[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Leistungssteigerung und Verbesserung
der Auswertung in einem Gefechtsübungszentrum nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Der beste Eigenschutz des Soldaten und seiner Führer ist eine gute Ausbildung an
den Waffen und im Gelände. Heute ist auch eine realistische Ausbildung im Orts- und
Häuserkampf unerlässlich geworden.
[0003] Seit Jahren haben sich weltweit Lichtschuss-Simulatoren auf der Basis von Infrarot-Lasern
als vorzügliches Ausbildungsmittel sowohl für die standortnahe Schießausbildung als
auch für die Gefechtsausbildung im Gelände und im urbanen Raum erwiesen. Sie erlauben
den Einsatz originaler Waffen und Waffensysteme ohne Verwendung der zudem teueren
Munition. Anstelle dessen werden die Aktionen von Angreifer und Ziel mittels eines
waffengebundenen Lasers und anderer Sensoren vermessen und ausgewertet und so mit
hoher Genauigkeit auf Treffer oder Vorbeischuss erkannt. Dabei werden die Charakteristiken
der eingesetzten Munition ebenso berücksichtigt wie die Verwundbarkeit des Zieles
im Trefferbereich.
[0004] Die Simulatoren bestehen in der Regel aus einem Aktivteil, der mit der Waffe verbunden
ist und bei Einwegsystemen hauptsächlich aus einem Lasertransmitter, bzw. bei Zweiwegsystemen
aus einem Lasertransceiver besteht, welcher codierte Laserpulse zum Ziel sendet und
im Fall des Zweiwegsystems auch wieder empfängt. Damit der Soldat oder das Fahrzeug
seinerseits getroffen werden kann, besteht der Simulator weiterhin aus einem Passivteil,
das meistens aus den Komponenten Infrarotempfänger mit Signalverstärkern und Reflektoren,
zentralem Rechner zur Decodierung der Lichtsignale und zur Steuerung und Ergebnisberechnung
sowie aus Anzeigeelementen zur Darstellung der Signaturen des Schusses (Knall, Blitz
und Rauch) bzw. des Getroffenzustandes (gefärbter Rauch) besteht.
[0005] Für die Durchführung einer komplexen Übung mit mehreren Hundert Teilnehmern (Soldaten
und Fahrzeuge) beispielsweise für das Gefecht der verbundenen Waffen existieren heute
Gefechtsübungszentren, die aus einer Leitungszentrale für die Übungsleitung, für die
datentechnische Erfassung der Gefechtsteilnehmer und für die nach der Übung erforderliche
Auswertung bestehen sowie aus einer Anzahl von Feldkomponenten, die hauptsächlich
den teils automatisch verlaufenden bidirektionalen funktechnischen Austausch zwischen
den Übungsteilnehmern und der Leitungszentrale ermöglichen. Übertragen werden zur
zentralen Auswertung je nach Auslegung des Systems und Definition des Herstellers
u.a. Standort (Ortskoordinaten), Status (virtueller Munitionsvorrat, Ladezustand der
Batterien, Getroffenzustand, Teilverwundung bzw. Beschädigung, getätigte Schüsse,
erzielte Treffer) und Aktivität eines jeden Übungsteilnehmers.
[0006] Durch die Kenntnis der Position jedes Gefechtsteilnehmers kann von der Leitungszentrale
aus die Übungsleitung zusätzlich die Wirkung von indirektem Feuer oder von Minen bzw.
Minensperren überzeugend einspielen, vor allem, wenn Verfahren zur Verfügung stehen,
welche die Effekte indirekter Waffen im Übungsgelände ohne vorlaufende Aktivitäten,
also ohne "Vorwarnung" der Gefechtsteilnehmer simuliert anzeigen. Das wiederum ist
erforderlich, damit die Soldaten im Rahmen der Ausbildung umfassende Einsatzerfahrungen
ohne simulationsspezifische Verfälschung und ohne Gefährdung ihrer Gesundheit oder
Zerstörung des Materials sammeln können.
[0007] Für die Ortung der einzelnen Übungsteilnehmer im Gelände wird heute meistens die
(D)GPS-Ortung eingesetzt. Damit ist es der Übungsleitung in der Leitungszentrale möglich,
sich ein genaues Bild über die Lage im Kampfgebiet zu machen.
[0008] In der Praxis gibt es jedoch noch Bedarf für eine Reihe von Verbesserungen zur Erhöhung
der Realitätstreue und zur Verbesserung der Positionsbestimmung von Personen und Material.
[0009] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung in einem Gefechtszentrum
anzugeben, die eine Leistungssteigerung und Verbesserung der Auswertung ermöglicht,
indem bereits zur Verfügung stehende Ausrüstungen auf einfache und kostengünstige
Weise ergänzt werden.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die in den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 angegebene
Erfindung gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen
angegeben.
[0011] Die Erfindung gibt eine verbesserte Einrichtung an, mit der an sich bekannte Ausbildungssysteme
mit für Gefechtsübungen bereits zur Verfügung stehenden Ausrüstungen (wie insbesondere
Lichtsignalempfänger inklusive Verstärker- und Decodierelektronik, Navigationsausrüstungen
(GPS) und Kommunikationseiririchtungen für den bidirektionalen Datenaustausch mit
Transpondern und der Zentralstation) derart mit Geräten und veränderter Software ergänzt
und ausgerüstet werden können, dass u.a. folgende zusätzliche Funktionen möglich sind:
□ Ermittlung der genauen Positionen von Übungsteilnehmern im Gelände auch dann, wenn
GPS-Signale nicht detektiert werden können. (Unterstand, Abdeckungen durch Felsen
etc, dichter Wald)
□ Erkennbarkeit der Effekte von simuliertem indirektem Feuer (Blitz, Rauch) am richtigen
Ort, d.h. am simulierten Geschosseinschlagpunkt
□ Übertragung der "Wirkung" von simuliertem indirektem Feuer auf die umgebenden Gefechtsteilnehmer
unter Berücksichtigung der Randbedingungen (Waffe, Ortskoordinaten, Schutz)
□ Raumgenaue Ermittlung der Position von Übungsteilnehmern in Gebäuden
□ Raumgenaue Sicherstellung der Wirkungsübertragung auf Übungsteilnehmer in Gebäuden
□ Zutreffende Simulation der Wirkung des Beschusses auf Gebäudefassaden unter Berücksichtigung
der Randbedingungen (Angreiferentfernung, Geschosstyp, Auftreffwinkel etc.)
□ Ermittlung der Position von Übungsteilnehmern in Gebäuden mit hoher Genauigkeit
(typ. dezimetergenau)
□ Wirkungsübertragung auf Übungsteilnehmer in Gebäuden mit hoher Genauigkeit (typ.
dezimetergenau), um z.B. auch die Wirkung von Durchschüssen (Fassade, Wand, Tür, Fenster)
simulieren zu können.
[0012] Der für den Einsatz der Erfindung erforderliche zusätzliche Geräteaufwand und damit
die zusätzliche Kosten sind unerheblich. Zusätzliche Ausrüstungsgegenstände am Gefechtsteilnehmer
entfallen, ebenso zusätzlicher Bedarf an elektrischer Leistung. Das ist deshalb möglich,
weil die erfindungsgemäße Einrichtung für die gewünschten und erforderlichen Leistungsmerkmale
prinzipiell bereits vorhandene Baugruppen der Simulatoren am Gefechtsteilnehmer zusätzlich
nutzen kann.
[0013] Die Ausrüstungen (beim Infanteristen seine Personal- oder Körperausstattungen) werden
so ausgeführt, dass die ursprünglich nur für den Empfang von Funkprotokollen vorhandenen
Funksignalempfänger zusätzlich auch Ortskoordinaten von im Übungsgelände positionierten
und eingemessenen Peilsendern empfangen können. Aus diesen Signalen berechnet die
Elektronik der Körperausstattung unter Einsatz an sich bekannter Algorithmen die Ortspositionen
der Übungsteilnehmer in solchen Geländeabschnitten, in denen GPS-Signale nicht oder
nicht genügend gut empfangen werden können. Dasselbe Verfahren wird auch zur raumgenauen
Ortung von Soldaten in Gebäuden bzw. bei der Zuordnung von Soldaten zu Gefechtsfahrzeugen
genutzt. Dazu wird vorzugsweise ein in seiner Sendeleistung angepasster Peilsender
je Raum bzw. je Fahrzeug eingesetzt. Geeignete Peilsender sind multifunktionale, typischerweise
batterie- bzw. akkubetriebene Geräte, die zusätzlich auch zur lichtoptischen bzw.
pyrotechnischen Simulation der Einschlageffekte von Artilleriemunition im Gelände
genutzt werden können. Vom Peilsender können weiterhin während der Simulation eines
indirekten Feuers ebenfalls per Funk Codes gesendet werden, welche im Nahbereich beim
Übungsteilnehmer Artilleriefeuer signalisieren und ggf. über die Körperausstattung
zu simulierten Ausfällen des Soldaten führen können.
[0014] In Gebäuden ist vorzugsweise jeder Raum, in dem die Position von Übungsteilnehmern
mit großer Präzision ermittelt werden soll, mit mindestens zwei Winkelstrahlern auf
Laserbasis ausgerüstet. Jeder vorzugsweise in Raumecken montierte Strahler sendet
mit seinen Lichtbalken codierte Lichtwellensignale, die so geformt sind und so abgelenkt
werden, dass sie in ihrer Gesamtheit nach einem einzigen Ablenkvorgang jeweils jeden
Raumpunkt mindestens einmal beleuchtet haben. Die codierten Signale der Lichtbalken
enthalten ihre aktuelle Winkelposition und den Raumtyp. Die von den Lichtbalken beleuchteten
Körperausstattungen detektieren mit ihren für den Simulationsbetrieb sowieso vorhandenen
Lichtsignalempfängern diese Daten. Die Elektronik der Körperausstattung decodiert
die Signale und berechnet die Position des Übungsteilnehmers im Raum.
[0015] Für weitergehende Anforderungen kann der Lichtbalken bezüglich des gesendeten Codes
zusätzlich, vorzugsweise vertikal, unterteilt werden. Zusätzlich zur Bestimmung der
Ortsposition kann damit an der Körperausstattung die Lage des Gefechtsteilnehmers
(liegend, kniend, stehend) bestimmt werden.
[0016] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Winkelstrahler so ausgeführt,
dass mit jeder segmentierten "Beleuchtung" des Überwachungsfeldes eine Entfernungsmessung
verbunden ist. Der Lichtbalken überträgt dazu seine Eigenkennung, die erreichte Winkelposition
und die Entfernung zwischen Strahler und Teilnehmer. Der Gefechtsteilnehmer kann daraufhin
seinen Standort im Raum berechnen und melden.
[0017] Mit diesen Winkelstrahlern kann auch die Wirkung eines die Fassade des Hauses simuliert
durchschlagenden Geschosses in die auf dem Geschossweg befindlichen Raum- und Hausbereiche
übertragen werden. Hierzu senden die Strahler entsprechend der Geschossbahn Treffercodeinformationen,
die von den Körperausstattungen der hier vorhandenen Soldaten detektiert und ausgewertet
werden.
[0018] Die simulierte Wirkungsweiterleitung ist auch dadurch möglich, dass mit z.B. in den
Strahlern zusätzlich montierten Funksendern die Koordinaten der Geschossbahn (Raumeintrittspunkt,
Volumen, Raumaustrittspunkt) in den jeweiligen Raum übertragen werden. Bei Übereinstimmung
der Koordinaten der Geschossbahn und der Position der Gefechtsteilnehmer wird dann
die Ausrüstung der betroffenen Gefechtsteilnehmer deaktiviert. Selbstverständlich
wird die Intensität der Wirkung, letztlich also das Volumen des Wirkungskanals von
den Randbedingungen (Geschosstype etc.) abgeleitet.
[0019] Um die Wirkung von simulierten Geschossen auf Gebäude, das heißt auf Fassaden einschließlich
Fenstern und Türen ermitteln zu können, werden vorzugsweise die in die Übung einbezogenen
Gebäude instrumentiert. Die Fassaden werden in einem festen Raster von beispielsweise
2m x 2m mit Reflektoren und richtungsauflösenden Lichtsignalempfängern markiert. Die
Reflektoren sind vorzugsweise so ausgelegt (Wellenlängen-differenzierende Reflexion),
dass der aktive Simulator die Bewertung der Bekämpfungssituation durch Berücksichtigung
von Wirkungsfeldern und weiterer Informationen unterstützen kann. Auch ohne spezielle
Maßnahmen werden die Laserpulse vom Simulator des angreifenden Systems an der Fassade
im vorgegebenen Raster mit einer Empfängerkombination detektiert, zum Beispiel mit
einem linken Empfänger aus dem Bereich 20° bis 80°, mit einem mittleren Empfänger
aus dem Bereich 60° bis 120° und mit einem rechten Empfänger aus dem Bereich 100°
bis 160° (Beispieldaten; Bezug: Fassade oder Wand; Direktbeschuss: 90°). Durch logische
Signalverknüpfung im Verbund mit der Fassadenelektronik können Aufschlagpunkt und
Bekämpfungsrichtung ermittelt werden. Für die Fassade bzw. für die hausinterne Wand
stehen also die benötigten Informationen wie Angreiferentfernung, Geschosstyp, Auftreffpunkt
und Auftreffwinkel des simulierten Geschosses sowie die definierten Eigenschaften
der Hauswand zur Wirkungsberechnung zur Verfügung. Türen, Fenster und vorbereitete
Durchbrüche können mittels Aktuatoren geöffnet werden. Die Beschusslage auf der Fassade
kann lichtoptisch und/oder pyrotechnisch signalisiert werden. Für die Wirkungsübertragung
in ggf. durchschossenen Räumen kann der Geschosswirkungskanal hinter der beschossenen
Fassade bzw. hinter der beschossenen Wand mit den vorliegenden Daten berechnet werden.
Mit den lichtoptischen Winkelstrahlern, die bereits die Feinortung der Gefechtsteilnehmer
ermöglichten, kann nun der Geschosswirkungskanal zeitgerecht mit einem codierten Lichtbalken
beleuchtet werden. Die simulierte Geschosswirkung wird damit genau auf diejenigen
Gefechtsteilnehmer übertragen, die von einem realen Geschoss getroffen worden wären.
[0020] Die Ermittlung des simulierten Geschossauftreffwinkels ist in einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung auch wie folgt möglich: Jeder Gefechtsteilnehmer kennt, durch (D)GPS
oder Peilsenderauswertung, seine aktuelle Position auf dem Gefechtsfeld. Diese Position
wird mit den simulationsspezifischen Daten per Simulationslaser zum Ziel, insbesondere
zur Gebäudefassade übertragen. Die Ortskoordinaten der Fassade liegen in der Auswerteelektronik
zur Bewertung des Fassadenbeschusses vor, in einfacher Weise kann also auch auf diesem
Wege der simulierte Geschossauftreffwinkel und damit die Grundinformation für die
Wirkungsweiterleitung berechnet werden. Auf die Verwendung winkelsensitiver Lichtsignalempfänger
kann bei dieser Ausführungsform verzichtet werden.
[0021] Mit den erfindungsgemäßen zusätzlichen Instrumentierungen und der dazu benötigten
Auswertungssoftware ist es möglich, die Gefechtsausbildung mit Lichtschuss-Simulatoren
umfassend für den Feldeinsatz einschließlich Unterstand und Wald, also in Bereichen
mit unterbrochenem oder eingeschränktem Empfang von GPS-Signalen durch die Nutzung
von Positionssignalen von Peilsendern tauglich zu gestalten. Die Peilsender dienen
zugleich der Signalisierung des Einschlages indirekter Waffen (durch Lichtsignale
und/oder Pyrotechnik) sowie auch der funktechnischen Wirkungsübertragung für indirekte
Waffen im Nahbereich.
[0022] Für die Nutzung der Lichtschuss-Simulatoren im urbanen Gebiet (Häuser- und Ortskampf)
werden alle Fassaden und Wände, die im Übungsgeschehen zu bekämpfen sein sollen, vorzugsweise
in einem Raster von zum Beispiel 2m x 2m mit Reflektoren, winkelselektiven Lichtsignalempfängern,
Blitzlampen und/oder Pyrotechnik und Elektroniken ausgerüstet. Die Fassaden-/Wandelektronik
ist so programmiert, dass sie die individuelle Situation (Türen, Fenster, Wandmaterial,
Vorschädigungen usw.) berücksichtigt. Bei der simulierten Bekämpfung wird weiterhin
für die möglicherweise durchschossene Fassade bzw. Wand der Geschosskanal hinter der
Fassade bzw. Wand berechnet. Durch die in allen instrumentierten Räumen montierten
mindestens 2 Stück Winkelstrahler wird die simulierte Wirkung des die Wand durchdringenden
Geschosses auf die Gefechtsteilnehmer übertragen, die sich in der Nähe des Geschosskanals
befinden. Die Winkelstrahler dienen dabei auch zur Erfassung der dezimetergenauen
Position der Gefechtsteilnehmer im Raum für die zentrale Übungsleitung bzw. für die
Auswertung des simulierten Gefechts.
[0023] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- das Schema eines Lichtschuss-Simulators,
- Fig. 2A
- die Vorderansicht einer instrumentierten Hausfassade
- Fig. 2B
- vergrößerte Ansichten von Reflektoren und Empfängern
- Fig. 2C
- die Draufsicht auf eine Hausfassade mit dahinter befindlichem Raum
- Fig. 3
- einen Winkelstrahler und Strahlquerschnitte
[0024] Die in Figur 1 dargestellte Waffe 1 enthält einen Lasertransceiver 2. Beim Auftreffen
auf ein Ziel wird eine pyrotechnische Signaturdarstellung am Anzeige- oder Wirkungsfeld
3 ausgelöst. Passive Lichtschusssimulatoren, die Personen oder Fahrzeugen zugeordnet
sind, bestehen aus einer Einheit 4, die Reflektoren, Lichtsignalempfänger, eine Decodierelektronik,
einen Funktransponder, eine Getroffensignatur, einen GPS-Empfänger und eine Stromversorgung
enthält.
[0025] Figur 2A zeigt das Schema einer instrumentierten Hausfassade, die großflächig im
Raster mit Reflektoren 11 und Empfängern 12 versehen ist. Die Reflektoren und Empfänger,
die in Figur 2B in vergrößerter Darstellung gezeigt sind, können bei Clusterausbildung
mit seitlichen Empfangsflächen 14 und einer mittleren Empfangsfläche 15 sowohl den
Auftreffbereich eines Schusses als auch dessen Auftreffwinkel erfassen. Dadurch lässt
sich bei angenommenem Durchschuss der Wand auch der Austrittsbereich und -Winkel ermitteln,
so dass der angenommene weitere Schussverlauf im Gebäudeinneren feststellbar ist.
Figur 2C zeigt die Draufsicht auf die Wand und den dahinter liegenden Raum, in dem
zwei Winkelstrahler 5 und 6 die Position eines Objekts 13 ermitteln, das sich in der
Schusslinie vom Einschlagort befindet.
[0026] Figur 3 zeigt einen verwendbaren Winkelstrahler 7, der einen vertikal ausgedehnten
schmalen Lichtstrahl 8 aussendet und schnell wiederholend einen Raumwinkel überstreicht.
Der Lichtstrahl 9 kann auch vertikal segmentiert ausgebildet sein, um zusätzlich eine
Höhenerfassung von Objekten zu ermöglichen.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Waffe
- 2
- Lasertransceiver
- 3
- Anzeige- oder Wirkungsfeld
- 4
- Passiveinrichtung
- 5
- Winkelstrahler
- 6
- Winkelstrahler
- 7
- Winkelstrahler
- 8
- Lichtstrahl
- 9
- Lichtstrahl, segmentiert
- 10
- Sensor
- 11
- Reflektor
- 12
- Cluster-Empfänger
- 13
- Objekt
- 14
- Seitliche Empfangsflächen
- 15
- Mittlere Empfangsfläche
1. Einrichtung zur Leistungssteigerung und Verbesserung der Auswertung in einem Gefechtsübungszentrum,
mit Lichtschuss-Simulatoren mit waffengebundenen Transmittern bzw. Transceivern (2)
als Aktivausrüstung und Personal- bzw. Passivausrüstung (4) von Übungsteilnehmern,
mit Lichtsignalempfängern und einer Decodierelektronik sowie einer Personen und/oder
Übungsgerät zugeordneten GPS-Ausstattung zur Positionsermittlung sowie einer Funkausrüstung
der Personen und/oder des Geräts zur bidirektionalen Kommunikation mit einer Leitungszentrale,
dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtsignalempfänger zur zusätzlichen Erfassung der Position der Übungsteilnehmer
in Räumen/Gebäuden und Fahrzeugen durch Empfang der Signale von lichtoptischen Winkelstrahlern
(5,6,7) eingerichtet sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die lichtoptischen Winkelstrahler jeweils einen codierten in einer ersten Richtung
ausgedehnten Lichtstrahl aussenden, der in einer dazu senkrechten zweiten Richtung
einen Raumwinkel überstreicht und der wenigstens eine codierte individuelle Eigenkennung
und die aktuelle Ablenkposition aussendet.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Raumwinkel größer 90° und die Ablenkgeschwindigkeit typ. größer 100°/Sekunde
beträgt.
4. Einrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass mit Hilfe des Lichtstrahls die Entfernung vom Winkel strahler zur Personal- bzw.
Passivausrüstung ermittelt wird.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Lichtstrahl des Winkelstrahlers in der ersten Richtung in mehrere unabhängig
voneinander codierte Teilstrahlen segmentiert ist.
6. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vorhandenen Sensoren der Übungsteilnehmer deren Position durch den Empfang von
Funksignalen von im Gelände eingemessenen Peilsendern ermitteln können.
7. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Position der Übungsteilnehmer ihre Ortskoordinaten ermittelt bzw. berechnet
werden und in einem Datenformat zur Leitungszentrale gesendet werden, das dem Datenformat
der von einem GPS- oder Peilfunksender im Übungszentrum verwendeten Datenformat entspricht.
8. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass unbewegliche Ziele, wie Hausfassaden und Wände, oder bewegliche Ziele, wie Fahrzeuge,
im Raster mit Sensoren zur Erfassung und Signalisierung von Laserpulsen von Übungsteilnehmern
ausgestattet sind.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren pro Rasterpunkt aus mehreren Reflektoren und Lichtsignalempfängern besteht,
die durch geometrische Segmentierung eine winkelsensitive Bewertung der Angreiferrichtung
erlauben.
10. Einrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die unbeweglichen oder beweglichen Ziele durch Reflektorcluster mit Filtern so markiert
sind, dass Lichtwellen bestimmter Wellenlängen reflektiert bzw. nicht reflektiert
werden können.
11. Einrichtung nach Anspruch 7 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Übungsteilnehmer seine aktuelle Position per Simulationslaser zum unbeweglichen
oder beweglichen Ziel überträgt.
12. Einrichtung nach Anspruch 7 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensorelektronik des unbeweglichen oder beweglichen Ziels aus Angreiferposition
und Ortskoordinaten des Treffpunktes den Geschossauftreffwinkel berechnet.
13. Einrichtung nach Anspruch 7 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass aus abgespeicherten geometrischen Daten der unbeweglichen oder beweglichen Ziele
und aus den Randbedingungen eines Treffers auf das Ziel, wie Angreifer, Munition,
Auftreffwinkel, Angreiferentfemung, die Wirkung des Geschosses auf das unbewegliche
oder bewegliche Ziel berechnet und nachgebildet werden kann.
14. Einrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass mit den ermittelten Daten die mögliche Fortsetzung der Geschossbahn hinter einer
durchschossenen Wand berechnet werden kann.
15. Einrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass mit den lichtoptischen Winkelstrahlern ein Wirkungscode zeit- und ortsgerecht in
dem Augenblick im Raum/Gebäude ausgestrahlt wird, in dem das simulierte Geschoss dieses
durchdringt.
16. Einrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkungscode den Lichtschuss-Simulator im Falle des berechneten Fassaden- bzw.
Wanddurchschusses deaktiviert.
17. Einrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkungscode den Simulator im Falle des berechneten Fassaden- bzw. Wanddurchschusses
deaktiviert.
18. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels Funksignalen im Gebäude die Geschossbahnkoordinaten mit Wandaustritt, Volumen
und Wandeintritt gesendet werden.
19. Einrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, das die per Funk übertragenen Geschossbahnkoordinaten mit der eigenen Position des
Übungsteilnehmeres verglichen werden und dass bei Übereinstimmung die Ausrüstung des
Übungsteilnehmers deaktiviert wird.