[0001] Die Erfindung betrifft ein Garnbearbeitungsverfahren zur Herstellung eines Effektgarns
aus mindestens einem Filamentgarn mit den Verfahrensschritten Zuführen des Filamentgarns
in eine Falschdraht-Texturiereinheit, und Erzeugen von Verdrehungen des Filamentgarns
mit einer Verdrehungsdichte durch Übertragen eines axialen Drehmoments auf das Filamentgarn
mittels eines Drallgebers der Falschdraht-Texturiereinheit sowie einen Drallgeber
und eine Garnbearbeitungsmaschine zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Das Texturieren von Filamentgarnen, insbesondere Multifilamentgarnen, ist im Stand
der Technik bekannt. Das Texturieren dient dazu, aus einem kunststoffartigen, flachen
und glatten Multifilamentgarn ein gekräuseltes und strukturiertes Garn herzustellen,
das aufgrund seiner voluminösen und bauschigen Struktur (Bausch) textilen Charakter
aufweist. Dazu wird das Multifilamentgarn (Faden) im allgemeinen von einer Spule abgewickelt,
durch ein erstes Lieferwerk geführt, anschließend in einem Heizer (Primärheizer) erhitzt,
auf einer Kühlschiene abgekühlt, durch einen Drallgeber und ein dahinter angeordnetes
zweites Lieferwerk, ein sogenanntes Abzugslieferwerk geführt, um anschließend auf
einer Garnspule aufgewickelt zu werden. Der Drallgeber dient dazu, das Multifilamentgarn
in einem Arbeitsgang vorübergehend hochzudrehen, d.h. eine Verdrehung des Multifilamentgarns,
bzw. der einzelnen Filamentgarne, durch Übertragen eines axialen Drehmoments auf die
Filamentgarne zu erzeugen. Diese vorübergehende Verdrehung (tordierter Zustand) wird
als Falschdraht (FD) bezeichnet. Durch die Verdrehung wird ein Drehungsrückstau ausgebildet,
der bis in den Heizer zurückreicht (Drallzone), wodurch es ermöglicht wird, dass der
tordierte Zustand der Filamentgarne vor dem Drallgeber durch Erhitzen und Abkühlen
thermisch fixiert wird. Hinter dem Drallgeber wird dann die Verdrehung wieder aufgelöst.
Aufgrund der im tordierten Zustand erfolgten thermischen Fixierung weist das Garn
die gewünschte gekräuselte Struktur auf.
[0003] Sehr hohe Produktionsgeschwindigkeiten sind durch Verwendung eines Friktionsdrallgebers
als Drallgeber möglich. Bei diesen Drallgebern wird das Filamentgarn direkt mit Hilfe
von Reibflächen angetrieben. Durch den geringeren Durchmesser des Fadens im Vergleich
zur Spindel, d.h. zu z.B. einer Scheibe eines Scheibenfriktionsaggregats, wird ein
hohes Übersetzungsverhältnis zwischen der Umdrehung der Scheibe und dem Verdrehen
des Filamentgarns realisiert. Das Drei-Achs-Scheibenfriktionsaggregat eignet sich
hierfür besonders gut. Als Drallgeber werden daher vorwiegend Friktionsdrallgeber,
insbesondere drei-achsige Scheibenfriktionsaggregate, aber auch sogenannte Nip-Twister,
die mittels gekreuzter Riemen ein Drehmoment auf die Filamentgarne übertragen, eingesetzt.
Ein derartiges Scheibenfriktionsaggregat ist z.B. in der DE 3743708 A1 offenbart.
Ein Nip-Twister wird in der JP 06184848 A dargestellt. Die Drallerteilung mittels
Friktion ermöglicht sehr hohe Rotations- und damit auch hohe Produktionsgeschwindigkeiten.
Wenn die Reibungsverhältnisse zwischen den Filamentgarnen und dem Drallgeber variieren,
also wenn Prozessschwankungen oder Instabilitäten auftreten, dann führt dies zu einer
ungleichmäßigen Garnstruktur, bzw. Fehlern im Garn und damit zu Qualitätsverlusten
beim produzierten Garn. Derartige Fehler oder Störungen können z.B. aus Störungen
in der Spinnerei, aus ungleichmäßigem Auftrag oder ungleichmäßiger Verstellung der
Spinnpräparation auf der Fadenoberfläche, aus Temperaturschwankungen beim Texturieren
oder aus Verschmutzungen z.B. im Heizer und/oder in der Kühlschiene resultieren. Die
Störungen können ein sogenanntes Ballonieren des Garns bewirken, was insbesondere
bei hohen Rotationsgeschwindigkeiten auftritt. Ein Ballonieren des Garns führt zu
einem unkontrollierten Fadenlauf und zu Fadenspannungsschwankungen. Dadurch kann der
Faden z.B. über die Scheibenoberfläche des Drallgebers springen. Dieser Drallschlupf
führt zu einem Drehungsdefizit innerhalb der Drallzone, d.h. die Verdrehungsdichte,
also die Anzahl der Verdrehungen pro Längeneinheit der Filamentgarne schwankt. Das
zu bearbeitende Garn kann dadurch abschnittsweise ohne Verdrehung den Drallgeber passieren.
Dies führt zu kurzen geschlossenen Garnabschnitten, sogenannten "Tight Spots" und
langen ungleichmäßig texturierten Garnabschnitten, was als "Surging" bezeichnet wird.
Beim Surging steigt die Fadenspannung sprunghaft an, wodurch das Kräftegleichgewicht
im Drallgeber gestört wird. Es entstehen Zonen im Faden ohne Drehung. Außerdem schwanken
die Verstreckungswerte, die Anfärbung wird ungenügend.
Mit Friktionsdrallgebern sind Texturiergeschwindigkeiten von über 300 m/min möglich.
Die Heiz- und Kühlzonen in der Texturierzone sind in ihrer Länge diesen Texturiergeschwindigkeiten
angepasst, um noch eine ausreichende Thermofixierung der Kräuselung zu gewährleisten.
Bei einer Länge der Texturierzone von insgesamt 5 - 6 m tritt in Verbindung mit den
kraftschlüssig arbeitenden Friktionsdrallgebern das Phänomen des Surgings besonders
häufig auf. Bei kraftschlüssigen Drallgebern gemäß Stand der Technik kann die erzeugte
Verdrehungsdichte nicht sehr exakt kontrolliert werden, dadurch tritt die verfahrenstechnische
Produktionsbeschränkung des Surgings, und damit das Ballonieren des Fadens in der
Drallzone mit damit einhergehenden Fadenspannungsschwankungen, die wiederum Verdrehungsschwankungen
zur Folge haben, auf. Die Stabilitätsgrenze des Prozesses wird zum einen durch die
Geometrie der Texturierzone, z.B. deren Länge, Umlenkstellen, Fadenabstützung etc.
und zum anderen durch die Qualität des Vorlagematerials, z.B. dessen Gleichmäßigkeit,
Präparation etc., also durch auftretende Prozessschwankungen beeinflusst.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Garnbearbeitungsverfahren und einen
Drallgeber zur Herstellung eines Effektgarns mittels Falschdraht-Texturierung bereitzustellen,
welche die Nachteile des Standes der Technik vermeiden und insbesondere das Phänomen
des Surgings vermeidet.
[0005] Diese Aufgabe wird durch das Garnbearbeitungsverfahren und den Drallgeber der unabhängigen
Ansprüche gelöst. Die abhängigen Ansprüche stellen bevorzugte Ausführungsformen der
Erfindung dar.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Garnbearbeitungsverfahren zur Herstellung eines Effektgarns
aus mindestens einem Filamentgarn werden nach einem Zuführen des Filamentgarns in
eine Falschdraht-Texturiereinheit, Verdrehungen des Filamentgarns mit einer Verdrehungsdichte
durch Übertragen eines axialen Drehmoments auf das Filamentgarn mittels eines Drallgebers
der Falschdraht-Texturiereinheit erzeugt. Erfindungsgemäß werden die Verdrehungsdichte
beeinflussende Prozessschwankungen durch Konstanthalten des übertragenen Drehmoments
ausgeglichen.
[0007] Friktionsdrallgeber gemäß Stand der Technik werden mit einer möglichst konstanten
Drehzahl betrieben, die relativ zur Produktionsgeschwindigkeit als Sollwert vorgegeben
wird. Schwankungen im Reibwert oder in der Fadenspannung wirken sich somit auch immer
in Schwankungen des auf das zu bearbeitende Filamentgarn übertragenen Drehmomentes
aus. Da es sich bei den Drallgebern um kraftschlüssige Elemente handelt, ist daher
die Einleitung eines konstanten Drehmomentes erheblich sinnvoller.
[0008] Das Drehmoment (D) ist als tangential an das Filamentgarn angreifende Kraft (K),
multipliziert mittels des Vektorprodukts mit dem Radius (R) des Filamentgarns definiert:

[0009] Eine senkrecht angreifende Kraft führt also zu einem Drehmoment in axialer Richtung
des Filamentgarns. Nach dem physikalischen Prinzip "Actio gleich Reactio" schwankt
bei einer Radiusschwankung des Filamentgarns oder bei schlechter Kraftübertragung
wegen eines schwankenden Reibwertes zwischen dem Drallgeber, z.B. einer Scheibe eines
Scheibenfriktionsaggregats, und dem Filamentgarn auch die Kraft, die zum Antrieb z.B.
der Scheibe bei konstanter Umdrehungsgeschwindigkeit notwendig ist. Die Drehung der
Scheibe wird also mehr oder weniger stark abgebremst. Wird nun anstelle der Drehgeschwindigkeit
des Drallgebers das übertragene Drehmoment konstant gehalten, so wird ständig die
gleiche Anzahl von Verdrehungen des Filamentgarns pro Länge des Filamentgarns erzeugt,
d.h. die Verdrehungsdichte bleibt konstant. Es werden daher Prozessschwankungen, wie
schwankende Fadenspannung, unterschiedlicher Fadenradius, wechselnde Oberflächenrauhigkeit
des Fadens etc. ausgeglichen.
[0010] Durch die Einleitung eines konstanten Drehmomentes bleibt die Verdrehungsdichte des
Garnes konstant, der Herstellungsprozess wird deutlich stabilisiert. Ein weiterer
Vorteil besteht darin, dass durch die Einleitung eines konstanten Drehmomentes der
Herstellungsprozess bei gleich bleibender Drehungsdichte angehalten werden kann, was
bei einer Drehzahlsteuerung des Drallgebers in Abhängigkeit von der Prozessgeschwindigkeit
nicht möglich ist.
[0011] Bevorzugt wird das übertragene Drehmoment durch eine Kontrolle einer Leistungsaufnahme
eines den Drallgeber antreibenden Elektromotors durchgeführt, wobei bevorzugt die
elektrische Stromstärke des den Elektromotor bei konstanter Spannung durchfließenden
elektrischen Stroms konstant gehalten wird. Die von einem Elektromotor aufgenommene
elektrische Leistung entspricht der Kraft, die der Elektromotor z.B. zum Drehen einer
Scheibe aufwenden muss. Diese Leistung P ist definiert als das Produkt aus der anliegenden
elektrischen Spannung U und dem den Elektromotor durchfließenden elektrischen Strom
I. Ist eine konstante elektrische Spannung angelegt, so kann die Leistungsaufnahme
und damit ein erzeugtes und übertragenes Drehmoment durch Kontrolle des elektrischen
Stroms eingestellt und konstant gehalten werden. Dabei handelt es sich um ein bewährtes
und zuverlässiges Verfahren, was durch bekannte elektronische Bauteile realisiert
werden kann.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird das übertragene Drehmoment mittels
eines Drehmomentsensors gemessen und eine Drehgeschwindigkeit des Drallgebers derart
kontrolliert, dass das Drehmoment konstant gehalten wird. Dadurch ist eine direkte
Kontrolle der Drehmomentübertragung möglich.
[0013] Ein erfindungsgemäßer Drallgeber für eine Falschdraht-Texturiereinheit ist zum Erzeugen
von Verdrehungen eines Filamentgarns mit einer Verdrehungsdichte durch Übertragen
eines axialen Drehmoments auf das Filamentgarn eingerichtet. Erfindungsgemäß sind
Konstanthaltemittel vorgesehen, die eingerichtet sind, die Verdrehungsdichte beeinflussende
Prozessschwankungen durch Konstanthalten des übertragenen Drehmoments auszugleichen.
Mittels des erfindungsgemäßen Drallgebers kann das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt
werden. Der erfindungsgemäße Drallgeber stellt damit die Vorteile des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Verfügung.
[0014] Die konstante Drehmomenteneinleitung kann mit jedem Friktionsdrallgeber umgesetzt
werden, wobei bevorzugt das Drei-Achs-Scheibenfriktionsaggregat und der Nip-Twister
eingesetzt werden. Der erfindungsgemäße Drallgeber umfasst daher bevorzugt ein Scheibenfriktionsaggregat
oder einen Nip-Twister. Bei diesen Drallgebern handelt es sich um kraftschlüssige
Drallgeber, mit denen hohe Prozessgeschwindigkeiten, d.h. Garnherstellungsgeschwindigkeiten
erreicht werden.
[0015] Ein erfindungsgemäßer Drallgeber kann z.B. durch den Einsatz eines, eine flache Charakteristik
aufweisenden Antriebsmotors realisiert werden. Ein derartiger Antriebsmotor folgt
in seiner Leistung selbständig vorhandenen Abbremsungen, da seine Leistung nicht rasch
angepasst werden kann. Ein derartiger Antriebsmotor hat jedoch den Nachteil, dass
eine Kontrolle der Drehmomentübertragung nicht möglich ist.
[0016] Bevorzugt weist ein erfindungsgemäßer Drallgeber einen zu dessen Antrieb eingerichteten
Elektromotor auf, wobei die Konstanthaltemittel eingerichtet sind, die Leistungsaufnahme
des Elektromotors, bevorzugt durch Konstanthalten des den Elektromotor durchfließenden
elektrischen Stroms bei konstanter Spannung konstant zu halten. Diese Ausführungsform
der Konstanthaltemittel ist kostengünstig herzustellen und in ihrer Anwendung zuverlässig.
Selbstverständlich kann der Drallgeber auch einen nicht elektrischen Antrieb, wie
eine Wasser- oder Luftturbine oder einen elektrostatischen Antrieb bzw. einen Gravitationsantrieb
aufweisen.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfassen die Konstanthaltemittel des
erfindungsgemäßen Drallgebers einen Drehmomentsensor, wobei die Konstanthaltemittel
eingerichtet sind, das übertragene Drehmoment mittels des Drehmomentsensors zu messen
und eine Drehgeschwindigkeit des Drallgebers derart zu kontrollieren, dass das Drehmoment
konstant gehalten wird. Mittels des Drehmomentsensors ist eine direkte Kontrolle der
Drehmomentübertragung möglich.
[0018] Eine erfindungsgemäße Garnbearbeitungsmaschine mit mindestens einer Falschdraht-Texturiereinheit
umfasst einen erfindungsgemäßen Drallgeber.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von einem Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert.
[0020] Die Figuren der Zeichnung zeigen den erfindungsgemäßen Gegenstand stark schematisiert
und sind nicht maßstäblich zu verstehen. Die einzelnen Bestandteile des erfindungsgemäßen
Gegenstandes sind so dargestellt, dass ihr Aufbau gut gezeigt werden kann.
[0021] Die Figur 1 zeigt den Fadenlauf in einer erfindungsgemäßen Garnbearbeitungsmaschine.
Das Filamentgarn 1, z.B. ein Partiell Orientiertes Garn (POY), wird von einer Vorlagespule
hinter einem Spulengatter 2 mit einem ersten Lieferwerk 3 abgezogen.
Mittels der zwischen dem ersten Lieferwerk 3 und dem zweiten Lieferwerk 4 positionierten
Texturiereinheit 5 wird das Filamentgarn 1 im gedrehten Zustand verstreckt, mittels
des Primärheizers 6 erwärmt, durch die Kühlschiene 7 wieder abgekühlt und anschließend
die von dem Drallgeber 9 durch Übertragen eines axialen Drehmoments auf das Filamentgarn
1 erzeugte Verdrehung wieder aufgelöst. Für eine gute Fixierung der Kräuselung sollte
die Fadentemperatur etwa 200°C erreichen. Für eine gleichmäßige Garnqualität ist es
zudem wichtig, den Faden vor Einlauf in den Drallgeber 9 wieder unter die Glasumwandlungstemperatur
von etwa 80 °C abzukühlen. Zur Online-Qualitätsüberwachung kann hinter dem Drallgeber
9 die Fadenspannung gemessen und ausgewertet werden.
Die Verwirbelung 8 wird in der Regel vor einer Setzone mit einem Setheizer 10 durchgeführt,
da sie so im Setheizer 10 mit fixiert wird, die Knoten somit stabiler sind. Um die
Verwirbelung 8 vom Setprozess abzukoppeln, ist ein weiters Lieferwerk 11 zwischen
der Verwirbelung 8 und dem Setheizer 10 platziert.
[0022] In der Setzone wird wieder etwas von der Kräuselung herausgenommen. Darüber hinaus
werden Schrumpf- und Kringelneigung des Texturgarnes reduziert. Da mit der Zunahme
der Texturiergeschwindigkeiten ein einfacher Erwärmungsprozess nicht mehr ausreicht,
um die Kringelneigung des Garnes zu eliminieren, wird häufig in der Setzone eine leichte
Gegendrehung mit Hilfe einer Dralldüse (Detorque) 14, die vor dem Abzugswerk 15 positioniert
ist, aufgebracht.
In der Aufspulzone wird dem Filamentgarn 1 mittels einer Beölungsvorrichtung 16 noch
ein Spulöl aufgetragen und das Garn wird auf eine Garnspule 18 aufgespult. Hier kann
die Zielsetzung sehr unterschiedlich sein. Im Standardprozess möchte man einfach möglichst
große Spulen, mit einem Gewicht von mindestens fünf Kilogramm, auf Papierhülsen aufwickeln.
[0023] Beim FD-Texturieren erzielt man den erwünschten Bausch durch Thermofixierung des
Garnes im gedrehten Zustand. Um eine ausreichende Kräuselung zu erzielen, sind dabei
sehr hohe Drehungsdichten erforderlich, die zwischen 2500 und 7000 m
-1 liegen. Dadurch wirken sich durch Prozessschwankungen verursachte Schwankungen in
der Drehmomentübertragung vom Drallgeber 9 auf das Filamentgarn 1 besonders stark
aus. Erfindungsgemäß wird daher das übertragene Drehmoment konstant gehalten. Dazu
umfasst der Drallgeber 9 einen Elektromotor 20, dessen Leistung kontrolliert wird.
Der Elektromotor 20 wird von einem elektrischen Strom durchflossen, der mittels Konstanthaltemitteln
21 geregelt wird. Da der Elektromotor 20 an eine Spannungsquelle 22 angeschlossen
ist, die eine konstante elektrische Spannung zur Verfügung stellt, wird auch der elektrische
Strom mittels den Konstanthaltemitteln konstant gehalten, was zu einer konstanten
elektrischen Leistung des Elektromotors führt. Der Elektromotor 20 treibt eine rotierende
Scheibe 24 an, die in kraftschlüssigem Kontakt zu dem Filamentgarn 1 steht. Es wird
dadurch ein Drehmoment auf das Filamentgarn übertragen. Das Drehmoment ist konstant,
da die Leistung des Elektromotors konstant gehalten wird. Die Konstanthaltemittel
21 sind also eingerichtet, die Verdrehungsdichte beeinflussende Prozessschwankungen
durch Konstanthalten des übertragenen Drehmoments auszugleichen.
[0024] Vorgeschlagen wird ein Garnbearbeitungsverfahren zur Herstellung eines Effektgarns
aus mindestens einem Filamentgarn mit den Verfahrensschritten Zuführen des Filamentgarns
in eine Falschdraht-Texturiereinheit und Erzeugen von Verdrehungen des Filamentgarns
mit einer Verdrehungsdichte durch Übertragen eines axialen Drehmoments auf das Filamentgarn
mittels eines Drallgebers der Falschdraht-Texturiereinheit, sowie einen Drallgeber
und eine Garnbearbeitungsmaschine zur Durchführung des Verfahrens. Erfindungsgemäß
werden die Verdrehungsdichte beeinflussende Prozessschwankungen durch Konstanthalten
des übertragenen Drehmoments ausgeglichen.
[0025] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die vorstehend angegebenen Ausführungsbeispiele.
Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche auch bei grundsätzlich anders
gearteter Ausführung von den Merkmalen der Erfindung Gebrauch machen.
[0026] Vorgeschlagen wird ein Garnbearbeitungsverfahren zur Herstellung eines Effektgarns
aus mindestens einem Filamentgarn mit den Verfahrensschritten Zuführen des Filamentgarns
in eine Falschdraht-Texturiereinheit und Erzeugen von Verdrehungen des Filamentgarns
mit einer Verdrehungsdichte durch Übertragen eines axialen Drehmoments auf das Filamentgarn
mittels eines Drallgebers der Falschdraht-Texturiereinheit, sowie einen Drallgeber
und eine Garnbearbeitungsmaschine zur Durchführung des Verfahrens. Erfindungsgemäß
werden die Verdrehungsdichte beeinflussende Prozessschwankungen durch Konstanthalten
des übertragenen Drehmoments ausgeglichen.
1. Garnbearbeitungsverfahren zur Herstellung eines Effektgarns aus mindestens einem Filamentgarn
mit den Verfahrensschritten
- Zuführen des Filamentgarns (1) in eine Falschdraht-Texturiereinheit (5),
- Erzeugen von Verdrehungen des Filamentgarns (1) mit einer Verdrehungsdichte durch
Übertragen eines axialen Drehmoments auf das Filamentgarn (1) mittels eines Drallgebers
(9) der Falschdraht-Texturiereinheit (5),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verdrehungsdichte beeinflussende Prozessschwankungen durch Konstanthalten des
übertragenen Drehmoments ausgeglichen werden.
2. Garnbearbeitungsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das übertragene Drehmoment durch eine Kontrolle einer Leistungsaufnahme eines den
Drallgeber (9) antreibenden Elektromotors (20) durchgeführt wird, wobei bevorzugt
die elektrische Stromstärke des den Elektromotor (20) bei konstanter Spannung durchfließenden
elektrischen Stroms konstant gehalten wird.
3. Garnbearbeitungsverfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das übertragene Drehmoment mittels eines Drehmomentsensors gemessen wird und eine
Drehgeschwindigkeit des Drallgebers (20) derart kontrolliert wird, dass das Drehmoment
konstant gehalten wird.
4. Drallgeber (9) für eine Falschdraht-Texturiereinheit (5), eingerichtet zum Erzeugen
von Verdrehungen eines Filamentgarns (1) mit einer Verdrehungsdichte durch Übertragen
eines axialen Drehmoments auf das Filamentgarn (1),
dadurch gekennzeichnet, dass
Konstanthaltemittel (21) vorgesehen sind, eingerichtet, die Verdrehungsdichte beeinflussende
Prozessschwankungen durch Konstanthalten des übertragenen Drehmoments auszugleichen.
5. Drallgeber (9) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Drallgeber (9) ein Scheibenfriktionsaggregat oder einen Nip-Twister umfasst.
6. Drallgeber (9) nach mindestens einem der Ansprüche 4 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Drallgeber (9) einen zu dessen Antrieb eingerichteten Elektromotor (20) aufweist,
wobei die Konstanthaltemittel (21) eingerichtet sind, die Leistungsaufnahme des Elektromotors
(20), bevorzugt durch Konstanthalten des den Elektromotor (20) durchfließenden elektrischen
Stroms bei konstanter Spannung, konstant zu halten.
7. Drallgeber (9) nach mindestens einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Konstanthaltemittel (21) einen Drehmomentsensor umfassen, wobei die Konstanthaltemittel
(21) eingerichtet sind, das übertragene Drehmoment mittels des Drehmomentsensors zu
messen und eine Drehgeschwindigkeit des Drallgebers (9) derart zu kontrollieren, dass
das Drehmoment konstant gehalten wird.
8. Garnbearbeitungsmaschine mit mindestens einer Falschdraht-Texturiereinheit (5) mit
einem Drallgeber (9) nach mindestens einem der Ansprüche 4 bis 7.