(19)
(11) EP 1 607 353 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.12.2005  Patentblatt  2005/51

(21) Anmeldenummer: 05008502.6

(22) Anmeldetag:  19.04.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B65H 19/30
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR LV MK YU

(30) Priorität: 16.06.2004 DE 102004029067

(71) Anmelder: Kiefel Extrusion GmbH
67547 Worms (DE)

(72) Erfinder:
  • Gandelheidt, Edgar
    67551 Worms (DE)
  • Hennes, Jochen
    60594 Frankfurt (DE)
  • Butty, Konrad
    67550 Worms (DE)

(74) Vertreter: Zmyj, Erwin 
Rosenheimer Strasse 52
81669 München
81669 München (DE)

   


(54) Vorrichtung zur Handhabung eines fertigen Wickels und einer Wickelwelle an einer Wickelvorrichtung für Materialbahnen


(57) Die Vorrichtung (11) zur Handhabung eines fertigen Wickels (3) und einer Wickelwelle (4) an einer Wickelvorrichtung (1) für Materialbahnen weist zwei unabhängig voneinander verschwenkbare doppelarmig ausgeführte Kulissenschienen (12, 13) auf, auf denen jeweils ein Transportwagen (18, 19) verfahrbar angeordnet ist, der eine Haltevorrichtung (20, 21) für die Wickelwelle aufweist, um die Wickelwelle und damit den gesamten Wickel halten und entlang den Kulissenschienen verfahren zu können. Aufgrund der Verschwenkbarkeit der Kulissenschienen und der Verfahrbarkeit der auf ihnen angeordneten Transportwagen ist es möglich, den fertigen Wickel von den schwenkbaren Stützen (5) der Wickelvorrichtung zu einer Ablagestation (10) zu verfahren und auf ein Transportmittel (8) abzusenken. Mit Hilfe dieses Transportmittels (8) kann dann der Wickel von der Wickelwelle abgezogen werden, wobei für diesen Fall die eine Kulissenschiene (13) aus dem Verfahrweg herausgeschwenkt werden kann. Die Wickelwelle (4) kann dann mit Hilfe der Kulissenschienen wieder der Wickelvorrichtung zugeführt werden.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Handhabung eines fertigen Wickels und einer Wickelwelle an einer Wickelvorrichtung für Materialbahnen.

[0002] Für das Ablegen eines fertigen Wickels und die Rückführung der Wickelwelle werden Hubtische in Verbindung mit Kränen eingesetzt, was nicht nur anlagenseitig aufwendig, sondern auch von der Bedienung umständlich und zeitraubend ist.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, die konstruktiv einfach ist und eine einfache und rasche Handhabung eines fertigen Wickels beim Ablegen und eine einfache Rückführung der Wickelwelle zur Wickelvorrichtung ermöglicht.

[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass im Bereich zwischen einer Wickelstation und einer Ablegestation der Wickelvorrichtung für den Wickel an einem feststehenden Grundgestell zwei doppelarmige Kulissenschienen unabhängig voneinander schwenkbar gelagert sind und unabhängige Antriebsvorrichtungen für die Schwenkbewegung aufweisen und dass auf den Kulissenschienen jeweils ein Transportwagen für die Wickelwelle längs der gesamten Kulissenschienenlänge verfahrbar angeordnet ist.

[0005] Mit Hilfe dieser Vorrichtung ist es möglich, den fertigen Wickel in der Wickelstation zu übernehmen und mit Hilfe der Transportwagen soweit auf den Kulissenschienen in Abhängigkeit vom Wickeldurchmesser zu verfahren, bis dieser an einer gewünschten Stelle einer Ablagestation abgelegt werden kann, was durch Verschwenken bzw. Absenken desjenigen Endes der Kulissenschienen erfolgt, welches den Wickel trägt. Da die Kulissenschienen unabhängig voneinander verschwenkbar sind, kann dann eine Kulissenschiene so weit weggeschwenkt werden, dass der Wickel von der Wickelwelle abgezogen und abtransportiert werden kann. Die Rückführung der Wickelwelle zur Wickelvorrichtung erfolgt dann wieder durch Verfahren mittels der Transportwagen entlang den Kulissenschienen und durch entsprechende Schwenkbewegung bis zu einer Übernahmestelle der Wickelvorrichtung, wo die Wickelwelle dann durch bekannte Vorrichtungen an der Wickelvorrichtung in die Wickelstation eingebracht werden kann. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist also einfach in der Konstruktion und in der Bedienung bei der Handhabung eines fertigen Wickels und bei der Rückführung der Wickelwelle.

[0006] Die Handhabung bei der Überführung des Wickels von der Wickelstation zur Ablagestation und die Rückführung der Wickelwelle zur Wickelstation wird in vorteilhafter Weise dadurch noch weiter verbessert und erleichtert, wenn in Weiterbildung der Erfindung jeder Transportwagen einen eigenen Fahrantrieb aufweist.

[0007] Um die Wickelwelle sicher auf dem Transportwagen halten zu können, weist in weiterer Ausgestaltung der Erfindung jeder Transportwagen eine Haltevorrichtung für die Wickelwelle auf. Diese kann vorzugsweise als Klemmvorrichtung ausgebildet sein, die leicht und schnell eingesetzt und wieder gelöst werden kann.

[0008] Wenn in vorteilhafter weiterer Ausgestaltung der Erfindung zumindest eine der beiden Kulissenschienen eine Haltevorrichtung für die Wickelwelle aufweist, so ist es möglich, diese zu fixieren, um den Wickel von der Wickelwelle abziehen zu können, wobei die gegenüber liegende Kulissenschiene aus der Bewegungsbahn des abzuziehenden Wickels entfernt ist.

[0009] Eine besonders einfache und vorteilhafte Ausgestaltung für die Verschwenkung der Kulissenschienen ergibt sich dadurch, dass die Verschwenkung der Kulissenschienen durch jeweils einen Hydraulikzylinder oder Pneumatikzylinder erfolgt.

[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die einzige Figur zeigt eine Seitenansicht einer Wickelvorrichtung in Verbindung mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Handhabung eines Wickels.

[0011] Bei einer insgesamt mit 1 bezeichneten Wickelvorrichtung für Materialbahnen ist in der Wickelstation, welche eine Transportwalze 2 für die aufzuwickelnde Materialbahn aufweist, ein bereits fertig gewickelter Wickel 3 dargestellt, der durch zwei parallele Stützen 5 gehalten ist, welche um ein Lager 6 mit Hilfe eines Hydraulikzylinders 7 schwenkbar gelagert sind. Diese schwenkbare Halterung ist notwendig, um den Wickel während seiner Entstehung immer in Anlage an die Transportwalze 2 zu halten, über die die aufzuwickelnde Materialbahn läuft.

[0012] Wie weiterhin aus der Figur ersichtlich, soll der Wickel nach seiner Fertigstellung auf ein mit 8 bezeichnetes Transportmittel abgelegt werden, das eine prismatische Oberfläche 9 hat, um ein Abrollen zu verhindern. Die Transportrichtung verläuft in Richtung der Wickelwelle 4.

[0013] Um nun den fertigen Wickel 3 von der Wickelstation in die mit 10 bezeichnete Ablagestation zu bringen, ist nach der Erfindung eine insgesamt mit 11 bezeichnete Vorrichtung vorgesehen, die zwei Kulissenschienen 12 und 13 aufweist, die um eine Schwenkachse 14 an einem Grundgestell 15 unabhängig voneinander schwenkbar gelagert sind. Für die Verschwenkung dient jeweils ein Hydraulikzylinder 17 von denen nur einer in Verbindung mit der Kulissenschiene 12 dargestellt ist. Der an der Kulissenschiene 13 angreifende Hydraulikzylinder ist nicht dargestellt.

[0014] Auf jeder Kulissenschiene 12 und 13 ist jeweils ein Transportwagen 18 und 19 längs dieser Kulissenschienen verfahrbar angeordnet, der jeweils einen eigenen Fahrantrieb und jeweils eine Haltevorrichtung 20 bzw. 21 aufweist. Die Haltevorrichtungen 20 und 21 dienen zum Festklemmen der Wickelwelle 4 an dem Transportwagen.

[0015] Die Funktion der Vorrichtung wird nachfolgend beschrieben.

[0016] Die beiden Stützen 5, die die Wickelwelle 4 an ihren beiden Enden abstützen, werden in Richtung auf die horizontal ausgerichteten Kulissenschienen 12 und 13 verschwenkt, so dass eine Übergabe auf beide Transportwagen 18 und 19 auf den Kulissenschienen 12 und 13 möglich ist. Dort wird die Wickelwelle 4 mittels der Haltevorrichtungen 20 und 21 festgeklemmt. Hierauf fahren beide Transportwagen auf den Kulissenschienen soweit, bis sich die Wickelachse 4 mittig über dem Transportmittel 8 befindet. Sodann werden die beiden Kulissenschienen mittels der Hydraulikzylinder 17 nach unten geschwenkt, bis der Wickel 3 auf der prismatischen Oberfläche 9 des Transportmittels 8 aufliegt. Mittels einer in der Zeichnung nicht dargestellten Haltevorrichtung wird die Wickelwelle 4 an einer Kulissenschiene festgehalten und an der anderen Kulissenschiene 13 gelöst, so dass diese in eine senkrechte Position verschwenkt werden kann, so dass sie das Abziehen des Wickels 3 von der Wickelwelle nicht mehr behindert. Mittels des Transportmittels 8 wird dann der Wickel von der Wickelwelle 4 abgezogen. Hierauf wird die Kulissenschiene 13 wieder zur Wickelwelle, die noch an der anderen Kulissenschiene gehalten ist, hochgeschwenkt und zusammen mit der anderen Kulissenschiene wird dann die Wickelwelle in eine Übergabeposition gebracht, wo die Wickelwelle auf eine Übergabeschiene 22 abgegeben werden kann. Mit dort vorhandenen und in der Zeichnung nicht dargestellten Einrichtungen kann dann die Wickelwelle wieder den Stützen 5 für das Anwickeln einer neuen Materialbahn zugeführt werden. Für alle diese Bewegungen ist eine Steuervorrichtung vorgesehen, die den Verfahrweg der Transportwagen in Abhängigkeit vom Wickeldurchmesser und die Schwenkbewegung der Kulissenschienen steuert.


Ansprüche

1. Vorrichtung zur Handhabung eines fertigen Wickels und einer Wickelwelle an einer Wickelvorrichtung für Materialbahnen, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich zwischen einer Wickelstation (2, 5) der Wickelvorrichtung (1) für den Wickel (3) an einem feststehenden Grundgestell (15) zwei doppelarmige Kulissenschienen (12, 13) unabhängig voneinander schwenkbar gelagert sind und unabhängige Antriebsvorrichtungen (17) für die Schwenkbewegung aufweisen und dass auf den Kulissenschienen (12, 13) jeweils ein Transportwagen (18, 19) für die Wickelwelle (4) längs der gesamten Kulissenschienenlänge verfahrbar angeordnet ist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Transportwagen (18, 19) einen eigenen Fahrantrieb aufweist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Transportwagen (18, 19) eine Haltevorrichtung (20, 21) für die Wickelwelle (4) aufweist.
 
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der beiden Kulissenschienen (12, 13) eine Haltevorrichtung für die Wickelwelle (4) aufweist.
 
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschwenkung der Kulissenschienen (12, 13) durch jeweils einen Hydraulikzylinder (17) oder Pneumatikzylinder erfolgt.
 




Zeichnung