[0001] Die Erfindung betrifft ein Rakelbett zur Aufnahme eines kreiszylinderförmigen Rakelstabes,
mit einem in seinem Querschnitt senkrecht zur Zylinderlängsachse des Rakelstabes aus
einem homogenen Werkstoff ausgeführten, eine den Rakelstab um mindestens 180° formgenau
umfassende, kreiszylindrische Ausnehmung aufweisenden Gehäuse, wobei die Ausnehmung
eine Eintritts und eine Austrittskante aufweist.
[0002] Ein bekanntes Verfahren zur Veredelung von Materialbahnen, insbesondere aus Papier,
Karton, Folie oder Kombinationen aus diesen Materialien sieht vor, ein flüssiges oder
pastöses Beschichtungsmaterial direkt oder über ein Übertragungselement, beispielsweise
eine Walze, indirekt an einer eine laufende Materialbahn bearbeitenden Maschine auf
die Materialbahn aufzutragen. Hierzu muss das Beschichtungsmaterial gleichmäßig über
die Breite der Materialbahn auf dieser oder dem Übertragungselement dosiert (auf das
gewünschte Strichgewicht gebracht)und/oder nur verteilt werden. Eine sehr gute Qualität
einer derartigen Veredelung wird erreicht, wenn die Dosierung und/oder Verteilung
des Beschichtungsmaterials mittels einem entgegen der Laufrichtung der Materialbahn
oder dem Übertragungselement, auf die das Beschichtungsmaterial zunächst aufgetragen
wird, rotierenden, kreiszylindrischen Rakelstabs erfolgt. Der rotierende Rakelstab
wird dabei in dem Bereich, der nicht mit der Materialbahn oder dem Übertragungselement
in Berührung steht, von einem Rakelbett umschlossen, wobei das Rakelbett neben der
Lagerung des Rakelstabes auch dazu dient, das Beschichtungsmaterial von dem Rakelstab
an der in Rotationsrichtung betrachteten Eintrittskante in das Rakelbett abzuschaben.
Dadurch wird die Oberfläche des Rakelstabes vor dem Überstreichen des Beschichtungsmaterials
von eventuellen Krümeln, Fasern, Klumpen und dergleichen gereinigt. Aufgrund der Doppelfunktion
des Rakelbetts - einerseits die Lagerung des Rakelstabs und andererseits dessen permanente
Reinigung - ist dessen Einsatzdauer stark beschränkt, wobei eine Verbesserung der
Haltbarkeit bei gleich bleibender Qualität der Reinigung des Rakelstabes bei gleichzeitig
gleich bleibender Qualität der Lagerung des Rakelstabes eine starke Verringerung der
Kosten bei der Herstellung von mittels einer Beschichtung veredelter Materialbahnen
zur Folge hätte.
[0003] Ein bekanntes Rakelbett weist heute bevorzugt ein Gehäuse aus einem homogenen Werkstoff
auf, das in seinem Querschnitt senkrecht zur Zylinderlängsachse des Rakelstabes einteilig
ausgeführt ist, und welches eine den Rakelstab um mindestens 180° formgenau umfassende,
kreiszylindrische Ausnehmung aufweist, in welcher der Rakelstab in einem Presssitz
gelagert ist. Dabei können in Querrichtung der Materialbahn zu dem Rakelbett gehörende
Teile, wie beispielsweise ein Damm oder Anschlussvorrichtungen zur Spülung des Rakelstabes
an dem einteiligen Gehäuse angeordnet sein. Ein derartiges Gehäuse besteht beispielsweise
aus PE, PU oder Gummi, wobei die Eintritts- und die Austrittskante gegenüber dem rotierenden
Rakelstab aus dem selben Werkstoff besteht. Der Presssitz zwischen Rakelstab und Gehäuse
gewährleistet einerseits eine zuverlässige Lagerung des Rakelstabes im Gehäuse, sowie
eine zuverlässige Abschabung des Beschichtungsmaterials vom Rakelstab und die Verhinderung
von Leckagen zwischen einem parallel zur Zylinderlängsachse des Rakelstabes verlaufenden
Spülkanal und dem Bereich, in dem sich Beschichtungsmaterial befindet. Der Presssitz
bedarf aber andererseits einer hohen Antriebsleistung des den Rakelstab antreibenden
Motors und bewirkt zudem einen schnellen Verschleiß des Rakelbetts.
[0004] Aus der WO 97/04172 A1 ist ein Rakelbett, bestehend aus einem aus mehreren, eine
Ausnehmung zur Aufnahme eines kreiszylinderförmigen Rakelstabs umschließenden Teilen
zusammengesetzten Gehäuse, mit daran angeordneten und in die Ausnehmung ragenden Kontaktelementen
zur Halterung des Rakelstabes bekannt, bei dem die Kontaktelemente in Richtung des
Rakelstabes verstellbar angeordnet sind, um eine Abdichtung zwischen den Kontaktelementen
und dem Rakelstab bei fortschreitendem Verschleiß der Stabrakel durch Nachstellen
der Kontaktelemente mittels Stellschrauben sowie einer Federbelastung aufrecht zu
erhalten.
Nachteilig an diesem Rakelbett ist, dass es einerseits aufgrund der vielen Einzelteile
des Gehäuses kompliziert aufgebaut ist, wodurch die Gefahr einer fehlerhaften Montage
beim Zusammenbau einhergeht, sowie eine verringerte Betriebszuverlässigkeit aufgrund
der lösbaren Verbindungen zwischen den einzelnen Teilen des Gehäuses, und dass zum
anderen aufgrund der Feineinstellung der Lagerung des Rakelstabs mittels Schrauben
ein sehr hoher Aufwand bei der Einstellung eines derartigen Rakelbetts bei der Montage,
Wartung und Instandhaltung an einer Maschine zur Bearbeitung einer laufenden Materialbahn
besteht, verbunden mit der Gefahr einer ungenauen, Verspannungen verursachenden Einstellung
der Lagerung des Rakelstabes und des Lösens der Einstellung während des Betriebs.
Dabei verursacht ein durch Einstellungsarbeiten verursachter Stillstand einer derartigen
Maschine enorme Kosten, da die Produktion hierfür gestoppt werden muss.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Rakelbett zur Aufnahme eines
Rakelstabs zu entwickeln, welches eine zuverlässige Lagerung des Rakelstabes bei gleichzeitig
über einen langen Zeitraum gewährleisteter, zuverlässiger Abschabung des Beschichtungsmaterials
von dem Rakelstab ermöglicht, wobei eine einfache und schnelle Montage an einer eine
laufende Materialbahn behandelnden Maschine möglich sein muss, sowie eine einfache
Wartung und Instandhaltung.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Rakelbett nach Anspruch 1 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß ist ein Rakelbett zur Aufnahme eines kreiszylinderförmigen Rakelstabes,
mit einem in seinem Querschnitt senkrecht zur Zylinderlängsachse des Rakelstabes aus
einem homogenen Werkstoff, eine den Rakelstab um mindestens 180° formgenau umfassende,
kreiszylindrische Ausnehmung aufweisenden Gehäuse, zur Anordnung an einer eine laufende
Materialbahn bearbeitenden Maschine vorgesehen, wobei an dem Gehäuse im Bereich der
Ausnehmung mindestens eine parallel zu der Zylinderlängsachse des Rakelstabes verlaufende
Nut angeordnet ist, in welcher eine Abstreifleiste lösbar zwischen Rakelstab und Rakelbett
anordbar ist.
[0008] Die Erfindung weist gegenüber dem Stand der Technik den Vorteil auf, dass durch die
mindestens eine an dem Gehäuse im Bereich der Ausnehmung angeordnete, parallel zu
der Zylinderlängsachse des Rakelstabes verlaufende Nut und der darin lösbar zwischen
Rakelstab und Rakelbett anordbaren Abstreifleiste ermöglicht wird, den Rakelstab auf
bekannte, zuverlässige Weise in einem aus einem homogenen Werkstoff hergestellten,
einteiligen Gehäuse zu lagern, und gleichzeitig die Einsatzdauer des Rakelbetts sowie
die Qualität der mit Hilfe des Rakelbetts aufzubringenden Beschichtung zu verbessern
durch Verwendung eines gegenüber dem Werkstoff für das Gehäuse gegen Verschleiß und
Beschädigung widerstandsfähigeren Materials für die Abstreifleiste. Die Einsatzdauer
des vorzugsweise einteilig ausgeführten Rakelbetts kann durch die in der Nut lösbar
angeordnete Abstreifleiste deutlich verlängert werden, da ein Austausch der am stärksten
dem Verschleiß ausgesetzten Abstreifleiste möglich ist. Die Länge der Abstreifleiste
entspricht dabei mindestens der Breite der Materialbahn, wobei die Abstreifleiste
eine nur geringe Kontaktfläche zum Rakelstab aufweist und den Rakelstab nur über einen
kleinen Teil dessen Umfangs über dessen ganzer Länge, oder mindestens über die Breite
der Materialbahn hinweg berührt. Die Abstreifleiste kann besonders einfach montiert
werden, da sie weder die Qualität der Lagerung des Rakelstabes nicht beeinträchtigt,
noch die Gleichmäßigkeit der Auftragungsstärke des Beschichtungsmaterials beeinflusst.
Es kommt bei der Montage der Abstreifleiste nur darauf an, dass diese den Rakelstab
über die gesamte Breite der Materialbahn berührt, so dass eine zuverlässige Abschabung
des Beschichtungsmaterials von dem Rakelstab gewährleistet ist. Hierdurch können Montage-,
Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten wesentlich schneller, als bisher durchgeführt
werden.
[0009] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Nut mindestens
an der Eintritts- und/oder Austrittskante oder zumindest in deren unmittelbarer Nähe
zwischen Rakelstab und Rakelbett angeordnet ist. Die Anordnung kann alternierend oder
zusätzlich auch vor und oder nach einem vorhandenen der Schmierung und Spülung des
Rakelbettes bzw. des Rakelstabes dienenden Kanales getroffen sein.
[0010] Die Lebensdauer des Rakelbetts, welche bislang aufgrund des hohen Verschleißes an
der Eintritts- und Austrittskante beschränkt war, kann durch die an der Eintritts-
und/oder Austrittskante zwischen Rakelstab und Rakelbett in der Nut anordbare Abstreifleiste
deutlich verlängert werden, da die Abstreifleiste aus einem gegenüber Abrieb widerstandsfähigeren
Material herstellbar ist. Darüber hinaus ist ein Austausch der Abstreifleiste unabhängig
von den anderen Teilen des Rakelbetts möglich.
[0011] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das Rakelbett und der
Rakelstab in Rotationsrichtung des Rakelstabes vor einer an der Eintrittskante angeordneten
Abstreifleiste voneinander beabstandet sind, so dass das von der Abstreifleiste von
dem Rakelstab abgestreifte Beschichtungsmaterial in einem sich vor der Abstreifleiste
ausbildenden Wirbel abströmen und sich so über die Breite der Materialbahn homogen
verteilen kann.
[0012] Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass am Grund der
Nut zwischen Gehäuse und Abstreifleiste eine Anpressvorrichtung zum federelastischen
Anpressen der Abstreifleiste gegen den Rakelstab angeordnet ist. Die am Grund der
Nut über deren gesamter Länge angeordnete federelastische Anpressvorrichtung kann
beispielsweise aus einem Moosgummistreifen, einer von mehreren Druckfedern in Richtung
dem Rakelstab federbelasteten Leiste, welche gegen die dem Rakelstab abgewandten Seite
der Abstreifleiste presst, oder aus einem mit Druckluft beaufschlagbaren und sich
dadurch in der Nut ausdehnenden, elastischen Schlauch bestehen. Dabei gewährleistet
die federelastische Anpressung der Abstreifleiste gegen den Rakelstab eine über einen
langen Zeitraum gleich bleibende Qualität der Abstreifung des Beschichtungsmaterials
von dem Rakelstab.
[0013] Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Abstreifleiste
aus einem mindestens unter Druckbeanspruchung elastisch verformbaren Material besteht,
zum federelastischen An pressen der Abstreifleiste gegen den Rakelstab. Ein hierfür
beispielsweise geeignetes Material ist eine Materialmischung aus Gummi und Graphit.
[0014] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Abstreifleiste
aus einem formstabilen, abriebfesten und einen geringen Reibungskoeffizienten gegenüber
dem Material des Rakelstabes aufweisenden Werkstoff, insbesondere einem Kunststoff,
wie beispielsweise einem Polymer, wie PU oder PA, einem Thermoplast, wie PE, hochmolekularem
PE oder Polyester besteht. Die Abstreifleiste kann darüber hinaus beispielsweise aus
einem in Gleitlagern verwendeten, über Notschmiereigenschaften verfügenden Material,
wie beispielsweise Bronze, oder aus Keramik bestehen.
[0015] Eine zusätzliche, vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Abstreifleiste
den Rakelstab entlang genau einer Linie berührt.
[0016] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass
die Abstreifleiste an ihrer dem Rakelstab zugewandten Seite vergleichbar mit einer
Schaberklinge spitz zuläuft.
[0017] Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Abstreifleiste
unabhängig vom Rakelstab und/oder dem Rakelbett austauschbar ist, wobei Aus- und Einbau
seitlich am Rakelbett, beispielsweise durch Entfernen eines seitlich am Rakelbett
angeordneten Damms oder eines Teils davon, und Einschieben der Abstreifleiste in die
Nut von dieser Seite her erfolgt. Der Aus- und Einbau kann dabei bei an der Maschine
zur Bearbeitung einer laufenden Materialbahn angeordnetem Rakelbett erfolgen.
[0018] Eine zusätzliche, vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass in dem
Rakelbett ein parallel zur Zylinderlängsachse des Rakelstabes verlaufender und über
seine gesamte Länge mit der kreiszylindrischen Ausnehmung in Verbindung stehender
Spülkanal angeordnet ist, wobei in Rotationsrichtung des Rakelstabs vor und nach dem
Spülkanal mindestens jeweils eine Nut zur Aufnahme jeweils einer Abstreifleiste angeordnet
ist. Durch den Spülkanal ist ein Lösungsmittel für das zum Auftragen auf die Materialbahn
vorgesehene und von dem Rakelstab in seiner Dicke über der Breite der Materialbahn
gleichmäßig verteilte Beschichtungsmaterial entlang eines Teils des Umfangs des Rakelstabes
zu dessen Reinigung leitbar. Um einen Kontakt zwischen dem Lösungsmittel (oder auch
einem Schmiermittel) und dem Beschichtungsmaterial zu verhindern, muss eine zuverlässige
Abdichtung zwischen den mit den verschiedenen Substanzen in Verbindung stehenden Bereichen
des rotierenden Rakelstabes gewährleistet werden. Die vor und/oder nach dem wenigstens
einen Spülkanal angeordneten Abstreifleisten, welche aus einem anderen, gegen Abrieb
und Verschleiß widerstandsfähigeren Material hergestellt sein können, als dem homogenen
Werkstoff des Gehäuses, erlauben eine zuverlässigere Abdichtung dieser Bereiche gegeneinander
und so die Verwendbarkeit des Rakelbetts über einen längeren Zeitraum hinweg, als
dies nach dem Stand der Technik möglich ist, bei gleich bleibender Qualität der Lagerung
und Führung des Rakelstabes in dem vorzugsweise einteiligen Gehäuse, im Vergleich
zu einem mehrteiligen Gehäuse.
[0019] Die Anordnung der Abstreifleisten neben dem wenigstens einen Spülkanal kann zusätzlich
oder alternierend zu jener mindestens einen Abstreifleiste, die neben der wenigsten
einen Nut vorhanden ist, erfolgen.
[0020] Weitere Vorteile, Besonderheiten und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den weiteren Unteransprüchen oder deren Unterkombinationen.
[0021] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnungen weiter erläutert. Im Einzelnen
zeigt die schematische Darstellung in:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Rakelbett senkrecht zur Zylinderlängsachse
eines in dem Rakelbett angeordneten Rakelstabes, mit zwei in einem Winkel zueinander
angeordneten Abstreifleisten,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Rakelbett senkrecht zur Zylinderlängsachse
eines in dem Rakelbett angeordneten Rakelstabes, mit zwei parallel zueinander angeordneten
Abstreifleisten,
- Fig. 3 a bis f
- verschiedene Klingenformen von in dem erfindungsgemäßen Rakelbett anordbaren Abstreifleisten,
- Fig. 4 a bis c
- verschiedene Anpressvorrichtungen für in einer glatten Nut im Gehäuse des erfindungsgemäßen
Rakelbetts angeordnete Anpressleisten im Querschnitt, und
- Fig. 5 a bis c
- verschiedene Anpressvorrichtungen für in einer eine Hintergreifung aufweisenden Nut
im Gehäuse des erfindungsgemäßen Rakelbetts angeordnete Anpressleisten im Querschnitt.
[0022] Die in der Figur gleichen Bezugsziffern bezeichnen gleiche oder gleich wirkende Elemente.
[0023] Ein in den Figuren 1 und 2 dargestelltes Rakelbett 1 besteht aus einem Gehäuse 2,
welches eine kreiszylindrische Ausnehmung zur Aufnahme eines kreiszylindrischen Rakelstabes
3 aufweist. Die Ausnehmung umfasst den Rakelstab 3 um mehr als 180°, wobei ein Teil
des Umfangs des Rakelstabes 3 frei bleibt. Das Gehäuse 2 ist dabei in dem dargestellten,
senkrecht zur Zylinderlängsachse des Rakelstabes 3 verlaufenden Querschnitt einteilig
aus einem homogenen Werkstoff hergestellt. Zur zuverlässigen Abstreifung des von dem
Rakelstab 3 gleichmäßig über der Breite einer nicht dargestellten, laufenden Materialbahn
zu verteilenden Beschichtungsmaterials sind in dem Gehäuse 2 Abstreifleisten 4 in
parallel zu der Zylinderlängsachse des Rakelstabes 3 verlaufenden Nuten 11 angeordnet.
In Figur 1 ist eine Abstreifleiste direkt an der Eintrittskante 5 des Rakelbetts 1
angeordnet, eine zweite, in einem Winkel zu der ersten Abstreifleiste 4 angeordnete
Abstreifleiste 4 ist in Rotationsrichtung nach einem zwischen den beiden Abstreifleisten
am Außenumfang des Rakelstabes angeordneten, und mit dem Rakelstab über dessen Länge
in Kontakt stehenden Spülkanal 10 angeordnet. Bei dem in Figur 2 dargestellten Rakelbett
sind zwei Abstreifleisten parallel zueinander, ebenfalls beidseitig des Spülkanals
angeordnet. Die Abstreifleisten berühren dabei den Rakelstab nur entlang einer Linie.
Dies hat den Vorteil, dass Undichtigkeiten zwischen Rakelstab und Abstreifleiste,
wie sie leicht bei einander berührenden, dreidimensional geformten Flächen vorkommen,
wirkungsvoll verhindert werden können. Die Abstreifleisten 4 weisen hierfür auf ihrer
dem Rakelstab 3 zugewandten Seite jeweils eine geeignete Klingenform auf. Derartige
Klingenformen sind in Figur 3 dargestellt, wobei jeweils die obere Seite die dem Rakelstab
zugewandte Seite der Abstreifleiste 4 ist. In Figur 3a) ist eine spitze, asymmetrische
Klinge dargestellt. Figur 3b) zeigt eine etwas stumpfer zulaufende, asymmetrische
Klinge. Figur 3c) zeigt eine symmetrische, spitz zulaufende Klinge, Figur 3d) eine
symmetrische, stumpf zulaufende Klinge. Figur 3e) zeigt eine Doppelklinge mit symmetrischen
Einzelklingen und Figur 3f) zeigt eine Doppelklinge mit asymmetrisch zulaufenden Einzelklingen.
[0024] Die Abstreifleisten 4 sind in dem Gehäuse 2, wie in den Figuren 4 und 5 dargestellt,
federbelastet in jeweils einer Nut 11 angeordnet. Die Nut kann dabei wie in Figur
4 dargestellt glatt, oder wie in Figur 5 dargestellt mit einer Hintergreifung 13 ausgeführt
sein, durch welche ein Herausfallen der Abstreifleiste 4 aus der Nut 11 beim Auswechseln
des Rakelstabes 3 verhindert wird. In den Figuren 4a) und 5a) ist eine in einer Nut
11 angeordnete, mittels einer Feder 8, welche die Abstreifleiste 4 vom Grund 12 der
Nut 11 abdrückt, federbelastete Abstreifleiste 4 dargestellt. In den Figuren 4b) und
5b) ist anstelle einer Feder 8 ein über die gesamte Länge der Nut 11 verlaufender
Moosgummi 7 zwischen dem Grund 12 der Nut 11 und der Abstreifleiste 4 in der Nut 11
angeordnet. In den Figuren 4c) und 5c) ist der Moosgummi 7 durch einen mit Druckluft
aufblasbaren Schlauch 9 ersetzt. Dabei kann der Schlauch 9 durch das Einfüllen von
Druckluft aufgeblasen werden, so dass der Schlauch 9 die Nut 11 im Bereich des Grundes
12 einnimmt, und die Abstreifleiste 4 gegen den Rakelstab 3 vom Grund 12 abpresst.
[0025] Nachzutragen ist, dass das Rakelbett 1 bzw. Gehäuse 2 zumindest an der Einlaufseite
5 vom Rakelstab 3 in einem nicht in den Figuren dargestellten Abstand "s" zurückgesetzt
sein kann, damit das abgestreifte Beschichtungsmedium ungehindert abführbar ist.
[0026] Die Erfindung ist insbesondere in Maschinen zur Herstellung und/oder Veredelung von
Papier-, Karton oder anderen Faserstoffbahnen gewerblich anwendbar.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Rakelbett
- 2
- Gehäuse
- 3
- Rakelstab
- 4
- Abstreifleiste
- 5
- Eintrittskante
- 6
- Austrittskante
- 7
- Moosgummi
- 8
- Feder
- 9
- Schlauch
- 10
- Spülkanal
- 11
- Nut
- 12
- Grund
- 13
- Hintergreifung
1. Rakelbett (1) zur Aufnahme eines kreiszylinderförmigen Rakelstabes (3), mit einem
in seinem Querschnitt senkrecht zur Zylinderlängsachse des Rakelstabes (3) aus einem
homogenen Werkstoff ausgeführten, eine den Rakelstab (3) um mindestens 180° formgenau
umfassende, kreiszylindrische Ausnehmung aufweisenden Gehäuse (2), wobei die Ausnehmung
eine Eintritts (5) und eine Austrittskante (6) aufweist
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Gehäuse (2) im Bereich der Ausnehmung mindestens eine parallel zu der Zylinderlängsachse
des Rakelstabes (3) verlaufende Nut (11) angeordnet ist, in welcher eine Abstreifleiste
(4) lösbar zwischen Rakelstab (3) und Rakelbett (1) anordbar ist.
2. Rakelbett nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Nut (11) mindestens an der Eintritts- (5) und/oder Austrittskante (6) zwischen
Rakelstab (3) und Rakelbett (1) angeordnet ist.
3. Rakelbett nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rakelbett (1) und der Rakelstab (3) in Rotationsrichtung des Rakelstabes (3)
vor einer an der Eintrittskante (5) angeordneten Abstreifleiste (4) voneinander beabstandet
sind.
4. Rakelbett nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Grund (12) der Nut zwischen Gehäuse (2) und Abstreifleiste (4) eine Anpressvorrichtung
(7, 8, 9) zum federelastischen Anpressen der Abstreifleiste (4) gegen den Rakelstab
(3) angeordnet ist.
5. Rakelbett nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstreifleiste (4) aus einem mindestens unter Druckbeanspruchung elastisch verformbaren
Material besteht, zum federelastischen Anpressen der Abstreifleiste (4) gegen den
Rakelstab (3).
6. Rakelbett nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstreifleiste (4) aus einem formstabilen, abriebfesten und einen geringen Reibungskoeffizienten
gegenüber dem Material des Rakelstabes (3) aufweisenden Werkstoff, wie Thermoplaste,
Polymere, Keramik, Materialmischungen bestehend aus Gummi mit Graphit oder einem Lagermetall,
wie Bronze besteht.
7. Rakelbett nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstreifleiste (4) den Rakelstab (3) entlang genau einer Linie berührt.
8. Rakelbett nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstreifleiste (4) an ihrer dem Rakelstab (3) zugewandten Seite spitz zuläuft.
9. Rakelbett nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstreifleiste (4) unabhängig vom Rakelstab (3) und/oder dem Rakelbett (1) austauschbar
ist.
10. Rakelbett nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Rakelbett (1) ein parallel zur Zylinderlängsachse des Rakelstabes (3) verlaufender
und über seine gesamte Länge mit der kreiszylindrischen Ausnehmung in Verbindung stehender
Spülkanal (10) angeordnet ist, wobei in Rotationsrichtung des Rakelstabs (3) vor und
nach dem Spülkanal (10) mindestens jeweils eine Nut (11) zur Aufnahme jeweils einer
Abstreifleiste (4) angeordnet ist.