Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht von einem Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen aus
wie es aus der DE 30 36 583 A1 bekannt ist. Ein solches Kraftstoffeinspritzventil
weist einen Ventilkörper auf, in dem eine Bohrung ausgebildet ist. Die Bohrung wird
an ihrem brennraumseitigen Ende von einem Ventilsitz begrenzt, von dem mehrere Einspritzöffnungen
abgehen, die in einer äußeren und einer inneren Einspritzöffnungsreihen angeordnet
sind und in Einbaulage des Kraftstoffeinspritzventils in einer Brennkraftmaschine
die Einspritzöffnungen in den Brennraum münden. In der Bohrung des Ventilkörpers ist
eine Ventilaußennadel längsverschiebbar angeordnet, die in einem brennraumabgewandten
Abschnitt in der Bohrung geführt ist. Zwischen der Ventilaußennadel und der Wand der
Bohrung verbleibt ein Druckraum, der mit Kraftstoff unter Druck befüllt werden kann.
Die Ventilaußennadel wirkt mit ihrem brennraumzugewandten Ende mit dem Ventilsitz
zum Öffnen und Schließen der äußeren Einspritzöffnungsreihe zusammen, so dass entweder
Kraftstoff aus dem Druckraum über diese Einspritzöffnungen in den Brennraum eingespritzt
wird, oder die Verbindung vom Druckraum zu den Einspritzöffnungen unterbrochen ist.
[0002] Die Ventilaußennadel weist eine Längsbohrung auf, in der eine Ventilinnennadel längsverschiebbar
angeordnet ist. Die Ventilinnennadel wirkt ebenfalls mit ihrem brennraumseitigen Ende
mit dem Ventilsitz zum Öffnen und Schließen der inneren Einspritzöffnungsreihe zusammen,
so dass bei geöffneter Ventilaußennadel durch die Ventilinnennadel die Öffnung der
inneren Einspritzöffnungsreihe gesteuert werden kann, so dass, je nach Ansteuerung
der Ventilnadeln, nur durch eine oder durch beide Einspritzöffnungsreihen Kraftstoff
in den Brennraum eingespritzt wird.
[0003] Die Ventilinnennadel wird in zwei Führungsabschnitten in der Längsbohrung der Ventilaußennadel
geführt. Der erste Führungsabschnitt ist hierbei brennraumabgewandt zum zweiten Führungsabschnitt
angeordnet, so dass zwischen den Führungsabschnitten, begrenzt durch die Ventilinnennadel
und die Wand der Längsbohrung, ein Ringspalt ausgebildet ist. Die beiden Führungsabschnitte
dienen dazu, ein Verkanten der Ventilinnennadel zu verhindern bei gleichzeitig exakter
Führung in der Längsbohrung. Die Öffnung der Ventilinnennadel erfolgt entgegen einer
Schließkraft durch hydraulische Beaufschlagung einer Ventildichtfläche, die am brennraumzugewandten
Ende der Ventilinnennadel ausgebildet ist. Nachdem die Ventilaußennadel vom Ventilsitz
abgehoben hat, wird diese Ventildichtfläche der Ventilinnennadel vom Kraftstoffdruck
des Druckraums beaufschlagt und führt so zu einer Öffnungskraft auf die Ventilinnennadel,
worauf diese ihrerseits vom Ventilsitz abhebt und die innere Einspritzöffnungsreihe
freigibt.
[0004] Um eine Einspritzverlaufsformung zu erreichen, also zu Beginn der Einspritzung nur
die äußere Einspritzöffnungsreihe aufzusteuern und erst nach einer gewissen Zeit auch
die innere Einspritzöffnungsreihe, darf die Ventilinnennadel erst mit einer gewissen
Verzögerung öffnen. Beim bisher bekannten Kraftstoffeinspritzventil ist dies jedoch
nur begrenzt der Fall, da die Ventildichtfläche sofort nach dem Abheben der Ventilaußennadel
vom Kraftstoffdruck des Druckraums beaufschlagt wird und sich dadurch sofort in Bewegung
setzt. Für ein stärker verzögertes Öffnen der Ventilinnennadel müsste die Schließkraft
gezielt gesteuert werden, was sehr aufwendig und damit in der Regel zu teuer ist.
Vorteile der Erfindung
[0005] Das erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzventil mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruchs 1 weist demgegenüber den Vorteil auf, dass unter Einsatz von baulich
einfachen Mitteln die Ventilinnennadel zeitverzögert gegenüber der Ventilaußennadel
vom Ventilsitz abhebt. Hierzu ist der Ringraum, der zwischen der Ventilinnennadel
und der Wand der Längsbohrung ausgebildet ist, über eine Drosselverbindung mit dem
Druckraum verbindbar, wobei der Durchmesser des ersten Führungsabschnitts größer als
der Durchmesser des zweiten Führungsabschnitts ist. Hierdurch ist sichergestellt,
dass sich durch den Druck im Ringraum eine resultierende Kraft auf die Ventilinnennadel
ergibt, die vom Ventilsitz weggerichtet ist. Erst wenn die hydraulischen Kräfte im
Ringraum und die hydraulische Kraft auf eine entsprechende Fläche am brennraumseitigen
Ende der Ventilinnennadel zusammenwirken, öffnet die Ventilinnennadel.
[0006] Durch die Unteransprüche sind vorteilhafte Weiterbildungen des Gegenstandes der Erfindung
möglich.
[0007] In einer ersten vorteilhaften Weiterbildung wird die Drosselverbindung durch den
zwischen dem zweiten Führungsabschnitt der Ventilinnennadel und der Wand der Längsbohrung
verbleibenden Ringspalt gebildet. Dies hat darüber hinaus den Vorteil, dass die Drosselverbindung
erst durch das Abheben der Ventilaußennadel vom Ventilsitz mit dem Druckraum verbunden
wird, so dass es erst dann zu einem Zufluss von Kraftstoff aus dem Druckraum in den
Ringraum kommt und damit zu einer Erhöhung des Drucks im Ringraum. Vorzugsweise weist
hierbei der Ringspalt, der zwischen dem zweiten Führungsabschnitt und der Längsbohrung
verbleibt, einen kleineren Durchflusswiderstand auf als der Ringspalt zwischen dem
ersten Führungsabschnitt und der Wand der Längsbohrung, so dass es durch den Zufluss
von Kraftstoff zu einer raschen Druckerhöhung im Ringraum kommt. Weiter ist es besonders
vorteilhaft, wenn der Ringraum über den zwischen dem ersten Führungsabschnitt und
der Wand der Längsbohrung gebildeten Ringspalt mit einem Leckölraum verbunden ist,
so dass in den Einspritzpausen, wenn beide Ventilnadeln wieder in Anlage am Ventilsitz
sind, der Kraftstoffdruck im Ringraum abgebaut wird.
[0008] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Drosselverbindung des Ringraums
mit dem Druckraum durch eine Querbohrung in der Ventilaußennadel ausgebildet. Diese
Ausgestaltung bietet sich dann an, wenn im Druckraum nicht ständig hoher Kraftstoffdruck
anliegt, sondern nur dann, wenn eine Einspritzung von Kraftstoff erfolgen soll. Eine
solche Drosselverbindung lässt sich einfacher herstellen als ein genau dimensionierter
Ringspalt zwischen dem zweiten Führungsabschnitt und der Längsbohrung der Ventilaußennadel.
[0009] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung sind am zweiten Führungsabschnitt seitliche
Anschliffe ausgebildet. Hierdurch lässt sich der Durchflusswiderstand am zweiten Führungsabschnitt
gezielt einstellen, um den gewünschten Durchflusswiderstand für den Zufluss des Kraftstoffs
aus dem Druckraum in den Ringraum zu gewährleisten.
Zeichnung
[0010] In der Zeichnung sind verschiedene Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventils
dargestellt. Es zeigt
- Figur 1
- einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Kraftstoffeinspritzventil,
- Figur 2
- eine Vergrößerung im Bereich des Ventilsitzes der Figur 1,
- Figur 3
- eine vergrößerte Darstellung der Figur 1 im Bereich des ersten Führungsabschnitts
der Ventilinnennadel,
- Figur 4
- denselben Ausschnitt wie Figur 2 eines weiteren Ausführungsbeispiels und
- Figur 5
- einen Längsschnitt durch ein weiteres erfindungsgemäßes Kraftstoffeinspritzventil.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0011] In Figur 1 ist ein erfindungsgemäßes Kraftstoffeinspritzventil im Längsschnitt dargestellt.
Im Ventilkörper 1 ist eine Bohrung 3 ausgebildet, an deren brennraumseitigen Ende
ein konischer Ventilsitz 5 ausgebildet ist, der die Bohrung 3 begrenzt. Vom Ventilsitz
5 gehen wenigstens 2 Einspritzöffnungen 7 aus, die in Einbaulage des Kraftstoffeinspritzventils
in den Brennraum der Brennkraftmaschine münden. In der Bohrung 3 ist eine Ventilaußennadel
10 angeordnet, an deren brennraumseitigen Ende eine Ventildichtfläche 18 ausgebildet
ist, die ebenfalls konisch geformt ist und mit der die Ventilaußennadel 10 mit dem
Ventilsitz 5 zusammenwirkt. Zwischen der Ventilaußennadel 10, die in einem brennraumabgewandten
Abschnitt in der Bohrung 5 dichtend geführt ist, und der Wand der Bohrung 3 ist ein
Druckraum 14 ausgebildet, der angrenzend an den geführten Abschnitt der Ventilaußennadel
10 radial erweitert ist. Dem Ventilsitz 5 zu setzt sich der Druckraum 14 bis zum Ventilsitz
5 fort. Der Druckraum 14 ist im Bereich seiner radialen Erweiterung über einen im
Ventilkörper 1 verlaufenden und in der Zeichnung nicht dargestellten Zulaufkanal mit
Kraftstoff unter hohem Druck befüllbar. An der Ventilaußennadel 10, die sich ausgehend
vom geführten Abschnitt dem Ventilsitz 5 zu im Durchmesser verringert, ist auf Höhe
der radialen Erweiterung des Druckraums 14 eine Druckschulter 11 ausgebildet, durch
die aufgrund des Kraftstoffdrucks im Druckraum 14 eine vom Ventilsitz 5 weggerichtete
Öffnungskraft auf die Ventilaußennadel 10 wirkt.
[0012] In der Ventilaußennadel 10 ist über deren gesamte Länge eine Längsbohrung 15 ausgebildet,
in der eine ebenfalls kolbenförmige Ventilinnennadel 12 längsverschiebbar angeordnet
ist. An ihrem brennraumseitigen Ende weist die Ventilinnennadel 12 eine Ventildichtfläche
20 auf, mit der sie mit dem Ventilsitz 5 zusammenwirkt. Die Ventilinnennadel 12 weist
einen ersten Führungsabschnitt 24 und einen dem Ventilsitz 5 zugewandt angeordneten
zweiten Führungsabschnitt 25 auf, mit denen die Ventilinnennadel 12 in der Längsbohrung
15 geführt ist. Zwischen den Führungsabschnitten 24, 25, begrenzt durch die Ventilinnennadel
12 und die Wand der Längsbohrung 15, ist ein Ringraum 22 ausgebildet, der mit Kraftstoff
befüllt ist. Die Ventilinnennadel 12 weist an ihrem brennraumseitigen Ende eine Druckfläche
26 auf, die vom Kraftstoff des Druckraums 14 beaufschlagt wird, wenn die Ventilaußennadel
10 vom Ventilsitz 5 abgehoben hat.
[0013] In Figur 2 ist das Zusammenwirken von Ventilaußennadel 10 und Ventilinnennadel 12
mit dem Ventilsitz 5 näher dargestellt. Die Einspritzöffnungen 7 sind in einer äußeren
Einspritzöffnungsreihe 107 und einer näher am Brennraum liegenden inneren Einspritzöffnungsreihe
207 angeordnet, wobei die Einspritzöffnungsreihen 107, 207 jeweils mehrere Einspritzöffnungen
7 umfassen, die über den Umfang des Ventilkörpers 1 verteilt angeordnet sind. Im geschlossenen
Zustand des Kraftstoffeinspritzventils liegen die Ventilaußennadel 10 und die Ventilinnennadel
12 mit ihren Dichtflächen 18, 20 auf dem Ventilsitz 5 auf und verschließen sowohl
die äußere Einspritzöffnungsreihe 107 als auch die innere Einspritzöffnungsreihe 207.
Hierbei werden die Ventilaußennadel 10 und die Ventilinnennadel 12 durch eine in der
Zeichnung nicht dargestellte Vorrichtung mit einer Schließkraft beaufschlagt, die
in Richtung des Ventilsitzes 5 wirkt und so beide Ventilnadeln 10, 12 gegen den Ventilsitz
5 drückt. Die Vorrichtungen zur Erzeugung der Schließkraft sind beispielsweise Federn,
die jeweils auf eine Ventilnadel 10,12 wirken. Hebt nur die Ventilaußennadel 10 vom
Ventilsitz 5 ab, so kann Kraftstoff aus dem Druckraum 14 zu der äußeren Einspritzöffnungsreihe
107 gelangen und wird von dort in den Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzt.
Bewegt sich auch die Ventilinnennadel 12 vom Ventilsitz 5 weg, so gibt sie die innere
Einspritzöffnungsreihe 207 frei und der Kraftstoff wird sowohl durch die äußere Einspritzöffnungsreihe
107 als auch durch die innere Einspritzöffnungsreihe 207 eingespritzt.
[0014] In Figur 3 ist eine Vergrößerung von Figur 1 im Bereich des ersten Führungsabschnitts
24 der Ventilinnennadel 12 gezeigt. Der erste Führungsabschnitt 24 ist ebenfalls wie
der zweite Führungsabschnitt 25 durch eine radiale Erweiterung der Ventilinnennadel
12 gebildet. Der Durchmesser des ersten Führungsabschnitts 24 ist hierbei größer als
der Durchmesser des zweiten Führungsabschnitts 25, was beispielsweise durch eine im
Durchmesser gestufte Längsbohrung 25 möglich ist. Die am brennraumzugewandten Ende
des ersten Führungsabschnitts 24 ausgebildete Ringschulter 29 weist dadurch eine größere,
in Längsrichtung der Ventilinnennadel 12 wirksame hydraulische Fläche auf als die
Schulter 27 am zweiten Führungsabschnitt 25. Hierdurch ergibt sich durch den Kraftstoffdruck
im Ringraum 22 eine resultierende hydraulische Kraft auf die Ventilinnennadel 12,
die vom Ventilsitz 5 weggerichtet ist. Der Ringraum 22 ist durch den Ringspalt, der
zwischen dem ersten Führungsabschnitt 24 der Ventilinnennadel 12 und der Wand der
Längsbohrung 15 ausgebildet ist, mit einem in der Zeichnung nicht dargestellten Leckölraum
verbunden, in dem stets ein niedriger Kraftstoffdruck herrscht. Hierdurch ist sichergestellt,
dass sich ein hoher Kraftstoffdruck im Ringraum 22 nach einer gewissen Zeit über diesen
Ringspalt entlastet und so den niedrigen Kraftstoffdruck im Leckölraum annimmt.
[0015] Die Funktionsweise des Kraftstoffeinspritzventils ist wie folgt: Im Betriebsmodus,
in dem ständig hoher Kraftstoffdruck im Druckraum 14 anliegt, wird die Einspritzung
von Kraftstoff durch eine Reduzierung der Schließkraft auf die Ventilaußennadel 10
initiiert. Dadurch überwiegt jetzt die hydraulische Kraft auf die Druckschulter 11
der Ventilaußennadel 10 und auf Teile der Ventildichtfläche 18, so dass die Ventilaußennadel
10 vom Ventilsitz 5 abhebt und in der oben beschriebenen Weise die äußere Einspritzöffnungsreihe
107 öffnet. Dadurch wird jetzt die Druckfläche 26 an der Ventilinnennadel 12 vom Kraftstoffdruck
beaufschlagt, was jedoch nicht ausreicht, um die Ventilinnennadel 12 entgegen der
auf sie wirkenden Schließkraft vom Ventilsitz 5 abheben zu lassen. Durch den zwischen
dem zweiten Führungsabschnitt 25 und der Wand der Längsbohrung 15 ausgebildeten Ringspalt
28, der eine Drosselverbindung bildet, dringt erst nach und nach Kraftstoff in den
Ringraum 22 und lässt dort den Kraftstoffdruck ansteigen. Ist der Kraftstoffdruck
im Ringraum 22 groß genug, ergibt sich durch die jetzt zusätzliche hydraulische Kraft
auf die Ringschulter 29 am ersten Führungsabschnitt 24 eine zusätzliche Öffnungskraft
auf die Ventilinnennadel 12, was schließlich dazu führt, dass diese hydraulischen
Kräfte die Schließkraft auf die Ventilinnennadel 12 übersteigen, worauf diese vom
Ventilsitz 5 abhebt und die innere Einspritzöffnungsreihe 207 öffnet. Auf diese Weise
ergibt sich ein sukzessives Öffnen von Ventilaußennadel 10 und Ventilinnennadel 12,
ohne dass die Schließkraft auf die Ventilinnennadel 12 gesteuert werden muss. Soll
die Einspritzung beendet werden, so wird die Schließkraft auf die Ventilaußennadel
10 erhöht und diese gleitet zurück in ihre Schließstellung, also in Anlage an den
Ventilsitz 5. Der Druck im Ringraum 22 baut sich über den Ringspalt, der zwischen
dem ersten Führungsabschnitt 24 und der Wand der Bohrung 15 ausgebildet ist, in den
Leckölraum ab, so dass nach einer gewissen Zeit die Schließkraft auf die Ventilinnennadel
12 die Öffnungskräfte übersteigt und die Ventilinnennadel 12 ebenfalls zurück in ihre
Schließstellung gleitet. Falls auch die Schließkraft auf die Ventilinnennadel 12 variabel
ist und gleichzeitig mit der Schließkraft auf die Ventilaußennadel 10 erhöht bzw.
erniedrigt wird, kann es auch sein, dass die Ventilinnennadel 12 vor der Ventilaußennadel
10 schließt. Der gesamte Einspritzvorgang spielt sich hierbei bei Einspritzventilen,
wie sie für schnelllaufende Brennkraftmaschinen verwendet werden, innerhalb weniger
Millisekunden ab.
[0016] Beim Betriebsmodus des Kraftstoffeinspritzventils, bei dem der Druck im Druckraum
14 nicht ständig konstant ist, sondern nur dann erhöht wird, wenn eine Einspritzung
erfolgen soll, arbeitet das Kraftstoffeinspritzventil in gleicher Art und Weise, jedoch
bleibt die Schließkraft auf die Ventilaußennadel 10 konstant. Durch den ansteigenden
Kraftstoffdruck im Druckraum 14 wird die Öffnungs kraft auf die Druckschulter 11 beziehungsweise
die Ventildichtfläche 18 soweit erhöht, bis sie größer ist als die Schließkraft und
die Ventilaußennadel 10 öffnet. Das Öffnen der Ventilinnennadel 12 erfolgt in der
oben geschilderten Art und Weise, sobald diese durch die geöffnete Ventilaußennadel
10 Verbindung zum Druckraum 14 hat. Zur Beendigung der Einspritzung wird der Druckraum
14 entlastet, so dass der hydraulische Druck auf die Ventilnadeln 10,12 wegfällt.
Je nach Größe der Schließkräfte bewegt sich zuerst die Ventilinnennadel 12 oder die
Ventilaußennadel 10 in die Schließstellung zurück.
[0017] Figur 4 zeigt den gleichen Ausschnitt wie Figur 2 eines weiteren Ausführungsbeispiels.
Für das gewünschte Funktionieren des Kraftstoffeinspritzventils ist es entscheidend,
dass der Zufluss von Kraftstoff in den Ringraum 22 mit der notwendigen Rate erfolgt,
um den Druckanstieg in der gewünschten Zeit zu erreichen. Ist der zwischen dem zweiten
Führungsabschnitt 25 und der Wand der Längsbohrung 15 verbleibende Ringspalt, der
nur sehr schmal ist, vorzugsweise 2 - 3 µm, hierfür nicht ausreichend, so kann es
vorgesehen sein, dass am zweiten Führungsabschnitt 25 Anschliffe 32 ausgebildet sind,
über die eine Erweiterung der Drosselverbindung vom Ringraum 22 zum Druckraum 14 möglich
ist. Über die Tiefe der Anschliffe 32 lässt sich der Durchflusswiderstand an dieser
Stelle beliebig einstellen. Die Öffnungsgeschwindigkeit wird auch über das Verhältnis
der Durchmesser von erstem Führungsabschnitt 24 und zweitem Führungsabschnitt 25 beeinflusst:
Bewegt sich die Ventilinnennadel 12 vom Ventilsitz 5 weg bei feststehender Ventilaußennadel
10, so vergrößert sich das Volumen des Ringraums 22. Dies wirkt dem Druckaufbau durch
den Kraftstoff, der durch den Ringspalt 28 in den Ringraum 22 eindringt, entgegen,
so dass sich die Öffnungsgeschwindigkeit der Ventilinnennadel 12 verringert.
[0018] Wird das Kraftstoffeinspritzventil so betrieben, dass der Druck im Druckraum 14 nur
für eine Einspritzung erhöht wird, so ist auch eine Ausgestaltung des Kraftstoffeinspritzventils
möglich, wie sie in Figur 5 dargestellt ist. Der Aufbau dieses Kraftstoffeinspritzventils
entspricht weitgehend dem in Figur 1 gezeigten, jedoch ist die Drosselverbindung vom
Ringraum 22 zum Druckraum 14 über eine Drosselbohrung 35 realisiert, die in der Ventilaußennadel
10 angeordnet ist und den Druckraum 14 mit dem Ringraum 22 verbindet. Durch eine geeignete
Dimensionierung der Drosselbohrung 35, die hier die Drosselverbindung bildet, lässt
sich der Druckaufbau im Ringraum 22 so steuern, dass ein sukzessives Öffnen von Ventilaußennadel
10 und Ventilinnennadel 12 erfolgt in der oben geschilderten Art und Weise. Statt
nur einer Drosselbohrung 35 kann es auch vorgesehen sein, mehrere Drosselbohrungen
35 in der Ventilaußennadel 10 vorzusehen, um einen gleichmäßigen Druckaufbau im Ringraum
22 zu erreichen und damit Druckschwingungen vorzubeugen.
[0019] Bei dem in Figur 5 gezeigten Ausführungsbeispiel kann es auch vorgesehen sein, dass
für die Öffnungsdynamik der Ventilnadeln 10,12 zusätzlich zur Drosselbohrung 35 auch
der Ringspalt 28 verwendet wird. Durch die Druckerhöhung im Druckraum 14 steigt über
die Drosselbohrung 35 auch der Druck im Ringraum 22. Dadurch ergibt sich einerseits
eine öffnende Kraft auf die Ventilinnennadel 12 und andererseits eine schließende,
auf den Ventilsitz 5 gerichtete Schließkraft auf die Ventilaußennadel 10 durch die
Durchmesserdifferenz zwischen dem ersten Führungsabschnitt 24 und dem zweiten Führungsabschnitt
25. Dadurch erhöht sich der Öffnungsdruck auf die Ventilaußennadel 10, die somit erst
bei erreichen eines höheren Drucks im Druckraum 14 vom Ventilsitz 5 abhebt. Nach dem
Öffnen der Ventilaußennadel 10 erhöht sich der Druck im Ringraum 22 jetzt auch durch
Zufluss von Kraftstoff über den Ringspalt 28, bis die hydraulischen Kräfte ausreichen,
die Ventilinnennadel 12 zu öffnen. Der Druckaufbau im Ringraum 22 und damit die Öffnungsdynamik
der Ventilnadeln 10,12 hängt hier von der Abstimmung zwischen dem Querschnitt der
Drosselbohrung 35 und dem des Ringspalts 28 ab.
1. Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen mit einem Ventilkörper (1), in dem
eine Bohrung (3) ausgebildet ist, die an ihrem brennraumseitigen Ende von einem Ventilsitz
(5) begrenzt wird, von dem wenigstens zwei Einspritzöffnungen (7) ausgehen, und mit
einer Ventilaußennadel (10), die in der Bohrung (3) längsverschiebbar angeordnet ist
und die mit ihrem brennraumseitigen Ende wenigstens eine Einspritzöffnung (7) öffnet
und schließt, wobei zwischen der Ventilaußennadel (10) und der Wand der Bohrung (3)
ein mit Kraftstoff befüllbarer Druckraum (14) ausgebildet ist und die Ventilaußennadel
(10) eine Längsbohrung (15) aufweist, in der eine Ventilinnennadel (12) längsverschiebbar
angeordnet ist, die mit ihrem brennraumseitigen Ende wenigstens eine Einspritzöffnung
(7) öffnet und schließt und die mit einem ersten Führungsabschnitt (24) und mit einem
ventilsitzseitig dazu angeordneten zweiten Führungsabschnitt (25) in der Längsbohrung
(15) geführt ist, wobei zwischen den Führungsabschnitten (24; 25) ein von der Ventilinnennadel
(12) und der Wand der Längsbohrung (15) begrenzter Ringraum (22) ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ringraum (22) über eine Drosselverbindung (28; 35) mit dem Druckraum (14) verbindbar
ist, wobei der Durchmesser des ersten Führungsabschnitts (24) größer ist als der Durchmesser
des zweiten Führungsabschnitts (25).
2. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drosselverbindung (28; 35) durch den zwischen dem zweiten Führungsabschnitt (25)
der Ventilinnennadel (12) und der Wand der Längsbohrung (15) verbleibenden Ringspalt
(28) gebildet wird.
3. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zwischen der Wand der Längsbohrung (15) und dem ersten Führungsabschnitt (24)
verbleibende Ringspalt einen kleineren Durchflusswiderstand aufweist als der Ringspalt
(28) zwischen dem zweiten Führungsabschnitt (25) und der Wand der Längsbohrung (15).
4. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am zweiten Führungsabschnitt (25) seitliche Anschliffe (32) ausgebildet sind.
5. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drosselverbindung (28; 35) durch die Ventilaußennadel (10) aufgesteuert wird.
6. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsabschnitte (24; 35) jeweils durch eine Durchmessererweiterung der Ventilinnennadel
(12) ausgebildet sind.
7. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drosselverbindung (28; 35) durch eine Drosselbohrung (35) in der Ventilaußennadel
(12) ausgebildet ist, die den Ringraum (22) mit dem Druckraum (14) verbindet.
8. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsbohrung (15) in ihrem Durchmesser gestuft ausgebildet ist.
9. Kraftstoffeinspritzventil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringraum (22) über den zwischen dem ersten Führungsabschnitt (24) und der Wand
der Längsbohrung (15) gebildeten Ringspalt mit einem Leckölraum verbindbar ist.
1. Fuel injection valve for internal combustion engines having a valve body (1), in which
is formed a bore (3) which is delimited at its end closest to the combustion chamber
by a valve seat (5) from which at least two injection openings (7) proceed, and having
a valve outer needle (10) which is arranged in a longitudinally displaceable manner
in the bore (3) and opens and closes at least one injection opening (7) by means of
its end closest to the combustion chamber, a pressure space (14) which can be filled
with fuel being formed between the valve outer needle (10) and the wall of the bore
(3), and the valve outer needle (10) having a longitudinal bore (15), in which a valve
inner needle (12) is arranged in a longitudinally displaceable manner, which valve
inner needle (12) opens and closes at least one injection opening (7) by means of
its end closest to the combustion chamber and is guided in the longitudinal bore (15)
by means of a first guide section (24) and a second guide section (25) which is arranged
at the valve seat side with respect to the first guide section, an annular space (22)
which is delimited by the valve inner needle (12) and the wall of the longitudinal
bore (15) being formed between the guide sections (24; 25), characterized in that the annular space (22) can be connected by means of a throttle connection (28; 35)
to the pressure space (14), the diameter of the first guide section (24) being greater
than the diameter of the second guide section (25).
2. Fuel injection valve according to Claim 1, characterized in that the throttle connection (28; 35) is formed by means of the residual annular gap (28)
between the second guide section (25) of the valve inner needle (12) and the wall
of the longitudinal bore (15).
3. Fuel injection valve according to Claim 2, characterized in that the residual annular gap between the wall of the longitudinal bore (15) and the first
guide section (24) has a smaller throughflow resistance than the annular gap (28)
between the second guide section (25) and the wall of the longitudinal bore (15).
4. Fuel injection valve according to Claim 1, characterized in that laterally ground-down sections (32) are formed on the second guide section (25).
5. Fuel injection valve according to Claim 1, characterized in that the throttle connection (28; 35) is opened by means of the valve outer needle (10).
6. Fuel injection valve according to Claim 1, characterized in that the guide sections (24; 35) are each formed by means of an increased-diameter section
of the valve inner needle (12).
7. Fuel injection valve according to Claim 1, characterized in that the throttle connection (28; 35) is formed by means of a throttle bore (35) in the
valve outer needle (12), which throttle bore (35) connects the annular space (22)
to the pressure space (14).
8. Fuel injection valve according to Claim 5, characterized in that the longitudinal bore (15) is of a stepped-diameter design.
9. Fuel injection valve according to one of the preceding claims, characterized in that the annular space (22) can be connected to a leakage oil space by means of the annular
gap formed between the first guide section (24) and the wall of the longitudinal bore
(15).
1. Injecteur de carburant de moteurs à combustion interne, comportant un corps de soupape
(1) avec un perçage (3) délimité sur son extrémité côté chambre de combustion par
un siège de soupape (5) d'où partent au moins deux orifices d'injection (7), et une
aiguille extérieure (10) dans le perçage (3) mobile longitudinalement pour ouvrir
ou fermer avec son extrémité côté chambre de combustion au moins un orifice d'injection
(7), avec une chambre de pression (14) pouvant être remplie de carburant entre l'aiguille
de soupape extérieure (10) et la paroi du perçage (3), et l'aiguille de soupape extérieure
(10) présentant un alésage longitudinal (15) logeant une aiguille interne (12) mobile
longitudinalement qui ouvre ou ferme avec son extrémité côté chambre de combustion
au moins un orifice d'injection (7) en étant guidée dans l'alésage longitudinal (15)
par un premier (24) et un deuxième segment de guidage (25) disposé par rapport à celui-ci
côté siège soupape, et avec une chambre annulaire (22) délimitée par l'aiguille de
soupape interne (12) et la paroi de l'alésage longitudinal (15) entre les segments
de guidage (24 ; 25),
caractérisé en ce que
la chambre annulaire (22) peut être reliée à la chambre de pression par une liaison
d'étranglement (28 ; 35), le diamètre du premier segment de guidage (24) étant supérieur
à celui du deuxième segment de guidage (25).
2. Injecteur de carburant selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la liaison d'étranglement (28 ; 35) est formée par la fente annulaire (28) restant
entre le deuxième segment de guidage (25) de l'aiguille interne (12) et la paroi de
l'alésage longitudinal (15).
3. Injecteur de carburant selon la revendication 2,
caractérisé en ce que
la fente annulaire restant entre la paroi de l'alésage longitudinal (15) et le premier
segment de guidage (24) présente une résistance plus faible au débit que la fente
annulaire (28) entre le deuxième segment de guidage (25) et la paroi de l'alésage
longitudinal (15).
4. Injecteur de carburant selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
des coupes polies latérales (32) sont formées sur le deuxième segment de guidage (25).
5. Injecteur de carburant selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la liaison d'étranglement (28 ; 35) est commandée par l'aiguille de soupape extérieure
(10).
6. Injecteur de carburant selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les segments de guidage (24 ; 35) sont réalisés par un élargissement du diamètre de
l'aiguille de soupape interne (12).
7. Injecteur de carburant selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la liaison d'étranglement (28 ; 35) est un perçage d'étranglement (35) dans l'aiguille
extérieure (12) qui relie la chambre annulaire (22) à la chambre de pression (14).
8. Injecteur de carburant selon la revendication 5,
caractérisé en ce que
l'alésage longitudinal (15) a un diamètre étagé.
9. Injecteur de carburant selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la chambre annulaire (22) peut être reliée à une chambre d'huile de fuite par la fente
annulaire formée entre le premier segment de guidage (24) et la paroi de l'alésage
longitudinal (15).