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EP 1 623 903 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.12.2007 Patentblatt 2007/50 |
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Anmeldetag: 01.07.2005 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verschlusssystem für Weichen
Switch lock system
Système de verrouillage d'aiguilles
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
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Priorität: |
04.08.2004 DE 102004038304
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.02.2006 Patentblatt 2006/06 |
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Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT |
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80333 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Bender, Bernd
10997 Berlin (DE)
- Klett, Jan
10559 Berlin (DE)
- Robbe, Rolf
13059 Berlin (DE)
- Sattler, Uwe
38108 Braunschweig (DE)
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Entgegenhaltungen: :
DE-A1- 1 530 444 GB-A- 232 068
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DE-B- 1 150 704
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verschlusssystem für Weichen gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] Bekannte Weichenantriebe, beispielsweise gemäß
DE 1 150 704 B, weisen in der Regel passiv wirkende vollmechanische Verschlüsse, beispielsweise
Kammerspitzenverschlüsse oder Klinkenverschlüsse, auf. Der Betriebszustand lässt sich
nur in den Endlagen durch eine elektromechanische Signalkette detektieren. Zur Weichenzunge
und zum Weichenantrieb besteht eine mechanische Kopplung, wobei die Betätigung des
Verschlusses durch mechanische Zwangsführung erfolgt. Auch die Auffahrbarkeit einer
Weiche bei Falschfahrten wird vollständig durch die Verschlussmechanik sichergestellt.
[0003] Aus der
DE 1 530 444 A1 ist eine Stellvorrichtung für Straßenbahnweichen mit mechanischer Verriegelung und
elektrischer Entriegelung bekannt. Ein ungewolltes Öffnen des Verschlusses ist auch
bei relativ geringer Krafteinwirkung nicht ausgeschlossen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verschlusssystem der gattungsgemäßen
Art vorzuschlagen, das eine aktive Betätigung und Zustandsüberwachung ermöglicht.
[0005] Die Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Das Grundprinzip
des Verschlusssystems besteht darin, dass der Verschluss im Ruhezustand grundsätzlich
blockiert ist und nur auf ein aktives Stellsignal, das durch die elektrischen Mittel
ausgelöst wird, öffnet. Durch dieses Ruhestromprinzip ergibt sich eine sichere Fixierung
der Endlagen der Weichenzungen, wobei die Bewegung der Weichenzungen während des Stellvorgangs
in den der gewünschten Stellkinematik entsprechenden Betriebszuständen mittels elektrischer
Beaufschlagung des Festhaltemechanismus erfolgt. Dabei sind Zustandsmeldungen über
die jeweilige Lage der Weichenzungen relativ zu den Backenschienen auf einfache Weise
möglich. Durch das Prinzip der aktiven Betätigung der Festhaltemechanik lassen sich
neuartige Weichenstellsysteme aufbauen, mit deren Hilfe verschiedenste Stellkinematiken
realisierbar sind. Dabei besteht der besondere Vorteil darin, dass in Verbindung mit
Gleissensoren Zugfahrten sicher detektiert und anschließend wie gewünscht aktiv beeinflusst
werden können. Insbesondere an Weichen mit mehreren Stellpunkten können damit auch
Falschfahrten sicher beherrscht werden. Das aktive Weichenverschlusssystem kann an
Eisenbahnweichen jedweder Bauform zum Einsatz kommen. Beispielsweise ist die Realisierung
des aktiven Verschlusssystems in Außen- und Innenverschlusskonzepten problemlos möglich.
Die Festhaltemechanik umfasst einen Klemmkörper, der mittels Federkraft gegen die
keglige Innenfläche des Verschlussgehäuses und gegen den Schieber für die Weichenzungen
gepresst wird, so dass an den Kontaktbereichen durch Hertzsche Pressung Reibkräfte
übertragen werden können. Wirkt jetzt eine Öffnungskraft in Öffnungsrichtung des Schiebers,
so wachsen die Reibungskräfte durch Keilwirkung zwischen den Klemmkörpern und der
Kegelfläche proportional mit der Öffnungskraft an. Je größer die Öffnungskraft wird,
desto stärker wird der Schieber festgehalten.
[0006] Die Festhaltemechanik ist selbstverstärkend ausgebildet. Dabei werden durch Hertzsche
Pressung Reibkräfte übertragen, die bei zunehmender Öffnungskraft verstärkt werden
und somit den Öffnungswiderstand erhöhen. Auf diese Weise wird der Verschluss in der
Ruhelage sicher blockiert. Ein ungewolltes Öffnen ist quasi ausgeschlossen. Die Festhaltemechanik
lässt sich nur durch die elektrischen Mittel und nicht durch mechanische Krafteinwirkung
entriegeln.
[0007] Für den Klemmkörper sind diverse Ausführungsformen vorstellbar, von denen einige
in Anspruch 2 aufgezählt sind. Bei der Hebelausführung könnte dieser per Federkraft
in rillenförmige Vertiefungen des Schiebers eindrückbar sein, wobei die elektrischen
Mittel zur Entriegelung auf die Feder einwirken.
[0008] Zum Öffnen des Verschlusses dienen die elektrischen Mittel, die gemäß Anspruch 3
einen Signalgeber oder eine Steuerschaltung aufweisen können. Unter elektrischen Mitteln
sollen hier elektronische, elektromechanische oder mechatronische Einrichtungen im
weitesten Sinne subsummiert sein. Die Einwirkung auf die mechanischen Verschlusselemente,
d. h. die Reduzierung der auf den Klemmkörper wirkenden Vorspannung, kann auf mechanischen,
elektromagnetischen, hydraulischen oder pneumatischen Wirkprinzipien basieren.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend anhand figürlicher Darstellungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1a/1b
- eine Ausführungsform eines aktiven, selbstverstärkenden Weichenverschlusses,
- Figur 2
- ein Außenverschlusssystem und
- Figur 3
- ein Innenverschlusssystem.
[0010] In Figur 1a ist ein Querschnitt A-A eines Verschlusssystems gemäß Figur 1b dargestellt.
Es ist ersichtlich, dass ein Verschlussgehäuse 1 mit Klemmkegel 2 einen Stell- oder
Prüfschieber 3 umschließt. Der Stell- oder Prüfschieber 3 ist beidseitig mit Weichenzungen
(12a/12b, Figur 2) verbunden. Je nach Betriebszustand muss der Stell- oder Prüfschieber
3 blockiert oder freigegeben werden. Innerhalb des Verschlussgehäuses 1 befinden sich
Klemmkörper 4, die im Blockier- oder Festhaltezustand mittels einer beweglichen Druckplatte
5 und einer Druckfeder 6 gegen die keglige Innenfläche des Klemmkegels 1 und gegen
den Stell- oder Prüfschieber 3 gepresst werden. Die Druckfeder 6 stützt sich an einer
fest mit dem Verschlussgehäuse 1 verbundenen Gegenplatte 7 vis-a-vis der beweglichen
Druckplatte 5 ab. Durch die Presskräfte zwischen dem Klemmkegel 2, dem Klemmkörper
4 und dem Stell- oder Prüfschieber 3 wird letzterer in seiner momentanen Position
festgehalten. Wirkt jetzt eine Öffnungskraft in Öffnungsrichtung des Stell- oder Prüfschiebers
3, vergrößert sich an den Kontaktpunkten des Klemmkörpers 4 die Hertzsche Pressung,
wodurch die Reibungskräfte proportional mit der Öffnungskraft ansteigen. Der Verschluss
wird folglich sicher blockiert, d. h. der Stell- oder Prüfschieber 3 lässt sich durch
derartige mechanische Öffnungskräfte nicht bewegen. Soll die Bewegungsrichtung freigegeben
werden, so wird über einen Signalgeber bzw. eine Steuereinrichtung 8 ein Signal über
einen Signalleiter 9 an einen Stellaktuator 10 gegeben, der durch Zurückziehen der
beweglichen Druckplatte 5 die Klemmwirkung der Klemmkörper 4 aufhebt. Die Signalleitung
kann elektrisch/elektronisch, mechanisch, hydraulisch oder pneumatisch erfolgen. Der
Stellaktuator 10, der die Lage der Druckplatte 5 verändert, kann mechanisch, elektromagnetisch,
hydraulisch oder pneumatisch wirken. Bei dem Ausführungsbeispiel sind die Klemmkörper
4 als Kugeln ausgebildet. Denkbar sind jedoch eine Vielzahl von Geometrien und Anordnungen,
beispielsweise zylindrische Walzen, Keile oder Hebel. Derartige aktive Verschlüsse
können als mechanische Schalter interpretiert werden, die zu mehr oder weniger komplexen
Schaltungen kombiniert werden können, so dass verschiedene Bewegungszustände gezielt
und sicher herstellbar sind.
[0011] Figur 2 veranschaulicht eine Außenverschlussvariante mit Verschlüssen 11a und 11b
nach Figur 1. Der Schieber 3 ist mit den beiden verstellbaren Weichenzungen 12a und
12b starr verbunden. Die Weichenzungen 12a und 12b sind außenseitig mit Stellstangen
13a und 13b verbunden, welche fest angeordnete Backenschienen 14a und 14b verschiebbar
durchragen und an deren freie Enden die Verschlüsse 11a und 11b angreifen. Nach dem
oben beschriebenen Arbeitsprinzip wird an den beiden Weichenzungen 12a und 12b durch
entsprechende Schaltungen der aktiven Verschlüsse 11a und 11b jeweils die gewünschte
Bewegungsrichtung blockiert oder geöffnet. Im Falle einer Falschfahrt wird diese durch
Sensoren vor der Weiche erkannt und der für das passive Auffahren der Weiche notwendige
Schaltzustand der Verschlüsse 11a und 11b durch den Signalgeber bzw. die Steuereinrichtung
8 aktiv herbeigeführt. Nach passiver Umstellung der Weiche wird diese dann in der
neuen sicheren Endlage verriegelt.
[0012] Figur 3 veranschaulicht ein aktives Verschlusssystem als Innenverschluss. Bei dieser
Bauform wird der Stell- oder Prüfschieber 3 zentral blockiert oder in der gewünschten
Bewegungsrichtung freigegeben. Bei diesem System sind die Backenschienen 14a und 14b
auf einer Verschlussschwelle 15 fixiert. Die Lage der beweglichen Weichenzunge 12a
und 12b wird über den Stell- oder Prüfschieber 3 bestimmt, der durch die entgegengesetzt
verschalteten aktiven Innenverschlüsse 11c und 11d je nach gewünschter Stellkinematik
blockiert oder in einer Bewegungsrichtung freigegeben wird. Die gewünschte Stellkinematik
und die passive Auffahrbarkeit bei Falschfahrten werden auch hier durch einen Signalgeber
bzw. eine Steuereinrichtung 8 über einen Signalleiter 9 aktiv herbeigeführt.
1. Verschlusssystem für Weichen mit relativ zu festen Backenschienen (14a, 14b) bewegbaren
Weichenzungen (12a, 12b),
gekennzeichnet durch
mechanische Mittel zum Festhalten der Weichenzungen (12a, 12b) und elektrische Mittel
zum Öffnen der mechanischen Mittel, wobei die mechanischen Mittel ein Verschlussgehäuse
(1) mit einem Klemmkegel (2) aufweisen, der einen mit den Weichenzungen (12a, 12b)
verbundenen Stell- oder Prüfschieber (3) umgreift und mindestens einen Klemmkörper
(4) aufnimmt, der im Festhaltezustand mittels einer federbeaufschlagten Druckplatte
(5) gegen die Innenfläche des Klemmkegels (2) und gegen den Stell- oder Prüfschieber
(3) gepresst wird, wobei die Klemmwirkung im Öffnungszustand mittels der elektrischen
Mittel, die eine Zurückziehen der Druckplatte (5) bewirken, aufgehoben wird.
2. Verschlusssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Klemmkörper (4) als Kugel, zylindrische Walze, Keil oder Hebel ausgebildet ist.
3. Verschlusssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die elektrischen Mittel einen Signalgeber oder eine Steuerschaltung (8) aufweisen.
1. Locking system for points with point tongues (12a, 12b) that are movable in relation
to fixed stock rails (14a, 14b), characterized by mechanical means for retaining the point tongues (12a, 12b) and electrical means
for opening the mechanical means, the mechanical means having a lock housing (1) with
a clamping cone (2), which encloses a throw bar or test bar (3) connected to the point
tongues (12a, 12b) and accommodates at least one clamping body (4), which in the retaining
state is pressed by means of a spring-actuated thrust plate (5) against the inner
surface of the clamping cone (2) and against the throw bar or test bar (3), the clamping
effect being suspended in the opening state by means of the electrical means, which
bring about a withdrawal of the thrust plate (5).
2. Locking system according to Claim 1, characterized in that the clamping body (4) is formed as a ball, cylindrical roller, wedge or lever.
3. Locking system according to one of the preceding claims, characterized in that the electrical means have a signal transmitter or a control circuit (8).
1. Système de verrouillage pour des aiguilles comportant des lames d'aiguilles (12a,
12b) mobiles par rapport à des rails contre-aiguille (14a, 14b) fixes,
caractérisé par
des moyens mécaniques pour le maintien des lames d'aiguilles (12a, 12b) et des moyens
électriques pour l'ouverture des moyens mécaniques, les moyens mécaniques présentant
un carter de verrouillage (1) muni d'un cône de serrage (2) qui enveloppe un curseur
de réglage ou de contrôle (3) raccordé aux lames d'aiguilles (12a, 12b) et loge au
moins un corps de serrage (4) qui, dans l'état de maintien, est pressé au moyen d'une
plaque d'appui (5) sollicitée par ressort contre la surface intérieure du cône de
serrage (2) et contre le curseur de réglage ou de contrôle (3), l'action de serrage
étant, dans l'état d'ouverture, supprimée au moyen des moyens électriques qui provoquent
un retrait de la plaque d'appui (5).
2. Système de verrouillage selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le corps de serrage (4) est constitué sous forme de bille, de rouleau cylindrique,
de clavette ou de levier.
3. Système de verrouillage selon une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les moyens électriques présentent un générateur de signaux ou un circuit de commande
(8).

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