[0001] Die Erfindung betrifft eine Ampulle aus Kunststoff, umfassend ein Behälterteil zur
Aufnahme eines vorgebbaren Fluids, wie einer pharmazeutischen Flüssigkeit, ein Halsteil,
welches im Wesentlichen zylindrisch ausgebildet ist, sich an eine Oberseite des Behälterteils
anschließt, eine Halsteilöffnung zur Fluidentnahme aus dem Behälterteil und mindestens
eine kanalartige Eintrittsstelle für Luft in das Innere des Behälterteils aufweist.
[0002] Durch die
DE 39 16 840 C2 ist eine formstabile Ampulle aus Kunststoff für eine Flüssigkeit (Fluid) bekannt,
welche der Ampulle mittels eines Spritzenkörpers entnehmbar ist, der an seinem, in
den Ampullenhals einzuführenden Ende einen Entnahmestutzen in der Art eines Kegels
aufweist, wobei die Innenwand des Ampullenhalses in dem für die Anlage des Kegels
bestimmten Bereich mit einer den Durchtritt von Flüssigkeit zwischen der Kegelwandung
und der Innenwand des Ampullenhalses verhindernden Dichtungszone versehen ist, welche
eine Anlage längs einer kreisförmigen Linie ergibt. Dadurch, dass bei der bekannten
Lösung das freie Ende des Halses der Ampulle als Anlagefläche für eine den Kegel tragende
Stirnfläche des Spritzenkörpers ausgebildet ist und in Längsrichtung des Halses einen
Abstand von der Dichtungszone hat, so dass bei Anlage der Stirnfläche des Spritzenkörpers
an der Anlagefläche des Halses der Anlagedruck des Kegels auf die Innenwand des Halses
auf einen Wert begrenzt ist, der unter Beibehaltung der Sperre für den Durchtritt
von Flüssigkeit einen Eintritt von Luft zwischen der Kegelwandung und der Innenwand
des Halses gewährleistet, ist bei einem normalen Aufziehen der Spritze über den Spritzenkolben
von Hand eine problemlose Flüssigkeitsentnahme möglich, auch wenn die Ampulle für
den Entnahmevorgang wie üblich auf dem Kopf steht, ihr Halsteil also nach unten weist.
[0003] Es hat sich jedoch in der Praxis gezeigt, dass bei einem sehr raschen Aufziehvorgang
mittels der Spritze es zu einer Art Kurzschluß kommen kann, d.h. die Flüssigkeit bleibt
im Behälterteil der Ampulle, und es wird im wesentlichen nur Luft in den Spritzenkörper
bei einem Entnahmevorgang nachgesogen, die zumindest teilweise auch im Behälterteil
der Ampulle bevorratet ist, sofern diese nicht vollständig mit der pharmazeutischen
Flüssigkeit befüllt ist.
[0004] Versuche bei der erfindungsgemäßen Lösung, einen erhöhten Lufteintritt von außen
nach innen dadurch zu erreichen, dass die Innenwand des Ampullenhalses in dem für
die Anlage des Kegels des Spritzenkörpers bestimmten Bereich einen radial nach innen
über die benachbarten Innenwandbereiche vorstehenden Ringwulst ausbildet und den für
die Anlage des Kegels bestimmten Abschnitt des Halsteils auf seiner Innenseite mit
wenigstens einer nach innen offenen Längsnut zu versehen, die sich parallel zur Längsachse
der Ampulle erstreckt, um dergestalt die Eintrittsstelle für Umgebungsluft zu erhöhen,
hat sich als nicht ausreichend erwiesen, um dem Problem des Belüftungskurzschlusses
bei schnellen Entnahmevorgängen wirksam begegnen zu können.
[0005] Des weiteren ist durch die
US 5,716,346 ein Verfahren zum Umfüllen injizierbarer Flüssigkeiten von einer Vorratsampulle in
eine Spritze oder Kanüle bekannt, wobei die Spritze mit einem ersten Kupplungselement
und einer Öffnung ausgestattet ist, die mit einem inneren zylindrischen Hohlraum der
Spritze (Luer-Lock-System) derart verbunden ist, dass Flüssigkeit am ersten Kupplungselement
vorbei und durch die Öffnung hindurch in den zylindrischen Hohlraum fließt und die
Spritze oder Kanüle auffüllt, wobei dergestalt eine flüssigkeitsdicht verriegelte
Verbindung hergestellt ist und die Ampulle ist demgemäß mit elastischen Wänden zu
versehen, die unter dem Unterdruck beim Entnahmevorgang mittels des Spritzen- oder
Kanülenkörpers kollabieren und dergestalt den Entnahmevorgang sicherstellen. Das dahingehende
luftdicht durchzuführende Entnahmeverfahren mit der bekannten Vorrichtung läßt sich
dergestalt mithin nicht auf formstabile Ampullen übertragen und aufgrund der "kollabierbaren
Ampullenwände" kommt es innerhalb der Ampulle zu einem Unterdruck mit der Folge, dass
beim Entnahmevorgang mittels der Spritze der Inhalt wieder in die Ampulle zwangsläufig
zurückgesogen wird.
[0006] Durch die
US-A-3 630 199 ist eine Art Set mit einer gattungsgemäßen Ampulle bekannt, bestehend aus einem Behälterteil
aus Kunststoff zur Aufnahme einer vorgebbaren Fluidmenge, an das im Ausgangszustand
des Sets ein Kanülenkörper in Form einer Aufziehspritze angeschlossen ist, die ein
weiteres Fluid in vorgebbarer Menge aufnimmt. Das genannte Set, bestehend aus Behälterteil
und Kanülenkörper, dient einem zumindest teilweisen Mischen der insoweit bevorrateten
Fluidmengen miteinander nebst anschließender Abgabe der gemischten Fluidmenge über
den Kanülen- oder Spritzenkörper.
[0007] An dem Kanülenkörper ist in dessen Bereich mit dem Übergang zu der Abgabenadel der
Spritze ein Verbindungskörper mit einem Außengewinde angebracht, der bei Entfernen
des Kanülenkörpers aus der Set-Anordnung an diesem verbleibt. Innerhalb des angesprochenen
Sets greift das Außengewinde des Verbindungsteils jedoch in ein Innengewinde des Behälterteils
im Bereich seines freien offenen Endes formschlüssig und distanzfrei ein, wobei das
Behälterteil nach außen hin kein über eine Trennstelle abtrennbares Kopfteil aufweist,
um dergestalt im Bereich des Halsteils nach Entfernen des Kopfteils eine Halsteilöffnung
für die Entnahme des Behälterinhalts freigeben zu können. Um die Entnahme des Fluids
aus dem insoweit offenen Behälterteil zu erleichtern, ist eine Belüftung des Inneren
des Behälterteils vorgesehen, und zwar über mindestens eine radial eingebrachte Belüftungsöffnung
in der Behälterwand. Im normalen Ausgangszustand des Sets ist die dahingehende Entlüftungsöffnung
von dem Verbindungsteil des Kanülenkörpers verschlossen, wobei für einen Entnahmevorgang
des fluidischen Behälterinhalts der Kanülenkörper mit dem Verbindungsteil entlang
der in Eingriff befindlichen Gewindestrecken so lange rückgedreht wird, bis das Verbindungsteil
letztendlich die Belüftungsöffnung freigibt und Luft kann von außen über die Behälterwand
in das Innere des Behälterteils während des Entnahmevorganges nachströmen, was den
Entnahmevorgang erleichtert.
[0008] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
die eingangs genannte gattungsbildende Ampullenlösung dergestalt weiter zu verbessern,
dass eine sichere Bevorratungsmöglichkeit von Fluid in Ampullenkörpern geschaffen
ist und darüber hinaus bei jeder Entnahmegeschwindigkeit mittels des Spritzen- oder
Kanülenkörpers eine sichere Befüllung desselben erreicht ist.
[0009] Eine dahingehende Aufgabe löst eine Ampulle mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 in seiner Gesamtheit.
[0010] Die Erfindung umfasst weiter eine Entnahmeeinrichtung, umfassend eine erfindungsgemäße
Ampulle und einen Kanülenkörper mit einem im Wesentlichen zylindrisch ausgebildeten
Festlegeteil zur Festlegung am Halsteil der Ampulle. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind Gegenstände der Unteransprüche.
[0011] Durch den in das Halsteil eingebrachten Ringkanal entsteht für die einzuströmende
Luft eine Art Drallführung, die außenumfangsseitig die entnommene Flüssigkeit beim
Entnahmevorgang im Halsteil umströmt, was strömungstechnisch für den Entnahmevorgang
günstig ist. Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, dass der jeweilige Ringkanal wendelförmig
am Halsteil über eine vorgebbare Gewindestrecke angeordnet ist. Dabei weist vorzugsweise
der wendelförmige Ringkanal eine Ein- und eine Auslaufstelle auf, so dass sich dergestalt
nur kegelförmige Entnahmestutzen gemäß dem Inhalt der
DE 39 16 840 C2 an der Ampulle festlegen lassen, die eine Luer-Lock-Verbindung betrifft, wie sie
in der ISO-Norm 594/1 First edition vom 15.Juni 1986 festgelegt ist. Mit der dahingehenden
erfindungsgemäßen Ampulle lassen sich aber auch Anschlüsse von Spritzenkörpern und
Kanülen festlegen, wie sie in der ISO-Norm 594/2 First edition vom 1.Mai 1991 unter
Teil 2 Lock fittings beschrieben sind.
[0012] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Ampulle ist
der jeweilige Ringkanal mit seiner nutförmigen Ausnehmung zumindest teilweise über
Längsstege unterbrochen, die in der Formebene des Behälterteils liegen. Hierdurch
läßt sich besonders rationell und kostengünstig die Ampulle nebst Inhalt über ein
Blasform- und Füllverfahren erhalten und darüber hinaus sind die Gewindegänge des
Ringkanals entsprechend ausgesteift.
[0013] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Ampulle ist
außenumfangsseitig am Halsteil und außerhalb des jeweiligen Ringkanals ein Anschlagteil
als Überdrehschutz angeordnet. Insbesondere Anschlußstücke nach Teil 2 der genannten
ISO-Norm lassen sich dann dergestalt sicher an der Ampulle mit ihrem Halsteil festlegen
und nach dem Entnahmevorgang auch hemmnisfrei durch Abdrehen vom Halsteil entfernen.
[0014] Im folgenden wird die erfindungsgemäße Ampulle anhand der Zeichnung näher erläutert.
Dabei zeigen in prinzipieller und nicht maßstäblicher Darstellung die
- Fig.1
- eine perspektivische Ansicht auf den oberen Behälterteil der Ampulle mit Halsteil
und Knebelverschluß gemäß einer ersten Ausführungsform;
- Fig.2
- in perspektivischer Ansicht sowie aufgebrochen das Halsteil mit oberem Teil des Behälters
gemäß der Darstellung nach der Fig.1;
- Fig.3
- eine gegenüber den Fig.1 und 2 geänderte Ausführungsform;
- Fig.4
- im Längsschnitt den vorderen Teil eines Ampullen- oder Spritzenkörpers gemäß der ISO
594-2, first edition vom 1.Mai 1991.
[0015] Die Fig.1 zeigt den oberen Teil einer aus Kunststoff im Blasformverfahren hergestellten
formstabilen Ampulle, die eine mittels einer Spritze oder einer Kanüle entnehmbare
pharmazeutische Flüssigkeit enthält. Der Behälterteil 12 einer dahingehenden Ampulle
ist beispielsweise vollständig in den Fig.1 und 2 der
DE 39 16 840 C2 dargestellt. An die Oberseite des Behälterteils 12 schließt sich ein im wesentlichen
zylindrisch ausgebildetes Halsteil 14 an, das zu seiner freien Seite hin auch konisch
mit einer leichten Neigung (nicht dargestellt) versehen sein kann. An das Halsteil
14 der Ampulle schließt sich ein einstückig mit ihm ausgebildetes Kopfteil 16 an;
das seinerseits einstückig mit einem angeformten Knebelteil 18 ausgebildet ist. Das
Halsteil 14, das Kopfteil 16 sowie das Knebeiteil 18 werden in bekannter Weise im
Anschluß an das Füllen des Behälterteils 12 geformt, wobei gleichzeitig mit dem Formen
das Behälterteil 12 mit seinem Behälterinhalt in Form des Fluids steril verschlossen
wird. Zur Freigabe einer Halsteilöff nung 20 (vgl. Fig.2) ist zwischen Halsteil 14
und Kopfteil 16 eine Trennstelle 22 gebildet, wobei sich zur Bildung der Trennstelle
22 das Halsteil 14 sowie das Kopfteil 16 an ihren einander zugewandten Seiten konisch
verjüngen. Wird von Hand das Knebelteil 18 relativ gegenüber dem Behälterteil 12 gedreht,
schert an der Trennstelle 22 das Kopfteil 16 vom Halsteil 14 ab und dergestalt wird
die Halsteilöffnung 20 für einen Fluid-Entnahmevorgang dann freigegeben.
[0016] Wie die Fig.1 bis 3 des weiteren zeigen, ist das Halsteil 14 mit einer als Ganzes
mit 24 bezeichneten kanalartigen Eintrittsstelle für Luft für deren Zufuhr in das
Innere 26 des Behälterteils 12 versehen. Die genannte Eintrittsstelle 24 für Luft
besteht aus zwei Ringkanälen 28,30, wobei der Ringkanal 28 außenumfangsseitig am Halsteil
14 angeordnet ist und der weitere Ringkanal 30 an dessen Innenumfang (vgl. Fig.2).
Wie sich des weiteren aus den Fig.1 und 2 ergibt, ist der jeweilige Ringkanal 28,30
wendelförmig in der Art eines Schraubengewindes über eine vorgebbare Gewindestrecke
am Halsteil 14 angeordnet. Des weiteren weist der jeweils wendelförmige Ringkanal
28,30 eine Einlaufstelle 32 sowie eine Auslaufstelle 34 auf. Dergestalt ist das Auf-
und Abschrauben des Anschlußteils eines Spritzen- oder Kanülenkörpers erleichtert,
was nachfolgend noch näher beschrieben werden wird. Des weiteren ist die Profilform
des jeweiligen Ringkanals 28,30 trapezförmig ausgebildet und das eingängige Gewinde
erlaubt eine volle Schraubendrehung um etwa 360°.
[0017] Des weiteren weist die Ampulle außenumfangsseitig am Halsteil 14 und vorzugsweise
außerhalb des jeweiligen Ringkanals 28 liegend ein Anschlagteil 36 auf als Überdrehschutz
für den aufzuschraubenden Spritzen- oder Kanülenkörper. Dergestalt sind Beschädigungen
an den Gewindeteilen sowie am Halsteil 14 des Behälterteils 12 der Ampulle mit Sicherheit
vermieden. Entsprechende Anschlagteile (nicht dargestellt) können auch bezogen auf
den inneren Ringkanal 30 auf der Innenseite des Halsteils 14 vorgesehen sein, um dergestalt
innenumfangsseitig einen Überdrehschutz zu bilden. Ferner ist der jeweilige äußere
Ringkanal 28 mit seiner nutförmigen Ausnehmung über zwei Längsstege 38 unterbrochen,
die am Halsteil 14 einander diametral gegenüberliegend die Verlängerung von Formstegen
40 ausbilden, die in derselben Ebene am Behälterteil 12 angeordnet die Trennebene
bilden, an der die Formhälften einer nicht näher dargestellten Form der Blasformmaschine
aneinanderstoßen, die dem Herstellen der Ampulle dient. Über die dahingehenden Längsstege
38 läßt sich der Ringkanal 28 und mithin auch das Halsteil 14 aussteifen, so dass
auch bei einem hohen Aufschraubmoment das Gewinde erhalten bleibt.
[0018] Das Gewinde, gebildet durch den jeweiligen Ringkanal 28,30, läßt sich von seiner
Einschraubstrecke her vorgeben und bei der Ausführungsform nach der Fig.3 ist etwa
in der Mitte des Halsteils 14 ein in Umfangsrichtung verkürzter Gewindegang ersichtlich
mit in Blickrichtung auf die Fig.3 gesehen darüberliegendem Anschlagteil 36 als Überdrehschutz.
[0019] Die Fig.4 zeigt nunmehr das stirnseitige Ende eines Kanülenkörpers 42 gemäß der ISO-Norm
594-2 erste edition vom 1.Mai 1991, Teil 2. Der dahingehende Kanülenkörper 42 weist
an seinem freien Ende ein Festlegeteil 44 auf mit einem Innengewinde 46 und mittig
ist das Festlegeteil 44 von einer Entnahmeöffnung 48 durchgriffen, die stirnseitig
mit einem vorgebbaren Überstand das freie Anschlagende 50 des Festlegeteils 44 übergreift
und ansonsten ist die Entnahmeöffnung 48 mit einem Mittenkanal 52 versehen, der die
Flüssigkeitsentnahme aus der Ampulle 10 über die Halsteilöffnung 20 ermöglicht, sofern
ein nicht näher dargestelltes Kolbenteil des Kanülenkörpers 42 von seiner vorderen
in seine rückwärtige Stellung gezogen wird.
[0020] Wird bei einer Ampulle gemäß den vorangegangenen Figuren über das Knebelteil 18 das
Kopfteil 16 entfernt, ist das Halsteil 14 mit seiner Hafsteilöffnung 20 freigegeben.
Das Innengewinde 46 des Festlegeteils 44 des Kanülenkörpers 42 kann dann für einen
Entnahmevorgang im Uhrzeigersinn auf den wendelförmigen Ringkanal 28 am Außenumfang
des Halsteils 14 der Ampulle, aufgeschraubt werden. Der Aufschraubvorgang erfolgt
so lange, bis entweder das freie Anschlagende 50 in Anlage kommt mit der Oberseite
54 des Behälterteils 12, die sich hierfür leicht konisch verjüngt, und/oder bis ein
Teil des Innengewindes 46 an das Anschlagteil 36 des Halsteils 14 begrenzend anstößt
und dergestalt die Aufschraubbewegung stoppt.
[0021] Da die Oberseite 54 des Behälterteils 12 sich leicht konisch verjüngt und im übrigen
das Anschlagende 50 in der Art eines eben verlaufenden Anschlagringes ausgebildet
ist, der quer zur Längsachse 56 von Kanülenkörper 52 und Ampulle verläuft, ergibt
sich ein Spalt, durch den Luft in den Ringkanal 28 des Halsteils 14 einströmt und
aufgrund der großzügig bemessenen Querschnittsform in der Art eines trapezförmigen
Gewindeprofils gelangt eine relativ große Luftmenge über die Einlaufstelle 32 des
Ringkanals 28 in den randseitigen Bereich der Halsteilöffnung 20 und von dort in dieselbe
und in das Innere 26 des Behälterteils 12. Selbst bei sehr schnellen Entnahmevorgängen,
bei denen der Kanülenkolben schlagartig nach hinten aus dem Kanülenkörper 42 herausbewegt
wird, strömt dergestalt über den Ringkanal 28 so viel Luft nach, dass es in der Ampulle
nicht zu einem den Entnahmevorgang beeinträchtigenden Unterdruck kommen kann, sondern
das Fluid kann aus der Ampulle unmittelbar entnommen werden. Die im Stand der Technik
beschriebenen Kurzschlußvorgänge, bei denen dann nur Luft nachgesaugt wird, ist mit
der erfindungsgemäßen Lösung mit Sicherheit vermieden.
[0022] Der dahingehende Entnahmevorgang wird noch weiter begünstigt, wenn im Sinne einer
Drallführung die über den Ringkanal 28 zugeführte Luftmenge und über die Halsteilöffnung
20 längs des inneren Ringkanals 30 in das Innere 26 des Behälterteils 12 befördert
wird. In Abhängigkeit der jeweiligen Entnahmesituation kann es dabei auch genügen,
gemäß der Darstellung nach der Fig.3 nur ein Segment eines inneren Ringkanals 30 bzw.
eines äußeren Ringkanals 28 vorzusehen. Vorzugsweise ist jedoch vorgesehen, gemäß
der Darstellung nach der Fig.2, dass sich die nutförmigen Gewindevertiefungen von
äußerem Ringkanal 28 und innerem Ringkanal 30 in alternierender Reihenfolge längs
des Halsteils 14 erstrecken. Ist der Entnahmevorgang beendet, läßt sich dann in entgegengesetzter
Drehrichtung, wie beschrieben, der Kanülenkörper 42 von der Ampulle 10 entfernen und
letztere kann auf üblichem Wege entsorgt werden.
[0023] Obwohl der äußere Ringkanal 28 dazu benutzt wird, als Gegenpart für das Innengewinde
46 des Kanülenkörpers 42 zu dienen, sind die freien Ringkanalquerschnitte noch derart
bemessen, dass im wesentlichen ungehindert, vorzugsweise in der Art einer Drallführung,
Luft von außen in das Innere des Behälterteils 12 für einen Entnahmevorgang nachströmen
kann. Auch ist die erfindungsgemäße Anordnung geeignet für solche Kanülenkörper, die
kein Innengewinde 46 am Festlegeteil 44 aufweisen, sondern dort eine glatt verlaufende
Anschlagfläche (nicht dargestellt) aufweisen. Auch kann die erfindungsgemäße Ampulle
für Luer-Anschlüsse gemäß der ISO 594/1, erste edition vom 15.Juni 1986, eingesetzt
werden, bei denen nur ein konischer Entnahmezapfen vergleichbar der Entnahmeöffnung
48 gemäß der Darstellung nach der Fig.4 ausschließlich vorhanden ist. Eine entsprechende
Luftführung wird dann über den innen verlaufenden Ringkanal 30 des Halsteils 14 bewerkstelligt.
Trotz der aufwendigen Ringkanal - Geometrie in der Art einer Schraubenwendel ist die
dahingehende Entnahmeeinrichtung für eine Ampulle kostengünstig in der Herstellung,
so dass gegenüber den sonstigen bekannten Lösungen keine Mehrkosten entstehen, wobei
jedoch gegenüber den bekannten Lösungen mit der erfindungsgemäßen Ampulle ein sicherer
und rascher Entnahmevorgang an Fluid über einen Kanülen- oder Spritzenkörper erreicht
ist.
1. Ampulle (10) aus Kunststoff, umfassend:
- ein Behälterteil (12) zur Aufnahme eines vorgebbaren Fluids, wie einer pharmazeutischen
Flüssigkeit,
- ein Halsteil (14), welches im Wesentlichen zylindrisch ausgebildet ist, sich an
eine Oberseite (54) des Behälterteils (12) anschließt, eine Halsteilöffnung (20) zur
Fluidentnahme aus dem Behälterteil (12) und mindestens eine kanalartige Eintrittsstelle
(24) für Luft in das Innere (26) des Behälterteils (12) aufweist,
- dadurch gekennzeichnet, dass zum Verschluss der Halsteilöffnung (20) ein ablösbares Kopfteil (16) am Halsteil
(14) vorgesehen ist,
- dass die mindestens eine Eintrittsstelle (24) als Ringkanal (28) am Außenumfang
des Halsteils (14) ausgebildet ist, und
dass der Ringkanal (28) dazu benutzt wird, als Gegenpart für das Innengewinde (46)
eines Kanülenkörpers (42) und die freien Ringkanalquerschnitte noch derart bemessen
sind, dass im wesentlichen ungehindert, in der Art einer Drallführung, Luft von aussen
in das Innere des Behälterteils (12) für einen Entnahmevorgang nachströmen kann.
2. Ampulle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringkanal (28) wendelförmig über eine vorgebbare Gewindestrecke am Halsteil (14)
angeordnet ist.
3. Ampulle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der wendelförmige Ringkanal (28) eine Ein (32)- und eine Auslaufstelle (34) aufweist.
4. Ampulle nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilform des jeweiligen Ringkanals (28) metrisch oder trapezförmig oder in
der Art eines Whitworth-Gewindes gebildet ist.
5. Ampulle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Halsteil (14) der Ampulle (10) zu seinem freien Ende hin konisch mit einer
leichten Neigung verjüngt.
6. Ampulle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringkanal (28) mit seiner nutförmigen Ausnehmung zumindest teilweise über Längsstege
(38) unterbrochen ist, die in der Formebene (40) des Behälterteils (12) liegen.
7. Ampulle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass außenumfangsseitig am Halsteil (14) und außerhalb des jeweiligen zugeordneten Ringkanals
(28) ein Anschlagteil (26) als Überdrehschutz angeordnet ist.
8. Ampulle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein innerer Ringkanal (30) am Innenumfang des Halsteils (14) ausgebildet ist.
9. Ampulle nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich nutförmige Gewindevertiefungen vom äußeren Ringkanal (28) und innerem Ringkanal
(30) in alternierender Reihenfolge längs des Halsteils (14) erstrecken.
10. Entnahmeeinrichtung, umfassend eine Ampulle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche
und einen Kanülenkörper (42) mit einem im Wesentlichen zylindrisch ausgebildeten Festlegeteil
(14) zur Festlegung am Halsteil (14) der Ampulle (10).
11. Entnahmeeinrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass am Festlegeteil (14) ein Innengewinde (46) zum Aufschrauben auf einen entsprechenden
wendelförmigen Ringkanal (28) am Halsteil (14) der Ampulle (10) ausgebildet ist.
1. A plastic ampoule (10) comprising:
- a container part (12) for holding a definable fluid, such as a pharmaceutical liquid,
- a neck part (14), which is substantially cylindrical in form, is attached to an
upper side (54) of the container part (12), has a neck part opening (20) for withdrawing
fluid from the container part (12), and at least one channel-like entry point (24)
for air into the interior (26) of the container part (12),
- characterised in that in order to seal the neck part opening (20) a detachable head part (16) is provided
on the neck part (14),
- that the at least one entry point (24) is in the form of an annular channel (28)
on the outer circumference of the neck part (14), and
- that the annular channel (28) is used as a counterpart for the internal thread (46)
of a cannula body (42), and the free annular channel cross-sections are dimensioned
such that air can subsequently flow more or less unobstructed from the outside into
the interior of the container part (12) for a withdrawal process, as a kind of swirl
guide.
2. The ampoule according to Claim 1, characterised in that the annular channel (28) is configured helically on the neck part (14) over a definable
thread distance.
3. The ampoule according to Claim 2, characterised in that the helical annular channel (28) has an inlet (32) and an outlet point (34).
4. The ampoule according to Claim 2 or 3, characterised in that the profile shape of the respective annular channel (28) is configured metrically
or trapezoidally or in the form of a Whitworth thread.
5. The ampoule according to any of the preceding claims, characterised in that the neck part (14) of the ampoule (10) tapers conically towards its free end with
a slight incline.
6. The ampoule according to any of the preceding claims, characterised in that the annular channel (28) with its groove-shaped recess is interrupted at least partially
by longitudinal bridges (38) which are positioned in the mould plane (40) of the container
part (12).
7. The ampoule according to any of the preceding claims, characterised in that on the outer circumferential side on the neck part (14) and outside of the respectively
assigned annular channel (28) there is a stop part (26) as protection against over-tightening.
8. The ampoule according to any of the preceding claims, characterised in that an inner annular channel (30) is formed on the inner circumference of the neck part
(14).
9. The ampoule according to Claim 8, characterised in that groove-shaped thread indentations extend from the outer annular channel (28) and
the internal annular channel (30) in an alternating sequence along the neck part (14).
10. A withdrawal device, comprising an ampoule (10) according to any of the preceding
claims, and a cannula body (42) having a substantially cylindrically formed fixing
part (14) for fixing on the neck part (14) of the ampoule (10).
11. The withdrawal device according to Claim 12, characterised in that an internal thread (46) for screwing onto a corresponding helical annular channel
(28) on the neck part (14) of the ampoule (10) is formed on the fixing part (14).
1. Ampoule (10) en matière plastique, comprenant :
- une partie (12) formant réceptacle de réception d'un fluide pouvant être prescrit,
comme un liquide pharmaceutique,
- une partie (14) formant col, qui est sensiblement cylindrique, qui se raccorde à
un côté (54) supérieur de la partie (12) formant réceptacle et qui a une ouverture
(20) de partie formant col, pour prélever du fluide de la partie (12) formant réceptacle,
et au moins un point (24) d'entrée de type en canal pour l'air à l'intérieur (26)
de la partie (12) formant réceptacle,
- caractérisée en ce qu'il est prévu, sur la partie (14) formant col, pour la fermeture de l'ouverture (20)
de la partie formant col, une partie (16) formant tête et pouvant être détachée,
- en ce que le au moins un point (24) d'entrée est constitué en canal (28) annulaire sur le pourtour
extérieur de la partie (14) formant col, et
- en ce que le canal (28) annulaire est utilisé en partie antagoniste du taraudage (46) d'un
corps (42) de canule et les sections transversales libres du canal annulaire ont des
dimensions telles que de l'air peut, sensiblement sans obstacle, à la manière d'un
guide de torsion, s'écouler suivant un sillage arrière, pour une opération de prélèvement
de l'extérieur à l'intérieur de la partie (12) formant réceptacle.
2. Ampoule suivant la revendication 1, caractérisée en ce que le canal (28) annulaire est disposé, sur la partie (14) formant col en forme d'hélice,
sur une section de vis pouvant être prescrite.
3. Ampoule suivant la revendication 2, caractérisée en ce que le canal (28) annulaire en forme d'hélice a un point (32) d'entrée et un point (34)
de sortie.
4. Ampoule suivant la revendication 2 ou 3, caractérisée en ce que la forme du profil du canal (28) annulaire respectif est métrique ou trapézoïdale
ou est formée à la manière d'un filetage Whitworth.
5. Ampoule suivant l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la partie (14) formant col de l'ampoule (10) se rétrécit coniquement vers son extrémité
libre en ayant une inclinaison légère.
6. Ampoule suivant l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le canal (28) annulaire est interrompu par son évidement en forme de rainure, au
moins en partie, sur des nervures (38) longitudinales, qui se trouvent dans le plan
(40) de moulage de la partie (12) formant réceptacle.
7. Ampoule suivant l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'une partie (26) formant butée est disposée, en tant que protection vis-à-vis d'une
sur-rotation, du côté du pourtour extérieur sur la partie (14) formant col et à l'extérieur
du canal (28) annulaire associé respectivement.
8. Ampoule suivant l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'un canal (30) annulaire plus à l'intérieur est constitué sur le pourtour intérieur
de la partie (14) formant col.
9. Ampoule suivant la revendication 8, caractérisée en ce que des cavités filetées en forme de rainures s'étendent du canal (28) annulaire extérieur
et du canal (30) annulaire intérieur, en succession alternée, le long de la partie
(14) formant col.
10. Dispositif de prélèvement, comprenant une ampoule (10) suivant l'une des revendications
précédentes et un corps (42) de canule, ayant une partie (14) de fixation constituée
de manière cylindrique et destinée à être fixée sur la partie (14) formant col de
l'ampoule (10).
11. Dispositif de prélèvement suivant la revendication 12, caractérisé en ce que, sur la partie (14) de fixation, est constitué un taraudage (46) de vissage sur un
canal (28) annulaire correspondant en forme d'hélice de la partie (14) formant col
de l'ampoule (10).