur, elektrische Leitfähigkeit, dielektrischer Verlustfaktor,
mikrobiologische Aktivität oder Beweglichkeit zeichnet sich dadurch aus, dass gleichzeitig
in einen zu behandelnden Feststoff mindestens ein elektromagnetisches Hochfrequenzfeld,
insbesondere im Radiowellen- und/oder Mikrowellenbereich, und mindestens ein elektrisches
Feld mit einer Frequenz zwischen >0 und 60 Hz eingebracht wird.. Hierdurch werden
die verfahrenstechnischen Vorteile eines erhöhten Leistungseintrags und die Verringerung
von thermischen Verlusten sowie eine Verkürzung der Sanierungs- beziehungsweise Prozessdauer
erreicht. Darüber hinaus werden jedoch überraschenderweise synergetische Effekte erzielt,
[weiter auf Seite 9 der ursprünglichen Beschreibung]
[0022] die zu einer deutlichen Verbesserung der Steuerbarkeit von für die angestrebte Behandlung
optimalen physikalischen, chemischen und biologischen Parametern sowie eine verbesserte
Optimierbarkeit der räumlichen Wirkung bestimmter Effekte führen. Im Falle der am
häufigsten angewandten thermischen Methoden lässt sich somit beispielsweise ein Gleichspannungsfeld
als Triebkraft für Ionenmigration unabhängig von einem elektromagnetischen Wechselfeld
für die Matrixerwärmung einstellen. Weiterhin können durch geeignete Wahl der Frequenzen
und der Elektrodengeometrie insbesondere Bereiche mit stark unterschiedlicher Feuchte
homogen erwärmt beziehungsweise behandelt werden. Dies hat in Sanierungsanwendungen
unter anderem zur Konsequenz, dass die unerwünschte Readsorption oder Rekondensation
von Schadstoffen in kälteren Bereichen, wie sie beispielsweise bei sukzessivem Einsatz
von verschiedenen Heizmethoden auftreten, vermieden wird.
[0023] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist bevorzugt vorgesehen, dass der zu
behandelnde Feststoff eine Bodenformation ist. Auf diese Weise ergeben sich vielfältige
Anwendungsmöglichkeiten des Verfahrens, wie beispielsweise eine Dekontamination, welche
sich vorteilhaft durch besonders günstige Eigenschaften auszeichnen.
[0024] Daneben ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt vorgesehen, dass
der zu behandelnde Feststoff ein Katalysator beziehungsweise ein katalytisch aktives
Material ist. Durch die erfindungsgemäßen Mittel wird eine gleichmäßige Regenerierung
durch beispielsweise Thermodesorption realisiert.
[0025] Ferner ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen, dass der zu behandelnden
Feststoff ein Adsorbens beziehungsweise ein sorptionsaktives Material ist. Das erfindungsgemäße
Verfahren bietet vorteilhaft vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. So sind beispielsweise
eine Reinigung des Adsorbens und/oder eine Minimierung der Restbeladung des Adsorberbettes
möglich.
[0026] Weiterhin ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt vorgesehen, dass
das Verfahren eine gezielte Erwärmung des zu behandelnden Feststoffes beinhaltet.
Hierdurch lassen sich insbesondere physikalische, chemische und/oder biologische Prozesse
vorteilhaft beeinflussen beziehungsweise beschleunigen.
[0027] Auch ist bevorzugt im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen, dass der
zu behandelnde Feststoff mit wenigstens einem Schadstoff belastet ist und der zu behandelnde
Feststoff mit dem Ziel einer optimierten Dekontamination behandelt wird. Durch die
erfindungsgemäßen Mittel wird vorteilhaft eine gleichmäßige Dekontamination über das
gesamte zu behandelnde Feststoffvolumen erzielt.
[0028] Des Weiteren ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt vorgesehen,
dass wenigstens ein an dem zu behandelnden Feststoff adsorbierter Stoff durch die
Erwärmung aus dem zu behandelnden Feststoff freigesetzt wird. Durch die erfindungsgemäßen
Mittel wird vorteilhaft eine gleichmäßige Freisetzung des adsorbierten Stoffes über
das gesamte zu behandelnde Feststoffvolumen erzielt.
[0029] Bevorzugt ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens ferner vorgesehen, dass
zumindest zwei der angewandten Felder unterschiedlicher Frequenz über dasselbe Elektrodensystem
in den zu behandelnden Feststoff eingebracht werden. Hierdurch werden vorteilhaft
besonderes günstige Eigenschaften der Feldausbreitung in dem zu behandelnden Feststoff
erzielt. Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass wenigstens eine externe Struktur
als Elektrode genutzt wird, wobei die wenigstens eine externe Struktur vorzugsweise
eine Flüssigkeit und/oder Wasser und/oder Grundwasser sein kann. Dies ist mit Zeit-
und Kostenvorteilen verbunden und eröffnet weiterhin günstige Möglichkeiten zur Optimierung
der Feldverläufe.
[0030] Darüber hinaus ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt vorgesehen,
dass die technischen Parameter so gewählt werden, dass eine im Wesentlichen homogene
Erwärmung zumindest eines Teils des Volumens des zu behandelnden Feststoffes erreicht
wird. Auf diese Weise werden für die Behandlung des Feststoffes nachteilige, aufgrund
von Temperaturgradienten entstehende Effekte vermieden.
[0031] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist außerdem bevorzugt vorgesehen, dass
wenigstens eine gesättigte und wenigstens eine ungesättigte Bodenzone mit im Wesentlichen
gleichen Aufheizraten erwärmt werden. Hierdurch wird vorteilhaft die Entstehung von
Temperaturgradienten zwischen gesättigten und ungesättigten Bodenzonen minimiert.
[0032] Ferner ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt vorgesehen, dass wenigstens
zwei Teilvolumina des zu behandelnden Feststoffes mit voneinander abweichender Beschaffenheit
mit im Wesentlichen gleichen Aufheizraten erwärmt werden. Auf diese Weise wird vorteilhaft
die Entstehung von Temperaturgradienten zwischen den wenigstens zwei Teilvolumina
minimiert.
[0033] Des Weiteren ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt vorgesehen,
dass der zu behandelnde Feststoff erwärmt wird, um darin enthaltene Kohlenwasserstoffe
zu gewinnen. Durch die erfindungsgemäßen Mittel ist eine einfach anwendbare Behandlungsmöglichkeit
des Feststoffes mit einer gleichmäßigen Freisetzung der Kohlenwasserstoffe gegeben.
[0034] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist zudem bevorzugt vorgesehen, dass in
dem zu behandelnden Feststoff Mikroorganismen abgetötet werden und/oder eine Hygienisierung
erfolgt. Durch die erfindungsgemäßen Mittel wird eine gleichmäßige Entkeimung des
Feststoffes über das gesamte zu behandelnde Feststoffvolumen erzielt.
[0035] Weiterhin ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt vorgesehen, dass
durch die Erwärmung chemische Reaktionen in dem zu behandelnden Feststoff initiiert
werden, die zur Entfernung und/oder Umwandlung zumindest eines Teiles wenigstens eines
in dem zu behandelnden Feststoff enthaltenen Schadstoffes führen. Hierdurch ist eine
einfach handhabbare Möglichkeit einer Dekontamination des Feststoffes gegeben.
[0036] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist überdies bevorzugt vorgesehen, dass
wenigstens ein elektrokinetisches Dekontaminationsverfahren zumindest teilweise thermisch
unterstützt wird und/oder vorzugsweise wenigstens ein mikrobielles Dekontaminationsverfahren
zumindest teilweise thermisch unterstützt wird und/oder insbesondere bevorzugt wenigstens
eine Bodenluftabsaugung zumindest teilweise thermisch unterstützt wird. Hierdurch
ist in einfacher Weise die Proessgeschwindigkeit für das jeweilige Dekontaminationsverfahren
erhöhbar.
[0037] Auch ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt vorgesehen, dass der
wenigstens eine Schadstoff durch thermisch initiierte Reaktionen mit der Bodenmatrix
immobilisiert wird. Auf diese Weise ist eine einfach anzuwendende Möglichkeit der
Schadstoffimmobilisierung gegeben.
[0038] Fernerhin ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt vorgesehen, dass
wenigstens ein Teilvolumen des Feststoffs, welches als Barriere für den wenigstens
einen Schadstoff wirkt, selektiv erwärmt wird. Hierdurch wird vorteilhaft eine gezielte
Regenerierung der wenigstens einen Barriere ermöglicht.
[0039] Darüber hinaus ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt vorgesehen,
dass die Grundfrequenz des ersten Feldes im Wesentlichen 0 Hz und die Grundfrequenz
des wenigstens einen weiteren Feldes im Wesentlichen hochfrequent ist und weiterhin
insbesondere bevorzugt, dass die Grundfrequenz des ersten Feldes im Wesentlichen niederfrequent
und die Grundfrequenz des wenigstens einen weiteren Feldes im Wesentlichen hochfrequent
ist, wobei die niederfrequente Grundfrequenz eine ortsübliche Netzfrequenz von 50
oder 60 Hz aufweist. Ferner ist bevorzugt vorgesehen, dass die hochfrequente Grundfrequenz
im Wesentlichen im Mikrowellenbereich und weiterhin bevorzugt im Wesentlichen im Radiowellenbereich
liegt. Durch die erfindungsgemäßen Mittel sind vielfältige Möglichkeiten der gezielten
Beeinflussung von für die Behandlung des Feststoffes relevanten Parametern gegeben,
welche sich vorteilhaft durch eine entkoppelte Steuerbarkeit sowie eine verbesserte
Optimierbarkeit als bisher bekannt auszeichnen.
[0040] Schließlich ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt vorgesehen,
dass durch die Wahl der hochfrequenten Grundfrequenz der Potentialverlauf entlang
wenigstens einer Elektrode optimiert wird. Auf diese Weise ist eine gewünschte Abstrahlcharakteristik
und ein damit verbundener optimierter Leistungseintrag einstellbar.
[0041] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur gezielten Beeinflussung von für eine Behandlung
von Feststoffen relevanten physikalischen und/oder chemischen und/oder biologischen
Parametern mit wenigstens zwei elektrischen Spannungsquellen, wenigstens einer Elektrode
und wenigstens einer Koppeleinrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass mittels der
wenigstens zwei elektrischen Spannungsquellen wenigstens zwei Spannungen mit voneinander
abweichenden Grundfrequenzen erzeugbar sind und die wenigstens zwei Spannungen mittels
der wenigstens einen Koppeleinrichtung auf die wenigstens eine Elektrode übertragbar
sind, wobei mindestens ein elektromagnetisches Hochfrequenzfeld, insbesondere im Radiowellen-
und/oder Mikrowellenbereich und mindestens ein elektrisches Feld mit einer Frequenz
zwischen >0 und 60 Hz in dem zu behandelnden Feststoff einbringbar sind. Durch die
erfindungsgemäßen Mittel sind die verfahrenstechnischen Vorteile eines erhöhten Leistungseintrags
und die Verringerung von thermischen Verlusten sowie eine Verkürzung der Sanierungs-
beziehungsweise Prozessdauer erreichbar. Darüber hinaus werden synergetische Effekte
erzielt, die zu einer deutlichen Verbesserung der Steuerbarkeit von für die angestrebte
Behandlung optimalen physikalischen, chemischen und biologischen Parametern sowie
einer verbesserten Optimierbarkeit der räumlichen Wirkung bestimmter Effekte führen.
Im Falle der am häufigsten angewandten thermischen Methoden lässt sich somit beispielsweise
ein Gleichspannungsfeld als Triebkraft für Ionenmigration unabhängig von einem elektromagnetischen
Wechselfeld für die Matrixerwärmung einstellen. Weiterhin können durch geeignete Wahl
der Frequenzen und der Elektrodengeometrie insbesondere Bereiche mit stark unter
[Fortsetzung auf Seite 16 der ursprünglichen Beschreibung]
[0042] schiedlicher Feuchte homogen erwärmt beziehungsweise behandelt werden. Dies hat in
Sanierungsanwendungen unter anderem zur Konsequenz, dass die unerwünschte Readsorption
oder Rekondensation von Schadstoffen in kälteren Bereichen, wie sie beispielsweise
bei sukzessivem Einsatz von verschiedenen Heizmethoden auftreten, vermieden wird.
Vorzugsweise wird die Mehrfrequenzanwendung dabei über ein und dasselbe im Sanierungsbereich
installierte Elektrodensystem realisiert, indem gleichzeitig Potentiale unterschiedlicher
Frequenz und Amplitude aufgebaut werden. Eine technische Voraussetzung dafür ist,
dass die Koppeleinrichtung primärseitig wenigstens ein Mittel zur Entkopplung der
wenigstens zwei Spannungsquellen umfasst. Für eine Niederfrequenz-Entkopplung ist
dies vorzugsweise mittels wenigstens eines elektronischen Anpassnetzwerkes und den
darin enthaltenen Kondensatoren gegeben. Eine Hochfrequenz-Entkopplung ist vorzugsweise
mittels wenigstens eines λ/4-Kabels und insbesondere bevorzugt wenigstens eines elektronischen
Filters realisierbar, wobei das wenigstens eine Filter vorzugsweise ein Tiefpass ist.
[0043] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass zur
Erzeugung von Spannungen der gewünschten Frequenzen wenigstens eine der wenigstens
zwei Spannungsquellen ein Hochfrequenzgenerator, Wechselstromtransformator oder eine
Gleichspannungsquelle ist.
[0044] In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Vorrichtung wenigstens
eine Temperaturmesseinrichtung umfasst. Hierdurch ist eine einfach realisierbare Rückkopplungsmöglichkeit
zur Prozesskontrolle und/oder -regelung gegeben. Besonders bevorzugt ist weiter vorgesehen,
dass die wenigstens eine Messeinrichtung wenigstens einen optischen Sensor, faseroptischen
Sensor oder dergleichen umfasst. Auf diese Weise ist eine störungsfreie Erfassung
von Messgrößen möglich.
[0045] Überdies ist in einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die
Vorrichtung wenigstens eine Schadstoffaufbereitungseinrichtung umfasst. Hierdurch
ist vorteilhaft die Möglichkeit einer. Verwertung oder Entsorgung von aus dem behandelten
Feststoff gewonnenen Schadstoffen gegeben.
[0046] Schließlich ist in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass wenigstens
eine externe Struktur als Elektrode nutzbar ist. Dabei kann die wenigstens eine externe
Struktur insbesondere bevorzugt eine Flüssigkeit und/oder Wasser und/oder Grundwasser
sein. Dies ist mit Zeit- und Kostenvorteilen verbunden und birgt weiterhin günstige
Möglichkeiten der Optimierung der Feldverläufe.
[0047] Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in
den Unteransprüchen genannten Merkmalen.
[0048] Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der zugehörigen Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- mikrobielle Abbauraten von Phenol bei Erwärmung im Wasserbad und beim Einbringen eines
hochfrequenten elektromagnetischen Feldes bei gleicher Temperatur im Vergleich;
- Figur 2
- einen Aufbau einer Vorrichtung zur simultanen Erzeugung und Kopplung wenigstens zweier
Spannungen unterschiedlicher Frequenzen mit peripheren Einrichtungen zur Feststoffdekontamination;
- Figur 3
- eine Vorrichtung zur homogenen dielektrischen Erwärmung von stark unterschiedlichen
Bodenzonen;
- Figur 4
- Aufheizraten einer gesättigten und einer ungesättigten Bodenzone mit einer Vorrichtung
nach Figur 3 zur homogenen dielektrischen Erwärmung und
- Figur 5
- eine optimierte Vorrichtung zur elektrokinetischen Bodenreinigung.
[0049] Figur 1 zeigt mikrobielle Abbauraten von Phenol durch den Stamm Pseudomonas fluorescens
SV35 bei Erwärmung im Wasserbad und bei simultanem Einbringen eines hochfrequenten
elektromagnetischen Feldes, wobei in allen Fällen die Temperatur konstant gehalten
wurde. Untersuchungen zum mikrobiellen Abbau von Phenol durch den Stamm Pseudomonas
fluorescens SV35 ergaben die für mesophile Mikroorganismen zu erwartende Temperaturabhängigkeit
dar Abbaurate mit einem Maximum bei ca. 35 °C. Die Temperatur konnte in dieser Versuchsreihe
durch nicht-elektrische, niederfrequente und hochfrequente elektrische Heizmethoden
und deren Kombination eingestellt werden. Während die meisten direkt mit der Temperatur
korrelierten relevanten Parameter (Wasserlöslichkeit, Diffusionsgeschwindigkeit u.
a.) von der Erwärmungsmethode unbeeinflusst sind, zeigten Vergleichsmessungen zwischen
Wasserbadund HF-Erwärmung bei 30 °C zusätzliche nicht-thermische Effekte, die im Falle
der HF-Erwärmung zu signifikant höheren Abbauraten führten. Das Ergebnis wurde sowohl
durch colorimetrische als auch durch HPLC-Analyse des Phenolgehalts in der wässrigen
Lösung erhalten. Obwohl die mikrobiologischen Ursachen derartiger Effekte nicht völlig
geklärt sind, belegt dieses überraschende Resultat die Möglichkeit, durch entkoppelte
Einstellung der Parameter Temperatur und HF-Feldstärke positive Effekte für mikrobiologische
Schadstoffabbauprozesse zu erzielen.
[0050] Figur 2 zeigt den schematischen Aufbau einer Ausführung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
10 zur simultanen Erzeugung und Kopplung wenigstens zweier Spannungen unterschiedlicher
Frequenzen für eine simultane Behandlung von Feststoffen mit elektrischen beziehungsweise
elektromagnetischen Feldern unterschiedlicher Frequenzen. Die Vorrichtung 10 umfasst
mehrere Spannungsquellen wie eine Gleichspannungsquelle 54, eine Niederfrequenzspannungsquelle
56 und einen Hochfrequenzgenerator 22 mit Anpassnetzwerk 24 zur Erzeugung von Spannungen
unterschiedlicher Grundfrequenz. Mittels einer Koppeleinrichtung 18 werden die Spannungen
auf ein gemeinsames Elektrodensystem wie beispielsweise Plattenelektroden, einzelne
Stabelektroden oder ein Array von Stabelektroden übertragen, wobei eine Frequenzentkopplung
durch Filter, Kondensatoren oder dergleichen stattfindet. Eine Messeinrichtung 28
wie insbesondere eine optische Temperaturmesseinrichtung 30 dient zur Kontrolle beziehungsweise
Rückkopplung von Mess-, Zustands- oder Regelgrößen. Eine Analyseeinrichtung 52 dient
der Analyse von Schadstoffen, Wertstoffen oder dergleichen. Mittels einer Schadstoffaufbereitungseinrichtung
38 erfolgt eine Reinigung der Abluft beziehungweise der freigesetzten Substanzen.
Eine Kühleinrichtung 62 dient zur Kühlung der Vorrichtung 10 und insbesondere des
Hochfrequenzgenerators 22. Die genannten aktiven Komponenten können mit einer lokalen
Datenerfassungseinrichtung 58 zur Steuerung der Komponenten beziehungsweise Erfassung
von Messdaten verbunden sein. Mittels einer Steuereinrichtung 34 erfolgt eine Steuerung
der Vorrichtung 10 beziehungsweise des Verfahrensablaufes, eine Erfassung beziehungsweise
Verarbeitung und eine Visualisierung von Mess-, System- und Prozessdaten. Eine Datenfernübertragungseinrichtung
36 ermöglicht eine Übertragung dieser Daten über Funk oder leitungsgebundene Kommunikationssysteme.
Über eine Netzwerkverbindung 60 ist eine Fernbedienung der Vorrichtung 10 beziehungsweise
ein Remote-Login möglich. Ein Büroteil 64 schließlich ermöglicht eine Auswertung vor
Ort, einen Aufenthalt von Bedienpersonal und dergleichen. Abhängig vom konkreten Anwendungsfall
können Komponenten entfallen oder weitere hinzukommen.
[0051] Figur 3 zeigt schematisch eine Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 für
die simultane Behandlung einer Bodenzone 48 beziehungsweise 50 mit einem niederfrequenten
und einem hochfrequenten elektromagnetischen Feld. Die Felder werden hierbei über
dasselbe Elektrodensystem angewandt. Ziel der Anwendung ist die Entfernung einer hohen
Kohlenwasserstoffkontamination im Bereich eines ehemaligen Lösungsmitteltanklagers
durch thermisch unterstützte Bodenluftabsaugung. Im Sanierungsbereich ist ein hoher
Grundwasserstand zu konstatieren, so dass eine Koexistenz von gesättigter Bodenzone
50 und ungesättigter kontaminierter Bodenzone 48 gegeben ist. Der Übergang befindet
sich in 1,80 m Tiefe. Der zu behandelnde Bereich besitzt insgesamt eine Mächtigkeit
von 3,20 m. Bei der Sanierungsmaßnahme im Bereich zwischen zwei Tanks werden externe
Strukturen 46 als Elektroden 16 verwendet. Hierzu werden die zwei Tanks genutzt und
parallel geschaltet. Eine Reihe von Absaugbrunnen in der Mitte zwischen den Tanks
dient als Gegenelektrode 16. Als Spannungsquellen 14 kommen ein Wechselstromtransformator
26 zur Erzeugung einer Wechselspannung von 50 Hz und ein Hochfrequenzgenerator 22
zur Erzeugung einer Wechselspannung von 13,56 MHz zum Einsatz. Die Kopplung beziehungsweise
Entkopplung beider Spannungen erfolgt mittels einer Koppeleinrichtung 18, welche als
Mittel zur Entkopplung 20 ein elektronisches Anpassnetzwerk 24 zur Niederfrequenzentkopplung
sowie ein λ/4-Kabel mit Tiefpass und ein Netzfilter zur Hochfrequenzentkopplung umfasst.
Eine Messeinrichtung 28 umfasst eine Temperaturmesseinrichtung 30 zur kontinuierlichen
Temperaturerfassung, eine Mehrzahl faseroptischer Sensoren zur Messwerterfassung an
achtundvierzig Messstellen in verschiedenen Ebenen im Bodenbett. Zur Überwachung der
elektrischen Feldstärke ist eine Feldmesseinrichtung 32 vorhanden. Zur Steuerung der
Vorrichtung 10 dient eine Steuereinrichtung 34 mit Datenfernübertragungseinrichtung
36. Die freigesetzten Schadstoffe werden in eine Schadstoffaufbereitungseinrichtung
38 mittels einer Absaugeinrichtung 44 gefördert und insbesondere über einen Wärmetauscher
40 zu einem Aktivkohlefilter 42 geführt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 ermöglicht
eine im Wesentlichen homogene Erwärmung des zu behandelnden inhomogenen Mediums. Auf
diese Weise werden eine unerwünschte Readsorption und Rekondensation der Schadstoffe
weitestgehend vermieden.
[0052] Figur 4 zeigt die Aufheizraten in einer gesättigten und einer ungesättigten Bodenzone
bei Anwendung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur elektrischen Erwärmung von Bodenzonen
mittels simultanen Einbringens zweier elektrischer und/oder elektromagnetischer Felder
unterschiedlicher Frequenzen. Das Verhältnis der Leistungen zweier parallel geschalteter
Spannungsquellen mit den Frequenzen 50 Hz (NF) und 13,56 MHz (HF) wurde auf Basis
von Vorversuchen ermittelt und auf 1 kW zu 0,9 kW eingestellt. Wie exemplarisch anhand
der Mittelwerte aller Temperatursensoren der beiden Ebenen in der gesättigten beziehungsweise
der ungesättigten Zone deutlich wird, kann mittels des simultanen Einbringens elektrischer
und/oder elektromagnetischer Felder unterschiedlicher Frequenzen eine weitgehend gleichmäßige
Erwärmung im gesamten Bodenvolumen erreicht werden.
[0053] Figur 5 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung 10 zur Bodenreinigung mit einer Gleichspannungsquelle
54, einem Hochfrequenzgenerator 22, einer Koppeleinrichtung 18 und einer Elektrode
16. Der kontrollierte Transport von Ionen in einem Feststoff 12, zum Beispiel einem
Boden, kann genutzt werden, um ionische Schadstoffe (zum Beispiel Schwermetalle) zu
entfernen oder die Nährstoffzufuhr zu verbessern und damit mikrobielle Abbauvorgänge
zu unterstützen. Bei diesen' elektrokinetischen Verfahren konkurriert die gerichtete
Bewegung der geladenen Species in einem zeitlich konstanten äußeren elektrischen Feld
(Anwendung einer Gleichspannung) mit der ungerichteten Normaldiffusion. Beide Prozesse
sind temperaturabhängig. Ihre Geschwindigkeit steigt exponentiell mit der Temperatur
an. In der Regel führt das Gleichspannungsfeld nicht zu einer signifikanten Temperaturerhöhung
im Boden, da physikalische und verfahrenstechnische Limitierungen (maximal mögliche
Spannungen, unerwünschte Wasserelektrolyse, damit verbundene pH-Wert-Änderungen im
Elektrodenbereich, begrenzte Leitfähigkeit des Bodens) den spezifischen Leistungseintrag
begrenzen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht die kontrollierte Einstellung
einer optimalen Temperatur im zu reinigenden Bodenvolumen unabhängig vom Gleichspannungsfeld
und damit eine drastische Verkürzung der Behandlungszeit.
[0054] In einem Laborexperiment wurde ein tonig-schluffiges Flusssediment, das neben anderen
Schwermetallen mit Zink belastet war, einem Gleichspannungsfeld ausgesetzt. Für eine
Absenkung der Restkonzentration um den Faktor 10 wurde bei 20°C eine Behandlungszeit
von rund 12 d benötigt. In einem weiteren Experiment wurde mittels der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 10 simultan zum Gleichspannungsfeld ein HF-Feld angelegt. Nach wenigen
Stunden wurde eine mittlere Temperatur von 45 °C im Sedimentbett erreicht und konstant
eingeregelt. Gleichspannungs- und HF-Feld wurden über dieselbe Elektrode 16 (planares
Netz aus Edelstahl) in das Sedimentbett eingespeist. Die Behandlungszeit, die zur
Absenkung der Zinkkonzentration im Sediment um den Faktor 10 notwendig war, betrug
nur noch 2,5 d.
Bezugszeichenliste
[0055]
- 10
- Vorrichtung
- 12
- Feststoff
- 14
- Spannungsquellen
- 16
- Elektroden
- 18
- Koppeleinrichtung
- 20
- Mittel zur Entkopplung
- 22
- Hochfrequenzgenerator
- 24
- Anpassnetzwerk
- 26
- Wechselstromtransformator
- 28
- Messeinrichtung
- 30
- Temperaturmesseinrichtung
- 32
- Feldmesseinrichtung
- 34
- Steuereinrichtung
- 36
- Datenfernübertragungseinrichtung
- 38
- Schadstoffaufbereitungseinrichtung
- 40
- Wärmetauscher
- 42
- Aktivkohlefilter
- 44
- Absaugeinrichtung
- 46
- externe Struktur
- 48
- ungesättigte Bodenzone
- 50
- gesättigte Bodenzone
- 52
- Analyseeinrichtung
- 54
- Gleichspannungsquelle
- 56
- Niederfrequenzspannungsquelle
- 58
- lokale Datenerfassungseinrichtung
- 60
- Netzwerkverbindung
- 62
- Kühleinrichtung
- 64
- Büroteil
1. Verfahren zur gezielten Beeinflussung von für eine Behandlung von Feststoffen relevanten
physikalischen und/oder chemischen und/oder biologischen Parametern, dadurch gekennzeichnet, dass gleichzeitig in einen zu behandelnden Feststoff mindestens ein elektromagnetisches
Hochfrequenzfeld, insbesondere im Radiowellen- und/oder Mikrowellenbereich, und mindestens
ein elektrisches Feld mit einer Frequenz zwischen >0 und 60 Hz eingebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zu behandelnde Reststoff eine Bodenformation ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zu behandelnde Feststoff ein Katalysator beziehungsweise ein katalytisch aktives
Material ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zu behandelnde Feststoff ein Adsorbens beziehungsweise ein sorptionsaktives Material
ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren eine gezielte Erwärmung des zu behandelnden Feststoffes beinhaltet.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der zu behandelnde Feststoff mit wenigstens einem Schadstoff belastet ist und der
zu behandelnde Feststoff mit dem Ziel einer optimierten Dekontamination behandelt
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein an dem zu behandelnden Feststoff adsorbierter Stoff durch die Erwärmung
aus dem zu behandelnden Feststoff freigesetzt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei der angewandten Felder unterschiedlicher Frequenz über dasselbe Elektrodensystem
in den zu behandelnden Feststoff eingebracht werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die technischen Parameter so gewählt werden, dass eine im Wesentlichen homogene Erwärmung
zumindest eines Teils des Volumens des zu behandelnden Feststoffes erreicht wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine gesättigte und wenigstens eine ungesättigte Bodenzone mit im Wesentlichen
gleichen Aufheizraten erwärmt werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Teilvolumina des zu behandelnden Feststoffes mit voneinander abweichender
Beschaffenheit mit im Wesentlichen bleichen Aufheizraten erwärmt werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der zu behandelnde Feststoff erwärmt wird, um darin enthaltene Kohlenwasserstoffe
zu gewinnen.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zu behandelnden Feststoff Mikroorganismen abgetötet werden und/oder eine Hygienisierung
erfolgt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Erwärmung chemische Reaktionen in dem zu behandelnden Feststoff initiiert
werden, die zur Entfernung und/oder Umwandlung zumindest eines Teiles wenigstens eines
in dem zu behandelnden Feststoff enthaltenen Schadstoffes führen.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein elektrokinetisches Dekontaminationsverfahren zumindest teilweise thermisch
unterstützt wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein mikrobielles Dekontaminationsverfahren zumindest teilweise thermisch
unterstützt wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Bodenluftabsaugung zumindest teilweise thermisch unterstützt wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Schadstoff durch thermisch initiierte Reaktionen mit der Bodenmatrix
immobilisiert wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teilvolumen des Feststoffes, welches als Barriere für den wenigstens
einen Schadstoff wirkt, selektiv erwärmt wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundfrequenz des ersten Feldes im Wesentlichen 0 Hz und die Grundfrequenz des
wenigstens einen weiteren Feldes im Wesentlichen hochfrequent ist.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundfrequenz des ersten Feldes im Wesentlichen niederfrequent und die Grundfrequenz
des wenigstens einen weiteren Feldes im Wesentlichen hochfrequent ist.
22. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die niederfrequente Grundfrequenz eine ortsübliche Netzfrequenz von 50 oder 60 Hz
aufweist.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die hochfrequente Grundfrequenz im Wesentlichen im Mikrowellenbereich liegt.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die hochfrequente Grundfrequenz im Wesentlichen im Radiowellenbereich liegt.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Wahl der Frequenz der hochfrequenten Grundfrequenz der Potentialverlauf
entlang wenigstens einer Elektrode optimiert wird.
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 25, dadurch gekenntzeichnet, dass wenigstens eine externe Struktur als Elektrode genutzt wird.
27. Verfahren nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine externe Struktur eine Flüssigkeit und/oder Wasser und/oder Grundwasser
ist.
28. Vorrichtung (10) zur Behandlung von Feststoffen (12) mit wenigstens zwei elektrischen
Spannungsquellen (14), wenigstens einer Elektrode (16) und wenigstens einer Koppeleinrichtung
(18), dadurch gekennzeichnet, dass mittels der wenigstens zwei elektrischen Spannungsquellen wenigstens zwei Spannungen
mit voneinander abweichenden Grundfrequenzen erzeugbar sind und die wenigstens zwei
Spannungen mittels der wenigstens einen Koppeleinrichtung (18) auf die wenigstens
eine Elektrode (16) übertragbar sind, wobei mindestens ein elektromagnetisches Hochfrequenzfeld,
insbesondere im Radiowellen- und/oder Mikrowellenbereich und mindestens ein elektrisches
Feld mit einer Frequenz zwischen >0 und 60 Hz in dem zu behandelnden Feststoff (12)
einbringbar sind.
29. Vorrichtung (10) nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Koppeleinrichtung (18) wenigstens ein Mittel zur Entkopplung
(20) der wenigstens zwei Spannungsquellen (14) umfasst.
30. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 28 bis 29, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der wenigstens zwei Spannungsquellen (14) ein Hochfrequenzgenerator
(22), Wechselstromtransformator (26) oder eine Gleichspannungsquelle ist.
31. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 28 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Mittel zur Entkopplung (20) ein elektronisches Anpassnetzwerk
(24) ist.
32. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 28 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Mittel zur Entkopplung (20) ein elektronisches Filter ist.
33. Vorrichtung (10) nach Anspruch 32, dadurch gekennzeichnet, dass das Filter ein Tiefpass ist.
34. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 29 bis 33, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Mittel zur Entkopplung (20) ein λ/4-Kabel ist.
35. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 28 bis 34, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) wenigstens eine Temperaturmesseinrichtung (30) umfasst.
36. Vorrichtung (10) nach Anspruch 35, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Temperaturmesseinrichtung (30) wenigstens einen optischen Sensor,
faseroptischen Sensor oder dergleichen umfasst.
37. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 28 bis 36, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) wenigstens eine Schadstoffaufbereitungseinrichtung (38) umfasst.
38. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 28 bis 37, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine externe Struktur (46) als Elektrode (16) nutzbar ist.
39. Vorrichtung (10) nach Anspruch 38, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine externe Struktur eine Flüssigkeit und/oder Wasser und/oder Grundwasser
ist.
1. A method for purposefully influencing physical and/or chemical and/or biological parameters
that are relevant to a treatment of solids, characterized in that at least one electromagnetic high-frequency field, in particular in the radio-wave
and/or microwave range, and at least one electric field having a frequency of between
>0 and 60 Hz, are simultaneously introduced into a solid matter to be treated.
2. A method according to claim 1, characterized in that the solid matter to be treated is a formation of soil.
3. A method according to claim 1, characterized in that the solid matter to be treated is a catalyst or a catalytically active material.
4. A method according to claim 1, characterized in that the solid matter to be treated is an adsorbent or a sorption-active material.
5. A method according to any one of claims 1 to 4, characterized in that the method includes a purposeful heating of the solid matter to be treated.
6. A method according to any one of claims 1 to 5, characterized in that the solid matter to be treated is contaminated with at least one pollutant and the
solid matter to be treated is treated with the aim of an optimized decontamination.
7. A method according to any one of claims 1 to 6, characterized in that at least one substance that is adsorbed at the solid matter to be treated is released
from the solid matter to be treated by the heating.
8. A method according to any one of claims 1 to 7, characterized in that at least two of the applied fields of different frequencies are introduced into the
solid matter to be treated via the same electrode system.
9. A method according to any one of claims 5 to 8, characterized in that the technical parameters are selected such that a substantially homogeneous heating
of at least a part of the volume of the solid matter to be treated is achieved.
10. A method according to any one of claims 5 to 9, characterized in that at least one saturated and at least one unsaturated soil zone are heated at substantially
the same heating rates.
11. A method according to any one of claims 5 to 10, characterized in that at least two partial volumes of the solid matter to be treated that are of differing
nature are heated at substantially the same heating rates.
12. A method according to any one of claims 5 to 11, characterized in that the solid matter to be treated is heated in order to extract hydrocarbons contained
therein.
13. A method according to any one of claims 1 to 12, characterized in that in the solid matter to be treated, microorganisms are killed and/or a hygienisation
takes place.
14. A method according to any one of claims 5 to 13, characterized in that the heating initiates chemical reactions in the solid matter to be treated that lead
to the elimination and/or the transformation of at least a part of at least one pollutant
contained in the solid matter to be treated.
15. A method according to any one of claims 5 to 14, characterized in that at least one electrokinetic decontamination method is at least partially thermally
supported.
16. A method according to any one of claims 5 to 15, characterized in that at least one microbial decontamination method is at least partially thermally supported.
17. A method according to any one of claims 5 to 16, characterized in that at least one removal of soil air by suction is at least partially thermally supported.
18. A method according to any one of claims 5 to 17, characterized in that the at least one pollutant is immobilized by thermally initiated reactions with the
soil matrix.
19. A method according to any one of claims 5 to 18, characterized in that at least one partial volume of the solid matter is selectively heated, said partial
volume acting as a barrier for the at least one pollutant.
20. A method according to any one of claims 1 to 19, characterized in that the basic frequency of the first field is substantially 0 Hz and the basic frequency
of the at least one further field is substantially a high frequency.
21. A method according to any one of claims 1 to 19, characterized in that the basic frequency of the first field is substantially a low frequency and the basic
frequency of the at least one further field is substantially a high frequency.
22. A method according to claim 21, characterized in that the low-frequency basic frequency has a local standard frequency of 50 or 60 Hz.
23. A method according to any one of claims 20 to 22, characterized in that the high-frequency basic frequency is substantially in the microwave range.
24. A method according to any one of claims 20 to 22, characterized in that the high-frequency basic frequency is substantially in the radio-wave range.
25. A method according to any one of claims 20 to 24, characterized in that the potential curve along at least one electrode is optimized by the selection of
the frequency of the high-frequency basic frequency.
26. A method according to any one of claims 1 to 25, characterized in that at least one external structure is used as an electrode.
27. A method according to claim 26, characterized in that the at least one external structure is a liquid and/or water and/or groundwater.
28. A device (10) for the treatment of solids (12) with at least two electrical voltage
sources (14), at least one electrode (16) and at least one coupling apparatus (18),
characterized in that at least two voltages of differing basic frequencies can be generated by means of
the at least two electrical voltage sources and the at least two voltages can be transmitted
to the at least one electrode (16) by means of the at least one coupling apparatus
(18), wherein at least one electromagnetic high-frequency field, in particular in
the radio-wave and/or microwave range, and at least one electric field having a frequency
of between >0 and 60 Hz can be introduced into the solid matter to be treated (12).
29. A device (10) according to claim 28, characterized in that the at least one coupling apparatus (18) comprises at least one means for decoupling
(20) the at least two voltage sources (14).
30. A device (10) according to any one of claims 28 to 29, characterized in that at least one of the at least two voltage sources (14) is a radiofrequency oscillator
(22), an A.C. transformer (26) or a constant voltage source.
31. A device (10) according to any one of claims 28 to 30, characterized in that the at least one means for decoupling (20) is an electronic matching network (24).
32. A device (10) according to any one of claims 28 to 30, characterized in that the at least one means for decoupling (20) is an electronic filter.
33. A device (10) according to claim 32, characterized in that the filter is a low-pass filter.
34. A device (10) according to any one of claims 29 to 33, characterized in that the at least one means for decoupling (20) is a λ/4 cable.
35. A device (10) according to any one of claims 28 to 34, characterized in that the device (10) comprises at least one temperature-measuring apparatus (30).
36. A device (10) according to claim 35, characterized in that the at least one temperature-measuring apparatus (30) comprises at least one optical
sensor, fiber-optic sensor or the like.
37. A device (10) according to any one of claims 28 to 36, characterized in that the device (10) comprises at least one pollutant-processing apparatus (38).
38. A device (10) according to any one of claims 28 to 37, characterized in that at least one external structure (46) can be used as an electrode (16).
39. A device (10) according to claim 38, characterized in that the at least one external structure is a liquid and/or water and/or groundwater.
1. Procédé pour l'action ciblée sur des paramètres physiques et/ou chimiques et/ou biologiques
relatifs à un traitement de corps solides, caractérisé en ce que, dans un corps solide devant être traité, au moins un champ à hautes fréquences électromagnétique,
en particulier dans la plage des ondes radio et/ou des micro-ondes, et au moins un
champ électrique, avec une fréquence de >0 à 60 Hz sont appliqués simultanément.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le corps solide devant être traité est une formation de sol.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le corps solide devant être traité est un catalyseur ou bien un matériau ayant une
activité catalytique.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le corps solide devant être traité est un adsorbant ou bien un matériau ayant une
activité de sorption.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le procédé contient un réchauffement ciblé du corps solide devant être traité.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le corps solide devant être traité est pollué par au moins une substance nocive et
en ce que le corps solide devant être traité est traité en vue d'une décontamination optimisée.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'au moins une substance adsorbée au niveau du corps solide devant être traité est dégagée
du corps solide devant être traité du fait du réchauffement.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'au moins deux des champs appliqués de fréquence différente sont appliqués dans le
corps solide devant être traité par le même système d'électrodes.
9. Procédé selon l'une des revendications 5 à 8, caractérisé en ce que les paramètres techniques sont choisis de telle sorte qu'un réchauffement essentiellement
homogène d'au moins une partie du volume du corps solide devant être traité est atteint.
10. Procédé selon l'une des revendications 5 à 9, caractérisé en ce qu'au moins une zone de sol saturée et au moins une zone de sol non saturée sont réchauffées
à des vitesses de réchauffement essentiellement égales.
11. Procédé selon l'une des revendications 5 à 10, caractérisé en ce qu'au moins deux volumes partiels du corps solide devant être traité ayant des constitutions
différentes l'une de l'autre sont réchauffés à des vitesses de réchauffement essentiellement
égales.
12. Procédé selon l'une des revendications 5 à 11, caractérisé en ce que le corps solide devant être traité est réchauffé afin d'extraire les hydrocarbures
qui y sont contenus.
13. Procédé selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que, dans le corps solide devant être traité, les micro-organismes sont tués et/ou en ce qu'une hygiénisation est effectuée.
14. Procédé selon l'une des revendications 5 à 13, caractérisé en ce que, par le réchauffement, des réactions chimiques sont amorcées dans le corps solide
devant être traité, lesquelles entraînent l'extraction et/ou la transformation d'au
moins une partie d'au moins une substance nocive contenue dans le corps solide devant
être traité.
15. Procédé selon l'une des revendications 5 à 14, caractérisé en ce qu'au moins un procédé de décontamination électrocinétique est supporté au moins partiellement
de façon thermique.
16. Procédé selon l'une des revendications 5 à 15, caractérisé en ce qu'au moins un procédé de décontamination microbienne est supporté au moins partiellement
de façon thermique.
17. Procédé selon l'une des revendications 5 à 16, caractérisé en ce qu'au moins une évacuation de l'air au sol est supportée au moins partiellement de façon
thermique.
18. Procédé selon l'une des revendications 5 à 17, caractérisé en ce que l'au moins une substance nocive est immobilisée par des réactions amorcées thermiquement
avec la matrice du sol.
19. Procédé selon l'une des revendications 5 à 18, caractérisé en ce qu'au moins un volume partiel du corps solide, lequel volume agit comme barrière pour
l'au moins une substance nocive, est réchauffé de façon sélective.
20. Procédé selon l'une des revendications 1 à 19, caractérisé en ce que la fréquence fondamentale du premier champ est pour l'essentiel de 0 Hz et en ce que la fréquence fondamentale de l'au moins un autre champ est pour l'essentiel une haute
fréquence.
21. Procédé selon l'une des revendications 1 à 19, caractérisé en ce que la fréquence fondamentale du premier champ est pour l'essentiel une basse fréquence
et en ce que la fréquence fondamentale de l'au moins un autre champ est pour l'essentiel une haute
fréquence.
22. Procédé selon la revendication 21, caractérisé en ce que la fréquence fondamentale de basse fréquence présente une fréquence de réseau selon
l'usage local de 50 à 60 Hz.
23. Procédé selon l'une des revendications 20 à 22, caractérisé en ce que la fréquence fondamentale de haute fréquence se trouve pour l'essentiel dans la plage
des micro-ondes.
24. Procédé selon l'une des revendications 20 à 22, caractérisé en ce que la fréquence fondamentale de haute fréquence se trouve pour l'essentiel dans la plage
des ondes radio.
25. Procédé selon l'une des revendications 20 à 24, caractérisé en ce que, par le choix de la fréquence de la fréquence fondamentale de haute fréquence, la
courbe de potentiel le long d'au moins une électrode est optimisée.
26. Procédé selon l'une des revendications 1 à 25, caractérisé en ce qu'au moins une structure externe est utilisée comme électrode.
27. Procédé selon la revendication 26, caractérisé en ce que l'au moins une structure externe est un liquide et/ou de l'eau et/ou des eaux souterraines.
28. Dispositif (10) pour le traitement de corps solides (12) avec aux moins deux sources
de tension électriques (14), au moins une électrode (16) et au moins un dispositif
de couplage (18), caractérisé en ce que, au moyen des au moins deux sources de tension électriques, au moins deux tensions
avec des fréquences fondamentales différentes l'une de l'autre peuvent être générées
et les au moins deux tensions peuvent être appliquées à l'au moins une électrode (16)
au moyen de l'au moins un dispositif de couplage (18), au moins un champ à haute fréquence
électromagnétique, en particulier dans la plage des ondes radio et/ou des micro-ondes
et au moins un champ électrique avec une fréquence entre >0 et 60 Hz pouvant être
appliqués dans le corps solide devant être traité (12).
29. Dispositif (10) selon la revendication 28, caractérisé en ce que l'au moins un dispositif de couplage (18) comprend au moins un moyen pour le découplage
(20) des au moins deux sources de tension (14).
30. Dispositif (10) selon l'une des revendications 28 à 29, caractérisé en ce qu'au moins une des au moins deux sources de tension (14) est un générateur à haute fréquence
(22), un transformateur de courant alternatif (26) ou une source de tension continue.
31. Dispositif (10) selon l'une des revendications 28 à 30, caractérisé en ce que l'au moins un moyen de découplage (20) est un réseau d'adaptation électronique (24).
32. Dispositif (10) selon l'une des revendications 28 à 30, caractérisé en ce que l'au moins un moyen de découplage (20) est un filtre électronique.
33. Dispositif (10) selon la revendication 32, caractérisé en ce que le filtre est un filtre passe-bas.
34. Dispositif (10) selon l'une des revendications 29 à 33, caractérisé en ce que l'au moins un moyen de découplage (20) est un câble λ/4.
35. Dispositif (10) selon l'une des revendications 28 à 34, caractérisé en ce que le dispositif (10) comprend au moins un dispositif de mesure de la température (30).
36. Dispositif (10) selon la revendication 35, caractérisé en ce que l'au moins un dispositif de mesure de la température (30) comprend au moins un capteur
optique, un capteur à fibres optiques ou équivalent.
37. Dispositif (10) selon l'une des revendications 28 à 36, caractérisé en ce que le dispositif (10) comprend au moins un dispositif de traitement de la substance
nocive (38).
38. Dispositif (10) selon l'une des revendications 28 à 37, caractérisé en ce qu'au moins une structure externe (46) est utilisable comme électrode (16).
39. Dispositif (10) selon la revendication 38, caractérisé en ce que l'au moins une structure externe est un liquide et/ou de l'eau et/ou des eaux souterraines.
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