[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckeinheit gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1. Des weiteren betrifft die Erfindung ein Feuchtwerk für ein Druckwerk einer Druckmaschine
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 6.
[0002] Druckeinheiten von Rollenrotationsdruckmaschinen, insbesondere von Zeitungsdruckmaschinen,
verfügen über mehrere Druckwerke, wobei jedes Druckwerk aus einem Übertragungszylinder,
einem Formzylinder und einem Farbwerk sowie Feuchtwerk besteht. Weiterhin können solche
Druckeinheiten Gegendruckzylinder aufweisen, wobei ein Gegendruckzylinder mit einem
oder mehreren Übertragungszylindern unterschiedlicher Druckwerke zusammenwirken kann.
Neben Druckeinheiten, die derartige Gegendruckzylinder aufweisen, sind auch Druckeinheiten
bekannt, die keine Gegendruckzylinder aufweisen, wobei bei solchen Druckeinheiten
ohne Gegendruckzylinder die Übertragungszylinder zweier Druckwerke aufeinander abrollen.
Auf den Übertragungszylinder werden in der Regel Gummitücher und auf den Formzylindern
werden Druckplatten gespannt, weshalb die Übertragungszylinder auch als Gummituchzylinder
und die Formzylinder auch als Druckplattenzylinder bezeichnet werden.
[0003] Das Farbwerk eines Druckwerks dient dem Auftragen von Druckfarbe auf den Formzylinder
des Druckwerks, das Feuchtwerk dient hingegen dem Auftragen eines Feuchtmittels auf
den Formzylinder des Druckwerks. Aus dem Stand der Technik sind bereits eine Reihe
von Feuchtwerken bekannt, mit welchen sich Feuchtmittel effektiv auf einen Formzylinder
auftragen lässt.
[0004] So zeigt Fig. 1 einen Ausschnitt aus einem Druckwerk einer Rollenrotationsdruckmaschine
im Bereich eines Formzylinders 10 sowie eines mit dem Formzylinder 10 zusammenwirkenden
Feuchtwerks 11, wobei mithilfe des Feuchtwerks 11 auf den Formzylinder 10 ein Feuchtmittel
aufgetragen wird. Dieses aus dem Stand der Technik bekannte Feuchtwerk 11 weist eine
relativ harte, chrombeschichtete oder keramikbeschichtete Walze 12 auf, die Feuchtmittel
von einem Feuchtmittelvorrat 13 aufnimmt. Gemäß diesem Stand der Technik sind zwischen
dem Formzylinder 10 und der relativ harten, chrombeschichteten oder keramikbeschichteten
Walze 12 zwei relativ weiche Walzen 14 und 15 angeordnet, wobei die relativ weiche
Walze 14 mit dem Formzylinder 10 und die relativ weiche Walze 15 mit der relativ harten,
chrombeschichteten oder keramikbeschichteten Walze 12 in Rollkontakt steht. Des weiteren
besteht ein Rollkontakt zwischen den beiden relativ weichen Walzen 14 und 15, sodass
letztendlich bei dem aus dem Stand der Technik bekannten Feuchtwerk 11 der Fig. 1
das Feuchtmittel von der relativ harten Walze 12 auf die relativ weiche Walze 15,
von der relativ weichen Walze 15 auf die relativ weiche Walze 14 und von der relativ
weichen Walze 14 auf den Formzylinder 10 übertragen wird. Weiterhin ist es aus dem
Stand der Technik bereits bekannt, dass die relativ harte, chrombeschichtete bzw.
keramikbeschichtete Walze 12 in axialer Richtung eine Changierbewegung ausüben kann,
um die Feuchtmittelfilm auf der mit der relativ harten Walze 12 in Rollkontakt stehenden,
relativ weichen Walze 15 zu glätten. Die Anordnung der Fig. 1 verfügt jedoch über
den Nachteil, dass bei dem dort gezeigten Feuchtwerk der Feuchtmittelfilm auf der
mit dem Formzylinder 10 in Rollkontakt stehenden, relativ weichen Walze 14 nicht geglättet
werden kann.
[0005] Um auch auf der mit dem Formzylinder 10 in Rollkontakt stehenden, relativ weichen
Walze 14 eine Glättung des Feuchtmittelfilms zu erzielen, ist es aus dem Stand der
Technik bereits bekannt, zwischen die beiden relativ weichen Walzen 14 und 15 eine
weitere relativ harte, chrombeschichtete bzw. keramikbeschichtete Walze zu positionieren.
So zeigt Fig. 2 ein weiteres aus dem Stand der Technik bekanntes Feuchtwerk 16, das
zusätzlich zu den bereits unter Bezugnahme auf Fig. 1 beschriebenen Komponenten ein
weitere harte, chrombeschichtete bzw. keramikbeschichtete Walze 17 aufweist, die mit
beiden relativ weichen Walzen 14 und 15 in Rollkontakt steht. Die zweite, relativ
harte Walze 17 übt dann ebenso wie die erste, relativ harte Walze 12 in Axialrichtung
eine Changierbewegung aus. Mit dieser aus dem Stand der Technik bekannten Lösung kann
zwar auch auf der mit dem Formzylinder 10 in Rollkontakt stehenden, relativ weichen
Walze 14 eine Glättung des Feuchtmittefilms bewerkstelligt werden, dieses aus dem
Stand der Technik bekannten Feuchtwerk 16 verfügt jedoch bedingt dadurch, dass eine
zusätzliche Walze vorhanden ist, über einen aufwendigen Aufbau. So muss für beide
relativ harten Walzen 12 und 17 ein Antrieb für die axiale Changierbewegung bereitgestellt
werden. Das Feuchtwerk 16 der Fig. 2 ist demnach teuer.
[0006] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde eine neuartige
Druckeinheit sowie ein neuartiges Feuchtwerk zu schaffen.
[0007] Dieses Problem wird durch eine Druckeinheit gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß
sind zwischen der relativ harten, chrombeschichteten oder keramikbeschichteten Walze
des Feuchtwerks und dem jeweiligen Formzylinder zwei relativ weiche Walzen positioniert,
die beide mit dem Formzylinder und der chrombeschichteten oder keramikbeschichteten
Walze in Rollkontakt stehen, sodass das von der chrombeschichteten oder keramikbeschichteten
Walze aufgenommene Feuchtmittel über beide relativ weichen Walzen unmittelbar auf
den Formzylinder aufgetragen wird. Beide relativ weichen Walzen bilden demnach Feuchtmittelauftragwalzen.
Die vorzugsweise eine axiale Changierbewegung ausübende, chrombeschichtete oder keramikbeschichtete
Walze bewirkt auf beiden Feuchtmittelauftragwalzen eine Glättung des Feuchtmittelfilms.
[0008] Das erfindungsgemäße Feuchtwerk für ein Druckwerk einer Druckmaschine ist im unabhängigen
Patentanspruch 6 definiert.
[0009] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf
beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1: einen schematisierten Ausschnitt aus einer Druckeinheit nach dem Stand der
Technik;
Fig. 2: einen schematisierten Ausschnitt aus einer weiteren Druckeinheit nach dem
Stand der Technik; und
Fig. 3: einen schematisierten Ausschnitt aus einer erfiridungsgemäßen Druckeinheit.
[0010] Fig. 3 zeigt einen Ausschnitt aus einem Druckwerk einer Druckeinheit einer Rollenrotationsdruckmaschine
im Bereich eines Formzylinders 100 sowie eines Feuchtwerks 101 im Sinne der hier vorliegenden
Erfindung. Mithilfe des Feuchtwerks 101 wird ein Feuchtmittel auf den Formzylinder
100 aufgetragen.
[0011] Das Feuchtwerk 101 verfügt über eine relativ harte, chrombeschichtete oder keramikbeschichtete
Walze 102, die ein Feuchtmittel von einem Feuchtmittelvorrat 103 aufnimmt. Im Sinne
der hier vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, zwischen die relativ harte, chrombeschichtete
oder keramikbeschichtete Walze 102 und den Formzylinder 100 zwei relativ weiche Walzen
104 und 105 zu positionieren, wobei beide relativ weichen Walzen 104 sowie 105 einerseits
mit dem Formzylinder 100 und andererseits mit der relativ harten, chrombeschichteten
oder keramikbeschichteten Walze 102 in Rollkontakt stehen. Das von der relativ harten
Walze 102 aufgenommene Feuchtmittel wird demnach über beide relativ weiche Walzen
104 und 105 unmittelbar auf den Formzylinder 100 aufgetragen, sodass beide relativ
weiche Walzen 104 und 105 als Feuchtmittelauftragwalzen ausgebildet sind.
[0012] Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung führt die relativ harte, chrombeschichtete
oder keramikbeschichtete Walze 102 in axialer Richtung eine Changierbewegung aus,
sodass auf beiden relativ weichen Walzen 104 und 105 durch diese Changierbewegung
eine Glättung des Feuchtmittelfilms auf beiden relativ weichen Walzen 104 und 105
bewirkt wird.
[0013] Wie bereits erwähnt, stehen beide relativ weichen Walzen 104 und 105 der erfindungsgemäßen
Anordnung gemäß Fig. 3 mit dem Formzylinder 100 in Rollkontakt sowie Reibkontakt,
wobei die beiden relativ weichen Walzen 104 und 105 bedingt durch diesen Reibkontakt
mit dem Formzylinder 100 von demselben drehend angetrieben werden. Der Antrieb der
relativ harten, chrombeschichteten bzw. keramikbeschichteten Walze 102 erfolgt über
ein Antriebsrad bzw. Zahnrad, welches die Drehbewegung des Formzylinders 100 auf die
relativ harte Walze 102 überträgt. Die relativ harte Walze 102 wird demnach über den
Formzylinder 100 drehend angetrieben. Zur Bereitstellung der Changierbewegung in axialer
Richtung ist der relativ harten, chrombeschichteten bzw. keramikbeschichteten Walze
ein entsprechender Antrieb zugeordnet.
[0014] Die beiden relativ weichen Walzen 104 und 105 sind als Feuchtmittelauftragwalzen
ausgebildet. Eine der beiden Feuchtmittelauftragwalzen, im Ausführungsbeispiel der
Fig. 3 die Walze 105, ist der anderen Feuchtmittelauftragwalze, im gezeigten Ausführungsbeispiel
der Fig. 3 der Feuchtmittelauftragwalze 104, in Drehrichtung 106 des Formzylinders
100 nachgeschaltet. In Drehrichtung 106 gesehen, trägt demnach zuerst die Feuchtmittelauftragwalze
104 und im Anschluss daran die Feuchtmittelauftragwalze 105 Feuchtmittel auf den Formzylinder
100 auf. Diese erfindungsgemäße Ausgestaltung verfügt über den Vorteil, dass die in
Drehrichtung nachgeschaltete Auftragwalze 105 eine Glättung des durch die Auftragwalze
104 aufgetragenen Feuchtmittelfilms übernimmt. Hierdurch kann die Qualität des Feuchtmittelauftrags
auf den Formzylinder 100 verbessert werden.
[0015] Die erfindungsgemäße Lösung gemäß Fig. 3 ermöglicht bei relativ einfachen Feuchtwerken
mit lediglich drei Walzen ein gleichmäßiges Auftragen eines Feuchtmittelfilms auf
einen Formzylinder eines Druckwerks einer Druckeinheit einer Rollenrotationsdruckmaschine.
Bezugszeichenliste
[0016]
- 10
- Formzylinder
- 11
- Feuchtwerk
- 12
- Walze
- 13
- Feuchtmittelvorrat
- 14
- Walze
- 15
- Walze
- 16
- Feuchtwerk
- 17
- Walze
- 100
- Formzylinder
- 101
- Feuchtwerk
- 102
- Walze
- 103
- Feuchtmittelvorrat
- 104
- Walze
- 105
- Walze
- 106
- Drehrichtung
1. Druckeinheit mit mindestens einem Druckwerk, wobei das oder jedes Druckwerk zumindest
einen Formzylinder, einen Übertragungszylinder, ein Farbwerk sowie ein Feuchtwerk
aufweist, wobei das Feuchtwerk eines jeden Druckwerks ein Feuchtmittel auf den Formzylinder
des jeweiligen Druckwerks aufträgt, und wobei das Feuchtwerk des oder jedes Druckwerks
eine relativ harte, chrombeschichtete oder keramikbeschichtete Walze aufweist, die
Feuchtmittel von einem Feuchtmittelvorrat aufnimmt, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der relativ harten, chrombeschichteten oder keramikbeschichteten Walze (102)
des Feuchtwerks und dem jeweiligen Formzylinder (100) zwei relativ weiche Walzen (104,
105) positioniert sind, die beide mit dem Formzylinder (100) und der chrombeschichteten
oder keramikbeschichteten Walze (102) in Rollkontakt stehen, sodass dass von der chrombeschichteten
oder keramikbeschichtetenn Walze (102) aufgenommene Feuchtmittel über beide relativ
weiche Walzen (104, 105) unmittelbar auf den Formzylinder (100) aufgetragen wird.
2. Druckeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die chrombeschichtete oder keramikbeschichtete Walze (102) in axialer Richtung eine
Changierbewegung ausübt und so auf beiden relativ weichen Walzen (104, 105) eine Glättung
des Feuchtmittelfilms bewirkt.
3. Druckeinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass beide relativ weichen Walzen (104, 105) als Feuchtmittelauftragwalzen ausgebildet
sind, die mit dem Formzylinder (100) in Reibkontakt stehen und über diesen Reibkontakt
vom Formzylinder (100) drehend angetrieben werden.
4. Druckeinheit nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Feuchtmittelauftragwalze (105), die in Drehrichtung (106) des Formzylinders
(100) einer zweiten Feuchtmittelauftragwalze (104) nachgeschaltet ist, eine Glättung
des von der zweiten Feuchtmittelauftragwalze (104) auf den Formzylinder (100) aufgetragen
Feuchtmittelfilms bewirkt.
5. Druckeinheit nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die chrombeschichtete oder keramikbeschichtete Walze (102) über ein Antriebsrad bzw.
Zahnrad vom Formzylinder (100) aus angetrieben wird.
6. Feuchtwerk für ein Druckwerk einer Druckmaschine, wobei das Feuchtwerk ein Feuchtmittel
auf einen Formzylinder des Druckwerks aufträgt, und wobei das Feuchtwerk eine relativ
harte, chrombeschichtete oder keramikbeschichtete Walze aufweist, die Feuchtmittel
von einem Feuchtmittelvorrat aufnimmt, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der relativ harten, chrombeschichteten oder keramikbeschichteten Walze (102)
und dem Formzylinder (100) zwei relativ weiche Walzen (104, 105) positioniert sind,
die beide mit dem Formzylinder (100) und der chrombeschichteten oder keramikbeschichteten
Walze (102) in Rollkontakt stehen, sodass dass von der chrombeschichteten oder keramikbeschichteten
Walze (102) aufgenommene Feuchtmittel über beide relativ weiche Walzen (104, 105)
unmittelbar auf den Formzylinder (100) aufgetragen wird.
7. Feuchtwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die chrombeschichtete oder keramikbeschichtete Walze (102) in axialer Richtung eine
Changierbewegung ausübt und so auf beiden relativ weichen Walzen (104, 105) eine Glättung
des Feuchtmittelfilms bewirkt.
8. Feuchtwerk nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass beide relativ weichen Walzen (104, 105) als Feuchtmittelauftragwalzen ausgebildet
sind, die mit dem Formzylinder (100) in Reibkontakt stehen und über diesen Reibkontakt
vom Formzylinder (100) drehend angetrieben werden.
9. Feuchtwerk nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Feuchtmittelauftragwalze (105), die in Drehrichtung (106) des Formzylinders
(100) einer zweiten Feuchtmittelauftragwalze (104) nachgeschaltet ist, eine Glättung
des von der zweiten Feuchtmittelauftragwalze (104) auf den Formzylinder (100) aufgetragen
Feuchtmittelfilms bewirkt.
10. Feuchtwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die chrombeschichtete oder keramikbeschichtete Walze (102) über ein Antriebsrad bzw.
Zahnrad vom Formzylinder (100) aus angetrieben wird.