[0001] Es sind Rohrreinigungs- und Rohrsanierungsverfahren hinlänglich bekannt, mit welchen
ein Rohrleitungssystem von Rost und Ablagerungen befreit und die gereinigte Innenfläche
der Rohre mit einem Kunststoff beschichtet werden kann.
[0002] Es ist bekannt, Ablagerungen und Rost mittels Säure aufzuweichen. Es ist auch bekannt
Ablagerungen und Rost mittels trockenen oder nassen abrasiven Mitteln zu entfernen.
Es ist ferner bekannt, die trockenen abrasiven Mittel mittels Druckluft oder mittels
Vakuum durch die Rohre zu befördern. Die erreichten guten Resultate der unterschiedlichen
Reinigungsverfahren bei der Sanierung eines konkreten Leitungsnetzes sind jedoch bei
anderen Rohrleitungsnetzen, bei anderen Ablagerungen, bei anderen Wasserqualitäten
etc. nicht reproduzierbar.
[0003] Die Qualitätssicherung bei den bekannten Sanierungsverfahren zur Sanierung von Leitungssystemen
ist daher nicht gewährleistet. Zumal bei Trinkwasserleitungen eine einwandfreie Qualität
auch noch nach Jahren gewährleistet sein sollte, ist es wünschenswert, ein Verfahren
zu besitzen, mit welchem eine möglichst optimale Qualität der Sanierung in unterschiedlichsten
Leitungsnetzwerken mit unterschiedlichsten Zuständen, unterschiedlichsten Geometrien
und Materialien, zuverlässig und reproduzierbar erreicht werden kann.
[0004] In den Richtlinien W/TPW 158 des SVGW "Rohrinnensanierungsverfahren, Anforderungen
und Prüfung" wird verlangt, dass Hindernisse, die eine durchgängige Rohrreinigung
verhindern, beim Sanieren zu einer Beschädigung des Materials führen können, den Sanierungsvorgang
vorzeitig beenden oder die spätere Betriebssicherheit gefährden, durch ein geeignetes
Inspektionssystem festzustellen sind und gegebenenfalls Hindernisse in offener oder
geschlossener
[0005] Bauweise zu entfernen sind. Ferner wird eine glasfaseroptische oder TV-gestützte
Inspektion verlangt, um den Reinigungserfolg zu kontrollieren.
[0006] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren vorzuschlagen, mit welchem ein
Rohrleitungsnetz mit einer reproduzierbaren, hohen Qualität saniert werden kann.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung wird erfindungsgemäss durch ein Verfahren nach dem Patentanspruch
1 gelöst.
[0008] Es hat sich gezeigt, dass die verschiedenen Verfahrensmöglichkeiten, die Leitungen
zu reinigen, spezifische Vorteile und Nachteile besitzen. Je nach Rostbeschaffenheit
ist ein trockenes oder ein nasses Verfahren erfolgreicher. Die verschiedenen Verfahren
zum Entfernen von Ablagerungen und Rost erreichen eine bestimmte Stelle im Rohrleitungsnetz
unterschiedlich gut.
[0009] Gegenüber bekannten Verfahren zur Sanierung eines Rohrleitungsnetzes mit wenigstens
einer an eine Zuleitung angeschlossenen Zapfstelle, mit welchen Verfahren die Rohrleitung
auf Hindernisse inspiziert wird, die Innenfläche der Rohrleitung von Rost und Ablagerungen
mittels Abrasion gereinigt wird, die Innenfläche des Rohrleitungsnetzes nach der Reinigung
mit dem Endoskop kontrolliert und beurteilt wird, ob sie genügend gereinigt ist, um
beschichtet zu werden, und die gereinigte Innenfläche der Rohrleitung mit einem Kunststoffbelag
überzogen wird, zeichnet sich das erfindungsgemässe Verfahren durch folgende Merkmale
aus:
- die Innenfläche des Rohrleitungsnetzes wird vor einer abrasiven Behandlung mit einem
Endoskop kontrolliert und anhand der Endoskopie beurteilt,
- unter Berücksichtigung dieser Beurteilung werden die Mittel zur Reinigung der Innenfläche
gewählt.
[0010] Dieses vorgängige Endoskopieren hat den Vorteil, dass eine Behandlung gezielt vorgenommen
werden kann. Es kann das Mittel für die Behandlung dem vorgefundenen Gegebenheiten
entsprechend gewählt werden. Es kann auch die Dauer der Behandlung entsprechend gewählt
werden. Damit können Durchbrüche in den Leitungen und entsprechende Folgeschäden vermieden
werden. Die Endoskopie am Schluss der Behandlung erlaubt, die Behandlungsdauer knapp
zu bemessen. Bisher wurde, um sicher alle Stellen genügend behandelt zu haben, die
Behandlung eher zu intensiv durchgeführt. Dank der vorgängigen Begutachtung des Leitungszustands
und der anschliessenden Nachkontrolle aber kann die Behandlung präzise auf die Gegebenheiten
abgestimmt werden.
[0011] Aufgrund des Befundes, welcher mit der vorgängigen Endoskopie erstellt wird, werden
die Mittel zur ersten Reinigung ausgewählt aus den folgenden:
- Durchlüften der Rohrleitung, vorzugsweise mittels Vakuum und gegebenenfalls vom engeren
zum weiteren Querschnitt,
- Säurebehandlung,
- trockene Abrasion unter Vakuum oder trockene Abrasion unter Druckluft,
- nasse Abrasion unter Vakuum oder nasse Abrasion unter Druckluft,
- andere mechanische Entfernung, z.B. Ultraschall, Vibrieren, mit Sonde durchstossen,
bohren,
- oder auch partielles Ersetzen der Rohrleitung.
[0012] Sollte vorerst ein nicht abrasives Mittel gewählt werden, so wird jedenfalls später
ein abrasives Mittel eingesetzt. Nicht abrasive Mittel können gegebenenfalls Schichten
von der Innenfläche lösen. Aber lediglich abrasive Mittel können die Innenfläche derart
anschleifen, dass eine Innenbeschichtung auf eine saubere metallische Innenfläche
möglich wird. Es wird daher wenigstens einmal im Verlauf des Reinigungsverfahrens
eines der abrasiven Mittel gewählt. Als abrasive Mittel werden die trockene oder nasse
Abrasion unter Vakuum oder Druckluft angesehen. Selten werden die trockene Abrasion
unter Druckluft und die nasse Abrasion unter Vakuum eingesetzt.
[0013] Nach der Entfernung der Ablagerungen und vor dem Beschichten werden die Innenflächen
von eisernen Rohrleitungen vorteilhaft trocken abradiert. Dadurch kann an den Oberflächen
vorhandener Flugrost entfernt werden. Solcher Flugrost kann durch die Abrasion mittels
nassem Strahlmittel entstehen. Zweckmässigerweise wird das trockene Strahlmittel dazu
mittels eines Vakuums durch die Leitungen gesogen.
[0014] Vorteilhaft wird die Dauer der Behandlung anhand der Beurteilung aufgrund der Endoskopie
gewählt aus einem Bereich von
1 bis 3 Stunden für das Durchlüften
3 bis 8 Stunden für die Säurebehandlung
0,15 bis 60 Minuten für trockene Abrasion unter Vakuum
0,5 bis 0,15 Minuten für trocken Abrasion unter Druckluft
10 bis 90 Minuten für nasse Abrasion unter Druckluft
15 bis 90 Sekunden für Ultraschall
10 bis 30 Minuten für Vibrieren
[0015] Vorteilhaft werden zwei oder mehrere Reinigungsbehandlungen durchgeführt und wenigstens
einmal zwischen den Reinigungsbehandlungen, vorzugsweise jeweils zwischen zwei Reinigungsbehandlungen,
mit dem Endoskop wenigstens eine Stelle der Innenfläche, vorzugsweise eine kritische
Stelle der Innenfläche kontrolliert.
[0016] Zweckmässigerweise wird die Innenfläche sowohl mit Druckluft als auch mit Vakuum
abradiert, um die Oberflächen gleichmässig zu abradieren.
[0017] Vorteilhaft ist, wenn
- vor einer abradierenden Reinigung der Rohrleitung (11) die Rohrleitung mit einer säurehaltigen
Flüssigkeit (29) gefüllt und so über eine gewählte Dauer vorbehandelt wird, und
- nach Ablauf der gewählten Dauer die säurehaltige Flüssigkeit (29) aus der Rohrleitung
(11) abgelassen wird.
[0018] Zweckmässigerweise werden vor der Säurebehandlung alle im zu behandelnden Bereich
vorhandenen Armaturen durch Messingarmaturen ersetzt.
[0019] Zweckmässigerweise wird vor einer Säurebehandlung die Rohrleitung mit Wasser gefüllt,
das Wasser unter Druck gesetzt und die Rohrleitung auf Dichtheit geprüft.
[0020] Die Rohrleitung wird vorteilhaft mit einem Schlauch und einem Behälter zwischen einer
Zapfstelle und der Zuleitung zu einem Kreislauf ergänzt. In diesem Kreislauf wird
die säurehaltige Flüssigkeit aus dem Behälter in die Rohrleitung hinein gepumpt, und
die säurehaltige Flüssigkeit sowie gegebenenfalls aus der Rohrleitung verdrängtes
Wasser und abgelöste Beläge werden in den Behälter zurück gelassen.
[0021] Zweckmässigerweise werden der Flüssigkeit im Behälter Chemikalien, insbesondere Säure
und/oder Entschäumer zugegeben, um die Eigenschaften der Flüssigkeit zu beeinflussen.
[0022] Zum Abschliessen der Säurebehandlung wird die in der Rohrleitung vorliegende Flüssigkeit
zweckmässigerweise mit Lauge neutralisiert.
[0023] Der im Behälter vorliegenden Flüssigkeit wird zweckmässigerweise Lauge zugegeben
und diese so neutralisierte Flüssigkeit durch die Rohrleitung gepumpt
[0024] In der säurehaltigen Flüssigkeit wird mit der Lauge vorteilhaft ein pH-Wert im Bereich
von 6 bis 8 eingestellt.
[0025] Vorteilhaft wird die Rohrleitung nach der Säurebehandlung und vor der ersten abrasiven
Reinigung mit Wasser gespült.
[0026] Zum nassen abrasiven Reinigen der Rohrleitung wird zweckmässigerweise an der Zapfstelle
ein Strahlschlauch angeschlossen, ein Wasser-Luftgemisch eingeblasen, und dem Wasser-Luftgemisch
über eine gewählten Dauer Strahlmittel, insbesondere Hochofenschlacke, zugemischt.
Vor und nach der gewählten Dauer, über welche Strahlmittel zugemischt wird, wird zweckmässigerweise
eine Zeit lang lediglich Wasser-Luftgemisch in die Rohrleitung eingeblasen. Das Wasser-Luftgemisch
wird vorteilhaft mit einem Druck zwischen 1 und 3 x 10
5 Pa eingeblasen.
[0027] Als Strahlmittel wird bevorzugt Hochofenschlacke mit einer durchmischten Körnung
von 0.1 bis 2 mm, vorzugsweise 0,25 bis 1,4 mm verwendet.
[0028] Nach dem abrasiven Reinigen mit einem Wasser-Luft- Strahlmittelgemisch wird die Rohrleitung
vorzugsweise mit trockenem Strahlmittel vakuumgestrahlt. Vorteilhaft wird an einem
Ende der Rohrleitung ein Vakuum angeschlossen und am entgegengesetzten Ende der Rohrleitung
Strahlmittel zugegeben. Zweckmässigerweise wird die Rohrleitung so während 1 bis 3
Minuten vakuumgestrahlt. Der Zustand der Rohrleitung wird nach der Reinigung mit einem
Endoskop kontrolliert.
[0029] Vorzugsweise wird die Aushärtung der Beschichtung durch Einblasen von geheizter Luft
beschleunigt. Die Rohrleitung wird nach dem Aushärten der Beschichtung mit Wasser
gespült.
Kurzbeschreibung der Figuren:
[0030] Die Erfindung wird anhand eines in den Figuren dargestellten Beispiels detaillierter
beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Trinkwasserleitungen eines dreigeschossigen Hauses
mit der Installation für die Vorbereitung der Rohrleitungen für die Reinigung mittels
abrasiven Mitteln,
- Fig. 2
- dieselbe Darstellung, jedoch mit der Installation für die abrasive Reinigung,
- Fig. 3
- dieselbe Darstellung, jedoch mit der Installation für das Vakuumstrahlen.
[0031] Das in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Rohrleitungssystem 11 ist eine Trinkwasserversorgung
eines Mehrfamilienhauses mit einem Kellergeschoss 13, einem Erdgeschoss 15 und einem
Obergeschoss 17. Der Hausanschluss 19 für das Trinkwasser ist im Kellergeschoss 13
ins Haus geführt. Kurz nach dessen Hauseintritt besitzt er einen Schieber (nicht eingezeichnet)
der für die Dauer einer Behandlung des Rohrleitungssystems meist geschlossen bleibt.
In der Darstellung ist der Hausanschluss deshalb vom Rohrleitungssystem 11 gelöst
gezeichnet.
[0032] Die Darstellung ist sehr vereinfacht. In einem Haus sind insbesondere Warm- und Kaltwasserleitungen
vorhanden. Die Warmwasserleitungen sind unter Umständen in jeder Wohneinheit separat
von einem Boiler ausgehend. Es ist hier jedoch lediglich das Kaltwasser-Rohrleitungssystem
gezeigt. Die Vorbereitung und Reinigung sowie die Beschichtung von Warmwasser-Rohrleitungssystemen
erfolgt jedoch ebenso nach den dargestellten Prinzipien.
[0033] Das dargestellte Rohrleitungssystem besitzt vier Hauptzweige A, B, C, D, die z.B.
drei Wohnungen (Hauptzweige B, C, D) und eine gemeinsame Waschküche (Hauptzweig A)
versorgen. Die Hauptzweige sind von einer Haupterschliessungsleitung 21 abgezweigt.
Die Abzweigpunkte sind mit A4, B6, C8 und D5 bezeichnet. An jedem Hauptzweig A, B,
C, D gibt es mehrere Bezüger oder Zapfstellen. Diese Bezüger oder Zapfstellen können
Wasserhähne, Waschmaschinen, Geschirrspüler, Boiler etc. sein. Sie sind mit A1, A2,
B1, B2, B3, C1, C2, C3, C4, D1, D2, D3 bezeichnet. Die Rohrleitung vom Leitungseingang
A5 bei der Stelle, an der die Wasserleitung vom Hausanschluss 19 abgehängt ist, bis
zu den Bezügern A1, A2, B1, B2, B3, C1, C2, C3, C4, D1, D2, D3 ist verzweigt in die
Hauptzweige A, B, C, D und untergeordnete Zweige. Die Zuleitung zum Bezüger C2 beispielsweise
ist zudem von einem solchen untergeordneten Zweig nochmals abgezweigt. Die Verzweigungsstellen
sind bei den untergeordneten Zweigen mit A3, B4, B5, C7, C6, C5 und D4 bezeichnet.
[0034] Ist nun dieses Rohrleitungssystem sanierungsbedürftig, weil die Leitungen teilweise
Rost angesetzt haben und/oder unerwünschte Kalkablagerungen aufweisen, so müssen die
Rohre nicht ersetzt werden. Die Rohrleitungen können vielmehr gereinigt und innen
neu beschichtet werden. Dies ist wesentlich kostengünstiger als der Ersatz der Rohrleitungen.
[0035] Der Umfang und die Art und Weise einer optimalen Behandlung sind je nach Material
der Rohre, nach Wassereigenschaften und nach Benutzung der Leitungen sehr unterschiedlich.
Es gibt Leitungen, deren Rost lose und flockig lösbar ist. Bei anderen Leitungen ist
der Rost widerstandsfähiger. Es gibt Leitungen, die unter Kalkschichten geschützt
praktisch nicht angegriffen sind, und andere, deren vom Rost angefressene Wandung
eine sehr schonende Behandlung bedingt, um nicht durchzubrechen.
[0036] Unterschiedliche Stellen in einem solchen Rohrleitungssystem sind auch unterschiedlich
stark verschmutzt und unterschiedlich stark reinigungsbedürftig.
[0037] Vor einer Reinigungsbehandlung wird das zu behandelnde Leitungsnetz von deren Zuleitung
getrennt und es werden die Armaturen an den Zapfstellen vom Leitungsnetz entfernt.
Das Leitungsnetz wird zuleitungsseitig an dessen Leitungszugang mit dem grössten Leitungsquerschnitt
an ein Vakuum angeschlossen. Dadurch wird durch alle Zapfstellen des Leitungsnetzes
Luft in das Leitungsnetz gesogen. Bei Zapfstellen, welche möglicherweise zum zu sanierenden
Leitungsnetz gehören, kann durch ein kurzes Öffnen der Armatur kontrolliert werden,
ob Luft angesaugt wird oder nicht. Sollte tatsächlich bei einer solchen Zapfstelle
Luft angesaugt werden, ist die Zapfstelle teil des Leitungsnetzes. Die Armatur muss
daher entfernt werden.
[0038] Es kann Zapfstellen geben, bei welchen zwar die Armatur entfernt ist, an welchen
aber keine Luft eingesaugt wird. Bei diesen Stellen ist zu kontrollieren, ob sie Teil
des Leitungsnetzes sind, jedoch verstopft sind, oder aber nicht Teil des Leitungsnetzes
sind. Diese Kontrolle kann mittels Endoskopie durchgeführt werden.
[0039] Durch das Ansaugen von Luft durch die Rohrleitungen kann meist schon ein beträchtlicher
Teil an Rostpartikeln aus den Leitungen befördert werden. Die Leitungen werden dabei
auch trocken.
[0040] Die trockenen Leitungen werden vor einer Behandlung endoskopiert. Mit dem Endoskop
soll feststellt werden, in welchem Zustand die Leitung ist. Dieser Zustand ist die
Grundlage für eine Entscheidung über das weitere Vorgehen. Schon ein Augenschein der
Rohrausgänge und gegebenenfalls der Versuch einer Endoskopie kann zur Erkenntnis führen,
dass eine Endoskopie aller Rohrleitungsabschnitte gar nicht möglich ist. Es kann aber
auch nach einer Endoskopie eines Teils des Rohrleitungsnetzes festgestellt werden,
dass es eine Stelle gibt, die derart verengt ist, dass eine Endoskopie nicht mehr
möglich ist. Ist auch lediglich ein Rohrleitungsabschnitt derart verengt, dass eine
Endoskopie nicht möglich ist, wird das System, soweit nötig, säurebehandelt und erst
nach der Säurebehandlung durchgehend endoskopiert.
[0041] Kann das Leitungsnetz aber endoskopiert werden, so wird vor jeglicher Behandlung
des Leitungsnetzes mit einem Endoskop eine Bestandesaufnahme des Zustands des Leitungsnetzes
durchgeführt. Führt diese Bestandesaufnahme zu der Erkenntnis, dass wenigstens eine
Stelle des Rohrleitungsnetzes säurebehandelt werden muss, so muss das Rohrleitungsnetz
säurebehandelt werden. Es wird aber lediglich ein möglichst kleiner Abschnitt des
gesamten Netzes säurebehandelt.
[0042] Für eine Säurebehandlung des gesamten Rohreitungsnetzes gemäss Figur 1 werden als
Erstes der Leitungsemgang A5, beispielsweise beim Hausanschluss 19, und die Leitungsausgänge
A1, A2, B1, B2, B3, C1, C2, C3, C4, D1, D2, D3 bei den Bezügern vorbereitet. Der Leitungseingang
A5 wird, wie in Figur 1 dargestellt, mit einem verschliessbaren, säurebeständigen
Hahn oder Schieber 23 versehen. An diesen Schieber 23 wird ein flexibles Rohr 25 angeschlossen,
dessen anderes Ende in ein Fass 27 geführt ist. Das Fass 27 ist mit einer verdünnten
Säure 29 gefüllt. Die Zusammensetzung der säurehaltigen Flüssigkeit ist Leitungswasser
mit einem Zusatz von 10% Salzsäure.
[0043] Alle Bezüger werden vom Rohrleitungssystem abgehängt und an jeden dadurch freigelegten
Leitungsausgang A1, A2, B1, B2, B3, C1, C2, C3, C4, D1, D2, D3 wird ein säurebeständiger
Hahn montiert.
[0044] Nun wird der Schieber des Hausanschlusses 19 geöffnet und das Rohrleitungssystem
unter Druck gesetzt. Durch Ablassen der Luft bei jedem Hahn wird das gesamte Rohrleitungssystem
mit Trinkwasser aufgefüllt. Sobald das Trinkwasser aus dem Hahn austritt, wird dieser
geschlossen. Es wird nun überprüft, ob die säurebeständigen Hähne dicht angeschlossen
sind. Leckagen müssen geschlossen werden. Für die weitere Behandlung wird der Schieber
des Hauptanschlusses 19 wieder geschlossen.
[0045] Das Rohrleitungssystem 11 wird nun zu einem Kreislauf zusammengeschlossen, indem
ein Schlauch 31 an den am weitesten vom Leitungseingang A5 entfernten Leitungsausgang
D1 angeschlossen wird. Die Hähne an den übrigen Leitungsausgängen sind geschlossen.
Der Schlauch 31 ist an eine säurebeständige Pumpe 33 angeschlossen. Diese Pumpe 33
bezieht die gepumpte Flüssigkeit aus dem Fass 27 und besitzt dazu in das Fass 27 reichenden
Ansaugstutzen 35. Bei verzweigten Rohrleitungssystemen 11 wird ebenso jeder Hauptzweig
mit einem Schlauch 31 zu einem Kreislauf über das Fass 27 und die Pumpe 33 verbunden.
Nun wird die im Fass 27 vorliegende säurehaltige Flüssigkeit 29 mit der Pumpe 33 durch
den Ansaugstutzen 35 angesaugt und durch den Schlauch 31, beziehungsweise durch die
Schläuche 31 dem oder den an die Schläuche angeschlossenen Leitungsausgängen zugeführt.
Dazu werden die Hähne an den angeschlossenen Leitungsausgängen A1, B1, C4, D1 geöffnet.
[0046] Ein nicht an einen Schlauch 31 angeschlossener Hahn nach dem andern wird nun geöffnet,
bis die säurehaltige Flüssigkeit austritt, um dann wieder geschlossen zu werden. Das
vorher austretende Wasser kann in die Kanalisation abgelassen werden. Zuletzt wird
der Schieber 23 geöffnet, bis die säurehaltige Flüssigkeit zurück ins Fass 27 läuft.
Es kann auch hier das zuerst austretende Wasser noch der Kanalisation zugeführt werden.
Jedenfalls muss aber die austretende säurehaltige Flüssigkeit ins Fass 27 geleitet
werden. Einer Verdünnung der säurehaltigen Flüssigkeit durch das Leitungswasser kann
begegnet werden durch eine Zugabe von Säure in das Fass 27.
[0047] Diese säurehaltige Flüssigkeit 29 weicht nun die Ablagerungen und Verschmutzungen
in den Rohrleitungen auf. Diese abgelagerten Schichten werden schwammig und weich.
Die Dauer der Säurebehandlung kann variieren je nach Art der Ablagerungen und Menge
der Ablagerungen. Bei Kalkablagerungen entsteht Gas in den Rohrleitungen, das aus
dem Rohrleitungssystem entweichen können muss. Um dies zu erlauben wird die Flüssigkeit
zirkuliert. Im offenen Fass kann das Gas aus der Flüssigkeit entweichen. Es kann auch
notwendig sein, bei den Hähnen gelegentlich Gas abzulassen, damit die Enden der Rohrleitungen
bis zum Leitungsausgang wieder mit säurehaltiger Flüssigkeit gefüllt sind.
[0048] Die Säurebehandlung kann über Stunden durchgeführt werden. Die aufweichende Flüssigkeit
kann auch über Nacht und unbeaufsichtigt im Rohrleitungssystem verbleiben. Dabei muss
jedoch sichergestellt sein, dass das entstehende Gas nicht einen Überdruck im Rohrleitungssystem
aufbauen kann.
[0049] Ist die Säurebehandlung genügend lange durchgeführt, so wird die Flüssigkeit im Fass
neutralisiert. Es wird dafür beispielsweise 4% Lauge hinzugefügt, bis die Flüssigkeit
einen pH-Wert von ca. 7 aufweist . Mit der Pumpe 33 wird nun die neutralisierte Flüssigkeit
in den Kreislauf gepumpt. Bei allen Leitungsausgängen wird die säurehaltige Flüssigkeit
ausgelassen, bis die neutralisierte Flüssigkeit austritt. Die austretende saure Flüssigkeit
wird aufgefangen und kann unter Umständen wieder verwendet werden, oder sie wird ebenfalls
neutralisiert.
[0050] Sobald das gesamte Rohrleitungssystem 11 mit neutralisierter Flüssigkeit gefüllt
ist, kann die Flüssigkeit in die Kanalisation abgelassen werden. Dazu wird der Schieber
am Hausanschluss 19 wieder geöffnet und das Wasser durch alle Rohrleitungen geschickt.
Dazu werden alle Hähne solange geöffnet, bis während einer Minute sauberes Wasser
austritt. Nun wird alles Wasser abgelassen und das Rohrleitungssystem 11 in die Kanalisation
entleert.
[0051] Nach einer Säurebehandlung ist in den meisten Fällen das Rohrleitungssystem genügend
durchgängig, um endoskopiert werden zu können. Sobald mit einem Endoskop in die Leitungen
eingedrungen werden kann, wird mit dem Endoskop die Innenfläche des Rohrleitungssystem
betrachten. Wichtige und kritische Stellen werden fotografisch dokumentiert. Der Zustand
der Leitungen wird beurteilt. Diese Beurteilung bildet die Basis für einen Entscheid
bezüglich des folgenden Behandlungsschritts und der Behandlungsdauer.
Die Ablagerung in den Rohrleitungen sind nach einer Säurebehandlung aufgeweicht und
können abrasiv leicht entfernt werden. Auch im Fall, dass keine Säurebehandlung durchgeführt
wurde, können die selben Verfahrensschritte nun durchgeführt werden.
[0052] Sehr häufig ist ein nasse abrasive Behandlung der Innenflächen notwendig.
[0053] Die Installation für eine nasse abrasive Behandlung ist in Figur 2 dargestellt. Der
Leitungseingang A5 wird an einen Auffangbehälter 37 angeschlossen. Ein spezielles
Reinigungsgerät 39 wird installiert. Am Reinigungsgerät 39 ist ein Strahlschlauch
41 angeschlossen. Das Reinigungsgerät 39 besitzt je einen Ausgang in den Strahlschlauch
41 für Druckluft, Wasser und Strahlmittel. Diese drei Medien können einzeln reguliert
werden.
[0054] Jeder Leitungsausgang A1, A2, B1, B2, B3, C1, C2, C3, C4, D1, D2, D3 wird nun wie
folgt behandelt: Es wird der Strahlschlauch 41 mit dem Leitungsausgang verbunden.
Im Beispiel ist der Strahlschlauch mit dem Leitungsausgang D3 verbunden. Die gepunkteten
Linien des Strahlschlauchs 41 stellen die zwei vorangegangenen Anschlüsse an die Leitungsausgänge
D1 und D2 dar. Nun wird zuerst ein Wasser-Luftgemisch während 1 bis 2 Minuten durch
die Leitung von D3 zu A5 gepresst. Dabei lösen sich bereits Teile der Ablagerungen
und gelangen in den Auffangbehälter 37. Je nach Länge des Leitungsabschnittes wird
das Wasser-Luftgemisch mit 1 bis 2 x 10
5 Pa eingeblasen. Nun wird dem Wasser-Luftgemisch Strahlmittel zugemischt. Der entstehende
Strahlmittelschlamm wird durch die Luft durch die Rohrleitung getrieben und entfernt
dabei sämtliche Ablagerungen und Krusten. Während 1,5 Minuten werden so insgesamt
9 Kilogramm Strahlmittel durch die Rohrleitung von D3 nach A5 befördert. Anschliessend
wird die Rohrleitung vom abrasiven Strahlmittel gereinigt, indem ein Wasser-Luftgemisch
während einer Minute durch die Rohrleitung geblasen wird.
[0055] Die erwähnte Mischung von Wasser, Luft und Strahlmittel ermöglicht auch bei Leitungen
mit mehr als einem Zoll Durchmesser, die Innenfläche des Rohres gleichmassig zu reinigen,
unabhängig davon, ob die Innenfläche nach unten oder nach oben gerichtet ist.
[0056] Durch die Säurebehandlung sind die Krusten in der Rohrleitung aufgeweicht worden,
so dass sie bereits nach sehr kurzer abrasiver Behandlung von 1 bis maximal 2 Minuten
mit relativ geringem Druck von 1 bis 2 x 10
5 Pa entfernt sind. Sind die Rohre nicht mit Säure vorbehandelt, so ist tendenziell
eine längere Behandlungsdauer nötig.
[0057] Nach der nassen Abrasionsbehandlung werden die kritischen und wichtigen Stellen wieder
mit dem Endoskop kontrolliert und vorzugsweise dokumentiert. Sollte dabei festgestellt
werden, dass die Behandlung noch nicht genügte, wird entschieden, welche zusätzliche
Behandlung durchgeführt wird. Es ist auch möglich an die nasse Abrasionsbehandlung
direkt eine trockene Abrasionsbhandlung anzuschliessen und erst danach mit dem Endoskop
das Ergebnis beider Behandlungen zu kontrollieren. Nasse und trockene Abrasionsbehandlungen
ergänzen sich derart, dass mit dem einen Verfahren schlecht zugängliche Stellen mit
dem andern Verfahren gereinigt werden.
[0058] Oft sind lediglich bestimmte Stellen im Leitungsnetz ungenügend gereinigt, während
die Innenfläche der Leitungen an den meisten Stellen bereits sauber ist und an einigen
Stellen möglicherweise sogar mit Abtragungen der Rohrleitungswandung gerechnet werden
muss. Daher wird oft nach einer nassen Abrasionsbehandlung mit Druckluft eine trockene
Abrasionsbehandlung mit Vakuum eingesetzt.
[0059] Mit einer nassen abrasiven Behandlung wird zwar eine gleichmässige und effiziente
Reinigung erreicht. Wegen des Wassers muss aber auch mit Flugrost in den Rohrleitungen
gerechnet werden. Dieser Flugrost fällt selbstverständlich lediglich in Stahlleitungen
an.
[0060] Mittels trockenem Vakuumstrahlen können die Rohrleitungen von solchem Flugrost befreit
werden. Dazu wird, wie in Figur 3 dargestellt, am Leitungseingang A5 ein Vakuumgerät
angeschlossen. Dieses weist einen Vorabscheider 47 und eine Vakuumpumpe 49 auf. Mit
dem Vakuumgerät wird ein Unterdruck im Rohrleitungssystem 11 erzeugt. An jedem Leitungsausgang
A1, A2, B1, B2, B3, C1, C2, C3, C4, D1, D2, D3 wird nun trockenes Strahlmittel angesogen.
Je nach Länge der Leitung werden während 1 bis 3 Minuten jeweils ein halbes Kilogramm
Strahlmittel durch die Leitung gesogen. Dadurch wird die Rohrleitung getrocknet und
von Flugrost befreit. Nun ist die Rohrleitung für eine Kunststoffbeschichtung vorbereitet.
Eine Kontrolle der kritischen Stellen mit dem Endoskop wird dies bestätigen. Oder
aber es wird mit dem Endoskop ersichtlich, dass noch eine weitere Behandlung notwendig
ist. Die Art der Behandlung kann aufgrund der mit der Endoskopie erhaltenen Bilder
gewählt werden.
[0061] Bei Kupfer- oder Kunststoffleitungen wird die Rohrleitung nicht vakuumgestrahlt,
sondern lediglich mit Vakuum getrocknet. Jedenfalls wird ein Vakuum an das Rohrleitungssystem
angelegt, bis die Rohrleitungen trocken sind.
[0062] Auch bei Kupferleitungen und Kunststoffleitungen werden nun kritische Punkte mit
dem Endoskop überprüft. Dieses wird dazu bei einem Leitungsausgang und/oder bei dem
Leitungseingang eingeführt.
[0063] Die Beschichtung der Rohrleitung erfolgt folgendermassen. Je nach Verwendungszweck
der Rohrleitung werden unterschiedliche Schichtstoffe zur Beschichtung der Innenfläche
der Rohrleitung eingesetzt. Die Menge des Zweikomponentenharzes, der als Schichtstoff
Verwendung findet, wird mit Hilfe einer Tabelle und aufgrund der Länge und des Durchmessers
des zu beschichtenden Rohrleitungsabschnittes bestimmt.
[0064] Beim Leitungseingang A5 wird ein Vakuum angeschlossen und alle Leitungsausgänge A1,
A2, B1, B2, B3, C1, C2, C3, C4, D1, D2, D3 werden geschlossen. Bei dem am weitesten
vom Leitungseingang A5 entfernten Leitungsausgang D1 wird begonnen, die Beschichtungssubstanz
einzusaugen. Nach der Beschichtung des einen Rohrleitungsabschnittes D1 bis D4 wird
der Hahn am Ende dieses Rohrleitungsabschnitts geschlossen. Die Restmenge der Beschichtungssubstanz
liegt im Leitungsabschnitt D4 bis D5 vor. Es wird nun beim nächsten Leitungsausgang
D2 die geeignete Menge Beschichtungssubstanz eingesaugt, um den Leitungsabschnitt
D2 bis D5 zu beschichten. Danach wird der Leitungsabschnitt D3 bis B6 beschichtet,
um danach in derselben Art bei B1 zu beginnen. Die Beschichtungssubstanz wird jeweils
über die nächste Verzweigung hinaus gesogen. Sind alle Rohrleitungsabschnitte derart
behandelt, so werden alle Leitungsausgänge lediglich wenig geöffnet und das Vakuum
über etwa zwei Stunden aufrecht erhalten.
[0065] Zum Austrocknen der Beschichtung wird beim Leitungseingang ein Heizgerät angeschlossen
und damit geheizte Druckluft in das Rohrleitungssystem mit etwa 2,5 x 10
5 Pa eingeblasen. Die Beschichtung wird so während etwa 3 bis 4 Stunden auf ca. 50°
aufgewärmt. Nach der Austrocknung der Beschichtung können die Armaturen montiert und
das Rohrleitungssystem gespült werden. Nach einer einstündigen Spülung mit Leitungswasser
können die Rohrleitungen wieder in Betrieb genommen werden.
[0066] Die Behandlung von Benzinleitungen und Ölleitungen erfolgt nach dem gleichen Ablauf.
Im Unterschied zu der geschilderten Vorgehensweise wird eine solche Rohrleitung schliesslich
nicht mit Wasser nachgespült. Die Zugabe von Wasser für die Behandlung kann nicht
über einen im Rohrleitungssystem bereits vorliegenden Schieber des Hausanschlusses
erreicht werden, sondern das Wasser muss mit einem Schlauch über den Leitungseingang
A5 ins Rohrleitungssystem 11 eingespeist werden.
1. Verfahren zur Sanierung eines Rohrleitungsnetzes mit wenigstens einer an eine Zuleitung
angeschlossenen Zapfstelle, bei welchem Verfahren
- die Rohrleitung auf Hindernisse inspiziert wird,
- die Innenfläche der Rohrleitung von Rost und Ablagerungen mittels Abrasion gereinigt
wird,
- die Innenfläche des Rohrleitungsnetzes nach der Reinigung mit dem Endoskop kontrolliert
und beurteilt wird, ob sie genügend gereinigt ist, um beschichtet zu werden, und
- die gereinigte Innenfläche der Rohrleitung mit einem Kunststoffbelag überzogen wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Innenfläche des Rohrleitungsnetzes vor einer abrasiven Behandlung mit einem
Endoskop kontrolliert und anhand der Endoskopie beurteilt wird, und
- unter Berücksichtigung dieser Beurteilung die Mittel zur Reinigung der Innenfläche
gewählt werden aus wenigstens:
- Durchblasen mit Druckluft oder Durchsaugen mit Vakuum
- Säurebehandlung,
- trockene Abrasion unter Vakuum oder trockene Abrasion unter Druckluft,
- nasse Abrasion unter Vakuum oder nasse Abrasion unter Druckluft,
- andere mechanische Entfernung, z.B. Ultraschall, Vibrieren, mit Sonde durchstossen,
bohren.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass das Rohrleitungsnetz zuleitungsseitig geöffnet wird, die Innenfläche des Rohrleitungsnetzes
vor einer abrasiven Behandlung mit einem Endoskop betrachtet und auf Hindernisse kontrolliert
wird, danach von Rost und Ablagerungen mittels Abrasion gereinigt wird, und nach der
Reinigung mit dem Endoskop kontrolliert und beurteilt wird, ob die Innenfläche genügend
gereinigt ist, um beschichtet zu werden, und die genügend gereinigte Innenfläche der
Rohrleitung mit einem Kunststoffbelag überzogen wird, und dass die Innenfläche der
Rohrleitungen wenigstens einmal mittels Druckluft von der Zapfstelle zur Zuleitung
hin nass gestrahlt, und unmittelbar vor dem Beschichten von der Zapfstelle zur Zuleitung
hin trocken gestrahlt wird, und wenigstens einmal zwischen zwei abrasiven Behandlungen
mit dem Endoskop betrachtet wird, um die Art und die Dauer der folgenden abrasiven
Behandlung abzuschätzen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Beschaffenheit der Innenfläche vor einer abrasiven Behandlung anhand der Endoskopie
beurteilt wird und abhängig von dieser Beurteilung wenigstens aus den folgenden Mitteln
ein Mittel für die abrasive Behandlung ausgewählt wird:
a. trockenes Strahlen mittels Vakuum,
b. nasses Strahlen mittels Druckluft,
und ebenfalls abhängig von dieser Beurteilung die Dauer der Behandlung und der dabei
verwendete Druck gewählt werden, und entsprechend behandelt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Vorbereitung der ersten abrasiven Behandlung eine Reinigung mit einem der folgenden
Mittel vorgenommen wird:
c. mittels Vakuum, gegebenenfalls vom engeren zum weiteren Querschnitt der Rohrleitung
durchlüften,
d. Säurebehandlung,
e. andere Mittel zur Entfernung von Rost und Ablagerungen, z.B. Kratzen, Ultraschallbehandlung,
Vibrieren, mit Sonde Durchstossen, Bohren.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dauer der Behandlung anhand der Beurteilung aufgrund der Endoskopie gewählt wird
aus einem Bereich von
0,5 bis 3 Stunden für das Durchlüften
3 bis 16 Stunden für die Säurebehandlung
0,5 bis 5 Minuten für trockene Abrasion unter Vakuum
0,25 bis 3 Minuten für trocken Abrasion unter Druckluft
10 bis 90 Minuten für nasse Abrasion unter Druckluft
15 bis 90 Sekunden für Ultraschall
10 bis 30 Minuten für Vibrieren
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass vor einer abradierenden Reinigung der Rohrleitung (11) alle im zu behandelnden Bereich
vorhandenen Armaturen durch Messingarmaturen ersetzt werden, die Rohrleitung mit einer
säurehaltigen Flüssigkeit (29) gefüllt und so über eine gewählte Dauer vorbehandelt
wird, und
- nach Ablauf der gewählten Dauer die säurehaltige Flüssigkeit (29) aus der Rohrleitung
(11) abgelassen wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor einer Säurebehandlung die Rohrleitung (11) mit Wasser gefüllt, das Wasser unter
Druck gesetzt und die Rohrleitung (11) auf Dichtheit geprüft wird.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrleitung (11) mit einem Schlauch (31) und einem Behälter (27) zwischen einer
Zapfstelle und der Zuleitung zu einem Kreislauf ergänzt wird, in welchem Kreislauf
die säurehaltige Flüssigkeit (29) aus dem Behälter (27) in die Rohrleitung (11) hinein
gepumpt wird und die säurehaltige Flüssigkeit (29) sowie gegebenenfalls aus der Rohrleitung
(11) verdrängtes Wasser und abgelöste Beläge in den Behälter (27) zurück gelassen
werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeit (29) im Behälter (27) Chemikalien, insbesondere Säure und/oder Entschäumer
zugegeben werden, um die Eigenschaften der Flüssigkeit (29) zu beeinflussen.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Abschliessen der Säurebehandlung die in der Rohrleitung (11) vorliegende Flüssigkeit
(29) mit Lauge neutralisiert wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der im Behälter (27) vorliegenden Flüssigkeit (29) Lauge zugegeben wird und diese
so neutralisierte Flüssigkeit (29) durch die Rohrleitung (11) gepumpt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass in der säurehaltigen Flüssigkeit (29) mit der Lauge ein PH-Wert im Bereich von 6
bis 8 eingestellt wird.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrleitung (11) nach der Säurebehandlung und vor der abrasiven Reinigung mit
Wasser gespült wird.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum nassen abrasiven Behandeln der Rohrleitung (11) an deren Zapfstelle ein Strahlschlauch
(41) angeschlossen wird, ein Wasser-Luftgemisch eingeblasen wird, und dem Wasser-Luftgemisch
über eine gewählten Dauer Strahlmittel, insbesondere Hochofenschlacke, zugemischt
wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass vor und nach der gewählten Dauer, über welche Strahlmittel zugemischt wird, eine
Zeit lang lediglich Wasser-Luftgemisch in die Rohrleitung (11) eingeblasen wird.
16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dass das Wasser-Luftgemisch mit einem Druck zwischen
1 und 3 x 105 Pa eingeblasen wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass als Strahlmittel Hochofenschlacke mit einer durchmischten Körnung von 0.1 bis 2 mm,
vorzugsweise 0,25 bis 1,4 nun verwendet wird.
18. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem abrasiven Reinigen mit einem Wasser-Luft-Strahlmittelgemisch die Rohrleitung
(11) mit trockenem Strahlmittel vakuumgestrahlt wird, indem an einem Ende der Rohrleitung
(11) ein Vakuum angeschlossen und am entgegengesetzten Ende der Rohrleitung (11) Strahlmittel
zugegeben wird.
19. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aushärtung der Beschichtung durch Einblasen von geheizter Luft beschleunigt wird.
20. Verfahren zur Sanierung eines Rohrleitungsnetzes zwischen einer Zuleitung und wenigstens
einer Zapfstelle, bei welchem Verfahren
- das Rohrleitungsnetz zuleitungsseitig geöffnet wird,
- die Innenfläche des Rohrleitungsnetzes vor einer abrasiven Behandlung mit einem
Endoskop betrachtet und auf Hindernisse kontrolliert wird, danach von Rost und Ablagerungen
mittels Abrasion gereinigt wird, und
- nach der Reinigung mit dem Endoskop kontrolliert und beurteilt wird, ob die Innenfläche
genügend gereinigt ist, um beschichtet zu werden, und
- die genügend gereinigte Innenfläche der Rohrleitung mit einem Kunststoffbelag überzogen
wird, und bei welchem
- die Innenfläche der Rohrleitungen wenigstens einmal mittels Druckluft von der Zapfstelle
zur Zuleitung hin nass gestrahlt, und
- unmittelbar vor dem Beschichten von der Zapfstelle zur Zuleitung hin trocken gestrahlt
wird, und
- wenigstens einmal zwischen zwei abrasiven Behandlungen mit dem Endoskop betrachtet
wird, um die Art und die Dauer der folgenden abrasiven Behandlung abzuschätzen.