[0001] Die Erfindung betrifft eine Stromversorgungsvorrichtung zur Speisung einer einphasigen
Last, insbesondere eines einphasigen Induktionsofens, aus dem Drehstromnetz.
[0002] Im Einzelnen kann es sich bei dem durch eine solche Stromversorgungsvorrichtung versorgten
Induktionsofen um einen Tiegelofen oder Rinnenofen zum Schmelzen, Warmhalten und Überhitzen
von Metallen oder um einen Induktionsofen zum Erwärmen metallischer Werkstücke zur
Wärmebehandlung, zum Warmformen oder für andere Zwecke handeln. Bei diesen Anwendungen
werden so große Leistungen benötigt, dass ein Anschluss an das Drehstromnetz auf jeden
Fall erfolgen muss.
[0003] Induktionsöfen sind in der Regel stark induktive, einphasige Lasten. Die Wahl der
Frequenz des Versorgungsstroms wird durch die Bauart des Ofens, die Ofengröße und
die Anforderungen des Prozesses bestimmt.
[0004] Eine Übersicht über verschiedene Möglichkeiten einen Induktionsofen ans Netz anzuschließen
findet man bei
Mathes, H.G.: Frequenzumrichter für die induktive Erwärmung - Rückblick und Entwicklungstendenzen in
Elektrowärme international 59
(2001), S.21-25. Dort werden übliche Stromrichtertopologien zur Speisung von Induktionsöfen, also
zur Speisung einphasiger Lasten, vorgestellt.
[0005] Ist die Netzfrequenz des Drehstromnetzes für die beabsichtigte Anwendung geeignet,
so wird der Induktionsofen kompensiert und über eine Symmetriereinrichtung z.B. in
Steinmetzschaltung an das Drehstromnetz angeschlossen. Sowohl die Kompensierung als
auch die Symmetrierung einer solchen Stromversorgungsanlage müssen dabei schaltbar
ausgeführt werden, da sich die Impedanz des Ofens mit dem Füllungsgrad, der Art des
Einsatzgutes, der Temperatur und dem Verschleiß der Zustellung ändert und die Kompensierung
und Symmetrierung angepasst werden müssen. Außerdem müssen weitere Schaltgeräte zur
Steuerung der Leistung vorgesehen werden.
[0006] Details zu Schaltungsvarianten von Symmetriereinrichtungen sowie theoretische Grundlagen
zu deren Berechnung können z.B. der folgenden Schrift entnommen werden:
Reichert, K.: Die Symmetrierung und Schaltung von Netzfrequenz-Induktionsofenanlagen in
Elektrowärme 21 (1963), S. 309-319. Dort wird beispielsweise die Möglichkeit der Symmetrierung einer einphasigen Last
vorgestellt, so dass der zugehörige Stromrichter am 3-phasigen Netz betrieben werden
kann.
[0007] Oft sind Betriebsfrequenzen größer als die Netzfrequenz für die Anwendung günstiger,
insbesondere da sich dann eine höhere spezifische Leistung erreichen lässt. Solche
Anlagen werden heute mit Zwischenkreisumrichtern ausgeführt. Als Zwischenkreisumrichter
werden dabei sowohl Umrichter mit Stromzwischenkreis als auch Umrichter mit Spannungszwischenkreis
verwendet.
[0008] Neben Zwischenkreisumrichtern ist in dem oben genannten Beitrag auch ein Direktumrichter
beschrieben, bei dem der parallel kompensierte Lastschwingkreis den aus 3 antiparallelen
Thyristorpaaren bestehenden Direktumrichter führt.
[0009] Über andere, neuere Entwicklungen berichtet
Ernst, D.: Umrichter für Induktionsanwendungen - Stand der Technik. In: Elektrowärme
international B 57 (1999) S. 162-166. Dort wird der Einsatz von Transistoren an Stelle der Thyristoren
in Zwischenkreisumrichtern beschrieben. Weiterhin wird ein Spannungszwischenkreisumrichter
vorgestellt, der über einen Gleichrichter verfügt, der sinusförmigen Eingangsstrom
aus dem Netz nimmt.
[0010] Auf Grund der Vielzahl der Schaltgeräte benötigen Netzfrequenzschaltanlagen ein großes
Bauvolumen und sind wartungsintensiv. Daher werden heute selbst Anlagen, bei denen
die Netzfrequenz unter prozesstechnischen Aspekten her gut geeignet ist, mit Umrichtern
für Frequenzen von 60 bis 80 Hz ausgeführt.
[0011] Zwischenkreisumrichter, wie sie derzeit in Anlagen zur Versorgung von Induktionsöfen
eingesetzt werden, erzeugen durch den netzgeführten Gleichrichter Oberschwingungsströme
im Netz, die den Betrieb anderer Verbraucher beeinträchtigen können. Zumindest bei
großen Leistungen ist die Verwendung von 12- oder 24-pulsigen Gleichrichtern die einzige
Maßnahme, die eine kostengünstige Reduzierung der Oberschwingungsströme erlaubt. Werden
Zwischenkreisumrichter mit selbstgeführten Eingangsgleichrichtern ausgeführt, um einen
sinusförmigen Eingangstrom zu erzielen, so erhöht dies die Kosten erheblich und kann
zu einer signifikanten Einbuße beim Wirkungsgrad führen. Als weiterer Nachteil der
Zwischenkreisumrichter muss der hohe Aufwand für die Komponenten des Zwischenkreises,
insbesondere bei niedrigen Ausgangsfrequenzen, genannt werden.
[0012] Die in der Vergangenheit untersuchten lastgeführten Direktumrichter konnten sich
nicht durchsetzen, da Rückwirkungen des Ausgangsstromes durch ein aufwendiges Eingangsfilter
vom Netz ferngehalten werden müssen. Das Eingangsfilter ist insbesondere dann aufwendig,
wenn relativ niedrige Ausgangsfrequenzen benötigt werden. Gerade dieser Fall ist jedoch
für große Induktionstiegelöfen gegeben, da solche Öfen mit Frequenzen zwischen 80
Hz und 500 Hz arbeiten.
[0013] Sowohl Zwischenkreisumrichter als auch lastgeführte Direktumrichter haben bei Auslegung
für niedrige Ausgangsfrequenzen einen besonders hohen Aufwand an Reaktanzen (Kondensatoren
oder Drosseln).
[0014] Gegenüber diesen Lösungen vorteilhafte Anordnungen könnten sich ergeben, wenn es
gelingt, Schaltungstechniken für die Anwendung abschaltbarer Leistungshalbleiter in
zwischenkreislosen Schaltungen, wie etwa selbstgeführte Direktumrichter (auch als
Matrixumrichter bezeichnet), zur Speisung einer einphasigen Last anzuwenden. Schaltungen
selbstgeführter Direktumrichter werden z.B. in
DE 19832225
A1 beschrieben.
[0015] Aufgabe ist es nun, den hohen Aufwand an Reaktanzen, d. h. Induktivitäten und/oder
Kapazitäten, der bei den bisher bekannten Lösungen betrieben wird, zu verringern und
die Vorrausetzungen für die Anwendung zwischenkreisloser Schaltungen zu schaffen.
Es sind Stromversorgungsvorrichtungen anzugeben, bei denen die Energiespeicherung
mit geringerem Aufwand an passiven Bauteilen erfolgen kann. Hierzu gilt es zunächst
die Ursache für den hohen Aufwand zur Reaktanz zu erkennen. Dies wird im Folgenden
erläutert:
Die Stromversorgungsvorrichtung dient gleichzeitig mehreren Aufgaben:
o Frequenzwandlung
o Leistungssteuerung
o Anschluss einer 1-phasigen Last an das 3-phasige Netz
[0016] Wird an eine einphasige kompensierte Last an eine sinusförmige Spannung u(t)=û·sin(2·π·f·t)
angelegt, so fließt ein ebenfalls sinusförmiger Strom i(t)=î·sin(2·π·f·t). Aus dem
Produkt der beiden ergibt sich der zeitliche Verlauf der umgesetzten Leistung: P(t)=
½ ·û·î·(1-(cos(2·2·π·f·t)). Dieser zeitliche Verlauf der Leistung stellt sich auf
der Ausgangsseite der Stromversorgungsvorrichtung ein. Aus der Forderung nach einer
symmetrischen Belastung des Netzes ergibt sich, dass für die Netzseite P(t)=konstant
gelten muss. Der Wechselanteil des zeitlichen Verlaufs der Leistung auf der Ausgangsseite
muss also aus der Stromversorgungsvorrichtung geliefert werden, d. h. in der Stromversorgungsvorrichtung
muss Energiespeicherung mit zweifacher Ausgangsfrequenz erfolgen. Beim Zwischenkreisumrichter
übernimmt der Zwischenkreis diese Aufgabe, beim lastgeführten Direktumrichter erfolgt
diese Energiespeicherung im Eingangsfilter. In beiden Fällen erfolgt diese Energiespeicherung
in Reaktanzen, die gleichzeitig noch durch einen Gleichanteil oder einen netzfrequenten
Anteil beansprucht werden.
[0017] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass ein Stromrichter vorgesehen
ist, der neben den beiden Ausgangspotentialen zum Anschluss einer parallel kompensierten
Last zumindest ein weiteres Ausgangspotential aufweist und dass zwischen dem weiteren
Ausgangspotential und einem der Ausgangspotentiale zum Anschluss der Last oder zwischen
den weiteren Ausgangspotentialen eine oder mehrere Symmetrierreaktanzen zur Energiespeicherung
mit zweifacher Ausgangsfrequenz angeschlossen sind, und dass die Steuerung des Umrichters
und/oder die Symmetrierreaktanzen anpassbar an die Impedanz der Last (O) in verschiedenen
Betriebspunkten ist.
[0018] Als Symmetrierreaktanzen sind in einer erfindungsgemäßen Ausführungsform zumindest
ein Symmetrierkondensator und/oder eine Symmetrierdrossel vorgesehen. Bei der erfindungsgemäßen
Ausführung ist damit der Aufwand für die Reaktanzen reduziert, da die Energiespeicherung
mit der vollen Amplitude der Ausgangsspannung des verwendeten Stromrichters in den
Symmetrierreaktanzen erfolgt und nicht, wie bei Zwischenkreisumrichtern üblich, durch
einen im Vergleich zum Gleichanteil geringen Wechselanteil des Stromes (beim Stromzwischenkreisumrichter)
oder der Spannung (beim Spannungszwischenkreisumrichter) in den Reaktanzen des Zwischenkreisumrichters.
Sofern ein Zwischenkreisumrichter als Umrichter verwendet wird, können die Reaktanzen
in diesem somit kleiner dimensioniert werden. Da die zur Symmetrierung notwendige
Energiespeicherung in den Symmetrierreaktanzen stattfindet, können auch Direktumrichter
eingesetzt werden, die keine Reaktanzen enthalten und eine exakte Steuerung der Ausgangsleistung
ermöglichen.
[0019] Beim verwendeten Stromrichter kann es sich um einen Stromrichter mit Spannungszwischenkreis,
einen Stromrichter mit Stromzwischenkreis oder einen Direktumrichter handeln. Um beliebige
Phasenlagen der Ströme und Spannungen an den Ausgangsklemmen der Stromversorgungsvorrichtung
einstellen zu können, müssen die Bauelemente im Wechselrichter der Zwischenkreisumrichter
abschaltbar sein. Gleiches gilt auch für den Direktumrichter. Als Reaktanzen zur Energiespeicherung
können Induktivitäten oder Kapazitäten oder beliebige Kombinationen aus diesen Elementen
verwendet werden.
[0020] In vorteilhafter Weise kann die Erfindung auch so ausgebildet sein, dass als Stromrichter
ein Zwischenkreisumrichter vorgesehen ist. In diesem Falle wird die zur Symmetrierung
notwendige Energiespeicherung von den Reaktanzen des Zwischenkreises in die Symmetrierreaktanzen
verlagert, so dass die Reaktanzen des Zwischenkreises kleiner dimensioniert werden
können. Die Symmetrierreaktanzen erfordern zwar einen gewissen Aufwand, insgesamt
ist der Gesamtaufwand gegenüber den bekannten Anordnungen jedoch günstiger.
[0021] Weiterhin kann die Vorrichtung in vorteilhafter Weise auch so ausgestaltet sein,
dass ein selbstgeführter Direktumrichter als Stromrichter vorgesehen ist. Der Einsatz
eines solchen selbstgeführten Direktumrichters setzt voraus, dass die Last eine über
eine Netzperiode konstante Last aufnimmt. Dies wird durch die Symmetrierreaktanzen
erreicht.
[0022] Die Vorrichtung kann in vorteilhafter Weise auch so gestaltet sein, dass als Symmetrierreaktanzen
zumindest eine Symmetrierdrossel und/oder ein Symmetrierkondensator vorgesehen ist/sind,
so dass die einphasige Last, also der Induktionsofen, bezüglich der drei Anschlussklemmen
des Netzes und hinsichtlich der Amplitude und Phasenlage von Spannungen und Strömen
symmetrisch ist. Da durch den Einsatz eines Stromrichters Amplitude und Phasenlage
beliebig eingestellt werden können, kann auf eine der beiden Symmetrierreaktanzen
verzichtet werden.
[0023] Weiterhin wird ein Steuerverfahren zum Steuern der Speisung einer einphasigen Last,
insbesondere eines Induktionsofens, aus dem Drehstromnetz mit einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung vorgeschlagen, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass bei Änderung des
Widerstandes und/oder der Induktion der Last zur Einstellung der Leistung die Amplitude
und/oder die Phasenlage und/oder die Frequenz der Ausgangsspannungen variiert werden,
so dass die Stromversorgungseinrichtung damit an eine unsymmetrisch gewordene Last
nur durch Steuerung angepasst werden kann. Bisher wurden für die Anpassung an die
veränderte Impedanz der Last abschaltbare Teilkapazitäten oder Teilinduktivitäten
eingesetzt.
[0024] Wichtige Merkmale der erfindungsgemäßen Vorrichtung bestehen auch darin,
dass dabei der Stromrichter eine 1-phasige Last versorgt, deren Frequenz üblicherweise
höher ist als die des 3-phasigen Netzes und z.B. 250Hz beträgt;
dass der Stromrichter eine passive Last speist, deren Frequenz je nach Ofenfüllung
und Temperatur variabel ist, wobei der Stromrichter seine Ausgangsfrequenz auf die
Resonanzfrequenz von Ofen und Kompensationskondensator einstellen muss; dass der Stromrichter
nur drei Ausgangspotentiale aufweist, zwischen denen die Last und die Symmetrierung
angeschlossen werden;
es wird ein Stromrichter verwendet, an dessen Ausgangsklemmen eine Last mit Symmetrierung
in Steinmetzschaltung angeschlossen wird, wobei die Aufgabe der Verleitung der Last
auf die 3 Phasen des speisenden Netzes bereits durch den Stromrichter übernommen wird,
die Steinmetzschaltung also nur zum Ausgleich periodischer Leistungsschwankungen durch
die einphasige Last dient.
[0025] Grundlegende Schaltungselemente für die erfindungsgemäße Stromversorgungseinrichtung
sowie vorteilhafte erfindungsgemäße Ausbildungsformen sind in den folgenden Figuren
dargestellt:
- Fig. 1
- Mögliche Ausbildungsvarianten für bidirektionale Hauptschalter
- Fig. 2
- Stromversorgungseinrichtung mit Steinmetzschaltung an der Ausgangseite des Stromrichters
- Fig. 3
- Stromversorgungsvorrichtung mit Induktivität als Energiespeicher an der Ausgangsseite
des Stromrichters
- Fig. 4
- Stromversorgungsvorrichtung mit Kondensator als Energiespeicher an der Ausgangsseite
des Stromrichters
- Fig. 5
- Stromversorgungsvorrichtung mit pulsweitenmoduliertem Spannungszwischenkreisumrichter
mit Kondensator als Energiespeicher an der Ausgangsseite
- Fig. 6
- Stromversorgungsvorrichtung mit selbstgeführtem Direktumrichter mit Kondensator als
Energiespeicher an der Ausgangsseite.
[0026] Fig. 1 zeigt mögliche Ausbildungsvarianten für bidirektionale Hauptschalter, welche
für den Aufbau von selbstgeführten Direktumrichtern erforderlich sind. Ein solcher
bidirektionaler Hauptschalter kann als Kombination aus unidirektional sperrenden IGBTs
und Dioden (a,b, c) oder ausschließlich aus symmetrisch sperrenden IGBTs (d) aufgebaut
werden. Anstelle von IGBTs können auch andere abschaltbare Leistungshalbleiter wie
Mosfets, IGCTs oder andere verwendet werden. Bei symmetrisch sperrenden Leistungshalbleitern
ist die einfache Variante entsprechend Fig. 1d möglich.
[0027] Fig. 2 - Fig. 4 zeigen verschiedene Ausbildungsformen der erfindungsgemäßen Stromversorgungsvorrichtung
mit dem Anschluss der Energiespeicher, in denen die zur Symmetrierung erforderliche
Energie gespeichert wird.
[0028] In Fig. 2 wird die parallel kompensierte Last, bestehend aus dem Ofen O sowie dem
Kompensationskondensator C
K, mittels einer Steinmetzschaltung, bestehend aus Symmetrierkondensator C
S und Symmetrierdrossel L
S, an den dreiphasigen Ausgang des Stromrichters S angeschlossen. Die Komponenten der
Steinmetzschaltung werden dabei so dimensioniert, dass bei Nennbelastung eine symmetrische
Belastung des Stromrichters S erfolgt. Der Stromrichter S wird so gesteuert, dass
sich an seinem Ausgang ein Drehspannungssystem einstellt.
[0029] In Fig.3 ist neben dem Ofen O und dem Kompensationskondensator C
K lediglich eine Symmetrierdrossel L
S vorhanden.
[0030] Fig. 4 schließlich zeigt eine Anordnung bei der nur ein Symmetrierkondensator Cs
verwendet wird.
[0031] Bei idealer Symmetrierung unter Verwendung eines Symmetrierkondensators Cs und einer
Symmetrierdrossel L
S (Steinmetzschaltung) sind am Ausgang des Stromrichters S die Ströme und Spannungen
in allen 3 Phasen jeweils in Phase, so dass der Stromrichter S reine Wirkleistung
liefern muss. Entfällt eines dieser Symmetrierelemente, so verringert sich zwar der
Aufwand für die passiven Bauteile, jedoch muss der Stromrichter S dann zusätzlich
Blindleistung liefern.
[0032] Fig. 5 stellt eine Anordnung entsprechend Fig. 4 dar, bei der der Stromrichter S
als Spannungszwischenkreisumrichter ausgeführt ist. Der Spannungszwischenkreisumrichter
besteht dabei aus dem Netzgleichrichter, ausgeführt mit den Dioden D
1-D
6, der Zwischenkreisdrossel L
d, dem Zwischenkreiskondensator C
d und dem Wechselrichter, der aus den IGBTs T
1-T
6, den Treibern Tr
1-Tr
6 sowie aus der Entkopplungsdrossel L
E besteht. Die Entkopplungsdrossel L
E ermöglicht den Anschluss der Kondensatoren für Kompensation C
K und Symmetrierung C
S am Ausgang des Spannungszwischenkreisumrichters, ohne dass es dadurch zu unerwünschten
Ausgleichsströmen kommt. Durch entsprechende Steuerung der Treiber Tr
1-Tr
6 wird sichergestellt, dass der Zwischenkreis nur mit Strömen im Bereich der Schaltfrequenz
belastet wird. Stromanteile im Zwischenkreiskondensator C
d mit doppelter Ausgangsfrequenz können vermieden werden, indem die Ausgangsgrößen
so eingestellt werden, dass die zum Ausgleich der Leistungsbilanz erforderliche Energie
ausschließlich im ausgangsseitig angeschlossenen Symmetrierkondensator C
S gespeichert wird.
[0033] Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform, bei der der Umrichter als selbstgeführter Direktumrichter
oder Matrixumrichter ausgeführt ist. Eine Anordnung aus 9 bidirektionalen Hauptschaltern,
bestehend aus den IGBTs T1-T18, bildet einen Direktumrichter mit dreiphasigem Eingang
und dreiphasigem Ausgang. Eingangsseitig sind zur Unterdrückung schaltfrequenter Rückwirkungen
Filterkondensatoren C
F in Dreieckschaltung angeordnet. Diese bilden gemeinsam mit der Induktivität L
T des vorgeschalteten Transformators oder einer Eingangsdrossel ein Tiefpassfilter.
Ausgangsseitig ist wiederum eine Entkopplungsdrossel L
E angeordnet. Die Verwendung eines solchen Umrichters ermöglicht einen netzrückwirkungsarmen
Betrieb des Stromrichters, da dieser so gesteuert werden kann, dass sinusförmige Netzströme
aufgenommen werden.
[0034] Vorteile der beschriebenen Anordnungen gegenüber den bislang eingesetzten Zwischenkreisumrichtern
sind folgende Punkte:
- Wegen der konstanten Leistung am Ausgang des Stromrichters kann der Zwischenkreis
entfallen (Direktumrichter) bzw. verkleinert werden. Dadurch kann die Stromversorgungseinrichtung
kompakter und kostengünstiger ausgeführt werden.
o Durch den Wegfall oder die Verkleinerung der Energiespeicher im Zwischenkreis ist
die im Stromrichter gespeicherte Energie geringer, so dass im Fehlerfall, z. b. bei
Defekt eines Halbleiters weniger Energie abgebaut werden muss. Dadurch wird die Belastung
aller Komponenten verringert.
o Wenn an einer Stelle im Kühlkreislauf Gleichspannung auftritt, muss aufbereitetes
Wasser geringer Leitfähigkeit eingesetzt werden, um eine Elektrolyse zu verhindern.
Bei der Ausführung des Stromrichters als Direktumrichter treten an keiner Stelle der
Schaltung Gleichspannungen auf. Die Stromrichter können damit unter Verwendung von
Leistungshalbleitern in Scheibenzellenbauform wassergekühlt aufgebaut werden, ohne
dass hierzu eine Isolation zwischen elektrischem Anschluss und Kühlkörper erforderlich
ist oder für den Umrichter Kühlwasser besonders geringer Leitfähigkeit bereitgestellt
werden muss. Die Wasserkühlung des Umrichters kann somit mit dem Wasserkreislauf der
Ofenkühlung erfolgen, ohne dass die Gefahr der elektrolytischen Korrosion besteht.
- Bei der Ausführung des Stromrichters als Direktumrichter kann ein nahezu sinusförmiger
Eingangsstrom erreicht werden. Gegenüber den bereits zu diesem Zweck verwendeten Zwischenkreisumrichtern
mit selbstgeführtem Gleichrichter ist damit ein höherer Wirkungsgrad erzielbar.
- Bei der Ausführung des Stromrichters als Zwischenkreisumrichter kann auf standardisierte
Baugruppen oder Module aus der Antriebstechnik mit dreiphasigem Ausgang zurückgegriffen
werden. Dies ist insbesondere für kleinere Leistungen von Interesse, da solche Baugruppen
und Module in großen Stückzahlen und damit kostengünstig gefertigt werden.
Bezugszeichenliste
[0035]
- Cd
- Zwischenkreiskondensator
- CF
- Filterkondensator
- CK
- Kompensationskondensator
- CS
- Symmetrierkondensator
- Dx
- Dioden
- Ld
- Zwischenkreisdrossel
- LE
- Entkopplungsdrossel
- LF
- Filterdrossel
- Ls
- Symmetrierdrossel
- LT
- Transformatorinduktivität
- O
- Induktionsofen
- S
- Stromrichter
- Tx
- IGBTs
- Trx
- Treiber
- Uxy
- Ausgangsspannungen des Stromrichters
1. Stromversorgungsvorrichtung zur Speisung einer einphasigen Last, insbesondere eines
einphasigen Induktionsofens (O), aus dem Drehstromnetz,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Stromrichter (S) vorgesehen ist, der neben den beiden Ausgangspotentialen zum
Anschluss einer parallel kompensierten Last (O) zumindest ein weiteres Ausgangspotential
aufweist,
dass zwischen dem weiteren Ausgangspotential und einem der Ausgangspotentiale zum Anschluss
der Last (O) oder zwischen den weiteren Ausgangspotentialen eine oder mehrere Symmetrierreaktanzen
zur Energiespeicherung mit zweifacher Ausgangsfrequenz angeschlossen sind, und
dass die Steuerung des Umrichters und/oder die Symmetrierreaktanzen anpassbar an die Impedanz
der Last (O) in verschiedenen Betriebspunkten ist.
2. Stromversorgungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Stromrichter (S) ein Zwischenkreisumrichter vorgesehen ist.
3. Stromversorgungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Stromrichter (S) ein selbstgeführter Direktumrichter vorgesehen ist.
4. Stromversorgungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Reaktanzen zumindest eine Symmetrierdrossel (LS) und/oder ein Symmetrierkondensator (CS) vorgesehen ist/sind.
5. Steuerverfahren zum Steuern der Speisung einer einphasigen Last, insbesondere eines
einphasigen Induktionsofens, aus dem Drehstromnetz mit einer Vorrichtung nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Änderung des Widerstandes und/oder der Induktivität der Last zur Einstellung
der Leistung die Amplitude und/oder die Phasenlage und/oder die Frequenz der Ausgangsspannungen
variiert werden können.
1. Power supply apparatus for feeding a single-phase load, in particular a single-phase
induction furnace (O), from the three-phase network, characterized in that a converter (S) is provided which has at least one further output potential in addition
to the two output potentials for connecting a parallel-compensated load (0), in that one or more balancing reactances for energy storage at double the output frequency
are connected between the further output potential and one of the output potentials
for connecting the load (O) or between the further output potentials, and in that the control of the converter and/or the balancing reactances can be matched to the
impedance of the load (0) at various operating points.
2. Power supply apparatus according to Claim 1, characterized in that an intermediate circuit converter is provided as the converter (S).
3. Power supply apparatus according to Claim 1, characterized in that a self-commutated direct converter is provided as the converter (S).
4. Power supply apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that at least one balancing inductor (LS) and/or one balancing capacitor (CS) is/are provided as the reactances.
5. Control method for controlling the feed of a single-phase load, in particular a single-phase
induction furnace, from the three-phase network using an apparatus according to one
of the preceding claims, characterized in that, when the resistance and/or the inductance of the load is changed for the purpose
of setting the power, the amplitude and/or the phase angle and/or the frequency of
the output voltages can be varied.
1. Dispositif d'alimentation en courant pour l'alimentation d'une charge monophasée,
notamment d'un four monophasé à induction (O), à partir du réseau de courant alternatif
triphasé,
caractérisé en ce que
il est prévu un convertisseur de courant (S) qui, outre les deux potentiels de sortie
pour le raccordement d'une charge compensée en parallèle (0), présente au moins un
autre potentiel de sortie,
entre l'autre potentiel de sortie et un des potentiels de sortie pour le raccordement
de la charge (0) ou entre les autres potentiels de sortie, sont raccordées une ou
plusieurs réactances de symétrisation pour l'accumulation d'énergie avec une double
fréquence de sortie et
que le contrôle du convertisseur et/ou des réactances de symétrisation est adaptable
à l'impédance de la charge (0) à différents points de fonctionnement.
2. Dispositif d'alimentation en courant selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est prévu comme convertisseur de courant (S) un convertisseur à circuit intermédiaire.
3. Dispositif d'alimentation en courant selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est prévu comme convertisseur de courant (S) un convertisseur direct autogéré.
4. Dispositif d'alimentation en courant selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il est prévu comme réactances au moins une bobine de symétrisation (LS) et/ou un condensateur de symétrisation (CS).
5. Procédé de commande pour le contrôle de l'alimentation d'une charge monophasée, notamment
d'un four monophasé à induction, à partir du réseau de courant alternatif triphasé,
au moyen d'un dispositif suivant une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'en cas de modification de la résistance et/ou de l'inductance de la charge pour le
réglage de la puissance, l'amplitude et/ou le phasage et/ou la fréquence des tensions
de sortie peuvent être variés.