Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Brennkraftmaschine mit einer hydraulischen Vorrichtung
zur Drehwinkelverstellung einer Nockenwelle gegenüber einer Kurbelwelle, umfassend:
einen Rotor mit daran angeordneten Flügeln, der drehfest mit der Nockenwelle verbunden
ist und einen Stator, der drehfest mit einem von der Kurbelwelle angetriebenen Antriebsrad
verbunden ist, wobei beidseits der Flügel Druckkammern vorgesehen sind, die über ein
Hydrauliksystem mit Hydraulikflüssigkeit druckbeaufschlagbar oder -entleerbar sind.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist gattungsbildend aus der DE 199 63 094 A1 vorbekannt.
Diese als so genannte Flügelzellenverstelleinrichtung ausgebildete Vorrichtung besteht
im Wesentlichen aus einem mit einer Kurbelwelle der Brennkraftmaschine in Antriebsverbindung
stehenden Stator, der drehfest mit einem Antriebsrad verbunden ist, und aus einem
drehfest mit einer Nockenwelle der Brennkraftmaschine verbundenen Rotor. Der Stator
weist dabei einen durch eine hohlzylindrische Umfangswand und zwei Seitenwände gebildeten
Hohlraum auf, in dem durch Begrenzungswände hydraulische Arbeitsräume gebildet werden.
Der Rotor weist am Umfang seiner Radnabe sich radial in jeweils einen Arbeitsraum
des Antriebsrades erstreckende Flügel auf, welche die Arbeitsräume in jeweils zwei
gegeneinander wirkende hydraulische Druckkammern unterteilen. Die Druckkammern jedes
Arbeitsraumes sind gegeneinander abgedichtet und bewirken bei wahlweiser und gleichzeitiger
Druckbeaufschlagung mit Hydraulikflüssigkeit aus einem Hydraulikflüssigkeitskreislauf,
in der Regel mit Motoröl, eine Schwenkbewegung oder eine Fixierung des Rotors gegenüber
dem Stator und damit der Nockenwelle gegenüber der Kurbelwelle.
[0003] Viele der neueren Vorrichtungen zur Drehwinkelverstellung sind im Antriebssystem
der Nockenwelle, im so genannten Steuertrieb, integriert. Dabei werden mechanische
Schwingungen übertragen, die während des Motorbetriebs im Kurbeltrieb, im Steuertrieb
oder im Ventiltrieb entstehen. Steht das Antriebsrad mit der Kurbelwelle beispielsweise
durch einen Riemen oder eine Kette in Wirkverbindung, wandelt die Vorrichtung zudem
eine translatorische Bewegung in eine rotatorische Bewegung um. Bei dieser Umwandlung
werden zusätzlich mechanische Schwingungen erzeugt.
[0004] Da die Kraftübertragung bei Vorrichtungen zur Drehwinkelverstellung mit Flügelzellenprinzip
durch hydraulisch eingespannte Flügel erfolgt, ist der Hydraulikflüssigkeitskreislauf
der Brennkraftmaschine in die Kraftübertragung für den Antrieb der Nockenwelle eingebunden.
Aufgrund von Lufteinschluss in der Hydraulikflüssigkeit und interner bzw. externer
Ölleckage ist lediglich eine begrenzte Verdrehsteifigkeit zwischen der Antriebs- und
der Abtriebsseite an der Vorrichtung möglich. Dadurch können die erwähnten mechanischen
Schwingungen auf den Hydraulikflüssigkeitskreislauf der Brennkraftmaschine übertragen
werden. Bei ungünstiger Anordnung der Vorrichtung im Steuertrieb können als Folge
hohe Drücke bzw. Druckspitzen entstehen, die über 200 bar liegen.
[0005] Insbesondere wenn mehrere Vorrichtungen zur Drehwinkelverstellung beispielsweise
durch einen Kettentrieb miteinander in Verbindung stehen und gegenphasig verstellt
werden, kann die Kette durchhängen. Verstellen die Vorrichtungen dann erneut gegenphasig,
aber in die entgegen gesetzte Richtung, kommt es zu plötzlichen hohen Kettenspannungen,
die über die Statoren in die Druckkammern auf die Hydraulikflüssigkeit eingeleitet
werden und dort die Druckspitzen hervorrufen. Sie sind desto höher, je größer die
Drehwinkeldifferenz der Vorrichtungen sind. Auch bei ungünstiger Phasenlage der Nockenwellen
zueinander, beispielsweise durch zunehmende Überlappung der Ventilkurven, kann es
zu plötzlichen Kettenspannungen kommen: Befindet sich zum Beispiel der Einlassnocken
im Bereich der Auflaufflanke und der Auslassnocken im Bereich der Ablaufflanke, entstehen
Kräfte, deren Richtung entgegen gesetzt ist, die dann wieder die Druckspitzen hervorrufen
können.
[0006] Diese Druckspitzen sind sowohl für die Vorrichtung als auch für die Brennkraftmaschine
schädlich. Zum einen reduzieren sie die Haltbarkeit der Komponenten, welche direkten
Kontakt mit dem Hydraulikflüssigkeitskreislauf haben, zum anderen beeinflussen sie
die Funktion von hydraulisch gesteuerten Systemen in diesem Hydraulikflüssigkeitskreislauf,
wie beispielsweise einen hydraulischen Kettenspanner, in negativer Weise.
[0007] In der DE 198 37 693 A1 ist zur Lösung dieses Problems vorgeschlagen, den Hydraulikflüssigkeitsanschlüssen
der Druckkammern jeweils ein in Richtung Hydraulikpumpe sperrendes Rückschlagventil
vorzuschalten. Dadurch können aber lediglich Druckspitzen eliminiert werden, die aufgrund
von Nockenwellenwechselmomenten resultieren und nicht hochfrequent sind. Außerdem
bedarf es zusätzlichen Montageaufwands, weitere Bauteile in den Hydraulikflüssigkeitskreislauf
zu integrieren.
Aufgabe der Erfindung
[0008] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, in einem Hydraulikflüssigkeitskreislauf
mit einer Vorrichtung zur Drehwinkelverstellung versehenen Brennkraftmaschine Druckschwankungen
weitest möglich zu reduzieren und damit insbesondere Druckspitzen zu eliminieren.
Zusammenfassung der Erfindung
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe nach den Merkmalen des kennzeichnenden Teils des
Anspruchs 1 gelöst. Demnach ist in dem Hydraulikflüssigkeitskreislauf zwischen der
Vorrichtung zur Drehwinkelverstellung und dem zugehörigen Hydraulikventil ein Volumenspeicher
angeordnet. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass sein Volumen variabel ist und allein
durch den Druck im Hydraulikflüssigkeitskreislauf bestimmt wird. Erhöht sich dann
schlagartig der Druck im Hydraulikflüssigkeitskreislauf, erfolgt eine Erhöhung des
der Hydraulikflüssigkeit zur Verfügung stehenden Volumens durch den Volumenspeicher.
Diese Volumenfreigabe wirkt der Druckänderung entgegen. Im umgekehrten Fall verringert
der Volumenspeicher das für die Hydraulikflüssigkeit im Hydraulikflüssigkeitskreislauf
zur Verfügung stehende Volumen. Ist die Trägheit des Volumenspeichers gering, kann
er auch einem durch eine Druckspitze erzeugten Pulsieren als Schwingkreisdämpfer entgegen
wirken.
[0010] Der Volumenspeicher ist beispielsweise als druckfedergesteuerter Kolbenspeicher ausgebildet.
Er besteht in diesem Fall aus einem Kolben, welcher in einem Sackloch positioniert
ist, und einem axial wirkenden Federelement. Es wäre aber auch ein rotativ wirkendes
Federelement denkbar. Der Kolben ist dabei aus einem Kolbenboden, welcher mit Hydraulikflüssigkeit
beaufschlagbar ist, und aus einem Kolbenhemd aufgebaut. Die Funktion des Kolbenhemds
ist es,
1. den Kolben im Sackloch axial zu führen,
2. das Federelement aufzunehmen und
3. dessen axialen Weg zu begrenzen, indem es am Boden des Sacklochs aufsetzt.
[0011] Das Federelement, beispielsweise als Schraubenfeder ausgebildet, befindet sich im
Kolben und steht der offenen Seite des Kolbens gegenüber. Durch Auswahl eines Federelements
mit einer durch das System bestimmten Federkonstanten lässt sich ein geeigneter Öffnungsdruck
festlegen, bei dem der Kolben die Möglichkeit bekommt, sich axial in Richtung Boden
des Sacklochs zu verschieben und somit das Volumen des Hydraulikflüssigkeitssystems
zu vergrößern.
[0012] Um die Leckage hinter dem Kolben zu begrenzen, kann die Sacklochbohrung als eine
Spielpassung ausgeführt sein. Die Leckage, welche sich trotz der Passung hinter dem
Kolben befindet, wird über eine Entlüftungsbohrung abgeführt, damit der Weg des Kolbens
nicht frühzeitig begrenzt wird. Anstatt eine Entlüftungsbohrung vorzusehen, kann der
Raum hinter dem Kolben auch mittels einer Dichtung abgedichtet werden.
[0013] Bei einem Druckabfall im Hydraulikflüssigkeitssystem versucht das Federelement unter
dem Öffnungsdruck des Kolbenspeichers den Kolben in Richtung Hydraulikflüssigkeitssystem
zu drücken und kann unter Umständen eine Hydraulikflüssigkeitsleitung verschließen.
Um diesen unerwünschten Effekt zu verhindern und um die Feder entsprechend dem Öffnungsdruck
vorzuspannen, wird ein nach vorn wirkender Wegbegrenzer in das Hydraulikflüssigkeitssystem
eingebracht. Dies kann ein zusätzliches Bauelement sein, das beispielsweise in der
Hydraulikflüssigkeitsleitung oder im Volumenspeicher angeordnet ist, kann aber auch
durch eine geeignete Gestaltung des Kolbenbodens erfolgen. Die Vorspannung ist dabei
so gewählt, dass in jedem Fall ein Volumenstrom im Hydraulikflüssigkeitssystem möglich
ist, auch wenn kein Druck im System vorliegt.
[0014] Besonders vorteilhaft ist eine Anordnung des Volumenspeichers in der Vorrichtung
zur Drehwinkelverstellung selbst, weil dort die Druckspitzen in die Hydraulikflüssigkeit
eingeleitet werden. Damit werden sie erstens möglichst schnell ausgeglichen. Zweitens
werden möglichst wenige Bauteile, die durch das Hydraulikflüssigkeitssystem versorgt
werden, in Mitleidenschaft gezogen. Drittens spart eine integrierte Lösung Platz und
vermindert den Montageaufwand.
[0015] Um gleichzeitig die Bauteileanzahl zu reduzieren, wird erfindungsgemäß weiterhin
vorgeschlagen, eine Verriegelungseinheit der Vorrichtung, welche bei ungenügendem
Druck im Hydraulikflüssigkeitssystem die Vorrichtung in einer festen Stellung fixiert,
gleichzeitig als Volumenspeicher zu nutzen. Da Verriegelungseinheiten in allen modernen
Vorrichtungen zur Drehwinkelverstellung vorhanden sind, können Arbeitsschritte zur
Herstellung eingespart werden bzw. wegfallen.
[0016] Ist in der Vorrichtung allerdings nicht genügend Bauraum vorhanden, können weitere
Volumenspeicher in den Hydraulikflüssigkeitsleitungen, welche zu den Druckkammern
führen, angeordnet werden.
[0017] Der Volumenspeicher kann auch als ein Blasen- oder als ein Membranspeicher realisiert
werden. Beide Speicherarten dienen ebenso wie der Kolbenspeicher dazu, das Volumen
für die Hydraulikflüssigkeit im Hydraulikflüssigkeitssystem zu vergrößern, um somit
Druckschwankungen abzubauen. Als den Blasen-oder Membranspeicher abstützendes Element
kann jedes beliebige Element, das federt, verwendet werden. Die wesentlichen Vorteile
dieser Lösungen gegenüber dem Kolbenfederspeicher liegen in ihrer schnelleren Ansprechbarkeit.
Dafür lässt sich mit einem Kolbenfederspeicher ein größeres Volumen zwischenspeichern.
[0018] Die Membran eines Membranspeichers besitzt eine geringe Trägheit gegenüber einer
Kolbenfederspeicherlösung. Damit sind erheblich höhere Schwingfrequenzen möglich.
Durch ihr frequenzkomplementäres Verhalten gegenüber dem Kolbenfederspeicher eignet
sich besonders eine Kombination dieser beiden Lösungen: Die meist hochfrequenten Schwingungen
weisen eine geringe Amplitude auf und können damit gut durch eine Membran absorbiert
werden. Die niederfrequenteren Schwingungen weisen eine größere Amplitude auf, was
ein größeres Ausgleichsvolumen erfordert, das mit einem Kolbenfederspeicher besser
realisiert werden kann. Durch die geringere Frequenz ist ein im Vergleich zur Membran
trägeres Ansprechverhalten hier nicht von Nachteil.
[0019] Auch ein Blasenspeicher reagiert sehr schnell auf Druckänderungen. Sein Wirkungsgrad
erreicht fast 100%, und er arbeitet praktisch reibungslos und trägheitsfrei.
[0020] Durch die erfindungsgemäß ausgebildeten Volumenspeicher werden also dynamische Druckänderungen
im Hydraulikflüssigkeitssystem aufgefangen und außerdem ein eventuelles Pulsieren
des Volumenstroms verringert. Damit wird eine Verbesserung der Zuverlässigkeit der
Vorrichtung zur Drehwinkelverstellung und anderen hydraulischen Systemen in der Brennkraftmaschine
erreicht. Außerdem wird die Dauerhaltbarkeit von Dichtungen und anderen Bauteilen
erhöht.
[0021] Des Weiteren kann durch Wahl einer geeigneten Vorspannung ein Reservevolumen im Hydraulikflüssigkeitskreislauf
geschaffen werden, das kurzfristig einen erhöhten Hydraulikflüssigkeitsbedarf, der
beispielsweise durch Leistungsspitzen hervorgerufen wird, decken kann. Es ergibt sich
damit eine schnellere Ansprechbarkeit, und es sind höhere Anlaufbeschleunigungen möglich,
da zusätzlich zu dem Hydraulikflüssigkeitsvolumen der Pumpe der Vorrichtung das Volumen
des Volumenspeichers zur Verfügung steht.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0022] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von fünf Ausführungsbeispielen näher erläutert.
In den dazugehörigen Zeichnungen zeigen dabei:
- Figur 1 a
- einen Längsschnitt einer hydraulisch wirkenden Vorrichtung zur Drehwinkelverstellung,
- Figur 1b
- einen Querschnitt der Vorrichtung aus Figur 1 längs der Achse Ib-Ib,
- Figur 2
- einen Querschnitt eines Volumenspeichers in Kolbenform,
- Figur 3a
- eine perspektivische Darstellung eines Flügels einer Vorrichtung zur Drehwinkelverstellung
mit einem integrierten Kolbenfederspeicher,
- Figur 3b
- einen Querschnitt des Flügels aus Figur 3a,
- Figur 4
- einen Längsschnitt eines Volumenspeichers mit elastischen Wänden.
Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen
[0023] Aus den Figuren 1 a und 1b geht eine Vorrichtung 1 zur Drehwinkelverstellung zwischen
einer nicht dargestellten Kurbelwelle und einer ebenfalls nicht dargestellten Nockenwelle
hervor. Diese Vorrichtung 1 ist als Rotationskolbenverstelleinrichtung am antriebsseitigen
Ende der im nicht dargestellten Zylinderkopf der Brennkraftmaschine gelagerten Nockenwelle
befestigt und im Prinzip als hydraulischer Stellantrieb ausgebildet, der in Abhängigkeit
von verschiedenen Betriebsparametern der Brennkraftmaschine durch ein Hydraulikventil
2 über Hydraulikflüssigkeitsleitungen 19 eines Hydraulikflüssigkeitssystems 32 gesteuert
wird.
[0024] Des Weiteren geht hervor, dass die Vorrichtung 1 im Wesentlichen aus einem mit der
Kurbelwelle über ein Antriebsrad 3 in Antriebsverbindung stehenden Stator 4 und einem
drehfest mit der Nockenwelle verbundenen Rotor 5 besteht, wobei der Rotor 5 im Antriebsrad
3 schwenkbar gelagert ist und mit diesem in Kraftübertragungsverbindung steht. Das
Antriebsrad 3 weist dabei einen durch eine hohlzylindrische Umfangswand 6 und zwei
Seitenwände 7, 7' gebildeten Hohlraum auf, in dem durch zur Längsmittelachse der Vorrichtung
1 gerichtete radiale Bezugswände 8, 8' gleichmäßig umfangsverteilte hydraulische Arbeitsräume
9 gebildet werden. Der Rotor 5 weist dementsprechend am Umfang seiner Radnabe 10 gleichmäßig
umfangsverteilte und sich jeweils in einen Arbeitsraum 9 des Antriebsrads 3 erstreckende
Flügel 11 auf, welche die Arbeitsräume 9 in jeweils eine A-Druckkammer 12 und eine
B-Druckkammer 13 unterteilen, die bei wahlweiser oder gleichzeitiger Druckbeaufschlagung
mit einer Hydraulikflüssigkeit eine Schwenkbewegung oder Fixierung des Rotors 5 gegenüber
dem Stator 4 und damit eine Drehwinkelverstellung oder eine hydraulische Einspannung
der Nockenwelle gegenüber der Kurbelwelle bewirken.
[0025] Ebenfalls ist ein Verriegelungselement 14 ersichtlich, das zur Vermeidung eines aus
den Wechselmomenten der Nockenwelle resultierenden Anschlagklapperns des Rotors 5
beim Start der Brennkraftmaschine dient. Das Verriegelungselement 14 ist bei Unterschreitung
eines zur Verstellung erforderlichen Hydraulikflüssigkeitsdrucks in einer bevorzugten
Basisposition innerhalb seines Verstellbereichs mit dem Stator 4 mechanisch gekoppelt.
Es ist als hülsenartiger Zylinderstift ausgebildet und in einer durchgehenden Axialbohrung
15 in der Radnabe 10 des Rotors angeordnet. Ein Verriegelungsfederelement 16, welches
sich einerseits an der Rückseite des Verriegelungselements 14 und andererseits an
einem ebenfalls in die Axialbohrung 15 eingesetzten Gegenhalter abstützt, ist in der
Lage, innerhalb einer Aufnahme 18 in der nockenwellenabgewandten Seitenwand 6 des
Stators 4 das Verriegelungselement 14 zu verschieben. Die A-Druckkammern 12 und B-Druckkammern
13 sind durch Hydraulikflüssigkeitsleitungen 19 mit dem Hydraulikventil 2 verbunden.
In den Hydraulikflüssigkeitsleitungen 19 ist ein Volumenspeicher 20 angeordnet.
[0026] Figur 2 zeigt einen Querschnitt eines als Kolbenspeicher 34 ausgebildeten Volumenspeichers
20. Er grenzt als Sackloch 21 ausgebildet unmittelbar an die Hydraulikflüssigkeitsleitung
19 an. In dem Sackloch 21 ist ein Kolben 22 mit einem Kolbenhemd 23 angeordnet, wobei
das Kolbenhemd 23 den Kolben 22 im Sackloch 21 axial führt, ein Federelement 24 aufnimmt
und durch seine Form den axialen Federweg begrenzt, indem es bei großer Auslenkung
des Federelements 24 am Boden des Sacklochs 21 aufsetzt. Eine Veränderung des Drucks
in der Hydraulikflüssigkeitsleitung 19 bewirkt daher eine Auslenkung des Federelements
24, was eine Änderung des für die Hydraulikflüssigkeit zur Verfügung stehenden Volumens
zur Folge hat. Die Volumenänderung wirkt dabei der Druckänderung entgegen. Die Auswahl
eines geeigneten Federelements 24 oder die Anordnung eines Wegbegrenzers 33 stellen
dabei sicher, dass die Hydraulikflüssigkeitsleitung 19 nie ganz verschlossen wird.
Um die Ölleckage aus der Hydraulikflüssigkeitsleitung 19 hinter den Kolben 22 zu begrenzen,
ist das Sackloch 21 als eine Spielpassung ausgeführt. Die Ölleckage, die sich trotz
der Passung hinter dem Kolben befindet, wird beispielsweise über eine Entlüftungsbohrung
25 abgeführt. Damit wird der Weg des Kolbens 22 nicht frühzeitig begrenzt.
[0027] Der Volumenspeicher 20 kann als separate Einheit ausgebildet sein, oder er ist in
das Verriegelungselement 14 integriert. In diesem Fall entspricht die Axialbohrung
15 dem Sackloch 21 und der Kolben 22 dem Verriegelungselement 14.
[0028] Die Figuren 3a und 3b zeigen einen im Flügel 11 integrierten Volumenspeicher 20.
Der Flügel 11 ist zweiteilig ausgebildet und weist eine Durchgangsöffnung 29 auf,
wobei innerhalb des Flügels 11 in radialer Richtung mindestens ein Hohlraum 27 ausgebildet
ist, in den zwei als Scheiben ausgeführte Kolben 22 derart eingesetzt sind, das die
Kolben 22 die Durchgangsöffnung 29 zu beiden Seiten hin verschließen. Die Kolben 22
werden untereinander durch Tellerfedern 30 und auf der anderen, äußeren Seite durch
den jeweiligen Randbereich 31 der Flügel 11 abgestützt. Anstatt von Tellerfedern 30
kann auch ein anderes, elastisches Element verwendet werden. Bei einem Druckanstieg
in einer der beiden Kammern 12, 13 in der Vorrichtung 1 wird der Kolben 22 verschoben
und bewirkt somit eine Volumenänderung der Kammer. Die dabei verdrängte Luft im Hohlraum
27 wird durch eine Entlüftungsbohrung 25, die mit dem Hohlraum 27 verbunden ist, ebenso
wie eine potentielle Hydraulikflüssigkeitsleckage abgeführt.
[0029] Figur 4 zeigt einen Volumenspeicher 20, der durch eine als elastisches Rohr 26 ausgebildeter
Membranspeicher realisiert ist. In dieser Ausbildung ist in die Hydraulikflüssigkeitsleitungen
19 ein Hohlraum 27 eingebracht, in den die elastischen Rohre 26 angeordnet sind. Diese
bestehen aus Kunststoff oder Metall. In dieser Ausbildung übernimmt das elastische
Rohr 26 gleichzeitig die Funktion des Kolbens 22 und des Federelements 24 der Kolbenspeicherausführung.
Bei Druckerhöhung in der Hydraulikflüssigkeitsleitung können Luft und eine eventuelle
Ölleckage durch Entlüftungsbohrungen 25 aus dem Hohlraum 27 entweichen. Die Federsteife
des Systems wird durch die Auslegung des elastischen Rohrs 26 festgelegt. Zweckmäßigerweise
wird die Membran eingeklebt oder eingeklemmt.
[0030] Anstatt in Form eines elastischen Rohrs 26, das federt, kann die Membran 28 auch
als Blase geformt sein und die Funktion als arbeitendes Bauteil eines in die Hydraulikflüssigkeitsleitung
19 angeordneten Blasenspeichers übernehmen. Die gasbefüllte Blase ist örtlich fixiert,
und ihre Ausdehnung richtet sich nach dem den sie umgebenden Druck.
Bezugszahlenliste
[0031]
- 1
- Vorrichtung zur Drehwinkelverstellung
- 2
- Hydraulikventil
- 3
- Antriebsrad
- 4
- Stator
- 5
- Rotor
- 6
- Hohlzylindrische Umfangswand
- 7,7'
- Seitenwand
- 8,8'
- Radiale Begrenzungswand
- 9
- Hydraulischer Arbeitsraum
- 10
- Radnabe
- 11
- Flügel
- 12
- A-Druckkammer
- 13
- B-Druckkammer
- 14
- Verriegelungselement
- 15
- Durchgehende Axialbohrung
- 16
- Verriegelungsfederelement
- 17
- (nicht besetzt)
- 18
- Aufnahme
- 19
- Hydraulikflüssigkeitsleitung
- 20
- Volumenspeicher
- 21
- Sackloch
- 22
- Kolben
- 23
- Kolbenhemd
- 24
- Federelement
- 25
- Entlüftungsbohrung
- 26
- elastisches Rohr
- 27
- Hohlraum
- 28
- Membran
- 29
- Durchgangsöffnung
- 30
- Tellerfeder
- 31
- Randbereich der Flügel
- 32
- Hydraulikflüssigkeitssystem
- 33
- Wegbegrenzer
- 34
- Kolbenspeicher
1. Brennkraftmaschine mit einer hydraulischen Vorrichtung (1) zur Drehwinkelverstellung
einer Nockenwelle gegenüber einer Kurbelwelle, umfassend:
einen Rotor (5) mit daran angeordneten Flügeln (11), der drehfest mit der Nockenwelle
verbunden ist, einen Stator (4), der drehfest mit einem von der Kurbelwelle angetriebenen
Antriebsrad (3) verbunden ist, wobei beiderseits der Flügel (11) A-Druckkammern (12)
und B-Druckkammern (13) vorgesehen sind, die über ein Hydraulikflüssigkeitssystem
(32) mit mindestens einem Hydraulikventil (2) durch Hydraulikflüssigkeitsleitungen
(19) mit Hydraulikflüssigkeit druckbeaufschlagbar oder -entleerbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Vorrichtung (1) und dem Hydraulikventil (2) ein Volumenspeicher (20)
angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenspeicher (20) in der Vorrichtung (1) zur Drehwinkelverstellung angeordnet
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenspeicher (20) als Membranspeicher ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenspeicher (20) als Blasenspeicher ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenspeicher (20) als druckfedergesteuerter Kolbenspeicher (34) ausgebildet
ist, der aus mindestens einem Kolben (22) und einem Federelement (24) besteht.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (24) vorgespannt ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass auf der vom Hydraulikflüssigkeitssystem (32) abgewandten Seite des Kolbens (22) eine
Entlüftungsbohrung (25) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein den Weg des Federelements (27) in Richtung Hydraulikflüssigkeitssystem (32) begrenzender
Wegbegrenzer (33) im Volumenspeicher (20) oder im Hydraulikflüssigkeitssystem (32)
angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenspeicher (20) im Flügel (11) angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenspeicher (20) durch Tellerfedern (34) zum Randbereich (31) der Flügel
(11) abgestützt ist.
11. Brennkraftmaschine mit einer hydraulischen Vorrichtung (1) zur Drehwinkelverstellung
einer Nockenwelle gegenüber einer Kurbelwelle, umfassend:
einen Rotor (5) mit daran angeordneten Flügeln (11), der drehfest mit der Nockenwelle
verbunden ist, einen Stator (4), der drehfest mit einem von der Kurbelwelle angetriebenen
Antriebsrad (3) verbunden ist, ein Verriegelungselement (14), das den Rotor (5) gegenüber
dem Stator (4) fixieren kann, wobei beiderseits der Flügel (11) A-Druckkammern (12)
und B-Druckkammern (13) vorgesehen sind, die über ein Hydraulikflüssigkeitssystem
(32) mit mindestens einem Hydraulikventil (2) durch Hydraulikflüssigkeitsleitungen
(19) mit Hydraulikflüssigkeit druckbeaufschlagbar oder -entleerbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein Volumenspeicher (20) in das Verriegelungselement (14) integriert ist.