[0001] Die Erfindung betrifft einen Dachwassereinlauf mit einer Wassersammelmulde, die einen
in einer Ebene eines Daches angeordneten Rand und einen im Abstand zu diesem Rand
angeordneten Boden mit einer Öffnung aufweist und diese Öffnung zu einem unten am
Boden angebrachten Ablauf führt und mit einem Ventil zur Regulierung der Ablaufleistung.
[0002] Dachwassereinläufe sind seit langem bekannt und werden insbesondere zur Entwässerung
von Flachdächern und gefällschwachen Dächern verwendet. Beispielsweise offenbart die
WO 95/15423 des Anmelders einen solchen Dachwassereinlauf. Dieser besitzt eine Wassersammelmulde
und über dieser zwei Platten. Diese wirken als Umlenkplatten, sodass sich in der Ablaufleitung
ein so genannte geschlossene Strömung bilden kann. Eine solche geschlossene Strömung
hat den Vorteil, dass infolge einer Saugwirkung eine hohe Leistung erreicht werden
kann. Der Durchmesser der Ablaufleitung kann dadurch kleiner sein, als ohne eine solche
geschlossene Strömung.
[0003] Durch die EP 1 203 851 ist ein Dachwassereinlauf bekannt geworden, bei dem im Abstand
zur Wassersammelmulde in einer Fallleitung ein Ablaufventil angeordnet ist. Dieses
Ablaufventil wird mit einem Füllstandssensor geregelt, der in der Wassersammelmulde
angeordnet ist. Das Ablaufventil ist so geregelt, dass die Ablaufleitung wenigstens
teilweise immer mit Wasser gefüllt ist. Dadurch ist es möglich, die Ablaufgeräusche
zu vermindern. Zudem lässt sich die mechanische Belastung bei hoher Leistung infolge
von dynamischen Schwankungen verringern. Dieser Dachwassereinlauf ist in der Herstellung
jedoch vergleichsweise aufwändig.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Dachwassereinlauf der genannten Art
zu schaffen, der wesentlich kostengünstiger herstellbar ist. Der Dachwassereinlauf
soll sich ebenfalls durch geringe Ablaufgeräusche und eine geringe mechanische Belastung
auszeichnen.
[0005] Die Aufgabe ist bei einem gattungsgemässen Dachwassereinlauf dadurch gelöst, dass
das Ventil an der genannten Öffnung der Wassersammelmulde angeordnet und selbstregulierend
ist. Durch die Anordnung des Ventils in der Wassersammelmulde kann ein regulierter
Ablauf auch ohne einen Füllstandssensor erreicht werden. Das Ventil öffnet im Wesentlichen
proportional zum Anfall des Regenwassers, so dass ein Ansaugen von Luft und damit
die Bildung von Turbulenzen im Ablaufrohr weitgehend vermieden werden kann.
[0006] Der Dachwassereinlauf kann besonders kostengünstig hergestellt werden, wenn das Ventil
als Schwimmerventil ausgebildet ist.
[0007] Vorzugsweise ist der Dachwassereinlauf so ausgebildet, dass sich das Ventil nach
dem Erreichen einer vorbestimmten Wasserhöhe in der Wassersammelmulde selbsttätig
öffnet. Nach dem Öffnen öffnet das Ventil vorzugsweise kontinuierlich entsprechend
dem Wasseranfall. Mit ansteigender Wasserhöhe wird die Ablauföffnung entsprechend
grösser und dadurch kann eine optimale Vollfüllung erreicht werden. Das Ventil ist
so eingestellt, dass beispielsweise ab einer Leistung von 4 1/Sek. eine Vollfüllung
gewährleistet ist. Bei einer kleineren Leistung erfolgt der Ablauf gravimetrisch,
wobei auch hier kaum Luft angesaugt wird, da das Ventil entsprechend wenig geöffnet
ist.
[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist das Ventil einen Schwimmer auf, der
eine Umlenkplatte bildet. Der Schwimmer ist nicht fest, sondern ihre Höhe über der
Ablauföffnung ändert sich entsprechend dem Wasserstand.
[0009] Die Erfindung betrifft zudem ein Verfahren zum Betrieb eines Dachwassereinlaufes
der genannten Art. Bei diesem wird das Ventil so eingestellt, dass vor einer vorbestimmten
Ablaufleistung von beispielsweise 4 1/Sek. ein gravimetrischer Ablauf und über dieser
Leistung ein Ablauf mit Vollfüllung erfolgt.
[0010] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0011] Es zeigen:
- Figur 1
- schematisch einen Teilschnitt durch ein Dach mit zwei erfindungsgemässen Dachwassereinläufen
und
- Figur 2
- schematisch ein Schnitt durch einen erfindungsgemässen Dachwassereinlauf.
[0012] Der Dachwassereinlauf 1 besitzt eine Wassersammelmulde 2, die an einem Dach 3 montiert
ist. Die Wassersammelmulde 2 besitzt einen oberen Rand 5, der sich im Wesentlichen
in einer Ebene 4 des Dachs 3 befindet. Im Abstand zu diesem Rand 5 weist die Wassersammelmulde
2 eine Öffnung 9 auf, welche in eine Ablaufleitung 7 führt. Auf dem Dach 3 angesammeltes
Wasser gelangt über den Rand 5 in die Wassersammelmulde 2 und schliesslich durch die
Öffnung 9 in die Ablaufleitung 7.
[0013] In der Regel sind auf dem Dach 3 mehrere solche Dachwassereinläufe 1 angeordnet,
die gemäss Figur 1 mit einer im Wesentlichen horizontalen Rohrleitung 19 miteinander
verbunden sind. Diese Rohrleitung 19 ist an der Unterseite des Dachs 3 mit Trägern
23 fixiert und führt in ein Fallrohr 20. Grundsätzlich können auch mehrere solche
Rohrleitungen 19 und Fallrohre 20 vorgesehen sein.
[0014] Über der Wassersammelmulde 2 ist ein an sich üblicher abnehmbarer Laubfangkorb 18
angeordnet. Dieser ist für Wasser 22, jedoch nicht für grössere feste Teile, wie beispielsweise
Laub, durchgängig. Ein solcher Laubfangkorb 18 ist jedoch nicht zwingend.
[0015] In der Wassermulde 2 ist ein Ventil V angeordnet, das ein Gehäuse 11 aufweist, das
einen nach oben ragenden Führungsteil 24 besitzt. Das untere Ende des Gehäuses ist
als Flansch 12 ausgebildet, der über der Öffnung angeordnet und fest mit der Wassersammelmulde
2 verbunden ist. Der Flansch 12 besitzt wenigstens einen mittigen Durchgang 14, der
mit Öffnungen 15 eines Führungsteils 24 verbunden ist. Am Führungsteil 24 ist ein
Schwimmer 8 höhenverschieblich gelagert, der plattenförmig ausgebildet ist und mit
einem rohrförmigen Schieber 10 am Führungsteil 24 gelagert ist. Der Schwimmer 8 ist
beispielsweise hohl ausgebildet, aus einem geschäumten oder sonst wie leichten Werkstoff
ausgebildet. Steigt das Wasser in der Wassersammelmulde 2 über die in Figur 2 gezeigte
Anstauhöhe 16, so wird der Schwimmer 8 und mit diesem der Schieber 10 angehoben. Unterhalb
dieser Anstauhöhe 16 bleibt das angestaute Wasser in der Wassersammelmulde 2 stehen.
In der untersten Stellung liegt eine untere Kante 25 des Schiebers 10 auf dem Flansch
12 auf. Die Öffnungen 15 sind hierbei vom Schieber 10 abgedeckt.
[0016] Nachfolgend wird die Funktionsweise des Dachwassereinlaufs 1 näher erläutert.
[0017] Sammelt sich auf dem Dach 3 gemäss Figur 2 Wasser 22, so fliesst dieses über den
Rand 5 in die Wassersammelmulde 2 und staut sich bis zur Anstauhöhe 16 an. Mit zunehmendem
Wasseranfall steigt das Niveau des Wassers in der Wassersammelmulde 2 und hebt mit
dem Schwimmer 8 den Schieber 10 an. Danach gelangt Wasser durch die teilweise freigegebenen
Öffnungen 15 in den Durchgang 14 und schliesslich in die Ablaufleitung 7. Das in die
Wassersammelmulde 2 einströmende Wasser wird durch den Schwimmer 8 in bekannter Weise
und wie in Figur 2 gezeigt umgelenkt. Der Schwimmer 8 befindet sich wenigstens in
der untersten Stellung wenigstens bereichsweise unterhalb des Randes 5 und bildet
mit diesem einen umlaufenden vergleichsweise schmalen Rand R, durch den Wasser 22
abfliessen kann. Bereits in den tiefen Stellungen wird dadurch ein Ansaugen von Luft
vermieden. Dadurch kann sich in der Rohrleitung 19 und im Fallrohr 20 eine geräuscharme
Strömung bilden. Steigt das Wasserniveau 21 weiter an, so wird entsprechend der Schieber
10 weiter angehoben und damit die Öffnungen 15 zunehmend geöffnet. Der Durchgang durch
die Öffnungen 15 wird entsprechend grösser. Dieser Vorgang erfolgt kontinuierlich
bis schliesslich die untere Kante 25 des Schiebers 10 die Öffnungen 15 ganz freigibt
und die Ablaufleistung somit maximal wird. Über den Öffnungen 15 befindet sich im
Führungsteil 24 ein Luftraum 17, der oben mit einer Wandung 13 geschlossen ist, so
dass von oben keine Luft angesaugt werden kann.
[0018] Sinkt das Wasserniveau 21 bei geöffnetem Ventil V, so fällt entsprechend kontinuierlich
der Schieber 10 bis schliesslich die Öffnungen 15 geschlossen sind. Die Ablauföffnung
wird somit entsprechend kontinuierlich verkleinert.
[0019] Durch die Selbstregulierung des Abflusses verringern sich von Anfang an die Ablaufgeräusche,
die durch Schwingungen und durch mitgenommene Luft verursacht werden. Durch die Dämpfung
der Schwingungen wird auch die mechanische Belastung im Rohrleitungssystem vermindert.
Das Ventil V kann als Schwimmerventil mechanisch sehr einfach und trotzdem funktionssicher
ausgebildet werden. Ein Füllstandssensor oder ähnliche Messmittel sind nicht erforderlich.
Bezugszeichenliste
[0020]
- 1
- Dachwassereinlauf
- 2
- Wassersammelmulde
- 3
- Dach
- 4
- Ebene
- 5
- Rand
- 6
- Boden
- 7
- Ablaufleitung
- 8
- Schwimmer
- 9
- Öffnung
- 10
- Schieber
- 11
- Gehäuse
- 12
- Flansch
- 13
- Wandung
- 14
- Durchgang
- 15
- Öffnungen
- 16 i
- Anstauhöhe
- 17
- Luftkammer
- 18
- Laubfangkorb
- 19
- Rohrleitung
- 20
- Fallrohr
- 21
- Wasserniveau
- 22
- Wasser
- 23
- Träger
- 24
- Führungsteil
- 25
- Kante
- R
- Rand
- V
- Ventil
1. Dachwassereinlauf mit einer Wassersammelmulde (2), die einen im Wesentlichen in einer
Ebene (4) eines Dachs (3) angeordneten Rand (5) und einen im Abstand zu diesem Rand
(5) angeordneten Boden (6) mit einer Öffnung (9) aufweist und diese Öffnung (9) zu
einer unten am Boden (6) angebrachten Ablaufleitung (7) führt und mit einem Ventil
(V) zur Regulierung der Ablaufleistung, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) an der genannten Öffnung (9) der Wassersammelmulde (2) angeordnet
und selbstregulierend ausgebildet ist.
2. Dachwassereinlauf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) ein Schimmerventil ist.
3. Dachwassereinlauf nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) nach dem Erreichen einer vorbestimmten Wasserhöhe (16) in der Wassersammelmulde
(2) selbsttätig öffnet.
4. Dachwassereinlauf nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) kontinuierlich öffnet.
5. Dachwassereinlauf nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) einen Schieber (10) aufweist, der an einem Führungsteil (24) höhenverschieblich
gelagert ist.
6. Dachwassereinlauf nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schieber (10) mit einem Schwimmer (8) verbunden ist.
7. Dachwassereinlauf nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungsteil (24) wenigstens einen Durchgang (14, 15) aufweist, durch den nach
dem Erreichen einer vorbestimmten Stauhöhe (16) Wasser bei angehobenem Schieber (10)
abfliessen kann.
8. Dachwassereinlauf nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) einen plattenförmigen höhenverstellbaren Teil (8) aufweist, der wenigstens
in einer unteren Stellung wenigstens bereichsweise in die Wassersammelmulde (2) hineinragt.
9. Verfahren zum Betrieb eines Dachwassereinlaufs nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) nach dem Erreichen einer vorbestimmten Füllung der Wassersammelmulde
(2) durch einströmendes Wasser (22) kontinuierlich öffnet.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) bis zum Erreichen einer maximalen Öffnung geöffnet wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) bei sinkendem Wasserniveau (21) kontinuierlich schliesst.