[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackungsschale für Flüssigkeit absondernde Lebensmittel,
insbesondere für Frischfleisch. Solche zumeist aus einer Plastikfolie geformten Schalen
sind in unterschiedlicher Umrissform und in verschiedenen Größen bekannt. Abgedeckt
z.B. durch eine Folie wird in ihnen das Lebensmittel zum Verkauf angeboten. Es ist
dabei auch bekannt, die Schalen durch Ausformen von Rippen oder Sicken zu versteifen.
Dabei können diese Verformungen so ausgebildet und angeordnet sein, dass sie die aus
dem Lebensmittel austretende Flüssigkeit zur Mitte, also zum tiefsten Bereich des
Schalenbodens hin, ableiten. Dort kann eine saugfähige Abdeckung angeordnet und gegebenenfalls
fixiert sein, welche die Flüssigkeit aufsaugt.
[0002] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine solche Verpackungsschale hinsichtlich der Funktionen,
welche dazu beitragen, die Verpackung zu versteifen und/oder das darin enthaltene
Lebensmittel länger frisch und ansehnlich zu erhalten, zu verbessern und zugleich
die Schale vereinfacht zu gestalten.
[0003] Diese Aufgabe wird durch die Erfindung des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 2 gelöst.
Dadurch, dass der Übergangsbereich von Verformungen, wie Kanälen oder Rippen, freigehalten
ist, ergibt sich im Inneren der Schale ein umlaufender kanalartiger Bereich, dessen
Querschnitt weder durch Rippen oder Kanäle noch durch das in der Schale verpackte
Gut in Umfangsrichtung versperrt ist, so dass sich Flüssigkeit und modifizierte Atmosphäre
oder Luft nach beiden Umfangsrichtungen in dem Kanal verteilen können. Das ermöglicht
es, auf gleichmäßig über den Schalenumfang verteilte Kanäle, insbesondere im Bodenbereich,
zu verzichten, da die Flüssigkeit und die Atmosphäre im Übergangsbereich in Umfangsrichtung
der Schale zuverlässig zu den Stellen der Schale gelangen können, wo sie von weiterleitenden
Mulden oder Kanälen aufgenommen werden können. Dadurch kann die Fläche des tief liegenden
zentralen Bodenbereichs im Verhältnis zu Schalengröße ausgedehnter und damit aufnahmefähiger
gestaltet werden. Außerdem kann die zur Verlängerung der Frische des Verpackungsgutes
notwendige Atmosphäre gleichmäßiger alle Bereiche, zumindest aber die Randbereiche,
des Verpackungsgutes erreichen.
[0004] Die Erfindung ist den nachfolgenden Figuren an mehreren Ausführungsbeispielen näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 in perspektivischer Darstellung eine erste Ausführungsform der Verpackungsschale,
und zwar mit Blick auf die Unterseite.
Fig. 2 im Ausschnitt und vergrößertem Maßstab einen Eckbereich der Schale nach Fig.
1.
Fig. 3 in ähnlicher Darstellung wie Fig. 2 eine abgewandelte Ausführungsform.
Fig. 4 einen Längsschnitt durch eine weitere Ausführung.
Fig. 5 in perspektivischer Darstellung einen Eckbereich der Schale nach Fig. 4.
Fig. 6 eine weitere abgewandelte Ausführung im Ausschnitt und in perspektivischer
Darstellung.
[0005] Bei jeder Ausführungsform weist die in üblicher Weise aus einer entsprechenden Kunststoff-Folie
geformte Verpackungsschale 1 einen Boden 2 und eine umlaufende Seitenwand 4 auf, die
oben in einem Rand 9 endet. Die Seitenwand kann gegenüber der Boden-Ebene leicht nach
außen geneigt verlaufen. Der Boden 2 weist einen im wesentlichen ebenen, von Verformungen
freien zentralen Bodenbereich 3 auf, der zugleich die größte Schalentiefe bestimmt.
[0006] Schalenboden und Seitenwand sind miteinander durch einen umlaufenden Übergangsbereich
5 verbunden. Dieser kann konisch geneigt sein, wie in Figuren 1 und 2 gezeigt, oder
- im Querschnitt etwa kreisbogenförmig - gewölbt verlaufen, wie dies die Fig. 3 bis
5 zeigen. Wie aus den Figuren 1 bis 5 ersichtlich ist, ist der konische oder gewölbte
Übergangsbereich 5 von Rippen oder Kanälen oder dgl. Verformungen frei, verläuft vielmehr
über den ganzen Schalenumfang glatt, d.h. mit gleich bleibendem Querschnitt und bildet
somit auf seiner Innenseite einen umlaufenden Kanal (Sammelrinne), der auch bei eingelegtem
flächigem Lebensmittel im Querschnitt nicht versperrt ist und eine freie Ausbreitung
in Umfangsrichtung von "Fluiden" (Luft, modifizierte Atmosphäre und/oder Flüssigkeit)
erreicht.
[0007] Um zu erreichen, dass die Verpackungsschale die notwendige Steifigkeit erhält und
die innere Atmosphäre gleichmäßigen Zugang zu allen Bereichen des Verpackungsgutes
hat und vom Gut abgesonderte Flüssigkeit schnell und sicher in den zentralen Bodenbereich
3 geleitet wird, sind im Schalenboden 2 und in den Seitenwänden 4 entsprechende Rippen
und komplementär Kanäle (als Kanalstücke) ausgeformt. Dazu sind in den Seitenwänden
4 wenigstens bereichsweise zum Schaleninneren hin offene Fluidleitstücke 6 ausgebildet.
In der bevorzugten Ausführung verlaufen diese etwa senkrecht auf den Übergangsbereich
5 zu, enden jedoch in einer etwa horizontalen schmalen Stufe 8 vor dem Rand des Übergangsabschnitts,
wie dies z.B. aus den Fig. 3 und 4 ersichtlich ist. Die Fluidleitstücke 6 können von
dieser Stufe 8 aus nach oben zum Schalenrand 9 hin in ihrer Tiefe und Breite abnehmen.
Die zwischen den Fluidleitstücken verbleibenden Stege bilden zugleich die Seitenwand
versteifende Rippen.
[0008] Die Fluidleitstücke 6 können gleichmäßig verteilt oder auch nur (umfänglich) bereichsweise
vorgesehen sein (als beabstandete Gruppen), unabhängig davon, ob die Schale 1 kreisrund,
oval oder, wie dargestellt, rechteckig ausgeformt ist. Der Übergangsbereich 5 geht
vom inneren Rand der Stufe oder Schulter 8 aus.
[0009] Auch im Schalenboden 2 sind Fluidleitstücke oder Rippen vorgesehen. Wegen der Verteilerfunktion
in Umfangsrichtung des Übergangsbereiches 5 ergibt sich der Vorteil, dass - bei rechteckigem
Schalenformat - nur entlang von zwei sich gegenüberliegenden Schalenseiten solche
Verformungen vorgesehen zu werden brauchen, wie dies z.B. durch die beiden Reihen
11 in Fig. 1 und Fig. 4 veranschaulicht ist.
[0010] Bei der Ausführung nach Fig. 4 und 5 ist der Boden über seine Ausdehnung in einer
Ebene liegend ausgebildet und es sind zwei Reihen 11 von nach innen vorspringenden
Rippen 12 von gleichbleibender Breite und Höhe vorgesehen, die zwischen sich Kanalböden
14 begrenzen, über die Flüssigkeit vom Übergangsbereich 5 zum zentralen Bodenbereich
3 geleitet werden kann. Die Rippen 12 enden mit einem kleinen Abstand 17, "a" vor
dem bodenseitigen Rand 5a des Übergangsbereiches 5, der tangential in die Bodenfläche
2 übergeht (ohne Stufe).
[0011] Bei den Ausführungen nach Fig. 1 und 2 bzw. Fig. 3 verlaufen die Bodenflächen 13,
in denen Fluidleitstücke 7, 7a ausgeformt sind, zum zentralen Bodenbereich 3 hin leicht
geneigt. Entsprechend nehmen Breite und Tiefe der Kanäle zur Bodenmitte hin ab.
[0012] Entlang des bodenseitigen Randes des Übergangsbereiches 5 ist ein schmaler Bodenstreifen
16 vorgesehen, in dem an den Enden der Kanäle 7, 7a kappenförmige Kanalenden 10 ausgeformt
sind, die an dem bodenseitigen Rand 5b des konischen bzw. gewölbten Übergangsbereichs
5 angrenzen, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist.
[0013] Bei der Ausführung nach Fig. 6 ist kein schmaler Bodenstreifen 16 vorgesehen. Der
gewölbte Übergangsbereich 5 endet mit seinem bodenseitigen Rand in der Ebene des zentralen
Bodenbereiches 3, in der auch die Böden 14 der Kanäle 7 verlaufen, die nicht über
Kappen 10, sondern direkt in den Übergangsbereich 5 münden, ohne jedoch dessen Kanalquerschnitt
in Umfangsrichtung irgendwie zu verringern oder zu beeinträchtigen, da in diesen Querschnitt
keine Verformungen hineinragen.
[0014] Jede der gezeigten Ausführungen bildet eine sehr stabile Verpackungsschale mit großflächigem
und zentralen Bodenbereich, auf dem eine entsprechend großflächige saugfähige Auflage
angeordnet werden kann. Durch die Kanalfunktion des Übergangsabschnittes wird eine
zuverlässige Belüftung des Verpackungsgutes in allen Umfangsbereichen und eine gute
Abführung von Flüssigkeit aus allen Umfangsbereichen gewährleistet.
1. Verpackungsschale (1) für Flüssigkeit absondernde Lebensmittel, insbesondere Frischfleisch,
mit einem Schalenboden (2), der einen im wesentlichen ebenen zentralen Bodenbereich
(3) zum Aufnehmen - gegebenenfalls mit Hilfe einer absorbierenden Auflage - von abgesonderter
Flüssigkeit aufweist; mit einer umlaufenden Seitenwand (4) und mit einem diese mit
dem Schalenboden (2) verbindenden umlaufenden Übergangsbereich (5), wobei im Schalenboden
(2) - außerhalb des zentralen Bodenbereichs (3) - und/oder in der Seitenwand - wenigstens
bereichsweise - zum Schaleninneren hin offene, abgesonderte Flüssigkeit aufnehmende
und diese in Richtung auf den zentralen Bodenbereich (3) leitende Rinnen oder Kanäle
(6,7) ausgeformt sind, und der Übergangsbereich (5) von rinnen- und kanalförmigen
Ausformungen frei ist.
2. Verpackungsschale (1) für Flüssigkeit absondernde Lebensmittel, mit einem Schalenboden
(2), einer umlaufenden Seitenwand (4) und einem die Seitenwand mit dem Schalenboden
verbindenden Übergangsbereich (5), bei der im Schalenboden und/oder in der Seitenwand
wenigstens bereichsweise Versteifungssicken oder Versteifungsrippen (6,7) ausgeformt
sind, aber der Übergangsbereich (5) von jeglichen Versteifungs-Verformungen freigehalten
ist.
3. Verpackungsschale nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die umlaufende Seitenwand (4) mit dem umlaufenden Übergangsbereich (5) über eine
umlaufende schmale, etwa parallel zum Schalenboden (2) verlaufende Schulter (8) verbunden
ist, an deren Außenrand in der Seitenwand ausgeformte Rinnen bzw. Kanäle oder Sicken
bzw. Rippen (6) enden (Fig. 2).
4. Verpackungsschale nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Verformungen (6) in der Seitenwand (4) von der Schulter (8) aus etwa senkrecht
zu der Längserstreckung der Schulter (8) in Richtung auf den Schalenrand (9) erstrecken.
5. Verpackungsschale nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der von Verformungen freie Übergangsbereich (5) im Querschnitt bogenförmig nach außen
gewölbt (Fig. 3) oder konisch geneigt (Fig. 2) verläuft.
6. Verpackungsschale nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zum Schalenboden (2) hin der bogenförmig gewölbte Übergangsbereich (5) tangential
in den Schalenboden übergeht und im Schalenboden ausgeformte Rinnen, Kanäle, Sicken
oder Rippen (7) auf Seiten des Übergangsbereichs (5) im Abstand (17) von diesem enden
(Fig. 5).
7. Verpackungsschale nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zum Schalenboden (2) hin der bogenförmige Übergangsbereich (5) tangential in den
Schalenboden übergeht (Fig. 3) bzw. der konisch geneigte Übergangsabschnitt am Rand
(5b) des Schalenbodens endet und die zum Schaleninneren hin offenen Kanäle (7a) auf
Seiten des Übergangsbereiches (5) jeweils in einer noch im Schalenboden (2) ausgeformten
Kappe (10) enden (Fig. 2).
8. Verpackungsschale nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei rechteckförmigem Umriss der Schale (1) im Schalenboden (2) parallel zu sich gegenüberliegenden
Schalen-Seitenwänden zwei Reihen (11) von zueinander parallelen Fluidleitstücken (7)
vorgesehen sind, die sich jeweils von dem Übergangsbereich (5) und senkrecht zu diesem
erstrecken und vor einem zentralen, von Verformungen freien Bodenbereich (3) enden
(Fig. 1).
9. Verpackungsschale nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanäle durch zum Schaleninneren aufragenden Rippen (12) von vorzugsweise gleichbleibender
Breite und Höhe begrenzt sind, wobei die Kanalböden in der Ebene des Schalenbodens
(3) liegen (Fig. 5).
10. Verpackungsschale nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenbereiche (13) beiderseits des zentralen Bodenbereichs (3) zum zentralen
Bodenbereich hin geneigt oder abfallend ausgebildet sind und die Böden (14) der in
der Breite und der Tiefe zum zentralen Bodenbereich hin abnehmenden Kanäle etwa in
der Ebene des zentralen Bodenbereiches (3) verlaufen (Fig. 3 und 6).
11. Verpackungsschale nach Anspruch 7 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass angrenzend an die bodenseitige Kante (15) des verformungsfreien Übergangsbereiches
(5) ein umlaufender ebener Boden-Streifen (16) in einer Ebene mit Abstand über dem
zentralen Bodenbereich (3) vorgesehen ist, aus dem die Endkappen (10) der Kanäle ausgeformt
sind (Fig. 1 und 3).
12. Verfahren zum Betrieb einer Verpackungsschale bei der Aufnahme eines Flüssigkeit absondernden
Frischfleischs, mit einem Schalenboden (2), der einen im wesentlichen ebenen zentralen
Bodenbereich (3) zum Aufnehmen - gegebenenfalls mit Hilfe einer absorbierenden Auflage
- von abgesonderter Flüssigkeit aufweist; mit einer umlaufenden Seitenwand (4) und
mit einem diese mit dem Schalenboden (2) verbindenden umlaufenden Übergangsbereich
(5), wobei im Schalenboden (2) - außerhalb des zentralen Bodenbereichs (3) - und/oder
in der Seitenwand - wenigstens bereichsweise - zum Schaleninneren hin offene, abgesonderte
Flüssigkeit aufnehmende und diese in Richtung auf den zentralen Bodenbereich (3) leitende
Rinnen oder Kanäle (6,7) ausgeformt sind, und der Übergangsbereich (5) von rinnen-
und kanalförmigen Ausformungen frei ist.
13. Verfahren zum Betrieb einer Verpackungsschale (1) mit Flüssigkeit absonderndem Lebensmittel,
mit einem Schalenboden (2), einer umlaufenden Seitenwand (4) und einem die Seitenwand
mit dem Schalenboden verbindenden Übergangsbereich (5), bei der im Schalenboden und/oder
in der Seitenwand wenigstens bereichsweise Versteifungssicken oder Versteifungsrippen
(6,7) ausgeformt sind, aber der Übergangsbereich (5) von jeglichen Versteifungs-Verformungen
freigehalten ist.