[0001] Die Erfindung betrifft ein Auslegermodul für einen Falzapparat einer Druckmaschine
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Die EP 1 044 914 A2 offenbart einen Schaufelradausleger für eine Rollenrotationsdruckmaschine,
wobei einem Schaufelrad des Schaufelradauslegers von einem Falzapparat Produkte zur
nachfolgenden Ablage auf ein Auslegerband zugeführt werden. Gemäß der EP 1 044 914
A2 wird das Schaufelrad des dort offenbarten Schaufelradauslegers über einen eigenen,
ladegeregelten Motor angetrieben, wobei über eine Steuerung für den Motor die Drehwinkellage
des Schaufelrads zu den ankommenden Produkten stellbar oder regelbar ist. Mit dem
dort offenbarten Schaufelradausleger lässt sich bereits das Schaufelrad zur Erhöhung
der Auslagequalität in gewissen Umfang an die vom Falzapparat an den Schaufelradausleger
übergebenen Produkte verstellen. Insgesamt sind jedoch die Einstellmöglichkeiten bzw.
Verstellmöglichkeiten des Schaufelradauslegers gemäß EP 1 044 914 A2 zur Anpassung
desselben an Produktveränderungen begrenzt.
[0003] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde, ein neuartiges
Auslegermodul für einen Falzapparat einer Druckmaschine zu schaffen.
[0004] Dieses Problem wird durch ein Auslegermodul gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß
ist zumindest das Schaufelrad in horizontaler und/oder vertikaler Richtung relativ
zum Falzapparat verstellbar ausgebildet.
[0005] In horizontaler Richtung ist zumindest das Schaufelrad relativ zum Falzapparat derart
verstellbar, dass die Produkte unabhängig von der Produktbreite immer mittig bzw.
symmetrisch an die Schaufeln des Schaufelrads übergeben werden.
[0006] Durch Verstellung zumindest des Schaufelrads in vertikaler und gegebenenfalls horizontaler
Richtung relativ zum Falzapparat ist gewährleistbar, dass die Produkte unabhängig
von der Produktstärke bzw. Produktdicke positionsgenau an die Schaufeln des Schaufelrads
übergeben werden. Hierdurch kann die Auslagequalität gegenüber dem Stand der Technik
deutlich verbessert werden.
[0007] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf
beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1:
- ein erfindungsgemäßes Auslegermodul zusammen mit einem Falzapparat einer Druckmaschine
in Seitenansicht; und
- Fig. 2:
- eine Vorderansicht des erfindungsgemäßen Auslegermoduls.
[0008] Nachfolgend wird die hier vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf Fig. 1 und 2
in größerem Detail beschrieben.
[0009] Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Auslegermodul 10 zusammen mit einem Falzapparat
11 einer Rollendruckmaschine. Der Falzapparat 11 verfügt über einen Schneidmesserzylinder
12, einen Falzmesserzylinder 13 sowie einen Falzklappenzylinder 14. Der Schneidermesserzylinder
12 sowie der Falzklappenzylinder 14 drehen sich gleichsinnig sowie gegensinnig zum
Falzmesserzylinder 13. Zwischen Schneidmesserzylinder 12, Falzmesserzylinder 13 und
Falzklappenzylinder 14 wird ein Bedruckstoff 15 bewegt bzw. geführt. Der Schneidmesserzylinder
12 umfasst zwei Schneidmesser 16. Mit Hilfe der Schneidmesser 16 sind vom Bedruckstoff
15 Exemplare abtrennbar. Der Falzmesserzylinder 13 umfasst drei Falzmesser 17 sowie
drei Punktureinrichtungen 18. Die drei Falzmesser 17 sind jeweils mit einem Winkel
von 120° voneinander beabstandet gleichverteilt am Umfang des Falzmesserzylinders
13 positioniert. Die drei Punktureinrichtungen 18 sind ebenfalls jeweils mit einem
Winkel von 120° voneinander beabstandet gleichverteilt am Umfang des Falzmesserzylinders
13 positioniert, wobei zwischen zwei Falzmessern 17 jeweils eine Punktureinrichtung
18 angeordnet ist. Der Falzklappenzylinder 14 verfügt vorzugsweise über drei Falzklappen
19, die auch mit einem Winkel von 120° voneinander beabstandet gleichverteilt am Umfang
des Falzklappenzylinders 14 positioniert sind.
[0010] Zur Bereitstellung eines Falzes an einem vom Bedruckstoff 15 mithilfe des Schneidmesserzylinders
12 abgetrennten Exemplars wirken Schneidmesserzylinder 12, Falzmesserzylinder 13 sowie
Falzklappenzylinder 14 derart zusammen, dass beim Abtrennen eines Exemplars vom Bedruckstoff
15 mithilfe eines Schneidmessers 16 des Schneidmesserzylinders 12 das abgetrennte
Exemplar am Blattanfang von einer Punktureinrichtung 18 gehalten und unter Drehung
des Falzmesserzylinders 13 weiterbewegt wird. Hierdurch wird das abgetrennte Exemplar
in eine für die Falzbildung definierte Relativposition zwischen Falzmesserzylinder
13 und Falzklappenzylinder 14 bewegt, wobei dann, wenn diese Relativposition erreicht
ist, ein Falzmesser 17 des Falzmesserzylinders 13 das Exemplar im Falzbereich zwischen
geöffnete Falzklappen 19 des Falzklappenzylinders 14 drückt, wohingegen die Punktureinrichtung
18 das Exemplar freigibt. Das so vom Falzklappenzylinder 14 gehaltene Exemplar wird
dann unter Drehung des Falzklappenzylinders 14 weiterbewegt und an einer geeigneten
Position vom Falzklappenzylinder 14 an das erfindungsgemäße Auslegermodul 10 übergeben.
[0011] Das Auslegermodul 10 verfügt gemäß Fig. 1 über ein Schaufelrad 20 mit mehreren Schaufeln,
wobei benachbarte Schaufeln des Schaufelrads 20 Schaufeltaschen begrenzen. Wie bereits
oben erwähnt, werden im Falzklappenzylinder 14 gehaltene Exemplare bzw. Produkte vom
Falzklappenzylinder 14 an das Auslegermodul 10 übergeben, wobei hierzu Förderbänder
21 zum Einsatz kommen, die an Umlenkwalzen 22 geführt sind. Die gefalzten Exemplare
bzw. Produkte werden demnach im Bereich der Förderbänder 21 von den Falzklappen 19
des Falzklappenzylinders 14 freigegeben, an die Förderbänder 21 übergeben und über
die Förderbänder 21 in Schaufeltaschen des Schaufelrads 20 eingeführt.
[0012] Neben dem Schaufelrad 20 umfasst das Auslegermodul 10 weiterhin ein Auslegerband
23, wobei das Schaufelrad 20 die gefalzten Exemplare bzw. Produkte auf dem Auslegerband
23 ablegt. An das Auslegerband 23 kann sich ein weiteres Transportband 24 anschließen.
Wie Fig. 1 entnommen werden kann, ist dem Schaufelrad 20 ein Einzelantrieb 25 zugeordnet,
mithilfe dessen das Schaufelrad 20 und gegebenenfalls das Auslegerband 23 angetrieben
wird. Dem Auslegerband 23 kann jedoch auch ein eigener Antrieb zugeordnet sein. Im
gezeigten Ausführungsbeispiel umfasst demnach das erfindungsgemäße Auslegermodul 10
das Schaufelrad 20, den dem Schaufelrad 20 zugeordneten Einzelantrieb 25 sowie das
Auslegerband 23.
[0013] im Sinne der hier vorliegenden Erfindung ist zumindest das Schaufelrad 20 in horizontaler
und/oder vertikaler Richtung relativ zum Falzapparat 11, nämlich zum Falzklappenzylinder
14 des Falzapparats 11, verstellbar ausgebildet. Bevorzugt ist das gesamte Auslegermodul
10 in horizontaler und/oder vertikaler Richtung relativ zum Falzklappenzylinder 14
verstellbar ausgebildet, wobei in diesem bevorzugten Fall das Schaufelrad 20 zusammen
mit dem Einzelantrieb 25 sowie dem Auslegerband 23 sowie nicht-dargestellten Ausstreifvorrichtungen
in horizontaler und/oder vertikaler Richtung verstellbar ist. Mit einem derart verstellbaren
Auslegermodul 10 ist es möglich, dasselbe optimal an sich verändernde Produkte, insbesondere
an sich verändernde Produktbreiten sowie sich verändernden Produktstärken bzw. Produktdicken,
anzupassen.
[0014] Das Auslegermodul 10 ist in horizontaler Richtung im Sinne des Doppelpfeils 26 der
Fig. 2 derart in horizontaler Richtung relativ zum Falzapparat 11 verstellbar, dass
gefalzte Produkte bzw. Exemplare unabhängig von deren Produktbreite immer mittig an
die Schaufeln des Schaufelrads 20 übergeben werden. Durch horizontales Verfahren des
gesamten Auslegermoduls 10 in Richtung des Doppelpfeils 26 kann demnach sichergestellt
werden, dass das gefalzte Produkt immer symmetrisch in den Schaufeln des Schaufelrads
20 sowie auf dem Auslegerband 23 geführt wird.
[0015] Zusätzlich ist im bevorzugten Ausführungsbeispiel das erfindungsgemäße Auslegermodul
10 im Sinne der in Fig. 1 gezeigten Doppelpfeile 27 und 28 in einer weiteren horizontalen
Richtung sowie in vertikaler Richtung verstellbar. Hierdurch wird sichergestellt,
dass die gefalzten Produkte unabhängig von deren Produktstärke bzw. Produktdicke positionsgenau
an die Schaufeln des Schaufelrad 20 übergeben werden. Durch die Verstellung des Auslegermoduls
10 im Sinne der Doppelpfeile 27 und 28 ist das Auslegermodul 10 derart verstellbar,
dass dasselbe parallel zur Einfallrichtung (Pfeil 30) des gefalzten Produkts in die
Schaufeltaschen des Schaufelrads 20 vorschoben werden kann, um so eine Änderung des
Einfallzeitpunkts sowie des Einfallwinkels des gefalzten Produkts in die Schaufeltaschen
des Schaufelrads 20 zu gewährleisten. Weiterhin kann hierdurch der Abstand des gefalzten
Produkts von einem Rücken der Schaufeln des Schaufelrads 20 beim Einschieben des Produkts
in eine Schaufeltasche eingestellt werden.
[0016] Das erfindungsgemäße Auslegermodul 10 zeichnet sich demnach durch eine Vielzahl von
Verstellmöglichkeiten zur Anpassung desselben an variierende Produktstärken sowie
Produktbereiten eines gefalzten Produkts aus. Das Auslegermodul 10 ist hierzu als
Einheit in horizontaler sowie vertikaler Richtung sowie parallel zu Einfallrichtung
eines gefalzten Produkts in das Schaufelrad 20 des Auslegermoduls 10 verfahrbar.
[0017] Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung ist das Auslegermodul 10 sowohl während
eines Maschinenlaufs als auch während des Maschinenstillstands verstellbar ausgebildet.
[0018] Das Auslegermodul 10 ist zur Gewährleistung einer einfachen Verstellbarkeit in einem
nicht-dargestellten Schienensystem in horizontaler und/vertikaler Richtung verstellbar
gelagert bzw. geführt, wobei die eigentliche Verstellung über elektromotorische oder
pneumatische oder hydraulische Stelleinrichtungen erfolgen kann. Die Verstellung des
Auslegermoduls 10 relativ zum Falzapparat 11 zur Anpassung des Auslegermoduls 10 an
variierende Produktstärken und/oder Produktbereiten kann entweder voll automatisiert
oder manuell durchgeführt werden. Auch ist es möglich, in einem Steuerungsrechner
für das Auslegermodul 10 verschiedene Positionen bzw. Stellungen des Auslegermoduls
10 relativ zum Falzapparat 11 in Abhängigkeit von vordefinierten Produktbereiten und/oder
Produktstärken zu hinterlegen, um in Abhängigkeit dieser Voreinstellungen eine vollautomatische
Verstellung des Auslegermoduls 10 vorzunehmen.
[0019] Wie in Fig. 1 und 2 angedeutet, ist das erfindungsgemäße Auslegermodul 10 des weiteren
um eine Drehachse 29 drehbar bzw. schwenkbar. Bei Verstellung des Auslegermoduls 10
in horizontaler Richtung im Sinne des Doppelpfeils 27 verändert sich auch die Position
der Drehachse 29. Zu Wartungsarbeiten kann das Auslegermodul 10 als Einheit vollständig
vom Falzapparat 11 entfernt und in eine entsprechende Wartungsposition verschoben
werden. Das Schwenken um die Drehachse 29 bewirkt ebenfalls eine Veränderung des Einfallzeitpunkts,
-winkels in Schwenkrichtung 31 und der-position. Zusätzlich ist auch ohne weiteres
denkbar, das Auslegermodul 10 zu Wartungszwecken seitlich um eine weitere Drehachse
32 herauszuschwenken.
[0020] Es ist auch möglich, das erfindungsgemäße Auslegermodul dadurch in seiner entsprechenden
Funktionslage zu halten, dass es pneumatisch oder hydraulisch oder federbelastet gegen
manuell oder automatisiert verstellbare Anschläge gedrückt wird. Die Stellung dieser
Anschläge wird wiederum in Abhängigkeit des Produkts, also in Abhängigkeit der Produktstärke
und/oder Produktbreite eines gefalzten Exemplars, beeinflusst.
Bezugszeichenliste
[0021]
- 10
- Auslegermodul
- 11
- Falzapparat
- 12
- Schneidmesserzylinder
- 13
- Falzmesserzylinder
- 14
- Falzklappenzylinder
- 15
- Bedruckstoff
- 16
- Schneidmesser
- 17
- Falzmesser
- 18
- Punktureinrichtung
- 19
- Falzklappen
- 20
- Schaufelrad
- 21
- Förderband
- 22
- Umlenkwalze
- 23
- Auslegerband
- 24
- Transportband
- 25
- Einzelantrieb
- 26
- Doppelpfeil
- 27
- Doppelpfeil
- 28
- Doppelpfeil
- 29
- Drehachse
- 30
- Pfeil
- 31
- Schwenkrichtung
- 32
- Drehachse
1. Auslegermodul für einen Falzapparat einer Druckmaschine, mit einem Schaufelrad (20),
wobei dem Schaufelrad (20) Produkte von einem Falzapparat zur nachfolgenden Ablage
auf einem Auslegerband (23) zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest das Schaufelrad (20) in horizontaler und/oder vertikaler Richtung relativ
zum Falzapparat verstellbar ausgebildet ist.
2. Auslegermodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Schaufelrad (20) ein Einzelantrieb (25) zugeordnet ist, der zusammen mit dem
Schaufelrad (20) in horizontaler und/oder vertikaler Richtung relativ zum Falzapparat
verstellbar ist.
3. Auslegermodul nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaufelrad (20) und das Auslegerband (23) in horizontaler und/oder vertikaler
Richtung relativ zum Falzapparat verstellbar ausgebildet sind.
4. Auslegermodul nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe in horizontaler Richtung relativ zum Falzapparat derart verstellbar ist,
dass die Produkte unabhängig von der Produktbreite immer mittig bzw. symmetrisch an
die Schaufeln des Schaufelrads (20) übergeben werden.
5. Auslegermodul nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe in vertikaler und gegebenenfalls horizontaler Richtung relativ zum Falzapparat
derart verstellbar ist, dass die Produkte unabhängig von der Produktstärke bzw. Produktdicke
positionsgenau an die Schaufeln des Schaufelrads (20) übergeben werden.
6. Auslegermodul nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe in horizontaler und/oder vertikaler Richtung relativ zum Falzapparat während
des Maschinenlaufs verstellbar ist.
7. Auslegermodul nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe in horizontaler und/oder vertikaler Richtung relativ zum Falzapparat während
des Maschinenstillstands verstellbar ist.
8. Auslegermodul nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe in einem Schienensystem in horizontaler und/oder vertikaler Richtung verstellbar
gelagert bzw. geführt ist.
9. Auslegermodul nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe weiterhin um mindestens eine Drehachse (29, 32) schwenkbar ausgebildet ist.
10. Auslegermodul nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse durch Verstellung des Auslegermoduls in horizontaler und/oder vertikaler
Richtung während des Maschinenlaufs veränderbar ist.