[0001] Die Erfindung betrifft ein lasergravierbares Flexodruckelement, bei dem mindestens
eine reliefbildende Schicht einen Leitfähigkeitsruß mit einer spezifischen Oberfläche
von mindestens 150 m
2/g und einer DBP-Zahl von mindestens 150 ml/100g enthält. Die Erfindung betrifft weiterhin
ein Verfahren zur Herstellung von Flexodruckformen, bei dem man mittels eines Lasersystems
ein Druckrelief in das genannte Flexodruckelement eingraviert.
[0002] Bei der Laser-Direktgravur zur Herstellung von Flexodruckformen wird ein druckendes
Relief unter Verwendung eines Lasers bzw. eines Lasersystems direkt in eine dazu geeignete
reliefbildende Schicht eingraviert. Die Schicht wird an den Stellen, an denen sie
vom Laserstrahl getroffen wird, zersetzt und im wesentlichen in Form von Stäuben,
Gasen, Dämpfen oder Aerosolen entfernt. Ein Entwicklungsschritt wie beim konventionellen
Verfahren -thermisch oder mittels Auswaschmitteln- ist nicht erforderlich.
[0003] Obwohl die Gravur von Gummidruckzylindern mittels Lasern bereits seit den 60er Jahren
des letzten Jahrhunderts prinzipiell bekannt ist, hat die Lasergravur breiteres wirtschaftliches
Interesse erst in den letzten Jahren mit dem Aufkommen von verbesserten Lasersystemen
gewonnen. Zu den Verbesserungen bei den Lasersystemen zählen insbesondere bessere
Fokussierbarkeit des Laserstrahls, höhere Leistung sowie computergesteuerte Strahlmodulation.
[0004] Mit der Einführung von neuen, leistungsfähigeren Lasersystemen gewinnt aber auch
die Frage nach besonders geeigneten Materialien für lasergravierbare Flexodruckplatten
immer größere Bedeutung. Insbesondere bei der Gravur von hochauflösenden Druckformen
bzw. sehr feinen Reliefelementen, treten nun Probleme auf, die in der Vergangenheit
gar keine Rolle spielten, weil die Lasersysteme die Gravur sehr feiner Strukturen
ohnehin nicht erlaubten. Verbesserte Lasersysteme führen zu somit neuen Anforderungen
an das Material.
[0005] Bei der Laser-Direktgravur ist insbesondere zu beachten, dass die reliefbildende
Schicht, die mit dem Laser graviert wird, auch die spätere Druckoberfläche bildet.
Alle Fehler, die bei der Gravur auftreten, werden somit auch beim Drucken sichtbar.
Bei der Laser-Direktgravur müssen daher insbesondere die Kanten der Reliefelemente
besonders präzise ausgebildet werden, um auch ein sauberes Druckbild zu erhalten.
Ausgefranste Ränder oder Wülste geschmolzenen Materials um Reliefelemente herum, sogenannte
Schmelzränder, verschlechtern das Druckbild erheblich. Naturgemäß sind diese Faktoren
umso bedeutsamer, je feiner die gewünschten Reliefelemente sind.
[0006] Von
EP-B 640 043 sowie
EP-B 640 044 ist vorgeschlagen worden, lasergravierbare Flexodruckelemente zu "verstärken" und
gegebenenfalls zur Verbesserung der Empfindlichkeit Laserstrahlung absorbierende Materialien
zuzugeben. Vorgeschlagen wird auch die Verwendung von Ruß, ohne dass dieser genauer
spezifiziert wird.
[0007] Bei Ruß handelt es sich nicht um eine definierte chemische Verbindung, sondern es
existieren eine sehr große Anzahl verschiedenster Ruße, die sich im Hinblick auf Herstellverfahren,
Partikelgröße, spezifische Oberfläche oder Oberflächeneigenschaften unterscheiden,
und die dem entsprechend auch unterschiedlichste chemische und physikalische Eigenschaften
aufweisen. Für nähere Einzelheiten wird beispielsweise auf H. Ferch, "Pigmentruße",
Hrsg. U. Zorll, Vincentz Verlag, Hannover, 1995 verwiesen. Ruße werden häufig durch
die spezifische Oberfläche, beispielsweise nach der BET-Methode bestimmt, sowie die
so genannte "Struktur" charakterisiert. Unter "Struktur" versteht der Ruß-Fachmann
die Verkettung der Primärteilchen zu Aggregaten. Die Struktur wird häufig mittels
der Dibutylphthalat(DBP)-Adsorption bestimmt. Je höher die DBP-Absorption, desto höher
die Struktur.
[0008] Eine spezielle Klasse von Rußen bilden die sogenannten Leitfähigkeitsruße. Im allgemeinen
werden Ruße mit einer DBP-Absorption von mehr als 110 ml / 100 g und relativ hoher
spezifischer Oberfläche als Leitfähigkeitsruße bezeichnet (Ferch a.a.O., S. 82). Leitfähigkeitsruße
werden üblicherweise zu dem Zweck eingesetzt, nicht leitende Werkstoffe bei möglichst
geringer Zugabemenge elektrisch leitfähig zu machen.
[0009] Die Verwendung von Ruß in lasergravierbaren Flexodruckelementen ist auch von
EP-A 1 080 883,
WO 02/16134,
WO 02/54154 oder
WO 02/083418 beschrieben worden. In den genannten Schriften werden jedoch keine Leitfähigkeitsruße
offenbart, sondern Ruße mit relativ kleiner spezifischer Oberfläche und kleiner DBP-Zahl.
[0010] EP-A 1 262 315 und
EP-A 1 262 316 offenbaren ein Verfahren sowie ein Lasersystem zur Herstellung von Flexodruckformen.
Das beschriebene Lasersystem arbeitet mit mehreren Laserstrahlen, die unterschiedliche
Leistung und/oder Wellenlänge aufweisen können, und mit denen die oberflächlich gelegenen
Bereiche der Druckform sowie tiefer gelegene Bereiche jeweils separat bearbeitet werden
können. Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, die Oberfläche des eingesetzten Flexodruckelementes
anders zu gestalten als die darunter liegenden Bereiche. Die Dokumente enthalten aber
keinerlei Vorschläge einer bestimmten chemischen Zusammensetzung für die Oberfläche
bzw. die darunter liegenden Bereiche.
[0011] Aufgabe der Erfindung war es, ein einschichtiges oder mehrschichtiges lasergravierbares
Flexodruckelement bereitzustellen, welches auch die Gravur feiner Reliefelemente mit
hoher Präzision ohne das Auftreten von Schmelzrändern ermöglicht. Es sollte insbesondere
zur Gravur mit modernen Mehrstrahl-Lasersystemen geeignet sein.
[0012] Überraschenderweise wurde gefunden, dass diese Aufgabe durch den Einsatz von Leitfähigkeitsrußen
der eingangs definierten Art gelöst werden kann. Die Flexodruckelemente können mit
hoher Auflösung graviert werden, ohne dass Schmelzränder und andere negative Effekte
beobachtet werden. Das Ergebnis war insbesondere deshalb überraschend, weil die genannten
Ruße keineswegs diejenigen sind, die die höchste Empfindlichkeit gegenüber Laserstrahlung
aufweisen.
[0013] Dementsprechend wurden Flexodruckelemente zur Herstellung von Flexodruckformen mittels
Lasergravur gefunden, die übereinander angeordnet mindestens
- einen dimensionsstabilen Träger, sowie
- mindestens eine reliefbildende, vernetzte, elastomere Schicht (A) mit einer Dicke
von 0,05 bis 7 mm, erhältlich durch Vernetzen einer Schicht, welche mindestens ein
elastomeres Bindemittel (a1), eine Laserstrahlung absorbierende Substanz (a2) sowie
Komponenten zum Vemetzen (a3) umfasst, aufweisen,
wobei es sich bei der Laserstrahlung absorbierenden Substanz um einen Leitfähigkeitsruß
mit einer spezifischen Oberfläche von mindestens 150 m
2/g und einer DBP-Zahl von mindestens 150 ml/100g handelt.
[0014] In einer besonderen. Ausführungsform weist das Flexodruckelement weiterhin mindestens
eine weitere, reliefbildende, vernetzte elastomere Schicht (B) zwischen dem Träger
und Schicht (A) auf, erhältlich durch Vernetzen einer Schicht, welche mindestens ein
elastomeres Bindemittel (b1) sowie Komponenten zum Vernetzen umfasst.
[0015] Weiterhin wurde ein Verfahren zur Herstellung von Flexodruckformen gefunden, bei
dem man ein Flexodruckelement der oben genannten Art einsetzt und ein Druckrelief
mit Hilfe eines Lasersystems in die Schicht (A) sowie gegebenenfalls Schicht (B) eingraviert,
wobei die Tiefe der mit dem Laser einzugravierenden Reliefelemente mindestens 0,03
mm beträgt.
[0016] Zu der Erfindung ist im Einzelnen das Folgende auszuführen:
[0017] Beispiele geeigneter dimensionsstabiler Träger für das erfindungsgemäße Flexodruckelemente
sind Platten, Folien sowie konische und zylindrische Röhren (Sleeves) aus Metallen
wie Stahl, Aluminium, Kupfer oder Nickel oder aus Kunststoffen wie Polyethylenterephthalat
(PET), Polyethylennaphthalat (PEN), Polybutylenterephthalat, Polyamid, Polycarbonat,
gegebenenfalls auch Gewebe und Vliese, wie Glasfasergewebe sowie Verbundmaterialien,
z.B. aus Glasfasern und Kunststoffen. Als dimensionsstabile Träger kommen vor allem
dimensionsstabile Trägerfolien wie beispielsweise Polyesterfolien, insbesondere PET-
oder PEN-Folien oder flexible metallische Träger, wie dünne Bleche oder Metallfolien
aus Stahl, bevorzugt aus rostfreiem Stahl, magnetisierbarem Federstahl, Aluminium,
Zink, Magnesium, Nickel, Chrom oder Kupfer in Betracht.
[0018] Das Flexodruckelement umfasst weiterhin mindestens eine reliefbildende, vernetzte,
elastomere Schicht (A). Die reliefbildende Schicht kann unmittelbar auf dem Träger
aufgebracht sein. Zwischen dem Träger und der Reliefschicht können sich optional aber
auch noch andere Schichten befinden, wie beispielsweise Haftschichten und/oder elastische
Unterschichten und/oder mindestens eine weitere reliefbildende, vernetzte, elastomere
Schicht (B).
[0019] Die vernetzte, elastomere Schicht (A) ist erhältlich durch Vernetzen einer Schicht,
welche mindestens ein Bindemittel (a1), eine Laserstrahlung absorbierende Substanz
(a2) sowie Komponenten zum Vernetzen (a3) umfasst. Die Schicht (A) selbst umfasst
folglich das Bindemittel (a1), die Laserstrahlung absorbierende Substanz (a2) sowie
das durch die Reaktion der Komponenten (a3) erzeugte Netzwerk, welches das Bindemittel
mit einschließen kann oder auch nicht.
[0020] Als Bindemittel (a1) für Schicht (A) eignen sich insbesondere elastomere Bindemittel.
Es können aber auch prinzipiell nicht elastomere Bindemittel eingesetzt werden. Entscheidend
ist ausschließlich, dass die vernetzte Schicht (A) elastomere Eigenschaften aufweist.
Die Aufzeichnungsschicht kann beispielsweise durch den Zusatz von Weichmachern zu
einem an sich nicht elastomeren Bindemittel elastomere Eigenschaften annehmen, oder
es können vernetzbare Oligomere eingesetzt werden, die erst durch die Reaktion miteinander
ein elastomeres Netzwerk bilden.
[0021] Als elastomere Bindemittel (a1) für Schicht (A) sind insbesondere solche Polymere
geeignet, die 1,3-Dien-Monomere wie Isopren oder Butadien einpolymerisiert enthalten.
Je nach Art des Einbaues der Monomeren weisen derartige Bindemittel vernetzbare Olefin-Gruppen
als Bestandteil der Hauptkette und/oder als Seitengruppe auf. Als Beispiele seien
Naturkautschuk, Polybutadien, Polyisopren, Styrol-Butadien-Kautschuk, Nitril-Butadien-Kautschuk,
Butyl-Kautschuk, Styrol-Isopren-Kautschuk, Polynorbornen-Kautschuk oder Ethyien-Propylen-Dien-Kautschuk
(EPDM) genannt.
[0022] Bei den Bindemitteln (a1) kann es sich auch um thermoplastisch elastomere Blockcopolymere
aus Alkenylaromaten und 1,3-Dienen handeln. Bei den Blockcopolymeren kann es sich
sowohl um lineare Blockcopolymere oder auch um radiale Blockcopolymere handeln. Üblicherweise
handelt es sich um Dreiblockcopolymere vom A-B-A-Typ, es kann sich aber auch um Zweiblockpolymere
vom A-B-Typ handeln, oder um solche mit mehreren alternierenden elastomeren und thermoplastischen
Blöcken, z.B. A-B-AB-A. Es können auch Gemische zweier oder mehrerer unterschiedlicher
Blockcopolymerer eingesetzt werden. Handelsübliche Dreiblockcopolymere enthalten häufig
gewisse Anteile an Zweiblockcopolymeren. Die Dien-Einheiten können unterschiedlich
verknüpft sein. Sie können auch ganz oder teilweise hydriert sein. Es können sowohl
Blockcopolymere vom Styrol-Butadien wie vom Styrol-Isopren-Typ eingesetzt werden.
Sie sind beispielsweise unter dem Namen Kraton
® im Handel erhältlich. Weiterhin einsetzbar sind auch thermoplastisch elastomere Blockcopolymere
mit Endblöcken aus Styrol und einem statistischen Styrol-Butadien-Mittelblock, die
unter dem Namen Styroflex
® erhältlich sind.
[0023] Für die Schicht (A) können aber auch prinzipiell Ethylen-Propylen-, Ethylen-Acrylester-,
Ethylen-Vinylacetat oder Acrylat-Kautschuke eingesetzt werden. Weiterhin geeignet
sind auch hydrierte Kautschuke oder elastomere Polyurethane, sowie modifizierte Bindemittel,
bei denen vernetzbare Gruppen durch Pfropfungsreaktionen in das polymere Molekül eingeführt
werden.
[0024] Die Art und die Menge des Bindemittels (a1) werden vom Fachmann je nach den gewünschten
Eigenschaften des druckenden Reliefs des Flexodruckelementes gewählt. Im Regelfalle
hat sich eine Menge von 40 bis 95 Gew. % des Bindemittels bezüglich der Menge aller
Bestandteile von Schicht (A) bewährt. Es können selbstverständlich auch Gemische verschiedener
Bindemittel eingesetzt werden.
[0025] Bei der Laserstrahlung absorbierenden Substanz (a2) handelt es sich erfindungsgemäß
um einen Leitfähigkeitsruß mit einer spezifischen Oberfläche von mindestens 150 m
2/g und einer DBP-Zahl von mindestens 150 ml/100g.
[0026] Bevorzugt beträgt die spezifische Oberfläche mindestens 250 m
2/g und besonders bevorzugt mindestens 500 m
2/g. Die DBP-Zahl beträgt bevorzugt mindestens 200 ml/100 g und besonders bevorzugt
mindestens 250 ml / 100 g. Es kann sich um saure oder um basische Ruße handeln. Bevorzugt
handelt es sich bei den Rußen (a2) um basische Ruße. Es können selbstverständlich
auch Gemische verschiedener Bindemittel eingesetzt werden.
[0027] Geeignete Leitfähigkeitsruße mit spezifischen Oberflächen von bis zu ca. 1500 m
2/g sowie DBP-Zahlen von bis zu ca. 550 ml /100 g sind kommerziell erhältlich, beispielsweise
unter den Namen Ketjenblack
® EC300 J, Ketjenblack
® EC600 J (Fa. Akzo), Printex
® XE (Fa. Degussa) oder Black Pearls® 2000 (Fa. Cabot).
[0028] Die Art und die Menge des Rußes (a2) werden vom Fachmann je nach den gewünschten
Eigenschaften des druckenden Reliefs des Flexodruckelementes gewählt. Die Menge hängt
auch davon ab, ob die Schicht (A) als einzige reliefbildende Schicht vorhanden ist,
oder ob noch mindestens eine weitere reliefbildende Schicht (A) und/oder (B) vorhanden
ist. Falls das erfindungsgemäße Flexodruckelement nur eine einzige Schicht (A) als
reliefbildender Schicht umfasst, hat sich im Regelfalle eine Menge von 0,5 bis 20
Gew. % des Rußes bezüglich der Menge aller Bestandteile von Schicht (A) bewährt. Bevorzugt
ist eine Menge von 3 % bis 18 %, und ganz besonders bevorzugt sind 5 bis 15 %. Falls
es sich um ein mehrschichtiges Flexodruckelement handelt, welches neben einer Schicht
(A) auch noch weitere Schichten (A) und/oder (B) umfasst, dann kann der Rußgehalt
in der obersten Schicht (A) auch größer sein, beispielsweise bis zu 35 Gew. %, und
in besonderen Fällen sogar noch höher. Die Dicke einer solchen obersten Schicht (A)
mit einem Rußgehalt größer 20 Gew. % sollte im Regelfalle 0,3 mm nicht überschreiten.
[0029] Art und Menge der Komponenten zum Vernetzen (a3) richten sich nach der gewünschten
Vernetzungstechnik und werden vom Fachmann entsprechend ausgewählt. Bevorzugt wird
die Vernetzung thermochemisch durch Erwärmen der Schicht oder durch Bestrahlung mittels
Elektronenstrahlung vorgenommen. Da die Schicht aufgrund des enthaltenen Rußes mehr
oder weniger schwarz gefärbt ist, ist fotochemische Vernetzung nur in Ausnahmefällen
möglich, nämlich wenn der Ruß-Gehalt nur sehr gering und/oder die Schicht nur sehr
dünn ist.
[0030] Thermische Vernetzung kann vorgenommen werden, indem man der Schicht polymerisierbare
Verbindungen beziehungsweise Monomere zugibt. Die Monomere weisen mindestens eine
polymerisierbare, olefinisch ungesättigte Gruppe auf. Als Monomere eignen sich in
prinzipiell bekannter Art und Weise Ester oder Amide der Acrylsäure oder Methacrylsäure
mit mono- oder polyfunktionellen Alkoholen, Aminen, Aminoalkoholen oder Hydroxyethern
und -estern, Styrol oder substituierte Styrole, Ester der Fumar- oder Maleinsäure
oder Allylverbindungen. Die Gesamtmenge eventuell eingesetzter Monomerer wird vom
Fachmann je nach den gewünschten Eigenschaften der Reliefschicht festgelegt. Im Regelfalle
sollten aber 30 Gew. % bezüglich der Menge aller Bestandteile der Schicht nicht überschritten
werden.
[0031] Weiterhin kann ein thermischer Polymerisationsinitiator eingesetzt werden. Als Polymerisationsinitiatoren
können prinzipiell handelsübliche thermische Initiatoren für die radikalische Polymerisation
eingesetzt werden, wie beispielsweise geeignete Peroxide, Hydroperoxide oder Azoverbindungen.
Zum Vernetzen können auch typische Vulkanisatoren eingesetzt werden.
[0032] Die thermische Vernetzung kann auch durchgeführt werden, indem man der Schicht ein
thermisch härtendes Harz wie beispielsweise ein Epoxyharz als vernetzende Komponente
zusetzt.
[0033] Verfügt das eingesetzte Bindemittel (a1) in ausreichendem Maße über vernetzbare Gruppen,
so ist die Zugabe von zusätzlichen vernetzbaren Monomeren oder Oligomeren nicht erforderlich,
sondern das Bindemittel kann direkt mittels geeigneter Vernetzer vernetzt werden.
Dies ist insbesondere bei Naturkautschuk oder Synthesekautschuk möglich, der direkt
mit üblichen Vulkanisatoren oder Peroxid-Vernetzern vernetzt werden kann.
[0034] Vernetzung mittels Elektronenstrahlung kann einerseits in Analogie zur thermischen
Vernetzung durchgeführt werden, indem die ethylenisch ungesättigte Gruppen umfassende
Monomere enthaltenden Schichten mittels Elektronenstrahlung vernetzt werden. Der Zusatz
von Initiatoren ist dabei nicht erforderlich. Durch Elektronenstrahlung können Bindemittel,
die mittels Elektronenstrahlung vernetzende Gruppen aufweisen, auch direkt, ohne den
Zusatz weiterer Monomerer vernetzt werden. Derartige Gruppen umfassen insbesondere
olefinische Gruppen, protische Gruppen wie beispielsweise -OH, -NH
2, -NHR, -COOH oder -SO
3H sowie Gruppen, die stabilisierte Radikale und Kationen bilden können, z.B. -CR'R"-,
-CH(O-CO-CH
3)-, -CH(O-CH
3)-, -CH(NR'R")- oder -CH(CO-O-CH
3). Es können auch zusätzlich protische Gruppen aufweisende Verbindungen eingesetzt
werden. Beispiele umfassen di- oder polyfunktionelle Monomere, bei denen endständige
funktionelle Gruppen über einen Spacer miteinander verbunden sind, wie Dialkohole
wie beispielweise 1,4 Butandiol, 1,6-Hexandiol, 1,8 Octandiol, 1,9 Nonandiol, Diamine
wie beispielsweise 1,6-Hexandiamin, 1,8-Hexandiamin, Dicarbonsäuren wie beispielsweise
1,6-Hexandicarbonsäure, Terephthalsäure, Maleinsäure oder Fumarsäure.
[0035] Fotochemische Vernetzung kann durch Einsatz der oben beschriebenen olefinischen Monomere
in Kombination mit mindestens einem geeigneten Fotoinitiator oder einem Fotoinitiatorsystem
erfolgen. Als Initiatoren für die Fotopolymerisation sind in bekannter Art und Weise
Benzoin oder Benzoinderivate, wie α-Methylbenzoin oder Benzoinether, Benzilderivate,
wie z.B. Benzilketale, Acylarylphosphinoxide, Acylarylphosphinsäureester, Mehrkernchinone
geeignet, ohne dass die Aufzählung darauf beschränkt sein soll.
[0036] Schicht (A) kann optional selbstverständlich noch weitere Komponenten wie beispielsweise
Weichmacher, Farbstoffe, Dispergierhilfsmittel, Haftadditive, Antistatika, abrasive
Partikel oder Verarbeitungshilfsmittel umfassen. Die Menge derartiger Zusätze dient
der Feineinstellung der Eigenschaften und sollte im Regelfalle 30 Gew.-% bezüglich
der Menge aller Komponenten von Schicht (A) des Aufzeichnungselementes nicht überschreiten.
[0037] Das erfindungsgemäße Flexodruckelement kann nur eine einzige Schicht (A) als reliefbildende
Schicht umfassen. Es kann auch zwei oder mehrere Schichten (A) übereinander aufweisen,
wobei diese Schichten die gleiche oder verschiedene Zusammensetzung aufweisen können.
[0038] Das erfindungsgemäße Flexodruckelement kann optional auch mindestens eine weitere,
reliefbildende, vernetzte elastomere Schicht (B) zwischen dem Träger und Schicht (A)
aufweisen. Es kann sich dabei auch um zwei oder mehrere Schichten (B) gleicher oder
verschiedener Zusammensetzung handeln.
[0039] Schicht (B) ist erhältlich durch Vernetzen einer Schicht, welche mindestens ein Bindemittel
(b1) sowie Komponenten zum Vemetzen (b3) umfasst. Geeignete Bindemittel (b1) sowie
Komponenten zum Vemetzen (b3) können vom Fachmann aus den gleichen Listen wie bei
(a1) und (a3) aufgeführt ausgewählt werden. Schicht (B) kann optional selbstverständlich
noch weitere Komponenten wie beispielsweise Weichmacher, Farbstoffe, Dispergierhilfsmittel,
Haftadditive, Antistatika, Verarbeitungshilfsmittel oder abrasive Partikel umfassen.
[0040] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform von (B) handelt es sich bei dem Bindemittel
(b1) um ein thermoplastisch elastomeres Bindemittel. Da für die Schicht (B) ein Absorber
für Laserstrahlung nicht zwingend erforderlich, können auch im UV/VIS-Bereich lichtdurchlässige
Schichten hergestellt werden. In diesem Falle kann die Schicht auch besonders elegant
fotochemisch vernetzt werden.
[0041] Die Schicht (b) kann gleichwohl optional eine Laserstrahlung absorbierende Substanz
(b2) enthalten. Es können auch Gemische verschiedener Absorber für Laserstrahlung
eingesetzt werden. Geeignete Absorber für Laserstrahlung weisen eine hohe Absorption
im Bereich der Laserwellenlänge auf. Insbesondere sind Absorber geeignet, die eine
hohe Absorption im nahen infrarot sowie im längerwelligen VIS-Bereich des elektromagnetischen
Spektrums aufweisen. Derartige Absorber eignen sich besonders zur Absorption der Strahlung
von leistungsstarken Nd-YAG-Lasern (1064 nm) sowie von IR-Diodenlasern, die typischerweise
Wellenlängen zwischen 700 und 900 nm sowie zwischen 1200 und 1600 nm aufweisen.
[0042] Beispiele für geeignete Absorber für die Laserstrahlung (b2) sind im infraroten Spektralbereich
stark absorbierende Farbstoffe wie beispielsweise Phthalocyanine, Naphthalocyanine,
Cyanine, Chinone, Metall-Komplex-Farbstoffe wie beispielsweise Dithiolene oder photochrome
Farbstoffe.
[0043] Weiterhin geeignete Absorber sind anorganische Pigmente, insbesondere intensiv gefärbte
anorganische Pigmente wie beispielsweise Chromoxide, Eisenoxide oder Eisenoxidhydrate.
[0044] Besonders geeignet als Laserstrahlung absorbierende Substanzen sind feinteilige Rußsorten,
wobei die Auswahl bei (b2) nicht auf die oben genannten Leitfähigkeitsruße beschränkt
ist. Es können auch Ruße mit einer geringeren spezifischen Oberfläche und geringerer
DBP-Absorption eingesetzt werden. Beispiele weiterer geeigneter Ruße umfassen Printex
® U, Printex
® A oder Spezialschwarz
® 4 (Fa. Degussa).
[0045] Das lasergravierbare Flexodruckelement kann optional noch weitere Schichten umfassen.
[0046] Beispiele derartiger Schichten umfassen elastomere Unterschichten aus einer anderen
Formulierung, die sich zwischen dem Träger und der bzw. den lasergravierbaren Schicht(en)
befindet und die nicht notwendigerweise lasergravierbar sein muss. Mit derartigen
Unterschichten können die mechanischen Eigenschaften der Reliefdruckplatten verändert
werden, ohne die Eigenschaften der eigentlichen druckenden Reliefschicht zu beeinflussen.
[0047] Dem gleichen Zweck dienen so genannte elastische Unterbauten, die sich unter dem
dimensionsstabilen Träger des lasergravierbaren Flexodruckelementes befinden, also
auf der von der lasergravierbaren Reliefschicht abgewandten Seite des Trägers.
[0048] Weitere Beispiele umfassen Haftschichten, die den Träger mit darüber liegenden Schichten
oder verschiedene Schichten untereinander verbinden.
[0049] Des Weiteren kann das lasergravierbare Flexodruckelement gegen mechanische Beschädigung
durch eine, beispielsweise aus PET bestehende Schutzfolie geschützt werden, die sich
auf der jeweils obersten Schicht befindet, und die vor dem Gravieren mit Lasern entfernt
werden muss. Die Schutzfolie kann zur Erleichterung des Abziehens auf geeignete Art
und Weise oberflächenbehandelt werden, beispielsweise durch Silikonisierung, vorausgesetzt,
durch die Oberflächenbehandlung wird die Reliefoberschicht in ihren Druckeigenschaften
nicht negativ beeinflusst.
[0050] Die Schichtdicke von Schicht (A) sowie optional Schicht (B) wird vom Fachmann je
nach der Art sowie dem gewünschten Verwendungszweck der Flexodruckform geeignet gewählt.
[0051] Die Dicke von Schicht (A) beträgt üblicherweise 0,05 mm bis 7 mm. Wird Schicht (A)
als einzige reliefbildende Schicht eingesetzt, so sollte die Dicke nicht weniger als
0,2 mm betragen. Bewährt hat sich bei einem einschichtigen Flexodruckelement insbesondere
eine Dicke von 0,3 bis 7 mm, bevorzugt sind 0,5 bis 5 mm und besonders bevorzugt 0,7
bis 4 mm.
[0052] Wird die Schicht (A) als Oberschicht in Kombination mit einer zweiten reliefbildenden
Schicht (B) eingesetzt, so kann auch eine relativ dünne Schicht (A) eingesetzt werden.
Bewährt hat sich in diesem Falle insbesondere eine Dicke von 0,05 bis 0,3 mm, bevorzugt
0,07 bis 0,2 mm und beispielsweise eine Dicke von ca. 0,1 mm. Die Gesamtdicke von
Schicht (A), Schicht (B) sowie gegebenenfalls weiteren Schichten zusammen sollte im
Regelfalle 0,3 bis 7 mm, bevorzugt 0,5 bis 5 mm betragen.
[0053] Sofern das erfindungsgemäße Flexodruckelement über zwei Schichten (A) und (B) verfügt,
hat es sich besonders bewährt, dass die Oberschicht (A) die gleiche oder eine größere
Shore A-Härte aufweist als die Unterschicht (B), ohne dass die Erfindung darauf beschränkt
sein soll. Dies kann beispielsweise durch die Wahl des jeweiligen Vernetzungsgrades
erreicht werden und/oder durch eine geeignete Wahl der Bindemittel. Besonders bewährt
hat es sich, in einem derartigen zweischichtigen Flexodruckelement, als Bindemittel
(a1) für die Schicht (A) einen Natur- oder Synthesekautschuk einzusetzen. Für Schicht
(B) hat es sich bewährt, als Bindemittel (b1) ein thermolastisch elastomeres Bindemittel
einzusetzen, bevorzugt ein Blockcopolymeres vom Styrol-Isopren- oder vom Styrol-Butadien-Typ,
besonders bevorzugt vom Styrol-Butadien-Typ. In der bevorzugten Ausführungsform eines
zwei oder mehrschichtigen Flexodruckelementes weist die Schicht (B) keinen zusätzlichen
Absorber für Laserstrahlung auf.
[0054] Das erfindungsgemäße Flexodruckelement kann beispielsweise durch Lösen bzw. Dispergieren
aller Komponenten in einem geeigneten Lösemittel und Aufgießen auf einen Träger hergestellt
werden. Bei mehrschichtigen Elementen können in prinzipiell bekannter Art und Weise
mehrere Schichten aufeinander gegossen werden. Nach dem Gießen kann -wenn gewünscht-
die Deckfolie zum Schutz vor Beschädigungen des Ausgangsmaterials aufgebracht werden.
Es ist auch umgekehrt möglich, auf die Deckfolie zu gießen und zum Schluss den Träger
aufzukaschieren.
[0055] Es hat sich regelmäßig bewährt, zunächst den Leitfähigkeitsruß mit dem Bindemittel
oder einem Teil des Bindemittels intensiv vorzumischen, beispielsweise in einem Kneter,
und erst zu dieser Mischung die weiteren Komponenten zuzugeben. Hierdurch wird eine
sehr homogene Verteilung des Leitfähigkeitsrußes in der Schicht (A) erreicht. Die
Vernetzung kann anschließend in prinzipiell bekannter Art und Weise je nach der gewählten
Vernetzungstechnik durch Bestrahlen mit Elektronenstrahlen oder mit aktinischem Licht
oder durch Erwärmen erfolgen.
[0056] Thermoplastisch elastomere Bindemittel enthaltende Schichten können auch in prinzipiell
bekannter Art und Weise mittels Extrusion und Kalandrierung zwischen eine Deck- und
eine Trägerfolie hergestellt werden. Diese Technik ist insbesondere dann empfehlenswert,
wenn fotochemisch oder per Elektronenstrahlung vernetzt werden soll. Sie ist grundsätzlich
auch bei thermischer Vernetzung einsetzbar. Hierbei muss allerdings darauf geachtet
werden, einen thermischen Initiator einzusetzen, der bei der Temperatur von Extrusion
und Kalandrierung noch nicht zerfällt und die Schicht noch nicht vorzeitig polymerisiert.
[0057] Es können selbstverständlich auch Kombinationen verschiedner Herstelltechniken eingesetzt
werden. Beispielsweise kann die Schicht (A) auf eine abziehbare PET-Folie gegossen
werden. Schicht (B) kann mittels Extrusion und Kalandrieren zwischen eine Trägerfolie-
und ein Deckelement hergestellt werden, wobei man als Deckelement in Analogie zu der
von
EP-B 084 851 beschrieben Vorgehensweise die mit Schicht (A) beschichtete PET-Folie einsetzt. Auf
diese Art und Weise wird ein intensiv haftender Verbund zwischen den beiden Schichten
erreicht. Anschließend kann man den ganzen Verbund mittels Elektronenstrahlung vernetzen.
Man kann auch Schicht (A) bereits nach dem Gießen vernetzen, beispielsweise thermisch.
Schicht (B) kann nach dem Zusammenfügen des Verbundes vernetzt werden, beispielsweise
fotochemisch durch Bestrahlen durch die Trägerfolie hindurch.
[0058] Das erfindungsgemäße Flexodruckelement wird bevorzugt zur Herstellung von Flexodruckformen
mittels Laser-Direktgravur eingesetzt. Selbstverständlich kann ein Druckrelief aber
auch auf andere Art und Weise, beispielsweise mechanisch eingraviert werden.
[0059] Bei der Laser-Direktgravur absorbiert die Reliefschicht Laserstrahlung in einem solchen
Ausmaße, so dass sie an solchen Stellen, an denen sie einem Laserstrahl ausreichender
Intensität ausgesetzt ist, entfernt oder zumindest abgelöst wird. Vorzugsweise wird
die Schicht dabei ohne vorher zu schmelzen verdampft oder thermisch oder oxidativ
zersetzt, so dass ihre Zersetzungsprodukte in Form von heißen Gasen, Dämpfen, Rauch
oder kleinen Partikeln von der Schicht entfernt werden.
[0060] Aufgrund des Gehaltes an Leitfähigkeitsruß weist Schicht (A) eine gute Absorption
insbesondere im gesamten infraroten Spektralbereich zwischen 750 nm und 12000 nm auf.
Sie kann daher gleichermaßen gut mittels CO
2-Lasern mit einer Wellenlänge von 10,6 µm oder mittels Nd-YAG-Lasern (1064 nm), IR-Diodenlaser
oder Festkörperlasern graviert werden.
[0061] Bei Schicht (B) richtet sich die Auswahl des optimalen Lasers nach dem Aufbau der
Schicht, und hierbei insbesondere danach, ob ein Absorber für Laserstrahlung (b2)
vorhanden ist oder nicht. Die für Schicht (B) eingesetzten flexotypischen Bindemittel
absorbieren im Bereich zwischen 9000 nm und 12 000 nm üblicherweise in ausreichendem
Maße, so dass die Gravur der Schicht mit Hilfe von CO
2-Lasern möglich ist, ohne dass zusätzliche IR-Absorber zugegeben werden müßten. Das
Gleiche gilt für UV-Laser, wie bspw. Excimer-Laser. Bei Verwendung von Nd-YAG-Lasern
und IR-Dioden-Lasern ist der Zusatz eines Laserabsorbers im Regelfalle erforderlich.
Die Laser können entweder kontinuierlich oder gepulst betrieben werden.
[0062] Die Tiefe der einzugravierenden Elemente richtet sich nach der Gesamtdicke des Reliefs
und der Art der einzugravierenden Elemente und wird vom Fachmann je nach den gewünschten
Eigenschaften der Druckform bestimmt. Die Tiefe der einzugravierenden Reliefelemente
beträgt zumindest 0,03 mm, bevorzugt 0,05 mm - genannt ist hier die Mindesttiefe zwischen
einzelnen Rasterpunkten. Druckplatten mit zu geringen Relieftiefen sind für das Drucken
mittels Flexodrucktechnik im Regelfalle ungeeignet, weil die Negativelemente mit Druckfarbe
vollaufen. Einzelne Negativpunkte sollten üblicherweise größere Tiefen aufweisen;
für solche von 0,2 mm Durchmesser ist üblicherweise eine Tiefe von mindestens 0,07
bis 0,08 mm empfehlenswert. Bei weggravierten Flächen empfiehlt sich eine Tiefe von
mehr als 0,15 mm, bevorzugt mehr als 0,3 mm. Letzteres ist natürlich nur bei einem
entsprechend dickem Relief möglich.
[0063] Zur Gravur kann ein Lasersystem eingesetzt werden, welches nur über einen einzigen
Laserstrahl verfügt. Bevorzugt werden aber Lasersysteme eingesetzt, die zwei oder
mehrere Laserstrahlen aufweisen. Die Laserstrahlen können alle die gleiche Wellenlänge
aufweisen oder es können Laserstrahlen unterschiedlicher Wellenlänge eingesetzt werden.
Weiterhin bevorzugt ist mindestens einer der Strahlen speziell zum Erzeugen von Grobstrukturen
angepasst und mindestens einer der Strahlen speziell zum Schreiben von Feinstrukturen
angepasst. Mit derartigen Systemen lassen sich besonders elegant qualitativ hochwertige
Druckformen erzeugen.
[0064] Beispielsweise kann es sich bei den Lasern ausschließlich um CO
2-Laser handeln, wobei der Strahl zur Erzeugung der Feinstrukturen eine geringere Leistung
aufweist als die Strahlen zur Erzeugung von Grobstrukturen. So hat sich beispielsweise
die Kombination eines Strahles mit einer Leistung von 50 bis 100 W in Kombination
mit zwei Strahlen von je 200 W als besonders vorteilhaft erwiesen. Es kann sich auch
um einen Nd/YAG-Laser zum Schreiben von feinen Strukturen, in Kombination mit einem
oder mehreren leistungsstarken CO
2-Lasern handeln. Zur Lasergravur besonders geeignete Mehrstrahl-Lasersysterne sowie
geeignete Gravurverfahren sind prinzipiell bekannt und beispielsweise in
EP-A 1 262 315 und
EP-A 1 262 316 offenbart. Die beschriebene Apparatur weist eine rotierbare Trommel auf, auf die
das Flexodruckelement montiert und die Trommel in Rotation versetzt wird. Die Laserstrahlen
bewegen sich langsam parallel zur Trommelachse von einem Ende zum anderen Ende der
Trommel und werden dabei auf geeignete Art und Weise moduliert. Auf diese Art und
Weise kann die gesamte Fläche des Flexodruckelementes nach und nach graviert werden.
Die Relativbewegung zwischen Trommel und Laserstrahlen kann durch Bewegung des Lasers
und/oder der Trommel erfolgen.
[0065] Mit dem Strahl zur Erzeugung von Feinstrukturen werden bevorzugt nur die Ränder der
Reliefelemente sowie der oberste Schichtabschnitt der reliefbildenden Schicht graviert.
Die leistungsstärkeren Strahlen dienen bevorzugt zum Vertiefen der erzeugten Strukturen
sowie zum Ausheben größerer nichtdruckender Vertiefungen. Die Einzelheiten richten
sich selbstverständlich auch nach dem zu gravierenden Motiv.
[0066] Derartige Mehrstrahlsysteme können zum Gravieren der erfindungsgemäßen Flexodruckelementen
mit nur einer Schicht (A) eingesetzt werden. Von besonderem Vorteile werden sie in
Kombination mit einem mehrschichtigen Flexodruckelement mit einer Schicht (A) sowie
einer oder mehrerer Schichten (B) eingesetzt. Besonders vorteilhaft werden in diesem
Falle die Dicke der Oberschicht (A) sowie die Leistung des leistungsschwächeren Laserstrahles
und die sonstigen Laserparameter so aufeinander abgestimmt, dass der leistungsschwächere
Strahl im wesentlichen Schicht (A) graviert, während die leistungsstärkeren Strahlen
im wesentlichen Schicht (B) oder auch (A) und (B) zusammen gravieren. Im Regelfalle
ist eine Schichtdicke von 0,05 mm bis 0,3 mm, bevorzugt 0,07 mm bis 0,2 mm für die
Oberschicht (A) ausreichend.
[0067] Vorteilhaft kann die erhaltene Flexodruckform im Anschluss an die Lasergravur in
einem weiteren Verfahrensschritt nachgereinigt werden. In manchen Fällen kann dies
durch einfaches Abblasen mit Druckluft oder Abbürsten geschehen.
[0068] Es ist aber bevorzugt, zum Nachreinigen ein flüssiges Reinigungsmittel einzusetzen
um auch Polymerbruchstücke vollständig entfernen zu können. Dies ist beispielsweise
dann besonders zu empfehlen, wenn mit der Flexodruckform Lebensmittelverpackungen
bedruckt werden sollen, bei denen besonders strenge Anforderungen im Hinblick auf
flüchtige Bestandteile gelten.
[0069] Ganz besonders vorteilhaft kann die Nachreinigung mittels Wasser oder einem wässrigen
Reinigungsmittel erfolgen. Wässrige Reinigungsmittel bestehen im wesentlichen aus
Wasser sowie optional geringen Mengen von Alkoholen und können zur Unterstützung des
Reinigungsvorganges Hilfsmittel, wie beispielsweise Tenside, Emulgatoren, Dispergierhilfsmittel
oder Basen enthalten. Es können auch Mischungen verwendet werden, die üblicherweise
zum Entwickeln konventioneller, wasserentwickelbarer Flexodruckplatten eingesetzt
werden.
[0070] Zum Nachreinigen können prinzipiell auch Mischungen organischer Lösemittel eingesetzt
werden, insbesondere solche Mischungen, die üblicherweise als Auswaschmittel für konventionell
hergestellte Flexodruckformen dienen. Beispiele umfassen Auswaschmittel auf Basis
hochsiedender, entaromatisierter Erdölfraktionen, wie beispielsweise von
EP-A 332 070 offenbart oder auch "Wasser-in-ÖI"-Emulsionen, wie von
EP-A 463 016 offenbart.
[0071] Die Nachreinigung kann beispielsweise durch einfaches Eintauchen oder Abspritzen
der Reliefdruckform erfolgen oder aber auch zusätzlich durch mechanische Mittel, wie
beispielsweise durch Bürsten oder Plüsche unterstützt werden. Es können auch übliche
Flexowascher verwendet werden.
[0072] Beim Nachwaschschritt werden eventuelle Ablagerungen sowie die Reste der zusätzlichen
Polymerschicht entfernt. Vorteilhaft verhindert diese Schicht, oder erschwert es zumindest,
dass sich im Zuge der Lasergravur gebildete Polymertröpfchen wieder fest mit der Oberfläche
der Reliefschicht verbinden. Ablagerungen können daher besonders leicht entfernt werden.
Es ist regelmäßig empfehlenswert, den Nachwaschschritt unmittelbar im Anschluss an
den Schritt der Lasergravur durchzuführen.
[0073] Durch die Verwendung von Leitfähigkeitsrußen in den erfindungsgemäßen Flexodruckelementen
werden qualitativ sehr hochwertige Flexodruckformen erhalten. Der Leitfähigkeitsruß
ist zwar nicht ganz so empfindlich wie konventionelle Ruße, aber es lassen sich Flexodruckformen
erhalten, deren Reliefelelemente sehr scharfe Kanten aufweisen und das Auftreten von
Schmelzrändern nahezu vollständig unterdrückt wird.
[0074] Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher veranschaulichen:
Beispiel 1:
Einschichtiges Flexodruckelement mit Leitfähigkeitsruß
[0075] Für die elastomere, reliefbildende Schicht (A) werden die folgenden Ausgarigmaterialien
eingesetzt:
| SBS-Öl-Compound bestehend aus: |
|
| 67 Teilen SBS-Dreiblockcopolymer (30 % Styrol, Mw = 170.000 g/mol) |
53 % |
| 33 Teilen paraffinisches Mineralöl |
|
| SB-Diblockcopolymer (9 % Styrol, Mw = 230.000 g/mol) |
9 % |
| Polybutadienöl-Weichmacher |
18% |
| 1,6-Hexandioldiacrylat |
9 % |
| Kerobit TBK (thermischer Stabilisator) |
1 % |
| Ketjenblack EC 300 J (Leitfähigkeitsruß, BET = 800 m2/g, DBP-Adsorption = 310-345 ml/100 g) |
10 % |
| Summe |
100 % |
[0076] Durch Extrusion (ZSK 53-Zweischneckenextruder, Werner & Pfleiderer) und anschließendes
Kalandrieren der Schmelze zwischen eine haftlackbeschichtete PET-Trägerfolie (125
µm) und eine silikonbeschichtete Schutzfolie werden Flexodruckelemente der oben beschriebenen
erfindungsgemäßen Zusammensetzung hergestellt. Der Ruß wird mit Hilfe eines angeflanschten
Seitenextruders dosiert, so dass eine homogene Dosierung und Einmischung des Rußes
in die Polymerschmelze gewährleistet ist. Die Dicke von Schicht (A) beträgt 1.02 mm.
[0077] Nach der Herstellung werden die rußgefüllten Flexodruckelemente 4 Tage bei Raumtemperatur
gelagert und anschließend mit Hilfe von Elektronenstrahlen gemäß dem in
WO 03/11596 beschriebenen Verfahren vernetzt. Hierzu werden jeweils 5 Flexodruckelemente mit
Zwischenlagen in einen Karton verpackt und durch Bestrahlung mit Elektronenstrahlen
(Elektronenenergie 3,5 MeV) in 4 Teildosen von je 25 kGy vernetzt.
[0078] Nach dem Abziehen der Schutzfolie wird in das vernetzte, rußgefüllte Flexodruckelement
mittels eines Lasersystems mit drei CO
2-Laserstrahlen (STK BDE 4131, Schablonentechnik Kufstein, 1. Strahl 100 Watt, 2. und
3. Strahl 250 Watt) ein Testmotiv mit einer Auflösung von 1270 dpi eingraviert. Das
Testmotiv enthält zur Beurteilung der Gravurqualität verschiedene, typische Elemente
wie Rasterfelder, Vollflächen, nichtdruckende Bereiche, feine positive und negative
Punkte und Linien. Nach dem Gravieren wird die Oberfläche manuell unter Verwendung
einer Bürste mit einem Wasser-Tensid-Gemisch gereingt und getrocknet. Die Versuchsbedingungen
und Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengefasst.
Vergleichsbeispiele A, B und C:
Einschichtige Flexodruckelemente mit nicht leitfähigen Rußtypen
[0079] Analog Beispiel 1 wurden Flexodruckelemente mittels Extrusion und Kalandrieren der
Schmelze zwischen eine haftlackbeschichtete PET-Trägerfolie und eine silikonbeschichtete
Schutzfolie hergestellt. Die Zusammensetzung der elastomeren Schicht entsprach derjenigen
von Beispiel 1, jedoch wurden verschiedene, nicht leitfähige Rußtypen eingesetzt.
Der jeweils verwendete Ruß kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
| Vergleichsbeispiel A |
Printex® U (Gasruß, BET = 100 m2/g, DBP-Adsorption = 115 ml/100 g) |
| Vergleichsbeispiel B |
Printex® A (Furnaceruß, BET = 45 m2/g, DBP-Adsorption =118 ml/100 g) |
| Vergleichsbeispiel C |
Spezialschwarz® 4 (Gasruß, BET = 180 m2/g, DBP-Adsorption = 88 ml/100 g) |
[0080] Analog Beispiel 1 werden die rußhaltigen Flexodruckelemente durch Bestrahlung mit
Elektronenstrahlen (Elektronenenergie 3,5 MeV) in 4 Teildosen von je 25 kGy vernetzt.
Nach dem Abziehen der Schutzfolie wird mittels Laser das Testmotiv von Beispiel 1
in das vernetzte Flexodruckelement graviert. Die Versuchsbedingungen und Ergebnisse
sind in Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1:
| Beispiel |
|
1 |
A |
B |
C |
| Ruß-Produktnarne |
|
Ketjenblack EC 300 J |
Printex U |
Printex A |
Spezialschwarz 4 |
| Rußmenge |
[%] |
10 |
10 |
10 |
10 |
| DBP |
[ml/100g] |
310-345 |
115 |
118 |
88 |
| BET |
[m2/g] |
800 |
100 |
45 |
180 |
| mittlere Primärteilchengröße |
[nm] |
- |
25 |
41 |
25 |
| Rußtyp |
|
hochleitfähig |
Gasruß |
Fumaceruß |
Gasruß |
| pH |
|
8 bis 10 |
4,5 |
9 |
3 |
| Vernetzungsbedingungen |
|
|
|
|
|
| Elektronenbestrahlung |
[kGy} |
100 |
100 |
100 |
100 |
| Lasergravurparameter |
|
|
|
|
|
| Laser |
|
STK BDE 4131 |
STK BDE 4131 |
STK BDE 4131 |
STK BDE 4131 |
| Einstellung Laser 1 |
|
38 |
38 |
38 |
38 |
| Einstellung Laser 2 |
|
80 |
80 |
80 |
80 |
| Einstellung Laser 3 |
|
80 |
80 |
80 |
80 |
| Drehzahl |
m/sec |
7 |
7 |
7 |
7 |
| Lasergravurergebnis |
|
|
|
|
|
| Gravurtiefe |
[µm] |
555 |
565 |
585 |
545 |
| |
|
|
|
|
|
| Negativpunkt [400µm] Durchmesser |
[µm] |
432 |
461 |
460 |
446 |
| Negativpunkt [400µm] Tiefe |
[µm] |
249 |
290 |
250 |
275 |
| |
|
|
|
|
|
| Negativpunkt [200µm] Durchmesser |
[µm] |
228 |
254 |
258 |
248 |
| Negativpunkt [200µm] Tiefe |
[µm] |
113 |
110 |
108 |
108 |
Versuchsbedingungen und Ergebnisse von Beispiel 1 und der
Vergleichsbeispiele A, B und C
[0081] Die Gravurergebnisse verdeutlichen, dass die Verwendung von Leitfähigkeitsruß anstelle
von nicht leitfähigen Rußen zu einer verbesserten Auflösung führt. Dies zeigt sich
insbesondere daran, dass Negativelemente bei vergleichbaren Gravurtiefen einen geringeren
Durchmesser aufweisen. Die Ursache hierfür ist das weniger stark Schmelzen der Ränder.
[0082] Weiterhin entstehen keine ausgeprägten Ablagerungen und Ausbrüche, wodurch auch feine
Elemente kantenscharf drucken.
[0083] Die Glattheit der Oberfläche ist besonders gut erkennbar an feinen Positivelementen.
Abbildungen 1 und 2 zeigen lichtmikroskopische Aufnahmen eines 50 µm-Positivpunkts
einer Flexodruckplatte gemäß Beispiel 1 sowie gemäß Vergleichbeispielen A, B und C.
[0084] Die Abbildungen belegen klar, dass durch die Verwendung von Leitfähigkeitsruß (Beispiel
1) wird im Gegensatz zu anderen Rußen (Vergleichbeispiele A, B und C) eine wesentlich
glattere Oberfläche, sowie eine geringere oberflächliche Verschmutzung und weniger
Ausbrüche an druckenden Elementen erhalten werden.
Beispiel 2:
Zweischichtiges Flexodruckelement aus einer Schicht (A) und einer Schicht (B)
[0085] Es wurde zunächst eine 100 µm dicke, elastomere Schicht (A) gemäß Beispiel 1 mittels
Extrusion zwischen 2 silikonisierte Schutzfolien hergestellt. Nach dem Vernetzen der
Schicht mittels Elektronenstrahlen analog Beispiel 1 wurde eine der silikoniserten
Folien abgezogen, um ein Deckelement zu erhalten.
[0086] Bei den Komponenten für die fotochemisch vernetzbare Schicht (B) handelte es sich
um die Komponenten einer nyloflex
® FAH-Druckplatte (BASF Drucksysteme GmbH).
[0087] Gemäß dem in
EP-A 084 851 beschriebenen Verfahren wurde das zweischichtige Flexodruckelement auf übliche Art
und Weise durch Schmelzextrusion der Komponenten von Schicht (B) und Kalandrieren
zwischen eine transparente Trägerfolie und ein Deckelement hergestellt, wobei der
besagte Verbund aus Schicht (A) und silikoniserter Folie als Deckelement eingesetzt
wurde. Dadurch wird ein Schichtverbund aus einer fotochemisch vernetzbaren, elastomeren
Schicht (B) und einer Leitfähigkeitsruß enthaltenden Oberschicht (A) erzeugt. Die
Dicke von Schicht (B) betrug 0,92 mm.
[0088] Schicht (B) wurde zum fotochemischen Vemetzen durch die transparente Trägerfolie
20 min mit UV/A-Licht bestrahlt (nyloflex F III-Belichter, 80-Watt-Röhren). Anschließend
wurde die silikonisierte Deckfolie abgezogen.
[0089] Das beschriebene Flexodruckelement kann alternativ erhalten werden, indem man den
oben beschriebenen Verbund aus Schicht (A) und Folie auf eine fertige FAH-Platte aufkaschiert.
[0090] Das zweischichtige Flexodruckelement aus den Schichten (A) und (B) wird mit einem
Zweistrahllasergerät (100 W Nd-YAG, 250 W CO
2) mit unterschiedlichen Auflösungen graviert (1270 dpi, 1778 dpi, 2540 dpi).
[0091] Mittels des Nd-YAG-Lasers wurden die feinen Elemente in vernetzte Schicht (A) graviert,
der CO
2-Laser diente zum Gravieren der tiefer gelegenen Bereiche sowie gegebenenfalls zum
Ausheben von Grobbereichen. Die erreichbare Auflösung betrug 2540 dpi bei gleichzeitig
kantenscharfer Abbildung feiner druckender Elemente.
Beispiel 3:
Zweischichtiges Flexodruckelement aus einer Schicht (A) und einer Schicht (B)
[0092] Zunächst wird eine vulkanisierbare Naturkautschuk-Ruß-Mischung der folgenden Zusammensetzung
auf einem Walzenstuhl hergestellt:
| Naturkautschuk (Norrub 340P) |
84 % |
| Thermischer Stabilisator (Vulkanox 4010 NA/LG) |
1 % |
| Stearinsäure |
1 % |
| Zinkoxid (Zinkoxid RS P5) |
2 % |
| Schwefelvernetzungssystem |
3 % |
Ketjenblack EC 300 J
(Leitfähigkeitsruß, BET = 800 m2/g, DBP-Adsorption = 310-345 ml/100 g) |
9% |
| Summe |
100 % |
[0093] Durch 20-minütiges Pressen der Schicht zwischen zwei silikonisierten Schutzfolien
bei 150°C wird eine 100 µm dicke, vernetzte elastomere Schicht (A) erhalten. Vor der
weiteren Verarbeitung wird eine Schutzfolie abgezogen.
[0094] Bei den Komponenten für die fotochemisch vernetzbare Schicht (B) handelte es sich
um die Komponenten einer nyloflex
® FAH-Druckplatte (BASF Drucksysteme GmbH). Gemäß dem in
EP-A 084 851 beschriebenen Verfahren wurde das zweischichtige Flexodruckelement auf übliche Art
und Weise durch Schmelzextrusion der Komponenten von Schicht (B) und Kalandrieren
zwischen eine transparente Trägerfolie und ein Deckelement hergestellt, wobei der
besagte Verbund aus Schicht (A) und silikoniserter Folie als Deckelement eingesetzt
wurde. Dadurch wird ein Schichtverbund aus einer fotochemisch vernetzbaren, elastomeren
Schicht (B) und einer Leitfähigkeitsruß enthaltenden Oberschicht (A) erzeugt. Die
Dicke von Schicht (B) betrug 0,92 mm.
[0095] Schicht (B) wurde zum fotochemischen Vernetzen durch die transparente Trägerfolie
20 min mit UV/A-Licht bestrahlt (nyloflex F III-Belichter, 80-Watt-Röhren). Anschließend
wurde die silikonisierte Deckfolie abgezogen.
[0096] Das beschriebene Flexodruckelement kann alternativ erhalten werden, indem man den
oben beschriebenen Verbund aus Schicht (A) und Folie auf eine fertige FAH-Platte aufkaschiert.
[0097] Das zweischichtige Flexodruckelement aus den Schichten (A) und (B) wird mit einem
Zweistrahllasergerät (100 W Nd-YAG, 250 W CO
2) mit unterschiedlichen Auflösungen graviert (1270 dpi, 1778 dpi, 2540 dpi).
[0098] Mittels des Nd-YAG-Lasers wurden die feinen Elemente in vernetzte Schicht (A) graviert,
der CO
2-Laser diente zum Gravieren der tiefer gelegenen Bereiche sowie gegebenenfalls zum
Ausheben von Grobbereichen. Die erreichbare Auflösung betrug 2540 dpi bei gleichzeitig
kantenscharfer Abbildung feiner druckender Elemente.
Vergleichsbeispiel D:
[0099] Zum Vergleich wurde das zweischichtige Flexodruckelement aus Beispiel 2 nur mit einem
250 W-CO
2-Einstrahllasergerät graviert.
[0100] Die erreichbare Auflösung zur Abbildung von Rastern beträgt max. 1270 dpi. Feine
Reliefelemente weisen gröber strukturierte Flanken auf als in Beispiel 2.
[0101] Die feinen Elemente lassen sich mit der Kombination aus ND/YAG-Laser und CO
2-Laser mit feinerer Auflösung gravieren, als nur mit dem CO
2-Laser. Feine Rasterpunkte sind deutlich spitzer.
Vergleichsbeispiel E:
[0102] Zum Vergleich wurde das zweischichtige Flexodruckelement aus Beispiel 3 nur mit einem
250 W-CO
2-Einstrahllasergerät graviert.
[0103] Die erreichbare Auflösung zur Abbildung von Rastern beträgt max. 1270 dpi. Feine
Reliefelemente weisen gröber strukturierte Flanken auf als in Beispiel 3.
[0104] Die feinen Elemente lassen sich mit der Kombination aus ND/YAG-Laser und CO
2-Laser mit feinerer Auflösung gravieren, als nur mit dem CO
2-Laser. Feine Rasterpunkte sind deutlich spitzer und die Flanken der Elemente weisen
keine Ausbrüche auf