(19)
(11) EP 1 607 542 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.12.2005  Patentblatt  2005/51

(21) Anmeldenummer: 04405363.5

(22) Anmeldetag:  15.06.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E04D 13/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL HR LT LV MK

(71) Anmelder: GEBERIT TECHNIK AG
8645 Jona (CH)

(72) Erfinder:
  • Eikelmann, Raphael
    8632 Tann-Dürnten (CH)

(74) Vertreter: Groner, Manfred et al
Isler & Pedrazzini AG, Patentanwälte, Postfach 6940
8023 Zürich
8023 Zürich (CH)

   


(54) Dachwassereinlauf mit einer Wassersammelmulde und Verfahren zum Betrieb eines solchen Dachwassereinlaufs


(57) Der Dachwassereinlauf besitzt eine Wassermulde (2), die einen in einer Ebene des Dachs (3) angeordneten Rand (5) und einen im Abstand zu diesem Rand (5) angeordneten Boden (6) mit einer Öffnung (9) aufweist. Diese Öffnung (9) führt zu einer am Boden (6) angebrachten Ablaufleitung (7), welche mit einem Ventil (V) die Ablaufleitung (7) reguliert. Das Ventil (V) ist an der genannten Öffnung (9) der Wassersammelmulde (2) angeordnet und selbstregulierend ausgebildet. Das Ventil (V) ist vorzugsweise als Schwimmventil ausgebildet. Der Dachwassereinlauf zeichnet sich durch geringere Ablaufgeräusche und mechanische Belastung bei gleichzeitig einfachem Aufbau aus.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Dachwassereinlauf mit einer Wassersammelmulde, die einen in einer Ebene eines Daches angeordneten Rand und einen im Abstand zu diesem Rand angeordneten Boden mit einer Öffnung aufweist und diese Öffnung zu einem unten am Boden angebrachten Ablauf führt und mit einem Ventil zur Regulierung der Ablaufleistung.

[0002] Dachwassereinläufe sind seit langem bekannt und werden insbesondere zur Entwässerung von Flachdächern und gefällschwachen Dächern verwendet. Beispielsweise offenbart die WO 95/15423 des Anmelders einen solchen Dachwassereinlauf. Dieser besitzt eine Wassersammelmulde und über dieser zwei Platten. Diese wirken als Umlenkplatten, sodass sich in der Ablaufleitung ein so genannte geschlossene Strömung bilden kann. Eine solche geschlossene Strömung hat den Vorteil, dass infolge einer Saugwirkung eine hohe Leistung erreicht werden kann. Der Durchmesser der Ablaufleitung kann dadurch kleiner sein, als ohne eine solche geschlossene Strömung.

[0003] Durch die EP 1 203 851 ist ein Dachwassereinlauf bekannt geworden, bei dem im Abstand zur Wassersammelmulde in einer Fallleitung ein Ablaufventil angeordnet ist. Dieses Ablaufventil wird mit einem Füllstandssensor geregelt, der in der Wassersammelmulde angeordnet ist. Das Ablaufventil ist so geregelt, dass die Ablaufleitung wenigstens teilweise immer mit Wasser gefüllt ist. Dadurch ist es möglich, die Ablaufgeräusche zu vermindern. Zudem lässt sich die mechanische Belastung bei hoher Leistung infolge von dynamischen Schwankungen verringern. Dieser Dachwassereinlauf ist in der Herstellung jedoch vergleichsweise aufwändig.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Dachwassereinlauf der genannten Art zu schaffen, der wesentlich kostengünstiger herstellbar ist. Der Dachwassereinlauf soll sich ebenfalls durch geringe Ablaufgeräusche und eine geringe mechanische Belastung auszeichnen.

[0005] Die Aufgabe ist bei einem gattungsgemässen Dachwassereinlauf dadurch gelöst, dass das Ventil an der genannten Öffnung der Wassersammelmulde angeordnet und selbstregulierend ist. Durch die Anordnung des Ventils in der Wassersammelmulde kann ein regulierter Ablauf auch ohne einen Füllstandssensor erreicht werden. Das Ventil öffnet im Wesentlichen proportional zum Anfall des Regenwassers, so dass ein Ansaugen von Luft und damit die Bildung von Turbulenzen im Ablaufrohr weitgehend vermieden werden kann.

[0006] Der Dachwassereinlauf kann besonders kostengünstig hergestellt werden, wenn das Ventil als Schwimmerventil ausgebildet ist.

[0007] Vorzugsweise ist der Dachwassereinlauf so ausgebildet, dass sich das Ventil nach dem Erreichen einer vorbestimmten Wasserhöhe in der Wassersammelmulde selbsttätig öffnet. Nach dem Öffnen öffnet das Ventil vorzugsweise kontinuierlich entsprechend dem Wasseranfall. Mit ansteigender Wasserhöhe wird die Ablauföffnung entsprechend grösser und dadurch kann eine optimale Vollfüllung erreicht werden. Das Ventil ist so eingestellt, dass beispielsweise ab einer Leistung von 4 1/Sek. eine Vollfüllung gewährleistet ist. Bei einer kleineren Leistung erfolgt der Ablauf gravimetrisch, wobei auch hier kaum Luft angesaugt wird, da das Ventil entsprechend wenig geöffnet ist.

[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist das Ventil einen Schwimmer auf, der eine Umlenkplatte bildet. Der Schwimmer ist nicht fest, sondern ihre Höhe über der Ablauföffnung ändert sich entsprechend dem Wasserstand.

[0009] Die Erfindung betrifft zudem ein Verfahren zum Betrieb eines Dachwassereinlaufes der genannten Art. Bei diesem wird das Ventil so eingestellt, dass vor einer vorbestimmten Ablaufleistung von beispielsweise 4 1/Sek. ein gravimetrischer Ablauf und über dieser Leistung ein Ablauf mit Vollfüllung erfolgt.

[0010] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.

[0011] Es zeigen:
Figur 1
schematisch einen Teilschnitt durch ein Dach mit zwei erfindungsgemässen Dachwassereinläufen und
Figur 2
schematisch ein Schnitt durch einen erfindungsgemässen Dachwassereinlauf.


[0012] Der Dachwassereinlauf 1 besitzt eine Wassersammelmulde 2, die an einem Dach 3 montiert ist. Die Wassersammelmulde 2 besitzt einen oberen Rand 5, der sich im Wesentlichen in einer Ebene 4 des Dachs 3 befindet. Im Abstand zu diesem Rand 5 weist die Wassersammelmulde 2 eine Öffnung 9 auf, welche in eine Ablaufleitung 7 führt. Auf dem Dach 3 angesammeltes Wasser gelangt über den Rand 5 in die Wassersammelmulde 2 und schliesslich durch die Öffnung 9 in die Ablaufleitung 7.

[0013] In der Regel sind auf dem Dach 3 mehrere solche Dachwassereinläufe 1 angeordnet, die gemäss Figur 1 mit einer im Wesentlichen horizontalen Rohrleitung 19 miteinander verbunden sind. Diese Rohrleitung 19 ist an der Unterseite des Dachs 3 mit Trägern 23 fixiert und führt in ein Fallrohr 20. Grundsätzlich können auch mehrere solche Rohrleitungen 19 und Fallrohre 20 vorgesehen sein.

[0014] Über der Wassersammelmulde 2 ist ein an sich üblicher abnehmbarer Laubfangkorb 18 angeordnet. Dieser ist für Wasser 22, jedoch nicht für grössere feste Teile, wie beispielsweise Laub, durchgängig. Ein solcher Laubfangkorb 18 ist jedoch nicht zwingend.

[0015] In der Wassermulde 2 ist ein Ventil V angeordnet, das ein Gehäuse 11 aufweist, das einen nach oben ragenden Führungsteil 24 besitzt. Das untere Ende des Gehäuses ist als Flansch 12 ausgebildet, der über der Öffnung angeordnet und fest mit der Wassersammelmulde 2 verbunden ist. Der Flansch 12 besitzt wenigstens einen mittigen Durchgang 14, der mit Öffnungen 15 eines Führungsteils 24 verbunden ist. Am Führungsteil 24 ist ein Schwimmer 8 höhenverschieblich gelagert, der plattenförmig ausgebildet ist und mit einem rohrförmigen Schieber 10 am Führungsteil 24 gelagert ist. Der Schwimmer 8 ist beispielsweise hohl ausgebildet, aus einem geschäumten oder sonst wie leichten Werkstoff ausgebildet. Steigt das Wasser in der Wassersammelmulde 2 über die in Figur 2 gezeigte Anstauhöhe 16, so wird der Schwimmer 8 und mit diesem der Schieber 10 angehoben. Unterhalb dieser Anstauhöhe 16 bleibt das angestaute Wasser in der Wassersammelmulde 2 stehen. In der untersten Stellung liegt eine untere Kante 25 des Schiebers 10 auf dem Flansch 12 auf. Die Öffnungen 15 sind hierbei vom Schieber 10 abgedeckt.

[0016] Nachfolgend wird die Funktionsweise des Dachwassereinlaufs 1 näher erläutert.

[0017] Sammelt sich auf dem Dach 3 gemäss Figur 2 Wasser 22, so fliesst dieses über den Rand 5 in die Wassersammelmulde 2 und staut sich bis zur Anstauhöhe 16 an. Mit zunehmendem Wasseranfall steigt das Niveau des Wassers in der Wassersammelmulde 2 und hebt mit dem Schwimmer 8 den Schieber 10 an. Danach gelangt Wasser durch die teilweise freigegebenen Öffnungen 15 in den Durchgang 14 und schliesslich in die Ablaufleitung 7. Das in die Wassersammelmulde 2 einströmende Wasser wird durch den Schwimmer 8 in bekannter Weise und wie in Figur 2 gezeigt umgelenkt. Der Schwimmer 8 befindet sich wenigstens in der untersten Stellung wenigstens bereichsweise unterhalb des Randes 5 und bildet mit diesem einen umlaufenden vergleichsweise schmalen Rand R, durch den Wasser 22 abfliessen kann. Bereits in den tiefen Stellungen wird dadurch ein Ansaugen von Luft vermieden. Dadurch kann sich in der Rohrleitung 19 und im Fallrohr 20 eine geräuscharme Strömung bilden. Steigt das Wasserniveau 21 weiter an, so wird entsprechend der Schieber 10 weiter angehoben und damit die Öffnungen 15 zunehmend geöffnet. Der Durchgang durch die Öffnungen 15 wird entsprechend grösser. Dieser Vorgang erfolgt kontinuierlich bis schliesslich die untere Kante 25 des Schiebers 10 die Öffnungen 15 ganz freigibt und die Ablaufleistung somit maximal wird. Über den Öffnungen 15 befindet sich im Führungsteil 24 ein Luftraum 17, der oben mit einer Wandung 13 geschlossen ist, so dass von oben keine Luft angesaugt werden kann.

[0018] Sinkt das Wasserniveau 21 bei geöffnetem Ventil V, so fällt entsprechend kontinuierlich der Schieber 10 bis schliesslich die Öffnungen 15 geschlossen sind. Die Ablauföffnung wird somit entsprechend kontinuierlich verkleinert.

[0019] Durch die Selbstregulierung des Abflusses verringern sich von Anfang an die Ablaufgeräusche, die durch Schwingungen und durch mitgenommene Luft verursacht werden. Durch die Dämpfung der Schwingungen wird auch die mechanische Belastung im Rohrleitungssystem vermindert. Das Ventil V kann als Schwimmerventil mechanisch sehr einfach und trotzdem funktionssicher ausgebildet werden. Ein Füllstandssensor oder ähnliche Messmittel sind nicht erforderlich.

Bezugszeichenliste



[0020] 
1
Dachwassereinlauf
2
Wassersammelmulde
3
Dach
4
Ebene
5
Rand
6
Boden
7
Ablaufleitung
8
Schwimmer
9
Öffnung
10
Schieber
11
Gehäuse
12
Flansch
13
Wandung
14
Durchgang
15
Öffnungen
16 i
Anstauhöhe
17
Luftkammer
18
Laubfangkorb
19
Rohrleitung
20
Fallrohr
21
Wasserniveau
22
Wasser
23
Träger
24
Führungsteil
25
Kante
R
Rand
V
Ventil



Ansprüche

1. Dachwassereinlauf mit einer Wassersammelmulde (2), die einen im Wesentlichen in einer Ebene (4) eines Dachs (3) angeordneten Rand (5) und einen im Abstand zu diesem Rand (5) angeordneten Boden (6) mit einer Öffnung (9) aufweist und diese Öffnung (9) zu einer unten am Boden (6) angebrachten Ablaufleitung (7) führt und mit einem Ventil (V) zur Regulierung der Ablaufleistung, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) an der genannten Öffnung (9) der Wassersammelmulde (2) angeordnet und selbstregulierend ausgebildet ist.
 
2. Dachwassereinlauf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) ein Schimmerventil ist.
 
3. Dachwassereinlauf nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) nach dem Erreichen einer vorbestimmten Wasserhöhe (16) in der Wassersammelmulde (2) selbsttätig öffnet.
 
4. Dachwassereinlauf nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) kontinuierlich öffnet.
 
5. Dachwassereinlauf nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) einen Schieber (10) aufweist, der an einem Führungsteil (24) höhenverschieblich gelagert ist.
 
6. Dachwassereinlauf nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schieber (10) mit einem Schwimmer (8) verbunden ist.
 
7. Dachwassereinlauf nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungsteil (24) wenigstens einen Durchgang (14, 15) aufweist, durch den nach dem Erreichen einer vorbestimmten Stauhöhe (16) Wasser bei angehobenem Schieber (10) abfliessen kann.
 
8. Dachwassereinlauf nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) einen plattenförmigen höhenverstellbaren Teil (8) aufweist, der wenigstens in einer unteren Stellung wenigstens bereichsweise in die Wassersammelmulde (2) hineinragt.
 
9. Verfahren zum Betrieb eines Dachwassereinlaufs nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) nach dem Erreichen einer vorbestimmten Füllung der Wassersammelmulde (2) durch einströmendes Wasser (22) kontinuierlich öffnet.
 
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) bis zum Erreichen einer maximalen Öffnung geöffnet wird.
 
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (V) bei sinkendem Wasserniveau (21) kontinuierlich schliesst.
 




Zeichnung







Recherchenbericht