[0001] Gegenstand der Erfindung sind eine Apparat und ein Verfahren zur Herstellung von
Reinigungsmitteln, ein hierzu eingesetztes Mehrkomponenten-Set sowie das nach dem
Verfahren erhaltene Fertigprodukt.
[0002] Bei dem erfindungsgemäßen Apparat handelt es sich um eine Mischvorrichtung, die aus
Vorratsbehältern für die erfindungsgemäß eingesetzten Basiskomponenten beschickt wird
und in der diese Komponenten in den erforderlichen Mengenanteilen kombiniert werden.
Nach etwaiger Verdünnung mit Leitungswasser erhält man das gewünschte abfüllgecignete
Fertigprodukt.
[0003] Das erfindungsgemäße Verfahren betrifft die variable Herstellung unterschiedlicher
Reinigungsmittel aus einer Tensidkomponente und zumindest einer weiteren Komponente
aus Säurekomponente, Laugenkomponente und Lösungsmittel, wobei man
- von einem System gleichbleibend zusammengesetzter, aufeinander abgestimmter Basiskomponenten,
bestehend zumindest aus Tensid, Lauge, Säure und Lösungsmittel ausgeht;
- aus diesem System die für die Herstellung des jeweiligen Reinigungsmittels erforderlichen
Komponenten auswählt und in den jeweils geeigneten Mengen miteinander kombiniert und
anschließend gegebenenfalls mit Leitungswasser verdünnt;
- wobei man als Tensidkomponente eine säure- und laugenstabile, lösungsmittel- und leitungswasserkompatible
Komponente einsetzt, die vorzugsweise nicht zur Gelbildung neigt und keinen störenden
Geruch entfaltet.
[0004] Demgemäß besteht das erfindungsgemäße Mehrkomponenten-Set zur variablen Herstellung
unterschiedlicher Reinigungsmittel zumindest aus den folgenden, aufeinander abgestimmten
Basiskomponenten:
- Tensidkomponente
- Laugenkomponente
- Säurekomponente
- Lösungsmittel,
wobei man als Tensidkomponente eine säure- und laugenstabile, lösungsmittel- und leitungswasserkompatible
Komponente einsetzt, die vorzugsweise nicht zur Gelbildung neigt und keinen störenden
Geruch entfaltet.
[0005] Schließlich betrifft die Erfindung auch das nach dem vorliegenden Verfahren als Fertigprodukt
erhaltene Reinigungsmittel. Bei diesem kann es sich um ein "ready-to-use" bzw. verwendungsbereites
Produkt handeln, oder um ein vom Anwender zu verdünnendes Konzentrat.
[0006] Die Erfindung wird beispielsweise anhand der Zeichnung näher erläutert, die schematisch
ein Gerät bzw. einen Apparat zum Herstellen verschiedener Arten von Reinigungsmitteln
wiedergibt, deren Anzahl größer ist als die der Basiskomponenten.
[0007] Mit 1 ist ein beispielsweise kastenförmiges Gehäuse bezeichnet, das an einer Wand
befestigt sein kann. In dem Gehäuse 1 sind im dargestellten Ausführungsbeispiel vier
Dosierpumpen 2a, 2b, 2c und 2d montiert, von denen jede über eine Leitung 3a bis 3d
mit jeweils einem Vorratsbehälter 4a bis 4d verbunden ist, in denen jeweils eine Basiskomponente
enthalten ist. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Vorratsbehälter
4 auf dem Boden B unterhalb des Gehäuses 1 abgestellt. Von jeder Dosierpumpe 2 führt
eine Leitung 5a bis 5d zu einem Mischbehälter 6, in dem die aus den einzelnen Vorratsbehältern
4a bis 4d geförderten Basiskomponenten zu einer Art eines Reinigungsmittels gemischt
werden. An der Unterseite des Mischbehälters 6 ist eine Abgabeeinrichtung 6a vorgesehen,
durch die das im Mischbehälter 6 gemischte Reinigungsmittel in einen Gebrauchsbehälter,
beispielsweise eine Flasche 7, abgegeben wird, die zum Auffüllen in das Gehäuse 1
gestellt wird.
[0008] Bei 8 ist schematisch eine Wähl- und Steuereinrichtung wiedergegeben, von der Steuerleitungen
8a bis 8d zu den einzelnen Dosierpumpen 2 führen. Mit 9
1 bis 9
10 sind Wählschalter für die Art des herzustellenden Reinigungsmittels bezeichnet.
[0009] Bei der Auswahl einer Art eines Reinigungsmittels wird zunächst z. B. der Wählschalter
9
3 für einen Sanitärreiniger oder 9
7 für ein Spülmittel betätigt, worauf in der Steuereinrichtung 8 zunächst die Basiskomponenten
bestimmt werden, die für die ausgewählte Art des Reinigungsmittels zu verwenden sind,
und dann die Menge der aus den betreffenden Vorratsbehältern zu fördernden Basiskomponenten,
worauf die den ausgewählten Basiskomponenten zugeordneten Dosierpumpen, beispielsweise
die Dosierpumpen 2a und 2d über die Leitungen 8a und 8d angesteuert werden, um eine
vorgegebene Menge der jeweiligen Basiskomponente aus den Vorratsbehältern 4a und 4d
in den Mischbehälter 6 zu fördern, in dem die beiden Basiskomponenten in dem vorgegebenen
Mischungsverhältnis gemischt werden. Durch Betätigen eines nicht dargestellten Schalters
kann die fertige Mischung aus dem Mischbehälter 6 über die Abgabeeinrichtung 6a in
den Gebrauchsbehälter 7 abgegeben werden, der dann aus dem Gerät 1 entnommen werden
kann.
[0010] Anstelle des schematisch wiedergegebenen Gerätes 1 kann auch eine größere Vorrichtung
zur Herstellung einer größeren Anzahl verschiedener Arten von Reinigungsmitteln aus
einer begrenzten Anzahl von Basiskomponenten vorgesehen werden.
[0011] Mit 10 ist ein Anschluss für Leitungswasser an dem Mischbehälter 6 bezeichnet, wobei
über eine gesonderte oder im Gerät 1 integrierte Pumpe 10a der im Mischbehälter 6
hergestellten Mischung Leitungswasser zur Verdünnung zugegeben wird. Die Pumpe 10a
wird über eine Leitung 8e von der Steuerungseinrichtung 8 aus angesteuert, damit die
für die gewählte Art eines Reinigungsmittels erforderliche Menge an Leitungswasser
zugegeben wird.
[0012] Ein Apparat der beschriebenen Art kann in vielfältiger Weise, z. B. auf Schiffen
oder Hotels, eingesetzt werden, wobei nur eine begrenzte Anzahl von Basiskomponenten
bereitgehalten zu werden braucht, um eine größere Anzahl von verschiedenen Reinigungsmitteln
herzustellen.
[0013] Unter Reinigungsmittel sind erfindungsgemäß jegliche aus den genannten Basiskomponenten
erhaltene Reinigungsmittel zu verstehen. Hierunter fallen unter anderem Glasreiniger,
Fußbodenreiniger, Allzweckreiniger, Neutralreiniger, Glanzreiniger, Sanitärreiniger,
WC-Reiniger, Entkalker, Spülmittel, Entfettungsmittel. Im weiteren Sinn erstreckt
sich die Erfindung auch auf solche Fertigprodukte und deren Herstellung, die neben
den genannten Basiskomponenten noch zusätzliche Komponenten, wie z.B. Pflegekomponenten,
enthalten. So betrifft eine Abänderung des erfindungsgemäßen Verfahrens auch die Herstellung
von Pflegemitteln, wobei zusätzlich zu den genannten Basiskomponenten eine kompatible
Pflegemittelkomponente zum Einsatz gelangt.
[0014] Das erfindungsgemäße Konzept ist mit einer Reihe von Vorteilen verbunden. Insbesondere
lassen sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren Reinigungsmittel unterschiedlicher
Art ohne Veränderung der Basiskomponenten auf einfache Weise durch Auswahl der jeweils
erforderlichen Basiskomponenten und deren Kombination in den jeweils geeigneten Mengen
herstellen. Die Notwendigkeit, je nach gewünschtem Reinigungsmittel unterschiedliche
Basiskomponenten einzusetzen, entfällt. Das erfindungsgemäße Verfahren ist somit unkompliziert
und platzsparend und erlaubt dem Anwender eine Vor-Ort-Herstellung der gewünschten
Reinigungsmittel unter Rückgriff auf eine begrenzte Anzahl von Basiskomponenten.
[0015] Die Basiskomponenten weisen je nach Typ folgende mengenmäßige Zusammensetzung auf,
wobei die Mengenangaben sich auf Massenprozent beziehen:
Laugenkomponente: Komplexbildner 1 - 40 %, vorzugsweise 5 - 20 %; Lauge 1 - 50 %,
vorzugsweise 5 - 20 %; Salz 1 - 20 %, vorzugsweise 5 - 15 %.
Säurekomponente: Säure anorganisch 5 - 90 %, vorzugsweise 20 - 80 %; Säure organisch
1 - 5 %, vorzugsweise 2 - 4 %.
Lösemittelkomponente: Lösemittel 10 - 90 %; vorzugsweise 20 - 80 %.
Tensidkomponente: anionische Tenside 2 - 75 %, vorzugsweise 5 - 15 %; nichtionische
Tenside 1 - 10 % vorzugsweise 1 - 5 %; Lösemittel 1 - 5 %, vorzugsweise 2 - 4 %.
[0016] In den vorstehenden Basiskomponenten kann der Rest auf 100% vorwiegend oder vollständig
aus entmineralisiertem Wasser bestehen.
[0017] Eine entscheidenden Rolle spielt die Tensidkomponente. Diese bzw. deren Einzelbestandteile
sind zwar an sich bekannt, doch liegt ihre Besonderheit in der speziellen Auswahl
unter den zahlreich vorhandenen Tensiden der bekannten Tensidklassen. So eignen sich
für das erfindungsgemäße Verfahren lediglich solche Tenside, die untereinander kompatibel
sind und mit den weiteren Basiskomponenten und in der jeweiligen Kombination mit den
weiteren Komponenten zu dem gewünschten Reinigungsmittel führen. Hierzu müssen sie
als Grundvoraussetzung Säure- und Laugenstabilität sowie Lösungsmittel- und Leitungswasserkompatibilität
besitzen, sollen vorzugsweise nicht zur Gelbildung neigen und auch keinen störenden
Geruch entwickeln. Diese Voraussetzungen gelten sowohl für den Herstellungsprozess,
als auch für das Verhalten der Tenside innerhalb des fertiggestellten Reinigungsmittels.
[0018] Bei der Tensidkomponente handelt es sich um ein Mehrkomponentensystem. Tenside, die
das vorstehende Anforderungsprofil erfüllen, entstammen den Gruppen der anionischen,
nichtionischen und amphoteren Tenside. Insbesondere handelt es sich bei den anionischen
Tensiden um solche aus der Gruppe der Alkylsulfate und der Alkyl- und Alkylbenzolsulfonate.
Weitere anionische Tenside sind Xylolsulfonat und Olefinsulfonat. Ein geeignetes nichtionisches
Tensid ist z.B. Kokosfettsäurediethanolamid. Vorzugsweise enthält die Tensidkomponente
die Tenside Natrium-C
12-C
16-Alkylsulfat, Natrium-Cumolsulfonat und sek. Alkansulfonat. Ist ein Zusatz von Duftstoffen
erwünscht, können diese in der Tensidkomponente enthalten sein.
[0019] Als Beispiele für geeignete Kombinationen der Basiskomponenten in Abhängigkeit von
den herzustellenden Reinigungsmitteln können genannt werden:
- Glasreiniger: Tensidkomponente und Lösungsmittelkomponente;
- Glanzreiniger: Tensidkomponente und Lösungsmittelkomponente;
- Sanitärreiniger: Tensidkomponente, Säurekomponente und ggf. Laugenkomponente;
- Entkalker: Tensidkomponente und Säurekomponente;
- Spülmittel: Tensidkomponente, Laugenkomponente und Säurekomponente;
- Entfettungsmittel: Tensidkomponente und Lösungsmittelkomponente;
- Allzweckreiniger: Tensid und Laugenkomponente;
- Fußbodenreiniger: Tensid und Laugenkomponente.
[0020] Der mit dem Gebiet der Reinigungsmittel vertraute Fachmann ist ohne weiteres in der
Lage, die jeweils geeigneten Mengenanteile der miteinander zu kombinierenden Basiskomponenten
zu bestimmen.
[0021] Die weiteren erfindungsgemäß eingesetzten Basiskomponenten enthalten vorzugsweise
folgende Bestandteile:
- Laugenkomponente: Diese enthält vorzugsweise Natronlauge und NaCl. Auch Kalilauge
ist anstelle von Natronlauge geeignet. Wenn keine Verdickung erwünscht ist, kann auf
NaCl verzichtet werden. Insbesondere handelt es sich bei der Laugenkomponente um eine
Komponente mit einem pH-Wert >9.
- Säurekomponente: Diese enthält vorzugsweise Phosphorsäure und Zitronensäure. Es ist
möglich, auch nur Phosphorsäure einzusetzen. Insbesondere handelt es sich bei der
Säurekomponente um eine Komponente mit einem pH-Wert <6.
- Lösungsmittelkomponente: Diese enthält vorzugsweise Ethanol und 3-Butoxy-2-propanol.
Es ist auch möglich, Isopropanol und 2-Phenoxyethanol einzusetzen.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform können in die Tensidkomponente, die Laugenkomponente
oder die Säurekomponente ein Komplexbildner eingearbeitet werden. Bei diesem kann
es sich um Imminodisuccinat (IDS), Nitrilotriessigsäure (NTA), Phosphate, Gluconsäure
bzw. deren Salze oder Salze der Zitronensäure handeln.
[0023] Selbstverständlich sind auch die weiteren Komponenten so gewählt, dass sowohl Kompatibilität
untereinander als auch mit der Tensidkomponente gewährleistet ist. Insgesamt handelt
es sich bei den erfindungsgemäß eingesetzten Komponenten um ein abgestimmtes, vielseitig
steuerbares System, das eine störungsfreie Mischung der jeweils eingesetzten Basiskomponenten
zur Erzielung eines Fertigprodukts mit den gewünschten Eigenschaften erlaubt. So ist
es beispielsweise im Rahmen der Erfindung möglich, die Konsistenz des Fertigprodukts
bei einer Phosphorsäure enthaltenden Säurekomponente über die Säure- bzw. Basenzufuhr
(pHabhängige Verdickung) einzustellen. Insbesondere bei Spülmitteln ist eine derartige
Konsistenzerhöhung bzw. -verdickung erwünscht.
[0024] Die herzustellenden Fertigprodukte weisen je nach Reinigertyp insbesondere folgende
mengemäßige Zusammensetzung auf:
- Tensidkomponente: 0,1-55, vorzugsweise 0,3 - 50 Massenprozent;
- Lösungsmittelkomponente (sofern verwendet): 5-30, vorzugsweise 5-25 Massenprozent;
- Laugenkomponente (sofern verwendet): 0,5-15, vorzugsweise 1-13 Massenprozent;
- Säurekomponente (sofern verwendet): 0,1-10, vorzugsweise 0,3-8 Massenprozent; wobei
der Rest auf 100% aus Wasser, insbesondere Leitungswasser, besteht.
[0025] Eine spezielle Ausgestaltung der Erfindung richtet sich auf die Erzielung einer farblichen
Kennzeichnung der Fertigprodukte. Hierzu werden bestimmte Basiskomponenten mit einem
Farbstoff jeweils unterschiedlicher Farbentwicklung versehen. Außerdem wird ein pH-Indikator
verwendet, der zweckmäßig der Tensidkomponente zugesetzt wird. Dieser führt in Kombination
mit den anderen Komponenten zu der gewünschten Färbung des Fertigprodukts. Dadurch
ergibt sich beim Herstellungsprozeß eine sichere Unterscheidbarkeit der Fertigprodukte.
[0026] Im einzelnen wird beispielsweise die mit Vorsicht zu verwendende Säurekomponente
mit einem Rotfarbstoff und die Lösungsmittelkomponente mit einem Blaufarbstoff versehen.
Geeignete Farbstoffe sind unter anderem:
- Rotfärbung: Sicovit Cochenille-Rot 70E 124 (Acid red 18, C.I. 16255); Sandolan Rhodamin
E 8D (C.I. 45100) und andere mit starken Säuren verträgliche wasserlösliche Farbstoffe.
- Blaufärbung: Basacid blau 756 (Acid blue 9), Dragocolor Acid blue 5/0 (C.I. 42080),
und andere mit Lösemittel verträgliche wasserlösliche Farbstoffe.
[0027] Der verwendete Indikator sollte wasserlöslich sein und 2 Umschlagspunkte haben. Weiterhin
sollte der Farbumschlag im Sauren von rot nach gelb und im alkalischen von gelb nach
blau erfolgen. Ein derartiger Indikator ist das Natriumsalz von Thymolblau. Wenn der
Farbumschlag keine Rolle spielt, können auch m-Kresolpurpur und Kresolrot verwendet
werden, wobei diese Indikatoren in Ethanol vorgelöst werden.
[0028] Sowohl die erfindungsgemäß eingesetzten Farbstoffe als auch pH-Indikatoren sind an
sich bekannt und bei Kenntnis der erfindungsgemäßen Zielsetzung der Fachliteratur
zu entnehmen.
[0029] Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich sowohl für einen beschränkten Produktionsbedarf
als auch im Industriemaßstab durchführen. Es ist an keinen speziellen Produktionsmaßstab
gebunden.
[0030] Die folgenden Beispiele erläutern das erfindungsgemäße Verfahren, die hierbei eingesetzten
Basiskomponenten und die herzustellenden Fertigprodukte ohne die Erfindung hierauf
zu beschränken. Bei den Mengenangaben handelt es sich um Massenprozente.
Beispiel 1: Allgemeines Herstellungsverfahren
[0031] Man verwendet die oben beschriebene Mischapparatur, in der die zur Herstellung des
gewünschten Reinigungsmittels erforderlichen Komponenten in den erforderlichen Mengenverhältnissen
aus den separaten Vorratsbehältern 4a bis 4d für die einzelnen Basiskomponenten gefördert
und gemischt werden. Das resultierende Reinigungsmittelkonzentrat wird, soweit erforderlich,
mit Leitungswasser verdünnt und anschließend als Fertigprodukt abgefüllt.
[0032] Für die Herstellung eines anderen Reinigungsmittels (z.B. vorher Spülmittel, dann
Kalklöser) brauchen lediglich die Zuspeisungsmodalitäten geändert zu werden. Ein Spülprogramm
sorgt für die Entfernung von in der Leitung vorhandenen unerwünschten Resten der vorangegangenen
Herstellung.
Beispiel 2: Beispiel für die Basiskomponenten
[0033] In der nachstehenden Tabelle finden sich Rezepturen für die Ausgangskomponenten Lauge,
Säure, Lösungsmittel und Tenside, ausgedrückt in Massenprozent (m%).

Beispiel 3
[0034] Unter Verwendung der in Beispiel 2 angegebenen Basiskomponenten werden nach dem in
Beispiel 1 beschriebenen allgemeinen Herstellungsverfahren die in der nachstehenden
Tabelle 2 angegebenen Reinigungsmittel hergestellt. Dieses Beispiel zeigt, dass sich
unter Einsatz ein-und desselben Mehrkomponentensystems eine Vielfalt von Reinigungsmitteln
herstellen läßt.

1. Apparat zur Herstellung von verschiedenen Reinigungsmitteln, umfassend eine Wähl-
und Steuerungseinrichtung (8) zum Auswählen einer Art eines Reinigungsmittels, z.
B. eines Sanitärreinigers oder eines Spülmittels, und zur Abgabe von Steuersignalen
entsprechend der gewählten Art eines Reinigungsmittels, Dosierpumpen (2a bis 2d),
von denen jede mit einem Vorratsbehälter (4a bis 4d) verbunden ist, der eine vorbestimmte
Basiskomponente enthält, und deren Betrieb durch Steuersignale von der Wähl- und Steuerungseinrichtung
(8) gesteuert wird, und einen Mischbehälter (6), der mit den einzelnen Dosierpumpen
(2a bis 2d) verbunden ist und eine Abgabeeinrichtung (6a) aufweist zur Abgabe des
gemischten Reinigungsmittels in einen Gebrauchsbehälter (7),
wobei die Steuerungseinrichtung (8) derart ausgebildet ist, dass sie entsprechend
der Art des gewählten Reinigungsmittels diejenigen Dosierpumpen (2a bis 2d) in Betrieb
setzt, die jene Basiskomponenten aus den Vorratsbehältern (4a bis 4d) fördern, aus
denen das gewählte Reinigungsmittel im vorgegebenen Verhältnis zusammengesetzt ist,
und
wobei ferner die Basiskomponenten eine Tensidkomponente, eine Laugenkomponente, eine
Säurekomponente sowie eine Lösungsmittelkomponente umfassen, die derart aufeinander
abgestimmt sind, dass daraus verschiedene Arten von Reinigungsmitteln herstellbar
sind, deren Zahl größer ist als die Anzahl der Basiskomponenten.
2. Apparat nach Anspruch 1, wobei in der Steuerungseinrichtung (8) ein Auswählprogramm
vorgegeben ist, das in Abhängigkeit von der gewählten Art eines Reinigungsmittels
wenigstens zwei Basiskomponenten bzw. die diesen zugeordneten Dosierpumpen (2a bis
2d) auswählt und dann die zu fördernde Menge der ausgewählten Basiskomponenten durch
die Betriebsdauer der zugeordneten Dosierpumpen bestimmt.
3. Apparat nach Anspruch 1, wobei ein Anschluss (10) für Leitungswasser sowie eine Pumpe
(10a) zur Förderungen von Leitungswasser vorgesehen ist, deren Betrieb durch die Steuerungseinrichtung
(8) gesteuert wird.
4. Verfahren zur variablen Herstellung unterschiedlicher Reinigungsmittel aus einer Tensidkomponente
und zumindest einer weiteren Komponente aus Säurekomponente, Laugenkomponente und
Lösungsmittel,
dadurch gekennzeichnet, dass man
- von einem System gleichbleibend zusammengesetzter, aufeinander abgestimmter Basiskomponenten,
bestehend zumindest aus Tensid, Lauge, Säure und Lösungsmittel ausgeht;
- aus diesem System die für die Herstellung des jeweiligen Reinigungsmittels erforderlichen
Komponenten auswählt und in den jeweils geeigneten Mengen miteinander kombiniert und
anschließend gegebenenfalls mit Leitungswasser verdünnt;
- wobei man als Tensidkomponente eine säure- und laugenstabile, lösungsmittel-und
leitungswasserkompatible Komponente einsetzt, die vorzugsweise nicht zur Gelbildung
neigt und keinen störenden Geruch entfaltet.
5. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Tensidkomponente in Form eines Mehrkomponentensystems anionische und/oder nichtionische
und/oder amphotere Tenside umfasst.
6. Verfahren gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Tensidkomponente Tenside aus der Gruppe der Alkylsulfate und der Alkyl- und Alkylbenzolsulfonate,
insbesondere Natrium-C12-C16-alkylsulfat, Natrium-Cumolsulfonat und sek. Alkansulfonat umfasst.
7. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Herstellung eines Glasreinigers, eines Glanzreinigers oder eines Entfettungsmittels
ein Basis-Komponentensystem einsetzt, das aus Tensid und Lösungsmittel besteht.
8. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Herstellung eines Sanitärreinigers ein Basis-Komponentensystem einsetzt,
das aus Tensid, Säure und gegebenenfalls Lauge besteht.
9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 4 bis 6 zur Herstellung eines Entkalkers, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Basis-Komponentensystem einsetzt, das aus Tensid und Säure besteht.
10. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Herstellung eines Spülmittels ein Basis-Komponentensystem einsetzt, das aus
Tensid, Lauge und Säure besteht.
11. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Laugenkomponente eine Natronlauge und NaCI enthaltende Komponente einsetzt.
12. Verfahren gemäß Anspruch 4 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Laugenkomponente zusätzlich einen Komplexbildner enthält.
13. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Säurekomponente eine Phosphorsäure und Zitronensäure enthaltende Komponente
einsetzt.
14. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Lösungsmittelkomponente eine Ethanol und 3-Butoxy-2-propanol enthaltende
Komponente einsetzt.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 4 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Säurekomponente und die Lösungsmittelkomponente zu ihrer Kennzeichnung einen
Farbstoff mit unterschiedlicher Farbentwicklung enthalten.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 4 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Tensidkomponente einen pH-Indikator enthält, der in Kombination mit den weiteren
Komponenten zur gewünschten Farbgebung des Fertigprodukts führt.
17. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 4 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass man für die gesteuerte Zusammenführung der erforderlichen Komponenten ein Mischgerät
einsetzt, vorzugsweise ein Mischgerät wie in den Ansprüchen 1 bis 3 definiert.
18. Mehrkomponenten-Set zur variablen Herstellung unterschiedlicher Reinigungsmittel,
zumindest bestehend aus den folgenden, aufeinander abgestimmten Basiskomponenten:
- Tensidkomponente
- Laugenkomponente
- Säurekomponente
- Lösungsmittel,
wobei man als Tensidkomponente eine säure- und laugenstabile, lösungsmittel- und leitungswasserkompatible
Komponente einsetzt, die vorzugsweise nicht zur Gelbildung neigt und keinen störenden
Geruch entfaltet.
19. Mehrkomponenten-Set nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Tensidkomponente in Form eines Mehrkomponentensystems anionische und/oder nichtionische
und/oder amphotere Tenside umfasst.
20. Mehrkomponenten-Set nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Tensidkomponente Tenside aus der Gruppe der Alkylsulfate und der Alkyl-und Alkylbenzolsulfonate,
insbesondere Natrium-C12-C16-alkylsulfat, Natrium-Cumolsulfonat und sek. Alkansulfonat umfasst.
21. Reinigungsmittel, erhalten nach dem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 4 bis 17.
22. Verfahren zur variablen Herstellung unterschiedlicher Reinigungsmittel aus einer Tensidkomponente
und zumindest einer weiteren Komponente aus Säurekomponente, Laugenkomponente und
Lösungsmittel,
dadurch gekennzeichnet, dass man
- von einem System gleichbleibend zusammengesetzter, aufeinander abgestimmter Basiskomponenten,
zumindest bestehend aus Tensid, Lauge, Säure und Lösungsmittel ausgeht;
- aus diesem System die für die Herstellung des jeweiligen Reinigungsmittels erforderlichen
Komponenten auswählt und in den jeweils geeigneten Mengen miteinander kombiniert und
anschließend gegebenenfalls mit Leitungswasser verdünnt;
- wobei man als Tensidkomponente eine säure- und laugenstabile, lösungsmittel-und
leitungswasserkompatible Komponente einsetzt, die vorzugsweise nicht zur Gelbildung
neigt und keinen störenden Geruch entfaltet; und
wobei die Tensidkomponente einen pH-Indikator enthält, der in Kombination mit den
weiteren Komponenten zur gewünschten Farbgebung des Fertigprodukts führt.