(19)
(11) EP 1 607 992 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.12.2005  Patentblatt  2005/51

(21) Anmeldenummer: 05009423.4

(22) Anmeldetag:  29.04.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7H01H 21/22
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR LV MK YU

(30) Priorität: 16.06.2004 DE 102004029172

(71) Anmelder: Dr.Ing. h.c.F. Porsche Aktiengesellschaft
70435 Stuttgart (DE)

(72) Erfinder:
  • Lau, Christian
    71287 Weissach (DE)
  • Baum, Klaus-Dieter
    70199 Stuttgart (DE)

   


(54) Elektrisches Bedienteil


(57) Die Erfindung betrifft ein Elektrisches Bedienteil mit einer Schaltmatte und darin angeordneten Schaltmattendomen (11), die durch eine senkrechte Krafteinwirkung betätigbar sind. Das Bedienteil weist zumindest eine Zugwippe (13), welche in ihrer Längserstreckung parallel zur Fläche der Schaltmatte angeordnet ist, auf. Bei Betätigung der Zugwippe wird ein dem Betätigungsarm (15) gegenüberliegender Schaltarm (16) der Zugwippe (13) einen zwischen dem Schaltarm und dem Schaltmattendom angeordneten Stößel (12) zur Betätigung des Schaltmattendoms (11) in Richtung Schaltmattendom (11) bewegen.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung geht aus von einem elektrischen Bedienteil, wie es beispielsweise bereits aus der DE 44 15 665 A1 bekannt ist.

[0002] Diese DE 44 15 665 A1 beschreibt ein Bedienteil für ein elektrisches Gerät mit einer Frontblende, in der Schalttasten angeordnet sind, die um ein erstes Schwenklager verschwenkbar sind und mit hinter der Frontblende befindlichen Tastenteilen, bei deren Eindrücken hinter der Frontblende angeordnete Schaltpunkte bedient werden. Des weiteren ist zwischen einer Schalttaste und dem Schaltpunkt ein Wandlerhebel vorgesehen, welcher eine Mittlerfunktion ausübt, indem er einen eventuell zu steilen Anstellwinkel der Schalttaste in einen sehr niedrigen Anstellwinkel an der Schaltmatte umwandelt.

[0003] Bei dem erfindungsgemäßen Bedienteil ergibt sich durch die Anordnung von Schaltmatten in Kombination mit Zugwippen die Möglichkeit, das Bedienteil mit einfachen technologischen Mitteln herzustellen, wodurch niedrige Werkzeugkosten anfallen und eine einfache und platzsparende Montage möglich ist. Eine Schaltmatte ist bekanntermaßen so aufgebaut, dass in der flächigen Matte elektrische Kontakte, die auch als Schaltmattendome bezeichnet werden, vorgesehen sind, wobei die Bedienung der Schaltmattendome durch einen Druck auf diese Schaltmattendome erfolgt, so dass der elektrische Kontakt geschlossen und die gewünschte Funktion ein- und/oder ausgeschaltet wird. Die Realisierung der Betätigungen der Schaltmattendome durch Zugwippen ermöglicht es einen senkrecht wirkenden Druck auf die Schaltmattendome auszuüben, wodurch eine punktgenaue Betätigung gewährleistet ist. Des Weiteren hat diese Anordnung den Vorteil, dass nur wenig bewegte Teile und keine zusätzlichen Umlenkmechanismen, wie im Stand der Technik beschrieben, notwendig sind. Damit sind die Haptik, die Lebensdauer und die schnellere und prozesssichere Herstellung wesentlich verbessert. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Anordnung liegt darin, dass zwei gleiche Zugwippen in einem engen Abstand gegenüber angeordnet werden können.

[0004] Das erfindungsgemäße Bedienteil ist in der Zeichnung dargestellt und im Folgenden näher erläutert.

[0005] Es zeigen
Fig. 1
eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Bedienteils und
Fig. 2
eine Draufsicht auf das erfindungsgemäße Bedienteil.


[0006] Fig. 1 zeigt das erfindungsgemäße Bedienteil in Seitenansicht, wobei hier das Zusammenwirken einer Schaltmatte mit zumindest einer zugehörigen Zugwippe 13 erläutert wird. Die Schaltmatte ist im Beispiel mit dem Bezugszeichen 10 versehen. Diese Schaltmatten 10 sind im Stand der Technik hinlänglich bekannt und sollen hier nicht im Einzelnen erläutert werden. Wesentlich jedoch ist, dass diese Schaltmatten Schaltmattendome 11 aufweisen, die die Funktion eines elektrischen Schalters haben.

[0007] In der Figur 1 sind zwei Zugwippen angeordnet, was durch die Bezugszeichen für eine erste Zugwippe 13.1 und für eine zweite Zugwippe 13.2 verdeutlicht ist. Die Anordnung der Zugwippe in ihrer Wirkbeziehung zur Schaltmatte ist unabhängig davon, ob ein oder zwei Zugwippen vorgesehen sind. Jedoch hat sich bei der im Weiteren noch zu erläuternden konstruktiven Gestaltung der Zugwippen der Vorteil ergeben, dass zwei Zugwippen sehr platzsparend zueinander und zur Schaltmatte angeordnet werden können. Im Weiteren wird die Beschreibung der Funktion der Zugwippe der Einfachheit halber jeweils nur auf eine Zugwippe bezogen.

[0008] Die Zugwippen 13 ist in ihrer Längserstreckung parallel zur Schaltmatte 10 angeordnet und so gestaltet, dass ihre Drehachse 14 seitlich verlagert ist. Die Drehachse 14 teilt die Zugwippe in einen Betätigungsarm 15 und einen Schaltarm 16, wobei der Betätigungsarm 15 aufgrund der außermittigen Drehachse 14 länger ist als der Schaltarm 16. Bei der Betätigung des Betätigungsarms 15 in Richtung des dargestellten Pfeils B in der Figur 1 wird der Schaltarm 16 der Zugwippe 13 in Richtung Schaltmattendom 11 bewegt.

[0009] Für eine gezielt Kraftübertragung auf den Schaltmattendom 11 ist zwischen dem Schaltarm 16 und dem Schaltmattendom 11 ein Stößel 12 angeordnet, welcher die Bewegung des Schaltarms 16 als senkrechten Druck auf den Schaltmattendom 11 überträgt.

[0010] Ein weiteres Merkmal der konstruktiven Gestaltung soll anhand der Fig. 2 erläutert werden, wobei in den Figuren 1 und 2 gleiche Bauteile mit dem gleichen Bezugszeichen versehen sind. Figur 2 zeigt schematisch die Draufsicht auf das elektrische Bedienteil mit seiner Anordnung von zwei Zugwippen 13.1 und 13.2 zu den Kontakten 11 der Schaltmatte 10.
Die Zugwippen sind auf der Seite des Schaltarms 16 gegenüber dem Betätigungsarm 15 verjüngt, was in der Figur 2 gut zu erkennen ist. Damit ist es möglich, zwei Zugwippen 13 so einander gegenüber anzuordnen, dass die beiden Schaltarme dicht nebeneinander liegen, wodurch sich eine platzsparende Anordnung ergibt und außerdem auch dicht beieinander liegende Schaltmattendome 11 einer Schaltmatte 10 gut betätigbar sind.

[0011] Der Bereich, in denen die Schaltarme 16 der Zugwippen nebeneinander liegen wird vorteilhafterweise von einer Blende 17, wie in der Fig. 1 dargestellt ist, abgedeckt.

[0012] Die Anordnung der Zugwippen mit einer außermittig angeordneten Drehachse ermöglicht eine Betätigung der Schaltmattendome mit nur wenig bewegten Teilen und keinen weiteren zusätzlichen Umlenkmechanismen. Damit kann die Haptik, die Lebensdauer deutlich verbessert werden und es ferner ein positiver Einfluss auf die Toleranzen im System gegeben.

[0013] Die Verwendung des Stempels gewährleistet eine senkrechte Krafteinleitung auf die Schaltmatte sowie ferner eine Abschottung der Elektronik gegen schädliche Umwelteinflüsse.


Ansprüche

1. Elektrisches Bedienteil mit einer Schaltmatte (10) und darin angeordneten Schaltmattendomen (11), die durch eine senkrechte Krafteinwirkung betätigbar sind, mit zumindest einer Zugwippe (13), welche in ihrer Längserstreckung parallel zur Fläche der Schaltmatte (10) angeordnet ist, und wobei bei Betätigung der Zugwippe ein dem Betätigungsarm (15) gegenüberliegende Schaltarm (16) der Zugwippe (13) einen zwischen dem Schaltarm (16) und dem Schaltmattendom (11) angeordneten Stößel (12) zur Betätigung des Schaltmattendoms (11) in Richtung Schaltmattendom (11) bewegt.
 
2. Elektrisches Bedienteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugwippe (13) eine außermittig angeordnete Drehachse (14) aufweist, wobei der von der Drehachse ausgehende längere Teil der Zugwippe der Betätigungsarm (15) und der kürzere Teil der Zugwippe der Schaltarm (16) ist.
 
3. Elektrisches Bedienteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass parallel zur Schaltmatte zwei Zugwippen (13.1 und 13.2) angeordnet sind, die gegenüberliegen, wobei die Drehachsen (14) der beiden Zugwippen dicht beieinander liegen.
 
4. Elektrisches Bedienteil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltarm gegenüber dem Betätigungsarm verjüngt ist und zwei Zugwippen (13.1 und 13.2) mit ihren Schaltarmen so zueinander angeordnet sind, dass die beiden Schaltarme über der Schaltmatte dicht nebeneinander liegen.
 




Zeichnung







Recherchenbericht