[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Dekorieren von Teilen des menschlichen Körpers
mit Mustern.
[0002] Der Mensch hat zumindest zeitweilig den Wunsch, sich zu verschönern. Dies kann durch
attraktive Kleidung und Schmuck geschehen. Durch Verwendung von Lippenstiften, Wimperntusche,
Nagellack und anderen kosmetischen Mitteln können Teile des Körpers betont werden.
[0003] Es ist aber auch bekannt, Muster auf Teilen des Körpers anzubringen, mit denen nicht
die Form von Körperteilen nachgezeichnet oder betont werden soll, sondern die von
der Körperform oder dem Körperteil unabhängig sind. Dies kann einerseits durch die
bekannten Tätowierungen geschehen. Der Nachteil derselben ist, dass sie teuer, umständlich
und nicht schmerzfrei herzustellen und nur sehr schwer wieder zu entfernen sind. Um
diesen Nachteil zu vermeiden, kann man die entsprechenden Körperteile bemalen. Man
erhält dann zwar ein der Tätowierung ähnliches Muster, das zwar sichtbar ist, aber
flach auf der Haut aufliegt und z. B. nicht ertastet werden kann.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Schaffung eines Verfahrens der eingangs
genannten Art, mit dem interessantere Muster auf der Haut angebracht werden können,
die auch wieder entfernt werden können.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, dass ein flächiges Element, in dem das
Muster in Form einer Aussparung vorliegt, auf den zu dekorierenden Körperteil aufgelegt
wird, auf das flächige Element und den Körperteil im Bereich der Aussparung ein nach
einiger Zeit antrocknendes Klebemittel aufgebracht wird, vor dem Antrocknen ein pulverförmiges
oder feinkörniges Material im Bereich der Aussparung aufgebracht wird und das flächige
Element anschließend entfernt wird.
[0006] Um die Haut im entsprechenden Bereich des menschlichen Körpers mit einem Muster zu
versehen, wird eine Folie auf die Haut aufgelegt, in der das Muster ausgeschnitten
oder ausgestanzt ist. Auf die Folie und den Körperteil im Bereich der Aussparung wird
dann ein nach einiger Zeit antrocknendes Klebemittel aufgebracht. Die Folie wirkt
dabei als Schablone, so dass das Klebemittel nur auf den Bereich der Haut aufgebracht
wird, der der Aussparung der Folie entspricht. Bevor das Klebemittel antrocknet, wird
dann ein feinkörniges Material im Bereich der Aussparung aufgebracht. Anschließend
wird die Folie entfernt. Nachdem das Klebemittel angetrocknet ist, hat man nur im
Bereich, wo sich die Aussparung befand, Klebemittel mit darauf angebrachtem feinkörnigen
Material. Das entsprechende Muster verbleibt dann auf der Haut. Wenn geeignete Klebemittel
verwendet werden, kann das Muster durchaus einige Tage auf der Haut verbleiben und
löst sich auch beim Waschen oder Duschen nicht.
[0007] Zweckmäßigerweise werden hautverträgliche Materialien verwendet. Das flächige Material
könnte z. B. eine selbstklebende Folie, ein Pflaster oder z. B. ein transparentes
hautverträgliches Klebevlies sein. Ein solches Klebevlies wird z. B. von der Firma
Beiersdorf unter der Bezeichnung Hansaplast Fixomull strech BSN Medical vertrieben.
Wenn das flächige Material selbstklebend ist, wird nicht nur die Anbringung des Musters
erleichtert, sondern auch verhindert, dass Klebemittel und feinkörniges Material unter
Teile des flächigen Materials gelangt, so dass man unscharfe Konturen des Musters
erhält.
[0008] Das Klebemittel könnte z. B. mit einem Pinsel aufgebracht werden. Besonders zweckmäßig
ist es aber, wenn das Klebemittel aufgesprüht wird. Für diesen Zweck stehen sogenannte
Sprühplaster zur Verfügung, die zur Behandlung von Schürfwunden und dergleichen bestimmt
sind. Diese Pflaster werden als Flüssigkeit aufgesprüht und trocknen nach 30'Sekunden
bis einigen Minuten an. Bevor das Sprühpflaster trocknet, wird das feinkörnige Material
aufgebracht. Zweckmäßigerweise wird man sofort anschließend überschüssiges feinkörniges
Material abschütteln oder wegblasen, um zu sehen, ob tatsächlich das gesamte Muster
mit dem feinkörnigen Material bedeckt ist. Sollte dies nicht der Fall sein, kann man
vor dem Antrocknen des Klebemittels noch eine weitere Menge des feinkörnigen Materials
aufstreuen.
[0009] Das flächige Element kann durchsichtig sein, braucht es aber nicht, da es nach dem
Anbringen des Musters entfernt wird. Welche feinkörnigen Materialen verwendet werden,
hängt von den Effekten ab, die erzielt werden sollen. Es eignen sich hierfür Granulate,
Stäube, Sand, verschiedene Pulver, Kunststoffgranulate, Metallteilchen, mit Kunststoff
umschlossene Metallteilchen und anderes. Wichtig ist natürlich nur, dass das feinkörnige
Material hautverträglich ist. Das feinkörnige Material könnte farblos sein, wie z.
B. Sand. Vorteilhafterweise wird man aber farbiges Material, insbesondere mehrfarbiges
Material oder aber unterschiedlich gefärbte Materialien verwenden, die auf verschiedene
Stellen des Musters aufgebracht werden. In jedem Falle erhält man nach Antrocknen
des Klebemittels ein nicht nur sichtbares Muster, sondern im Gegensatz von Bemalungen
und Tätowierungen ein auch ertastbares Muster, das auch optisch aufgrund der Tatsache,
dass es von der Haut ein wenig vorsteht, eine interessantere Wirkung hat.
[0010] Wenn nach dem Aufbringen des feinkörnigen Materials eine weitere Schicht von antrocknendem
Klebemittel im Bereich der Aussparung aufgebracht wird, wird das feinkörnige Material
damit bedeckt und haftet so sicherer und längerer an der Haut an. Eventuell unerwünschte
Rauhigkeiten des aufgebrachten feinkörnigen Materials werden durch die zweite Klebemittelschicht
überdeckt. Das Aufbringen der zweiten Klebemittelschicht kann dabei vor oder nach
dem Antrocknen der ersten Klebemittelschicht vorgenommen werden.
[0011] Wenn das flächige Element vor dem Antrocknen des Klebemittels entfernt wird, besteht
nicht die Gefahr, dass Teile des Musters mit abgerissen werden. Insbesondere dann,
wenn nicht noch eine zweite Klebemittelschicht aufgebracht wird, können feinkörnige
Materialien verwendet werden, die Geruchsstoffe aufweisen. Man erhält dann ein Muster,
das nicht nur sichtbar und fühlbar ist, sondern dass auch Gerüche verbreitet. Es könnten
zu diesem Zweck parfümierte Teilchen verwendet werden. Aber auch natürliche Geruchsstoffe
sind denkbar, z. B. Kaffeepulver oder Kakaopulver. Das flächige Element kann vorgefertigt
sein. Man kann in diesem Falle flächiges Element kaufen, in dem Muster bereits vorgefertigt
sind, z. B. eingestanzt sind. Auf diese Weise kann man von professionellen Künstlern
erzeugte Muster auf der Haut anbringen. Diese Muster können zum Teil sehr aufwändig
sein, wobei man dann natürlich wie auch in anderen Fällen darauf achten muss, dass
das Muster nicht verzerrt wird, wenn das flächige Element auf der Haut aufgebracht
wird.
[0012] Andererseits kann man aber auch flächiges Element verwenden, in dem der Benutzer
selbst die Aussparungen ausschneidet, also das Muster selbst bestimmt.
[0013] Eine besondere Wirkung lässt sich auch noch erzielen, wenn man ein UV-Strahlung absorbierendes
feinkörniges Material verwendet. Hält man sich dann einige Zeit mit dem aufgebrachten
Muster im freien, insbesondere mit Sonneneinstrahlung auf, so wird die Haut unter
dem Muster nicht gebräunt. Entfernt man dann nach einiger Zeit das Muster, so ist
die Haut an der Stelle des Musters nicht gebräunt. Man erhält so ein Muster, dass
auch nach Entfernen des Klebemittels und der feinkörnigen Materialien noch eine gewisse
Zeit sichtbar bleibt.
[0014] Statt oder zusätzlich zu dem UV-Strahlung absorbierenden feinkörnigen Material kann,
um dieselbe Wirkung zu erzielen, auch ein UV-Strahlung absorbierendes Klebemittel
verwendet werden.
[0015] Die Erfindung wird im folgenden anhand einer vorteilhaften Ausführungsform unter
Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 bis 4 vier Schritte bei der Aufbringung des Musters der Erfindung.
[0016] Wie dies in Figur 1 gezeigt ist, ist auf die Haut 1 ein flächiges Element 2, z. B.
eine Folie oder ein Klebevlies aufgeklebt, die mit einer Aussparung 3 versehen ist.
Wie dies in Figur 2 gezeigt ist, wird das flächige Element 2 im Bereich der Aussparung
3 mit einem Klebemittel 4 besprüht. Dieses füllt die Aussparung 3 und erstreckt sich
noch über den Rand derselben auf das flächige Element 2. Anschließend wird dann, wie
dies in Figur 3 gezeigt ist, auf den Bereich der Aussparung 3 ein feinkörniges Material
5 aufgestreut oder sonst wie aufgebracht. Dieses haftet an dem Klebemittel 4 an. Soweit
Teilchen außerhalb des Klebemittelbereiches auf das flächige Element 2 fallen, fallen
Sie auch leicht wieder ab und stören insofern nicht. Wird das flächige Element 2 entfernt,
so werden auf das flächige Element 2 vorstehende Teile des Klebemittels 4 mit entfernt
und es verbleibt nur Klebemittel 4 mit darauf angeordneten Teilchen 5 in dem Bereich,
wo sich vorher die Aussparung 3 befand, wie dies in Figur 4 gezeigt ist.
1. Verfahren zum Dekorieren von Teilen des menschlichen Körpers (1) mit Mustern, dadurch gekennzeichnet, dass ein flächiges Element (2), in dem das Muster in Form einer Aussparung (3) vorliegt,
auf den zu dekorierenden Körperteil (1) aufgelegt wird, auf das flächige Element (2)
und den Körperteil (1) im Bereich der Aussparung (3) ein nach einiger Zeit antrocknendes
Klebemittel (4) aufgebracht wird, vor dem Antrocknen ein pulverförmiges oder feinkörniges
Material (5) im Bereich der Aussparung (3) aufgebracht wird und das flächige Element
(2) anschließend entfernt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein selbstklebendes flächiges Element (2) auf dem Körperteil (1) angebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als flächiges Element (2) eine Folie, ein Vlies oder ein Pflaster verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Klebemittel (4) aufgesprüht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Sprühpflaster (4) verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Aufbringen des feinkörnigen Materials (5) eine weitere Schicht von antrocknendem
Klebemittel (4) im Bereich der Aussparung (3) aufgebracht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das flächige Element (2) vor dem Antrocknen des Klebemittels (4) entfernt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein mehrfarbiges feinkörniges Material (5) oder unterschiedliche Materialien aufgebracht
werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass Geruchsstoffe aufweisende feinkörnige Materialien (5) aufgebracht werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein vorgefertigtes flächiges Element (2) verwendet wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein flächiges Element (2) verwendet wird, aus dem der Benutzer die Aussparungen ausschneidet.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein UV-Strahlung absorbierendes feinkörniges Material (5) und/oder ein UV-Strahlung
absorbierendes Klebemittel verwendet wird.