[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Drehteller für eine Faserbandablagevorrichtung
einer faserbanderzeugenden oder -verarbeitenden Spinnereivorbereitungsmaschine nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Ablage eines laufend zugeführten
Faserbandes in einen Behälter nach dem Oberbegriff des Anspruchs 18.
[0002] Aus der DE 41 31 134 ist ein Drehteller mit einem räumlich gekrümmten Bandkanal bekannt,
wobei der Bandkanal aus einem Rohrstück mit zwei unmittelbar ineinander übergehenden
Kreisbögen gebildet ist. Nachteilig hierbei ist, daß sich gelegentlich aus dem Faserband
herausgelöste Partikel an der Innenwand des Bandkanals anlagern.
[0003] Diese Partikelansammlungen zeigen die Tendenz, im laufenden Betrieb der Bandablage
bis zu einer bestimmten Größe anzuwachsen, um sich dann als geschlossene Partikelverbünde
von der Innenwand abzulösen. Dieses Ablösen tritt häufig auf, wenn der das Faserband
aufnehmende Behälter gewechselt wird. Im Regelfall fallen die Partikelverbünde (sog.
Mäuse) in den Behälter und verschmutzen so das abgelegte Faserband. Dies kann zu Problemen
bei der weiteren Verarbeitung des Faserbandes führen.
[0004] Partikelanlagerungen an der Innenwand des Bandkanals können zusätzlich, insbesondere
bei hohen und höchsten Ablagegeschwindigkeiten, eine Beschädigung des abzulegenden
Faserbandes bewirken. Die Partikelanlagerungen können beispielsweise zu einem Fehtverzug
im Faserband oder zu einer Verschlechterung des Parallelisierungsgrades der Fasern
führen.
[0005] Weiterhin ist es nachteilig, daß im Betrieb bei dem gezeigten Drehteller eine hohe
Längsspannung im Faserband erforderlich ist, um das Faserband durch den Bandkanal
zu ziehen. Hierdurch entsteht ein unerwünschter Anspannverzug, der die Qualität des
abgelegten Faserbandes verschlechtert.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Drehteller und ein Verfahren zu
schaffen, welcher die genannten Nachteile überwindet und insbesondere bei hohen und
höchsten Geschwindigkeiten (insbesondere oberhalb 1000 m/min) eine sichere und schonende
Ablage eines hochwertigen Faserbandes gewährleistet.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch einen Drehteller und ein Verfahren mit den Merkmalen
der unabhängigen Patentansprüche.
[0008] Faserband umfaßt in aller Regel Partikel, welche nur unvollständig in die innere
Struktur des Faserbandes eingebunden sind. Derartige Partikel sind beispielsweise
Kurzfasem und Schmutzpartikel. Unter dem Einfluß der auf das Faserband im Bandkanal
wirkenden Kräfte löst sich ein Teil dieser Partikel aus der Struktur des Faserbandes
und die herausgelösten Partikel werden nur noch in loser Verbindung zum Faserband
weitertransportiert. Die erfindungsgemäße Verringerung der wirkenden Gesamtkräfte
wirkt dem unerwünschten Herauslösen von Partikeln aus dem Faserband entgegen.
[0009] Erfindungsgemäß weist der Drehteller hierzu einen Bandkanal auf, welcher zumindest
auf einem überwiegenden Teil bzw. Großteil seiner Länge eine derartige Form aufweist,
das bei vorgegebenem Verhältnis zwischen der Zuführgeschwindigkeit des Faserbandes
und der Drehzahl des Drehtellers entlang des Bandkanals im wesentlichen keine in bezug
auf die Drehachse des Drehtellers tangentiale, auf das abzulegende Faserband wirkende
Kraft auftritt. Die Bewegung eines Einzelelementes des Faserbandes ergibt sich dabei
aus der vektoriellen Addition der Drehbewegung des Bandkanals und der Bewegung des
Einzelelementes des Faserbandes gegenüber dem Bandkanal, deren Richtung wiederum von
der Form des erfindungsgemäßen Bandkanals abhängt.
[0010] Weiterhin wird das Anlagern von aus dem Faserband herausgelösten Partikeln an der
Innenwand des Bandkanals verhindert. Bei dem erfindungsgemäßen Drehteller ist die
Normalkraft zwischen diesen lose mitgeführten Partikeln und der Innenwand des Bandkanals
- und damit auch die Reibungskraft - reduziert und vorzugsweise minimiert. Hierdurch
ist sichergestellt, daß die die Partikel durch den Bandkanal transportierenden Kräfte,
insbesondere die durch die Drehung des Drehtellers bewirkten Fliehkräfte sowie die
Reibung zwischen dem laufenden Faserband und den Partikeln größer sind, als die die
Partikel bremsenden Kräfte, nämlich die Reibungskräfte zwischen Partikeln und der
Innenwand. Im Ergebnis werden also die störenden Partikel einzeln und kontinuierlich
aus dem Bandkanal abtransportiert und nicht wie bei herkömmlichen Vorrichtungen als
geschlossene Partikelverbünde.
[0011] Die Erzielung der erfindungsgemäßen Vorteile ist weder an eine bestimmte Drehzahl
des Drehtellers noch an eine bestimmte Zuführgeschwindigkeit des Faserbandes gebunden.
Wesentlich ist lediglich, daß das Verhältnis dieser beiden Kenngrößen und die Form
des Bandkanals aufeinander abgestimmt ist. Sofern die Bandablage so ausgeführt ist,
daß das Verhältnis zwischen Zuführgeschwindigkeit des Faserbandes und Drehzahl des
Drehtellers bei einer Änderung der Zuführgeschwindigkeit, also beispielsweise beim
Anfahren der Bandablage aus dem Stillstand, konstant ist, so wird unabhängig von der
Zuführgeschwindigkeit des Faserbandes durch den erfindungsgemäßen Bandkanal eine im
wesentlichen tangentialkraftfreie Bandablage gewährleistet.
[0012] Durch die erfindungsgemäße Formgebung des Bandkanals wird erreicht, daß die insgesamt
auf das Faserband wirkende Gesamtkraft stark verringert ist, da sich die Gesamtkraft
in diesem Fall lediglich durch die Addition von radialen und axialen Kräften ergibt.
[0013] Wenngleich angestrebt ist, daß der Bandkanal auf gesamter Länge in erfindungsgemäßer
Weise geformt ist, so steht es der Erfindung doch nicht entgegen, wenn in bestimmten
Bereichen, beispielsweise am Ein- oder Auslaß, um den dortigen besonderen Verhältnissen
Rechnung zu tragen, eine Abweichung von der Idealform gewünscht ist.
[0014] Die Erfindung bewirkt eine Verminderung des Antagems von aus dem Faserband herausgelösten
Partikeln unabhängig von dem Reibungskoeffizienten zwischen der Innenwand des Bandkanals
und den jeweiligen Partikeln. Dies betrifft sowohl aus dem Faserband herausgelöste
Einzelfasern, als auch aus dem Faserband herausgelöste Schmutzpartikel. Entscheidend
ist lediglich, daß durch die Erfindung aufgrund der weitgehenden Eliminierung der
genannten Tangentialkräfte die Normalkraft zwischen den Partikeln und der Innenwand
des Bandkanals verringert wird.
[0015] Zusätzlich wird durch den erfindungsgemäß geformten Bandkanal eine schonende Bandablage
gewährleistet. Durch die geringere Beaufschlagung des Faserbandes mit Kräften wird
die Gefahr von Fehlverzügen verringert. Weiterhin wird das Herauslösen von Partikeln
aus dem Faserband minimiert.
[0016] In einer erfindungsgemäßen Ausführungsform ist der Bandkanal derart ausgebildet,
daß die Mittellinie des Bandkanals zumindest auf einem überwiegenden Teil bzw. Großteil
ihrer Länge an eine Ideallinie angenähert bzw. angeschmiegt ist, welche auf ganzer
Länge des Bandkanals derart verläuft, daß bei vorgegebenem Verhältnis zwischen der
Drehzahl des Drehtellers und der Zuführgeschwindigkeit des Faserbandes die durch die
Drehung des Drehtellers gegenüber der Textilmaschine entstehende Tangentialgeschwindigkeit
jedes Punktes der Ideallinie entgegengesetzt gleich groß der durch den Transport des
Faserbandes entlang der Mittellinie im Bandkanal entstehenden Tangentialkomponente
der Relativgeschwindigkeit des Faserbandes gegenüber dem Bandkanal an dem betreffenden
Punkt der Ideallinie ist. Die Mittellinie fällt bei einem Bandkanal mit kreisförmigem
Querschnitt und einheitlicher Wandstärke mit der Schwerpunktlinie des Bandkanals zusammen.
[0017] Im Regelfall ist das Verhältnis zwischen der Zuführgeschwindigkeit des Faserbandes
und der Drehzahl des Drehtellers sowie der Ablageradius und die Erstreckung des Kanals
parallel zur Drehachse des Drehtellers (Höhe) vorgegeben. Auch ist die gewünschte
Austrittsrichtung des Faserbandes aus dem Drehteller bekannt. In diesem Fall läßt
sich eine Ideallinie mittels numerischer Methoden berechnen, welche eine komplexe
gewundene Raumkurve darstellt.
[0018] Formt man den Bandkanal so, daß die Mittellinie des Bandkanals dieser Ideallinie
im wesentlichen entspricht, erfolgt der Transport des Faserbandes im wesentlichen
tangentialkraftfrei.
[0019] Eine absolut tangentialkraftfreie Ablage ist indes nicht möglich, da der Querschnitt
des Faserbandes eine flächige Ausdehnung aufweist. Der tatsächliche Transportweg eines
im Faserband außen liegenden Einzelelementes des Faserbandes weicht daher notwendigerweise
von der Ideallinie ab. Die Abweichung ist allerdings bei den üblichen, verhältnismäßig
dünnen Faserbändern gering.
[0020] Weiterhin kann die Bewegungslinie, also diejenige Linie, welche der Mittelpunkt bzw.
Schwerpunkt eines Faserbandquerschnittes bei seiner Bewegung im Bandkanal tatsächlich
durchläuft, in Teilabschnitten des Bandkanals von der Mittellinie des Bandkanals abweichen.
Die durch die Abweichung der Bewegungslinie von der Mittellinie verbleibenden Tangentialkräfte
sind jedoch gering.
[0021] Möglich ist auch, daß der Bandkanal so geformt wird, daß die tatsächliche Bewegungslinie
des Faserbandes dieser Ideallinie im wesentlichen entspricht. Dies setzt allerdings
voraus, daß die Bewegungslinie vorab, beispielsweise mittels einer Computersimulation,
ermittelt wird. Die Mittellinie des Bandkanals und die tatsächliche Bewegungslinie
können zusammen fallen, was - wenn man dies annimmt oder berechnet - einer leichteren
erfindungsgemäßen Formung des Bandkanals zugute kommt.
[0022] Hierbei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Mittellinie des Bandkanals aus aufeinanderfolgenden
Kurvenabschnitten im Raum zusammengesetzt ist, wobei jeder Kurvenabschnitt aus einer
elementaren geometrischen Form besteht. Geeignete geometrische Formen sind beispielsweise
Schraubenlinienabschnitte, Kreisbögen, elliptische Bögen oder Geradenabschnitte. Ein
derartiger Bandkanal ist mit heutigen Maschinen relativ einfach herstellbar, ohne
daß die erfindungsgemäße Funktionalität, nämlich die Führung des Faserbandes im wesentlichen
entlang der Ideallinie ohne wesentliche tangentiale Komponente eines Einzelelementes
des Faserbandes, relevant beeinträchtigt ist.
[0023] Wenn der die Eingangsöffnung tragende Kurvenabschnitt ein Geradenabschnitt ist, so
kann die axiale Erstreckung des Drehtellers, also die Bauhöhe, in einfacher Weise
an die jeweiligen Erfordemisse, welche durch die Geometrie der Faserbandablagevorrichtung
bestimmt sind, angepaßt werden. Hierzu muß lediglich die Länge des Geradenabschnitts
verändert werden. Die Geometrie des komplex gekrümmten und/oder gewundenen Kurvenabschnitts
kann dabei unverändert bleiben.
[0024] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung bestehen die Kurvenabschnitte ausschließlich
aus ebenen geometrischen Formen. Ebene Formen sind dabei alle Formen, welche in einer
Ebene darstellbar sind.
[0025] Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Kurvenabschnitte an den Übergangsstellen
knickfrei ineinander übergehen. Mit anderen Worten weisen die Kurvenabschnitten an
den Übergangsstellen eine gemeinsame Tangente auf.
[0026] In besonders einfacher Weise ist ein erfindungsgemäßer Drehteller herstellbar, wenn
die Mittellinie vorzugsweise drei bis zwölf und besonders bevorzugt vier bis acht
unmittelbar aufeinanderfolgende Kurvenabschnitte aufweist, welche jeweils Kreisbögen
sind, wobei benachbarte Kreisbögen unterschiedliche Radien aufweisen und/oder in unterschiedlichen
Ebenen liegen.
[0027] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Mittellinie in der Draufsicht am stromaufwärts
gelegenen Öffnungsabschnitt der Ausgangsöffnung in bezug auf die Drehachse des Drehtellers
eine nach außen weisende radiale Komponente aufweist. Hierdurch ist sichergestellt,
daß aus dem Faserband herausgelöste Partikel durch die Radialkräfte bei Erreichen
der Ausgangsöffnung nach außen beschleunigt und auf diese Weise abgefördert werden.
[0028] Der Abtransport von aus dem Faserband herausgelösten Partikeln wird ebenfalls gefördert,
wenn alle Tangenten von demjenigen Abschnitt der Mittellinie, der sich in der Draufsicht
über den Öffnungsbereich der Ausgangsöffnung erstreckt, mit der Preßfläche einen Winkel
von weniger als 45°, vorzugsweise weniger als 30°, einschließen. Hierbei schneidet
die Mittellinie die Preßfläche in einem spitzen Winkel, womit die Austrittsöffnung
des Bandkanals die Form einer langgestreckten Niere annimmt.
[0029] Besonders bevorzugt - was zudem auch einen unabhängigen Erfindungsaspekt darstellt
- ist die Öffnungsfläche der Ausgangsöffnung in der Unteransicht größer ist als die
übrige, in der Unteransicht sichtbare Fläche des Bandkanals. Vorteilhafterweise ist
die genannte Öffnungsfläche ungefähr doppelt so groß oder größer im Vergleich zu der
genannten geschlossenen Fläche. Die Nierenform der Austrittsöffnung ist bei diesen
Ausgestaltungen gegenüber den bekannten Bandkanälen erheblich ausgeprägter. Bei den
bekannten Bandkanälen ist die genannte Öffnungsfläche der Ausgangsöffnung immer kleiner
als die übrige, in der Draufsicht sichtbare Fläche des Bandkanals.
[0030] Mit dem vorhergehenden Efindungsaspekt zusammenhängend, aber auch als unabhängigen
Erfndungsaspekt anzusehen, beträgt der Öffnungswinkel β der Ausgangsöffnung des Bandkanals
- gesehen von der Unterseite des Drehtellers - mehr als 45° und vorzugsweise mehr
als 60°. Auch sind noch größere Öffnungswinkel mit 80° oder 90° oder noch größer möglich.
[0031] Sofern die Mittellinie in Transportrichtung gesehen in bezug auf eine Normalebene
der Drehachse des Drehtellers eine monotone, vorzugsweise eine streng monoton fallende
Steigung aufweist, wird das laufende Faserband besonders schonend umgelenkt.
[0032] Weiterhin wird eine schonende Ablage bewirkt, wenn die Mittellinie des Bandkanals
in Transportrichtung gesehen einen monoton steigenden, vorzugsweise einen streng monoton
steigenden Abstand zur Drehachse des Drehtellers aufweist. Hierdurch ist sichergestellt,
daß zumindest eine Komponente der auf die Partikel wirkenden Zentrifugalkraft parallel
zur Transportrichtung weist und so den Transport der Partikel bewirkt oder zumindest
unterstützt.
[0033] Der erfindungsgemäße Bandkanal kann prinzipiell einen im Längsverlauf gleichbleibenden
oder einen sich ändernden Querschnitt aufweisen. Bevorzugt ist jedoch ein konstanter
Querschnitt. Auch die Form des Querschnittes ist für die Erfindung nicht wesentlich.
Bevorzugt sind insbesondere runde Querschnitte. Auch ovale Querschnitte können vorteilhaft
sein.
[0034] Der erfindungsgemäße Bandkanal kann ein- oder mehrteilig ausgebildet sein. Bei einer
mehrteiligen und insbesondere zweiteiligen Ausführung kann beispielsweise die Mündung
des Bandkanals, welche mit der Ausgangsöffnung in die Ebene der Preßfläche mündet,
als separates Teil ausgebildet und in die Unterseite des Drehtellers integriert, z.B.
eingegossen, sein, während der übrige, weitaus längere Teil des Bandkanals in einem
Stück geformt ist und mit dem Mündungsstück versteckt ist.
[0035] Beim erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt die Umlenkung des Faserbandes im Bandkanal
derart, daß auf das Faserband im wesentlichen keine in bezug auf die Drehachse des
Drehtellers tangentialen Kräfte ausgeübt werden und dadurch den Bandkanal auf das
Faserband wirkenden Reibungskräfte minimiert, wobei die Längsspannung so gewählt wird,
daß die verbleibenden Reibungskräfte gerade noch überwunden werden. Die Längsspannung
wird demnach hinreichend niedrig gewählt, um einen Anspannverzug möglichst zu vermeiden.
Die Längsspannung kann durch mechanische oder pneumatische Mittel erzeugt werden,
bevorzugt ist jedoch, daß - wie aus dem Stand der Technik bekannt - das Faserband
mittels der Preßfläche auf bereits abgelegtes Faserband gedrückt wird und durch den
Kontakt mit dem abgelegten Faserband aus dem Bandkanal gezogen wird. Hierbei wird
in einfacher Weise die Rotation des Drehtellers gegenüber dem Faserbandbehälter ausgenutzt.
[0036] Die Längsspannung kann hierbei durch Einstellung der Preßkraft, welche auf das aus
der Ausgangsöffnung austretende Faserband wirkt, und/oder durch Einstellung der Relativgeschwindigkeit
vom Faserband, das aus der Ausgangsöffnung austritt, zum Behälter gewählt werden.
Die Preßkraft kann beispielsweise bei von außerhalb der Behälter angehobenen Behälterböden
durch unterschiedliche Absenkwege des Behälterbodens während des Befüllens reguliert
werden.
[0037] Besonders günstig ist es, wenn die Längsspannung so gewählt wird, daß der durch die
Längsspannung erzeugte Anspannverzug des Faserbandes kleiner als 1,02, vorzugsweise
kleiner als 1,01, ist.
[0038] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale der Unteransprüche
gekennzeichnet.
[0039] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht eines den Stand der Technik entsprechenden Drehtellers;
- Figur 2
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Bandkanals;
- Figur 3
- den Bandkanal gemäß der Figur 3 in Aufsicht;
- Figur 4
- einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Bandkanals mit Darstellung der auftretenden
Kräfte;
- Figuren 5-13
- den Bandkanal gemäß den Figuren 2 und 3 aus unterschiedlichen Perspektiven.
[0040] Der bekannte Drehteller 1 gemäß der Figur 1 umfaßt einen Tellerkörper 13, einen Tellerhalter
3 und einen räumlich gekrümmten Bandkanal 2 mit einer Mittellinie 14. Der Bandkanal
2 ist mittels einer Gußmasse 4 an seinem oberen Ende am Drehtellerhalter 3 und an
seinem unteren Ende mit einer Gußmasse 8 am Tellerkörper 13 fixiert. Der Tellerkörper
13 weist an seinem unteren Ende eine Preßfläche 7 auf. Der Drehteller 1 rotiert im
Betrieb um seine Achse 11. Hierzu wird der Drehteller 1 mit nicht gezeigten Mitteln
gelagert und angetrieben.
[0041] Faserband tritt parallel zur Drehachse 11 im Bereich der Eingangsöffnung 5 in den
Bandkanal 2 ein, wird hier umgelenkt und verläßt den Bandkanal zur Ablage in einen
Behälter 10 durch die Ausgangsöffnung 6, welche in der Ebene der Preßfläche 7 liegt.
Der Abstand 9 zwischen Preßfläche 7 und Behälter 10 ist gering gewählt, so daß abgelegtes
Faserband nicht aus dem Behälter 10 herausquellen kann.
[0042] Der Bandkanal 2 besteht aus zwei unmittelbar ineinander übergehenden Kreisbögen 15,
16, welche in unterschiedlichen Ebenen angeordnet sind. Ein hindurchtretendes Element
des Faserbandes wird im Bereich des Kreisbogens 15 starken tangentialen Kräften ausgesetzt
(tangential in Bezug auf die Drehachse 11). Hierdurch wird das Faserband stark beansprucht,
auch wird das Loslösen von Partikeln aus dem Faserband begünstigt. Diese herausgelösten
Partikel neigen dazu, sich vorzugsweise im Kreisbogen 16 im Bereich der Ausgangsöffnung
an der Innenwand des Bandkanals 2 anzulagern. Diese Anlagerungen können während des
Betriebs der Bandablage einen Partikelklumpen beachtlicher Größe bilden (sog. Mäuse).
Derartige Partikelklumpen lösen sich von Zeit zu Zeit von der Innenwand des Bandkanals
und können dann in den Faserbandbehälter gelangen, was bei der weiteren Verarbeitung
des Faserbandes problematisch ist. Diese angelagerten Partikel können weiterhin das
durchgeführte Faserband beschädigen.
[0043] Der erfindungsgemäße Drehteller 1 unterscheidet sich von dem in der Figur 1 gezeigten
Drehteller 1 durch einen besonders ausgeformten Bandkanal 2.
[0044] Die Figuren 2, 3, 5-13 zeigen einen Bandkanal 2 für einen erfindungsgemäßen Drehteller
1, dessen Mittellinie14 aus fünf aufeinanderfolgenden Kreisbögen B1-B5 zusammengesetzt
ist. Benachbarte Kreisbögen gehen jeweils knickfrei ineinander über, d.h. sie weisen
an ihren Berührpunkten eine gemeinsame Tangente auf. Die Kreisbögen B1-B5 sind als
gepunktete Linien dargestellt. Der Bandkanal 2 ist derart geformt, daß die Mittellinie
14, welche aus den Kreisbögen B1-B5 besteht, an eine Ideallinie 12, welche strichpunktiert
dargestellt ist, angenähert bzw. angeschmiegt ist. Die Mittellinie 14 ist im Bereich
der Einlaßöffnung 5 deckungsgleich mit der Drehachse 11 des Drehtellers. Im Bereich
der Auslaßöffnung 6 weist die Mittellinie 14 eine geringe Steigung auf. Die Mittellinie
14 tritt damit unter einem spitzen Winkel durch die Ausgangsöffnung hindurch.
[0045] Der Abtransport von aus dem Faserband herausgelösten Partikeln (im Falle von Partikelansammlungen
sind das die sog. Mäuse) wird ebenfalls gefördert, wenn alle Tangenten ML von demjenigen
Abschnitt der Mittellinie, der sich in der Draufsicht über den Öffnungsbereich der
Ausgangsöffnung 6 erstreckt, mit der Preßfläche einen Winkel von weniger als 45°,
vorzugsweise weniger als 30°, einschließen. Gezeigt sind beispielhaft die Tangenten
ML1 und ML2, welche die Ebene der Preßfläche 7 unter dem Winkel α1 bzw. α2 schneiden.
[0046] In bezug auf eine Normalebene zur Drehachse 11 des Drehtellers weist die Mittellinie
14 im Bereich der Eingangsöffnung 5 eine unendliche Steigung auf, welche in Transportrichtung
gesehen bis zur Ausgangsöffnung 6 stetig abnimmt.
[0047] Figur 3 zeigt den erfindungsgemäßen Bandkanal 2 in einer Aufsicht. Er weist einen
kreisförmigen Querschnitt auf, welcher im Verlauf des Bandkanals 2 gleichbleibend
ist. Die Ausgangsöffnung 6, welche in der Zeichenebene liegt, weist die Form einer
langgezogenen Niere auf. Der radiale Abstand der Mittellinie 14 von der Drehachse
11, nimmt von der Eingangsöffnung bis zum Ende des vierten Bogens B4 stetig zu. Im
Bereich des Bogens B5 verändert sich dieser Abstand im wesentlichen nicht mehr.
[0048] Am in der Draufsicht stromaufwärts gelegenen Öffnungsabschnitt 6a der nierenförmigen
Ausgangsöffnung 6 weisen die Tangenten ML der Mittellinie 14 in bezug auf die Drehachse
11 des Drehtellers 1 eine radiale Komponente ML
rad auf (s. Figur 3). Hierdurch werden im Bandkanal 2 befindliche Partikel durch die
Radialkräfte aus dem Bandkanal heraus beschleunigt. Der stromaufwärts gelegene Öffnungsabschnitt
6a der Ausgangsöffnung 6 ist derjenige Abschnitt, der von einem Element des transportierten
Faserbandes zuerst passiert wird und vor dem Hindurchtreten der Mittellinie 14 durch
die Ebene der Preßfläche 7 liegt.
[0049] Der Figur 3 ist des weiteren entnehmbar, daß die nierenförmige Öffnungsfläche der
Ausgangsöffnung 6 in der Draufsicht größer ist als die übrige, ebenfalls in der Draufsicht
gesehene geschlossene Fläche des Bandkanals 2. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ist die Öffnungsfläche der Ausgangsöffnung bezogen auf die Draufsicht ungefähr doppelt
so groß wie die geschlossene Fläche.
[0050] Aus der Figur 3 ist ebenso ersichtlich, daß der Öffnungswinkel β der Ausgangsöffnung
6 vorliegend größer als 90° ist.
[0051] Figur 4 zeigt einen Ausschnitt des Bandkanals 2, welcher in Pfeilrichtung um die
Drehachse 11 des Drehtellers 1 rotiert. Ein Punkt P, welcher auf der Ideallinie 12
liegt, weist wegen der Drehung des Drehtellers 1 eine tangentiale Bewegung mit dem
Geschwindigkeitsvektor V
BK-TM tang auf. Ein Element E des Faserbandes, welches sich an dem Punkt P befindet, wird relativ
zum Bandkanal 2 mit dem Geschwindigkeitsvektor V
FB-BK bewegt. Dieser Geschwindigkeitsvektor V
FB-BK läßt sich in eine tangentiale Komponente V
FB-BK tang, eine radiale Komponente V
FB-BK rad und eine axiale Komponente V
FB-BK ax zerlegen.
[0052] Die Form des in den Figuren 2, 3, 5-13 dargestellten Bandkanals 2 ist so gewählt,
daß die Tangentialkomponente V
FB-BK tang des Elementes E des Faserbandes entgegengesetzt gleich groß der Bewegung des Punktes
P gegenüber der Textilmaschine V
BK-TM tang ist. Diese Bedingung gilt für jeden Punkt P, der auf der Mittellinie 14 des Bandkanals
liegt, zumindest näherungsweise.
[0053] Hierdurch wird bewirkt, daß ein durch den Kanal 2 laufendes Element E des Faserbandes
keiner wesentlichen tangentialen Geschwindigkeit oder Beschleunigung unterworfen ist.
Damit wirken auch keine wesentlichen tangentialen Kräfte auf ein Element E des Faserbandes
ein. Die resultierende Bewegung V
FB-TM eines Elementes E des Faserbandes weist im wesentlichen lediglich eine radiale Komponente
V
FB-TM rad und eine axiale Komponente V
FB-TM ax auf. Die Addition der genannten Komponenten ergibt den Geschwindigkeitsvektor V
FB-TM des Elementes E am Punkt P.
[0054] Gegenüber der Textilmaschine bewegt sich also ein Element E radial und gradlinig
von der Drehachse 11 des Drehteller 1 weg. Die Ideallinie 12 läßt sich bei gegebenen
geometrischen Abmessungen numerisch berechnen. Die Ideallinie 12 verläuft hierbei
auf ganzer Länge des Bandkanals 2 derart, daß bei vorgegebenem Verhältnis zwischen
der Zuführgeschwindigkeit des Faserbandes und der Drehzahl des Drehtellers 1 die durch
die Drehung des Drehtellers gegenüber der Textilmaschine entstehende Tangentialgeschwindigkeit
V
BK-TM tang jedes Punktes P der Ideallinie 12 entgegengesetzt gleichgroß der durch den Transport
des Faserbandes im Bandkanal entstehenden Tangentialkomponente V
FB-BK tang der Relativgeschwindigkeit des Faserbandes gegenüber dem Bandkanal an dem betreffenden
Punkt P der Ideallinie ist. Der Bandkanal kann dann so geformt werden, daß die Mittellinie
14 des Bandkanals 2 im wesentlichen dekkungsgleich mit der Ideallinie 12 ist bzw.
sich an diese anschmiegt. Wenn angenommen wird, daß sich die Schwerpunktslinie des
Faserbandes im wesentlichen entlang der Mittellinie 14 durch den Bandkanal 2 bewegt,
erfährt das Faserband trotz seiner auf den Querschnitt bezogenen Ausdehnung nur geringe
bzw. vemachlässigbare Tangentialkräfte.
[0055] Figur 5 zeigt den erfindungsgemäßen Bandkanal 2 in der Ebene E1 des ersten Kreisbogens
B1. Der Kreisbogen B1, welcher in diesem Bereich die Mittellinie 14 des Bandkanals
darstellt, weist einen Radius R1 auf und erstreckt sich über einen Winkel W1. R1 und
W1 sind so gewählt, daß der Bogen B1 an die aus Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellte
Ideallinie 12 angenähert ist bzw. sich an diese anschmiegt. Der Bogen B1 und der nachfolgende
Bogen B2 weisen an ihrem Übergangspunkt eine gemeinsame Tangente T1,2 auf.
[0056] Figur 6 zeigt, daß die Ebenen E1 des ersten Kreisbogens B1 und E2 des zweiten Kreisbogens
B2 um einen Winkel W1, 2 zueinander geneigt sind.
[0057] Figur 7 zeigt die Ebene 2 des Kreisbogens B2 der Mittellinie 14 des Bandkanals 2.
Der Bogen B2 weist einen Radius R2 auf und erstreckt sich über einen Winkel W2. Der
Bogen B2 und der anschließende Bogen B3 weisen an ihrem Berührpunkt die gemeinsame
Tangente T2, 3 auf.
[0058] Gemäß Figur 8 sind die Ebenen E2 des Bogens B2 und die Ebene E3 des Bogens B3 um
den Winkel W2,3 gegeneinander geneigt.
[0059] Die Figuren 9 und 10 zeigen den Bogen B3 und den Übergang zum Bogen B4.
[0060] Die Figuren 11 und 12 zeigen den Bogen B4 sowie dessen Übergang zum Bogen B5.
[0061] Schließlich zeigt Figur 13 den Bogen B5. Im Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren
5-13 sind sämtliche Radien R1 bis R5, Bogenwinkel W1 bis W5 und Neigungswinkel W1,2,
W2,3, W3,4, und W4,5 so gewählt, daß die Mittellinie 14 insgesamt an die Ideallinie
12 angenähert ist bzw. sich an diese anschmiegt.
[0062] Der Bandkanal 2 gemäß der Figuren 2, 3, 5-13 kann in einfacher Weise mittels einer
Freiformbiegemaschine aus einem zuvor zylindrischen Rohr hergestellt werden.
[0063] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf den dargestellten und beschriebenen Drehteller
beschränkt. Es sind Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche jederzeit möglich.
Beispielsweise kann vorgesehen sein, daß der Bandkanal 2 eine vom gezeigten Ausführungsbeispiel
abweichende Anzahl von Kreisbögen aufweist. Vorteilhafterweise beträgt diese Anzahl
vier bis acht Kreisbögen, da bei einer solchen Anzahl sowohl eine einfache Herstellbarkeit
als auch eine gute Annäherung der Mittellinie an die Ideallinie gewährleistet ist.
Die Erfindung läßt sich zudem sowohl bei Rundkannen, die während der Befüllung rotiert
werden, als auch bei Rechteckkannen, die während der Befüllung in translatorische
Bewegung versetzt werden, anwenden.
1. Drehteller für eine Faserbandablagevorrichtung einer faserbanderzeugenden oder -verarbeitenden
Spinnereivorbereitungsmaschine, welche zum Ablegen von laufend zugeführtem Faserband
in einen Behälter (10) ausgebildet ist, wobei der Drehteller (1) eine senkrecht zu
seiner Drehachse (11) angeordnete Preßfläche (7) zum Pressen des abgelegten Faserbandes
in den Behälter (10) und einen Bandkanal (2) mit einer gewundenen Raumkurve aufweist,
wobei die Eingangsöffnung (5) des Bandkanals (2) so angeordnet ist, daß das zugeführte
Faserband parallel zur Drehachse (11) des Drehtellers (1) und knickfrei in den Bandkanal
(2) eintritt und die Ausgangsöffnung (6) des Bandkanals (2) in der Ebene der Preßfläche
(7) liegt, dadurch gekennzeichnet, daß der Bandkanal (2) zumindest auf einem überwiegenden Teil seiner Länge eine derartige
Form aufweist, daß bei vorgegebenem Verhältnis zwischen der Zuführgeschwindigkeit
des Faserbandes und der Drehzahl des Drehtellers (1) entlang des Bandkanals (2) im
wesentlichen keine in bezug auf die Drehachse (11) des Drehtellers (1) tangentiale,
auf das abzulegende Faserband wirkende Kraft auftritt, um so die Reibung des Faserbandes
an der Innenwand des Bandkanals zur Verhinderung des Anlagerns und Sammelns von aus
dem Faserband herausgelösten Partikeln an der Innenwand des Bandkanals zu reduzieren.
2. Drehteller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittellinie (14) des Bandkanals (2) zumindest auf einem überwiegenden Teil ihrer
Länge an eine Ideallinie (12) angeschmiegt ist, welche auf ganzer Länge des Bandkanals
(2) derart verläuft, daß bei vorgegebenem Verhältnis zwischen der Zuführgeschwindigkeit
des Faserbandes und der Drehzahl des Drehtellers (1) die durch die Drehung des Drehtellers
(1) gegenüber der Textilmaschine entstehende Tangentialgeschwindigkeit (VBK-TM tang) jedes Punktes (P) der Ideallinie (12) entgegengesetzt gleichgroß der durch den Transport
des Faserbandes im Bandkanal (2) entstehenden Tangentialkomponente (VFB-BK tang) der Relativgeschwindigkeit des Faserbandes gegenüber dem Bandkanal (2) an dem betreffenden
Punkt (P) der Ideallinie (12) ist.
3. Drehteller nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Bandkanal (2) derart ausgebildet ist, daß die tatsächliche Bewegungslinie des
Faserbandes zumindest auf einem überwiegenden Teil ihrer Länge an eine Ideallinie
(12) angeschmiegt ist, welche auf ganzer Länge des Bandkanals (2) derart verläuft,
daß bei vorgegebenem Verhältnis zwischen der Zuführgeschwindigkeit des Faserbandes
und der Drehzahl des Drehtellers (1) die durch die Drehung des Drehtellers (1) gegenüber
der Textilmaschine entstehende Tangentialgeschwindigkeit (VBK-TM tang) jedes Punktes (P) der Ideallinie (12) entgegengesetzt gleichgroß der durch den Transport
des Faserbandes im Bandkanal (2) entstehenden Tangentialkomponente (VFB-BK tang) der Relativgeschwindigkeit des Faserbandes gegenüber dem Bandkanal (2) an dem betreffenden
Punkt (P) der Ideallinie (12) ist.
4. Drehteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittellinie (14) des Bandkanals aus unmittelbar aufeinanderfolgenden Kurvenabschnitten
(B1, B2, B3, B4, B5) im Raum zusammengesetzt ist, wobei jeder Kurvenabschnitt (B1,
B2, B3, B4, B5) aus einer elementaren geometrischen Form, insbesondere aus einem Schraubenlinienabschnitt,
einem Kreisbogen (B1, B2, B3, B4, B5), einem elliptischen Bogen oder aus einem Geradenabschnitt,
besteht.
5. Drehteller nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß der an die Eingangsöffnung (5) angrenzende Kurvenabschnitt ein Geradenabschnitt ist.
6. Drehteller nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurvenabschnitte (B1, B2, B3, B4, B5) aus ebenen geometrischen Formen bestehen.
7. Drehteller nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurvenabschnitte (B1, B2, B3, B4, B5) an den Übergangsstellen knickfrei ineinander
übergehen.
8. Drehteller nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittellinie (14) drei bis zwölf unmittelbar aufeinanderfolgende Kurvenabschnitte
(B1, B2, B3, B4, B5) aufweist, welche jeweils Kreisbögen (B1, B2, B3, B4, B5) sind,
wobei benachbarte Kreisbögen (B1, B2, B3, B4, B5) unterschiedliche Radien (R1, R2,
R3, R4, R5) aufweisen und/oder in unterschiedlichen Ebenen (E1, E2, E3, E4, E5) liegen.
9. Drehteller nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittellinie vier bis acht unmittelbar aufeinanderfolgende Kurvenabschnitte (B1,
B2, B3, B4, B5) aufweist, welche jeweils Kreisbögen (B1, B2, B3, B4, B5) sind, wobei
benachbarte Kreisbögen (B1, B2, B3, B4, B5) unterschiedliche Radien (R1, R2, R3, R4,
R5) aufweisen und/oder in unterschiedlichen Ebenen (E1, E2, E3, E4, E5) liegen.
10. Drehteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Tangenten ML an die Mittellinie (14) in der Draufsicht am stromaufwärts gelegenen
Öffnungsabschnitt (6a) der Ausgangsöffnung (6) in bezug auf die Drehachse (11) des
Drehtellers (1) eine nach außen weisende radiale Komponente (ML rad) aufweisen.
11. Drehteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß alle Tangenten (ML) von demjenigen Abschnitt der Mittellinie (14), der sich in der
Draufsicht über den Öffnungsbereich der Ausgangsöffnung (6) erstreckt, mit der Preßfläche
7 einen Winkel (α1, α2) von weniger als 45°, vorzugsweise weniger als 30°, einschließen.
12. Drehteller nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungsfläche der Ausgangsöffnung (6) in der Draufsicht größer ist als die übrige,
geschlossene Fläche des Bandkanals (2).
13. Drehteller nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungsfläche der Ausgangsöffnung (6) in der Draufsicht gesehen zur übrigen,
ebenfalls in der Draufsicht gesehenen Fläche des Bandkanals ungefähr doppelt so groß
oder größer ist.
14. Drehteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittellinie (14) von der Eingangsöffnung (5) zur Ausgangsöffnung (6) in bezug
auf eine Normalebene der Drehachse (11) des Drehtellers (1) eine monoton, vorzugsweise
eine streng monoton fallende Steigung aufweist.
15. Drehteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittellinie (14) von der Eingangsöffnung (5) oder im Anschluß an einen von der
Eingangsöffnung (5) entlang der Drehachse (11) des Drehtellers (1) verlaufenden Abschnitt
hin zur Ausgangsöffnung (6) einen monoton steigenden, vorzugsweise einen streng monoton
steigenden Abstand zur Drehachse (11) aufweist.
16. Drehteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Bandkanal (2) einen kreisförmigen oder ovalen Querschnitt aufweist.
17. Drehteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Bandkanal (2) im Längsverlauf einen gleichbleibenden Querschnitt aufweist.
18. Drehteller für eine Faserbandablagevorrichtung einer faserbanderzeugenden oder -verarbeitenden
Spinnereivorbereitungsmaschine, welche zum Ablegen von laufend zugeführtem Faserband
in einen Behälter (10) ausgebildet ist, wobei der Drehteller (1) eine senkrecht zu
seiner Drehachse (11) angeordnete Preßfläche (7) zum Pressen des abgelegten Faserbandes
in den Behälter (10) und einen Bandkanal (2) mit einer gewundenen Raumkurve aufweist,
wobei die Eingangsöffnung (5) des Bandkanals (2) so angeordnet ist, daß das zugeführte
Faserband parallel zur Drehachse (11) des Drehtellers (1) und knickfrei in den Bandkanal
(2) eintritt und die Ausgangsöffnung (6) des Bandkanals (2) in der Ebene der Preßfläche
(7) liegt, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungsfläche der Ausgangsöffnung (6) in der Unteransicht größer ist als die
in der Unteransicht sichtbare geschlossene Fläche des Bandkanals (2).
19. Drehteller für eine Faserbandablagevorrichtung einer faserbanderzeugenden oder -verarbeitenden
Spinnereivorbereitungsmaschine, welche zum Ablegen von laufend zugeführtem Faserband
in einen Behälter (10) ausgebildet ist, wobei der Drehteller (1) eine senkrecht zu
seiner Drehachse (11) angeordnete Preßfläche (7) zum Pressen des abgelegten Faserbandes
in den Behälter (10) und einen Bandkanal (2) mit einer gewundenen Raumkurve aufweist,
wobei die Eingangsöffnung (5) des Bandkanals (2) so angeordnet ist, daß das zugeführte
Faserband parallel zur Drehachse (11) des Drehtellers (1) und knickfrei in den Bandkanal
(2) eintritt und die Ausgangsöffnung (6) des Bandkanals (2) in der Ebene der Preßfläche
(7) liegt, dadurch gekennzeichnet, daß der Öffnungswinkel (α) der Ausgangsöffnung (6), gemessen von der Drehachse (11),
größer als 45°, vorzugsweise größer als 60° ist.
20. Drehteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Bandkanal (2) einteilig ausgebildet ist oder aus mehreren aufeinanderfolgenden
und miteinander verbundenen Teilstücken zusammengesetzt ist.
21. Verfahren zur Ablage eines laufend zugeführten Faserbandes in einen Behälter, bei
dem das Faserband durch einen Bandkanal (2) geführt wird, welcher als Teil eines Drehtellers
(1) um eine Drehachse (11) gedreht wird, wobei das zugeführte Faserband durch eine
Eingangsöffnung (5) parallel zur Drehachse (11) des Drehtellers (1) und knickfrei
in den Bandkanal (2) eingeführt wird, im Bandkanal (2) umgelenkt wird und durch eine
Ausgangsöffnung (6) des Bandkanals (2), welche in der Ebene einer Preßfläche (7) des
Drehtellers (1) angeordnet ist, herausgeführt wird, wobei das austretende Faserband
unter Erzeugung einer Längsspannung im Faserband aus dem Bandkanal gezogen wird, wobei
die Längsspannung dadurch erzeugt wird, daß das Faserband mittels der Preßfläche (7) auf bereits abgelegtes
Faserband gedrückt und durch den Kontakt mit dem abgelegten Faserband aus dem Bandkanal
(2) gezogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkung des Faserbandes im Bandkanal (2) derart erfolgt, daß auf das Faserband
im wesentlichen keine in bezug auf die Drehachse (11) des Drehtellers (1) tangentialen
Kräfte ausgeübt werden und dadurch die im Bandkanal (2) auf das Faserband wirkenden Reibungskräfte reduziert werden,
wobei die Längsspannung so gewählt wird, daß die verbleibenden Reibungskräfte gerade
noch überwunden werden.
22. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsspannung durch Einstellung der auf das Faserband, das aus der Ausgangsöffnung
(6) austritt, wirkenden Preßkraft und/oder Einstellung der Relativgeschwindigkeit
von dem Faserband, das aus der Ausgangsöffnung (6) austritt, zum Behälter gewählt
wird.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsspannung so gewählt wird, das der durch die Längsspannung erzeugte Anspannverzug
des Faserbandes kleiner als 1,02, vorzugsweise kleiner als 1,01 ist.