[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Pfosten nach dem Oberbegriff von Anspruch
1.
[0002] Für die Befestigung von flächigen Bauelementen, wie beispielsweise Lärmschutzwände,
werden herkömmlicherweise Pfosten eingesetzt, welche an der entsprechenden Stelle
fest im Boden eingesetzt sind, häufig in einem Fundament eingebettet sind. Die Pfosten
werden derart beabstandet voneinander in einer Reihe angeordnet, dass zwischen den
Pfosten flächige Schallschutzelemente eingebracht resp. eingesetzt werden können.
Diese Schallschutzelemente bestehen beispielsweise aus Holz, Beton oder Aluminium.
Häufig werden derartige Lärmschutzwände entlang von Fahrbahnen, wie beispielsweise
Hochleistungsstrassen oder Bahnlinien, zum Schutz von Anwohnern aufgestellt.
[0003] Einerseits sind in der Regel nur sehr beschränkte Platzverhältnisse für den Aufbau
vorhanden und erfordern häufig aufwändige bauliche Massnahmen, beispielsweise entlang
von Brücken oder Vorgärten von Bauten. Das Erstellen der Lärmschutzwand, insbesondere
das Einbringen der Pfosten, ist häufig mit grossen Immissionen verbunden. Aus diesem
Grunde sollen derartige Lärmschutzwände eine möglichst hohe Lebensdauer aufweisen
und keine Unterhaltsarbeiten erfordern.
[0004] Herkömmlicherweise werden als Pfosten häufig Stahlprofile eingesetzt, welche aus
gängigen Profilprogrammen stammen. Um eine genügende Korrosionsfestigkeit aufzuweisen,
werden derartige Metallprofile mit einem nachträglich an den Aufbau aufzutragendem
Rostschutz versehen. Hierfür wird zur Erreichung einer möglichst langen Schutzdauer
direkt anschliessend an die Fertigung eine Verzinkung der Pfosten vorgenommen und
anschliessend eine Mehrkomponenten Beschichtung aufgetragen. Der Nachteil besteht
nun darin, dass während dem Transport und der Montage diese Schutzschicht unbemerkt
beschädigt wird und damit die Lebendsauer wesentlich verkürzt wird. Insbesondere können
die Beschädigungen in der Regel unmittelbar nach dem Aufbau der Lärmschutzwand nur
sehr schwer oder gar nicht kontrolliert werden.
[0005] Selbst wenn eine derartige Beschädigung erkannt würde, besteht in der Regel auf der
Baustelle keine Möglichkeit, den Korrosionsschutz in ursprünglicher Qualität wieder
zu ergänzen oder aufzufrischen. Gerade in den mit dem Baugrund in Kontakt stehenden
Bereichen der Pfosten kann es zu Kontaktkorrosionseffekten kommen, welche bereits
in sehr kurzer Zeit zu massiven Beschädigungen führen können. Insbesondere beim Einsatz
in unmittelbarer Nähe zu Strassen und Bahnlinien sind die Pfosten stärker dem Einfluss
von Säuren und Flugrost ausgesetzt.
[0006] Ein weiterer Nachteil derartiger Profile besteht darin, dass sie ein sehr hohes Eigengewicht
aufweisen. Dies bedingt immer Maschinen für den Transport und den Einbau solcher Pfosten
am Aufstellungsort.
[0007] Gerade beim Einsatz neben Bahnlinien kann es aufgrund der elektrischen Leitfähigkeit
zu Sicherheitsproblemen führen, da beim Hantieren und der Montage der Pfosten die
Gefahr besteht, dass diese mit den Strom führenden Fahrleitungen in Kontakt gelangen.
Häufig bedingt dies, dass für die Handhabung solcher Pfosten am Einbauort die Fahrleitungen
abgeschaltet werden müssen, was die Bauzeit sehr einschränkt und verteuert.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, einen Pfosten für die Befestigung
von Lärmschutzwänden zu finden, welcher ein gutes Korrosionsverhalten aufweist und
dennoch eine genügende Festigkeit aufweist, um bestehende Bauelemente zu tragen. Eine
weitere Aufgabe ist darin zu sehen, dass der Pfosten möglichst geringes Gewicht aufweist,
keine oder nur eine geringe elektrische Leitfähigkeit aufweist sowie optisch einem
Breitflanschträger aus Stahl entspricht.
[0009] Diese Aufgaben werden erfindungsgemäss durch einen Pfosten mit den Merkmalen nach
Anspruch 1 gelöst. Weitere, bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aufgrund der
Merkmale der Ansprüche 2 bis 10.
[0010] Erfindungsgemäss weist der Pfosten für die Befestigung von flächigen Bauelementen,
dessen eines Ende im Boden in einem Fundament einsetzbar ist und das andere Ende frei
vom Boden absteht, sowie seitliche Nuten für die Aufnahme der Bauelemente aufweist,
einen im Wesentlichen H-förmigen Querschnitt mit zwei aussen liegenden Gurten und
einem die Gurten verbindenden Steg auf. Dabei weist der erste Gurt eine nach Aussen
konvexe Wölbung auf und der zweite Gurt im Wesentlichen einen rechteckigen Querschnitt
auf mit einer im Bereich des Steges nach Aussen weisenden Rippe, und der Pfosten besteht
aus faseverstärktem Kunststoff.
[0011] Vorzugsweise weist der Kunststoff einen Vinylesterharz als Matrix und Glasfasern
als Verstärkungsmaterial auf, vorzugsweise in Form von Fliesse, Matten und Rovings.
Dieses Material hält vorteilhaft den durch den Einbau in das Erdreich auftretenden
Belastungen, wie frischer und abgebundener Beton, Wasser und Luft, über sehr lange
Zeit stand.
[0012] Vorzugsweise ist das das Verstärkungsmaterial überdeckend angeordnet und die Matrix
mit Pigmenten versetzt. Damit wird erreicht, dass die Oberfläche keine Risse aufweist
und damit sehr gute Korrosionseigenschaften gewährleistet werden können. Durch den
Einsatz von beständigen Pigmenten kann das Erscheinungsbild des Pfostens demjenigen
von herkömmlichen Stahlpfosten nachempfunden werden. Damit eignet sich der erfindungsgemäss
Pfosten auch als Ersatz von bestehenden Pfosten, ohne dass damit das optische Erscheinungsbild
geändert wird.
[0013] Vorzugsweise weist die Rippe einen dreieckigen oder trapezförmigen Querschnitt mit
nach Aussen verjüngendem Querschnitt auf. Damit kann vorteilhaft ein den Anforderungen
genügendes Widerstandsmoment des Trägers erreicht werden, ohne dass die jeweils tragenden
Fasern des Profils bei Wechselbelastungen über einen Drittel des Tragwiderstandes
belastet werden. Damit wird vorteilhaft eine sehr hohe Ermüdungsfestigkeit gewährleistet.
[0014] Vorzugsweise entspricht die Höhe des Steges etwa der Breite des zweiten Gurtes, wobei
der erste Gurt vorzugsweise eine grössere Breite als der zweite Gurt aufweist. Damit
wird eine der Geometrie von herkömmlichen Stahlpfosten entsprechendes Profil geschaffen,
welches die Befestigung von Lärmschutzelementen in herkömmlicher Weise ermöglicht.
Weiter weist diese Geometrie den Vorteil auf, dass sie bei vorgegebener Höhe des Profils
mit geringster Querschnittsfläche auskommt und damit auch das Gesamtgewicht des Pfostens
tief hält. Damit sind der Transport und die Montage des Pfostens erheblich erleichtert.
[0015] Vorzugsweise gehen beide Flächen des Steges mit einem Radius in die Gurten über.
Damit wird eine optimale Kraftübertragung von den Gurten in den Steg erreicht und
eine Überlastung im Bereich der Oberfläche verhindert, was zu schädlichen Rissen führen
könnte.
[0016] Vorzugsweise ist der zweite Gurt wenigstens bereichsweise mit einem im Wesentlichen
T-förmigen Querschnitt aufweisenden Zusatzprofil verbunden. Zur Verstärkung des erfindungsgemässen
Pfostens bei grossen Pfostenhöhen wird vorteilhaft lediglich im unteren Bereich des
Pfostens die Querschnittsfläche durch Anbringen eines Zusatzprofils erhöht und damit
eine erhöhte Steifigkeit des Pfostens auch bei grossen Pfostenhöhen erreicht. Vorteilhaft
weist der Pfosten im Bereich der Befestigung der flächigen Bauelemente damit ein einheitliches
Profil auf, da die Verstärkung praktisch nur an der Rückseite des Pfostens erfolgt.
Auch die optische Wirkung des Pfostens von der Befestigungsseite bleibt damit gleich.
[0017] Vorzugsweise weist der Steg des Zusatzprofils eine Nut entsprechend dem Querschnitt
der Rippe des zweiten Gurtes auf und die Nutfläche ist mit der Rippenfläche verklebt.
[0018] Damit wird ein homogenes Profil im Bereich der Verstärkung geschaffen, welches eine
sehr hohe Lebensdauer und grosse Beständigkeit aufweist.
[0019] Vorzugsweise sind die Breite und die Querschnittsform des Gurtes des Zusatzprofils
gleich wie die Breite und Querschnittsform des zweiten Gurtes.
[0020] Vorzugsweise ist die Höhe des Steges des Zusatzprofils grösser als die Höhe des Steges
des Pfostens.
[0021] Ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird nachstehend anhand der Figuren
noch näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- den Querschnitt durch einen erfindungsgemässen Pfosten; und
- Fig. 2
- den Querschnitt durch eine alternative Ausführungsform eines erfindungsgemässen Pfostens.
[0022] In Figur 1 ist der Querschnitt eines erfindungsgemässen Pfostens dargestellt, mit
dem ersten Gurt 1, dem Steg 2 und den zweiten Gurt 3. Der erste Gurt 1 ist nach oben,
zur Aussenseite hin, konvex gewölbt ausgeführt. Der Steg 2 ist verhältnismässig schmal
in der Symmetrieachse des Profils angeordnet ausgeführt. Der zweite Gurt 3 weist einen
im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt auf. Damit wird eine im Wesentlichen H-förmige
Querschnittsform gebildet, mit jeweils zwei seitlichen Nuten 4 resp. 5 mit im Wesentlichen
rechteckigem Querschnitt.
[0023] In diese Nuten 4 resp. 5 können flächige Bauelemente, beispielsweise Lärmschutzwände,
eingebracht und fixiert werden. Diese Nuten 4 resp. 5 entsprechen in ihren Abmessungen
denjenigen von herkömmlichen Stahlpfosten, so dass herkömmliche flächige Bauelemente
eingesetzt werden können.
[0024] In der üblichen Einbauanordnung wird der erste Gurt 1 in Richtung der Sichtseite
beispielsweise einer Lärmschutzwand angeordnet. Durch seine konvexe Wölbung entspricht
er auch optisch einem herkömmlichen Stahlpfosten, so dass eine Lärmschutzwand mit
derselben optischen Wirkung aufgebaut werden kann wie mit herkömmlichen Stahlpfosten.
[0025] Durch das sehr schmale Profil in Kunststoffbauweise wird bei leichtem Gewicht ein
den Anforderungen genügende Festigkeit aufweisender Pfosten geschaffen. Dieser lässt
sich einerseits einfach transportieren und handhaben und andererseits durch das geringe
Gewicht auf einfach montieren. Durch die Eigenschaften des Materials, d.h. dem bevorzugten
Einsatz von Vinylesterharz als Matrix und Glasfasern in Form von Flies, Matten und
Rovings, wird auch eine enorm hohe Korrosionsbeständigkeit, beispielsweise in Bezug
auf Feuchtigkeit, Luft, Erdreich und Beton, erzielt. Dies führt zu einer sehr hohen
Lebensdauer derartiger Pfosten.
[0026] Weiter wird gerade für den Einsatz bei elektrifizierten Bahnlinien die Gefährdung
durch stromführende Leiter stark vermindert, da dieses Material resp. die Materialkombination
den elektrischen Strom nicht leitet.
[0027] Um eine genügendes Widerstandsmoment zu erreichen, wird vorzugsweise auf der nach
Aussen weisenden Fläche des zweiten Gurtes 3 eine Rippe 6 ausgebildet. Die Rippe 6
weist im Querschnitt vorteilhaft eine nach Aussen verjüngende Trapezform auf.
[0028] Beispielsweise beträgt die Breite des ersten Gurtes 1 eines derartigen Pfostens 180mm,
während die Breite des zweiten Gurtes 3 lediglich 160mm beträgt. Die Höhe des Steges
2 zwischen den inneren Flächen der beiden Gurte 1 und 3 beträgt dabei ebenfalls 160mm,
bei einer Wandstärke von lediglich 10mm. Die Wandstärke des zweiten Gurtes 3 beträgt
dabei 12mm, während der erste Gurt 1 am Rand eine Wandstärke von 9mm aufweist und
in der Mitte von 25mm. Die Rippe 6 weist an ihrem Fuss eine Breite von 30mm und an
ihrer Spitze von 15mm auf. Die für die Verstärkung der Matrix eingesetzten Matten
resp. Fliese werden vorzugsweise überdeckend angeordnet, womit die Bildung von Rissen
in der Oberfläche des Profils resp. des Pfostens verhindert werden. Dies trägt ebenfalls
zur guten Korrosionsbeständigkeit und Langlebigkeit des erfindungsgemässen Pfostens
bei.
[0029] Vorteilhaft werden dem Matrixwerkstoff beständige Pigmente beigemischt, um eine einheitliche
Färbung des Pfostens zu erreichen. Dabei kann die Färbung derart gewählt werden, dass
der Pfosten optisch praktisch nicht von den herkömmlichen Stahlpfosten zu unterscheiden
ist. Damit eignen sich die erfindungsgemässen Pfosten vorteilhaft auch für den Ersatz
resp. Austausch von herkömmlichen Stahlpfosten, ohne dass eine optische Beeinträchtigung
durch andere Farb- resp. Formgebung in Kauf genommen werden muss.
[0030] Figur 2 zeigt noch eine alternative Ausführungsform eines erfindungsgemässen Pfostens
mit einem am zweiten Gurt 3 angeordneten im Querschnitt T-förmigen Zusatzprofils 7
mit einem Steg 8 und einem Gurt 9. Der Steg 8 ist über eine Nut 8', welche im Querschnitt
der Rippe 6 entspricht, mit der Rippe 6 des Pfostens verbunden. Vorteilhaft wird der
Steg 8 mit der Rippe 6 verleimt. Das Zusatzprofil 7 wird vorzugsweise nur im unteren
Bereich eines Pfostens angeordnet, um die dort auftretenden hohen Kräfte aufzunehmen
und eine steife Konstruktion zu gewährleisten.
[0031] Vor der Sichtseite her, d.h. in der Figur 2 von oben her gesehen, weist das Profil
ein optisch identisches Aussehen aus wie das Basisprofil nach Figur 1.
1. Pfosten für die Befestigung von flächigen Bauelementen, dessen eines Ende im Boden
in einem Fundament einsetzbar ist und das andere Ende frei vom Boden absteht, sowie
seitliche Nuten (4, 5) für die Aufnahme der Bauelemente aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass er einen im Wesentlichen H-förmigen Querschnitt mit zwei aussen liegenden Gurten
(1;3) und einem die Gurten (1;3) verbindenden Steg (2) aufweist, wobei der erste Gurt
(1) eine nach Aussen konvexe Wölbung aufweist und der zweite Gurt (3) im Wesentlichen
einen rechteckigen Querschnitt aufweist mit einer im Bereich des Steges (2) nach Aussen
weisenden Rippe (6), und wobei der Pfosten aus faseverstärktem Kunststoff besteht.
2. Pfosten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff einen Vinylesterharz als Matrix und Glasfasern als Verstärkungsmaterial
aufweist, vorzugsweise in Form von Flies, Matten und Rovings.
3. Pfosten nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsmaterial überdeckend angeordnet ist und die Matrix mit Pigmenten
versetzt ist.
4. Pfosten nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rippe (6) einen dreieckigen oder trapezförmigen Querschnitt mit nach Aussen verjüngendem
Querschnitt aufweist.
5. Pfosten nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Steges (2) etwa der Breite des zweiten Gurtes (3) entspricht, wobei
der erste Gurt (1) vorzugsweise eine grössere Breite als der zweite Gurt (3) aufweist.
6. Pfosten nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass beide Flächen des Steges (2) mit einem Radius in die Gurten (1;3) übergehen.
7. Pfosten nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Gurt (3) wenigstens bereichsweise mit einem einen im Wesentlichen T-förmigen
Querschnitt aufweisenden Zusatzprofil (7) verbunden ist.
8. Pfosten nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (8) des Zusatzprofils (7) eine Nut entsprechend dem Querschnitt der Rippe
des zweiten Gurtes aufweist und die Nutfläche mit der Rippenfläche verklebt ist.
9. Pfosten nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite und die Querschnittsform des Gurtes (7) des Zusatzprofils gleich sind
wie die Breite und Querschnittsform des zweiten Gurtes (3).
10. Pfosten nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Steges (7) des Zusatzprofils grösser ist als die Höhe des Steges (5)
des Pfostens.