[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Färben von Polyesterfasern durch
Inkontaktbringen von Textilien mit einem Färbebad umfassend ein Textilhilfsmittel
enthaltend ein Homo-, Co- oder Terpolymer auf Basis von 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure
(AMPS) und ein Homo-, Co- oder Terpolymer auf der Basis von einem oder mehreren olefinische
Doppelbindungen enthaltenden Carbonsäure-Monomeren sowie die Verwendung des Gemisches
zum Dispergieren von Oligomeren.
[0002] Polyesterfasern haben einen ständig steigenden Anteil an der weltweiten Faserproduktion.
Der wichtigste Vertreter dieser Faserart ist Polyethylenterephthalat, aber auch andere
Polyester wie zum Beispiel Polybutylenterephthalat usw. kommen zum Einsatz [Tetzlaff,
G.; Dahmen, M.; Wulfhorst B., Chemiefasern/Textilindustrie 43/95 (1993), 508-522].
Polyesterfasern werden häufig auch in Mischung mit anderen Faserarten (Cellulose usw.)
verwendet.
[0003] In der Polyesterfaser befinden sich bedingt durch die Herstellung cyclische Oligomere,
die während des Färbeprozesses bei Temperaturen über 80 °C an die Faseroberfläche
wandern beziehungsweise aus der Faser austreten. Diese Oligomere, bei denen es sich
im Falle von Polyethylenterephthalat vorwiegend um Trimere handelt, sind nicht anfärbbar
und besitzen nur eine geringe Wasserlöslichkeit. Daher kristallisieren sie beim Kontakt
mit der wässrigen Färbeflotte aus und verursachen auf der Warenoberfläche und in Färbeapparaten
störende Ablagerungen. Neben einer möglichen Unegalität der Färbung können diese Ablagerungen
bei der Weiterverarbeitung zu Verschmutzungen, Staub und Beschädigungen von Fadenführungselementen,
Nadeln usw. führen. Die beste Abhilfe schafft das alkalische Färben, bei dem die Oligomeren
verseift werden. Allerdings ist die Auswahl an alkalistabilen Dispersionsfarbstoffen
sehr gering [Richter, P.: Chemiefas.Textilind. 44 (1996), 290 - 302].
[0004] Eine weitere Möglichkeit zur Verringerung der Menge der Oligomeren auf der Faseroberfläche
ist die alkalische Vorbehandlung der Ware. Die anschließende Färbung kann dann - je
nach Farbstoffauswahl - sauer oder alkalisch erfolgen [Yang, Y.; Shiqi, L.: Text.
Chem. Color. Am. Dyst. Rep. 32 (2000), 42 - 46]. Der Nachteil dieses Verfahrens ist
der Wechsel des pH-Wertes von alkalisch zu sauer beziehungsweise beim alkalischen
Färben die geringe Auswahl an alkalistabilen Dispersionsfarbstoffen.
[0005] Die Verwendung von Tensiden zur Entfernung der Oligomeren sorgt hauptsächlich für
das Herauslösen der ohnehin wasserlöslichen linearen Oligomere. Bezüglich der Trimeren
kann nur wenig Verbesserung erreicht werden [Grosse, I.; Schreiber, H.: Tenside, Surf.
Det. 33 (1996), 252 - 259; Hodul P. et al.: Vlákna a textil 5 (1998), 12 - 18]. Bei
Nachwaschverfahren kommen häufig kationische Tenside zum Einsatz, die aufgrund ihrer
Ladung jedoch nicht im Färbebad eingesetzt werden können. Außerdem zeigen diese Nachwaschverfahren
wenig Effizienz.
[0006] Ein anderes Verfahren, um den Austritt von Oligomeren aus der Polyesterfaser zu verhindern,
ist das "Festkleben" an der Faseroberfläche mit hochmolekularen Substanzen. Der Einsatz
derartiger Substanzen ist aber nicht in allen Färbeverfahren möglich.
[0007] DE 195 16 957 C2 beschreibt wasserlösliche, für Wasch- und Reinigungsmittel geeignete
Polymere, erhältlich durch radikalische Polymerisation von Monomermischungen aus
- a) 10 bis 70 Gew.-% monoethylenisch ungesättigten C4-8-Dicarbonsäuren bzw. deren Salzen,
- b) 20 bis 85 Gew.-% monoethylenisch ungesättigten C3-10-Monocarbonsäuren bzw. deren Salzen,
- c) 1 bis 50 Gew.-% einfach ungesättigten Monomeren, die nach Hydrolyse oder Verseifung
zu Monomereinheiten mit einer oder mehreren an der C-C-Kette kovalent gebundenen Hydroxylgruppen
umgewandelt werden können,
- d) > 10 bis 40 Gew.-% monoethylenisch ungesättigten sulfonsäure- oder sulfatgruppenhaltigen
Monomeren bzw. deren Salzen und
- e) 0 bis 10 Gew.-% weiteren, radikalisch copolymerisierbaren Monomeren,
wobei die Summe der Monomeren von a) bis e) 100 Gew.-% beträgt, in wässriger Lösung
und Hydrolyse oder Verseifung der Monomerbestandteile nach c).
[0008] Die beschriebenen Polymerisate können alleine auch als Hilfsmittel in Wasch- und
Färbeflotten für Polyester eingesetzt werden. Für Wasch- und Reinigungsmittel können
die Polymerisate auch in Kombination mit Copolymeren von beispielsweise Acrylsäure
und Maleinsäure verwendet werden.
[0009] US 5,464,452 A beschreibt ein umweltverträgliches Verfahren zur Fixierung von Farbstoffen,
die in fein-dimensionales synthetisches Textilträgermaterial imprägniert sind. Das
Verfahren umfasst das Inkontaktbringen des gefärbten synthetischen Trägermaterials
mit einer phenol- und formaldehyd-freien Zusammensetzung zur Fixierung von Farbstoffen
enthaltend: (a) Polymethacrylsäure, (b) Copolymer der Methacrylsäure im Wesentlichen
bestehend aus Methacrylsäure und ethylenisch ungesättigten Comonomeren, die aus der
Gruppe ausgewählt sind bestehend aus 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure, Natriumvinylsulfonat,
Natriumstyrolsulfonat, Alkylacrylat, und Kombinationen davon, (c) Kombinationen von
(a) und (b), und (d) Wasser. In diesem Prozess wird das bereits gefärbte Fasermaterial
mit der beschriebenen Zusammensetzung behandelt.
[0010] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, ein Verfahren zum Färben
von Polyesterfasern durch Inkontaktbringen von Textilien mit einem Färbebad umfassend
ein Textilhilfsmittel mit Oligomeren-Dispergiereigenschaften bereitzustellen, das
geeignet ist, das Problem der Oligomerenablagerung bei der Polyesterfärberei zu überwinden
und insbesondere in sauren und in alkalischen Färbebädern eingesetzt werden kann.
Dabei darf das Ergebnis der Färbung bezüglich Farbton, Farbtiefe, Egalität und Echtheit
durch das eingesetzte Hilfsmittel nicht beeinflusst werden. Darüber hinaus soll der
Anteil ethoxylierter Verbindungen nach Möglichkeit gering gehalten werden, da sie
die Schaumbildung begünstigen können.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß in einer ersten Ausführungsform gelöst durch ein
Verfahren zum Färben von Polyesterfasern durch Inkontaktbringen von Textilien mit
einem Färbebad umfassend ein Textilhilfsmittel enthaltend
- (a) ein Homopolymer auf der Basis von 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure-Monomeren
(AMPS) und/oder ein Co- oder Terpolymer auf der Basis von AMPS mit weiteren Monomeren
mit olefinischen Doppelbindungen, wobei das Homo- Co- oder Terpolymer eine Zusammensetzung
der allgemeinen Formel (I)

mit unabhängig voneinander
R1 = CO-NH-C(CH3)2-CH2SO3R8
R2 = H und/oder CH3
R3 = H, COOH und/oder COOM
R4 = H, COOH, COOM, CONH2, CH3, (C2 bis C6)-Alkyl, Phenyl und/oder substituiertes Phenyl
R5 = H und/oder CH3
R6 = H, COOH und/oder COOM
R7 = H, COOH, COOM, CONH2, CH3, (C2 bis C6)-Alkyl, Phenyl und/oder substituiertes Phenyl
R8 = H und/oder M
M = Alkalimetall, Erdalkalimetall, Ammonium, Amin und/oder substituiertes Amin
mit der Maßgabe, dass a + b + c = 1 und
a = 0,1 bis 1,0,
b = 0,0 bis 0,9 und
c = 0,0 bis 0,9 betragen und
- (b) ein Homo-, Co- oder Terpolymer auf der Basis von wenigstens einem Monomeren, ausgewählt
aus Carbonsäurederivaten mit olefinischen Doppelbindungen, das Homo- Co- oder Terpolymer
genügend einer Zusammensetzung der allgemeinen Formel (II)

mit unabhängig voneinander
R9 = H, COOH, COOM und/oder CONH2
R10 = COOH, COOM und/oder CONH2
R11 = H und/oder CH3
R12 = H, COOH und/oder COOM
R13 = H, COOH, COOM, CONH2, CH3, (C2 bis C6)-Alkyl, Phenyl und/oder substituiertes Phenyl.
R14 = H und/oder CH3
R15 = H, COOH und/oder COOM
R16 = H, COOH, COOM, CH3, (C2 bis C6)-Alkyl, Phenyl und/oder substituiertes Phenyl
M = Alkalimetall, Erdalkalimetall, Ammonium, Amin und/oder substituiertes Amin
mit der Maßgabe, dass d + e + f = 1 und
d = 0 bis 0,50,
e = 0 bis 0,50 und
f = 0,50 bis 0,95 betragen.
[0012] Der Begriff "Homopolymer" bezeichnet dabei ein Polymer, beispielsweise Polyacrylsäure,
das durch Polymerisation der olefinischen Doppelbindungen lediglich eines Monomers
mit olefinischen Doppelbindungen erhalten wurde, "Copolymer", bzw. "Terpolymer" bezeichnen
Polymere, die durch Polymerisation der olefinischen Doppelbindungen zweier bzw. dreier
verschiedener Monomere mit olefinischen Doppelbindungen statistisch, als Blockpolymere,
als Blockcopolymere oder in sonstiger Weise erhalten wurden. Die Indices a, b und
c, d, e und f definieren das Mengenverhältnis der Monomerbausteine zueinander, die
Reihenfolge der Monomere wird dadurch in keiner Weise festgelegt. Auch Blockcopolymere
der Art a-a
x-b-b
y-c-c
y sind beispielsweise damit eingeschlossen.
[0013] Dabei ist erfindungsgemäß bevorzugt, wenn der Bestandteil (a) ein Homopolymer eines
Salzes von 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure, insbesondere eines Natriumsalzes,
ist.
[0014] Besonders bevorzugt ist dabei der Bestandteil b) ein Homo-, Co- oder Terpolymer auf
der Basis von Acrylsäure und/oder Maleinsäure und gegebenenfalls einem Olefin einer
Zusammensetzung der allgemeinen Formel (II).
[0015] Die Bestandteile a) und b) des Textilhilfsmittels sind bevorzugt wasserlöslich. Wasserlöslich
im Sinne der Erfindung bedeutet, dass bei Raumtemperatur bei Konzentrationen des Bestandteils
in Wasser bis zu 400, insbesondere bis zu 500 g/l noch klare Lösungen erhalten werden.
[0016] Beste Ergebnisse bei der Dispergierung von Oligomeren werden erzielt, wenn in dem
erfindungsgemäßen Verfahren das Verhältnis der Gewichtsteile der Bestandteile (a)
zu (b) 90 zu 10 bis 10 zu 90, insbesondere 65 zu 35 bis 35 zu 65, ganz besonders 60
zu 40 bis 40 zu 60 und insbesondere bevorzugt etwa 50 zu 50 eingestellt wird.
[0017] Vorzugsweise ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass die verwendeten Bestandteile
a) und/oder b) teilweise oder vollständig neutralisiert sind. Dadurch weist das Gemisch
bevorzugt einen pH-Wert im Bereich von 4 bis 12 auf. Durch die Neutralisation wird
die Löslichkeit in Wasser verbessert. Dies ist von Vorteil, da in wässrigen Färbeflotten
gearbeitet wird.
[0018] Das im erfindungsgemäßen Verfahren verwendete Textilhilfsmittel enthält in einer
Ausführungsform der Erfindung zusätzlich weitere Bestandteile wie Waschmittel, Färbebeschleuniger,
Egalisiermittel, Dispergiermittel zur Stabilisierung der Farbstoffdispersion, Puffer,
Faltenverhinderer und/oder Nachreinigungsmittel. Daraus resultiert die Möglichkeit
für die Herstellung von kombinierten Produkten, die ebenfalls Gegenstand der Erfindung
sind. Ein Beispiel hierfür ist die Mischung des erfindungsgemäßen Hilfsmittels mit
Fettsäureethoxylaten zur Herstellung von Egalisiermitteln mit Oligomeren dispergierenden
Eigenschaften. Aber auch die Kombination mit Färbebeschleunigern, Dispergiermitteln
zur Stabilisierung der Farbstoffdispersion, Puffern und Faltenverhinderern ist möglich.
Weiterhin kann das im erfindungsgemäßen Verfahren verwendete Textilhilfsmittel Wasser
enthalten.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform betrifft die Erfindung ein Verfahren, in dem man
ein Textilhilfsmittel einsetzt, das insgesamt 5 bis 50, insbesondere 10 bis 40 Gewichtsprozent,
bezogen auf das Gesamtgewicht des Textilhilfsmittels, der Bestandteile a) und b) enthält.
[0020] Das im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte Textilhilfsmittel findet bevorzugt
Verwendung in der Färberei polyesterhaltiger Textilien, wobei man die Textilien mit
dem Textilhilfsmittel in Kontakt bringt. Insbesondere findet das Textilhilfsmittel
Verwendung im oben beschriebenen Verfahren zum Dispergieren von Oligomeren.
[0021] Das wichtigste Färbeverfahren für Polyester ist das Hochtemperatur-(HT)-Verfahren.
Üblicherweise wird dieses bei Temperaturen von 130 - 140 °C im geschlossenen Färbeapparat
durchgeführt. Dabei werden fast ausschließlich Dispersionsfarbstoffe verwendet. Die
Färbung findet normalerweise im schwach sauren Medium statt. Als Hilfsmittel im Färbebad
können Färbebeschleuniger (Carrier), Egalisiermittel, Dispergiermittel zur Stabilisierung
der Farbstoffdispersion, Puffer und Faltenverhinderer allein oder in Kombination mit
dem Textilhilfsmittel eingesetzt werden. Zur Verbesserung der Farbechtheiten können
außerdem Nachreinigungsmittel verwendet werden, die oberflächlich anhaftenden Farbstoff
entfernen. Alle genannten Textilhilfsmittel können auch beim Färben von Polyester-
und Cellulosemischungen Verwendung finden [Richter, P.: a. a. O.]. Bevorzugt werden
in diesem Zusammenhang die im Textilhilfsmittelkatalog (THK) 2000, Deutscher Fachverlag,
Frankfurt am Main (2000) beschriebenen Hilfsmittel, als Färbebeschleuniger insbesondere
Carbonsäureverbindungen, Sulfonate, Sulfate, Kohlenwasserstoffe, Alkoxylate, weitere
Färbebeschleuniger gemäß THK sowie Zubereitungen aus einem oder mehreren dieser Stoffe,
als Egalisiermittel insbesondere Carbonsäureverbindungen, Sulfonate, Sulfate, Alkoxylate,
Polyester, weitere Egalisiermittel gemäß THK sowie Zubereitungen aus einem oder mehreren
dieser Stoffe, als Dispergiermittel insbesondere Naphthalinsulfonate, andere Sulfonate,
deren Kondensationsprodukte mit Formaldehyd, Sulfate, Carbonsäureverbindungen, Alkoxylate,
Polyester, weitere Dispergiermittel gemäß THK sowie Zubereitungen aus einem oder mehreren
dieser Stoffe, als Puffer insbesondere anorganische und/oder organische Säuren, Carbonsäureverbindungen,
Sulfonate, Phosphonate, verschiedene Salze, weitere Puffer gemäß THK sowie Zubereitungen
aus einem oder mehreren dieser Stoffe, als Lauffaltenverhinderer insbesondere Carbonsäureverbindungen,
Sulfonate, Sulfate, Phosphate, Alkoxylate, Polyethylen, Polymerdispersionen, Polykondensate,
weitere Lauffaltenverhinderer gemäß THK sowie Zubereitungen aus einem oder mehreren
dieser Stoffe, als Nachreinigungsmittel insbesondere anorganische und/oder organische
Reduktionsmittel, Sulfinsäureverbindungen, Thioharnstoffdioxid, Carbonsäureverbindungen,
Sulfonate, Sulfate, Phosphate, quaternäre Ammoniumverbindungen, Alkoxylate, Polyethylen,
Polymerdispersionen, Polykondensate, weitere Nachreinigungsmittel gemäß THK sowie
Zubereitungen aus einem oder mehreren dieser Stoffe.
[0022] Das im erfindungsgemäßen Verfahren verwendete Textilhilfsmittel dient dabei bevorzugt
dem effektiven Dispergieren von Oligomeren. Diese Aufgabe wird besonders gut in Kombination
mit den verschiedenen sonstigen Hilfsmitteln im Färbebad gelöst, die entweder bereits
in dem im erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten Textilhilfsmittel enthalten sind
oder zusätzlich dem Färbebad zugegeben werden können.
[0023] Das Hilfsmittel kann sowohl im Färbebad als auch bei der Vorwäsche und Nachwäsche
verwendet werden.
Ausführungsbeispiele:
[0024] Die folgenden Beispiele zeigen die Oligomeren dispergierende Wirkung während der
Färbung von Polyesterfasern. Da es im Labormaßstab nicht möglich ist, den Effekt einfach
mittels verschiedener Färbungen zu zeigen, wurden die Vergleiche mit einer speziellen
Testmethode durchgeführt, die die Färbebedingungen simuliert.
Testmethode:
[0025] Man verwendet Ablagerungen aus Färbemaschinen von Textilveredlungsbetrieben, die
Polyester-Oligomere enthalten. Zur Reinigung werden 10 g Ablagerungen mit 1000 ml
Dioxan übergossen und ca. 30 Minuten bei Raumtemperatur verrührt. Anschließend filtriert
man diese Lösung über ein Filterpapier ab. Auf diese Weise erhält man als Filtrat
eine klare Polyester-Oligomerenlösung.
[0026] Zur Überprüfung der Oligomerdispergierwirkung stellt man jeweils 200 ml Flotte her,
welche 2 g/l MEROPAN
® CIT (Puffer für die Polyesterfärberei von der Firma CHT R. Beitlich GmbH, Tübingen)
und 5 g/l des zu überprüfenden Textilhilfsmittels enthält.
[0027] Nach Überprüfung des pH-Wertes gibt man die Flotten in HT-Färbebecher und heizt im
Labomat auf 80 °C. Bei dieser Temperatur gibt man 6,0 ml der Polyester-Oligomerenlösung
zu, heizt auf 130 °C und hält diese Temperatur für die Dauer von 30 Minuten. Anschließend
lässt man abkühlen.
[0028] Bei 20 °C werden die Flotten mittels Saugflasche und Vakuumpumpe über Schwarzfilter
bei 700 mbar abgesaugt. Man trocknet die Filter an der Luft und beurteilt anschließend
mit dem Auge die Oligomerablagerungen auf dem Filter. Als Vergleich wird immer eine
Blindflotte ohne Oligomeren dispergierendem Textilhilfsmittel mitgeprüft.
Beispiele:
[0029] In den folgenden Beispielen wurden Mischungen aus dem Homopolymer des Na-Salzes von
2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure (Homopol. AMPS-Na) und des Na-Salzes eines
Maleinsäure/Olefin-Copolymerisates (SOKALAN
® CP 9 von der Fa. BASF, Ludwigshafen) verwendet. Beide Polymere wurden in Form ihrer
wässrigen Lösung mit insgesamt 5 g/l des(r) zu überprüfenden Textilhilfsmittel(s)
eingesetzt. Die angegebenen Teile bezeichnen das Gewichtsverhältnis der enthaltenen
Feststoffanteile zueinander. Die Versuchsdurchführung erfolgte gemäß der oben beschriebenen
Testmethode. Dabei wurden folgende Ergebnisse erhalten:
| |
Homopol. AMPS-Na |
Sokalan® CP 9 |
Dispergierwirkung |
| Beispiel 1 |
60 Teile |
40 Teile |
++ |
| Beispiel 2 |
50 Teile |
50 Teile |
+++ |
| Beispiel 3 |
40 Teile |
60 Teile |
++ / +++ |
| Beispiel 4 |
20 Teile |
80 Teile |
++ |
| |
|
|
|
| Vergleichsbeispiel 1 |
0 Teile |
0 Teile |
- |
| Vergleichsbeispiel 2 |
100 Teile |
0 Teile |
- |
| Vergleichsbeispiel 3 |
0 Teile |
100 Teile |
+ |
Beurteilung: - keine Oligomerendispergierwirkung
+ leichte Oligomerendispergierwirkung
++ gute Oligomerendispergierwirkung
+++ sehr gute Oligomerendispergierwirkung |
1. Verfahren zum Färben von Polyesterfasern durch Inkontaktbringen von Textilien mit
einem Färbebad, umfassend ein Textilhilfsmittel enthaltend
(a) ein Homopolymer auf der Basis von 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure-Monomeren
(AMPS) und/oder ein Co- oder Terpolymer auf der Basis von AMPS mit weiteren Monomeren
mit olefinischen Doppelbindungen, wobei das Homo- Co- oder Terpolymer eine Zusammensetzung
der allgemeinen Formel (I) aufweist

mit unabhängig voneinander
R1 = CO-NH-C(CH3)2-CH2SO3R8
R2 = H und/oder CH3
R3 = H, COOH und/oder COOM
R4 = H, COOH, COOM, CONH2, CH3, (C2 bis C6)-Alkyl, Phenyl und/oder substituiertes Phenyl
R5 = H und/oder CH3
R6 = H, COOH und/oder COOM
R7 = H, COOH, COOM, CONH2, CH3, (C2 bis C6)-Alkyl, Phenyl und/oder substituiertes Phenyl
R8 = H und/oder M
M = Alkalimetall, Erdalkalimetall, Ammonium, Amin und/oder substituiertes Amin
mit der Maßgabe, dass a + b + c = 1 und
a = 0,1 bis 1,0,
b = 0,0 bis 0,9 und
c = 0,0 bis 0,9 betragen und
(b) ein Homo-, Co- oder Terpolymer auf der Basis von wenigstens einem Monomeren, ausgewählt
aus Carbonsäurederivaten mit olefinischen Doppelbindungen, das Homo- Co- oder Terpolymer
genügend einer Zusammensetzung der allgemeinen Formel (II)

mit unabhängig voneinander
R9 = H, COOH, COOM und/oder CONH2
R10 = COOH, COOM und/oder CONH2
R11 = H und/oder CH3
R12 = H, COOH und/oder COOM
R13 = H, COOH, COOM, CONH2, CH3, (C2 bis C6)-Alkyl, Phenyl und/oder substituiertes Phenyl
R14 = H und/oder CH3
R15 = H, COOH und/oder COOM
R16 = H, COOH, COOM, CH3, (C2 bis C6)-Alkyl, Phenyl und/oder substituiertes Phenyl
M = Alkalimetall, Erdalkalimetall, Ammonium, Amin und/oder substituiertes Amin mit
der Maßgabe, dass d + e + f = 1 und
d = 0 bis 0,50,
e = 0 bis 0,50 und
f = 0,50 bis 0,95 betragen.
2. Verfahren gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bestandteil a) ein Homopolymer eines Salzes von 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure,
insbesondere eines Natriumsalzes, ist.
3. Verfahren gemäß Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Bestandteil b) ein Homo-, Co- oder Terpolymer auf der Basis von Acrylsäure und/oder
Maleinsäure einer Zusammensetzung der allgemeinen Formel (II) eingesetzt wird.
4. Verfahren gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis der Gewichtsteile der Bestandteile (a) zu (b) im Bereich von 90 zu
10 bis 10 zu 90, insbesondere 65 zu 35 bis 35 zu 65, ganz besonders 60 zu 40 bis 40
zu 60 und vornehmlich etwa 50 zu 50 eingestellt wird.
5. Verfahren gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestandteile a) und/oder b) teilneutralisiert oder neutralisiert werden.
6. Verfahren gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Textilhilfsmittel eingesetzt wird, das insgesamt 5 bis 50, insbesondere 10 bis
40 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht des Textilhilfsmittels, der Bestandteile
a) und b) enthält.
7. Verfahren gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Textilhilfsmittel eingesetzt wird, das Hilfs- und Zusatzstoffe und/oder Wasser
enthält.
8. Verfahren gemäß Patentanspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Textilhilfsmittel eingesetzt wird, das Hilfs- und Zusatzstoffe enthält, die ausgewählt
sind aus Waschmitteln, Färbebeschleunigern, Egalisiermitteln, Dispergiermitteln zur
Stabilisierung der Farbstoffdispersion, Puffern, Faltenverhinderern und/oder Nachreinigungsmitteln.
9. Verwendung eines Textilhilfsmittels wie in einem der Patentansprüche 1 bis 8 definiert
zum Dispergieren von Oligomeren.
1. A process for dyeing polyester fibers by contacting textiles with a dyeing bath comprising
a textile auxiliary containing:
(a) a homopolymer based on 2-acrylamido-2-methylpropanesulfonic acid monomers (AMPS)
and/or an AMPS-based copolymer or terpolymer with further monomers comprising olefinic
double bonds, wherein said homopolymer, copolymer or terpolymer has a composition
of general formula (I):

wherein independently:
R1 = CO-NH-C(CH3)2-CH2SO3R 8;
R2 = H and/or CH3;
R3 = H, COOH and/or COOM;
R4 = H, COOH, COOM, CONH2, CH3, (C2 to C6) alkyl, phenyl and/or substituted phenyl;
R5 = H and/or CH3;
R6 = H, COOH and/or COOM;
R7 = H, COOH, COOM, CONH2, CH3, (C2 to C6) alkyl, phenyl and/or substituted phenyl;
R8 = H and/or M;
M = alkali metal, alkaline earth metal, ammonium, amine and/or substituted amine;
with the proviso that a + b + c = 1; and
a = from 0.1 to 1.0;
b = from 0.0 to 0.9; and
c = from 0.0 to 0.9; and
(b) a homopolymer, copolymer or terpolymer based on at least one monomer selected
from carboxylic acid derivatives with olefinic double bonds, said homopolymer, copolymer
or terpolymer having a composition of general formula (II):

wherein independently:
R
9 = H, COOH, COOM and/or CONH
2;
R
10 = COOH, COOM and/or CONH
2;
R
11 = H and/or CH
3;
R
12 = H, COOH and/or COOM;
R
13 = H, COOH, COOM, CONH
2, CH
3, (C
2 to C
6) alkyl, phenyl and/or substituted phenyl;
R
14 = H and/or CH
3;
R
15 = H, COOH and/or COOM;
R
16 = H, COOH, COOM, CH
3, (C
2 to C
6) alkyl, phenyl and/or substituted phenyl;
M = alkali metal, alkaline earth metal, ammonium, amine and/or substituted amine;
with the proviso that d + e + f = 1; and
d = from 0 to 0.50;
e = from 0 to 0.50; and
f = from 0.50 to 0.95.
2. The process according to claim 1, characterized in that component a) is a homopolymer of a salt of 2-acrylamido-2-methylpropanesulfonic acid,
especially a sodium salt.
3. The process according to claim 1 or 2, characterized in that a homopolymer, copolymer or terpolymer based on acrylic acid and/or maleic acid having
a composition of general formula (II) is employed as component b).
4. The process according to any of claims 1 to 3, characterized in that the ratio of weight parts of components (a) to (b) is adjusted within a range of
from 90 : 10 to 10 : 90, especially from 65 : 35 to 35 : 65, more especially from
60 : 40 to 40 : 60, preferably about 50 : 50.
5. The process according to any of claims 1 to 4, characterized in that components a) and/or b) are partially neutralized or neutralized.
6. The process according to any of claims 1 to 5, characterized in that a textile auxiliary is employed which contains a total of 5 to 50, especially 10
to 40, percent by weight, based on the total weight of said auxiliary, of components
a) and b).
7. The process according to any of claims 1 to 6, characterized in that a textile auxiliary is employed which contains auxiliary agents and additives and/or
water.
8. The process according to claim 7, characterized in that a textile auxiliary is employed which contains auxiliary agents and additives selected
from detergents, dyeing accelerators, leveling agents, dispersants for stabilizing
the dye dispersion, buffers, anti-wrinkling agents and/or repurifiers.
9. Use of a textile auxiliary as defined in any of claims 1 to 8 for dispersing oligomers.
1. Procédé de teinture de fibres en polyester par mise de matériau textile en contact
avec un bain de teinture qui contient un auxiliaire pour textile comprenant :
a) un homopolymère à base de monomère AMPS (acide 2-acrylamido-2-méthyl-propanesulfonique)
et/ou un copolymère ou terpolymère à base d'AMPS et d'autres monomères à double liaison
oléfinique, lequel homopolymère, copolymère ou terpolymère présente une composition
correspondant à la formule générale (I) :

dans laquelle, indépendamment les uns des autres,
R1 représente CO-NH-C(CH3)2-CH2SO3R8,
R2 représente H et/ou CH3,
R3 représente H, COOH et/ou COOM
R4 représente H, COOH, COOM, CONH2, CH3, alkyle en C2-6, phényle
et/ou phényle à substituant(s),
R5 représente H et/ou CH3,
R6 représente H, COOH et/ou COOM
R7 représente H, COOH, COOM, CONH2, CH3, alkyle en C2-6, phényle et/ou phényle à substituant(s),
R8 représente H et/ou M,
et M représente métal alcalin, métal alcalino-terreux, ammonium, amine
et/ou amine à substituant(s),
étant entendu que a + b + c = 1 et que
a vaut de 0,1 à 1,0,
b vaut de 0,0 à 0,9,
et c vaut de 0,0 à 0,9 ;
b) et un homopolymère, copolymère ou terpolymère à base d'au moins un monomère choisi
parmi les dérivés d'acide carboxylique à double liaison oléfinique, lequel homopolymère,
copolymère ou terpolymère présente une composition correspondant à la formule générale
(II) :

dans laquelle, indépendamment les uns des autres,
R
9 représente H, COOH, COOM et/ou CONH
2,
R
10 représente COOH, COOM et/ou CONH
2,
R
11 représente H et/ou CH
3,
R
12 représente H, COOH et/ou COOM
R
13 représente H, COOH, COOM, CONH
2, CH
3, alkyle en C
2-6, phényle
et/ou phényle à substituant(s),
R
14 représente H et/ou CH
3,
R
15 représente H, COOH et/ou COOM
R
16 représente H, COOH, COOM, CONH
2, CH
3, alkyle en C
2-6, phényle et/ou phényle à substituant(s),
et M représente métal alcalin, métal alcalino-terreux, ammonium, amine et/ou amine
à substituant(s),
étant entendu que d + e + f = 1 et que
d vaut de 0 à 0,50,
e vaut de 0 à 0,50,
et f vaut de 0,50 à 0,95.
2. Procédé conforme à la revendication 1, caractérisé en ce que le composant (a) est un homopolymère d'un sel de l'acide 2-acrylamido-2-méthyl-propanesulfonique,
en particulier du sel de sodium de cet acide.
3. Procédé conforme à la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'on emploie, en tant que composant (b), un homopolymère, copolymère ou terpolymère
d'acide acrylique et/ou d'acide maléique dont la composition correspond à la formule
générale (II).
4. Procédé conforme à l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'on ajuste le rapport en poids du composant (a) au composant (b) à une valeur de
90/10 à 10/90, en particulier de 65/35 à 35/65, plus particulièrement de 60/40 à 40
/60, et surtout à la valeur de 50/50.
5. Procédé conforme à l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les composants (a) et/ou (b) sont complètement ou partiellement neutralisés.
6. Procédé conforme à l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'on emploie un auxiliaire pour textile qui contient des composants (a) et (b) en
une quantité représentant, en tout, 5 à 50 % et en particulier 10 à 40 % du poids
total de l'auxiliaire textile.
7. Procédé conforme à l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'on emploie un auxiliaire pour textile qui contient des auxiliaires et adjuvants
et/ou de l'eau.
8. Procédé conforme à la revendication 7, caractérisé en ce que l'on emploie un auxiliaire pour textile qui contient des auxiliaires et adjuvants
choisis parmi les agents de lavage, accélérateurs de teinture, agents d'unisson, agents
dispersants stabilisant la dispersion de colorant, agents tampons, agents anti-plis
et/ou agents de post-nettoyage.
9. Emploi d'un auxiliaire pour textile, du type défini dans l'une des revendications
1 à 8, pour disperser des oligomères.