[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Betreiben einer Spuleinrichtung
einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Es ist bekannt, dass, um auf einer Spuleinrichtung einer Textilmaschine Kreuzspulen
herstellen zu können, wenigstens zwei Voraussetzungen erfüllt sein müssen.
Zum einen muss die Spule während des Aufwickelns des Fadens rotiert werden und zum
anderen muss der auf die rotierende Spule auflaufende Faden durch eine Fadenverlegeeinrichtung,
beispielsweise durch einen traversierbaren Fadenführer, längs der Rotationsachse der
Spule changiert werden.
[0004] Während der Changierung beschreibt der auf der Mantelfläche der Kreuzspule abgelegte
Faden im Bereich der Spulenflanken jeweils einen Radius, was zum Aufbau erhöhter Spulenflanken
führt.
Das heißt, in den Bereichen der Spulenflanken der Kreuzspule, in denen die Bewegungsrichtung
des Fadenführers umgekehrt wird (Umkehrstrecke), wird deutlich mehr Garn abgelegt
als in den Bereichen, in denen sich der Fadenführer mit konstanter Geschwindigkeit
bewegt.
Es kommt daher, wenn keine besondere Maßnahmen ergriffen werden, im Bereich der Spulenflanken
der Kreuzspule zu Materialanhäufungen.
[0005] Bei frei programmierbaren Fadenverlegeeinrichtungen ist es daher üblich, den Verlege-
oder Changierhub des Fadenführers so zu variieren, dass jeweils nur ein Teil der Changierhübe
bis zur Spulenflanke erfolgt, während ein anderer Teil der Changierhübe bereits vor
der Spulenflanke umgekehrt wird. Dieses als Atmung bezeichnete Variieren der Changierhübe
ist in zahlreichen Literaturstellen beschrieben (z.B.:
DE 101 04 679 A1).
[0006] Die Änderungen des Changierhubes erfolgen dabei in einem Bereich, der durch einen
maximalen Changierhub und einen minimalen Changierhub bestimmt ist.
Vorzugsweise werden die aufeinander folgenden Changierhübe dabei derart geändert,
dass nach einem verkürzten Changierhub ein verlängerter Changierhub und nach einem
verlängerten Changierhub wieder ein verkürzter Changierhub erfolgt.
Auf diese Weise wird ein stabiler Spulenaufbau ohne Sattelbildung im Bereich der Spulenflanken
erreicht.
[0007] Ein etwas anderes Verfahren zur Vermeidung hoher Spulenkanten, ist in der
DE 198 35 888 A1 beschrieben.
Bei diesem bekannten Verfahren werden die Beschleunigung und die Verzögerung des Changierfadenführers
derart gesteuert, dass sich die Länge der Umkehrstrecke des Fadenführers mit wachsendem
Spulendurchmesser der Spule vergrößert.
[0008] Durch die
DE 198 07 030 A1 ist außerdem ein Verfahren bekannt, bei dem unabhängig von der Atmung und unabhängig
von der Länge des Changierhubes die Fadenablage im Kantenbereich entzerrt wird.
Bei diesem bekannten Verfahren wird die Beschleunigung und die Verzögerung des Fadenführers
benutzt, um die Fadenablage zu beeinflussen.
Das heißt, durch definierte Ansteuerung des Fadenführerantriebes werden Beschleunigung
und Verzögerung des Fadenführers derart gesteuert, dass sich die Länge der Umkehrstrecke
des Fadens verändert. Aus dieser Veränderung der Länge der Umkehrstrecke resultiert,
dass der Faden mit unterschiedlichen Winkeln zur Stirnseite der Spule hin abgelegt
und damit bereits unmittelbar hinter dem Umkehrpunkt eine gleichmäßige Verteilung
des Fadens erreicht wird.
[0009] Wie vorstehend angedeutet, ist der Radius, den der abgelegte Faden auf der Mantelfläche
der Kreuzspule im Bereich der Spulenflanken beschreibt, verantwortlich für den Aufbau
der Spulenflanken.
Dieser sogenannte Umkehrradius wird von der Beschleunigung des Fadenführers, der Umfangsgeschwindigkeit
der Spule sowie dem Abstand zwischen Fadenführer und Ablagepunkt des Fadens auf der
Spule bestimmt und beeinflusst nicht nur die Masseverteilung in der Kreuzspule, sondern
ist auch ein wesentlicher Einflussfaktor bei der Entstehung von sogenannten Abschlägen
an den Spulenflanken.
Solche Abschläge behindern den ordnungsgemäßen Ablauf des Fadens von der Kreuzspule
und stellen somit einen nicht akzeptierbaren Qualitätsmangel der Kreuzspule dar.
Zur Vermeidung von Abschlägen ist es daher notwendig, den Umkehrradius des Fadens,
insbesondere im Bereich der Spulenflanken der Kreuzspule, unter einem Grenzwert zu
halten, der wiederum von anderen textilen Parametern abhängig ist. Da beispielsweise
der Abstand zwischen Fadenführer und Ablagepunkt des Fadens auf der Spule festgelegt
sind, ist die einzige Möglichkeit zur Reduzierung des Umkehrradius eine Vergrößerung
der Beschleunigung des Fadenführers.
[0010] Die bekannten Verfahren gehen dabei von der allgemein bekannten Tatsache aus, dass
sich bei der Herstellung von Kreuzspulen auf Hochgeschwindigkeits-Spulmaschinen die
Changierung des Fadens jeweils im wesentlichen aus einer kurzen Beschleunigungsphase
nach dem einen Umkehrpunkt, einer Bewegung mit konstanter Geschwindigkeit in der Mitte
der Spule sowie einer kurzen Verzögerungsphase vor dem anderen Umkehrpunkt zusammensetzt.
Die Beschleunigungs- und Verzögerungswerte des Fadens sind dabei an Umkehrpunkten
sehr hoch, da die Fadenverlegung, je nach Prozessführung, mit Frequenzen von bis zu
30 Hz erfolgt.
[0011] Des weiteren ist durch die
EP 0 453 622 B1 ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung bekannt, das/die eine hohe Beschleunigung des
Fadenführers an den Umkehrpunkten erlaubt und zugleich bezüglich des Aufbaus der Wicklung
der Kreuzspule sehr flexibel ist.
Der Antrieb des Fadenführers wird dabei, während sich der Fadenführer in der Nähe
eines Umkehrpunktes befindet, mit einem Motorstrom beaufschlagt, der über dem Nennstrom
liegt und im übrigen Bereich mit einem Motorstrom versorgt, der unterhalb des Nennstromes
liegt.
[0012] Bei einem Fadenführer, der durch einen elektromotorischen Antrieb, beispielsweise
einen Gleichstrommotor, beaufschlagt wird, verhält sich die Beschleunigung des Fadenführers
proportional zum zugeführten Motorstrom.
Gleichzeitig verhält sich die Verlustleistung eines solchen Motors, die in erster
Linie in Form von Wärme freigesetzt wird, proportional zum Quadrat des Motorstromes.
Das bedeutet, die in den Beschleunigungsphasen des Fadenführers auftretende Verlustleistung
ist zu einem überwiegenden Teil für die thermische Belastung des Antriebes verantwortlich.
Da solche elektromotorische Antriebe nach ihrer thermischen Belastbarkeit dimensioniert
werden müssen, bestimmt folglich die Umkehrbeschleunigung des Fadenführers im wesentlichen
die Baugröße und damit die Herstellkosten des einzusetzenden Motors.
Diese Aussage gilt jedoch nicht für jede einzelne Beschleunigungsphase, sondern wegen
der großen Zeitkonstanten bei der Erwärmung des Motors für den Mittelwert der in den
Beschleunigungsphasen entstehenden Verlustleistungen.
[0013] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, das/die eine kostengünstige Dimensionierung
eines elektromotorischen Fadenführerantriebes einer Spulvorrichtung ermöglicht, ohne
dass dabei die Qualität der herzustellenden Kreuzspule negativ beeinflußt wird.
[0014] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, wie es im Anspruch
1 beschrieben ist, beziehungsweise durch eine Vorrichtung nach Anspruch 5.
[0015] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen 2 bis 4
beziehungsweise 6 beschrieben.
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren hat insbesondere den Vorteil, dass durch die spezielle
steuerungstechnische Verknüpfung der Breite der Changierhübe mit der Beschleunigung
des Fadenführers die mittlere thermische Belastung des Fadenführerantriebes erheblich
gesenkt werden kann.
Das heißt, mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, mit einem relativ kleinen
Antrieb dort relativ hohe Beschleunigungswerte des Fadenführers zu realisieren, wo
diese Beschleunigungswerte erforderlich sind, jedoch gleichzeitig sicherzustellen,
dass trotz des Einsatzes eines kleinen und damit kostengünstigen Antriebes, dieser
Fadenführerantrieb auch im Dauerbetrieb thermisch nicht überlastet wird. Erfindungsgemäß
wird der Antrieb des Fadenführers nur bei Changierhüben, deren Umkehrpunkte im Bereich
der Spulenflanken der Kreuzspule liegen, zur Erzielung einer maximalen Beschleunigung
kurzfristig mit einem Motorstrom beaufschlagt, der dem 3- bis 6fachen, vorzugsweise
dem 4fachen, des für einen dauerhaften Betrieb des Antriebes thermisch zulässigen
Motorstromes entspricht.
[0017] Bei verkürzten Changierhüben, bei denen mit reduzierter Beschleunigung des Fadenführers
gearbeitet werden kann, beträgt der dem Fadenführerantrieb zugeführte Motorstrom dagegen
etwa das 1,5- bis 2,5fache, vorzugsweise das 2fache, des für einen dauerhaften Betrieb
des Antriebes thermisch zulässigen Motorstromes.
Da eine Vielzahl der während einer Spulenreise auszuführenden Changierhübe verkürzte
Changierhübe mit reduzierter Beschleunigung des Fadenführers und entsprechend reduzierter
Verlustleistung des Fadenführerantriebes sind, hält sich der für die thermische Belastung
des elektromotorischen Antriebes maßgebende Mittelwert der Verlustleistungen in technisch
beherrschbaren Grenzen.
[0018] Das bedeutet, bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist auch bei einem Einsatz
eines relativ klein dimensionierten Fadenführerantriebes im Dauerbetrieb keine Überhitzung
des Antriebes zu befürchten.
[0019] In vorteilhafter Ausführungsform ist, wie im Anspruch 2 dargelegt, vorgesehen, dass
über die Steuereinrichtung zwei Beschleunigungswerte für den Fadenführer einstellbar
sind.
Das heißt, ein erster maximaler Beschleunigungswert, wenn ein voller Changierhub gefahren
wird, dessen Umkehrpunkte im Bereich der Spulenflanken der Kreuzspule liegen, sowie
ein zweiter, reduzierter Beschleunigungswert bei verkürzten Changierhüben.
Eine solche Ausführungsform zeichnet sich insbesondere durch eine relativ einfache
und damit kostengünstige Steuereinrichtung aus.
[0020] Etwas komplizierter wird die Steuereinrichtung, wenn, wie im Anspruch 3 beschrieben,
außer mit einem maximalen Beschleunigungswert für volle Changierhübe, mit einer
[0021] Mehrzahl, zum Beispiel stufenweise auf die Breite verkürzter Changierhübe angepasster
Beschleunigungswerte gearbeitet werden soll.
Eine solche vorteilhafte Ausführungsform macht sich allerdings durch einen noch gleichmäßigeren
Spulenaufbau positiv bemerkbar.
[0022] Eine Optimierung des Spulenaufbaues kann erreicht werden, wenn durch die Steuereinrichtung
eine stufenlose Einstellung der Beschleunigungswerte des Fadenführers erfolgt (Anspruch
4). Das heißt, wenn jeweils in Abhängigkeit von der Breite des Changierhubes des Fadenführers
eine stufenlose Anpassung des Beschleunigungswertes des Fadenführers erfolgt.
[0023] Die im Anspruch 5 beschriebene Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens weist einen Spulenrahmen zum rotierbaren Haltern einer Spule, einen elektromotorisch
beaufschlagbaren Fadenführer sowie eine Steuereinrichtung zum definierten Ansteuern
des Fadenführerantriebes auf.
[0024] Die Steuereinrichtung ist dabei so konzipiert, dass der Fadenführerantrieb, nur dann,
wenn ein voller Changierhub ausgeführt werden soll, maximal beschleunigt. Das heißt,
dass der Antrieb dann kurzzeitig mit einem Motorstrom beaufschlagt wird, der das 3-
bis 6fache, vorzugsweise das 4fache, des für einen dauerhaften Betrieb des Antriebs
thermisch zulässigen Motorstroms beträgt.
[0025] Bei allen verkürzten Changierhüben sorgt die Steuereinrichtung dagegen dafür, dass
der zugeführte Motorstrom etwa um die Hälfte verringert wird, was sich hinsichtlich
der Verlustleistung des Antriebes sofort signifikant auswirkt.
[0026] Das heißt, der Antrieb wird kurzzeitig mit einem Motorstrom beaufschlagt, der das
1,5- bis 2,5fache, vorzugsweise das 2fache, des für einen dauerhaften Betrieb des
Antriebs thermisch zulässigen Motorstromes beträgt, wodurch die thermische Belastung
des Fadenführerantriebes sofort erheblich abnimmt.
[0027] Wie im Anspruch 6 dargelegt, ist der Fadenführer in vorteilhafter Ausführungsform
als Fingerfadenführer ausgebildet und um eine Achse, die im wesentlichen senkrecht
zur Rotationsachse der Kreuzspule steht, schwenkbar gelagert.
[0028] Der Fadenführerantrieb ist dabei vorzugsweise als elektromotorischer Einzelantrieb
ausgebildet.
Derartige Fingerfadenführer zeichnen sich insbesondere durch ein relativ geringes
Gewicht aus, was angesichts der Tatsache, dass solche Fadenführer durch den elektromotorischen
Einzelantrieb mit einer Frequenz von ca. 30 Hz changiert werden, sehr wichtig ist.
[0029] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
[0030] Es zeigt:
- Fig.1
- in Vorderansicht, schematisch eine Spuleinrichtung einer Kreuzspulen herstellenden
Textilmaschine zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig.2
- die Fadenablage auf der Oberfläche einer Kreuzspule bei einem Changierhub, dessen
Umkehrpunkte im Bereich der Spulenflanken der Kreuzspule liegen,
- Fig.3
- die Fadenablage auf der Oberfläche einer Kreuzspule bei einem verkürzten Changierhub.
[0031] Die insgesamt mit der Bezugszahl 1 gekennzeichnete Spuleinrichtung verfügt über einen
Spulenrahmen 2 zum rotierbaren Haltern einer Kreuzspule 3.
Das heißt, zwischen den Spulenrahmenarmen des Spulenrahmens 2 ist, wie üblich, eine
Kreuzspule 3 rotierbar gelagert, die mit ihrer Oberfläche auf einer Antriebswalze
5 aufliegt und von dieser Antriebswalze 5 über Reibschluß mitgenommen wird.
[0032] Die Antriebswalze 5 ist zu diesem Zweck an einen elektromotorischen Einzelantrieb
6 angeschlossen, der seinerseits über eine Steuerleitung 21 mit einer Steuereinrichtung
10 verbunden ist.
[0033] Anstelle der dargestellten, die Kreuzspule 3 reibschlüssig antreibenden Antriebswalze
5, ist zum Rotieren der Kreuzspule 3 selbstverständlich auch eine andere Antriebsart
denkbar. Die Kreuzspule 3 kann beispielsweise auch mittels eines (nicht dargestellten)
Spindelantriebes, das heißt, eines Antriebes, der auf einen der die Kreuzspule tragenden
Hülsenteller 21 wirkt, direkt angetrieben werden.
Ein solcher Spindelantrieb ist dann vorzugsweise in Höhe der Rotationsachse 4 der
Kreuzspule 3 am Spulenrahmen 2 angeordnet.
[0034] Zur Changierung des auf die Kreuzspule 3 auflaufenden Fadens 9, der von einer nicht
dargestellten Vorlagespule, vorzugsweise von einem Spinnkops abgewickelt wird, ist
eine spezielle Fadenverlegeeinrichtung vorgesehen.
[0035] Die Fadenverlegeeinrichtung weist einen changierbaren Fadenführer, beispielsweise
einen Fingerfadenführer 7 auf, der um eine Schwenkachse 20 begrenzt drehbar gelagert
und mittels eines elektromotorischen Antriebes 8, vorzugsweise eines Gleichstrommotors,
definiert verschwenkbar ist.
Wie ersichtlich, ist der elektromotorische Antrieb 8 zu diesem Zweck über eine Steuerleitung
11 an die Steuereinrichtung 10 angeschlossen. Am Antrieb 8 ist außerdem ein Winkelsensor
23 angebracht, der ebenfalls über eine Signalleitung 24 mit der Steuereinrichtung
10 verbunden ist.
Das bedeutet, über die Steuereinrichtung 10, die den Antrieb 8 des Fingerfadenführers
7 entsprechend ansteuert, können sowohl die Changierbreite der Verlegehübe als auch
die Beschleunigung des Fadenführers 7 exakt eingestellt und jederzeit geändert werden.
Die maximalen Schwenkwege des Fadenführers 7 während eines Doppelhubes sind in der
Fig. 1 mit R bzw. L angedeutet.
Funktion der erfindungsgemäßen Einrichtung:
[0036] In den Figuren 2 und 3 ist schematisch eine Fadenablage auf der Oberfläche einer
Kreuzspule 3 angedeutet.
[0037] Die Kreuzspule 3 ist dabei jeweils im oberen Teil der Zeichnungen dargestellt.
[0038] Die Fig. 2 zeigt die Situation bei einem sogenannten "vollen" Changierhub.
Das heißt, bei einem Changierhub, dessen Umkehrpunkte 14 jeweils direkt im Bereich
der Spulenflanken 15 der Kreuzspule 3 liegen.
Bei einem solchen "vollen" Changierhub wird der Fadenführer 7 aus seinen Umkehrpunkt
14 heraus jeweils maximal beschleunigt. Solche "volle" Changierhübe weisen daher,
wie in Fig. 2 angedeutet, jeweils einen relativ kurzen Beschleunigungsbereich 12 auf.
An diesen Beschleunigungsbereich 12 schließt sich ein deutlich längerer Mittelbereich
13 an, in dem die Geschwindigkeit des Fadenführers 7 weitestgehend konstant ist.
In einem anschließenden Verzögerungsbereich 22 wird der Fadenführer 7 durch seinen
Antrieb 8 wieder bis auf die Geschwindigkeit "Null" heruntergebremst, die er am zweiten
Umkehrpunkt 14 erreicht, um anschließend, wenn zum Beispiel noch ein "voller" Changierhub
ansteht, sofort wieder maximal beschleunigt zu werden.
[0039] Wie in Fig. 3 angedeutet, ist die Beschleunigung des Fadenführers 7 bei einem verkürzten
Changierhub deutlich geringer, was sich äußerst positiv auf die thermische Belastung
des Antriebes 8 auswirkt.
Das heißt, bei einem Changierhub, dessen Umkehrpunkte 14 beabstandet zu den Spulenflanken
15 der Kreuzspule 3 liegen, ergeben sich Beschleunigungsbereiche 12 bzw. Verzögerungsbereiche
22, die zwar etwas länger sind als bei maximaler Beschleunigung und damit zu größeren
Umkehrradien des auf die Kreuzspule 3 auflaufenden Fadens 9 führen, die bei einer
solchen reduzierten Beschleunigung auftretende Verlustleistung des Antriebes 8 ist
aber signifikant kleiner.
[0040] Da sich die Beschleunigung des Fadenführers, wie eingangs erläutert, proportional
zum Motorstrom verhält, der seinem Antrieb zugeführt wird, die während der Beschleunigung
auftretende Verlustleistung jedoch gleichzeitig proportional zum Quadrat des zugeführten
Motorstromes steigt, lässt sich durch eine Reduzierung der Beschleunigung in Spulenbereichen,
die nicht so empfindlich auf eine verminderte Fadenführerbeschleunigung reagieren,
auf relativ einfache Weise die Verlustleistung eines solchen Antriebes vermindern
und damit die thermische Belastung des Antriebes im Mittelwert deutlich reduzieren.
1. Verfahren zum Betreiben einer Spuleinrichtung einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine,
mit einem Spulenrahmen zum rotierbaren Haltern einer Spule, mit einem elektromotorisch
angetriebenen Fadenführer, der einen auf die Spule auflaufenden Faden während des
Aufwickelns changiert, sowie einer Steuereinrichtung für den Antrieb des Fadenführers,
die sowohl eine definierte Einstellung der Breite der Changierhübe des Fadenführers
als auch der Beschleunigung des Fadenführers ermöglicht,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Beschleunigung des Fadenführers (7) in Abhängigkeit von der Breite der Changierhübe
erfolgt, wobei der elektromotorische Antrieb (8) des Fadenführers (7) mittels der
Steuereinrichtung (10) derart angesteuert wird, dass der Fadenführer (7) nur bei Changierhüben,
deren Umkehrpunkte (14) im Bereich der Spulenflanken (15) der Kreuzspule (3) liegen,
einer maximalen Beschleunigung unterworfen wird, das heißt, kurzzeitig mit einem Motorstrom
beaufschlagt wird, der das 3- bis 6fache, vorzugsweise das 4fache, des für einen dauerhaften
Betrieb des Antriebes (8) thermisch zulässigen Motorstromes beträgt, während bei verkürzten
Changierhüben eine reduzierte Beschleunigung des Fadenführers (7)erfolgt, bei der
der Antrieb (8) kurzzeitig mit einem Motorstrom beaufschlagt wird, der das 1,5- bis
2,5fache, vorzugsweise das 2fache, des für einen dauerhaften Betrieb des Antriebes
(8) thermisch zulässigen Motorstromes beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Steuereinrichtung (10) zwei Beschleunigungswerte für den Fadenführer (7)
eingestellt werden, ein maximaler Beschleunigungswert bei Changierhüben, deren Umkehrpunkte
(14) an den Spulenflanken (15) der Kreuzspule (3) liegen, und ein reduzierter Beschleunigungswert
für verkürzte Changierhübe.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Steuereinrichtung (10) neben einem maximalen Beschleunigungswert bei Changierhüben,
deren Umkehrpunkte (14) an den Spulenflanken (15) der Kreuzspule (3) liegen, stufenweise
eine Mehrzahl auf die Breite verkürzter Changierhübe angepaßter, reduzierter Beschleunigungswerte
eingestellt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Steuereinrichtung (10) eine stufenlose Einstellung der Beschleunigungswerte,
jeweils in Abhängigkeit vom Changierhub, erfolgt.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fadenführer (7) einen elektromotorischen Antrieb (8) aufweist, der über die Steuereinrichtung
(10) ansteuerbar ist, die so konzipiert ist dass der Fadenführer (7) nur bei Changierhüben,
deren Umkehrpunkte (14) im Bereich der Spulenflanken (15) der Kreuzspule (3) liegen,
einer maximalen Beschleunigung unterworfen ist, bei der der Antrieb (8) kurzzeitig
mit einem Motorstrom beaufschlagt wird, der das 3- bis 6fache, vorzugsweise das 4fache,
des für einen dauerhaften Betrieb des Antriebes (8) thermisch zulässigen Motorstromes
beträgt, während die Beschleunigung des Fadenführers (7) bei verkürzten Changierhüben
gegenüber der maximalen Beschleunigung deutlich reduziert ist und dass der Antrieb
(8) dabei kurzzeitig mit einem Motorstrom beaufschlagt wird, der das 1,5- bis 2,5
fache, vorzugsweise das 2fache, des für einen dauerhaften Betrieb des Antriebes (8)
thermisch zulässigen Motorstromes beträgt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Fadenführer als Fingerfadenführer (7) ausgebildet ist, dass der Fingerfadenführer
(7) um eine im wesentlichen senkrecht zur Rotationsachse (4) der antreibbaren Kreuzspule
(3) orientierte Achse (20) schwenkbar gelagert ist und dass der Fingerfadenführer
(7) durch einen elektromotorischen Einzelantrieb (8) beaufschlagbar ist.
1. Method for operating a winding device of a textile machine for producing cross wound
bobbins, comprising a bobbin frame for rotatably mounting a bobbin and an electric
motor driven thread guide, which traverses a thread running onto the bobbin during
the winding, and a control device for driving the thread guide, which enables a defined
setting of the width of the traversing strokes of the thread guide and the acceleration
of the thread guide,
characterised in that
the acceleration of the thread guide (7) is dependent on the width of the traversing
strokes, whereby the electric motor drive (8) of the thread guide (7) is controlled
by means of the control device (10) such that the thread guide (7) is subjected to
maximum acceleration only with traversing strokes, the reversing points (14) of which
are in the region the bobbin sides (15) of the cross wound bobbin (3), this means
it is charged briefly with a motor current, which is 3 to 6 times, preferably 4 times,
the thermally permissible motor current for a long-term operation of the drive (8),
whereas with shortened traversing strokes there is a reduced acceleration of the thread
guide (7), in which the drive (8) is charged briefly with a motor current, which is
1.5 to 2.5 times, preferably twice, the thermally permissible motor current for long-term
operation of the drive (8).
2. Method according to claim 1, characterised in that by means of the control device (10) two acceleration values are set for the thread
guide (7), a maximum acceleration value for traversing strokes, whose reversing points
(14) are on the sides (15) of the cross wound bobbin (3) and a reduced acceleration
value for shortened traversing strokes.
3. Method according to claim 1, characterised in that by means of the control device (10) in addition to a maximum acceleration value with
traversing strokes, the reversing points (14) of which are on the sides (15) of the
cross wound bobbin (3), in stages a plurality of reduced acceleration values adapted
to the width of shortened traversing strokes is adjusted.
4. Method according to claim 1, characterised in that by means of the control device (10) there is a stepless adjustment of the acceleration
values, as a function of the traversing stroke.
5. Device for performing the method according to claim 1, characterised in that the thread guide (7) comprises an electric motor drive (8), which can be controlled
by the control device (10), which is designed such that the thread guide (7) is subjected
to maximum acceleration only with traversing strokes whose reversing points (14) are
in the region of the sides (15) of the cross wound bobbin (3), in which the drive
(8) is charged briefly with a motor current which is 3 to 6 times, preferably 4 times,
the thermally permissible motor current for the long-term operation of the drive (8),
whereas the acceleration of the thread guide (7) with shortened traversing strokes
is reduced significantly relative to the maximum acceleration, and in that the drive (8) is charged briefly with a motor current which is 1.5 to 2.5 times,
preferably twice, the thermally permissible motor current for a long-term operation
of the drive (8).
6. Device according to claim 5, characterised in that the thread guide is designed as a finger thread guide (7), in that the finger thread guide (7) is mounted pivotably about an axis (20) oriented substantially
perpendicular to the rotational axis (4) of the drivable cross wound bobbin (3), and
in that the finger thread guide (7) can be charged by an independent electric motor drive
(8).
1. Procédé d'actionnement d'un système de bobinage d'une machine textile produisant des
bobines croisées, comprenant un cadre de bobinage conçu pour supporter une bobine
à rotation ; un guide-fil entraîné par moteur électrique et imprimant, au cours du
renvidage, des va-et-vient à un fil venant s'enrouler sur ladite bobine ; ainsi qu'un
système de commande de l'entraînement du guide-fil, autorisant un réglage bien défini
tant de l'amplitude des mouvements alternatifs dudit guide-fil, que de l'accélération
dudit guide-fil,
caractérisé par le fait
que l'accélération du guide-fil (7) s'effectue en fonction de l'amplitude des mouvements
alternatifs, l'entraînement (8) dudit guide-fil (7) par moteur électrique étant activé,
au moyen du système de commande (10), de telle sorte que ledit guide-fil (7) soit
soumis à une accélération maximale uniquement dans le cas de mouvements alternatifs
dont les points d'inversion (14) se trouvent dans la région des flancs (15) de la
bobine croisée (3), c'est-à-dire qu'il soit brièvement sollicité par un courant de
moteur représentant du triple au sextuple, de préférence le quadruple du courant de
moteur thermiquement admissible pour un actionnement durable dudit entraînement (8)
; tandis qu'il s'opère, en présence de mouvements alternatifs écourtés, une accélération
réduite dudit guide-fil (7) au cours de laquelle ledit entraînement (8) est brièvement
sollicité par un courant de moteur représentant de 1,5 à 2,5 fois, de préférence le
double dudit courant de moteur thermiquement admissible pour un actionnement durable
dudit entraînement (8).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le système de commande (10) assure le réglage de deux valeurs d'accélération affectées
au guide-fil (7), une valeur d'accélération maximale en présence de mouvements alternatifs
dont les points d'inversion (14) se trouvent au niveau des flancs (15) de la bobine
croisée (3), et une valeur d'accélération réduite assignée à des mouvements alternatifs
écourtés.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le système de commande (10) assure, outre le réglage d'une valeur d'accélération
maximale en présence de mouvements alternatifs dont les points d'inversion (14) se
trouvent au niveau des flancs (15) de la bobine croisée (3), le réglage échelonné
d'une pluralité de valeurs d'accélération réduites, adaptées à l'amplitude de mouvements
alternatifs écourtés.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le système de commande (10) assure un réglage continu des valeurs d'accélération,
respectivement en fonction du mouvement alternatif.
5. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le guide-fil (7) présente un entraînement (8) par moteur électrique pouvant être
activé par l'intermédiaire du système de commande (10), lequel est conçu de façon
telle que ledit guide-fil (7) soit soumis, uniquement dans le cas de mouvements alternatifs
dont les points d'inversion (14) se trouvent dans la région des flancs (15) de la
bobine croisée (3), à une accélération maximale durant laquelle ledit entraînement
(8) est brièvement sollicité par un courant de moteur représentant du triple au sextuple,
de préférence le quadruple du courant de moteur thermiquement admissible pour un actionnement
durable dudit entraînement (8), tandis que l'accélération dudit guide-fil (7) est
nettement réduite, vis-à-vis de ladite accélération maximale, en présence de mouvements
alternatifs écourtés ; et par le fait que ledit entraînement (8) est alors brièvement sollicité par un courant de moteur représentant
de 1,5 à 2,5 fois, de préférence le double dudit courant de moteur thermiquement admissible
pour un actionnement durable dudit entraînement (8).
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé par le fait que le guide-fil est réalisé sous la forme d'un guide-fil (7) à barrette ; par le fait que ledit guide-fil (7) à barrette est monté à pivotement autour d'un axe (20) orienté,
pour l'essentiel, perpendiculairement à l'axe de rotation (4) de la bobine croisée
(3) pouvant être entraînée ; et par le fait que ledit guide-fil (7) à barrette peut être sollicité par un entraînement individuel
(8) à moteur électrique.