[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Bedrucken von Substraten
aus Holzwerkstoff oder Kunststoff.
[0002] Ziel der Erfindung ist es, eine solche Vorrichtung und ein solches Verfahren bereitzustellen,
welche es ermöglichen, mit vergleichsweise geringem Aufwand ästhetisch und haptisch
anspruchsvolle bedruckte Oberflächen zu Erzeugen. Insbesondere soll das Druckbild
natürlich aussehen und sich natürlich anfassen, wenn damit beispielsweise eine Echtholzoberfläche
oder eine Steinoberfläche nachgebildet werden soll.
[0003] Hierzu zeichnet sich die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Bedrucken von Substraten
aus einem Holzwerkstoff oder einem Kunststoff aus durch einen Gravurzylinder mit Vertiefungen
zur Aufnahme von Druckfarbe und eine Off-Set-Druckwalze, auf welche die Druckfarbe
vom Gravurzylinder und von der diese auf das Substrat übertragen wird, wobei die Druckwalze
an ihrer Oberfläche eine Härte weicher als 20 Shore hat.
[0004] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Bedrucken von Substraten aus einem Holzwerkstoff
oder einem Kunststoff weist die folgenden Schritte auf:
- Aufbringen von Druckfarbe in Vertiefungen eines Gravurzylinders,
- Übertragen der Druckfarbe von dem Gravurzylinder auf eine Off-Set-Druckwalze, deren
Oberfläche eine Härte weicher als 20 Shore hat, und
- Drucken der Druckfarbe von der Off-Set-Druckwalze auf das Substrat.
[0005] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
erfolgt das Aufbringen der Druckfarbe auf das Substrat mit einem einzigen Gravurzylinder
und einer einzigen Druckwalze. Es hat sich dabei gezeigt, dass zum Beispiel das Aussehen
einer natürlichen Holzoberfläche oder auch das Aussehen einer, geschliffenen Steinoberfläche,
wie zum Beispiel Granit, in ästhetisch ansprechender Weise dadurch erreicht werden
kann, dass im Zusammenspiel zwischen der Ausgestaltung der Vertiefungen im Gravurzylinder
und damit der jeweils örtlich aufgetragenen Druckfarbe mit einer relativ weichen Druckwalze
die gewünschten Effekte ohne Verwendung mehrerer Druckfarben und Druckwalzen erreicht
werden können. So kann zum Beispiel eine natürlich aussehende Holzmaserung in einem
einzigen Druck-Schritt (einstufig) dargestellt werden.
[0006] Die verwendeten Holzwerkstoffe können unterschiedlichster Art sein, zum Beispiel
Echtholz, bevorzugt aber werden preiswertere Holzwerkstoffe eingesetzt, wie zum Beispiel
MDF (mitteldichte Faserplatten). Besonders geeignet sind die erfindungsgemäß bedruckten
und lackierten Substrate zum Beispiel als Fußböden und Fußleisten oder auch in der
Außenanwendung, d.h. für der Witterung ausgesetzte Flächen, wie zum Beispiel Fensterrahmen
etc.
[0007] Als Kunststoff kommen insbesondere ABS und PVC für das Substrat in Betracht.
[0008] Mit der Erfindung gelingt es, mit einem einzigen Gravurzylinder, der die Oberflächenstruktur
des bedruckten Substrates bestimmt, den gewünschten Oberflächeneffekt zu erreichen.
Die Verwendung einer Druckwalze mit einer weichen Silikonschicht hat den Vorteil,
das kein sogenannter Memory-Effekt in der Oberfläche der Druckwalze entsteht und insbesondere
leicht reliefartige (profilierte) Oberflächen, die nicht vollständig eben sind, gut
bedruckt werden können. Insbesondere können mit der erfindungsgemäßen Drucktechnik
lückenlose Druckergebnisse erreicht werden und es können die im Stand der Technik
auftretenden "Missing dots" vermieden werden. Auch ermöglicht die erfindungsgemäße
Verwendung der weichen Silikonwalze ein gutes Drucken im Bereich von Vertiefungen,
Rändern und Fasen.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Silikon-Druckwalze eine
Lack-Auftragswalze im Transportweg des Substrates nachgeschaltet, wobei die Lack-Auftragswalze
ebenfalls bevorzugt eine weiche Silikon-Oberfläche aufweist.
[0010] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Lack-Auftragswalze
eine Poren-Druckwalze im Transportweg des Substrates nachgeschaltet zum Aufdrucken
von Poren. Diese Poren-Druckwalze ist bevorzugt ebenfalls eine Walze mit einer weichen
Silikonoberfläche, die als Off-Set-Druckwalze arbeitet und dabei eine weitere Lackschicht
mit Löchern darin aufträgt, wobei die Löcher Poren darstellen.
[0011] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
beschrieben. Es zeigt:
- Figur 1
- schematisch eine erste Auftragsstation, in der Druckfarbe auf ein Substrat aufgebracht
wird;
- Figur 2
- eine zweite Auftragsstation, in der ein Überzugslack auf das bedruckte Substrat aufgebracht
wird;
- Figur 3
- eine dritte Auftragsstation, in der eine Lackschicht mit Poren auf das bedruckte und
lackierte Substrat aufgebracht wird;
- Figur 4
- einen Schnitt durch eine Druckwalze; und
- Figur 5
- einen Schnitt durch ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Druckwalze.
[0012] In den Figuren 1, 2 und 3 wird ein Substrat 10 von links nach rechts gefördert. Das
Substrat 10 ist zum Beispiel eine Platte aus einem Holzwerkstoff oder eine Kunststoffplatte
aus z.B. ABS oder PVC.
[0013] Die Förderung des Substrates 10 erfolgt mit einem Transportband 12, das mit Rollen
14 angetrieben wird. Die Transportrichtung entspricht der durch die mit Pfeilen angedeuteten
Drehrichtung.
[0014] Vor der ersten Auftragsstation gemäß Figur 1 kann im Transportweg des Substrates
(also links von Figur 1) auf das Substrat ein Grundlack, der zum Beispiel leicht eingefärbt
sein kann, aufgetragen werden, insbesondere durch Spritzen oder Walzen oder dergleichen.
Als Grundlack kommt auch ein Metallic-Lack in Betracht. Diese Vorbereitung des Substrates
vor seiner Förderung in die erste Auftragsstation gemäß Figur 1 ist in den Figuren
nicht dargestellt.
[0015] Die Auftragsstation gemäß Figur 1 weist eine Off-Set-Druckwalze 16 auf, die im Schnitt
zum Beispiel in den Figuren 4 und 5 dargestellt ist. Die Off-Set-Druckwalze 16 hat
eine ihre Oberfläche 20 bildende Schicht aus weichem Silikon. Die Off-Set-Druckwalze
16 wirkt mit einem Gravurzylinder 18 zusammen. In der Oberfläche des Gravurzylinders
18 sind Vertiefungen ausgeformt, die dem auf dem Substrat 10 zu erzeugenden Druckbild
entsprechen, also zum Beispiel Vertiefungen entsprechend einer natürlichen Holzmaserung
oder auch entsprechend einem natürlichen Steinbild, wie Marmor oder Granit. Bei Nachbildung
von zum Beispiel einer Holzmaserung kann der Grad der Vertiefung der Holzmaserung
dahingehend entsprechen, dass die Ausnehmung in der Oberfläche des Gravurzylinders
umso tiefer ist, je dunkler die entsprechende Stelle im Maserungsbild des Holzes sein
soll.
[0016] Die Drehrichtungen des Gravurzylinders 18 und der Druckwalze 16 sind mit Pfeilen
angedeutet. Als solches bekannte Rakeleinrichtungen 22, 24 halten die Oberflächen
des Zylinders bzw. der Walze sauber, sodass die Druckfarbe nur an den gewünschten
Orten erscheint.
[0017] Das Substrat 10 bewegt sich in Drehrichtung der Off-Set-Druckwalze 16 mit dieser
in Anlage, sodass das Druckbild von der Oberfläche 20 der Druckwalze 16 auf das Substrat
10 übertragen wird.
[0018] Im Transportweg des Substrates 10 liegt eine zweite Auftragsstation gemäß Figur 2
mit einer Lack-Auftragswalze 26 und einer Lack-Dosierwalze 28. Damit wird auf die
bedruckte Oberfläche 30 des Substrates 10 ein Lack 32 aufgetragen. Die Drehrichtungen
der Walzen sind wiederum mit Pfeilen angegeben. Die Walzen werden wiederum von Rakeleinrichtungen
34, 36 beaufschlagt. Bei der Lack-Auftragswalze 26 handelt es sich wiederum um eine
Silikonwalze mit weicher Oberfläche.
[0019] Das in der ersten Auftragsstation gemäß Figur 1 bedruckte und in der zweiten Auftragsstation
gemäß Figur 2 lackierte Substrat 10 wird mit dem Transportband 36 zu einer dritten
Auftragsstation gemäß Figur 3 gefördert. Dort wird auf die bedruckte und lackierte
Oberfläche 40 des Substrates 10 eine weitere Lackschicht aufgebracht mittels eines
Transportbandes 42, das über Rollen 44 angetrieben wird, und einer Poren-Druckwalze
46, die mit einem Gravurzylinder 48 zusammenwirkt. Die Drehrichtungen der rotierenden
Bauteile sind wiederum mit Pfeilen markiert.
[0020] In der dritten Auftragsstation gemäß Figur 3 wird ein Gravurzylinder 48 eingesetzt,
der Vorsprünge trägt, die den letztlich auf das Substrat 10 aufzudruckenden Poren
entsprechen. Somit wird die Poren-Druckwalze 46 mit einer Lackschicht versehen, die
gewollt kleine Löcher "(Missing dots") aufweist, deren Verteilung genau dem gewünschten
Porenbild der nachzubildenden Holzoberfläche entspricht. Die Poren-Druckwalze hat
wiederum eine weiche Silikonoberfläche. Rakeleinrichtungen 50, 52 wirken mit den Walzen
zusammen.
[0021] Die Anordnung der Auftragsstationen gemäß den Figuren 1 und 3 in der angegebenen
Bearbeitungsfolge ermöglicht es, die mit der Poren-Druckwalze 46 aufgedruckten Poren
an die mit der Druckwalze 16 aufgedruckte Maserung, sofern ein Holzbild erzeugt werden
soll, anzupassen. Es handelt sich dabei also um "echte" Poren, die sich für den Benutzer
auch so anfühlen.
[0022] Die Figuren 4 und 5 zeigen Ausführungsbeispiele von Druckwalzen, wobei die gezeigten
Druckwalzen nach diesen Figuren jeweils verwendet werden können für die Off-Set-Druckwalze
16 gemäß Figur 1 und/oder die Lack-Auftragswalze 26 gemäß Figur 2 und/oder die Poren-Druckwalze
46 gemäß Figur 3.
[0023] Beim Ausführungsbeispiel nach Figur 4 hat die Walze 60 eine relativ starke Silikonschicht
62 von zum Beispiel einer Stärke im Bereich von 15 bis 20 mm. Die Shore-Härte dieser
Silikonschicht liegt im Bereich von 10 bis 50 Shore, bevorzugt im Bereich von 20 Shore
und weicher. Damit wird ein sogenannter Memory-Effekt im Material vollständig vermieden,
d.h. nach jedem Drucklauf erreicht die Silikonschicht wieder vollständig ihre ebene
Ausgangsgestalt. Insbesondere ermöglicht die weiche Silikon-oberfläche ein Bedrucken
von strukturierten, d.h. leicht reliefartig ausgestalteten Oberflächen mit Erhöhungen
und Vertiefungen, wie es zum Beispiel bei der Nachbildung von Holzoberflächen erwünscht
ist. Auch bei Steinoberflächen, wie Marmor, Granit oder dergleichen, kann eine leicht
strukturierte Oberfläche erwünscht sein, um einen Effekt gemäß der natürlichen Haptik
zu erzielen.
[0024] Die Walze 64 gemäß Figur 5 hat eine äußere Silikonschicht 66 und eine innere Gummischicht
68, wobei die Gummischicht 68 etwas härter ist als die äußere weiche Silikonschicht
66. Hinsichtlich der Weichheit der Silikonschicht 66 gelten die Angaben zur Silikonschicht
62 nach Figur 4. Die Gummischicht 68 kann zum Beispiel eine Shore-Härte von 40 oder
härter haben.
1. Vorrichtung zum Bedrucken von Substraten (10) aus Holzwerkstoff oder Kunststoff, gekennzeichnet durch einen Gravurzylinder (18) mit Vertiefungen zur Aufnahme von Druckfarbe und eine Off-Set-Druckwalze
(16), auf welche die Druckfarbe vom Gravurzylinder (18) und von der diese auf das
Substrat (10) übertragen wird, wobei die Druckwalze (16) an ihrer Oberfläche (20)
eine Härte weicher als 20 Shore hat.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen einzigen Gravurzylinder (18) und eine einzige Druckwalze (16) zum Aufbringen
von Farbe auf das Substrat (10) aufweist.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckwalze (16) eine Auftragswalze (26) folgt zum Auftragen von Lack (32) auf
das bedruckte Substrat (10).
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragswalze (26) an ihrer Oberfläche eine Härte weicher als 20 Shore hat.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Lack-Auftragswalze (26) eine Poren-Druckwalze (46) folgt zum Aufdrucken von Poren
auf dem Substrat (10).
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Poren-Druckwalze (46) an ihrer Oberfläche eine Härte weicher als 20 Shore hat.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckwalze (16) und/oder die Lack-Auftragswalze (26) und/oder die Poren-Druckwalze
(46) eine Oberfläche aus Silikon haben.
8. Verfahren zum Bedrucken von Substraten (10) aus Holzwerkstoff oder Kunststoff mit
folgenden Schritten:
- Aufbringen von Druckfarbe in Vertiefungen eines Gravurzylinders (18),
- Übertragen der Druckfarbe von dem Gravurzylinder (18) auf eine Off-Set-Druckwalze
(16), deren Oberfläche (20) eine Härte weicher als 20 Shore hat, und
- Drucken der Druckfarbe von der Off-Set-Druckwalze (16) auf das Substrat (10).
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedrucken des Substrates mit Druckfarbe mit einem einzigen Gravurzylinder (18)
und einer einzigen Druckwalze (16) erfolgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf das bedruckte Substrat (10) mittels einer Lack-Auftragswalze (26) ein Lack aufgetragen
wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Poren-Druckwalze (46) im Off-Set-Verfahren eine Lackschicht mit Poren
auf das bedruckte und lackierte Substrat (10) aufgetragen wird.