[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ersetzen von schadhaften Schwellen eines
Gleises durch neue Schwellen, wobei die zu ersetzende und von Schienen gelöste Schwelle
in Gleisquerrichtung aus dem Gleis gezogen und danach die neue Schwelle an derselben
Stelle in Schwellenlängsrichtung in das Gleis geschoben wird, sowie eine Maschine.
[0002] Es sind bereits zahlreiche Maschinen zum Schwellenwechseln bekannt, so beispielsweise
durch US 5 125 345. Um den Schwellenaustausch zu erleichtern, sind in Maschinenquerrichtung
verschiebbare, schaufelartige Räumwerkzeuge vorgesehen.
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt nun in der Schaffung eines Verfahrens
der gattungsgemäßen Art, mit dem auch eine größere Anzahl von schadhaften Schwellen
durch neue ersetzbar ist.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einem Verfahren der eingangs genannten Art
durch die im Kennzeichen von Anspruch 1 angeführten Merkmale gelöst.
[0005] Durch die Distanzierung der Schienen von den Schwellen besteht die Möglichkeit, die
schadhafte Schwelle vor dem Herausziehen geringfügig anzuheben, um damit das durch
verdichteten Schotter gebildete Schwellenauflager in möglichst unbeeinträchtigtem
Zustand auch für die Auflage der neuen Schwelle nützen zu können. Diese kann ebenfalls
infolge der angehobenen Schienen leichter in das alte Schwellenbett eingeführt werden.
Damit ist selbst bei einer größeren Gruppe von auszutauschenden Schwellen eine der
ursprünglichen Gleislage weitgehend ähnliche Lagequalität des Gleises gewährleistet.
[0006] Weitere Vorteile und Ausbildungen der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen
und der Zeichnung.
[0007] Im folgenden wird die Erfindung anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Maschine zum Austausch von schadhaften Schwellen in Seitenansicht, und
Fig. 2 einen vereinfachten Querschnitt durch ein Gleis.
[0008] Eine Maschine 1 weist einen - im Arbeitseinsatz - endseitig auf Schienenfahrwerken
2 abgestützten Maschinenrahmen 3 auf und ist durch einen Fahrantrieb 4 in einer Arbeitsrichtung
5 auf einem aus Schwellen 6 und Schienen 7 gebildeten Gleis 8 verfahrbar. Um eine
problemlose Anhebung der Schienen 7 in einem an die schadhafte Schwelle 6 angrenzenden
Gleisabschnitt 9 zu ermöglichen, ist das hintere Schienenfahrwerk 2 für den Arbeitseinsatz
- entgegen der Arbeitsrichtung 5 - relativ zum Maschinenrahmen 3 verschiebbar.
[0009] Etwa mittig zwischen den beiden endseitigen Schienenfahrwerken 2 sind zwei Schwellenwechselvorrichtungen
10 vorgesehen, die durch diverse Antriebe höhen- und querverstellbar sind und Zangen
11 zum Erfassen der Schwellen 6 aufweisen. Wenigstens eine Schwellenwechselvorrichtung
10 ist auch in Maschinenlängsrichtung verschiebbar. Zur Ablage der neuen Schwellen
6 auf die beiden Schienen 7 ist ein Vertikalförderer 12 vorgesehen, der die Schwellen
6 von einem Förderband 13 übernimmt. Zwischen dem vorderen Schienenfahrwerk 2 und
der vorderen Schwellenwechselvorrichtung 10 ist eine höhen- und querverstellbare,
endlos ausgebildete Flankenkette 14 mit dem Maschinenrahmen 3 verbunden. Alternativ
können zwei Schwellenwechselvorrichtungen 10 in Maschinenquerrichtung voneinander
distanziert angeordnet sein.
[0010] Die Flankenkette 14 weist eine Abwurföffnung 15 auf, der ein Förderband 16 mit einem
Abwurfende 17 zugeordnet ist. Dieses befindet sich über einem - zwischen dem hinteren
Schienenfahrwerk 2 und der hinteren Schwellenwechselvorrichtung 10 positionierten
- Schotterspeicher 18, der eine Abwurfeinrichtung 19 aufweist. Diese ist als um eine
vertikale Achse rotierbar am Schotterspeicher 18 befestigtes Abwurfförderband 20 mit
einem Abwurfende 21 ausgebildet.
[0011] Zwischen den beiden endseitigen Schienenfahrwerken 2 befinden sich im gesamten für
die Anhebung der Schienen 7 vorgesehenen Gleisabschnitt 9 wenigstens drei, vorzugsweise
fünf höhen- und querverstellbare Schienenhebevorrichtungen 22. Jeder Schwellenwechselvorrichtung
10 ist eine eigene Arbeitskabine 23 mit je einer Steuereinrichtung 24 zugeordnet.
[0012] Im folgenden wird das Verfahren und die Maschine 1 zum Austausch von schadhaften
Schwellen näher beschrieben.
[0013] Zu Beginn des Arbeitseinsatzes wird der Maschinenrahmen 3 über einer Gruppe von schadhaften
Schwellen 6 positioniert. Im Bereich dieser Schwellengruppe wird - unter Vorfahrt
der Maschine 1 in Arbeitsrichtung 5 - durch Absenken der Flankenkette 14 in einem
Schwellenvorkopfbereich 25 vorhandener Schotter 26 (s. Fig. 2) aufgenommen und über
das Förderband 16 in den Schotterspeicher 18 abgeworfen. Die bereits von den Schwellen
6 gelösten Schienen 7 werden durch die Schienenhebevorrichtungen 22 erfasst und derart
angehoben, dass im Bereich der auszutauschenden Schwellen 6 diese einige Zentimeter
von einem durch verdichteten Schotter 26 gebildeten Schwellenauflager 27 abgehoben
werden können.
[0014] Danach erfolgt eine Querverschiebung der durch die vordere Schwellenwechselvorrichtung
10 erfassten Schwelle 6 unterhalb der angehobenen Schienen 7 in Gleisquerrichtung
und Ablage auf der Bettungsflanke. Diese Querverschiebung kann durch eine permanente
Distanzierung der Schwelle 6 vom darunter befindlichen Schwellenauflager 27 ohne dessen
Zerstörung durchgeführt werden.
[0015] Sobald ein schwellenloses Schwellenauflager 27 im Bereich der hinteren Schwellenwechselvorrichtung
10 zu liegen kommt, wird durch diese eine auf den Schienen 7 zwischengelagerte neue
Schwelle 6 erfasst und seitlich in Gleisquerrichtung unterhalb der angehobenen Schienen
7 in das freie Schwellenauflager 27 hineingeschoben. Dabei wird die Schwelle 6 derart
positioniert, dass diese das Schwellenauflager 27 während des Einschiebevorganges
nicht berührt. Parallel dazu werden die neuen Schwellen 6 durch einen Portalkran 28
zum Förderband 13 transportiert.
[0016] Sobald durch entsprechende Vorfahrt der Maschine 1 das Abwurfende 21 des Abwurfförderbandes
20 über einer neuen Schwelle 6 zu liegen kommt, wird Schotter 26 vom Schotterspeicher
18 in den Schwellenvorkopfbereich 25 abgeworfen. Nach erfolgtem Austausch der Schwellengruppe
werden die Schienen 7 auf die Schwellen 6 abgelegt. Die Maschine 1 kann zu der nächstfolgenden
Gruppe von schadhaften Schwellen verfahren werden, um den beschriebenen Austauschvorgang
zu wiederholen.
1. Verfahren zum Ersetzen von schadhaften Schwellen (6) eines Gleises (8) durch neue
Schwellen (6), wobei die zu ersetzende und von Schienen (7) gelöste Schwelle (6) in
Gleisquerrichtung aus dem Gleis (8) gezogen und danach die neue Schwelle (6) an derselben
Stelle in Schwellenlängsrichtung in das Gleis (8) geschoben wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Schienen (7) in einem beidseitig an die zu ersetzende Schwelle (6) angrenzenden
Gleisabschnitt (9) von den darunter liegenden Schwellen (6) gelöst sowie von diesen
distanziert und nach dem Austausch der Schwelle (6) bzw. mehrerer Schwellen (6) wieder
auf die im Gleisabschnitt (9) befindlichen Schwellen (6) abgelegt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass - in einem Schwellenvorkopfbereich (25) der auszutauschenden Schwelle (6) befindlicher
- Schotter (26) entfernt und für eine unmittelbar an den Einschub der neuen Schwelle
(6) folgende Einschotterung derselben zwischengespeichert wird.
3. Maschine für einen Austausch von schadhaften Schwellen (6) eines Gleises (8), mit
einem auf Schienenfahrwerken (2) verfahrbaren Maschinenrahmen (3) und einer zum Erfassen
einer Schwelle (6) und deren Querverschiebung aus dem Gleis (8) ausgebildeten Schwellenwechselvorrichtung
(10), gekennzeichnet durch eine höhenverstellbare Flankenkette (14) zur Aufnahme von in einem Schwellenvorkopfbereich
(25) der schadhaften Schwelle (6) befindlichem Schotter (26) und einen eine Abwurfeinrichtung
(19) aufweisenden Schotterspeicher (18) zur Zwischenspeicherung des aufgenommenen
Schotters (26).
4. Maschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwellenwechselvorrichtung (10) zwischen der Flankenkette (14) und dem Schotterspeicher
(18) angeordnet ist.
5. Maschine nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens drei in Maschinenlängsrichtung voneinander distanzierte, je einen Antrieb
zur Höhenverstellung aufweisende Schienenhebevorrichtungen (22) vorgesehen sind.
6. Maschine nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schienenfahrwerk (2) des Maschinenrahmens (3) relativ zu diesem in Maschinenlängsrichtung
verschiebbar ausgebildet ist.