[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Wellenfeldsynthesesysteme und insbesondere
auf Wellenfeldsynthesesysteme, die bewegte virtuelle Quellen erlauben.
[0002] Es besteht ein steigender Bedarf an neuen Technologien und innovativen Produkten
im Bereich der Unterhaltungselektronik. Dabei ist es eine wichtige Voraussetzung für
den Erfolg neuer multimedialer Systeme, optimale Funktionalitäten bzw. Fähigkeiten
anzubieten. Erreicht wird das durch den Einsatz digitaler Technologien und insbesondere
der Computertechnik. Beispiele hierfür sind die Applikationen, die einen verbesserten
realitätsnahen audiovisuellen Eindruck bieten. Bei bisherigen Audiosystemen liegt
ein wesentlicher Schwachpunkt in der Qualität der räumlichen Schallwiedergabe von
natürlichen, aber auch von virtuellen Umgebungen.
[0003] Verfahren zur mehrkanaligen Lautsprecherwiedergabe von Audiosignalen sind seit vielen
Jahren bekannt und standardisiert. Alle üblichen Techniken besitzen den Nachteil,
dass sowohl der Aufstellungsort der Lautsprecher als auch die Position des Hörers
dem Übertragungsformat bereits eingeprägt sind. Bei falscher Anordnung der Lautsprecher
im Bezug auf den Hörer leidet die Audioqualität deutlich. Ein optimaler Klang ist
nur in einem kleinen Bereich des Wiedergaberaums, dem so genannten Sweet Spot, möglich.
[0004] Ein besserer natürlicher Raumeindruck sowie eine stärkere Einhüllung bei der Audiowiedergabe
kann mit Hilfe einer neuen Technologie erreicht werden. Die Grundlagen dieser Technologie,
die so genannte Wellenfeldsynthese (WFS; WFS = Wave-Field Synthesis), wurden an der
TU Delft erforscht und erstmals in den späten 80er-Jahren vorgestellt (Berkhout, A.J.;
de Vries, D.; Vogel, P.: Acoustic control by Wave-field Synthesis. JASA 93, 1993).
[0005] Infolge der enormen Anforderungen dieser Methode an Rechnerleistung und Übertragungsraten
wurde die Wellenfeldsynthese bis jetzt nur selten in der Praxis angewendet. Erst die
Fortschritte in den Bereichen der Mikroprozessortechnik und der Audiocodierung gestatten
heute den Einsatz dieser Technologie in konkreten Anwendungen. Erste Produkte im professionellen
Bereich werden nächstes Jahr erwartet. In wenigen Jahren sollen auch erste Wellenfeldsynthese-Anwendungen
für den Konsumerbereich auf den Markt kommen.
[0006] Die Grundidee von WFS basiert auf der Anwendung des Huygens'schen Prinzips der Wellentheorie:
[0007] Jeder Punkt, der von einer Welle erfasst wird, ist Ausgangspunkt einer Elementarwelle,
die sich kugelförmig bzw. kreisförmig ausbreitet.
[0008] Angewandt auf die Akustik kann durch eine große Anzahl von Lautsprechern, die nebeneinander
angeordnet sind (einem so genannten Lautsprecherarray), jede beliebige Form einer
einlaufenden Wellenfront nachgebildet werden. Im einfachsten Fall, einer einzelnen
wiederzugebenden Punktquelle und einer linearen Anordnung der Lautsprecher, müssen
die Audiosignale eines jeden Lautsprechers mit einer Zeitverzögerung und Amplitudenskalierung
so gespeist werden, dass sich die abgestrahlten Klangfelder der einzelnen Lautsprecher
richtig überlagern. Bei mehreren Schallquellen wird für jede Quelle der Beitrag zu
jedem Lautsprecher getrennt berechnet und die resultierenden Signale addiert. In einem
virtuellen Raum mit reflektierenden Wänden können auch Reflexionen als zusätzliche
Quellen über das Lautsprecherarray wiedergegeben werden. Der Aufwand bei der Berechnung
hängt daher stark von der Anzahl der Schallquellen, den Reflexionseigenschaften des
Aufnahmeraums und der Anzahl der Lautsprecher ab.
[0009] In dem Fachbeitrag "High-Quality Acoustic Rendering with Wave Field Synthesis", S.
Spors, H. Teutsch und R. Rabenstein, VMV (3) 2002, 20. bir 22. November 2002, Erlangen,
werden die Grundzüge dieser Technik vorgestellt.
[0010] Der Vorteil dieser Technik liegt im Besonderen darin, dass ein natürlicher räumlicher
Klangeindruck über einen großen Bereich des Wiedergaberaums möglich ist. Im Gegensatz
zu den bekannten Techniken werden Richtung und Entfernung von Schallquellen sehr exakt
wiedergegeben. In beschränktem Maße können virtuelle Schallquellen sogar zwischen
dem realen Lautsprecherarray und dem Hörer positioniert werden.
[0011] Obgleich die Wellenfeldsynthese für Umgebungen gut funktioniert, deren Beschaffenheiten
bekannt sind, treten doch Unregelmäßigkeiten auf, wenn sich die Beschaffenheit ändert
bzw. wenn die Wellenfeldsynthese auf der Basis einer Umgebungsbeschaffenheit ausgeführt
wird, die nicht mit der tatsächlichen Beschaffenheit der Umgebung übereinstimmt.
[0012] Die Technik der Wellenfeldsynthese kann jedoch ebenfalls vorteilhaft eingesetzt werden,
um eine visuelle Wahrnehmung um eine entsprechende räumliche Audiowahrnehmung zu ergänzen.
Bisher stand bei der Produktion in virtuellen Studios die Vermittlung eines authentischen
visuellen Eindrucks der virtuellen Szene im Vordergrund. Der zum Bild passende akustische
Eindruck wird in der Regel durch manuelle Arbeitsschritte in der sogenannten Postproduktion
nachträglich dem Audiosignal aufgeprägt oder als zu aufwendig und zeitintensiv in
der Realisierung eingestuft und daher vernachlässigt. Dadurch kommt es üblicherweise
zu einem Widerspruch der einzelnen Sinnesempfindungen, der dazu führt, daß der entworfene
Raum, d. h. die entworfene Szene, als weniger authentisch empfunden wird.
[0013] In der Fachveröffentlichung "Subjective experiments on the effects of combining spatialized
audio and 2D video projection in audio-visual systems", W. de Bruijn und M. Boone,
AES convention paper 5582, 10. bis 13. Mai 2002, München, werden subjektive Experimente
bezüglich der Auswirkungen des Kombinierens von räumlichem Audio und einer zweidimensionalen
Videoprojektion in audiovisuellen Systemen dargestellt. Insbesondere wird hervorgehoben,
daß zwei in einer unterschiedlichen Entfernung zu einer Kamera stehende Sprecher,
die nahezu hintereinander stehen, von einem Betrachter besser verstanden werden können,
wenn mit Hilfe der Wellenfeldsynthese die zwei hintereinander stehenden Personen als
unterschiedliche virtuelle Schallquellen aufgefaßt und rekonstruiert werden. In diesem
Fall hat sich durch subjektive Tests herausgestellt, daß ein Zuhörer die beiden gleichzeitig
sprechenden Sprecher getrennt voneinander besser verstehen und unterscheiden kann.
[0014] In einem Tagungsbeitrag zum 46. internationalen wissenschaftlichen Kolloquium in
Ilmenau vom 24. bis 27. September 2001 mit dem Titel "Automatisierte Anpassung der
Akustik an virtuelle Räume", U. Reiter, F. Melchior und C. Seidel, wird ein Ansatz
vorgestellt, Tonnachbearbeitungsprozesse zu automatisieren. Hierzu werden die für
die Visualisierung notwendigen Parameter eines Film-Sets, wie z. B. Raumgröße, Textur
der Oberflächen oder Kameraposition und Position der Akteure auf ihre akustische Relevanz
hin überprüft, woraufhin entsprechende Steuerdaten generiert werden. Diese beeinflussen
dann automatisiert die zur Postproduktion eingesetzten Effekt- und Nachbearbeitungsprozesse,
wie z. B. die Anpassung der Sprecherlautstärkenabhängigkeit von der Entfernung zur
Kamera oder die Nachhallzeit in Abhängigkeit von Raumgröße und Wandbeschaffenheit.
Hierbei besteht das Ziel darin, den visuellen Eindruck einer virtuellen Szene für
eine gesteigerte Realitätsempfindung zu verstärken.
[0015] Es soll ein "Hören mit den Ohren der Kamera" ermöglicht werden, um eine Szene echter
erscheinen zu lassen. Hierbei wird eine möglichst hohe Korrelation zwischen Schallereignisort
im Bild und Hörereignisort im Surroundfeld angestrebt. Das bedeutet, daß Schallquellenpositionen
ständig einem Bild angepaßt sein sollen. Kameraparameter, wie z. B.
[0016] Zoom, sollen in die Tongestaltung ebenso mit einbezogen werden wie eine Position
von zwei Lautsprechern L und R. Hierzu werden Trackingdaten eines virtuellen Studios
zusammen mit einem zugehörigen Timecode vom System in eine Datei geschrieben. Gleichzeitig
werden Bild, Ton und Timecode auf einer MAZ aufgezeichnet. Das Camdump-File wird zu
einem Computer übertragen, der daraus Steuerdaten für eine Audioworkstation geniert
und synchron zum von der MAZ stammenden Bild über eine MIDI-Schnittstelle ausgibt.
Die eigentliche Audiobearbeitung wie Positionierung der Schallquelle im Surroundfeld
und Einfügen von frühen Reflexionen und Nachhall findet innerhalb der Audioworkstation
statt. Das Signal wird für ein 5.1-Surround-Lautsprechersystem aufbereitet.
[0017] Kamera-Tracking-Parameter genauso wie Positionen von Schallquellen im Aufnahme-Setting
können bei realen Film-Sets aufgezeichnet werden. Solche Daten können auch in virtuellen
Studios erzeugt werden.
[0018] In einem virtuellen Studio steht ein Schauspieler oder Moderator allein in einem
Aufnahmeraum. Insbesondere steht er vor einer blauen Wand, die auch als Blue-Box oder
Blue-Panel bezeichnet wird. Auf diese Blauwand ist ein Muster aus blauen und hellblauen
Streifen aufgebracht. Das besondere an diesem Muster ist, daß die Streifen unterschiedlich
breit sind und sich somit eine Vielzahl von Streifen-Kombinationen ergeben. Aufgrund
der einmaligen Streifen-Kombinationen auf der Blauwand ist es bei der Nachbearbeitung,
wenn die Blauwand durch einen virtuellen Hintergrund ersetzt wird, möglich, genau
zu bestimmen, in welche Richtung die Kamera blickt. Mit Hilfe dieser Informationen
kann der Rechner den Hintergrund für den aktuellen Kamerablickwinkel ermitteln. Ferner
werden Sensoren an der Kamera ausgewertet, die zusätzliche Kameraparameter erfassen
und ausgeben. Typische Parameter einer Kamera, die mittels Sensorik erfaßt werden,
sind die drei Translationsgrade x, y, z, die drei Rotationsgrade, die auch als Roll,
Tilt, Pan bezeichnet werden, und die Brennweite bzw. der Zoom, der gleichbedeutend
mit der Information über den Öffnungswinkel der Kamera ist.
[0019] Damit die genaue Position der Kamera auch ohne Bilderkennung und ohne aufwendige
Sensortechnik bestimmt werden kann, kann man auch ein Tracking-System einsetzen, das
aus mehreren Infrarot-Kameras besteht, die die Position eines an der Kamera befestigten
Infrarot-Sensors ermitteln. Somit ist auch die Position der Kamera bestimmt. Mit den
von der Sensorik gelieferten Kameraparametern und den von der Bilderkennung ausgewerteten
Streifen-Informationen kann ein Echtzeitrechner nun den Hintergrund für das aktuelle
Bild berechnen. Hierauf wird der Blau-Farbton, den der blaue Hintergrund hatte, aus
dem Bild entfernt, so daß statt dem blauen Hintergrund der virtuelle Hintergrund eingespielt
wird.
[0020] In der Mehrzahl der Fälle wird ein Konzept verfolgt, bei dem es darum geht, einen
akustischen Gesamteindruck der visuell abgebildeten Szenerie zu bekommen. Dieses lässt
sich gut mit dem aus der Bildgestaltung stammenden Begriff der "Totalen" umschreiben.
Dieser "totale" Klangeindruck bleibt meist über alle Einstellungen in einer Szene
konstant, obwohl sich der optische Blickwinkel auf die Dinge meist stark ändert. So
werden optische Details durch entsprechende Einstellungen herausgehoben oder in den
Hintergrund gestellt. Auch Gegenschüsse bei der filmischen Dialoggestaltung werden
vom Ton nicht nachvollzogen.
[0021] Daher besteht der Bedarf, den Zuschauer akustisch in eine audiovisuelle Szene einzubetten.
Hierbei bildet die Leinwand oder Bildfläche die Blickrichtung und den Blickwinkel
des Zuschauers. Dies bedeutet, daß der Ton dem Bild in der Form nachgeführt werden
soll, daß er stets mit dem gesehenen Bild übereinstimmt. Dies wird insbesondere für
virtuelle Studios noch wichtiger, da es typischerweise keine Korrelation zwischen
dem Ton der Moderation beispielsweise und der Umgebung gibt, in der sich der Moderator
gerade befindet. Um einen audiovisuellen Gesamteindruck der Szene zu bekommen, muß
ein zum gerenderten Bild passender Raumeindruck simuliert werden. Eine wesentliche
subjektive Eigenschaft bei einem solchen klanglichen Konzept ist in diesem Zusammenhang
der Ort einer Schallquelle, wie ihn ein Betrachter beispielsweise einer Kinoleinwand
empfindet.
[0022] Im Audiobereich läßt sich also durch die Technik der Wellenfeldsynthese (WFS) ein
guter räumlicher Klang für eine großen Hörerbereich erzielen. Wie es ausgeführt worden
ist, basiert die Wellenfeldsynthese auf dem Prinzip von Huygens, nach welchem sich
Wellenfronten durch Überlagerung von Elementarwellen formen und aufbauen lassen. Nach
mathematisch exakter theoretischer Beschreibung müßten unendlich viele Quellen in
unendlich kleinem Abstand für die Erzeugung der Elementarwellen genutzt werden. Praktisch
werden jedoch endlich viele Lautsprecher in einem endlich kleinen Abstand zueinander
genutzt. Jeder dieser Lautsprecher wird gemäß dem WFS-Prinzip mit einem Audiosignal
von einer virtuellen Quelle, das ein bestimmtes Delay und einen bestimmten Pegel hat,
angesteuert. Pegel und Delays sind in der Regel für alle Lautsprecher unterschiedlich.
[0023] Im Audiobereich existiert ein sogenannter natürlicher Dopplereffekt. Dieser Dopplereffekt
entsteht daraus, daß eine Quelle ein Audiosignal mit bestimmter Frequenz sendet, ein
Empfänger dieses Signal empfängt, und eine Bewegung der Quelle relativ zum Empfänger
stattfindet. Dies führt aufgrund einer "Dehnung" oder "Stauchung" der akustischen
Wellenformen dazu, daß sich die Frequenz des Audiosignals beim Empfänger entsprechend
der Bewegung ändert. Üblicherweise ist der Mensch der Empfänger, und er hört diese
Frequenzänderung direkt, beispielsweise dann, wenn sich ein Krankenwagen mit Martinshorn
auf einen Mensch zu bewegt und dann an dem Mensch vorbeifährt. Der Mensch wird zum
Zeitpunkt, zu dem der Krankenwagen vor ihm ist, das Martinshorn mit einer anderen
Tonlage hören als dann, wenn sich der Krankenwagen hinter dem Menschen befindet.
[0024] Auch bei der Wellenfeldsynthese bzw. Klangfeldsynthese existiert ein Dopplereffekt.
Er basiert physikalisch auf dem gleichen Hintergrund wie der vorstehend beschriebene
natürliche Dopplereffekt. Im Gegensatz zum natürlichen Dopplereffekt existiert jedoch
bei der Klangfeldsynthese kein direkter Weg zwischen dem Sender und dem Empfänger.
Statt dessen wird eine Unterscheidung dahingehend vorgenommen, daß es einen Primärsender
und einen Primärempfänger gibt. Darüber hinaus existiert ein Sekundärsender und ein
Sekundärempfänger. Dieses Szenario wird nachfolgend anhand von Fig. 7 dargestellt.
[0025] Fig. 7 zeigt eine virtuelle Quelle 700, die sich von einer ersten Position, die mit
einer eingekreisten "1" in Fig. 7 bezeichnet ist, über der Zeit entlang einer Bewegungsbahn
702 zu einer zweiten Position bewegt, die in Fig. 7 mit einer eingekreisten "2" dargestellt
ist. Ferner sind schematisch drei Lautsprecher 704 gezeigt, die ein Wellenfeldsynthese-Lautsprecherarray
symbolisieren sollen. In dem Szenario befindet sich ferner ein Hörer 706, der bei
dem in Fig. 7 gezeigten Beispiel derart angeordnet ist, daß die Bewegungsbahn der
virtuellen Quelle eine Kreisbahn ist, die sich um den Hörer herum, der den Mittelpunkt
dieser Kreisbahn bildet, erstreckt. Dagegen sind die Lautsprecher 704 nicht im Mittelpunkt
angeordnet, dahingehend, daß zu dem Zeitpunkt, zu dem sich die virtuelle Quelle 700
an der ersten Position befindet, dieselbe einen ersten Abstand r
1 von einem Lautsprecher hat, und daß die Quelle dann in ihrer zweiten Position einen
zweiten Abstand r
2 zu der Quelle hat. Bei dem in Fig. 7 gezeigten Szenario ist r
1 ungleich r
2, während R
1, also die Entfernung der virtuellen Quelle vom Hörer 706 gleich der Entfernung des
Hörers 706 zur virtuellen Quelle zum Zeitpunkt 2 ist. Dies bedeutet, daß für den Hörer
706 keine Abstandsänderung der virtuellen Quelle 700 stattfindet. Dagegen findet jedoch
sehr wohl eine Abstandsänderung der virtuellen Quelle 700 relativ zu den Lautsprechern
704 statt, da r
1 ungleich r
2 ist. Die virtuelle Quelle stellt den Primärsender dar, während die Lautsprecher 704
den Primärempfänger darstellen. Gleichzeitig stellen die Lautsprecher 704 den Sekundärsender
dar, während der Hörer 706 schließlich den Sekundärempfänger darstellt.
[0026] Bei der Wellenfeldsynthese erfolgt die Übertragung zwischen dem Primärsender und
dem Primärempfänger "virtuell". Dies bedeutet, daß die Wellenfeldsynthese-Algorithmen
verantwortlich sind für die Dehnung und Stauchung der Wellenfront der Wellenformen.
Zu dem Zeitpunkt, zu dem ein Lautsprecher 704 ein Signal vom Wellenfeldsynthesemodul
empfängt, existiert zunächst noch kein hörbares Signal. Hörbar wird das Signal erst
nach Ausgabe über den Lautsprecher. Damit können an verschiedenen Stellen Dopplereffekte
entstehen.
[0027] Falls sich die virtuelle Quelle relativ zu den Lautsprechern bewegt, gibt jeder Lautsprecher
ein Signal mit unterschiedlichem Dopplereffekt wieder, je nach seiner speziellen Position
bezüglich der sich bewegenden virtuellen Quelle, da die Lautsprecher auf unterschiedlichen
Positionen stehen und die relativen Bewegungen somit für jeden Lautsprecher unterschiedlich
sind.
[0028] Andererseits kann sich auch der Hörer relativ zu den Lautsprechern bewegen. Dies
ist jedoch insbesondere in einem Kinosetting ein für die Praxis unbedeutender Fall,
da die Bewegung des Hörers bezüglich der Lautsprecher immer eine relativ langsame
Bewegung mit einem entsprechend kleinen Dopplereffekt sein wird, da die Dopplerverschiebung,
wie es in der Technik bekannt ist, proportional zur Relativbewegung zwischen Sender
und Empfänger ist.
[0029] Der erstgenannte Dopplereffekt, also wenn sich die virtuelle Quelle relativ zu den
Lautsprechern bewegt, kann sich relativ natürlich, aber auch sehr unnatürlich anhören.
Dies hängt davon ab, in welcher Richtung die Bewegung stattfindet. Bewegt sich die
Quelle nämlich gerade vom Mittelpunkt des Systems weg oder hin, ergibt sich ein eher
natürlicher Effekt. Bezug nehmend auf Fig. 7 würde dies bedeuten, daß sich die virtuelle
Quelle 700 z. B. entlang des Pfeils R
1 von dem Hörer weg bewegen würde.
[0030] "Umkreist" jedoch die virtuelle Quelle 700 den Hörer 706, wie es Bezug nehmend auf
Fig. 7 dargestellt ist, ergibt sich ein sehr unnatürlicher Effekt, da die Relativbewegungen
zwischen Primärquelle und Primärempfänger (Lautsprecher) sehr stark und innerhalb
der unterschiedlichen Primärempfänger auch sehr unterschiedlich sind, was in krassem
Gegensatz zur Natur steht, wo im Fall der Umkreisung der Quelle zum Hörer kein Dopplereffekt
entsteht, da dann keine Abstandsänderung zwischen Quelle und Hörer auftritt.
[0031] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein verbessertes Konzept zum
Berechnen eines diskreten Werts zu einem aktuellen Zeitpunkt einer Komponente in einem
Lautsprechersignal zu schaffen, bei dem Artefakte aufgrund von Dopplereffekten reduziert
sind.
[0032] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß Patentanspruch 1, ein Verfahren gemäß
Patentanspruch 18 oder ein Computer-Programm gemäß Patentanspruch 19 gelöst.
[0033] Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß Dopplereffekte berücksichtigt
werden können, da sie ein Bestandteil der für die Positionsidentifizierung einer Quelle
erforderlichen Informationen sind. Müßte vollständig auf solche Dopplereffekte verzichtet
werden, so könnte dies dazu führen, daß ein nicht optimales Klangerlebnis entsteht,
da der Doppler-Effekt naturgegeben ist und es somit zu einem nicht optimalen Eindruck
führen würde, wenn sich beispielsweise eine virtuelle Quelle auf einen Hörer zu bewegt,
jedoch keine Doppler-Verschiebung der Audiofrequenz stattfindet.
[0034] Andererseits wird erfindungsgemäß jedoch zur "Verschleifung" des Dopplereffekts,
dahingehend, daß er zwar vorhanden ist, daß jedoch seine Auswirkungen zu keinen oder
nur reduzierten Artefakten führen, ein "Überblenden" von einer Position zu einer anderen
Position durchgeführt. Beim Stand der Technik werden dann, wenn eine Delayänderung
auftritt, also wenn eine Positionsänderung der virtuellen Quelle stattfindet, bei
einer verringerten Delay Abtastwerte einfach künstlich eingefügt, oder bei einer vergrößerten
Delay Abtastwerte einfach weggelassen. Dies führt zu scharfen Sprüngen im Signal.
Erfindungsgemäß werden dagegen diese scharfen Sprünge dadurch reduziert, daß ein kontinuierlicher
Übergang von einer Position der virtuellen Quelle zu einer anderen Position der virtuellen
Quelle erreicht wird. Hierzu wird in einem Überblendungsbereich ein diskreter Wert
für einen aktuellen Zeitpunkt in dem Überblendungsbereich unter Verwendung eines für
den aktuellen Zeitpunkt gültigen Abtastwerts des Audiosignals an der ersten Position,
also zu einem ersten Zeitpunkt, und unter Verwendung eines zu einem aktuellen Zeitpunkt
gehörigen Abtastwerts eines Audiosignals der virtuellen Quelle an der zweiten Position,
also zu dem zweiten Zeitpunkt, berechnet.
[0035] Vorzugsweise findet ein Überblenden dahingehend statt, daß zum ersten Zeitpunkt,
zu dem also die ersten Positionsänderungen und damit die ersten Delayinformationen
gültig sind, ein Gewichtungsfaktor für das Audiosignal, das mit der ersten Verzögerung
verzögert ist, 100% beträgt, während ein Gewichtungsfaktor für das um die zweite Verzögerung
verzögerte Audiosignal 0% beträgt, und daß dann, von dem ersten Zeitpunkt zu dem zweiten
Zeitpunkt eine gegenläufige Änderung der beiden Gewichtungsfaktoren durchgeführt wird,
um gewissermaßen "glatt" von der einen Position zu der anderen Position "überzublenden".
[0036] Das erfindungsgemäße Konzept stellt einen Kompromiß dar zwischen einerseits einem
gewissen Verlust an Positionsinformationen, da nicht mehr mit jedem neuen aktuellen
Zeitpunkt neue Positionsinformationen der Quelle berücksichtigt werden, sondern da
nur eine Positionsaktualisierung der virtuellen Quelle in eher groben Schritten durchgeführt
wird, wobei zwischen der einen Position der Quelle und der um einige Zeit später stattfindenden
zweiten Position der Quelle übergeblendet wird. Dies erfolgt dadurch, daß das Delay
zunächst für relativ grobe räumliche Schrittweiten, d. h. zeitlich relativ weit entfernte
Positionsinformationen (natürlich unter Berücksichtigung der Geschwindigkeit der Quelle),
durchgeführt wird. Damit wird die Delayänderung, die zu dem oben genannten virtuellen
Dopplereffekt zwischen dem Primärsender und dem Primärempfänger führt, verschliffen,
d. h. kontinuierlich von einer Delayänderung zur anderen übergeführt. Das Überblenden
oder "Panning" erfolgt erfindungsgemäß mittels einer Lautstärkeskalierung von einer
Position zur nächsten, um räumliche Sprünge, und damit hörbare "Knackser" zu vermeiden.
Damit wird das "harte" Weglassen oder Hinzufügen von Abtastwerten aufgrund einer Delayänderung
durch eine an die harte Signalform angepaßte Signalform mit abgerundeten Ecken ersetzt,
so daß den Delayänderungen zwar Rechnung getragen wird, daß jedoch die zu Artefakten
führende harte Einflußnahme auf ein Lautsprechersignal aufgrund einer Positionsänderung
der virtuellen Quelle vermieden wird.
[0037] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend Bezug
nehmend auf die beiliegenden Zeichnungen detailliert erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 2
- ein Prinzipschaltbild einer Wellenfeldsyntheseumgebung, wie sie für die vorliegende
Erfindung einsetzbar ist;
- Fig. 3
- eine detailliertere Darstellung des in Fig. 2 gezeigten Wellenfeldsynthesemoduls;
- Fig. 4a
- einen Zeitverlauf eines diskreten Audiosignals einer virtuellen Quelle zu einem ersten
Zeitpunkt mit einer ersten Delay D = 0;
- Fig. 4b
- eine Darstellung desselben Audiosignals wie in Fig. 4a, jedoch mit einer Delay D =
2;
- Fig. 4c
- eine erste überblendete Version aufgrund der in Fig. 4a und Fig. 4b gezeigten Audiosignale
in einem Zeitraum zwischen dem ersten Zeitpunkt, zu dem Fig. 4a gültig ist, und einem
zweiten Zeitpunkt, zu dem Fig. 4b gültig ist;
- Fig. 4d
- eine weitere Überblendungsdarstellung zu einem bezüglich zu Fig. 4c späteren Zeitpunkt,
zu dem das in Fig. 4b dargestellte Signal gültig ist;
- Fig. 5
- einen Zeitverlauf der Komponente Kij in einem Lautsprechersignal aufgrund einer virtuellen Quelle i, das aus den Zeitverläufen
der Fig. 4a bis 4d zusammengesetzt ist;
- Fig. 6
- eine detaillierte Darstellung der Gewichtungsfaktoren m, n, die bei der Berechnung
der in den Fig. 4a bis 4d gezeigten Audiosignale eingesetzt worden sind;
- Fig. 7
- ein Szenario zur Verdeutlichung eines virtuellen Dopplereffekts; und
- Fig. 8
- einen Zeitverlauf der Komponente Kij ohne Überblenden.
[0038] Bevor detailliert auf Fig. 1 zur Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung eingegangen
wird, sei zunächst anhand von Fig. 2 eine klassische Wellenfeldsyntheseumgebung dargestellt.
Zentrum einer Wellenfeldsyntheseumgebung ist ein Wellenfeldsynthesemodul 200, das
diverse Eingänge 202, 204, 206 und 208 sowie diverse Ausgänge 210, 212, 214, 216 umfaßt.
Ober Eingänge 202 bis 204 werden dem Wellenfeldsynthesemodul verschieden Audiosignale
für virtuelle Quellen zugeführt. So empfängt der Eingang 202 z. B. ein Audiosignal
der virtuellen Quelle 1 sowie zugeordnete Positionsinformationen der virtuellen Quelle.
In einem Kinosetting beispielsweise wäre das Audiosignal 1 z. B. die Sprache eines
Schauspielers, der sich von einer linken Seite der Leinwand zu einer rechten Seite
der Leinwand und möglicherweise zusätzlich noch vom Zuschauer weg bzw. zum Zuschauer
hin bewegt. Das Audiosignal 1 wäre dann die tatsächliche Sprache dieses Schauspielers,
während die Positionsinformationen als Funktion der Zeit die zu einem bestimmten Zeitpunkt
aktuelle Position des ersten Schauspielers im Aufnahmesetting darstellt. Dagegen wäre
das Audiosignal n die Sprache beispielsweise eines weiteren Schauspielers, der sich
gleich oder anders als der erste Schauspieler bewegt. Die aktuelle Position des anderen
Schauspielers, dem das Audiosignal n zugeordnet ist, wird durch mit dem Audiosignal
n synchronisierte Positionsinformationen dem Wellenfeldsynthesemodul 200 mitgeteilt.
In der Praxis existieren verschiedene virtuelle Quellen je nach Aufnahmesetting bzw.
Studio, wobei das Audiosignal jeder virtuellen Quelle als eigener Audiotrack dem Wellenfeldsynthesemodul
200 zugeführt wird.
[0039] Wie es vorstehend dargelegt worden ist, speist ein Wellenfeldsynthesemodul eine Vielzahl
von Lautsprechern LS1, LS2, LS3, LSm durch Ausgabe von Lautsprechersignalen über die
Ausgänge 210 bis 216 zu den einzelnen Lautsprechern. Dem Wellenfeldsynthesemodul 200
werden über den Eingang 206 die Positionen der einzelnen Lautsprecher in einem Wiedergabesetting,
wie beispielsweise einem Kinosaal mitgeteilt. Im Kinosaal befinden sich um den Kinozuschauer
herum gruppiert viele einzelne Lautsprecher, die in Arrays vorzugsweise derart angeordnet
sind, daß sich sowohl vor dem Zuschauer, also beispielsweise hinter der Leinwand,
als auch hinter dem Zuschauer sowie rechts und links des Zuschauers Lautsprecher befinden.
Ferner können dem Wellenfeldsynthesemodul 200 noch sonstige Eingaben mitgeteilt werden,
wie beispielsweise Informationen über die Raumakustik etc., um in einem Kinosaal die
tatsächliche während des Aufnahmesettings herrschende Raumakustik simulieren zu können.
[0040] Allgemein gesagt wird das Lautsprechersignal, das beispielsweise dem Lautsprecher
LS1 über den Ausgang 210 zugeführt wird, eine Überlagerung von Komponentensignalen
der virtuellen Quellen sein, dahingehend, daß das Lautsprechersignal für den Lautsprecher
LS1 eine erste Komponente, die auf die virtuelle Quelle 1 zurückgeht, eine zweite
Komponente, die auf die virtuelle Quelle 2 zurückgeht, sowie eine n-te Komponente,
die auf die virtuelle Quelle n zurückgeht, umfassen. Die einzelnen Komponentensignale
werden linear superponiert, also nach ihrer Berechnung addiert, um die linerare Superposition
am Ohr des Zuhörers nachzubilden, der in einem realen Setting eine lineare Überlagerung
der von ihm wahrnehmbaren Schallquellen hören wird.
[0041] Nachfolgend wird Bezug nehmend auf Fig. 3 eine detailliertere Ausgestaltung des Wellenfeldsynthesemoduls
200 dargelegt. Das Wellenfeldsynthesemodul 200 hat einen stark parallelen Aufbau dahingehend,
daß ausgehend von dem Audiosignal für jede virtuelle Quelle und ausgehend von den
Positionsinformationen für die entsprechende virtuelle Quelle zunächst Verzögerungsinformationen
V
i sowie Skalierungsfaktoren SF
i berechnet werden, die von den Positionsinformationen und der Position des gerade
betrachteten Lautsprechers, z. B. dem Lautsprecher mit der Ordnungsnummer j, also
LSj, abhängen. Die Berechnung einer Verzögerungsinformation V
i sowie eines Skalierungsfaktors SF
i aufgrund der Positionsinformationen einer virtuellen Quelle und der Lage des betrachteten
Lautsprechers j geschieht durch bekannte Algorithmen, die in Einrichtungen 300, 302,
304, 306 implementiert sind. Auf der Basis der Verzögerungsinformationen V
i(t) und SF
i(t) sowie auf der Basis des der einzelnen virtuellen Quelle zugeordneten Audiosignals
AS
i(t) wird für einen aktuellen Zeitpunkt t
A ein diskreter Wert AW
i(t
A) für das Komponentensignal K
ij in einem letztendlich erhaltenen Lautsprechersignal berechnet. Dies erfolgt durch
Einrichtungen, 310, 312, 314, 316, wie sie in Fig. 3 schematisch dargestellt sind.
Fig. 3 zeigt ferner gewissermaßen eine "Blitzlichtaufnahme" zum Zeitpunkt t
A für die einzelnen Komponentensignale. Die einzelnen Komponentensignale werden dann
durch einen Summierer 320 summiert, um den diskreten Wert für den aktuellen Zeitpunkt
t
A des Lautsprechersignals für den Lautsprecher j zu ermitteln, der dann für den Ausgang
(beispielsweise der Ausgang 214, wenn der Lautsprecher j der Lautsprecher LS3 ist),
dem Lautsprecher zugeführt werden kann.
[0042] Wie es aus Fig. 3 ersichtlich ist, wird zunächst für jede virtuelle Quelle einzeln
ein aufgrund einer Verzögerung und einer Skalierung mit einem Skalierungsfaktor zu
einem aktuellen Zeitpunkt gültiger Wert berechnet, wonach sämtliche Komponentensignale
für einen Lautsprecher aufgrund der verschiedenen virtuellen Quellen summiert werden.
Wäre beispielsweise nur eine virtuelle Quelle vorhanden, so würde der Summierer entfallen,
und das am Ausgang des Summierers in Fig. 3 anliegende Signal würde z. B. dem Signal
entsprechen, das von der Einrichtung 310 ausgegeben wird, wenn die virtuelle Quelle
1 die einzige virtuelle Quelle ist.
[0043] Nachfolgend wird Bezug nehmend auf die Fig. 4a, 4b und 8 die Arbeitsweise der in
Fig. 3 dargestellten Vorrichtung erläutert. Fig. 4a zeigt ein beispielhaftes Audiosignal
der virtuellen Quelle über der Zeit t', das diskrete Werte hat, die sich von einem
Zeitpunkt t' = 0 bis zu einem Zeitpunkt t' = 13 erstrecken. Als Skalierungsfaktor
zum Zeitpunkt t' = 0 wird ein Skalierungsfaktor von 1 angenommen. Ferner wird ohne
Einschränkung der Allgemeinheit angenommen, daß zum Zeitpunkt t' = 0 eine Verzögerung
bzw. Delay von 0 Abtastwerten durch das Wellenfeldsynthesemodul berechnet worden ist.
[0044] Zu dem ersten Zeitpunkt t' = 0, der in Fig. 4a ferner mit 401 markiert ist, soll
somit das in Fig. 4a dargestellte Audiosignal einer virtuellen Quelle gespielt werden,
während zu einem zweiten Zeitpunkt 402, der in Fig. 4a gekennzeichnet ist, von dem
Audiosignal mit einer Delay D = 0 zu demselben Audiosignal, nun jedoch mit einer Delay
D = 2 umgeschaltet werden soll. Der Umschaltzeitpunkt ist ferner durch einen Pfeil
404 in Fig. 4a gekennzeichnet.
[0045] Das um D = 2 verschobene Audiosignal von der virtuellen Quelle ist in Fig. 4b als
Funktion der Zeit für aktuelle Zeitpunkte von t' = -2 bis t' = 12 dargestellt. Die
Komponente für das Lautsprechersignal auf der Basis der in den Fig. 4a und Fig. 4b
dargestellten virtuellen Quelle besteht somit vom Zeitpunkt 0 bis zum Zeitpunkt 8
aus den in Fig. 4a gezeigten Werten und vom Zeitpunkt 9 bis zu einem späteren Zeitpunkt,
zu dem wieder eine Positionsänderung signalisiert wird, aus den Abtastwerten zu den
aktuellen Zeitpunkten 9 bis 12, die in Fig. 4b gezeigt sind. Dieses Signal ist in
Fig. 8 dargestellt. Es ist zu sehen, daß zum Zeitpunkt des Umschaltens, also zum Zeitpunkt
des Umschaltens von der einen Position zur anderen Position, wobei das Umschalten
in Fig. 8 wieder durch 404 bezeichnet ist, zwei Samples weggelassen wurden. Gemäß
dem in Fig. 4a gezeigten Audiosignal hätte nämlich zum Zeitpunkt 9 zwar ein Abtastwert
mit einer Amplitude von 1 kommen müssen, jedoch zum Zeitpunkt 10 ein Abtastwert mit
einer Amplitude von 0, während jedoch das in Fig. 8 gezeigte Signal zum Zeitpunkt
10 bereits einen Abtastwert mit einer Amplitude von 2 hat, was aufgrund der Delay
D = 2 der Fall ist. Dieses Weglassen der zwei Samples führt zu dem eingangs erwähnten
virtuellen Dopplereffekt.
[0046] Zur Unterdrückung der unerwünschten Eigenschaften bzw. zur Unterdrückung der aufgrund
dieses Umschaltens von einer Delay zu einer anderen Delay bewirkten Artefakte wird
die in Fig. 1 gezeigte erfindungsgemäße Vorrichtung eingesetzt. Fig. 1 zeigt insbesondere
eine Vorrichtung zum Berechnen eines diskreten Werts für einen aktuellen Zeitpunkt
einer Komponente K
ij in einem Lautsprechersignal für einen Lautsprecher j aufgrund einer virtuellen Quelle
i in einem Wellenfeldsynthesesystem mit einem Wellenfeldsynthesemodul und einer Mehrzahl
von Lautsprechern. Insbesondere ist das Wellenfeldsynthesemodul ausgebildet, um unter
Verwendung eines Audiosignals, das der virtuellen Quelle zugeordnet ist, und unter
Verwendung einer Positionsinformation, die auf eine Position der virtuellen Quelle
hinweist, eine Verzögerungsinformation zu ermitteln, die anzeigt, um wie viele Abtastwerte
verzögert das Audiosignal bezüglich einer Zeitreferenz in der Komponente auftreten
soll. Die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung umfaßt zunächst eine Einrichtung 10 zum Bereitstellen
einer ersten Verzögerung, die einer ersten Position der virtuellen Quelle zugeordnet
ist, und zum Bereitstellen einer zweiten Verzögerung, die einer zweiten Position der
virtuellen Quelle zugeordnet ist. Insbesondere bezieht sich die erste Position der
virtuellen Quelle auf einen ersten Zeitpunkt, und bezieht sich die zweite Position
der virtuellen Quelle auf einen zweiten Zeitpunkt, der später als der erste Zeitpunkt
ist. Ferner unterscheidet sich die zweite Position von der ersten Position. Die zweite
Position ist beispielsweise die in Fig. 7 mit der umkreisten "2" dargestellte Position
der virtuellen Quelle, während die erste Position die in Fig. 7 mit einer umkreisten
"1" dargestellte Position der virtuellen Quelle 700 ist.
[0047] Die Einrichtung 10 zum Bereitstellen liefert ausgangsseitig somit eine erste Verzögerung
12a für den ersten Zeitpunkt sowie eine zweite Verzögerung 12b für den zweiten Zeitpunkt.
Optional ist die Einrichtung 10 ferner ausgebildet, um neben den Verzögerungen auch
Skalierungsfaktoren für die zwei Zeitpunkt auszugeben, wie später noch erläutert wird.
[0048] Die beiden Verzögerungen an den Ausgängen 12a, 12b der Einrichtung 10 werden einer
Einrichtung 14 zum Ermitteln eines Werts des um die erste Verzögerung verzögerten
Audiosignals, das über einen Eingang 16 der Einrichtung 14 zugeführt wird, für den
aktuellen Zeitpunkt (der über einen Eingang 18 signalisierbar ist) und zum Ermitteln
eines zweiten Werts des um die zweite Verzögerung verzögerten Audiosignals für den
aktuellen Zeitpunkt zugeführt. Ausgangsseitig liefert die Einrichtung 14 zum Ermitteln
somit zunächst einen ersten Wert A
1(t
i) zum Zeitpunk t
i = t
A des mit der ersten Verzögerung verzögerten Audiosignals, der in Fig. 1 mit 20a bezeichnet
ist, sowie einen zweiten Wert 20b zum aktuellen Zeitpunkt t
i = t
A des mit der zweiten Verzögerung 12b verzögerten Audiosignals, wobei A
1 auf jeden Fall zum ersten Zeitpunkt gültig sein soll, und wobei der A
4 auf jeden Fall zum zweiten Zeitpunkt gültig sein soll.
[0049] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfaßt ferner eine Einrichtung 22 zum Gewichten
des ersten Werts aus A
1 mit einem ersten Gewichtungsfaktor, um einen gewichteten ersten Wert 24a zu erhalten.
Die Einrichtung 22 ist ferner wirksam, um den zweiten Wert 20b aus A
4 mit einem zweiten Gewichtungsfaktor n zu gewichten, um einen zweiten gewichteten
Wert 24b zu erhalten. Die beiden gewichteten Werte 24a und 24b werden einer Einrichtung
26 zum Summieren der beiden Werte zugeführt, um tatsächlich einen "überblendeten"
diskreten Wert 28 für den aktuellen Zeitpunkt der Komponente K
ij in einem Lautsprechersignal für einen Lautsprecher j aufgrund der virtuellen Quelle
i zu erhalten.
[0050] Nachfolgend wird die Funktionalität der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung beispielhaft
anhand der Fig. 4c, 4d, 5 und 6 dargestellt. Bei dem in den Fig. 4a und 4b erläuterten
Szenario wird ein Umschalten von einer Delay zu einer anderen Delay nach 10 Abtastwerten
gefordert. Der erste Zeitpunkt 401 ist der aktuelle Zeitpunkt t
A = 0, während der zweite Zeitpunkt 402 der aktuelle Zeitpunkt t
A = 9 ist.
[0051] Erfindungsgemäß wird weder der Wert aus A
1 zum ersten Zeitpunkt 401 noch der Wert aus A
4 zum zweiten Zeitpunkt 402 modifiziert. Erfindungsgemäß modifiziert werden jedoch
sämtliche Werte zwischen t
1 401 und t
2 402, also Werte, die einem aktuellen Zeitpunkt t
A zugeordnet sind, der zwischen dem ersten Zeitpunkt 401 und dem zweiten Zeitpunkt
402 liegt. Der aktuelle Zeitpunkt erstreckt sich somit von den Zeitpunkten t' = 1
bis t' = 8 für die nachfolgende beispielhafte Erläuterung.
[0052] Mathematisch ausgedrückt ist dies in der Graphik in Fig. 6 dargestellt, die den ersten
Gewichtungsfaktor m als Funktion der aktuellen Zeitpunkte zwischen dem ersten Zeitpunkt
401 und dem zweiten Zeitpunkt 402 darstellt. So ist der erste Gewichtungsfaktor m
monoton fallend, während der zweite Gewichtungsfaktor n monoton steigend ist. Zum
ersten Zeitpunkt 401, als t' = 0, beträgt m = 1 und n = 0. Dagegen betragen zum zweiten
Zeitpunkt 402 der erste Gewichtungsfaktor m = 0 und der zweite Gewichtungsfaktor n
= 1. Zwischen dem ersten Zeitpunkt 401 und dem zweiten Zeitpunkt 402 werden die beiden
Gewichtungsfaktoren einen treppenartigen Verlauf haben, da nur für jeden Abtastwert,
also nicht kontinuierlich gerechnet werden kann. Der treppenförmige Verlauf wird ein
in Fig. 6 gestrichelt bzw. gepunktet dargestellter Verlauf sein, der je nach Anzahl
der Überblendereignisse bzw. der vorgegebenen Rechenkapazitätsressourcen zwischen
dem ersten Zeitpunkt 401 und dem zweiten Zeitpunkt 402 entsprechend oft an die kontinuierliche
Linie angelehnt sein wird.
[0053] Lediglich beispielhaft wurde bei dem in Fig. 6 dargestellten Ausführungsbeispiel,
das sich in den Fig. 4c und 4d wiederspiegelt, zu zwei Überblendereignissen zwischen
dem ersten Zeitpunkt 401 und dem zweiten Zeitpunkt 402 gegriffen. Das erste Überblendereignis
findet zum aktuellen Zeitpunkt t
A = 3 statt, während das zweite Überblendereignis zum aktuellen Zeitpunkt t
A = 6 stattfindet. Das Signal mit den zum ersten Überblendzeitpunkt zugehörigen Gewichtungsfaktoren
m und n, die in einer Zeile 600 in Fig. 6 gezeigt sind, ist mit A
2 in Fig. 4c dargestellt. Ferner ist das zum zweiten Überblendzeitpunkt 602 zugehörige
Signal mit A
3 in Fig. 4d gezeigt. Der tatsächliche Zeitverlauf der Komponente K
ij, der letztendlich berechnet wird (die Fig. 4a bis 4d dienen lediglich der Veranschaulichung)
ist in Fig. 5 dargestellt. Bei dem in Fig. 4a bis 4d, Fig. 5 und Fig. 6 gezeigten
Ausführungsbeispiel wird nicht zu jedem neuen Abtastwert, also mit einer Periodendauer
T
A ein neuer Gewichtungsfaktor berechnet, sondern lediglich alle drei Abtastzeitdauern.
Daher wird für die aktuellen Zeitpunkt 0, 1 und 2 die diesen Zeitpunkten entsprechenden
Abtastwerte von Fig. 4a genommen. Für die aktuellen Zeitpunkte 3, 4 und 5 werden die
zu Fig. 4c gehörenden Abtastwerte für die Zeitpunkte 3, 4 und 5 genommen. Ferner werden
für die Zeitpunkte 6, 7 und 8 die zu Fig. 4d gehörigen Abtastwerte genommen, während
schließlich für die Zeitpunkte 9, 10 und 11 sowie weitere Zeitpunkte bis zu einer
nächsten Positionsänderung bzw. bis zu einer nächsten Überblendaktion die Abtastwerte
von Fig. 4b genommen werden, die den aktuellen Zeitpunkten 9, 10 bzw. 11 entsprechen.
Ein Vergleich von Fig. 5 mit Fig. 8 offenbart, daß die scharfe Symmetrie um den Abtastwert
zum aktuellen Zeitpunkt t
A = 9 entspannt ist, dahingehend, daß das "Weglassen" von zwei Samples, das zu diesem
Artefakt in Fig. 8 führte, in Fig. 5 entsprechend "verschliffen" ist.
[0054] Eine "feinere" Verschleifung könnte dann erreicht werden, wenn das in Fig. 5 gezeigte
Positionsaktualisierungsintervall PAI nicht nur wie in Fig. 5 gezeigt alle drei Abtastwerte
durchgeführt wird, sondern zu jedem Abtastwert, so daß der Parameter N in Fig. 5 zu
1 werden würde. In diesem Fall würde die den ersten Gewichtungsfaktor m symbolisierende
Treppenkurve entsprechend enger an die kontinuierliche Kurve angenähert sein. Alternativ
könnte jedoch auch das Positionsaktualisierungsintervall noch größer als 3 gemacht
werden, beispielsweise daß nur eine Aktualisierung in der Mitte des Intervalls zwischen
dem zweiten Zeitpunkt 402 und dem erstem Zeitpunkt 401 durchgeführt wird, so daß in
der ersten Hälfte des Intervalls, also für die aktuellen Zeitpunkte t
A = 1 bis 4 m = 1 und n = 0 ist, während für die zweite Hälfte des entsprechenden Intervalls,
also für die aktuellen Zeitpunkte 5, 6, 7 und 8 m und n gleich 0,5 sein würden, derart,
daß dann zum zweiten Zeitpunkt 402, also zum aktuellen Zeitpunkt t
A = 9, n zu 1 wird und m zu 0 wird. Die Auswahl, ob zu jedem Abtastwert eine Überblendung
durchgeführt wird, oder ob nur alle N Abtastwerte eine Überblendung, also eine Positionsaktualisierung
durchgeführt wird, kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Sie kann insbesondere
davon abhängen, wie schnell sich eine virtuelle Quelle bewegt. Bewegt sie sich sehr
langsam, so genügt es, einen relativ hohen Parameter N zu verwenden, also nur nach
einer relativ hohen Anzahl von Abtastwerten eine neue Positionsaktualisierung durchzuführen,
also eine neue "Stufe" in Fig. 6 zu erzeugen, während im entgegengesetzten Fall, also
dann, wenn sich die Quelle schnell bewegt, eine eher häufigere Positionsaktualisierung
bevorzug wird.
[0055] Bei dem in den Fig. 4a bis 4d dargestellten Ausführungsbeispiel wurde davon ausgegangen,
daß die ersten Positionsinformationen für die virtuelle Quelle, die betrachtet wird,
zum ersten Zeitpunkt 401 vorlagen, während die zweiten Positionsinformationen für
die virtuelle Quelle zum zweiten Zeitpunkt 402 vorlagen, der sich um neun Abtastwerte
hinter dem ersten Zeitpunkt befindet. Je nach Implementierung kann es jedoch sein,
daß für jeden Abtastwert eine eigene Positionsinformation vorliegt, bzw. daß eine
solche Positionsinformation ohne weiteres zur Interpolation gewonnen werden kann.
So wurde bisher die Bewegung der Quelle für jede Zwischenposition in sehr kleinen
räumlichen und damit zeitlichen Schritten berechnet, um ein hörbares Knacksen im Audiosignal
von dem Umschalten von einer Delay zu einer anderen Delay zu unterbinden, wobei dieses
Umschalten nur dann unterbunden werden kann, wenn die Abtastwerte vor und nach dem
Umschalten nicht zu stark auseinanderfielen.
[0056] Für das erfindungsgemäße Überblenden muß jedoch der aktuelle Zeitpunkt t
A zwischen dem ersten Zeitpunkt 401 und dem zweiten Zeitpunkt 402 liegen. Die minimale
"Schrittweite", also der minimale Abstand zwischen dem ersten Zeitpunkt 401 und dem
zweiten Zeitpunkt 402 wird erfindungsgemäß zwei Abtastperioden betragen, so daß der
aktuelle Zeitpunkt zwischen dem ersten Zeitpunkt 401 und dem zweiten Zeitpunkt 402
mit beispielsweise jeweiligen Gewichtungsfaktoren von 0,5 bearbeitet werden kann.
Für die Praxis wird jedoch eine eher größere Schrittweite vorgezogen, zum einen aus
Rechenzeitgründen und zum anderen um einen Überblendeffekt zu erzeugen, der dann nicht
mehr auftreten würde, wenn zum nächsten Zeitpunkt schon die Folgeposition erreicht
ist, was wiederum zum unnatürlichen Dopplereffekt bei der herkömmlichen Wellenfeldsynthese
führen würde. Eine obere Grenze für die Schrittweite, also für den Abstand vom ersten
Zeitpunkt 401 zum zweiten Zeitpunkt 402 wird darin bestehen, daß natürlich mit größer
werdendem Abstand immer mehr Positionsinformationen, die eigentlich bereitstehen würden,
aufgrund der Überblendung ignoriert werden, was im Extremfall zu einem Verlust der
Lokalisierbarkeit der virtuellen Quelle für den Zuhörer führen wird. Daher werden
Schrittweiten im mittleren Bereich bevorzugt, die zusätzlich je nach Ausführungsform
von der Geschwindigkeit der virtuellen Quelle abhängen können, um eine adaptive Schrittweitensteuerung
zu realisieren.
[0057] Bei dem in Fig. 6 gezeigten Ausführungsbeispiel wurde als "Basis" für die Treppenkurve
für den ersten und den zweiten Gewichtungsfaktor ein linearer Verlauf gewählt. Alternativ
könnte jedoch auch ein sinusförmiger, quadratischer, kubischer etc. Verlauf verwendet
werden. In diesem Fall müßte der entsprechende Verlauf des anderen Gewichtungsfaktors
komplementär dahingehend sein, daß die Summe des ersten und des zweiten Gewichtungsfaktors
immer gleich 1 ist bzw. innerhalb eines vorbestimmten Toleranzbereichs, der sich beispielsweise
um plus oder minus 10% um 1 herum erstreckt, liegt. Eine Option wäre beispielsweise
für den ersten Gewichtungsfaktor einen Verlauf gemäß dem Quadrat der Sinusfunktion
zu nehmen und für den zweiten Gewichtungsfaktor einen Verlauf gemäß dem Quadrat der
Cosinusfunktion zu nehmen, da die Quadrate von Sinus und Cosinus für jedes Argument,
also für jeden aktuellen Zeitpunkt t
A, gleich 1 ist.
[0058] In den Fig. 4a bis 4d wurde bisher angenommen, daß die Skalierungsfaktoren zum ersten
Zeitpunkt 401 und zum zweiten Zeitpunkt 402 beide gleich 1 sind. Dies muß jedoch nicht
unbedingt so sein. So wird jeder Abtastwert des Audiosignals, das einer virtuellen
Quelle zugeordnet ist, einen bestimmten Betrag B
i haben. Das Wellenfeldsynthesemodul wäre dann wirksam, einen ersten Skalierungsfaktor
SF
1 für den ersten Zeitpunkt 401 und einen zweiten Skalierungsfaktor SF
2 für den zweiten Zeitpunkt 402 zu berechnen. Der tatsächliche Abtastwert zu einem
aktuellen Zeitpunkt t
A zwischen dem ersten Zeitpunkt 401 und dem zweiten Zeitpunkt 402 würde dann folgendermaßen
lauten:

[0059] Aus der vorstehenden Gleichung kann aus Vereinfachungsgründen nunmehr die Multiplikation
eines Werts des Audiosignals mit zwei Gewichtungsfaktoren durch eine Multiplikation
des Werts mit dem Produkt aus den beiden Gewichtungsfaktoren ersetzt werden.
[0060] Abhängig von den Gegebenheiten kann das erfindungsgemäße Verfahren, wie es anhand
von Fig. 1 dargestellt worden ist, in Hardware oder in Software implementiert werden.
Die Implementierung kann auf einem digitalen Speichermedium, insbesondere einer Diskette
oder CD mit elektronisch auslesbaren Steuersignalen erfolgen, die so mit einem programmierbaren
Computersystem zusammenwirken können, daß das Verfahren ausgeführt wird. Allgemein
besteht die Erfindung somit auch in einem Computer-Programm-Produkt mit einem auf
einem maschinenlesbaren Träger gespeicherten Programmcode zur Durchführen des erfindungsgemäßen
Verfahrens, wenn das Computer-Programm-Produkt auf einem Rechner abläuft. In anderen
Worten ausgedrückt kann die Erfindung somit als ein Computer-Programm mit einem Programmcode
zur Durchführung des Verfahrens realisiert werden, wenn das Computer-Programm auf
einem Computer abläuft.
1. Vorrichtung zum Berechnen eines diskreten Werts (28) für einen aktuellen Zeitpunkt
(t
A) einer Komponente (K
ij) in einem Lautsprechersignal (322) für einen Lautsprecher (j) aufgrund einer virtuellen
Quelle (i) in einem Wellenfeldsynthesesystem mit einem Wellenfeldsynthesemodul und
einer Mehrzahl von Lautsprechern (LS1, LS2,..., LSm), wobei das Wellenfeldsynthesemodul
ausgebildet ist, um unter Verwendung eines Audiosignals (16), das der virtuellen Quelle
zugeordnet ist, und unter Verwendung einer Positionsinformation, die auf eine Position
der virtuellen Quelle hinweist, eine Verzögerungsinformation zu ermitteln, die anzeigt,
um viele diskrete werte verzögert das Audiosignal bezüglich einer Zeitreferenz in
der Komponente auftreten soll, mit folgenden Merkmalen:
einer Einrichtung (10) zum Bereitstellen einer ersten Verzögerung (12a), die einer
ersten Position der virtuellen Quelle zu einem ersten Zeitpunkt zugeordnet ist, und
zum Bereitstellen einer zweiten Verzögerung (12b), die einer zweiten Position der
virtuellen Quelle zu einem zweiten späteren Zeitpunkt zugeordnet ist, wobei sich die
zweite Position von der ersten Position unterscheidet, und wobei der aktuelle Zeitpunkt
(tA) zwischen dem ersten Zeitpunkt (400) und dem zweiten Zeitpunkt (402) liegt;
einer Einrichtung (14) zum Ermitteln eines ersten Werts des um die erste Verzögerung
verzögerten Audiosignals (A1) für den aktuellen Zeitpunkt (tA) und zum Ermitteln eines zweiten Werts des um die zweite Verzögerung verzögerten
Audiosignals (A4) für den aktuellen Zeitpunkt (tA);
einer Einrichtung (22) zum Gewichten des ersten Werts mit einem ersten Gewichtungsfaktor
(m), um einen ersten gewichteten Wert (24a) zu erhalten, und des zweiten Werts mit
einem zweiten Gewichtungsfaktor (n), um einen zweiten gewichteten Wert (24b) zu erhalten;
und
einer Einrichtung zum Summieren (26) des ersten gewichteten Werts (24a) und des zweiten
gewichteten Werts (24b), um den diskreten Wert (28) für den aktuellen Zeitpunkt (tA) zu erhalten.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der der erste Gewichtungsfaktor (m) und der zweite
Gewichtungsfaktor (n) für Werte zwischen dem ersten und dem zweiten Zeitpunkt (400,
402) so eingestellt sind, daß eine Überblendung von dem um die erste Verzögerung verzögerten
Audiosignal in das um die zweite Verzögerung verzögerte Audiosignal stattfindet.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der der erste Gewichtungsfaktor (m) zwischen
dem ersten Zeitpunkt (400) und dem zweiten Zeitpunkt (402) abnimmt, und bei dem der
zweite Gewichtungsfaktor (n) zwischen dem ersten Zeitpunkt (400) und dem zweiten Zeitpunkt
(402) ansteigt.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der der erste Gewichtungsfaktor
(m) zu dem ersten Zeitpunkt gleich 1 ist und zu dem zweiten Zeitpunkt gleich 0 ist,
und bei der der zweite Gewichtungsfaktor (n) zu dem ersten Zeitpunkt gleich 0 und
zu dem zweiten Zeitpunkt gleich 1 ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der der erste und der zweite
Gewichtungsfaktor von einer Differenz zwischen dem aktuellen Zeitpunkt und dem ersten
Zeitpunkt (400) oder dem zweiten Zeitpunkt (402) abhängen.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der der erste Gewichtungsfaktor
(m) von dem ersten Zeitpunkt zu dem zweiten Zeitpunkt monoton fällt, und der zweite
Gewichtungsfaktor (n) von dem ersten Zeitpunkt zu dem zweiten Zeitpunkt monoton steigt.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der eine Summe aus dem ersten
Gewichtungsfaktor und dem zweiten Gewichtungsfaktor innerhalb eines vorbestimmten
Toleranzbereichs liegt, der sich um einen definierten Wert erstreckt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, bei der der vorbestimmte Toleranzbereich plus oder minus
10% beträgt.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Audiosignal eine
Folge von diskreten Werten ist, die jeweils um eine Abtastperiode (TA) beabstandet sind,
bei der der erste Zeitpunkt und der zweite Zeitpunkt um mehr als eine Abtastperiode
voneinander beabstandet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
bei der der erste Zeitpunkt und der zweite Zeitpunkt fest eingestellt sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9, bei der die Einrichtung (10) zum Bereitstellen der ersten
und der zweiten Verzögerung ausgebildet ist, um einen zeitlichen Abstand des ersten
Zeitpunkts und des zweiten Zeitpunkts abhängig von den Positionsinformationen einzustellen,
so daß der zeitliche Abstand größer als ein Referenzabstand ist, wenn sich die virtuelle
Quelle mit einer kleineren Geschwindigkeit als einer Referenzgeschwindigkeit bewegt,
und daß der zeitliche Abstand kleiner als der Referenzabstand ist, wenn sich die virtuelle
Quelle mit einer größeren Geschwindigkeit als der Referenzgeschwindigkeit bewegt.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der ein zeitlicher Abstand
zwischen dem ersten Zeitpunkt und dem zweiten Zeitpunkt N Abtastperioden beträgt,
und
bei der die Einrichtung (22) zum Gewichten ausgebildet ist, um für eine Anzahl von
M aufeinanderfolgenden aktuellen diskreten Werten denselben ersten Gewichtungsfaktor
und denselben zweiten Gewichtungsfaktor zu verwenden, wobei M kleiner als N und größer
oder gleich 2 ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei der die Einrichtung (22) zum Gewichten ausgebildet ist, um für jeden aktuellen
diskreten wert einen aktuellen ersten Gewichtungsfaktor und einen aktuellen zweiten
Gewichtungsfaktor zu berechnen, so daß der erste und der zweite Gewichtungsfaktor
für jeden aktuellen diskreten wert unterschiedlich zu einem ersten und einem zweiten
Gewichtungsfaktor sind, die für einen ermittelten vorhergehenden diskreten wert bestimmt
worden sind.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei der die Einrichtung (10) zum Bereitstellen ausgebildet ist, um die die zweite
Verzögerung für den zweiten Zeitpunkt basierend auf einer oder mehrerer Verzögerungen
für vorausgehende Zeitpunkte zu schätzen.
15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Positionsinformationen
der virtuellen Quelle gemäß einem Zeitraster dem Audiosignal für die virtuelle Quelle
zugeordnet sind, wobei der erste und der zweite Zeitpunkt um eine Dauer voneinander
beabstandet sind, die länger als ein zeitlicher Abstand zwischen zwei Rasterpunkten
des Zeitrasters ist.
16. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der mehrere Audiosignale
für mehrere virtuelle Quellen vorhanden sind, bei der für jede virtuelle Quelle eine
Komponente berechnet wird, und bei der alle Komponenten für einen Lautsprecher addiert
werden, um das Lautsprechersignal für den Lautsprecher zu erhalten.
17. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei der das Wellenfeldsynthesemodul ausgebildet ist, um neben den Verzögerungsinformationen
auch Skalierungsinformationen zu berechnen, die anzeigen, mit welchem Skalierungsfaktor
das der virtuellen Quelle zugeordnete Audiosignal zu skalieren ist, und
bei der die Einrichtung (22) zum Gewichten ausgebildet ist, um den ersten gewichteten
Wert (24a) als Produkt aus dem Wert der Komponente für den aktuellen Zeitpunkt und
einem ersten Skalierungsfaktor für den aktuellen Zeitpunkt und dem ersten Gewichtungsfaktor
zu berechnen, und
bei der die Einrichtung (22) zum Gewichten ferner ausgebildet ist, um den zweiten
gewichteten Wert als Produkt aus dem Wert der Komponente für den aktuellen Zeitpunkt,
aus dem zweiten Skalierungsfaktor für den zweiten Zeitpunkt und den zweiten Gewichtungsfaktor
zu berechnen.
18. Verfahren zum Berechnen eines diskreten Werts (28) für einen aktuellen Zeitpunkt (t
A) einer Komponente (K
ij) in einem Lautsprechersignal (322) für einen Lautsprecher (j) aufgrund einer virtuellen
Quelle (i) in einem Wellenfeldsynthesesystem mit einem Wellenfeldsynthesemodul und
einer Mehrzahl von Lautsprechern (LS1, LS2, ..., LSm), wobei das Wellenfeldsynthesemodul
ausgebildet ist, um unter Verwendung eines Audiosignals (16), das der virtuellen Quelle
zugeordnet ist, und unter Verwendung einer Positionsinformation, die auf eine Position
der virtuellen Quelle hinweist, eine Verzögerungsinformation zu ermitteln, die anzeigt,
um viele diskrete werte verzögert das Audiosignal bezüglich einer Zeitreferenz in
der Komponente auftreten soll, mit folgenden Schritten:
Bereitstellen (10) einer ersten Verzögerung (12a), die einer ersten Position der virtuellen
Quelle zu einem ersten Zeitpunkt zugeordnet ist, und zum Bereitstellen einer zweiten
Verzögerung (12b), die einer zweiten Position der virtuellen Quelle zu einem zweiten
späteren Zeitpunkt zugeordnet ist, wobei sich die zweite Position von der ersten Position
unterscheidet, und wobei der aktuelle Zeitpunkt (tA) zwischen dem ersten Zeitpunkt (400) und dem zweiten Zeitpunkt (402) liegt;
Ermitteln (14) eines Werts des um die erste Verzögerung verzögerten Audiosignals (A1)
für den aktuellen Zeitpunkt (tA) und zum Ermitteln eines zweiten Werts des um die zweite Verzögerung verzögerten
Audiosignals (A4) für den aktuellen Zeitpunk (tA);
Gewichten (22) des ersten Werts mit einem ersten Gewichtungsfaktor (m) um einen ersten
gewichteten Wert (24a) zu erhalten, und des zweiten Werts mit einem zweiten Gewichtungsfaktor
(n), um einen zweiten gewichteten Wert (24b) zu erhalten; und
Summieren (26) des ersten gewichteten Werts (24a) und des zweiten gewichteten Werts
(24b), um den diskreten Wert (28) für den aktuellen Zeitpunkt (tA) zu erhalten.
19. Computer-Programm mit einem Programmcode zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch
18, wenn das Programm auf einem Computer abläuft.
1. Apparatus for calculating a discrete value (28) for a current time of a component
in a loudspeaker signal (322) for a loudspeaker based on a virtual source in a wave-field
synthesis system with a wave-field synthesis module and a plurality of loudspeakers,
wherein the wave-field synthesis module is formed to determine delay information by
using an audio signal (16) associated to the virtual source and by using position
information indicating a position of the virtual source, the delay information indicating
by how many samples the audio signal is to be delayed with regard to a time reference
in the component, comprising:
a means (10) for providing a first delay (12a) associated to a first position of the
virtual source at a first time, and for providing a second delay (12b) associated
to a second position of the virtual source at a second later time, wherein the second
position differs from the first position and wherein the current time lies between
the first time (400) and the second time (402);
a means (14) for determining a value of the audio signal delayed by the first delay
for the current time and for determining a second value of the audio signal delayed
by the second delay for the current time;
a means (22) for weighting the first value with a first weighting factor to obtain
a first weighted value (24a), and the second value with a second weighting factor
to obtain a second weighted value (24b); and
a means for summing (26) the first weighted value (24a) and the second weighted value
(24b) to obtain the discrete value (28) for the current time.
2. Apparatus according to claim 1, wherein the first weighting factor and the second
weighting factor are set for values between the first and the second times (400, 402)
such that panning takes place from the audio signal delayed by the first delay to
the audio signal delayed by the second delay.
3. Apparatus according to claim 1 or 2, wherein the first weighting factor decreases
between the first time (400) and the second time (402), and wherein the second weighting
factor increases between the first time (400) and the second time (402).
4. Apparatus according to one of the previous claims, wherein the first weighting factor
is equal to 1 at the first time and equal to 0 at the second time, and wherein the
second weighting factor is equal to 0 at the first time and is equal to 1 at the second
time.
5. Apparatus according to one of the previous claims, wherein the first and second weighting
factors depend on a difference between the current time and the first time (400) or
the second time (402).
6. Apparatus according to one of the previous claims, wherein the first weighting factor
decreases monotonously from the first time to the second time, and the second weighting
factor increases monotonously from the first time to the second time.
7. Apparatus according to one of the previous claims, wherein a sum of the first weighting
factor and the second weighting factor lies within a predetermined tolerance range
extending around a defined value.
8. Apparatus according to claim 7, wherein the predetermined tolerance range is plus
or minus 10%.
9. Apparatus according to one of the previous claims, wherein the audio signal is a sequence
of discrete values, which are spaced apart by one sample period,
wherein the first time and the second time are spaced apart by more than one sample
period.
10. Apparatus according to claim 9,
wherein the first time and the second time are fixed.
11. Apparatus according to claim 9, wherein the means (10) for providing the first and
the second delay is formed to set a time distance of the first time and the second
time depending on the position information, so that the time distance is larger than
a reference distance when the virtual source moves with less speed than a reference
speed, and that the time distance is smaller than the reference distance when the
virtual source moves with higher speed than the reference speed.
12. Apparatus according to one of the previous claims, wherein a time distance between
the first time and the second time is N sample periods, and
wherein the means (22) for weighting is formed to use the same first weighting factor
and the same second weighting factor for a number of M subsequent current discrete
values, wherein M is smaller than N and larger than or equal to 2.
13. Apparatus according to one of the previous claims,
wherein the means (22) for weighting is formed to calculate a current first weighting
factor and a current second weighting factor for every current sample, so that the
first and second weighting factors for every current sample are different to first
and second weighting factors that have been determined for a determined previous sample.
14. Apparatus according to one of the previous claims,
wherein the means (10) for providing is formed to estimate the second delay for the
second time based on one or several delays for previous times.
15. Apparatus according to one of the previous claims, wherein the position information
of the virtual source is associated to the audio signal for the virtual source according
to a time pattern, wherein the first and second times are spaced apart by a period
which is longer than a time distance between two pattern points of the time pattern.
16. Apparatus according to one of the previous claims, wherein several audio signals are
present for several virtual sources, wherein a component is calculated for every virtual
source, and wherein all components are added for a loudspeaker to obtain the loudspeaker
signal for the loudspeaker.
17. Apparatus according to one of the previous claims,
wherein the wave-field synthesis module is formed to calculate scaling information
in addition to the delay information, which indicates by which scaling factor the
audio signal associated to the virtual source is to be scaled, and
wherein the means (22) for weighting is formed to calculate the first weighted value
(24a) as product of the value of the component for the current time and a first scaling
factor for the current time and the first weighting factor, and
wherein the means (22) for weighting is further formed to calculate the second weighted
value as product of the value of the component for the current time, of the second
scaling factor for the second time and the second weighting factor.
18. Method for calculating a discrete value (28) for a current time of a component in
a loudspeaker signal (322) for a loudspeaker based on a virtual source in a wave-field
synthesis system with a wave-field synthesis module and a plurality of loudspeakers,
wherein the wave-field synthesis module is formed to determine delay information by
using an audio signal (16) associated to the virtual source and by using position
information indicating a position of the virtual source, the delay information indicating
by how many samples the audio signal is to be delayed with regard to a time reference
in the component, comprising:
providing (10) a first delay (12a) associated to a first position of the virtual source
at a first time, and providing a second delay (12b) associated to a second position
of the virtual source at a second later time, wherein the second position differs
from the first position and wherein the current time lies between the first time (400)
and the second time (402);
determining (14) a value of the audio signal delayed by the first delay for the current
time and
determining a second value of the audio signal delayed by the second delay for the
current time;
weighting (22) the first value with a first weighting factor to obtain a first weighted
value (24a), and the second value with a second weighting factor to obtain a second
weighted value (24b); and
summing (26) the first weighted value (24a) and the second weighted value (24b) to
obtain the discrete value (28) for the current time.
19. Computer program with a program code for performing the method according to claim
18 when the program runs on a computer.
1. Dispositif pour calculer une valeur discrète (28) pour un moment actuel d'une composante
dans un signal de haut-parleur (322) pour un haut-parleur sur base d'une source virtuelle
dans un système de synthèse de champ d'onde avec un module de synthèse de champ d'onde
et une pluralité de haut-parleurs, le module de synthèse de champ d'onde étant réalisé
de manière à déterminer, à l'aide d'un signal audio (16), qui est associé à la source
virtuelle, et à l'aide d'une information de position, qui indique une position de
la source virtuelle, une information de retard indiquant le nombre de valeurs de balayage
duquel le signal audio doit se présenter retardé par rapport à une référence de temps
dans la composante, aux caractéristiques suivantes :
un dispositif (10) destiné à préparer un premier retard (12a), qui est associé à une
première position de la source virtuelle à un premier moment, et à préparer un deuxième
retard (12b), qui est associé à une deuxième position de la source virtuelle à un
deuxième moment ultérieur, la deuxième position différant de la première position
et le moment actuel étant situé entre le premier moment (400) et le deuxième moment
(402) ;
un dispositif (14) destiné à déterminer une valeur du signal audio retardé du premier
retard pour le moment actuel et à déterminer une deuxième valeur du signal audio retardé
du deuxième retard pour le moment actuel ;
un dispositif (22) destiné à pondérer la première valeur par un premier facteur de
pondération, pour obtenir une première valeur pondérée (24a), et la deuxième valeur
par un deuxième facteur de pondération, pour obtenir une deuxième valeur pondérée
(24b) ; et
un dispositif destiné à additionner (26) la première valeur pondérée (24a) et la deuxième
valeur pondérée (24b), pour obtenir la valeur discrète (28) pour le moment actuel.
2. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel le premier facteur de pondération
et le deuxième facteur de pondération pour des valeurs comprises entre le premier
et le deuxième moment (400, 402) sont réglés de sorte qu'ait lieu un fondu enchaîné
du signal audio retardé du premier retard dans le signal audio retardé du deuxième
retard.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, dans lequel le premier facteur de pondération
diminue entre le premier moment (400) et le deuxième moment (402), et dans lequel
le deuxième facteur de pondération augmente entre le premier moment (400) et le deuxième
moment (402).
4. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le premier facteur
de pondération est, au premier moment, égal à 1 et est, au deuxième moment, égal à
0, et dans lequel le deuxième facteur de pondération est, au premier moment, égal
à 0 et est, au deuxième moment, égal à 1.
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les premier et
deuxième facteurs de pondération sont fonction d'une différence entre le moment actuel
et le premier moment (400) ou le deuxième moment (402).
6. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le premier facteur
de pondération diminue de manière monotone du premier moment au deuxième moment, et
le deuxième facteur de pondération augmente de manière monotone du premier moment
au deuxième moment.
7. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel la somme du premier
facteur de pondération et du deuxième facteur de pondération se situe dans les limites
d'une plage de tolérance prédéterminée qui s'étend autour d'une valeur définie.
8. Dispositif selon la revendication 7, dans lequel la plage de tolérance prédéterminée
est de plus ou moins 10 %.
9. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le signal audio
est une succession de valeurs discrètes distantes l'une de l'autre, chacune d'une
période de balayage,
dans lequel le premier moment et le deuxième moment sont distants l'un de l'autre
de plus d'une période de balayage.
10. Dispositif selon la revendication 9,
dans lequel le premier moment et le deuxième moment sont réglés de manière fixe.
11. Dispositif selon la revendication 9, dans lequel le dispositif (10) destiné à préparer
le premier et le deuxième retard est réalisé de manière à régler un intervalle de
temps entre le premier moment et le deuxième moment en fonction des informations de
position, de sorte que l'intervalle de temps soit supérieur à un intervalle de référence
lorsque la source virtuelle se déplace à une vitesse inférieure à une vitesse de référence
et que l'intervalle de temps soit inférieur à un intervalle de référence lorsque la
source virtuelle se déplace à une vitesse supérieure à une vitesse de référence.
12. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel un intervalle de
temps entre le premier moment et le deuxième moment est de N périodes de balayage,
et
dans lequel le dispositif (22) destiné à pondérer est réalisé de manière à utiliser
pour un nombre de M valeurs discrètes actuelles successives le même premier facteur
de pondération et le même deuxième facteur de pondération, M étant inférieur à N et
supérieur ou égal à 2.
13. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le dispositif (22)
destiné à pondérer est réalisé de manière à calculer, pour chaque valeur de balayage
actuelle, un premier facteur de pondération actuel et un deuxième facteur de pondération
actuel, de sorte que le premier et le deuxième facteur de pondération soient différents
d'un premier et d'un deuxième facteur de pondération qui ont été déterminés pour une
valeur de balayage précédente déterminée.
14. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
le dispositif (10) destiné à préparer est réalisé de manière à estimer le deuxième
retard pour le deuxième moment sur base d'un ou de plusieurs retards pour des moments
précédents.
15. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les informations
de position de la source virtuelle sont associées selon une grille de temps au signal
audio pour la source virtuelle, le premier et le deuxième moment étant distants l'un
de l'autre d'une durée qui est plus longue qu'un intervalle de temps entre deux points
de la grille de temps.
16. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel plusieurs signaux
audio sont présents pour plusieurs sources virtuelles, dans lequel est calculée une
composante pour chaque source virtuelle, et dans lequel toutes les composantes pour
un haut-parleur sont additionnées, pour obtenir le signal pour le haut-parleur.
17. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel le module de synthèse de champ d'onde est réalisé de manière à calculer,
outre les informations de retard, également les informations de modulation qui indiquent
le facteur de modulation par lequel doit être modulé le signal audio associé à la
source virtuelle, et
dans lequel le dispositif (22) destiné à pondérer est réalisé de manière à calculer
la première valeur pondérée (24a) comme produit de la valeur de la composante pour
le moment actuel et d'un premier facteur de modulation pour le moment actuel et le
premier facteur de modulation, et
dans lequel le dispositif (22) destiné à pondérer est, par ailleurs, réalisé de manière
à calculer la deuxième valeur pondérée comme produit de la valeur de la composante
pour le moment actuel, du deuxième facteur de modulation pour le moment actuel et
du deuxième facteur de modulation.
18. Procédé pour calculer une valeur discrète (28) pour un moment actuel d'une composante
dans un signal de haut-parleur (322) pour un haut-parleur sur base d'une source virtuelle
dans un système de synthèse de champ d'onde avec un module de synthèse de champ d'onde
et une pluralité de haut-parleurs, le module de synthèse de champ d'onde étant réalisé
de manière à déterminer, à l'aide d'un signal audio (16), qui est associé à la source
virtuelle, et à l'aide d'une information de position, qui indique une position de
la source virtuelle, une information de retard indiquant le nombre de valeurs de balayage
duquel le signal audio doit se présenter retardé par rapport à une référence de temps
dans la composante, aux étapes suivantes consistant à :
préparer (10) un premier retard (12a), qui est associé à une première position de
la source virtuelle à un premier moment, et à préparer un deuxième retard (12b), qui
est associé à une deuxième position de la source virtuelle à un deuxième moment ultérieur,
la deuxième position différant de la première position et le moment actuel étant situé
entre le premier moment (400) et le deuxième moment (402) ;
déterminer (14) une valeur du signal audio retardé du premier retard pour le moment
actuel et à déterminer une deuxième valeur du signal audio retardé du deuxième retard
pour le moment actuel ;
pondérer (22) la première valeur par un premier facteur de pondération, pour obtenir
une première valeur pondérée (24a), et la deuxième valeur par un deuxième facteur
de pondération, pour obtenir une deuxième valeur pondérée (24b) ; et
additionner (26) la première valeur pondérée (24a) et la deuxième valeur pondérée
(24b), pour obtenir la valeur discrète (28) pour le moment actuel.
19. Programme d'ordinateur avec un code de programme pour exécuter le procédé selon la
revendication 18 lorsque le programme se déroule sur un ordinateur.